Juni-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​06.​2026

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat Juni.

 

Kornblumentag vor 115 Jahren: Am 16. Juni 1911 jährt sich zum 40. Mal der Tag, an dem die preußischen Truppen siegreich aus dem Deutsch-Französischen Krieg zurückkehrten. Der Vaterländische Frauenverein für Bornhöved und Umgebung folgt der Empfehlung des Provinzialverbandes Vaterländischer Frauenvereine und veranstaltet, gemeinsam mit dem Zweigverein vom Roten Kreuz, zu Gunsten der Veteranenfürsorge den „Kornblumentag“. Die Kornblume gilt seinerzeit als preußische Blume und Symbol für das Deutschtum; außerdem ist sie die Lieblingsblume der legendären preußischen Königin Luise gewesen. Bornhöved trägt an diesem Tage Flaggenschmuck und viele Schaufenster sind mit Blumen dekoriert. Junge Mädchen verkaufen Kornblumen und Postkarten. An einem abendlichen Umzug durch Bornhöved beteiligen sich auch der Militärverein, die Kampfgenossenvereine und die Schulen. Nach Ansprachen auf dem Marktplatz gibt es einen Kommers. 165 RM können gesammelt werden. 

 

Ein Korso der Landwirte: Der Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und Umgebung wird vor 115 Jahren vom Landwirtschaftlichen Verein aus Schönberg in der Probstei besucht. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet am 17. Juni 1911 davon. Die Anreise erfolgt demnach mit der Bahn nach Ascheberg, von wo die Gäste mit Pferdewagen abgeholt und zunächst bis nach Schmalensee gebracht werden. In der Gastwirtschaft Voß gibt es Frühstück, ehe gut 30 Wagen die Tour fortsetzen und über Schönböken und Gönnebek nach Bornhöved gelangen. In Hein's Gasthof gibt es ein Festessen mit anschließendem Ball, ehe die Gäste mit den Wagen zum letzten Zug gefahren werden. 

 

Viel Programm beim Vogelschießen vor 50 Jahren: Das vom Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein ausgerichtete Schmalenseer Vogelschießen 1976 wird laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 19. Juni zu einem dreitägigen Spektakel. Zunächst finden die Erwachsenenspiele mit anschließendem Festball statt. Zu dessen Beginn werden Renate I. (Renate Harder) und Werner I. (Werner Suhr) als Königspaar mit den vom Verein gestifteten Schützenketten ausgezeichnet. Tags darauf tragen rund 80 Kinder ihre Wettkämpfe aus. Bei den großen Kindern bilden Frauke Schoop und Sönke Siebke das Königspaar, kleines Paar werden Britta Schoop und Olaf Suhr. Den anschließenden Fackelumzug mit der Freiwilligen Feuerwehr begleiten die Feuerwehrkapellen aus Bornhöved und Neuenrade. Die Jagdhornbläser runden das musikalische Programm ab. Am dritten Tag gibt es für die Kinder auf dem Saal des Gasthofs eine große Kaffeetafel mit Kindertanz und anschließender Disko. 

 

Zu dritt lieber unterwegs als allein: In Bramstedt findet am 21. Juni 1896, vor 130 Jahren, die vierte Kreisdelegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg statt. Schmalensees Hauptmann Carl Schübeler ist mit den Kameraden Rudolf Dunker und Fritz Tietgen zugegen und notiert einen Bericht im Protokollbuch der Wehr. Demnach werden mit Schieren und Damsdorf zwei neue Wehren im Verband begrüßt. Die Versammlung beschließt eine Anhebung der Beiträge um 5 Pfennig auf nun 15 Pfennig pro Mann. Eigentlich, so verrät es der „Allgemeine Vereinsbericht“ zur nächsten Generalversammlung, war nur F. (Fritz) Tietgen als Delegierter vorgesehen. „Um einem die Tour nicht langweilig zu machen, wurden noch zwei Mann mehr in Vorschlag gebracht, und die Wahl fiel auf R. (Rudolf) Dunker und Schübeler“, heißt es im Protokollbuch. 

 

Fahnenweihe der Bornhöveder SA: In Bornhöved findet am 21. Juni 1931, dem Tag der Sonnenwendfeier vor 95 Jahren, die Fahnenweihe des SA-Sturmes 150 (Bornhöved, Wankendorf, Stolpe) statt. Zehn weitere SA-Stürme und ein SA-Reservesturm sowie der Standartenmusikzug 163 aus Eutin sammeln sich auf dem Sportplatz am See, von wo aus ein Marsch durch Bornhöved erfolgt. Dieser endet auf dem alten Kirchhof vor dem Denkmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Die Weiherede hält der Eutiner Rechtsanwalt und Standartenführer Böhmcker. Er übergibt die Hakenkreuzfahne dem (ungenannten, Anmerkung) Sturmführer mit der Mahnung, diese in Ehren und fest in den Fäusten zu halten, bis sie die Fahne des deutschen Vaterlandes geworden sei. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt veröffentlicht von dem Ereignis – für damalige Zeiten eine Besonderheit – ein Foto. 

