April-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1
Immer am 1. und am 15. Tag eines Monats wollen wir auf der Schmalenseer Gemeinde-Homepage den Blick in die Vergangenheit schweifen lassen. Alte Zeitungen und viele weitere Quellen, darunter Protokolle und Erinnerungen, liefern den Stoff für Meldungen. Dass diese zu einem großen Teil nicht ohne Erklärung wiedergegeben werden können, versteht sich von selbst. Und auch der Blick auf Nachbarorte, das Kirchspiel oder das Amt sowie auf den Kreis lohnt mitunter, denn Schmalenseer haben schon immer gern im Ehrenamt auf verschiedenen Ebenen gewichtige Rollen eingenommen. Ziel des Ganzen ist, der treuen Leserschaft historische Unterhaltung zu bieten. Hier ist der erste Teil für den Monat April.
Ab sofort termingerechte Zeitung: Da beim Bornhöveder Postamt ab dem 1. April 1906, vor 120 Jahren, ein weiterer Landbriefträger seinen Dienst aufnimmt, kann nun zwei Mal am Tag die Post in Bornhöved und Umgebung ausgetragen werden. Für Abonnenten des Segeberger Kreis- und Tageblatts in Schmalensee, Gönnebek, Tarbek, Damsdorf, Tensfeld und Ruhwinkel heißt dieses, dass sie die Zeitung ab sofort schon am Ausgabetag erhalten. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie bisher erst am Folgetag in die Briefkästen kam. Wichtig zu wissen: Lange wurden Zeitungen am Ausgabetag gedruckt und tagsüber zugestellt, nicht in den frühen Morgenstunden.
Eine Verkehrsbeobachtung vor 25 Jahren: Mitglieder und Unterstützer des Fördervereins Umgehungsstraße Schmalensee (FUS) werten am 2. April 2001 die Anzeigen einer Geschwindigkeitsmessanlage in der Ortsdurchfahrt aus, indem sie Strichlisten für das je Fahrzeug angezeigte Tempo führen. Demnach passieren an diesem Montag zwischen 6 und 21 Uhr 2297 Fahrzeuge die FUS-Posten. 1304 davon, das sind 56,77 Prozent, fahren zwischen 30 und 39 Stundenkilometer, weitere 799 (34,78 Prozent) fahren 40 bis 49 km/h und 169 (7,36) 50 bis 59 km/h.
Eine Tafel für die Gefallenen: In der Kirche zu Bornhöved findet am 3. April 1921, vor 105 Jahren, die feierliche Enthüllung einer Tafel mit den Namen der Gefallenen des Kirchspiels statt. Alle militärischen Vereine ziehen mit ihren Fahnen in die Kirche ein. Aus Platzgründen hat Pastor Schlüter im Vorwege dazu aufgefordert, keine Kinder mit in den Gottesdienst zu bringen. Mit den Worten „Fest und unerschütterlich stehen unsere Eichen, fest und unerschütterlich standen unsere Feldgrauen, sie waren getreu bis in den Tod!“, lässt Schlüter die Tafel enthüllen. Die Gesamtkosten der Tafel betragen 10.000 Mark, von denen bereits 6703 Mark an Spenden eingegangen sind. Nach dem Gottesdienst, dem ein zweitägiges Choralblasen vom Kirchturm voraus ging, werden weitere Spendengelder gesammelt und Postkarten von der Gedenktafel verkauft. Für die Errichtung eines Gefallenendenkmals kommen 1900 RM zusammen. Außerdem hat Pastor Schlüter 2000 RM vom schwedischen Husarenregiment „Kronprinz“ aus Malmö erhalten: „Für das Denkmal der Gefallenen in der Kirchengemeinde zu Bornhöved mit herzlichen Grüßen!“, heißt es im Anschreiben.
