April-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​04.​2026

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat April.

 

Schmalenseer Köpfe vor 40 Jahren: Am 15. April 1986 findet die konstituierende Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl statt. In dieser bleibt fast alles unverändert. Hans Siebke wird zum dritten Mal zum Bürgermeister gewählt. Seine Stellvertreter werden Klaus Stegelmann (CDU) und Hermann Griese (WGS). Die Vorsitze in den Ausschüssen gehen an Hans-Peter Bobzien (CDU, Finanzen), Jürgen Stegelmann (CDU, Bauen), Werner Suhr (CDU, Wege, Ortsverschönerung), Heinz Kasch (SPD, Wasser) und Klaus Stegelmann (CDU, Sport). Jürgen Stegelmann, Gerhard Mühlenberg und Heinz Kasch bilden den Wahlprüfungsausschuss. Als zweites Mitglied für die Schulverbandsvertretung neben Hans Siebke (CDU) wird Gerhard Mühlenberg gewählt.  Nachdem Hans Voß nicht mehr für das Amt des Naturschutzbeauftragten zur Verfügung gestanden hat, kommt es zu einer Kampfabstimmung, in der die CDU Wilfried Herbst gegen den WGS-Bewerber Hans-Jürgen Harder durchsetzt. Die von der Freiwilligen Feuerwehr vollzogene Wiederwahl von Wehrführer Burkhard Saggau wird bestätigt. 

 

Dorfputz vor 10 Jahren: Dorfputz in Schmalensee. Der Verschönerungs- und Vogelschießerverein veranstaltet diesen am 16. April 2016 zusammen mit der Gemeinde. Kurze Regenschauer können fast 30 Kinder und ebenso viele Erwachsene nicht davon abhalten, sich freiwillig aufzumachen und den achtlos weggeworfenen Müll aus der Feldmark zu sammeln. Unterstützt von vier Landwirten mit ihren Trecker-Gespannen machen sich die Gruppen auf den Weg und finden so erfreulich wenige Abfälle wie wohl nie zuvor. Die anschließende Erbsensuppe vom Gasthof Voß, dazu leckere Würstchen, Pommes und Kuchen auf dem Hof bei VVV-Kassenwartin Birte Saggau haben sich dennoch alle redlich verdient. 

 

Rabiate Gönnebeker vor 90 Jahren: Die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung berichtet am 1. April 1936 aus dem Gericht in Neumünster zu einem Fall aus Gönnebek. „Achtet die Landhelfer! Einen unverständlichen Haß hegen die jungen Leute in dem Dorfe Gönnebek gegen die aus Westfalen und dem Rheinland kommenden Landhelfer. Ein aus Gelsenkirchen kommender Landhelfer mußte diese traurige Erfahrung machen. Als er eines Tages beim Skat 3 Mark gewonnen hatte, wurde ihm eine tüchtige Tracht Prügel geschworen, die auch nicht lange auf sich warten ließ und sehr blutig verlief. Außerdem wurde ihm Falschspielerei und Sonstiges vorgeworfen. Fünf junge Gönnebeker mußten sich nun vor dem Richter verantworten, wo sie als begossene Pudel dastanden und zu je 25 RM. Geldstrafe verurteilt wurden. Ein besonders rauer Geselle scheint jedoch der Angeklagte Otto Krück zu sein. Seine Gefühlsrohheit drückt sich darin aus, daß er sich nachts in die Kammer eines Landhelfers aus Hamburg schlich und diesem Pfeffer in die Augen streute. Der arme Landhelfer lief tagelang mit geschwollenen und schmerzenden Augen herum. Kr. kam für diese Rohheit mit einer zusätzlichen Geldstrafe von 40 RM. noch verhältnismäßig glimpflich davon.“

 

Kriegslärm rund um Schmalensee vor 65 Jahren: Das Panzerbataillon 184 aus Neumünster unternimmt am 17. April 1961 einen Gefechtsmarsch über Bornhöved und Dorf Berlin nach Putlos an der Ostsee. Unterwegs werden immer wieder Tiefflieger- und Panzerangriffe geprobt. Der Rückmarsch erfolgt am 20. April. Schmalensee ist nicht direkt von den Übungsaktivitäten betroffen. Doch zahlreiche Anflüge durch Düsenjäger und Hubschrauber sind nicht zu übersehen bzw. zu überhören.

