April-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​04.​2025

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat April.

 

Abschied von Pastor Voß: Pastor Albert Lutheri Voß geht am 16. April 1915, vor 110 Jahren, in den Ruhestand. Über 27 Jahre wirkte Voß in Schule und Kirche zu Bornhöved. Am Bornhöveder Bahnhof verabschieden ihn zahlreiche Wegbegleiter, darunter der Kampfgenossenverein 1870/71, dessen Mitglied er war. Pastor Voß begibt sich nach Wandsbek, wo er seinen Altersruhesitz gefunden hat. 

 

Kriegsauszeichnungen für Schmalenseer: Am 18. April 1945, vor 80 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass der aus Schmalensee stammende Feldwebel Willi Wulf mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden ist. Sein Schwager, der Gefreite Adolf Nöthel, habe das EK 2. Klasse erhalten. 

 

Der Schmalenseer Dorfbrand vor 140 Jahren: In der Nacht auf den 20. April 1885 werden laut Segeberger Kreis- und Wochenblatt 18 Häuser ein Raub der Flammen. Das Feuer bricht scheinbar in der Kate des Hufners Hinrich Saggau aus und verbreitet sich aufgrund des Windes, der Trockenheit und der größtenteils weich gedeckten Dächer rasch über weite Teile des Ortes. Vernichtet werden Gebäude der Hufner Schnohr, J. Harder, H. Harder, A. Dunker, M. Saggau, Hinr. Saggau, eine Kate eines zweiten Hinr. Saggau, die Armenkate und einige Eigenkaten. Sechs zum Teil neue Hufenstellen (1867 bereits hatte es ein größeres Feuer im Dorf gegeben) mit breiten Umfassungsmauern brennen ab, da auch sie mit Reet oder Stroh eingedeckt sind. Vier Gebäude bleiben aufgrund fester Bedachung verschont oder werden nur leicht beschädigt. Betroffen ist „nur“ der südliche Teil des Dorfes. Die nördlichen etwa 18 Gebäude werden deshalb verschont, weil sich eine ca. 70 Meter breite Lücke zwischen beiden Teilen befindet und der Wind beim Brand der letzten der südlichen Häuser nach Westen dreht. Binnen einer Dreiviertelstunde zerstört das Feuer reichlich Hab und Gut. Nur wenig Mobiliar oder Ackergeräte können gerettet werden. An Vieh verbrennen drei Kühe, drei Schweine, ein Kalb und zwei Kettenhunde. Immerhin: Die Gebäude sind bei der Landesbrandkasse, das Mobiliar etc. zum größten Teil bei der Lübecker Feuerversicherung versichert. Der Aufbau wird entsprechend rasch vonstatten gehen – und Schmalensee eine Eigentümlichkeit bescheren: Die Säulen an den Hauseingängen der Hufner im südlichen Teil, dem eigentlichen Kern des Dorfes. Diese drücken den Zeitgeist aus, sind aber bei jedem Gebäude anders. Fast jedes Dorf hat ein oder mehrere Portale dieser Art – wo ganze Dörfer oder weite Teile davon niederbrannten in damaliger Zeit, was nicht selten vorkam, treten die Säulen geballt auf. Schmalensee bescherten sie den Spitznamen „Säulendorf“. 

 

Um 23 Uhr ist „Zapfenstreich“ in Dorfkrügen: Wie auch im übrigen Kreisgebiet, wird durch Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee die Polizeistunde für das Amt Bornhöved festgesetzt: Die Gast- und Schankwirtschaften haben ab 20. April 1895, vor 130 Jahren, um 23 Uhr zu schließen.

 

Die „zehn Gebote für den Landwirt“: Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt zitiert in seiner Ausgabe vom 23. April 1870, vor 155 Jahren, aus einer Versammlung des Landwirtschaftlichen Vereins Bischofswerda „Die zehn Gebote des Landwirths“. Bei der Zählweise muss man jedoch kreativ sein, um auf die Zahl 10 zu kommen: 

              1. Baue viel Futter, 

             2. Füttere gut Vieh,

             3. Dann fehlt es Dir auch an Dünger nie.

             4. Mit scharfer Egge und starkem Pflug

             5. Ackere fleißig und tief genug.

             6. Was Dein Acker kann geben,

             7. Sollst Du systematisch ihm nehmen.

             8. Altes Land verbessere und neues erringe,

             9. Ausgaben und Einnahmen zu Buche bringe;

            10. Du selbst sei fleißig, gebildet und klug -

                 Das sind der Gebote des Landwirths genug.