Feuerwehrball hat ein Nachspiel: Im Gasthof Voß findet am 3. April 1971, vor 55 Jahren, der Schmalenseer Feuerwehrball statt. Dieser hat ein Nachspiel: Plakate hierfür waren im März 1971 von Kameraden der Wehr außerhalb geschlossener Ortschaften angebracht worden. Nach Schriftwechsel mit dem stellvertretenden Wehrführer Helmut Nagel, in dem dieser sich beziehungsweise die Wehr von Seiten der Polizei ungerecht behandelt fühlt, wird das vom Kreis Plön angestrengte Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Wehr am 24. Mai 1971 eingestellt.
Jannis Nagel und sein Trecker: Die Segeberger Zeitung berichtet am 3. April 2021, vor 5 Jahren, über den 15-jährigen Schmalenseer Jannis Nagel. Dieser hat nach über eineinhalbjähriger Arbeit, unterstützt von Freunden und Förderern, einen 1961er McCormick-Traktor restauriert und fahrbereit gemacht. Das nächste Ziel ist der Erwerb des Führerscheins, um mit 16 Jahren zur Richard-Hallmann-Schule nach Trappenkamp fahren zu können. Dort will Jannis Nagel 2022 seinen Mittleren Schulabschluss (MSA) ablegen und eine Lehre als Land- und Baumaschinen-Mechatroniker antreten. Wenige Tage später meldet sich der Norddeutsche Rundfunk bei Jannis: Man möchte über ihn im Fernsehen berichten. Auch die BILD wird Verbindung zu dem jungen Mann vom Hirtenweg aufnehmen.
Ein „Warnschuss“ für den Bürgermeister?: Die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung, von der am 7. April 1966, vor 60 Jahren, in der Segeberger Zeitung zu lesen ist, bestätigt Helmuth Saggau mit den fünf Stimmen der Wählergemeinschaft, bei vier Enthaltungen seitens der SPD-Mitglieder, im Amt des Bürgermeisters. Friedrich Bollbuck (SPD) wird mit sieben Ja- und einer Nein-Stimme zum Ersten Stellvertretenden Bürgermeister gewählt, Zweiter Stellvertreter wird mit demselben Stimmenverhältnis Hermann Cornehls (WG). Neue Gemeindevertreter sind Jürgen Stegelmann (WG) und Hermann Heiden (SPD). Friedrich Bollbuck fordert, dass mehr vorbereitende Arbeiten in die Ausschüsse verlagert werden sollen. Möglicherweise sollten die Stimmenthaltungen bei der Bürgermeisterwahl dieser Forderung Nachdruck verleihen.
Zwei Schmalenseerinnen im Sattel: Reiterin Beeke Kaack aus Schmalensee, für die Turnierreitsportgemeinschaft Holstenhallen Neumünster im Sattel, gewinnt am 8. April 2001, vor 25 Jahren, bei der Bad Segeberger Frühjahrsvielseitigkeit die 3. Abteilung der Klasse L (Geburtsjahrgänge 1972-1979) mit Elliot und schafft drei weitere gute Platzierungen. Sachpreise und ein Preisgeld von 220 DM, vor allem aber Prestige und Motivation für die beginnende Saison sind der Lohn. Mit Frederike Harder (RV Bornhöved) ist eine weitere Schmalenseerin auf der Ihlheide am Start. Mit Kiwi wird sie Fünfte der 1. Abteilung der Klasse A für Junioren und Junge Reiter.
Landjugend im Porträt: Das Bauernblatt veröffentlicht am 10. April 1976, vor 50 Jahren, ein Kurzporträt der Landjugendgruppe Schmalensee. Als Gründungsjahr wird 1954 genannt, während Aufzeichnungen der Gruppe auf 1953 verweisen. 1976 hat die Gruppe 51 aktive, davon 19 weibliche Mitglieder. Offizieller Gruppenraum ist der Gasthof Voß, in dem an jedem Donnerstag um 20 Uhr Treffen stattfinden. Themen der Abende sind „Diskussionen, Jugendkriminalität, Wehrdienst, Jugendarbeitslosigkeit usw.“, dazu „Quiz, Nachtwanderungen, Spielparties, Kegeln, Rudern, Vorträge“. Als besondere Aktivitäten werden viertägige Fahrten zu anderen Gruppen, Tagesausflüge, Theaterbesuche, Kegelfest, Silvesterfeier, Faschingsfeier und Tanzkursus genannt. Aktuelle Vorsitzende sind Heiko Rahlf aus Seedorf-Aukamp und Margret Scheel, die derzeit im Müttergenesungsheim Schmalensee tätig ist.
