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Oktober-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

Schmalensee , den 01.10.2019

Alte Zeitungen liefern späteren Generationen oft Aufschluss über ungeahnte Geschehnisse und bieten den Älteren Gelegenheit zum Schwelgen in Erinnerungen. Quelle für diese Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. An dieser Stelle werfen wir den Blick auf den Monat Oktober:

 

Gerichtstage: Vom 1. Oktober 1879 an, also vor 140 Jahren, gelten neue, feste Termine des Amtsgerichts zu Bramstedt. An jedem Dienstag werden bürgerliche Rechtsstreitigkeiten der Abteilung I, donnerstags der Abteilung II verhandelt. Polizeigerichtssachen werden für den ganzen Amtsgerichtsbezirk freitags behandelt. Außerdem findet ab sofort an jedem zweiten Montag im Monat der Gerichtstag für die Dorfschaften Bornhöved, Gönnebek, Schmalensee, Arfrade, Daldorf, Damsdorf, Stocksee, Tarbek und Tensfeld sowie für das Gut Kuhlen in Bornhöved statt. „Gerichtsraum“ ist die Gastwirtschaft Lantau.

 

Amtsvorsteher: Heinrich Christian Saggau, Hofbesitzer (Hufner) in Schmalensee und Urgroßvater des heutigen Hofbesitzers Christian Saggau, wird am 1. Oktober 1889, vor 130 Jahren, zum Amtsvorsteher des Amtes Bornhöved ernannt. 25 Jahre später wird im Segeberger Kreis- und Tageblatt eine Grußnote des Amtsausschusses veröffentlicht: „Am 1. Oktober hat Herr Amtsvorsteher Saggau die Geschäfte des Amtsbezirks Bornhöved 25 Jahre geführt. Er hat es verstanden, die Vaterlandsliebe zu fördern, was besonders in dieser schweren Zeit zu Tage getreten ist. Er war stets bemüht, mit viel Freundlichkeit und Pflichttreue in selbständiger Tätigkeit den Amtseinwohnern in jeder Art zu dienen, wofür ihm nicht nur wir, sondern auch alle Einwohner herzlichen Dank wissen. Möge es ihm vergönnt sein, in körperlicher und geistiger Frische noch recht lange seines Amtes zu walten, zum Wohle unseres Amtsbezirks und zum Heile unseres Vaterlandes!“ - Insgesamt führt Heinrich Christian Saggau das Amt Bornhöved 34 Jahre lang, 1924 übernimmt der aus Schmalensee stammende Hinrich Saggau diese Aufgabe.

 

Messerstecher: Im Gasthof Voß kommt es zu Streitigkeiten zwischen Landhelfern, wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt am 3. Oktober 1934, vor 85 Jahren meldet. Als das Messer gezogen wird, versucht ein Schmalenseer Bauer einzuschreiten und wird schwer verletzt: Die Hauptschlagader wird aufgerissen und er erleidet weitere Stichwunden, so dass er eiligst nach Neumünster ins Krankenhaus gebracht wird.

 

Straßenverkehr: Im Zuge der Straßenausbesserungsarbeiten zwischen Bornhöved und Schmalensee kommt es am 12. Oktober 1929, vor 90 Jahren, zu einer erheblichen Störung: Zwar ist eine Umleitung des Fahrzeugverkehrs von Bornhöved über die Klus zum Hof Suhr (Hornshof) angelegt, jedoch hat die Bauleitung eine entsprechende Beschilderung vergessen. Einige Fahrzeuge fahren deshalb in die falsche Richtung, es kommt zu Schäden.

 

Ortsgruppenleiter: Die Ortsgruppe der NSDAP für Bornhöved und Umgebung erhält mit dem Bornhöveder Alfred Dau einen neuen Ortsgruppenleiter. Am 12. Oktober 1934, vor 85 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt von dem im Zuge einer Mitgliederversammlung durch Kreisleiter Stiehr vollzogenen Ernennung. Dau tritt die Nachfolge des Apothekers Dr. Ahrens an, der am Kieler Dreiecksplatz eine Apotheke übernommen hat und in die Provinzhauptstadt umgezogen ist.

 

Imker: Schmalensees Bürgermeister, der Bezirksbauernführer Heinrich Harder, wird im Bad Segeberger Hotel Germania am 14. Oktober 1939, vor 80 Jahren, von der Landesgruppe Schleswig-Holstein im Deutschen Imkerbund verabschiedet. Nach fünf Jahren an der Spitze der Fachgruppe hat Harder sein Amt wegen Überlastung niedergelegt. Als Anerkennung erhält er die Bronzene Wabe der Reichsfachgruppe der Imker.