 

Kommissionsmitglieder aus Schmalensee: In der Stadt Segeberg tagt am 23. April 1890, vor 135 Jahren, der Segeberger Kreistag, dem für das Amt Bornhöved der Bäcker J.D. Hauschildt aus Bornhöved angehört. Unter sechs Mitgliedern, die der Kreistag in die Klassensteuer-Reklamations-Begutachtungs-Kommission 1890/91 wählt, ist der Schmalenseer Altenteiler A. Dunker. Der Hufner Suhr wird als Mitglied der dreiköpfigen Pferdemusterungskommission im Aushebungsbezirk Nr. 7, Bornhöved, genannt. Diese stellt fest, welche Pferde für das Militär „auszuheben“ sind. 

 

Deserteure zu verstecken kann tödlich enden: Nicht vor dem Feind, sondern vor eigenen Soldaten warnt folgende Meldung dem Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 23. April 1945, vor 80 Jahren: „Es kommt immer wieder vor, daß Deserteure und Drückeberger bei verantwortungslosen Volksgenossen Unterschlupf finden und häufig für längere Zeit versteckt gehalten und beherbergt werden. Das Gebot der Stunde ist es, gegen solch’ ehrloses Verhalten von Volks- und Vaterlandsverrätern schärfstens vorzugehen. Die Bevölkerung wird eindrücklich davor gewarnt, einzeln reisenden Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften ohne Quartierschein Quartier zu geben. Sie sind an die nächstgelegenen Wehrmachtsdienststellen zu verweisen. Wer diese Warnung nicht beachtet, setzt sich schärfsten Strafen, unter Umständen der Todesstrafe, aus.“

 

Schmalensee im April 1945 voller Menschen: Am 23. April 1945, vor 80 Jahren, findet die letzte Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung während des „Dritten Reiches“ statt. Laut Protokollbuch nehmen daran Bürgermeister Heinrich Harder, 1. Beigeordneter Richard Saggau, Kassenverwalter Peter Nagel, Gemeinderat Theodor Schnohr und Gemeinderat August Rose teil. Inhaltlich geht es in der Sitzung um  Unstimmigkeiten bezüglich der vom Forstamt Eutin zugestellten Holzzettel und Verrechnungsunterlagen. Berichtet wird, dass in Schmalensee derzeit 290 Flüchtlinge und Evakuierte sowie eine Luftwaffeneinheit in Stärke von 250 Mann untergebracht sind. 

 

Nächtlicher Raubzug durch Schmalensee vor 110 Jahren: In der Nacht auf den 24. April 1915 veranstaltet ein Dieb einen wahren Raubzug durch Schmalensee. Aus der Knechtekammer des Hufners E. Saggau stielt er den Knechten Schenk und Petersen Uhren, Geld und Kleidungsstücke. Knecht Kroll beim Hufner W. Harder bleibt, weil er aufwacht, verschont. Dafür holt sich der Dieb aus der Speisekammer des Hufners Stegelmann alles Essbare, das er durchs Fenstergitter greifen kann. Beim Hufner Siebke nimmt er dann von der Diele das neue Fahrrad des Knechts mit. Man vermutet, dass der Dieb früher im Ort tätig gewesen sein muss, da er Ortskenntnis hatte. 

 

Wählergemeinschaft gewinnt Wahl vor 70 Jahren: Bei den Kreis- und Gemeindewahlen in Schleswig-Holstein am 24. April 1955 ist Schmalensee Teil des Wahlbezirks 2 „Bornhöved“, dem auch die Gemeinden Bornhöved, Damsdorf und Stocksee angehören. Bornhöveds Bürgermeister Edwin Dobrint (SPD) erringt das Direktmandat im Wahlbezirk für den Kreistag. In Schmalensee wählen 102 Personen SPD, 94 CDU, 31 die Wählervereinigung von FDP und DP, 18 den Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) und eine die KPD. 