Gemeindethemen vor 25 Jahren: Sitzung der Gemeindevertretung am 10. April 2001. Der Kieslastverkehr bereitet der Kommune Sorgen und eine Ortsumgehung ist weiter nicht in Sicht. Immerhin rechnet Bürgermeister Hans Siebke nun damit, dass eine Umgehungsstraße im Zuge der B430 im Jahr 2003 wieder in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden wird. Ärger gibt es mit den im Ort aufgestellten Wertstoffcontainern, die immer wieder mit Müll verunreinigt werden, vor allem Papier. Der WZV hat darüber mehrfach geklagt. Die Gemeinde vermutet, dass vor allem Bürger aus Orten ohne Container in Schmalensee ihre Abfälle los werden. Die Freiwillige Feuerwehr soll mit hitzebeständigen Jacken und Handschuhen für ihre Atemschutzgeräteträger ausgestattet werden. Weiterhin ist geplant, einen Abdichtungsball zu beschaffen, mit dem die Brandschützer im Fall eines Öl- oder Gülleunfalls den Ablauf am Regenrückhaltebecken verschließen können. Verabschiedet wird die SPD-Gemeindevertreterin Ivone Stankhoff-Geest, die ihr Mandat niedergelegt hat. Für sie rückt Rüdeger Cuwie in die Gemeindevertretung nach.
Vor 35 Jahren waren die „fetten Jahre“ vorbei: Die Segeberger Zeitung berichtet am 11. April 1991 vom Segeberger Gemeindetag. Vor diesem stellt Landrat Georg Gorrissen ein Umdenken in der Finanzierung der Kreispolitik in Aussicht. Eine Verteilung von Zuschüssen nach dem „Gießkannenprinzip“ sei nicht mehr umzusetzen. Es müssten Schlüssel zur Mittelverteilung entwickelt werden. Die Kreisumlage soll 1992 von 26 auf 28 Prozent angehoben werden, was zusätzliche 5,2 Millionen DM in die Kreiskasse spülen soll.
Wege beschäftigen die Gemeindevertretung: Im Gasthof Voß findet am 12. April 1961, vor 65 Jahren, eine Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung statt. Die Ergiebigkeit des Wasserwerkes soll überprüft werden. Außerdem werden Ausbesserungsarbeiten für die Wege nach Tarbek und Damsdorf besprochen. Während die Zuwegung zum neuen Siedlungsgebiet am Ringreiterplatz vom Wege-Zweckverband des Kreises vorgenommen wird, stehen kaum Finanzmittel für übrige Wege zur Verfügung, sodass man sich mit dem Ankauf von Kies aus der „Kreisgrube“ Damsdorf behelfen will.
Alarm in Schmalensee: Die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee lädt am 12. April 1986, vor 40 Jahren, zum Ball mit Tombola und Theaterstück in den Gasthof Voß ein. Gespielt wird das lustige Schauspiel „Alarm in Schmalensee“. Unter der Leitung von Gerhard Mühlenberg spielen Werner Suhr, Wolfgang Hahne, Uwe Nagel, Egon Blitza und Annegret Voß vor dem vollbesetzten Saal.
Feuerwehr übte im Müttergenesungsheim: Am 13. April 1981, vor 45 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung von einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee am mit 45 Gästen belegten Mütterkurheim in der Belauer Straße. Unter der Einsatzleitung von Gemeindewehrführer Burkhard Saggau kommt neben der Schmalenseer Wehr auch die Freiwillige Feuerwehr Belau zum Einsatz. Aus Bornhöved ist zudem schwerer Atemschutz dabei und die Trappenkamper Kameraden führen ihr Sprungkissen heran. Feuerwehrmann Michael Radloff aus Schmalensee probiert dieses aus und wagt gleich zwei Sprünge aus dem Obergeschoss des Gebäudes. Unter den Augen von Amtswehrführer Heinz Kewitz aus Damsdorf verläuft die Übung zur vollen Zufriedenheit. Vor allem der Aufbau einer Wasserversorgung macht aufgrund der Lage am See keinerlei Probleme.
