Jubiläums-Bingo-Abend in Schmalensee: Hunderte Preise und Freude am Mitsingen
Das war nicht vorherzusehen: Ausgerechnet der Jubiläums-Bingo-Abend der Reitsportgemeinschaft Schmalensee erlebte eine ungeahnte, ja ungewollte, Premiere: Er wurde abgebrochen. Und dennoch war es ein großartiges Fest, das da am 15. November auf dem Gemeindesaal stattfand – bei der 10. Auflage der Veranstaltung, die mal ganz klein angefangen hatte.
Vorstand, Mitglieder, Freunde und Förderer der Reitsportgemeinschaft Schmalensee hatten einiges bewegt, um den Jubiläums-Bingo-Abend zu einem großartigen Erfolg werden zu lassen. „Wir hatten drei WhatsApp-Gruppen für die Vorbereitungen, aufgeteilt nach Arbeitsfeldern“, verriet die RSG-Vorsitzende Frederike Harder in ihrer Begrüßungsansprache.
Im festlich geschmückten Saal war jeder der 120 Plätze gefüllt. Teilnahme nur mit Voranmeldung, hatte es im Vorwege geheißen – andernfalls hätte man sicher doppelt so viele Leute auf dem Parkett stapeln müssen. Ein paar Weiterleitungen der Terminankündigung und Mund-zu-Mund-Propaganda hatten schon genügt – Wurfzettel für das Dorf waren zwar vorgesehen, kamen aber gar nicht erst zum Einsatz: „Als die bestellten und gedruckten Flyer bei mir ankamen, waren wir schon ausgebucht“, so „Eule“ Harder.
In ihrem kurzen Rückblick auf die „Historie“ der RSG-Bingo-Abende war noch immer die Verwunderung darüber erkennbar, dass ein wahrer Hype um das Event entstanden ist. Angefangen mit zwölf Mitgliedern, die einfach mal Bingo spielen wollten, war das Treffen rasch größer geworden. Lag es am Willen, dazuzugehören? Oder an den Preisen? Oder am Bingo-Meister? Sehr wahrscheinlich an allem und noch mehr. Da steckt ganz klar etwas emotionales drin – wie so oft in Schmalensee.
Nur die Corona-Pandemie konnte die Kette erfolgreicher Bingo-Abende unterbrechen, und im Vorjahr platzte der Saal derart aus allen Nähten, dass ein Anmeldesystem eingeführt werden musste. Sehr löblich: Wer einen Platz hatte und doch nicht kommen konnte, gab diesen zurück, sodass aus der Warteliste aufgefüllt werden konnte. Das ist reiterliche Disziplin – selbst von Nicht-Pferdemenschen.
Zwei Personen hatte Frederike Harder besonders hervorzuheben in ihrer Begrüßung, denn ohne sie wäre der Bingo-Abend nicht das, was er ist. Zum einen Bingo-Meister, Entertainer und Kugel-Jongleur „Papa“ Dierk Harder, der allein schon mit seiner unterhaltsamen Art, Bingo-Abende zu moderieren, das Startgeld wert ist (von dem aber vermutlich noch über Jahrzehnte die tausende Euro für die Anschaffung der vollautomatischen, amtlich geprüften Ziehungsmaschine abgestottert werden müssen...). Die Parole „Legende seit 10 Jahren“ hing jedenfalls günstig für den Fotografen...
Und dann ist da Nina „Hase“ Hüttinger, Schatzmeisterin der Reitsportgemeinschaft und umtriebige Einwerberin von Sponsorenpreisen. Ganze 22 Unternehmen – so viele wie nie – hatten Sachpreise und Wertgutscheine im Wert von mehreren hundert Euro zur Verfügung gestellt, damit es ein Fest würde, bei dem (zumindest in der Theorie...) niemand der Teilnehmenden leer ausgehen dürfte. Interessant dabei: Der Bingo-Kreis, den man mit dem Zirkel um Schmalensee als Mittelpunkt ziehen kann, wird immer größer – das betrifft die Herkunftsorte der Besucherinnen und Besucher ebenso wie die Adressen der Sponsoren. Die Reitsportgemeinschaft macht das Dorf überregional bekannt, zweifelsohne.
Der Bingo-Abend sei rasch erzählt – auch wenn er spät endete. Fünf Runden, in denen Bingo-Meister Dierk Harder mit Preisen nur so um sich warf, wurden ausgespielt. Natürlich war das „Schmalensee-Bingo“ wieder mit dabei, bei dem Namen und Begriffe aus Schmalensee ebenso anzukreuzen sind wie die der Sponsoren. Interessante „Beziehungsgeflechte“ schimmerten in der Runde durch, in welcher das Publikum nach namentlicher Aufforderung Nummern ansagen durfte: „War das jetzt für Dich oder die Frau neben Dir?“...
Varianten wie das Tannenbaum-Bingo oder der leere Zettel, in den man zunächst seine Nummern selbst einzutragen hatte, waren diesmal nicht dabei. Dafür strapazierte der Bingo-Meister die Nervenkostüme mit einem fast durchgängigen Ritual, das sich auf der Jagd nach dem „vollen Zettel“ etablieren sollte und selbst Monate später noch allen in Erinnerung sein dürfte, wenn sie irgendwo ein Viereck sehen: Waagerecht – oben Käse und unten Wurst, senkrecht – links Gutscheine, rechts Sachpreise...
Die viel Disziplin fordernde Regel war es aber nicht, die zum Abbruch führte. Der geschah definitiv nicht vorzeitig und auch nicht wegen Aufruhr und Unzufriedenheit der Gäste. Im Gegenteil: Diese waren am Ende einfach zu gut drauf – und sangen beim erstmals durchgeführten „Musik-Bingo“ aus vollen Kehlen, sehr text- und melodiesicher, jeden angespielten Titel mit – und wäre es nach dem oder der einen oder anderen gegangen, dann wohl stets in voller Länge.
Aber letztlich sprengte das dann doch den zeitlichen Rahmen. Weise Entscheidung aller Verantwortlichen: Nach dem Musik-Bingo war Schluss. Da war es aber auch schon deutlich nach Mitternacht, fünf Runden waren ausgespielt und letztlich verzichtete man nur noch auf die informelle Spaßrunde, in der der harte Kern „sein letztes Geld“ verjubelt – bis eine oder einer jubelt.
Dem Erfolg des Abends tat das nun aber – trotz Abbruch – keinen Abbruch, und was bleibt ist die Erinnerung an einen wieder mal gelungenen und obendrein besonderen Bingo-Abend, den die Reitsportgemeinschaft Schmalensee auf den Gemeindesaal gezaubert hat. Wünschen wir ihr (uns uns), dass es noch viele davon geben wird.
Bild zur Meldung: Ein voller Gemeindesaal beim 10. Bingo-Abend der RSG