Im Schmalenseer Gemeinderat wird die Wählergemeinschaft mit 5 Sitzen stärkste Fraktion. Die SPD erreicht 4 Sitze. Gewählt sind für die WG: Bauunternehmer Paul Blunk (131 Stimmen), Gastwirt Hans Voß (129), Landwirt Willi Moebs (124), Landwirt Helmuth Saggau (123) und Handelsvertreter Arthur Masch (107). Für die SPD ziehen als Listenkandidaten Rentner Heinrich Hamann, Gemischtwarenhändler Friedrich Bollbuck, Gärtner Karl Heinz Hamann und Melker Willi Wulf jun. ein. Damit ist das Ende der Amtszeit von Bürgermeister Heinrich Hamann absehbar, auf den Helmuth Saggau, Sohn von Ludwig Saggau und bereits Gemeindewehrführer, folgen wird. 

 

Vor 100 Jahren wählt Schmalensee Hindenburg: Den zweiten Wahlgang zur Wahl des Reichspräsidenten am 26. April 1925 gewinnt der Reichsblock-Kandidat Paul von Hindenburg mit rund 14,6 Millionen Stimmen vor dem Kandidaten des Volksblocks, Dr. Marx, der rund 13,7 Millionen Stimmen erhält. Kommunist Ernst Thälmann kommt auf rund 2 Millionen Stimmen. In Schmalensee erhält Hindenburg 114 Stimmen. Auf Marx entfallen 51, auf Thälmann 2 Stimmen. 

Der Reichsblock hatte sich für einen neuen Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten entschieden: Nachdem Carl Jarres im ersten Wahlgang ein bereits sehr gutes Ergebnis hatte verbuchen können, sollte nun der Weltkriegs-Befehlshaber, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, zusätzliche Stimmen gewinnen. Die Bayerische Volkspartei, Wirtschaftspartei, der Bayerische Bauernbund und die Deutsch-Hannoveraner schlossen sich Anfang April prompt dem Reichsblock an. Im anschließenden Wahlkampf setzte der Reichsblock auf den militärischen Nimbus Hindenburgs („wollt Ihr den Feldmarschall im Stich lassen?“) und auf seinen protestantischen Glauben („wahrhaft christlich“), der dem katholischen Zentrumspolitiker Marx gegenüber gestellt wurde. Im Kreis Segeberg fand der Reichsblock großen Zuspruch. Neben Parteien wie die DNVP, DVP und der deutsch-völkischen Freiheitsbewegung mit Berufsstandsorganisationen wie dem Landbund Schleswig-Holstein, dem Schleswig-Holsteinischen Bauernverein und dem Nordwestdeutschen Handwerkerbund, hatten sich weitere Gruppen wie Vaterländische Arbeitnehmerverbände, die Jungbauernschaft, der Kreisreiterverein oder der Segeberger Bürgerverein angeschlossen. Demgegenüber stand der den früheren Reichskanzler Dr. Marx unterstützende „Volksblock“ aus  SPD, Zentrum und DDP. 

 

NSDAP besteht im April 1945 auf Mitgliedsbeiträgen: Gauschatzmeister Rüter aus Bordesholm versendet am 26. April 1945, vor 80 Jahren, das Rundschreiben Nr. 1/45 NSDAP-Gauleitung Schleswig-Holstein an die Kreisleitungen, die dieses an die Ortsgruppen weiterverteilen. Rüter ordnet an: „bei Feindannäherung sind alle Mitgliedschaftsakten bis auf die Grundbücher zu vernichten. Die Mitgliedsgrundbücher werden den Hoheitsträgern übergeben.“ (Tatsächlich findet sich das Rundschreiben im Mitgliedsgrundbuch der NSDAP-Ortsgruppe Bornhöved für 1943.) Weiter verlangt der Gauschatzmeister, dass in den Ortsgruppen weiter die Mitgliedsbeiträge einzuziehen sind: „Gerade in dieser Zeit zeigt es sich, ob der Parteigenosse in der entscheidenden Stunde zur Partei hält oder nicht.“ Der NSDAP-Gauleitung scheint es wichtig zu sein, auch künftig über Geld verfügen zu können bzw. kein Geld dem Feind zu überlassen. Rüter schreibt: „Die Barkassen sind bei der Bank einzuzahlen, damit keine restlichen Gelder in den Ortsgruppen vorhanden sind. Notfalls sind die Gelder mitzunehmen. Bei Evakuierung ist das Geld dann bei der nächsten Ortsgruppenkasse einzuzahlen bzw. an die Gauleitung zu überweisen. Das Kassenbuch ist bis zum letzten Augenblick zurückzuhalten und nach Möglichkeit ebenfalls mitzunehmen, damit Nachweis über den Stand der Barkasse geführt werden kann.“ 

