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War da was am Warntag?

14. 09. 2020

Nachdem auf dieser Gemeinde-Homepage auf den nach 30 Jahren Pause ersten bundesweiten Warntag am 10. September hingewiesen worden war, ist ein kurzer Blick zurück angeraten.

 

Wie berichtet, sollte, ausgehend vom Modularen Warnsystem (MOWAS) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, ein Alarmsignal diverse Warnmittel in der ganzen Republik aktivieren. Ziel dieser Übung: Eine Sensibilisierung der Bevölkerung für eben jene Warnmittel wie Sirenen, Lautsprecher-Durchsagen, Warn-Apps, digitale Werbeflächen sowie das Radio und Fernsehen. Denn Szenarien, vor denen flächendeckend gewarnt werden muss, sind nicht abwegig: Umwelt- und Naturkatastrophen, Terrorangriffe, Waldbrände und andere Großschadenslagen.

 

Um 11 Uhr sollte der Probealarm ausgelöst und um 11.20 Uhr aufgehoben werden. Das hat nicht geklappt.

 

In den Fokus der Kritik rückte dabei die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App), die kostenlos verfügbar und für den eigenen Standort beziehungsweise Landkreis oder Stadt eingestellt werden kann. Erst um 11.17 Uhr drang das NINA-Signal durch, und dann auch nur als stiller Alarm – der Nutzer musste die Applikation öffnen und nachschauen, ob eine Nachricht vorliegt.

 

Von einem Flop schrieb manche Zeitung, zumal die Aufhebung des Probealarms erst um 11.40 Uhr (und noch einmal gut 24 Stunden später) erfolgte. Es sei zu einer Überlastung des Signals gekommen, auch, weil einige Bundesländer zusätzlich zum Bundesamt eigene Warnmeldungen in die NINA einspielten, heißt es in einer Mitteilung des schleswig-holsteinischen Innenministeriums.

 

Sirenenalarm gab es auch nicht. Das Bundesamt ist nicht in der Lage, diese mit einem Signal zentral anzusteuern. Und auch im Kreis Segeberg blieben die Sirenen, mit Ausnahme der Stadt Norderstedt, stumm. Aussage des Kreises ist, dass die Leitstelle nur Alarm für die Feuerwehren auslösen kann, andere Warntöne seien gar nicht einprogrammiert. Es sei nicht einmal bekannt, wie viele Sirenen in den Gemeinden noch vorhanden seien, in deren Zuständigkeit die Sirenen fallen.

 

Bliebe – zumindest für Schmalensee – neben Funk und Fernsehen noch das Warnmittel Freiwillige Feuerwehr: Die ist tatsächlich mit einem Außenlautsprecher in der Lage, Ansagen vom Einsatzfahrzeug aus an die Bevölkerung zu richten. An einem Donnerstagvormittag eine solche Übung zu fahren wäre, insbesondere gegenüber Arbeitgebern, sicher keine gute Werbung für das Ehrenamt gewesen.

 

Bleibt festzuhalten, dass der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung wohl mehr ein Lerntag war, an dem Mängel und Fehler aufgedeckt wurden. Bis zum nächsten zweiten Donnerstag im September sollten diese hoffentlich beseitigt sein.

 

 

 

Foto: Die WarnApp NINA funktionierte am Warntag - aber nicht wie geplant

Fotoserien zu der Meldung


Warntag (13. 09. 2020)

 
Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: