Schmiedeberg: Gemeindevertretung macht Weg frei für Verkauf von Grundstücken
Was der Bau- und der Finanzausschuss in ihrer gemeinsamen Sitzung am 19. Februar 2026 zum Neubaugebiet Schmiedeberg (Bebauungsplan Nr. 8) vorberaten und zum Beschluss durch die Gemeindevertretung empfohlen hatten, ist von dieser in ihrer Sitzung am 12. März genehmigt worden.
Somit steht nun fest, welche Quadratmeterpreise aufgerufen werden. Dem Vorschlag der mit der Vermarktung beauftragten Landgesellschaft Schleswig-Holstein (LGSH) folgend wurden vier (4) Quadratmeterpreise festgelegt: In neun Fällen 150,00 Euro, in zehn Fällen 145,00 Euro, in zwei Fällen 140,00 Euro und in einem Fall 135,00 Euro. Die Staffelung orientiert sich an den Grundstückserschließungskosten durch künftige Bauherrinnen und -herren und sieht geringere Preise für Grundstücke mit deutlich höherem Aufwand vor oder auch Beeinträchtigungen aufgrund regelmäßig fällig werdender Knickpflegearbeiten durch die Gemeinde.
Sobald die Beschlüsse der Gemeindevertretung protokolliert sind, fällt der Startschuss: Die LGSH wird zunächst alle bis 6. Mai 2025 erfassten Interessenten anschreiben, die ihr Kaufinteresse bekunden und bis zu drei Grundstückswünsche äußern können. Auch müssen sie, älteren Beschlusslagen in Schmalensee folgend, ihren Schmalensee-Bezug aufzeigen. Die LGSH wird, wenn eine erste Gruppe von Bewerbungen bearbeitungsfähig ist, mit einem von der Gemeindevertretung gebildeten Auswahlkomitee durchgehen. Diesem gehören Mitglieder der Ausschüsse beziehungsweise der Gemeindevertretung an, die selbst (oder deren nahe Angehörige) keine Interessen in dem Neubaugebiet haben: Der 1. Stellvertretende Bürgermeister Christian Detlof als Leitung (3. Stellvertretende Bürgermeisterin Karolin van het Loo als Stellvertretung), Gemeindevertreter Sönke Siebke, MdL (Vertreter Christopher Brust), Ausschussmitglied Thomas Kriegbaum (Stellvertreter Nils Loenicker).
Genehmigt wurden die von der LGSH vorgelegten Kaufverträge für das Neubaugebiet.
Am 18. März wird das mit der Erschließung beauftragte Unternehmen Fuldt mit den Erschließungsarbeiten beginnen und das Baufeld räumen. Die SH Netz AG (Strom) und die Stadtwerke Neumünster (Glasfaser) wollen spätere Bauabschnitte nicht ganz außer Acht lassen und ihre Leitungen bereits so verlegen, dass diese bei Abruf komplikationslos angeschlossen werden können. Die SH Netz meldet an, dass aufgrund des Wegfalls eines Kalten Nahwärmenetzes bei allen Grundstücken eine höhere Stromabnahme – trotz PV-Anlagen auf den Dächern – zu erwarten sein wird. Dies macht den Bau einer zweiten Trafostation erforderlich. Die dafür erforderlichen 35 Quadratmeter stehen auf der am Wendehammer der Straße befindlichen Grünfläche zur Verfügung, wo ursprünglich eine Energiezentrale für das Nahwärmenetz vorgesehen war. Ab 25. März werden immer mittwochs um 9 Uhr Baubesprechungen auf der Fläche stattfinden.
Was sonst noch beraten und berichtet wurde
Ohne Vorberatung in den Fraktionen waren diese nicht bereit, eine von der Verwaltung vorgelegte überarbeitete Version der Geschäftsordnung der Gemeindevertretung „durchzuwinken“. Der Entwurf entspricht zwar einem Vorschlag des schleswig-holsteinischen Gemeindetages – mehr aber auch nicht. Vorbehalte hat die Vertretung unter anderem gegen Forderungen technischer Art, um eine Übertragung von Sitzungen sicherzustellen, oder auch Punkte zum Rede- beziehungsweise Fragerecht der Gemeindevertreterinnen und -vertreter.
Der Gemeindevertretung folgte der Empfehlung des Bauausschusses, Ingenieursleistungen im Zusammenhang mit der Betreuung des gemeindeeigenen Wasserversorgungsnetzes zu beauftragen.
Und außerdem soll der alte Kommunaltraktor der Gemeinde (Marke Kubota) veräußert werden. Als Mindestgebot wurden 5000 Euro beschlossen – laut Bürgermeister Dirk Griese gibt es Interessenten im Umfeld der Gemeinde.
Nicht zu übersehen sind die Arbeiten des Unternehmens Rehse in der Damsdorfer Straße. Dort wird eine Abwasserdruckrohrleitung zur Entwässerung des Neubaugebietes Schmiedeberg gebaut, die auf Höhe des Grundstücks Dorfstraße 9 an die Hauptleitung zum Klärwerk Bornhöved angeschlossen wird. Im günstigsten Fall, so der Bericht des Bürgermeisters, wird man ohne temporäre Vollsperrung der Straße auskommen. Bis zu den Osterferien hofft man die Arbeiten beendet zu haben.
Danach wird es erforderlich sein, den Containerplatz in der Damsdorfer Straße zu verlegen – allerdings soll dieser nur wenige Meter vom jetzigen Standort entfernt auf einer zweiten Freifläche eingerichtet werden.
In der Sporthalle sind die Strahler der Hallenbeleuchtung ausgetauscht worden. Die Kosten teilen sich Gemeinde und Sportverein. Einige Strahler der vorherigen Anlage waren ausgefallen – die noch funktionsfähigen sollen veräußert werden.
Kommunale Wärmeplanung: Befassen muss sich die Gemeinde in naher Zukunft mit der Frage der Klimaneutralität in öffentlichen Gebäuden (bis 2040) – während es für Schmalensee generell kein Wärmenetz geben wird.
Thema ist bereits im Hintergrund der Zivil- und Katastrophenschutz. Hier wird sich die Gemeindevertretung vermutlich ab der zweiten Jahreshälfte mit verschiedenen Inhalten auseinandersetzen müssen.
Auch der Kiesabbau wird Schmalensee in neuer Dimension beschäftigen. Auf Stockseer Seite soll ein Gelände ausgebaut werden, dessen Ausbeute über die Stockseer Straße und somit über Schmalensee mit Ziel A21 abgefahren werden wird. In einem informellen Gespräch haben sich die Bürgermeister beider Gemeinden dazu ausgetauscht, wie man in Sachen Teilflächennutzungsplan Kies vorgehen sollte. Begleitet werden beide vom Lübecker Büro Prokom. Hier ist die Einbindung der Einwohnerschaft zu erwarten.
(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit; zur Ehrung für Rüdeger Cuwie und zum Schmalenseepfad wurde bereits berichtet.)
Bild zur Meldung: Der Kubota-Traktor soll veräußert werden