Kleine Sportfreunde suchen Ostereier: Der SV Schmalensee veranstaltet am 14. April 2001, vor 25 Jahren, auf dem Sportgelände ein Ostereiersuchen für die Kinder des Dorfes mit anschließendem Grillen. Ursprünglich sollte die Veranstaltung an der Badestelle am See stattfinden, doch aus Sorge vor Wetterkapriolen weicht man nach dorthin aus, wo die Kinder bei Regen auch in der Sporthalle beschäftigt werden könnten. 25 kleine SVS-Sportfreunde sind gekommen und machen sich auf die Suche nach versteckten Naschtüten. Nachdem im Vorjahr die erste Auflage des Ostereiersuchens noch zusammen mit dem Förderverein Umgehungsstraße Schmalensee (FUS) stattfand, ist der SVS nun alleiniger Veranstalter.
Wählen und Spenden in einem: Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt berichtet am 15. April 1871, vor 155 Jahren, von einer Sonderaktion bei der am 3. März durchgeführten Reichstagswahl. Auf Veranlassung des Segeberger Landrates von Gayl hatten die Wahlvorsteher in den Gemeinden Sammelbüchsen aufgestellt, um Spenden für im Krieg mit Frankreich verwundete und erkrankte Soldaten zu sammeln. In Schmalensee wurden 2 Taler und 16 Groschen gespendet. In Bornhöved 7 Taler, 14 Groschen; Gönnebek 7 Taler, 12 Groschen. Im Kreis Segeberg (Wahlkreise 6 und 9) kamen insgesamt 354 Taler und 10 Groschen zusammen.
Kleine April-Meldungen des Jahres 1931: Im Segeberger Kreis- und Tageblatt ist vor 95 Jahren zu lesen, dass Lina Bockholt aus Elmschenhagen ab 1. April als Gemeindeschwester beim Vaterländischen Frauenverein für Bornhöved und Schmalensee angestellt ist. Beim Landmann Peter Nagel wurde ein Fahrrad von der Diele gestohlen. Man nimmt an, dass sich der Dieb am Abend einschlich und versteckt hat (2. April). Ein weiblicher Fürsorgezögling aus Hamburg, seit drei Tagen in Stellung bei einem Landmann Saggau, entfernt sich heimlich von der Arbeitsstelle. Die Spur führt nach Kiel, da das Mädchen den Zug von Bornhöved genommen hat (2. April).
Kleine April-Meldungen des Jahres 1936: Im Segeberger Kreis- und Tageblatt ist vor 90 Jahren zu lesen, dass in diesem Jahr die Schmalenseer Konfirmandinnen und Konfirmanden Anne Burmeister, Karla Sievers, Erwin Staben, Adolf Wendt und Hans Bock heißen (6. April). Ein Sonderautobus mit Anhänger bringt am 8. April zahlreiche Schmalenseer nach Neumünster zum Zirkus Sarasani. Der Arbeiter Johannes Behrend kauft von Theodor Schnohr sen. ein an der Dorfstraße gelegenes Baugrundstück. Im Herbst soll dort ein bezugsfertiges Haus stehen (9. April). Beim Gärtner Hahne werden Kartoffeln und beim Bäcker Suhl Briketts gestohlen. Der Berichterstatter aus Schmalensee stellt fest, dass nur noch das Wasser zum Kochen fehle (9. April). In Schmalensee kam es zum Zusammenprall eines Motorrads mit einem Ackergespann. Fahrer und Beifahrer des Motorrades werden verletzt (15. April).
Bild zur Meldung: Ostereiersuche beim SVS, 14.04.2001