Juli-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

Schmalensee, den 01.​07.​2026

Immer am 1. und am 15. Tag eines Monats wollen wir auf der Schmalenseer Gemeinde-Homepage den Blick in die Vergangenheit schweifen lassen. Alte Zeitungen und viele weitere Quellen, darunter Protokolle und Erinnerungen, liefern den Stoff für Meldungen. Dass diese zu einem großen Teil nicht ohne Erklärung wiedergegeben werden können, versteht sich von selbst. Und auch der Blick auf Nachbarorte, das Kirchspiel oder das Amt sowie auf den Kreis lohnt mitunter, denn Schmalenseer haben schon immer gern im Ehrenamt auf verschiedenen Ebenen gewichtige Rollen eingenommen. Ziel des Ganzen ist, der treuen Leserschaft historische Unterhaltung zu bieten. Hier ist der erste Teil für den Monat Juli.

 

Es kommt auf den Verein an: In Bad Segeberg enden am 1. Juli 2001, vor 25 Jahren, die 23. Kreismeisterschaften des Reiterbundes Segeberg. Beim Kreisturnier ist Beeke Kaack [heute Jankowski] aus Schmalensee zwar das Maß aller Dinge, liefert die besten Ritte ab und gewinnt vereinzelte Prüfungen. Da sie aber keinem Segeberger Verein, sondern der TRSG Holstenhallen Neumünster angehört, kann sie nicht Meisterin in ihrem Heimatkreis werden. Eine andere Schmalenseerin hat es da leichter: Frederike Harder, für den Reiterverein Bornhöved startend, wird in der Junioren-Vielseitigkeit Vizekreismeisterin. 

 

Eine 200 Jahre alte Bekanntmachung der Post: Am 4. Juni 1826 erschien erstmals im Verlag Wäser eine Zeitung – das Königlich Privilegierte Wochenblatt, ein Vorläufer der heutigen Segeberger Zeitung. Ein Beispiel dafür, was seinerzeit veröffentlicht wurde, bietet eine in der Ausgabe vom 2. Juli 1826 abgedruckte Mitteilung des Königlichen Postcomtoirs zu Segeberg, ein „Verzeichniß über diejenigen Briefe, welche im April-Quartal hieselbst eingegangen, die nicht zu erfragen gewesen sind, und daher von Beykommenden mit dem Postgelde noch eingelöset werden können.“ Unter diesen liegengebliebenen Postsendungen befindet sich auch ein Brief an einen Herrn „Deichmann zu Stocksee bei Bornhöved“, der aus Altona kam.

 

20 Jahre Kinderspielstube Schmalensee: Die Kinderspielstube „Die Kicherzwerge“, die der SV Schmalensee als von der Gemeinde beauftragter Träger betreibt, feiert am 2. Juli 2011, vor 15 Jahren, ihr 20-jähriges Bestehen. 1995 wurde die kindergartenähnliche Einrichtung durch den Kreis Segeberg anerkannt und vom Verein mit einer Erzieherin als Leiterin ausgestattet: Bärbel Dittrich aus Belau. Begonnen hatte alles aus einer Elterninitiative heraus. Beim Jubiläum ist Sabine Saggau aus Belau Leiterin der Spielstube, Kirsten Tobis, ebenfalls aus Belau, wirkt als Erzieherassistentin mit. Unter vielen Ehemaligen und weiteren Gästen sind auch Landrätin Jutta Hartwig und Amtsvorsteherin Dr. Beatrix Klüver. Einen Nachmittag lang wird im Sportlerheim geklönt, getobt, geschaut, gespielt und gelacht. Vor allem das Marionettentheater Plön kommt sehr gut mit dem Stück „Hase und Igel“ bei allen Besuchern an. 

