Feuerwehren übten am 14. April: Personenrettung auf Hippe-Areal und im See

Schmalensee, den 19.​04.​2026

Wenn Einsatzfahrzeuge gleich mehrerer Feuerwehren unter Einsatz von Blaulicht und Signalhorn durch das Dorf fahren, ist das für viele kein gutes Zeichen, denn es verheißt, dass etwas Schlimmes geschehen ist. Doch häufiger, als für einen „scharfen“ Einsatz, bedeuten diese Signale in Schmalensee darauf, dass hier mehrere Feuerwehren gemeinsam trainieren. So auch am vergangenen Dienstag, 14. April. 

 

Der erste von drei gemeinsamen, über das Jahr verteilten Übungsabenden der Freiwilligen Feuerwehren aus Schmalensee, Belau und Kalübbe, fand hier statt. Gewählt wurde die Option, ein Übungsszenario bewältigen zu lassen – bei vergangenen gemeinsamen Dienstabenden hat es alternativ auch schon Stationskreisläufe gegeben. Bei Übungen gilt die Verabredung: Die gastgebende Wehr richtet das Szenario aus, einer der Wehrführer von außerhalb übernimmt die Einsatzleitung. 

 

Umfangreiches Szenario für Einsatzleitung und Mannschaft

 

In diesem Fall war es Belaus Wehrführer Jörg Schlüter, der etwa 40 Einsatzkräfte mit fünf Einsatzfahrzeugen zur Verfügung hatte, um das von der Schmalenseer Wehr, namentlich Gruppenführer Christopher Orth von Dach und einem Leitungsteam erdachte Szenario zu bewältigen. Geschildert wurde dieses mittels eingespielten Notrufs: „Rauchentwicklung auf dem Areal der Zimmerei Hippe im Grasweg, gemeldet sind sieben vermisste Personen!“

 

Somit war der Einsatzleitung klar: Der Einsatz von Kräften unter Atemschutz ist zur Personenrettung erforderlich, da man von Atemgiften, insbesondere in den Betriebsgebäuden ausgehen muss. Ein Sammelplatz für aufgefundene und sehr vermutlich verletzte Personen ist einzurichten und zu betreiben. Außerdem ist bei erkanntem Feuer ein Schnellangriff (Wasser aus dem Tank des Löschfahrzeugs) mit gleichzeitigem Aufbau einer stabilen Wasserversorgung (Wasser aus dem Oberflurhydranten im Grasweg, unmittelbar vor dem Firmengelände) notwendig. 

 

Jörg Schlüter in der Abschlussbesprechung: „Anfangs hatte ich es mit einer fast üblichen Chaosphase zu tun. Aber eine gründliche Erkundung und die Einteilung der Kräfte durch die Gruppenführer im Hintergrund beendeten diese schnell. Das Feuer hatten wir schnell im Griff und es standen genügend PA-Kräfte (Pressluftatmer) zur Verfügung.“ Um auf dem großen Firmenareal und angesichts mehrerer auf vermisste Personen abzusuchender Gebäude den Überblick zu gewährleisten, fungierte Kalübbes Wehrführer David Glaser als stellvertretender Einsatzleiter. (Die Schmalenseer Mannschaft wurde vom stellvertretenden Wehrführer Steffen Usbeck – nun in der Rolle des Gruppenführers – geleitet.)

 

Bei Hippe alles im Griff, doch dann kommt die Überraschung

 

Die Handgriffe saßen, mit einer Gruppe konnte das – zu Übungszwecken natürlich abseits der Gebäude entzündete – Feuer effektiv bekämpft werden. Die Pressluftatmerinnen und -atmer hatten rasch die größere Halle der Zimmerei abgesucht und drei Personen gefunden: Zwei im Lager, eine, die reanimiert werden musste, neben der großen Säge. 

 

Schon wandten sich die Einsatzkräfte der zweiten Halle zu, deren Tore verschlossen waren, so dass der Seiteneingang geöffnet werden musste. Eine offenbar von innen verschlossene Tür wurde mittels Übungstür-Bauzaun-Konstruktion simuliert. Nachdem der Einsatz filigraner Geräte zum Herausziehen des Schließzylinders fehlschlug, wurde die rabiatere Methode freigegeben: Aufbrechen. Das Ergebnis: weitere drei Personen wurden aufgespürt und bis zum (angenommenen) Eintreffen des Rettungsdienstes versorgt. 

 

Drei plus drei macht nicht sieben: Noch während die Personensuche in Halle 2 lief, wurde Einsatzleiter Jörg Schlüter mit einem ergänzenden Notruf konfrontiert: Eine offenbar panische Person hatte ich vom Firmengelände entfernt und war zur Badestelle gelangt und in den Schmalensee gesprungen. Die neu entstandene Notlage erforderte einen dritten Einsatzabschnitt: Wasserrettung. 

 

Rasch wurde eine gemischte Gruppe unter Führung von Steffen Usbeck (ortskundig) mit einem der Mannschaftstransportwagen zum Schmalenseer Feuerwehrgerätehaus geschickt, um das erforderliche Equipment zu holen, dann ging es zur Badestelle. Ein Kamerad begab sich auf dem Wasserweg im Rettungsanzug, durch eine Leine gesichert, zu der verunglückten Person, die durch das Einholen der Leine mit ihm an Land und in Sicherheit gebracht werden konnte. Einsatzende. 

 

Lobes- und Dankesworte zum Schluss 

 

In der Abschlussbesprechung, die natürlich nicht ohne die obligatorische Wurst vom Grill stattfand, konnte unter dem Strich ein positives Fazit geschlossen werden – auch wenn das Einsatzfahrzeug auf dem Weg zur Badestelle von einem Poller ausgebremst wurde, für den kein Schlüssel an Bord war (der Fußweg war nur kurz). Jörg Schlüter war insgesamt mit der Art und Geschwindigkeit der Bewältigung aller Aufgaben zufrieden und dankte allen Einsatzkräften der drei Wehren für ihre gute Mit- und Zusammenarbeit. 

 

Auch Christopher Orth von Dach zeigte sich zufrieden. Wie immer, so der Übungsleiter, kam es, insbesondere mit Beginn des Einsatzes, auf eine funktionierende Kommunikation an. 

 

Und Firmenchef Frank Mühlenberg, selbst Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Schmalensee, auf dessen Gelände nicht zum ersten Mal geübt wurde, sprach ebenfalls einen Dank aus dafür, dass sich die Wehren mit dem Areal erneut vertraut gemacht hatten. „Man darf den Fall der Fälle nie ausschließen. Und Abende wie diese vermitteln trotz Übungscharakter Praxis für den Ernstfall. Es ist wichtig, dass die Feuerwehr in den Betrieben übt – das gibt allen Sicherheit.“

 

Fotos:

Christopher Orth von Dach, Christian Detlof, Matthias Kay, Nico Holz (alle FF Schmalensee), Philipp Schoknecht (FF Belau)

 

Bild zur Meldung: Feuerwehren übten auf Hippe-Firmengelände

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Übung 2026-04-19 (19.​04.​2026)