 

SVS-Fußballer vor 40 Jahren erst im Finale gestoppt: Die erste Fußballmannschaft des SV Schmalensee von 1980 sorgt im Kreispräsidentenpokal-Wettbewerb 1986 für Furore: Im Viertelfinale am 14. Juni 1986 haben die Fußballer des SVS (Kreisklasse B) den A-Klassisten TSV Weddelbrook empfangen. Das Spiel endete 2:1 (1:1) für den als Favoritenschreck bekannten SVS. Hans-Helmut Siebke erzielte die Führung. Nach Ausgleich der Gäste dominierte der SVS in der zweiten Halbzeit den Gegner und Holger Wulf schoss die von Helmut Siebke gecoachte Mannschaft ins Halbfinale. Das fand am 17. Juni 1986 beim TSV Kattendorf statt. Diesmal waren die Schmalenseer das klassenhöhere Team, das sich schwer tat. Jedoch: Mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung gewann die Elf von Trainer Helmut Siebke. Die Führung der Kattendorfer konnte Helmut Lüdemann in der 59. Minute ausgleichen. Erst nach 115 Minuten gelang es Frank Radloff, den SVS per Strafstoß ins Finale zu befördern. Das findet am 21. Juni 1986 in Hasenmoor statt. Dort treffen der SV Schmalensee und der TuS StuSie (Stuvenborn-Sievershütten) aufeinander. Ihrem Ruf als Pokalschreck kann die SVS-Truppe gegen den Kreisligisten nicht nachkommen. Wie schon 1982 gelingt es nicht, den Pokal zu gewinnen. Mit 2:8 (0:2) kommt die Mannschaft geradezu unter die Räder. Dirk Griese (55.) kann zwischenzeitlich zum 1:3 verkürzen, Helmut Lüdemann erzielt nach 64. Minute das 2:5. Die Aufstellung des SVS: Günter Weege (Tor), Sönke Siebke, Dirk Griese, Frank Radloff, Manfred Urbasch, Helmut Lüdemann, Hartmut Rasmussen, Thorsten Göttsch, Reiner Wachs, Thorsten Neukam und Hans-Helmut Siebke. Ersatzspieler sind Hartmut Buchholz, Holger Wulf und Jörg Frentzen. 

 

Bauern erkunden den Kanal: Der Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und Umgebung, zu der auch Schmalensee gehört, unternimmt am 23. Juni 1896, vor 130 Jahren, einen Tagesausflug an den heutigen Nord-Ostsee-Kanal. Das Komitee zur Vorbereitung der Tour, dem auch Schmalensees Gastwirt Matthias Christian Suhr angehört, hat den Dampfer Helene für eine Ostsee- und Kanalfahrt gechartert. 

 

Gustav Siebke drittbester Schütze: Der Militärverein für Bornhöved und Umgebung führt am 23. Juni 1901, vor 125 Jahren, ein Scheibenschießen durch, für das dem Verein seitens des Infanterieregiments Nr. 163 in Neumünster Gewehre und Munition bereitgestellt werden. Geschossen wird auf 150 Meter Entfernung auf die 24er-Ringscheibem die sogenannte „Kaiser-Preisscheibe“. Sieger wird, mit 61 Ringen, der Ziegeleibesitzer Heinrich Tensfeldt vom Vier vor dem Stockseer Jakobsen (60 Ringe). Der Schmalenseer Gustav Siebke und der Ricklinger Müller Schabbelt  schießen 54 Ringe und teilen sich den dritten Platz. Am Abend beschließt ein Ball im Gasthof Zur Linde das Sommervergnügen. 

 

Seit 10 Jahren Schule gegen Rassismus: Die Sventana-Schule Bornhöved hat Grund, sich selbst zu feiern: Sie wird am 23. Juni 2016 als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. 80 Prozent der rund 600 Schüler hatten sich mittels Unterschrift für eine Teilnahme an dem Projekt ausgesprochen. Dessen landesweite Koordinatorin, Medi Kuhlemann, überreicht u.a. deutlich sichtbare Schilder für beide Schulgebäude. Die Schmalenseerin Jette Pape gehört zu den Schülerinnen, die die Schilder entgegen nehmen. Und Maite Jens aus Schmalensee unterhält nicht nur musikalisch, sondern stellt mit einer Klassenkameradin die Maßnahmen vor, mit denen sich die Sventana-Schule gegen Rassismus positioniert hat. 

 

Zwei siegreiche Reiter aus Schmalensee: Der Reiterverein Bornhöved und Umgebung veranstaltet am 26. Juni 1921, vor 105 Jahren, ein großes Reiterfest mit Lanzen-, Stafetten-, Hürden- und Ponyreiten. Im Lanzenreiten gewinnt der Schmalenseer Otto Saggau, W. (Walter) Schuhmacher wird Fünfter. Im Hürdenreiten wird der Schmalenseer Wriedt Vierter, Hans Harder, ebenfalls aus Schmalensee, gewinnt das Ponyreiten.