 

Nur 30 haben nicht nicht gewählt: In Schleswig-Holstein finden am 26. April 1970, vor 55 Jahren, die Kommunalwahlen statt. Die Wahlbeteiligung ist in Schmalensee mit 88,9 Prozent sehr hoch: 244 von 274 Wahlberechtigten gehen an die Urne. Gewinner der Wahl ist die Wählergemeinschaft Schmalensee, für die Hans Voß, Werner Suhr, Jürgen Stegelmann, Hermann Griese und Hans Siebke in die Gemeindevertretung einziehen. Für die SPD sind Friedrich Bollbuck, Heinrich Hamann junior, Walter Behrend und Willi Wulf junior vertreten. Hans Voß wird im Mai zum Nachfolger von Helmuth Saggau ins Amt des Bürgermeisters gewählt werden. 

 

Wer kommt infrage für eine „Ämter-Heirat“?: Der Bornhöveder Amtsausschuss debattiert am 26. April 2005, vor 20 Jahren, über die Absicht der Landesregierung, eine Verwaltungsreform auf Amtsebene durchzuführen. „Zweckehen“ zweier oder mehrerer Ämter sollen größere Verwaltungsräume schaffen, die mittelfristig Kosten senken und neue Effektivität erzeugen sollen. Die Skepsis überwiegt unter den Ausschussmitgliedern. Welcher Partner in Frage kommt, ist auch noch nicht deutlich. Nahe liegend wäre ein Zusammengehen mit der Gemeinde Trappenkamp, diskutiert werden aber auch Zusammenschlüsse mit dem Amt Rickling oder dem Amt Wankendorf im Kreis Plön. 

 

Doppeljubiläum in Schmalensee vor 60 Jahren: Ein doppeltes Jubiläum feiert der Deputat- beziehungsweise Landarbeiter Willi Wulf senior am 27. April 1965. Seit 50 Jahren steht er in Diensten der Familie Stegelmann. Außerdem feiern er und seine Frau Amanda das Fest der Goldenen Hochzeit.

 

Halbhufe Schumacher brennt ein zweites Mal ab: Zwischen 7 und 8 Uhr brennen am 30. April 1905, vor 120 Jahren die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Halbhufners Johann Schumacher bis auf die Umfassungsmauern nieder. Bis auf drei Ferkel und zwei Kälber kann das Vieh gerettet werden. Das Mobiliar kann größtenteils gesichert werden, während das landwirtschaftliche Inventar verbrennt. Zum Löscheinsatz rücken die Freiwilligen Feuerwehren aus Schmalensee und Bornhöved, sowie die Brandwehren aus Tarbek und Belau an. Da Schumacher bei der Landesbrandkasse und der Armstedter Gilde nur niedrig versichert hatte, trifft ihn der Schaden hart. Bereits am 24. Januar 1862 war dieses Gehöft ein Raub der Flammen geworden. Diese Stelle – sie lag laut Chronik von Heinrich Göttsch (1948) „am Winkel Seetwiete-Chaussee“, also in der Abzweigung der heutigen Belauer Straße (Seetwiete) von der Bundesstraße 430 (Chaussee) – wurde nach dem Feuer nicht wieder im Ort aufgebaut. Göttsch: „Das Gehöft wurde dann ins Feld verlegt zwischen Schmalensee und Tarbek. Damit hatte Schumacher fast alles Land dicht beim Hause, was betriebswirtschaftlich von großem Vorteil war.“ 1920 sollte Otto Schlätel aus Neuengörs kaufen, der die Landstelle 1932 dem Lübecker Kulturamt übergab, welches eine Aufteilung auf die Stammstelle (erst Francke, dann Schlüter) und zwei Katenstellen (nebenan Moebs, am Belauer Weg Heinrich Hamann) schuf – weshalb die Stelle in der Göttsch-Chronik die „Katenstelle 15“ ist. 

