Es bleibt dabei: Trappenkamps Geschichte ist besonders
Wieder einmal hatte der Tourismusverein Holsteinseen nach Trappenkamp eingeladen, wo Reinhard Bronsart in die Geschichte seiner Heimatgemeinde einwies. Treffpunkt und immer wieder lohnend: Der Museumsbunker in der Schulstraße.
Ein Dutzend Besucher konnte Holsteinseen-Vorsitzender Jürgen Bucksch aus Schmalensee im Museumsbunker begrüßen. Und natürlich den orts- und geschichtskundigen Begleiter für den Nachmittag.
Wer diesen Holsteinseen-Programmpunkt Jahr für Jahr wahrnimmt, wird feststellen, dass Reinhard Bronsart es versteht, immer wieder Schwerpunkte im Vortrag zu verändern, sodass jeder Besuch ein erstes Mal ist.
Besiedelt wurde das, was wir heute als Trappenkamp kennen, erst weit nach den Dörfern des Amtes beziehungsweise der Kirchengemeinde Bornhöved. Und auch landschaftlich, also durch die Brille nicht der Historiker sondern der Geologen betrachtet, nahm es eine andere Entwicklung als Orte wie Bornhöved, Schmalensee, Belau oder Stocksee.
Während sich unsere Gemarkungen hügelig ins Landschaftsbild einfügen und nicht zu Unrecht das „Tor zur Holsteinischen Schweiz“ genannt werden, liegt Trappenkamp auf dem Ricklinger Sander, der dem letzten großen eiszeitlichen Gletscher vorgelagert war. Jenem Gletscher, der unsere Gegend mit hunderte Meter dickem Eis bedeckte und gen Westen entwässerte.
So kam es auch, dass die später als „Gönnebeker Heide“ bezeichnete Fläche einer landwirtschaftlichen Nutzung nicht zugeführt wurde – der Boden war dafür ungeeignet. Großer Zeitsprung – auch zu Preußens Zeiten war der Grund nicht zu mehr geeignet, als für einen Kavallerie-Übungsplatz. Und selbst das nicht wirklich, denn auf dem steinigen Boden gab es zu viele Pferde-Ausfälle, sodass dem Staat nichts übrig blieb, als hier schnell wachsende Bäume zu pflanzen.
Der so entstandene Forst, noch dazu auf staatlichem Grund, bot sich geradezu an, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten mit ihren Kriegsplänen eine Munitionsfabrik getarnt im Wald zu errichten – Trappenkamp. Benannt unter anderem nach einer Gehöft-Gruppe in der angrenzenden Tarbeker Gemarkung.
Auf den Spuren dieses Marinesperrwaffenarsenals Trappenkamp wandelte die Gruppe bis zur Erlebnisschmiede Tischler, deren Firmengrundstück sich ebenfalls auf Resten der Munitionsfabrik befindet. Fun-Fact: Unterwegs stieß die Gruppe auf eine alte Seemine, arg verrostet aber bisher nicht bekannt. Die stammt aber gar nicht aus Trappenkamp, sondern wurde von einem Anwohner kürzlich dort abgelegt. Herkunft angeblich Russland. Sachen gibt’s.
Neugierig geworden? An jedem zweiten Sonnabend im Monat ist der Museumsbunker Trappenkamp von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Es lohnt sich!
Bild zur Meldung: Trappenkamps Geschichte in einem Wisch