 

Soldaten und Pferde finden Platz in Schmalensee: Der Königliche Landrat für den Kreis Segeberg lässt im Juni 1881, vor 145 Jahren, sogenannte Belegungsplanungen für sämtliche Orte im Kreisgebiet für den Fall von Manöver bedingten Einquartierungen veröffentlichen. Die Gemeindevorsteher sind beauftragt, per Gemeindebeschluss dafür Sorge zu tragen, dass Verteilungspläne innerhalb jeder Ortschaft vorliegen. Schmalensee stellt sich auf die Aufnahme von bis zu 537 Mann mit 219 Pferden ein. Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt berichtet am 29. Juni 1881 davon. Die von der Gemeinde geforderte Umsetzung der landrätlichen Anweisung ist eine Planung, welche die Verteilung der Mannschaften, Unteroffiziere und Pferde auf Scheunen und Ställe sowie der Offiziere, denen ein Bett zusteht, vorbereitet. 

 

Der heutige Kirchrasen nahm vor 115 Jahren Gestalt an: Im Jahr 1873 begann man in Bornhöved, den heutigen Friedhof am Nordende des Dorfes anzulegen. Fortan wurden und werden die Verstorbenen der zur Kirchengemeinde gehörenden Dörfer dort, und nicht länger rund um die Vicelin-Kirche bestattet. Schon im Juni 1853 verlautete, dass dieser Kirchhof „voll belegt“ sei und man dazu übergehen müsse, Särge übereinander in die Erde zu bringen. Mit der Verlegung des Friedhofs 20 Jahre später war der alte Platz längst nicht frei für eine Umgestaltung – noch galt es, die Totenruhe ungestört zu lassen. Am 29. Juni 1911 aber meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass auf dem alten Kirchhof nun die Arbeiten zur Einebnung voranschreiten. Das Gelände wird tief umgegraben und dann mit Gras eingesät. Die Familien können die alten Grabdenkmäler in Empfang nehmen. Lediglich die Grabstellen der Familie Ross von Altekoppel und des Pastors Bruhn sollen erhalten bleiben, da für ihre langfristige Unterhaltung gesorgt ist. 

 

Aderlass bei der Schmalenseer Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee hat in einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30. Juni 1906, vor 120 Jahren, den Verlust von neun Kameraden zu verkraften. Eine Begründung liefert das Protokollbuch nicht, auch keine genauen Austrittsdaten. Aber ein Zusammenhang mit dem Rück- und Austritt von Hauptmann Carl Schübeler im April ist sehr wahrscheinlich. Neben diesem haben Schriftführer Heinrich Göttsch, Heinrich Rummel, August Jürgens, Christian Burmeister, Heinrich Beuck, Christian Stegelmann, Friedrich Immler und Ludwig Jürgens die Wehr verlassen, letzterer vielleicht erst nach dieser Versammlung. Trotzdem später Hinweise zu finden sind, die auf eine sehr kritische Lage der Wehr bis hin zur möglichen Spaltung deuten, wird Schübeler im „Vereinsbericht pro 1906“ deutlich gewürdigt: „Hauptmann Schübeler ist als dauernd unentgeltliches Ehrenmitglied in unsere Wehr aufgenommen und zwar mit Recht, denn er hat es verstanden durch die Disziplin, die stramme Manneszucht und durch sein allseitiges Eintreten für die Wehr, dieselbe auf einen selten erlangten Höhepunkt zu bringen. Sein Name wird nie in der Wehr erlöschen.“ 

Die Versammlung wählt den bisherigen Vizehauptmann Willy Siebke mit Mehrheit zum neuen Hauptmann. Siebke setzt sich deutlich gegen Heinrich Harder, Ludwig Jürgens, Johannes Suhr (Suhr II) und Hans Kruse durch. Zum neuen Schriftführer wird Heinrich Schumacher gewählt. Eine neue Satzung, die von der Versammlung angenommen werden muss, sieht vor, dass die Wehr keinen Vizehauptmann mehr hat. Der Führer der Spritzenmannschaften ist laut Satzung der Stellvertreter des Hauptmanns – in Schmalensee ist das Detlev Lembke. 

 

Seit 10 Jahren Kinderspielstube im SVS: Die Kinderspielstube im SV Schmalensee feiert am 30. Juni 2001, vor 25 Jahren, ihr zehnjähriges Bestehen. Das Jubiläum der in Schleswig-Holstein noch einmaligen Trägerschaft einer Kindergarten ähnlichen Einrichtung durch einen Sportverein wird u.a. durch den Auftritt eines Zauberers untermalt. Anlässlich des Jubiläums haben sich die Kinder der Spielstube einen Namen gegeben: „Die Kicherzwerge“, so steht es auf einem Holzschild, das von der Tischlerei Knees aus Bühnsdorf gefertigt und am Eingangstor zum Sportgelände angebracht wird. Die lütten Kicherzwerge sind extra von der Firma Wigger aus Bornhöved mit gelben Zwergen-T-Shirts ausgestattet worden und tragen rote Wichtelkappen. So ausstaffiert wird den Besuchern ein „Zwergentanz“ auf dem Spielplatz vorgeführt. 

 

Bild zur Meldung: Seit 10 Jahren SVS-Kicherzwerge im Juni 2001

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Historisches 2026-06-15 (16.​05.​2026)