Rüdeger Cuwie erhält Ehrenteller der Gemeinde Schmalensee

Schmalensee, den 13.​03.​2026

Die Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung am 12. März 2026 hatte einen echten Glanz- und Höhepunkt – und der hatte mal nichts mit einem Neubaugebiet, der Schmutzwasserkanalisation oder anderen „harten“ Themen zu tun. Weit vorn in der Tagesordnung tauchte der Begriff „Ehrungen“ auf – und da hatte die Gemeinde, vertreten durch Bürgermeister Dirk Griese, noch etwas nachzuholen. 

 

Am 18. September 2025 hatte es während einer Einwohnerversammlung zuletzt Ehrungen gegeben. Dierk Harder und Gerhard Frank waren damals mit Ehrentellern der Gemeinde ausgezeichnet worden. Ein weiterer Ehrenteller – natürlich mit dazugehöriger Urkunde und der Ehrennadel als sichtbares Zeichen dafür, „ausgezeichneter“ Schmalenseer zu sein, lag noch für eine dritte Person bereit, die sich aber aufgrund einer längst geplanten Reise hatte abmelden müssen. 

 

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, und nun war es endlich so weit: Unter dem Applaus der im Gemeindesaal Anwesenden konnte Dirk Griese dem langjährigen Gemeindevertreter Rüdeger Cuwie den kleinen Ehrenteller der Gemeinde überreichen. Und dieser sorgte anschließend für eine Überraschung und Premiere...

 

Die Laudatio des Bürgermeisters für Rüdeger Cuwie: 

 

Liebe Anwesende, insbesondere lieber Rüdeger,

 

ich freue mich, dass wir heute zu dieser längst fälligen Maßnahme schreiten können – nämlich einer Würdigung dessen, was Du bisher für unser Schmalensee geleistet hast und ganz offensichtlich noch zu leisten bereit bist. 

 

So geht auf Rüdeger zum Beispiel der neue Name für unseren ehemaligen Dorf-Ökopfad zurück: „Schmalenseepfad“ lautete sein Vorschlag, der nun auch Verwendung finden soll. Aber nur deshalb würdigen wir ihn heute natürlich nicht. 

 

Rein sachlich lässt sich feststellen, dass Rüdeger Cuwie von 2001 bis 2018 der Gemeindevertretung angehört hat. Aber schon seit 1998 war er Bürgerliches Ausschussmitglied. 

 

Er hat, das lässt sich aus Protokollen nachvollziehen, alle Themenfelder beackert – von Senioren, Jugend und Sport über Planung und Umwelt, Rechnungsprüfung, Finanzen, Wahlprüfung und Bauen und Wege war alles dabei. Fehlt vielleicht Ortsverschönerung und Fremdenverkehr – aber wir wissen, dass er als regelmäßiger Teilnehmer am Schmalenseer Dorfputz auch hier über Jahrzehnte festen Anteil hatte und hat. 

 

Dem Bauausschuss – diese Verkürzung mag Rüdeger eigentlich nicht – hat er in seiner letzten Wahlperiode auch vorgesessen und unter anderem den Ausbau der Belauer Straße begleitet – keiner hatte je einen so kurzen Weg zur wöchentlichen Baustellenbesprechung.

 

Ein Kuriosum darf nicht unerwähnt bleiben: Nicht seinetwegen aber dank seiner Unabhängigkeit haben wir in unserer Hauptsatzung den oder die 3. stellvertretenden Bürgermeister oder Bürgermeisterin vorgesehen – anders waren in der heißen Phase der Debatten zur Windenergie Gemeinderatssitzungen nicht zu leiten. 

 

Echte Meriten hat sich Rüdeger in der jüngeren Vergangenheit auch als Wahlleiter in der Gemeinde verdient – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die er mit all seiner Erfahrung und Umsicht stets gewissenhaft und ruhig über die Bühne bringt.

