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Vor 375 Jahren: Der große Brand der Siegesburg

Schmalensee , den 12.08.2019

Man kann es sich kaum vorstellen, aber auf dem Bad Segeberger Kalkberg hat einst eine Burg gestanden. Eine richtige Festung mit Turm und Zinnen und Brunnen – dessen Schacht ist einzig übrig geblieben und noch heute zu sehen. Das Ende der Burg kam laut Überlieferung am 12. August 1644. Vor 375 Jahren steckten schwedische Besatzungstruppen die königlich-dänische Burganlage auf dem damals wesentlich mächtigeren Gipsberg oberhalb der Stadt Segeberg in Brand, in Folge der schweren Schäden wurde das einge Zeit brachliegende Bauwerk dann ab 1654 abgebrochen.

 

Der Brand der Siegesburg steht in Zusammenhang mit dem dänisch-schwedischen Konflikt 1643-1645. In diesem soll sie eine Basis der „freien holsteinischen Knechte“, der sogenannten „Schnapphähne“ gewesen sein. Diese Freischärlertruppe, der auch Männer aus Segeberg und Umgebung angehört haben sollen, operierte gegen die schwedischen Besatzer, um im Auftrag von Amtmann Casper von Buchwaldt die Sache des Landesvaters, des dänischen Königs zu verteidigen. Im Zuge der Bekämpfung der Schnapphähne kam es zur Niederbrennung der Siegesburg, die nach verschiedenen älteren Quellen schon 1643 stattgefunden haben soll, was aber nicht korrekt sein kann, da die Schweden unter Torstenson erst im Dezember 1643 in das Amt Segeberg einmarschiert waren.

 

Die Burg auf dem früher als Alberg bezeichneten Gipsfelsen war im 12. Jahrhundert der Legende nach durch Bischof Vicelin dem deutschen Kaiser Lothar III. als strategischer Punkt zur Beherrschung der östlichen Lande nördlich der Elbe empfohlen worden. Lothar ließ 1134 die Burg anlegen, die das Zentrum des späteren Amtes Segeberg werden sollte und Keimzelle für weitere Entwicklungen, etwa das Entstehen des Kirchspiels Bornhöved und seiner Dörfer, darunter Schmalensee, ab 1142/43 sein sollte. Die Entstehung Schmalensees steht in direktem Zusammenhang mit der Bildung des Kirchspiels und dem zugleich stattgefunden Bau der Siegesburg.

 

Unter dem Amtmann Heinrich Rantzau, der seinen Amtssitz in die Stadt Segeberg verlegte, wurde die Burg übrigens im 16. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut und erfüllte weiter Zwecke als repräsentativer Wohnsitz der Königsfamilie, zur Einlagerung von Abgaben oder Unterbringung von Gefangenen.

 

Wer Interesse an der Geschichte der Schnapphähne und der Siegesburg hat, sollte sich heute um 15 Uhr auf dem Platz vor dem Eingang der Bad Segeberger Karl-May-Spiele einfinden. Eine Kostümgruppe um den Historiker Nils Hinrichsen stellt auf dem Kalkberg eine Burgsprengung und die Rettung der Fahne der Schnapphähne nach – ein Danebrog mit gekreuzten Hellebarden. Anschließend wird die Fahne unter Trommelschlägen zum Rathaus gebracht und an den Bürgermeister der Stadt übergeben.

 

Im Internet gibt es spannende Informationen unter www.schnapphähne.de (mit „ä“) zum nachlesen.

 

Foto: Siegesburg in einem zeitgenössischen Stich

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Siegesburg (03.08.2019)

 
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