 

Obstdiebe: In Schmalensee, so berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt vor 110 Jahren am 16. Oktober 1909, treiben seit geraumer Zeit Obstdiebe ihr Unwesen, die zum Teil ganze Bäume im Laufe einer Nacht plündern. Es soll sich um Diebe aus dem Dorf selbst handeln, die sogar, um den Mädchen zu imponieren, öffentlich ihre Beute verzehren. Der Berichterstatter beklagt, dass nicht gegen die Missetäter vorgegangen werde, da im Ort ein Mangel an Dienstboten herrsche – also entweder ein Mangel an Arbeitskräften, aus deren Reihen die Bösewichte stammen könnten oder aber mangelnde Aufsicht durch eben diese Dienstboten.

 

Lehrerkonferenz: Mit einer kleinen Feier beim Gastwirt Rauert würdigt die Lehrerkonferenz Bornhöved am 17. Oktober 1894, vor 125 Jahren, ihren Vorsitzenden, den Organisten Karl Heinrich Reimers, der diese Funktion nun 20 Jahre ausübt. Zu damaliger Zeit ist der Organist der Kirchengemeinde auch als Lehrkraft tätig. Die Kirche wiederum übt im preußischen Staat die Schulaufsicht aus. Reimers Wirken geht sogar so weit, dass er einige Jahre das Amt des Vorsitzenden der Plöner Kreislehrerkonferenz ausgeübt hat – da auch Kreis Plöner Dörfer zum Kirchspiel gehören. In der Lehrerkonferenz, später Lehrerverein für Bornhöved und Umgebung, der 1933 im NS-Lehrerbund aufgeht, tauschen sich die Lehrer der Dörfer in monatlichen Treffen aus, werden über neue Verordnungen und Lehransätze informiert und bilden sich gegenseitig weiter.

 

Goldene Hochzeit: Der Landarbeiter August Kronfeld und seine Frau Lina, die seit 34 Jahren in Schmalensee leben, feiern das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet am 17. Oktober 1944, vor 75 Jahren: „Seit 31 Jahren arbeitet Kronfeld auf dem Hof von Erich Kaack und zuvor bei dessen Vater (Willi). Kronfeld ist Teilnehmer am Ersten Weltkrieg und noch immer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Seine Frau trägt das goldene Abzeichen der Deutschen Mutter. Alle vier Söhne, von denen Wilhelm Kronfeld gefallen ist, nahmen auch am Ersten Weltkrieg teil.“

 

Moorbrand: Im Juni 1959 brannte das Tensfelder Moor, was einen Großalarm auslöste, nun, am 18. Oktober 1959, vor 60 Jahren, brennt das Daldorfer Moor. Zur Bekämpfung werden auch die Wehren des Amtes Bornhöved hinzugezogen. Zur Ursache: Am Morgen hatte man kontrolliert eine Moorfläche brandgerodet, um diese abbauen zu können. Es gab sogar eine Feuerwehrübung, um das kontrollierte Feuer nach Erreichen des Ziels zu löschen. Am Abend aber verselbständigt sich das Feuer.

 

Preismünze: Am 28. Oktober 1964, vor 55 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung von den den aktuellen Bewertungen durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Demnach ist die Deutsche Markenbutter der Meiereigenossenschaft Schmalensee erneut ausgezeichnet worden. Für das Jahr 1964 gab es eine silberne Preismünze.

 

Bauerntag: Das Ende des später als Deutsch-Dänischer Krieg bezeichneten militärischen Konflikts am 30. Oktober 1864 zeichnet sich längst ab, als am Sonntag, 16. Oktober 1864, vor 155 Jahren, in der Stadt Segeberg ein Bauerntag zusammentritt. Zur Teilnahme aufgefordert waren Abgesandte aller Dorfschaften der Kirchspiele, die das (dänische) Amt Segeberg bilden. Wegen der Distanz halten die Bauern aus den Kirchspielen Bramstedt und Kaltenkirchen ihren eigenen Bauerntag ab. In Segeberg sind von 46 möglichen 44 Kommunen vertreten, darunter alle sieben des Kirchspiels Bornhöved. Inhaltlich geht es um den zu erwartenden Friedensschluss zwischen Deutschem Bund und Dänemark – da sich die Landeshoheit ändern wird, sind besonders die Bauern als Landeigentümer daran interessiert, wie es mit dem Herzogtum Preußen weitergehen soll.

 

 

 

 

Foto: Meierei Schmalensee

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Oktobermeldungen (28.09.2019)

Kontakt
 

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Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
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