 

Schmalenseer Vogelschießen im Nationalsozialismus: Am 6. Juli 1936, vor 90 Jahren, veröffentlicht das Segeberger Kreis- und Tageblatt einen Bericht aus Schmalensee, der hier im Wortlaut wiedergegeben wird: „Das Vogelschießen unserer Schule fand bei herrlichstem Wetter in der üblichen Weise statt. Bei den Spielen, die am Tage vorher veranstaltet wurden, wurden folgende Sieger ermittelt: im Schießen der großen Knaben Kurt Hansen, im Ringreiten der kleinen Knaben Bruno Göttsch, im Ringwerfen der großen Mädchen Hilda Suhr und im Scheffelwerfen der kleinen Mädchen Hertha Bock. Eierlaufen und Sacklaufen für die Kinder und Erwachsenen brachten viel Belustigung. Der Haupttag wurde mit einem Ummarsch durch das Dorf, bei dem die Könige und Königinnen abgeholt wurden, eingeleitet. Der fröhliche Tanz wurde durch eine reich gedeckte Kaffeetafel unterbrochen. Dank der Geberfreudigkeit der Dorfeinwohner konnten alle Kinder mit praktischen Geschenken bedacht werden. Als Gäste nahmen an dem Fest vier Kinder aus Duisburg teil, die von der NS-Volkswohlfahrt hierher auf Erholungsurlaub verschickt wurden. Mit einer kurzen Ansprache des Lehrers und einem Sieg-Heil auf den Führer fand das schöne Fest seinen Abschluß.“

 

Auszeichnungen für Schmalenseer Feuerwehrmänner: Am 6. Juli 1956, vor 70 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung von einer Feuerwehr-Übung. Am Rande dieser erhalten die Schmalenseer Wehrleute Helmuth Saggau, Hans Voß, Werner Harder, Alfred Timm und Hermann Schwarzin aus den Händen von Amtsvorsteher [damals „Amtmann“] Rauert und Amtswehrführer Steenbock für ihre 25-jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr das Brandschutzehrenzeichen in Silber.

 

Realschulbau bereitet Sorgen: Der Bau einer Realschule in Bornhöved hängt laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 6. Juli 1966, vor 60 Jahren, in der Luft. Grund ist die unsichere Finanzierung des Großprojekts. Der zu Ostern aufgenommene provisorische Unterricht in einer maroden Holzbaracke lässt sich nur noch über den Winter realisieren. „Wenn die Realschule nicht bis zum kommenden Sommer fertig ist, dann haben 214 Kinder keine Schule“, mahnt Bornhöveds Bürgermeister Ulrichs. Der Landeszuschuss in Höhe 450.000 DM, was der Hälfte der prognostizierten Kosten entspricht, kann aber nicht vor 1972 gezahlt werden. Bis zur vollständigen Sicherung der Finanzen könne nicht mit dem Bau begonnen werden. Zumal der Kreis Plön eine Beteiligung am Bau ablehnt, obwohl Plöner Gemeinden zum Einzugsbereich der Realschule gehören sollen. Auch der Bürgerverein Bornhöved spricht sich mit Nachdruck für eine Lösung des Problems aus. Bürgermeister Ulrichs mahnt weiter: „Die Zahl der Begabten im ländlichen Bereich ist nicht kleiner als in der Stadt. Wir sind es den Kindern schuldig, die Schulverhältnisse zu verbessern.“

Am 28. Juli 1966 dann heißt es Aufatmen in Bornhöved und Umgebung: Der Kreis Segeberg garantiert die Sicherstellung der Finanzierung des ersten Bauabschnitts der Realschule. Somit kann der Baubeginn noch in diesem Sommer erfolgen, da die Aufträge bereits vergeben sind. 

 

Ereignisreicher Juli für den SVS vor 30 Jahren: Der SV Schmalensee von 1980 veranstaltet am 6. Juli 1996 auf dem Sportplatz ein lustiges „Spiel ohne Grenzen“ für örtliche Vereine und Parteien sowie weitere Gästeteams. Unter den zwölf teilnehmenden Mannschaften gewinnt das Team der Wählergemeinschaft Schmalensee (WGS) und erhält den Wanderpokal, den im Vorjahr noch der Bauernverband gewonnen hatte. Bei einer Kraftanstrengung für den Verein bleibt es aber nicht: Die Fußballsparte des SVS richtet am 27. Juli auf dem heimischen Sportplatz ein Turnier aus. Gäste sind der SV Rickling, TSV Negernbötel, Torpedo Neumünster, TSV Bornhöved II und der MTV Segeberg. 