 

Starke ausgebüxt und in Schmalensee entdeckt: Am 30. April 1935, vor 90 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass ein Fuhrunternehmer in Kiel beim Vieh Abladen das Fehlen einer Starke festgestellt hatte. Diese hatte sich offensichtlich während der Fahrt losgerissen und die 1,60 Meter hohe Wand des Anhängers übersprungen. In Schmalensee sei das Tier auf dem Rückweg des Unternehmers wieder aufgefunden worden. 

 

Kriegsmeldungen April 1915 aus der Lokalzeitung: Unterschiedlichste Meldungen mit Kriegsbezug bestimmen den Lokalteil des Segeberger Kreis- und Tageblatts auch im Monat April 1915. Etwa, dass die Bornhöved-Schmalenseer Totengilde ihre Generalversammlung abgehalten hat und den 13 im Felde stehenden Mitgliedern Zigarren und Rauchtabak geschickt werden sollen. Oder dass der Kommandant des Torpedobootes V26  am 16. April 1915 an den Vorstand des Flottenvereins Bornhöved schreibt, um sich im Namen der Besatzung für vom Frauenverein und Flottenverein geschickte Strickwaren und „Liebesgaben“ (damaliges Wort für Spenden) zu bedanken. Zu Pfingsten werden sogar ein paar Besatzungsmitglieder den Urlaub nutzen, um der Gemeinde Bornhöved einen Besuch abzustatten. Am 17. April werden die meisten der ostpreußischen Flüchtlinge, die nach dem Einfall russischer Truppen in Bornhöved und Umgebung Aufnahme gefunden hatten, sich zurück in die vom Feind befreite Heimat begeben. Am 19. April treffen in Begleitung eines Landsturmmannes zur Bewachung am Abend auf dem Hof des Schmalenseers Ludwig Saggau zehn russische Kriegsgefangene zum Arbeitseinsatz ein. „Über die Veränderung ihrer Lage schienen sie sehr erfreut zu sein“, heißt es im Tageblatt. 

 

Schmalensee vor 360 Jahren verpfändet: Im Jahr 1665 findet die sogenannte „Auslegung des Amtes Segeberg“ statt. Um staatliche Schulden zahlen zu können, verpfändet der dänische König Besitztümer an die Schuldner, die aus diesen Einnahmen – zum Beispiel Steuern und Abgaben – beziehen können. Da Schmalensee keinem Gut zugehörig ist, wird es am am 30. April 1665 von König Friedrich III. für 8971 Reichstaler und 18 Schillinge an Bartram Rantzau auf Ascheberg verpfändet. Wann der „Rückkauf“ erfolgt, ist offen. Am gleichen Tag werden außerdem die Wassermühle von Bornhöved, der Bornhöveder und der Schmalensee für 3000 Reichstaler an Ernst von Wedel und dessen Erben verpfändet. 

 

Verabschiedung von einem Lehrer und Dichter: Im Beisein der Gemeinderäte und der Elternbeiräte der Schule verabschiedet Bürgermeister Heinrich Hamann am 30. April 1950, vor 75 Jahren, den Lehrer Leo Guttmann in den Ruhestand. Guttmann war als Flüchtling aus Ostpreußen nach Schmalensee gekommen. In seiner Heimat galt Guttmann als bekannter Heimatdichter. Maßgeblich beteiligte er sich beim Sender Königsberg an der Gestaltung des Schulfunks – 15 Sendungen wurden ausgestrahlt, einige davon über alle deutschen Sender. Auch in Westdeutschland ist sein Name im Hörfunk zu vernehmen, denn Guttmann reicht seine Gedichte beim Süddeutschen Rundfunk ein.

 

 

 

Bild zur Meldung: Dorfbrand Schmalensee - Meldung aus Segeberg, SKWB 21.04.1885

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