 

Feuerwehr-Bedürfnisse vor 135 Jahren: Als am 21. April 1891 eine Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee stattfindet, muss sie sich, nicht zum ersten Mal, mit der Frage des Vorspannwesens befassen. Die Frage, welche Pferde bei Alarmierung die Spritze ziehen, bedarf einer Regelung, um die der Gemeindevorsteher ersucht wird. Die Spritze selbst soll mit einem Leuchtgeschirr und jeder Abteilungsführer mit einer Laterne ausgestattet werden. Außerdem haben sich die Signalhörner, mit denen im Dorf Alarm gegeben wird, als unbrauchbar erwiesen und müssen ausgetauscht werden. 

 

Aufstieg der Schmalenseer Tischtennismannschaft: Mit 21:9 Punkten aus 15 Spielen wird die Mannschaft des TTV Schmalensee Zweiter der 2. Tischtennis-Kreisklasse und ist damit laut Meldung der Segeberger Zeitung vom 22. April 1971, vor 55 Jahren, Aufsteiger in die 1. Kreisklasse Segeberg. 

 

Zukunftspläne für die heimische Landwirtschaft 1941: Im Rahmen der „Erzeugungsschlacht“ sollen laut Bericht im Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 24. April 1941, vor 85 Jahren Schleswig-Holsteins Dörfer „aufgerüstet“ werden. Da weitestgehend jahrhundertealte Höfe bestehen, erfordern diese gegenüber modernen Wirtschaftsbetrieben oft die dreifache Arbeitsleistung. Die Schaffung neuzeitlicher Betriebe wiederum könne zur Auflockerung der Dörfer führen. Auch sei unbedingt im Bereich der Landwirtschaftstechnik zu investieren. Der Bedarf an Investitionen umfasst nach Schätzungen über 40 Milliarden Reichsmark, die weitestgehend „nach dem baldigen Kriegsende“ auf zehn Jahre verteilt zum Einsatz kommen sollen. 

 

Drei Schmalenseer kandidieren für den Kreistag: Bei der Kreiswahl am 29. April 1951, vor 75 Jahren, gehört Schmalensee neben Stocksee (noch inklusive Damsdorf), Tensfeld, Blunk, Nehms und Krems II zum Wahlbezirk 1, „Stocksee“. (Bornhöved, Tarbek und Gönnebek bilden den Wahlkreis 2 „Bornhöved“). Bewerber um ein Direktmandat im Wahlbezirk 1 sind gleich drei Schmalenseer, nämlich sowohl Bürgermeister Heinrich Hamann (SPD) als auch Artur Masch (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten – BHE) und Hugo Saggau (Wählervereinigung VKW), der von CDU, DP und FDP unterstützt wird. Hugo Saggau gewinnt das Direktmandat mit 870 Stimmen vor Masch (693) und Hamann (451). In Schmalensee erhält Saggau allerdings weniger Stimmen als der Bürgermeister. Hier entfallen auf Heinrich Hamann 131 Stimmen gegenüber 101 für Hugo Saggau und 60 für Arthur Masch.

 

Landfrauen vor 90 Jahren: In Heins Gasthof hat laut Bericht im Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 30. April 1936 eine Tagung der Bäuerinnen und Landfrauen des Bezirks Bornhöved stattgefunden. NS-Frauenschaftsleiterin Anni Kloppmann begrüßte unter anderem die Bezirksbäuerin Ella Stegelmann aus Schmalensee. Lehrer Trenktrog (Gönnebek), Amtsleiter des NS-Lehrerbundes, Ortsverband Bornhöved, hält einen Vortrag unter dem Titel „Bauernschicksal ist Volksschicksal“. Ein weiterer Vortrag dreht sich um „Gartengemüsebau und Obstbaumpflege“. Die Kapelle der Ortsgruppe der NSDAP und Volkstänze der Jungmädel sorgen für Unterhaltung. 