 

Schmalenseer Pferdesportler auf Traventhal: Auf dem Landgestüt Traventhal findet am 10. Juli 1921, vor 105 Jahren, ein Fahr- und Reitturnier des Kreispferdezuchtvereins Segeberg statt. Der Schmalenseer Heinrich Harder gewinnt bei der Eignungsprüfung für Wagenpferde mit der 5-jährigen Stute Cäcilie den mit 100 Reichsmark dotierten 4. Preis. Bei den Vorführungen der Reitabteilung des Landwirtschaftlichen Vereins östlich der Trave wird Helmuth Saggau auf dem 9-jährigen Wallach Hintas Neunter. Den Abschluss des Tages bilden ein Festessen und ein Ball. 

 

Was ist mit einer Ortsumgehung?: Segebergs Landrat Georg Gorrissen kommt am 10. Juli 2001, vor 25 Jahren, um 15 Uhr nach Schmalensee, um sich einen Überblick von der Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt zu verschaffen. Mitglieder des FUS, des Fördervereins Umgehungsstraße Schmalensee, übergeben u.a. die Ergebnisse ihrer bisher vorgenommenen Verkehrszählungen und weisen auf die Gefahrenstellen in der Ortsdurchfahrt hin. Ebenfalls vor Ort ist Dr. Wolfgang Zeichner aus dem Kieler Verkehrsministerium. Dieser macht Bürgermeister Hans Siebke wenig Hoffnung auf die baldige Realisierung einer Ortsumgehung, stellt aber weitere die Situation entschärfende Maßnahmen in Aussicht. Denn trotz Tempo 30 in der Ortslage fahren zu viele Verkehrsteilnehmer zu schnell. Es soll mehr Geschwindigkeitsüberwachung und Verkehrsinseln an den Ortseingängen geben. Auch über breitere Bürgersteige (zumindest auf einer Seite) und einen besseren Fahrbahnbelag werde man nachdenken. 

 

Festnahme in Schmalensee: Am 11. Juli 1911, vor 115 Jahren, kommt es in Schmalensee zu einer Verhaftung. Dazu die Meldung aus Bornhöved im Segeberger Kreis- und Tageblatt: „Ein Einbrecher wurde gestern im benachbarten Schmalensee gefaßt. Er hatte nachts zuvor beim Rentner Harder in Preetz eingebrochen, war aber überrascht worden und flüchtete nun auf einem gestohlenen Fahrrade. Die Spur des Fahrrads wurde längs der Chaussee nach Plön, Ascheberg bis Schmalensee bei Bornhöved verfolgt, wo der Einbrecher mit dem gestohlenen Fahrrad gegen 8½ Uhr vormittags angetroffen und festgenommen wurde. Die in Preetz entwendeten Sachen hatte er noch teilweise in Besitz. Der Täter ist ca. 30 Jahre alt, will in Wien geboren sein und zuletzt in Dänemark als Seemann gefahren haben. Anscheinend hat man es hier mit einem gewiegten Verbrecher zu tun.“

 

Finanzen der Kommunen vor 25 Jahren: Der Kreisverband Segeberg des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages ist laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 12. Juli 2001 alarmiert: Zwei der 95 Gemeinden können keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, weitere 23 haben kein Geld in der Rücklage. Alle weiteren Kommunen haben laut SHGT zusammen nur noch 5,8 Millionen DM, über die sie frei verfügen können. Der SHGT warnt angesichts dieser „dramatischen Entwicklung der Finanzlage der Städte und Gemeinden des Kreises Segeberg“ vor weiteren Eingriffen des Landes in die Kassen der Kommunen. 

