Neues Schild schließt Brummis von Tarbeker Straße aus
Ein wahrer Schilderwald ziert den Beginn der Tarbeker Straße dort, wo sie in die Bundesstraße 430 (Dorfstraße) einmündet. Zu Hinweisen, die sich allesamt an Abbieger wenden, hat sich ein offizielles Verkehrszeichen gesellt – und das zwar mehrheitlich gewollt, aber vom Zeitpunkt her überraschend.
Am Abend des 19. August stand es da: Das Verkehrszeichen 262, „7,5 Tonnen Maximalgewicht“. Es drückt ein Verbot der Befahrung der Tarbeker Straße – offiziell der Gemeindeverbindungsweg GIK 62 – für den Schwerlastverkehr aus. Wichtig ist der Zusatz, der den Landwirtschaftlichen Verkehr explizit weiter zulässt.
Die Tarbeker Straße ist schon länger Thema der gemeindlichen Gremien. Zunehmend als Abkürzung für den Kiesverkehr genutzt, nahmen die Straßenschäden mit dramatischer Geschwindigkeit zu. Haarsträubende Abbiegevorgänge von der beziehungsweise in die Dorfstraße blieben glücklicherweise ebenso ohne (Unfall-)Folgen wie das teils schnelle Befahren der engen Kurve im „unteren Bereich“ der Straße.
Der Kurvenbereich in der Einmündung ist völlig kaputt gefahren, selbst der dort aufgestellte Findling hielt etliche „Brummis“ nicht davon ab, die Kurve eng zu nehmen und den Stein zu verschieben.
Aus der Gemeindevertretung und den Ausschüssen war vermehrt der Wunsch geäußert worden, den Lkw-Verkehr auf der Tarbeker Straße, der durch verschiedene Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf Straßen in der näheren Umgebung noch weiter intensiviert wurde, einzuschränken. Im Rahmen einer Verkehrsschau hatte man sich zwar über Zustand und Verkehrssituationen vor Ort überzeugen können, aber dem Verkehr sei ein Fließen zu ermöglichen, hieß es. Lediglich im Bereich der Kita am Sportgelände gab es einen Fortschritt: Eine zeitlich eingegrenzte Tempobeschränkung auf 30 Km/h.
Vom Tisch war die Frage nach einer Tonnagebeschränkung damit nicht. Spätestens nach einer ausstehenden Vollsanierung der Straße sollte das Thema durch die Gremien in Schmalensee wieder in Angriff genommen werden. Die Gemeinde am anderen Ende der Straße, Tarbek, verfolgte dasselbe Ziel.
Parallel waren aber auch andere tätig, insbesondere eine Anwohnerin aus Tarbek, die vor ihrer Haustür mit kritischen Situationen konfrontiert war, insbesondere, wenn sich dort zwei Kiestransporter begegneten. Mit ihrem regen Schriftverkehr mit der zuständigen Stelle beim Kreis Segeberg erreichte sie, was der Politik bislang nicht gelingen wollte: Plötzlich gab es ein Einlenken und den Hinweis, dass die Tonnagebeschränkung zumindest angeordnet sei. Der Wege-Zweckverband (WZV) werde entsprechende Verkehrszeichen in Tarbek und Schmalensee aufstellen.
Gerechnet wurde nun hier wie dort, dass auch seitens des WZV bis nach einer Sanierung gewartet würde, doch weit gefehlt. Der WZV hatte nämlich jüngst erneut Bohrkerne entnommen und bei einer Analyse der Tragfähigkeit der Straße festgestellt, dass diese der Belastung der letzten Monate gar nicht gewachsen war. Im Laufe des 19. August standen die Schilder plötzlich da – und seitdem ist es ruhiger geworden auf der durch zahlreiche Schäden gekennzeichneten Tarbeker Straße – beziehungsweise Schmalenseer Weg, am anderen Ende.
Ein wenig erinnert dieser Vorgang an das Einrichten einer Tempo-30-Zone auf ganzer Länge der Belauer Straße nach deren Sanierung. Auch hier wurden die Forderungen aus der Gemeindepolitik länger nicht gehört. Als dann zwei engagiert Schmalenseerinnen begannen, Briefe mit Schilderungen zu ihren Spaziergängen mit Hund aufzusetzen und an die richtige Adresse zu senden, standen auch, aus heiterem Himmel, die entsprechenden Verkehrszeichen da.
Klagen wollen wir darüber nicht – es ist ja zum Guten ausgegangen, in beiden Fällen.
Die Tarbeker Straße (GIK 62) wird die Schmalenseer Gemeindepolitik trotzdem weiter beschäftigen. Der Zustand der Fahrbahn ist erbärmlich und die Reparatur derselben geboten. Der Bauausschuss wird sich zudem in seiner Sitzung am 3. September einer anderen Fragestellung im Zusammenhang mit dieser Straße und dem Kiesabbau beschäftigen – denn dieser könnte zum Anliegerverkehr werden...
Bild zur Meldung: Die Tarbeker Straße ist nun tonnagebeschränkt