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Februar-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

Schmalensee , den 01.02.2020

Auch im Jahr 2020 wollen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung werfen. Alte Zeitungen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung.

 

Großübung des Roten Kreuzes: Im Raum Bornhöved-Trappenkamp wird am 1. Februar 1975, vor 45 Jahren, der Katastrophenfall geübt. Das Deutsche Rote Kreuz bietet neben den lokalen Kräften einen Sanitätszug, einen Krankentransportzug und die Betreuungszüge Bad Segeberg und Wahlstedt auf. Geübt werden die Bergung, Versorgung, Verlegung und Unterbringung von mehreren Verletzten. In der Realschule Bornhöved wird eine Behelfsunterkunft mit Feldküche eingerichtet, um diese aufzunehmen und zu versorgen.

 

"Lügenpresse" 1925: Das gab es schon einmal: Während einer Versammlung der Kreisgruppe Segeberg des „Stahlhelm“, einer paramilitärischen Vereinigung ehemaliger Frontsoldaten am 2. Februar 1925, vor 95 Jahren, greift der Vorsitzende Böckmann das Segeberger Kreis- und Tageblatt an. Die Zeitung sei „nicht zuverlässig“ und verbreite „Unwahrheiten“. Gestört hatte Böckmann vor allem ein Bericht über den Frontsoldatentag in Magdeburg. Das SKTB hatte von 40.000 Teilnehmern berichtet, laut „Stahlhelm“ seien über 100.000 Teilnehmer zu verzeichnen gewesen. Die Reaktion der Redaktion: Sie lässt ihre Leser wissen, auf eine Berichterstattung zur Versammlung und den durchaus interessanten Ausführungen zu verzichten, um diese nicht „unter dem Gesichtswinkel der Unwahrheit betrachtet“ zu wissen. Eine Beobachtung will das SKTB dann aber doch nicht unterschlagen: „Im Übrigen ist noch hervorzuheben, dass Herr Böckmann auch den Segeberger Juden den Kampf ansagte.“

 

Schmalenseer kämpft in Afrika: Mit Interesse verfolgen die Deutschen im Jahr 1905 die seit 1904 stattfindenden Kämpfe deutscher Kolonialtruppen gegen den Aufstand der Herero in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Unter den Soldaten ist, so meldet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt am 2. Februar 1905, vor 115 Jahren, auch Gustav Fischer, Sohn des Schmalenseer Landmanns Fischer auf Höllenhorst. Gustav Fischer ist Kriegsfreiwilliger und diente zuletzt im Itzehoer Artillerieregiment Nr. 9.

 

Abschied von St. Ansgar: Die Katholische Kirchengemeinde Trappenkamp/Bornhöved feiert mit einer Heiligen Messe am 3. Februar 2000, vor 20 Jahren, Abschied von der St. Ansgar-Kirche in Bornhöved. Es ist der letzte Gottesdienst der Katholiken vor der Profanisierung des Gotteshauses, das weltlichen Zwecken überlassen werden soll. Teile des Inventars werden einer Kirchengemeinde in Kroatien zur Verfügung gestellt, andere gelangen nach Trappenkamp.

 

Koalition der Parteien: In Oberwegs Gasthof in Bornhöved findet am Abend des 5. Februar 1920, vor 100 Jahren, auf Einladung von Deutscher Demokratischer Partei (DDP), Deutschnationaler Volkspartei (DNVP), Sozialdemokratischer Partei (SPD) und Deutscher Volkspartei (DVP) eine Kundgebung gegen die Auslieferung deutscher Männer statt. Die auch in der Presse als „Feindbund“ bezeichneten Siegermächte des Ersten Weltkriegs sollen neben drückenden Reparationsleistungen auch die Auslieferung prominenter Vertreter der alten kaiserlichen Regierung und der kaiserlichen Armee gefordert haben. Rund 200 Personen folgen dem Ruf zur Veranstaltung und hören teils stark revanchistische Reden.

 

Bauern bremsen Innovationen: Der Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und Umgebung diskutiert auf seiner Generalversammlung in Hein’s Gasthof am 10. Februar 1900, vor 120 Jahren, u.a. die Gründung einer Dienstbotenkrankenkasse. Von einer solchen wird vorerst abgesehen, da mehrheitlich eine Vereinbarung mit der bestehenden Bornhöveder allgemeinen Krankenkasse angestrebt wird. Auch in der Frage der Gründung eines Viehzuchtvereins auf lokaler Ebene herrscht Uneinigkeit – zwischen den Züchtern schwarz- und rotbunter Rinder.

