Kitzrettung 2026: Naturschutzverein zieht Bilanz
Auch in diesem Jahr haben die Schmalenseer Jäger und Landeigentümer dafür gesorgt, dass vor dem ersten Grasschnitt die sogenannte Kitzrettung stattfindet: Angeleitet durch Drohnenteams und deren Blick durch die Wärmebildkamera machten sich Freiwillige als Suchtrupps auf, im hohen, kalten Gras von den Muttertieren verstecktes Jungwild zu sichern und vor dem Mähtod zu bewahren.
Partner der Schmalenseer sind die Freundinnen und Freunde vom Naturschutzverein Ruhwinkel. Heino Müller, der im Verein die Jungwildrettung koordiniert und aktiv als Drohnenpilot begleitet, hat jüngst vor den Stolper Jägern einen Jahresbericht gehalten, der die Gesamt-Aktivitäten im Rahmen der Kitzrettung abbildet.
Diesen Bericht und Teile der Bebilderung stellen wir hier auf gemeinde-schmalensee.de zur Verfügung. Dazu gibt es noch ein paar Schnappschüsse von den mindestens sechs Kitzrettungsaktionen, die im Zeitraum Mai/Juni 2026 in der Schmalenseer Gemarkung stattgefunden haben. Nicht unterschlagen sei, dass die Tarbeker Jäger ebenfalls mit Drohnen Felder absuchen und auch in Schmalensee wieder in Aktion getreten sind.
Bericht von Heino Müller, Naturschutzverein Ruhwinkel:
Naturschutzverein Ruhwinkel: Jungwildrettung 2026
In diesem Jahr hatten wir vom 05.05. bis 25.06.2025 insgesamt 28 Einsatztage. Es waren weniger Flächen als in den Vorjahren, weil wir weniger Flächen mit Ackergras und Grünroggen abgesucht haben. Es wurden 185 Felder von 32 Landwirten in den Gemeinden Bornhöved, Ruhwinkel, Schmalensee, Stolpe und Wankendorf abgesucht, insgesamt 677 ha.
Wir haben 131 Kitze gefunden und davon 87 in Körben gesichert. Nach einer Regenpause waren im Juni viele Kitze so mobil, dass wir sie nicht fangen konnten. Aber sie wurden aufgescheucht und die Landwirte informiert. Außerdem haben wir 5 Junghasen, mehrere Fasen und Fasenküken, 2 Nutrias, 3 Igel, ein Hummelnest und ganz viele Hasen (mehr als 180) gefunden.
Im April konnten wir uns aufgrund von Sponsoren und Spenden der Landwirte und Jäger eine neue Drohne anschaffen. Die besseren Kameras und Akkus haben sich bereits sehr gut bewährt.
Bis Mitte Mai war morgens das Gras teilweise gefroren, weil es Bodenfrost gab. Am 27.5. haben wir 18 Kitze gefunden (davon 13 gesichert).
Am 8.5. sollten wir 120 ha absuchen. Günter Biß und Tjark Tensfeldt haben mit ihren Dohnen geholfen, sodass wir mit drei Teams suchen konnten und alle Flächen geschafft haben. Mit Hilfe von Günter Biß und zwei Teams haben wir am 18.5. ca. 65 ha und am 27.5. ca. 60 ha abgesucht.
Die Unterstützung war wieder großartig. 26 Helfer des NSV haben bei einem oder mehreren Einsätzen unterstützt. Außerdem hatten wir viele Helfer in Schmalensee und Stolpe. Anne, Chris, Henning, Jörg und Steffi waren häufig Drohnenpilot, sodass Heino Zeit für die Koordination hatte. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten und Jägern war wieder sehr gut. Viele Landwirte und Jäger haben uns ein Frühstück spendiert und die Stolper Jäger haben uns zu einem Grillabend eingeladen.
Damit wir auch in Zukunft die Jungwildrettung in dem Umfang durchführen können, freuen wir uns Interessierte, die uns als Helfer oder Piloten möchten, oder über eine Spende.
Bild zur Meldung: In Schmalensee wird am 21. Juni ein großes Kitz gesichert