 

Feuer in Schmalensee, Feuerwehr nicht da: Am 15. Juli 1976, vor 50 Jahren, kommt es zu einem Flächenbrand bei Horst Kaack auf der „Groß-Missen“: Hier hat Stroh Feuer gefangen. Die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee kann wegen Abwesenheit nicht mit ihrer Ausstattung helfen und es müssen Wehren aus der Nachbarschaft mit Tanklöschfahrzeugen das Feuer bekämpfen. Schmalenseer Einsatzkräfte sind derweil andernorts gebunden, denn der Kreis Segeberg erlebt den Katastrophenfall: Sämtliche Wehren von Bornhöved bis Norderstedt sind über mehrere Tage abwechselnd in den Staatsforst Segeberg geeilt, wo sich zwei Brandherde entwickelt haben. Bei Hasenmoor kommen an diesem 15. Juli 1976 auch Freiwillige der Schmalenseer Wehr zum Einsatz. Die Bundeswehr steht zur Unterstützung bereit, doch die konzentrierte Arbeit des Krisenstabes des Landrats und die tatkräftige Führung vor Ort führen zu einem raschen Ende des Einsatzes. 

 

Kriegsmeldungen Schmalenseer betreffend: Im Juli 1916, vor 110 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass Hugo Saggau, Sohn von Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau, bei Kämpfen in Wolhynien [Ukraine] leicht verwundet wurde (6. Juli). Am 26. Juli wird gemeldet werden, dass Saggau in Russland leicht verwundet und einem schlesischen Lazarett zugeführt wurde. Der Schmalenseer Fritz Kronfeldt ist mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden (6. Juli). Der Student Franz Scheller, Leutnant der Reserve und Sohn des früheren Schmalenseer Lehrers Scheller [bis 1896], ist auf dem östlichen Kriegsschauplatz gefallen (6. Juli).  In Schmalensee werden „für die Unterstützung der von den Kriegsgegnern gefangen genommenen Schmalenseer“ 180 Mark an Spenden gesammelt (13. Juli). 

 

Schmalensee-Notizen vom Juli 1951: Vor 75 Jahren schreibt die Segeberger Zeitung, dass am 1. Juli auf dem Hof Hans Harder das Richtfest für einen neuen Kuhstall gefeiert wird und die Straßenausbauarbeiten zwischen Schmalensee und Stocksee gut voran kommen (4. Juli). Unter Einsatz von bis zu 80 Erwerbslosen ist das Bornhöveder Tiefbau-Unternehmen Johannes Suhr & Sohn (Max Suhr) federführend. Der Kies kommt aus Tarbek und Stocksee, zahlreiches Steingut konnte im Bereich des alten Weges entnommen werden. Wegen eines Verkehrsunfalls am 4. Dezember 1950 auf der Bundesstraße zwischen Schmalensee und Bornhöved, in den gleich drei Lastkraftwagen verwickelt waren, kommt es am Unfallort im Zuge der gerichtlichen Aufarbeitung zum Lokaltermin (6. Juli).

 

Schmalensee-Notizen vom Juli 1961: Vor 65 Jahren schreibt die Segeberger Zeitung, dass der Schmalenseer Hermann Cornehls am 6. Juli 1961 bei einem Treffen von Züchtern des schleswig-holsteinischen Warmblutpferdes in Bornhöved eine Fohlenprämie und für eine zweijährige Stute eine Verbandsprämie erhalten hat.  Neuer Pastor für die Pfarrstelle 1 der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bornhöved ist seit 1. Juli  Pastor Boeck aus Lüneburg. Freigegeben ab 16 Jahren ist der Sexualaufklärungsfilm „Junge Liebe – Große Gefahren“, den das Kino City in Bornhöved am 15. und 16. Juli 1961 zeigt. 

 

Bild zur Meldung: So feierten die Kicherzwerhe ihr Jubiläum

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