 

Großfeuer auf Stockseehof: Von einem Feuer wird am 11. Februar 1930, vor 90 Jahren, der Stockseehof heimgesucht. Um 18 Uhr bricht in dem großen mit Reet gedeckten Viehhaus Feuer aus. Das Feuer greift schnell um sich und es gelingt den Arbeitern, die noch mit dem Melken beschäftigt sind, nur mit Mühe, die Kühe ins Freie zu treiben. Drei Kälber verbrennen in dem Gebäude; sieben Feuerwehren der Umgebung eilen zum Löscheinsatz herbei.

 

Pferdefuhrwerk vs. Automobil: Auf der Chaussee in Schmalensee scheuen am 12. Februar 1910, vor 110 Jahren, die Pferde am Fuhrwerk des Hufners Saggau vor einem herannahenden Automobil. Die Tiere gehen durch und Frau Saggau wird dabei aus dem Wagen geschleudert. Sie zieht sich Hautabschürfungen zu und verrenkt sich einen Arm. Unerwähnt bleibt im Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts, um welchen Hufner Saggau und seine Frau es sich handelt – lange beschränkte sich die Zeitung darauf, nur Nachnamen zu nennen, dafür stets in Verbindung mit der Berufsbezeichnung.

 

Neuer Bäcker in Schmalensee: Mittels Anzeige am 15. Februar 1925, vor 95 Jahren, meldet Bäcker Paul Pöhls die Übernahme der Bäckerei der Witwe Sievers in Schmalensee und empfiehlt sich der „geehrten Kundschaft von Schmalensee und Umgebung“: „Es wird mein Bestreben sein, meine Kundschaft reell und sauber zu bedienen“, schreibt Pöhls und bittet „um gütigen Zuspruch“.

 

Zuchthengste on Tour: Am 15. Februar 1880, vor 140 Jahren, werden in Bornhöved drei Hengste, so genannte „Beschäler“, des Königlichen Schleswig-Holsteinischen Landgestüts Traventhal stationiert. Die Landwirte der Umgebung, die sich mit der Pferdezucht befassen, können Termine zum Decken ihrer Stuten vereinbaren. Der Deckpreis beträgt 15 Mark.

 

Invasion der Ostfriesen: Am 22. Februar 1910, vor 110 Jahren, inserieren lokale Makler im Segeberger Kreis- und Tageblatt: Sie suchen Landstellen für am Kauf interessierte Ostfriesen. Mit Erfolg, wie sich zeigen wird – im Frühjahr wird eine Welle von Hofaufkäufen durch ostfriesische Familien einsetzen. In Schmalensee setzte der Trend laut Chronik von Heinrich Göttsch schon früher ein: 1909 kaufte der Ostfriese Eilt Siebelts eine Landstelle von Ludwig Saggau.

 

Kriegsgefangene mit vier Beinen: In Neumünster erscheinen am 24. Februar 1915, vor 105 Jahren, hunderte von Landwirten, darunter auch viele aus dem Kreis Segeberg, um von der Landwirtschaftskammer Beutepferde aufzukaufen, die von der Militärverwaltung verfügbar gemacht wurden.

 

Schwere Fracht: Am 25. Februar 1910, vor 110 Jahren, fährt sich ein Möbeltransportfahrzeug aus Neumünster auf dem Weg von Bornhöved nach Tarbek derart fest, dass ganze 16 Pferde vorgespannt werden müssen, um das Gefährt wieder in Bewegung zu setzen.

 

Landjugend unterhält Landjugend: Am 27. Februar 1955, vor 65 Jahren, besucht die Landjugendgruppe Schmalensee die Ricklinger Gruppe. Der gemütliche Abend findet im Gasthof Zur Doppeleiche statt. Nach der Kaffeetafel führen die Schmalenseer unter großem Beifall den plattdeutschen Schwank „Wenn de Katt ut’n Hus is“ auf. Volks- und Gesellschaftstänze runden das Abendprogramm ab.

 

 

 

Foto: Landstellen für Ostfriesen SKTB 22.02.1910

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Historische Meldungen (29.01.2020)

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24638 Schmalensee

 

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