 

Seine Akribie ist wohl einzigartig. Wer genau hingeschaut hat weiß, Rüdeger bereitet sich stets gründlich vor und arbeitet nach – seine persönlichen Mitschriften von Sitzungen und Versammlungen können sicher Bände sprechen. Sein genaues Hinschauen in Haushaltsentwürfe hat der Gemeindevertretung wohl einige Male den Kopf gerettet und sein Erinnerungsvermögen hat so manche Gremiensitzung auf Kurs gehalten. 

 

Natürlich kennen wir Rüdeger auch als streitbaren Zeitgenossen, der allerdings seine Position mit Argumenten vertritt und dabei Gürtellinien achtet. Rüdeger stand stets und steht für seine Überzeugungen ein – ob im Förderverein Umgehungsstraße (FUS) oder im Ringen um die Windkraft. 

 

Schon früh haben er und seine Bruni sich darum bemüht, Überzeugungsarbeit gegen Atomkraft und für Regenerative Energien zu leisten. 2004 sorgten beide mit ihrem Blockheizkraftwerk für mediale Aufmerksamkeit, und auch Photovoltaik-Energie wurde früh auf dem Dach ihres Hauses gewonnen.

 

Rüdegers Leidenschaft für das Radfahren ist bekannt und zum Ende der aktiven Zeit in der Gemeindevertretung brachte er sich überörtlich im Radverkehrsbeirat des Kreises Segeberg ein. Aktuell unterstützt Rüdeger, wie eingangs schon angedeutet, tatkräftig die Arbeit der AG zur Erneuerung unseres Dorfökopfades – des Schmalenseepfades. 

 

Lieber Rüdeger, Schmalensee hat Dir für Deinen bisher geleisteten Dienst an der Gemeinschaft zu danken. Und die Gemeindevertretung hat sich, nicht nur, weil eine Richtlinie es verlangt, sondern aus dem tiefen Wunsch, Dein Tun zu würdigen, dazu entschlossen, Dir den kleinen Ehrenteller der Gemeinde in Verbindung mit der Ehrennadel zu verleihen. Beides darf ich Dir heute vor den Anwesenden aushändigen.

 

Die Erwiderung Rüdeger Cuwies zu seiner Ehrung – eine Widmung:

 

Durchaus haben in der Vergangenheit gemeindlich Geehrte dem Publikum noch ein paar Worte gesagt. Wer Rüdeger Cuwie kennt, weiß: Mit „ein paar“ Worten ist es nicht getan. Was er aber zu sagen hatte, bewegte die anwesenden Mitglieder der Gemeindevertretung und die Zuhörerschaft sichtlich. 

 

Er sei kein großer Freund davon, in den Mittelpunkt gestellt zu werden, noch dazu im Rahmen einer Ehrung, räumte Rüdeger Cuwie ein. Doch die Auszeichnung sei für ihn eine Gelegenheit, damit einen Appell zu verbinden. „Ich wünsche mir, dass bei der nächsten Kommunalwahl die Namen möglichst vieler junger Schmalenseerinnen und Schmalenseer auf den Vorschlagslisten stehen!“ Denn die Gemeindevertretung sei eine, wenn nicht die Keimzelle der Demokratie. „Und unsere Demokratie – das sehen wir tagtäglich in den Nachrichten – ist in Gefahr!“

 

Und so wollte Rüdeger Cuwie seine Ehrung als ein Signal und Symbol verstanden wissen: Signal im Sinne des genannten Appells, Symbol für das, was die Demokratie, insbesondere auf der kleinen Ebene der Dorfgemeinschaft, ausmache – man könne miteinander in der Sache streiten, sei aber zur gegenseitigen Wertschätzung fähig. „Darum möchte ich diesen Ehrenteller allen widmen, die dieser Gemeindevertretung nach uns angehören werden“, verbunden mit der Mahnung, die Keimzelle der Demokratie am Leben zu halten. 

 

Diese Worte wirken nach. Über den zweiten Applaus des Abends für Rüdeger Cuwie hinaus. 

 

Bild zur Meldung: Rüdeger Cuwie (li.) erhielt von Dirk Giese den Ehrenteller