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Vor 135 Jahren: Ende eines Großmanövers im Raum Schmalensee und Bornhöved

Schmalensee , den 24.09.2019

Im September 1884 führen sämtliche Truppen der 18. Division ein Manöver im Raum Segeberg – Lübeck – Eutin durch. In Schmalensee werden am 24. September 1884, vor 135 Jahren, die Stäbe der 18. Division, der 18. Kavalleriebrigade und der 36. Infanteriebrigade einquartiert.

 

Die Verpflegung dieser Kräfte erfolgt durch das Militär aus Magazinen. Außerdem ist die Gemeinde darauf vorbereitet, zusätzlich den Stab und das 1. Bataillon des Thüringischen Infanterieregiments Nr. 31 aufzunehmen, die über eigene Marschverpflegung verfügen und biwakieren. Außerdem wird Schmalensee dem Stab sowie der 1. und 3. Batterie der I. Abteilung des Schleswig’schen Feldartillerieregiments Nr. 9 als Biwakraum zugewiesen.

 

Schon bei Manövern in den Vorjahren hatte es Einquartierungen in Schmalensee und Umgebung gegeben. Allerdings meist auf Kavallerie-Einheiten beschränkt. 1884 handelt es sich um eine der ersten großen Truppenübungen seit der Einverleibung Schleswig-Holsteins als Provinz in den Preußischen Staat.

 

Damit einhergegangen war nicht nur die Einführung einer dreijährigen Wehrpflicht. Auch eine Neuordnung der Truppen hatte stattgefunden: In Altona wurde das IX. Armeekorps aufgestellt, dem zwei Divisionen unterstanden: Die 17. Division mit Truppen in Mecklenburg, Lübeck und den weiteren Hansestädten mit Kommando in Schwerin sowie die 18. Division mit Kommando in Flensburg. Ihr gehörten, nach einer Umgliederung nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871, Verbände und Einheiten in ganz Schleswig-Holstein inklusive der Lauenburger Jäger an – nicht aber die Infanterieregimenter 162 und 163 in Neumünster – die gehörten zur Lübecker Infanteriebrigade 37 und somit zur 17. Division. Das Thüringische Infanterieregiment 31 gehörte tatsächlich zur 18. Division und hatte nach 1871 Wandsbek als Standort.

 

In Vorbereitung des großen Manövers war bereits im Juni 1884 für den Kreis Segeberg die Belegungsfähigkeit mit Truppen und Pferden festgestellt worden. Schmalensee sollte demnach im Winter 215 Mann und 53 Pferde, im Sommer 460 Mann und 130 Pferde aufnehmen können.

 

Erst zum Ende des Herbstmanövers biwakierten im Raum Bornhöved Truppen. Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt zitierte dazu den Holsteinischen Courier, dessen Berichterstatter sich offenbar von Neumünster über Bornhöved, Schmalensee, Tarbek und zurück bewegte:

 

Sofort hinter Bornhöved, auf der linken Seite der Chaussee, wurden die Truppen des 84. und 86. Regiments, sowie Pioniere und Train angetroffen, rechts das 31. Infanterieregiment. Hinter dem Dorfe Schmalensee, links, befand sich Artillerie, rechts, in der Richtung nach Tarbek das 15. und 16. Husarenregiment. Vor dem Dorfe Tarbek bildete eine Stader Batterie die Avantgarde und hinter Tarbek, bei der dortigen Ziegelei, stieß unser Gewährsmann auf unsere Neumünster’schen 85er Musketiere, alle wohlauf und munter. Um 8¾ Uhr wurde bei Bornhöved von den beiden Musikkapellen 84. und 86. Regiments Zapfenstreich und Gebet geblasen, was, inmitten des militärischen Lagers, einen erhebenden Eindruck machte. Überall herrschte reges buntes Treiben; namentlich aber bot die Aussicht von den Bergen in der Tarbeker Gegend einen äußerst interessanten Anblick, weil von dort aus fast sämtliche Wachtfeuer, rings von den bivouakirenden Truppen umlagert, zu übersehen.“

 

Die historische Aufnahme stammt aus dem Büchlein „Das Amt Bornhöved in alten Ansichten“ von Harald Timmermann aus dem Jahr 1995 und zeigt Soldaten des Schleswig-Holsteinischen Husarenregiments Nr. 16 (Schleswig) in den 1890er Jahren auf dem Exerzierplatz auf der Gönnebeker Heide (heute Trappenkamp) mit ihrer Feldschmiede und vermutlich Bewohnern der Umgebung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Husaren-Feldschmiede um 1900 auf dem Übungsplatz auf der Gönnebeker Heide

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: