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November-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

15. 11. 2020

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung.

Weil seit Mitte März das neuartige Coronavirus das gesellschaftliche Leben beeinträchtigt und wir sehr wahrscheinlich noch einige Zeit mit Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens belegt sind, gibt es für die treue Leserschaft im Monat November die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr in dieser schweren Zeit ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil.

 

Ein Verein für die Imker: In der Bornhöveder Gastwirtschaft Wittorf wird am 17. November 1895, vor 125 Jahren, der Bienenzuchtverein für Bornhöved und Umgebung gegründet. 23 Imker treten sofort bei. Zum Vorsitzenden wird der Chausseeaufseher Joost aus Hollenbek gewählt. Tischlermeister Tietgen aus Schmalensee wird Stellvertreter, Gastwirt Wittorf Schriftführer. Im Dezember wird zudem der Rentner Kaack aus Bornhöved zum Kassenwart gewählt.

 

Über 50 Mann im Feld: Erster Weltkrieg. Aus Schmalensee befinden sich laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 17. November 1915, vor 105 Jahren, 54 Männer an der Front. Einer ist Bruno Göttsch, Kriegsfreiwilliger und Sohn von Lehrer Heinrich Göttsch, der einige Tage zuvor bei Styr in Rußland verwundet worden ist: Drei Gewehrschüsse zerschmetterten die Knochen eines Unterarms. Die Damen des Dorfes, so die Zeitung, beschließen, für jeden der Männer ein Weihnachtspäckchen aufzugeben.

 

Ein schlimmer Jagdunfall: Vor 140 Jahren, am 20. November 1880, berichtet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt von einem tragischen Ereignis in der Stockseer Gemarkung: Gegen 23 Uhr begibt sich der örtliche Lehrer mit seinem neunjährigen Sohn auf einen Pirschgang. Er beauftragt den Jungen, ein paar Wiesen abzutreiben und begibt sich selbst in den Ansitz. Plötzlich fällt ein Schuss und das Kind schreit auf: Der 19-jährige Sohn des Schmieds ist ebenfalls auf der Pirsch und hat den Jungen für ein Stück Wild gehalten. Der Bericht der Zeitung lässt offen, ob der Junge stirbt. Er soll „hoffnungslos daniederliegen“, schließt der Artikel.

 

Denkmal spät erweitert: Am 20. November 1960, vor 60 Jahren, wird das neu gestaltete Ehrenmal der Gemeinde für die Gefallenen beider Weltkriege eingeweiht. Neue Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges wurden eingesetzt, ein Landschaftsgärtner hat den Grünplatz angelegt. Unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr Bornhöved und des Männergesangvereins Eintracht aus Bornhöved vollzieht sich die Feierstunde unter reger Beteiligung der Schmalenseer Bevölkerung und sämtlicher Vereine. Pastor Meyer hält die Weiherede, Kränze legen u.a. Bürgermeister Helmut Saggau und Amtmann Adolf Biß nieder.

 

Zwei Feuer in einer Nacht: Am 23. November 1895, vor 125 Jahren, ist der rote Hahn im benachbarten Amt Stocksee unterwegs: Von Stocksee her ertönen um 20.30 Uhr die Feuersignale. Auf Stockseehof brennen sieben große Korndiemen, die aber wegen günstigen Windes und großem Abstand zu den Gebäuden keinen weiteren Schaden anrichten können. Um 23.30 Uhr brennt in Damsdorf das Anwesen des Hufners August Dunker nieder. Die Familie wird im Schlaf vom Feuer überrascht und kann nur wenig von dem glücklicherweise versicherten Mobiliar retten. An Vieh verenden zwei Pferde, ein Fohlen und einiges Geflügel. Alle benachbarten Wehren beteiligen sich an der Brandbekämpfung – alle bis auf die Wehr aus Muggesfelde, wie das Segeberger Kreis- und Wochenblatt berichtet. Die Brandwehr des Gutsbezirks kann diese Nachricht aber nicht auf sich sitzen lassen und stellt in einer späteren Ausgabe klar, dass derzeit in der Gemeinde kein Nachtwächter tätig sei und somit keine Alarmierung erfolgte.

 

Heinrich Harder führt die Schwarzbunten: Im Bad Segeberger Kreisbauernhaus findet am 29. November 1930, vor 90 Jahren, die 58. Generalversammlung des Kreisvereins Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner statt. Ein Lichtbildvortrag vermittelt die Grundlagen der Zuchtlehre. Im Regularienteil erfolgt die Neuwahl des Vorsitzenden. Da C. Isenberg nicht wieder kandidiert, kommt es zur geheimen Wahl, aus der Heinrich Harder aus Schmalensee als neuer Kreisvorsitzender hervorgeht. Geschäftsführer Heinrich Göttsch, Lehrer in Schmalensee, wird wiedergewählt.

 

 

 

Foto: Schmalensees Bürgermeister Heinrich Harder wurde 1930 Kreisvorsitzender der Schwarzbuntzüchter

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Historisches (31. 10. 2020)

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