 

Aus dem Landtagswahlkampf 1971: Vor 55 Jahren betreiben die Parteien einen intensiven Kampf um die Mandate im schleswig-holsteinischen Landtag. Ministerpräsident Dr. Helmut Lemke stellt sich am 16. April 1971 einer Telefonaktion: Interessierte Bürgerinnen und Bürger können Fragen stellen. Einer der Anrufer ist ein junger Landwirt aus Schmalensee. Hans Siebke (gerade Vorsitzender der Jungen Union in Bornhöved und Umgebung geworden) erkundigt sich über die Anhebung der Mehrwertsteuer für die Landwirtschaft und die mögliche Abhängigkeit der Förderung von der Betriebsgröße. Beide Fragen werden offenbar zu seiner Zufriedenheit beantwortet. In Trappenkamp spricht am 21. April der ehemalige Bundeskanzler Dr. Kurt-Georg Kiesinger auf dem Marktplatz für die CDU zu den Wählerinnen und Wählern. Bereits am 15. April tritt CDU-Ministerpräsident Dr. Helmut Lemke an der Seite seines rheinland-pfälzischen Kollegen Dr. Helmut Kohl in Bad Segeberg auf. Am 16. April ist der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der FDP, Alfred Ollesch, in Bornhöved zu Gast. Insgesamt betreiben die Parteien den Wahlkampf noch massiver als 1967. Die Inhalte der Anzeigen werden bissiger, die Abgrenzung zueinander deutlicher. Neben der großen Präsenz von CDU und SPD in den Tageszeitungen macht besonders die NPD auf sich aufmerksam.

Die Christdemokraten erringen am 25. April 1971 die absolute Mehrheit, Gerhard Stoltenberg wird mit 42 Jahren Ministerpräsident. In Schmalensee gehen 246 von 280 Wahlberechtigten an die Urne. 150 wählen CDU, 82 SPD, 9 FDP und 2 NPD. Drei Stimmzettel sind ungültig. 

 

Kleine April-Meldungen des Jahres 1931: Im Segeberger Kreis- und Tageblatt ist vor 95 Jahren zu lesen, dass die Bornhöveder Ortsgruppe des Stahlhelm, des Bundes der Frontsoldaten, im Gasthof Zur Post eine öffentliche Versammlung abgehalten hat, deren Besucher von Otto Saggau aus Schmalensee begrüßt wurden. Mehrere Redner des Abends appellierten an die zahlreichen Zuhörer, sich einem vom Stahlhelm initiierten Volksbegehren zur Auflösung des Preußischen Landtages anzuschließen (15. April). In der Provinz Schleswig-Holstein beteiligen sich fast 286.000 Personen daran. In Schmalensee tragen sich 106 Stimmberechtigte in die Unterschriftenliste ein (22. April). Einem Pensionsinhaber St. [vermutlich Stegelmann im Belauer Weg] in Schmalensee wurden nachts die Hühner gestohlen (18. April). 

 

Kleine April-Meldungen des Jahres 1936: Im Segeberger Kreis- und Tageblatt ist vor 90 Jahren zu lesen, dass die NS-Kulturgemeinde, Ortsverband Neumünster, in Schmalensee 18 Mitglieder hat. Zum letzten Theaterbesuch der Saison geht es am 16. April mit dem Autobus nach Kiel, wo im Städtischen Theater Beethovens Oper „Fidelio“ aufgeführt wird. In Schmalensee kam es zum Zusammenprall eines Motorrads mit einem Ackergespann. Fahrer und Beifahrer des Motorrades werden verletzt (15. April). In Heins Gasthof findet die Musterung der Wehrpflichtigen aus Bornhöved, Gönnebek, Schmalensee, Stocksee, Damsdorf, Tarbek, Tensfeld, Rickling und Daldorf statt (17. April). 

 

Schmalenseer Rinderzüchter vor 55 Jahren: Die 101. Generalversammlung des Kreisverbandes Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner am 23. April 1971 verabschiedet den Schmalenseer Hugo Saggau aus dem Amt des Vorsitzenden. Sein Nachfolger wird der Bebenseer Hugo Möller. 25 Jahre lang führte Hugo Saggau die Schwarzbunten im Kreis Segeberg, wofür er nun zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird. Der Rinderbesamungsverein des Kreises Segeberg verzeichnet laut Segeberger eitung vom 30. April 1971 aufgrund eines unvorhergesehenen Rückganges der Bestände an Kühen und Färsen erstmals Verluste in seiner Jahresrechnung. Die Kreisversammlung wählt Reimer Saggau aus Schmalensee zum Rechnungsprüfer und Hans Siebke zu einem der Abgeordneten zum Zentralbesamungsverein (ZBV) Schönböken. 

 

 

Bild zur Meldung: Konstituierung der Gemeindevertretung, SZ 17.04.1986

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