Wanderung am Schmalensee war wieder ein Augenöffner
Dass sich der Wanderweg am Seeufer großer Beliebtheit erfreut, ist kein Geheimnis. Allein die vielen „Tretminen“ bezeugen häufige Hunde-Runden. Ist aber allen, die dort wandeln, joggen oder Rad fahren, die Vielfalt der Natur auf einem solchen Wegstück bewusst? Am 24. Mai führte, auf Einladung des Tourismusvereins Holsteinseen, Dierk Hamann Neugierige von der Schmalenseer Badestelle bis hinauf in den Bornhöveder Mehlkroogredder, und hatte viel zu erzählen.
Es war eine zugegeben kleine Gruppe Wissensdurstiger, die sich dem Naturführer aus Trappenkamp, der oft am und in Schmalensee anzutreffen ist, anschlossen. Dafür erhielten sie eine ganz private Führung – ohne Zeitlimit, und damit noch intensiver, als bei den vorherigen Führungen, die meist der Erkundung von Waldweg und Bauernwald galten.
Aber egal, ob Waldpfad oder Uferweg – Dierk Hamann kennt sie alle: Die Gräser, Kräuter, Bäume, Sträucher und Blumen, und dazwischen auch das eine oder andere Insekt. Wissbegierig saugten die Teilnehmenden Hinweise auf Verzehrbarkeit, Heilwirkung oder „Achtung giftig“ auf. Beeindruckend aber stets: Dierk Hamanns Kenntnisse über den Aufbau der Pflanzen und den jeweils dahinter stehenden Zweck – ein Pfad der 1000 Wunder der Natur.
Und weil die Gruppe klein war, sogar aufgrund der Zeit kleiner wurde, wurde dieser Pfad immer länger und so ging es von den Pflanzen der Uferzone hin zu denen am und auf dem Knick. Der Mehlkroogredder und daran liegende Ackerränder boten sich bestens dafür an. Überhaupt war – unter Anleitung – eindrucksvoll zu erkennen, wie sich die Pflanzenwelt den oft von Menschen verursachten Begebenheiten anzupassen versteht.
Somit führte die Naturwanderung vorbei am Pestwurz (der kein Rhabarber ist, dafür hilfreich bei Migräne sein soll), Schilf und Gräsern (Süß- und Sauer-), Jungrindern als neugierigen Zaungästen, zum Ampfer und Weißklee, zu Farnen, Schlehen oder dem bittersüßen Nachschatten. Falterraupen in einem Fadennetz waren keine Eichenprozessionsspinner – Glück gehabt.
Der harte Kern der Gruppe hätte wohl noch weiter ziehen und noch mehr kleine Naturwunder bestaunen können, doch am Ende obsiegten ein aufkommendes Hungergefühl und der Blick auf die Uhrzeit. Und das Fazit ist einmal mehr, dass es gar nicht genug Wanderungen solcher Art geben kann, die uns erkennen lassen, in welch schöner und artenreicher Gegend wir leben.
Ein großer Dank der Teilnehmenden gilt Jürgen Bucksch und Holsteinseen für die Organisation und natürlich Dierk Hamann für das Weitergeben seines Wissens und die zur Verfügung gestellte Zeit.
Fotos: Karolin van het Loo, Christian Detlof
Bild zur Meldung: Pflanzenkunde am Grenzbach