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Vor 95 Jahren: Wahl zum Reichstag in Schmalensee

Schmalensee , den 04.05.2019

Vor 95 Jahren, am 4. Mai 1924, werden die Schmalenseer an die Wahlurne gerufen. Es geht um die Wahlen zum zweiten Reichstag der Weimarer Republik. Die wird reichsweit zu einer Schwächung der bürgerlichen Kräfte und der Sozialdemokraten und zu einer Stärkung der republikfeindlichen rechten Parteien (und der KPD) führen.

 

Das Schmalenseer Ergebnis spiegelt den Trend der Provinz Schleswig-Holstein wieder: Hier dominiert die Deutschnationale Volkspartei (DNVP), die mit Slogans wie „los vom Diktat von Versailles“ und der Betonung der so genannten „Kriegsschuldlüge“ - also der Leugnung der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Ersten Weltrkriegs 1914, weiten Teilen der ländlichen Gesellschaft aus dem Herzen spricht. Die Deutsche Volkspartei argumentiert ähnlich, will sich gegen die „Katastrophenpolitik“ der Reichsregierung stellen.

 

In Schmalensee ist Gemeindevorsteher Theodor Schnohr Wahlleiter. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Ludwig Saggau agiert als sein Stellvertreter. Wahllokal ist die Schule.

 

Von den in Schmalensee abgegebenen Stimmen entfallen auf die DNVP 61. Die DDP erhält 36, die KPD 30 und die „Vereinigte Sozialdemokratische Partei“ 13 Stimmen. Die DVP erhält nur 11 Stimmen im Dorf. Damit dominiert auch hier das rechte Lager. Doch auch 30 Stimmen für die Kommunistische Partei sind beachtlich.

 

Reichsweit bleibt die SPD stärkste Kraft mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung auf die DNVP (die NSDAP durfte bei dieser Wahl in Folge des „Hitler-Putsches“ vom November 1923 nicht antreten) und führt weiter die Regierungsgeschäfte. Schon am 7. Dezember 1924 wird es nach Auflösung des Reichstags (11. Oktober) zu Neuwahlen kommen, die wiederum die extreme Rechte schwächen und der SPD eine stabile Mehrheit bescheren werden.

 

Warum diese Unterschiede? Die Wahl im Mai 1924 steht noch sehr unter Einfluss der Inflation, die u.a. an den für überzogen gehaltenen Reparationsforderungen der Siegermächte des Ersten Weltkriegs und der aktuellen Regierung festgemacht werden. Im Laufe des Jahres 1924 kommt es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und Rückgang der Arbeitslosigkeit – die radikalen Parteien verlieren vorübergehend an Bedeutung.

 

Foto: Wahlwerbung der DDP, SKTB 03.05.1924

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Wahlen 1924 (04.05.2019)

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