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August-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

Schmalensee , den 01. 08. 2022

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen geben Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. Bildmaterial aus Familienalben rundet die Beiträge mitunter ab.

Für die treue Leserschaft in Schmalensee und darüber hinaus haben wir im Monat August die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der erste Teil.

 

Veränderungen der Kreisgrenzen: Mit dem 1. August 1932, vor 90 Jahren, verschwindet von der Landkarte Schleswig-Holsteins der Landkreis Bordesholm. Wirksam wird eine Verordnung des Preußischen Staatsministeriums bezüglich der Neugliederung von Landkreisen unter anderem auch in der Provinz Schleswig-Holstein. Die Gemeinden Boostedt, Braak, Brokenlande, Gadeland, Großenaspe, Groß Kummerfeld, Latendorf, Willingrade und Wittorf werden dem Kreis Segeberg zugeschlagen. Der Nachbarkreis Plön erfährt noch größere Gebietszuwächse. Bothkamp, Husberg, Bönebüttel, Rendswühren und Schillsdorf sowie zahlreiche Orte bis nach Wellsee werden diesem angegliedert.

 

Schmalensee hat wieder eine Poststelle: Nachdem Schmalensee seit Mai 1952 keine eigene Poststelle mehr hatte, wird zum 1. August 1952, vor 70 Jahren, im Hause des Kaufmanns Tietgen (heute Dorfstraße 4) eine neue Poststelle eingerichtet. Den Postdienst übernimmt ab dem 15. August 1952 Anneliese Behrend, zunächst als ständige Vertreterin, ab 1. Mai 1953 dann als Leiterin der Poststelle Schmalensee. Später zieht die Filiale mit der Familie Behrend in das neu errichtete Haus Dorfstraße 1 um. Im Juli 1988 werden im Dorf Pläne der Bundespost diskutiert, die Postfiliale zu schließen – wenige Monate bevor Annelies Behrend nach über 36 Jahren Postdienst in den Ruhestand geht. Die Proteste bewirken, dass die Oberpostdirektion in Kiel einlenkt und den Schmalenseern ihre Postfiliale bis zum 31. Dezember 1989 auf Probe erhalten wird. Am 1. Dezember 1988 übernimmt Marlene Peckelhoff die Geschäfte der Posthalterin. Die Filiale zieht um in ihr Haus in der Damsdorfer Straße 2. Bereits am 27. November 1988, dem 60. Geburtstag von Annelies Behrend, wird diese bei einer Feierstunde im Gasthof Voß in den Ruhestand verabschiedet. „Sie waren Posthalterin mit Leib und Seele und haben mit ihrer kundenfreundlichen Art die Post in Schmalensee gut präsentiert“, lobt Postdirektor Fritz Engeln.

 

Tischtennisverein ist Geschichte: Berichte der Segeberger Zeitung vom 1. und 10. August 1972, vor 50 Jahren, setzen einen Schlussstrich unter die kurze Existenz des Tischtennisvereins Schmalensee. Gegründet worden war dieser im Oktober 1968 unter anderem vom Gründungsvorsitzenden Hans-Heinrich Knieschke. Der Verein trainierte zunächst immer montags auf dem Saal des Gasthof Voß. Im April 1969 bemühte sich Knieschke um die Schaffung eines Mehrzweckgebäudes, von dem neben dem TTV auch weitere Vereine und Organisationen profitieren sollten. Am 23. April 1969 fand eine Sitzung der Gemeindevertretung statt, die drei von Knieschke formulierte Anträge behandelte. Der TTV wünschte die Einrichtung eines Ausschusses für Jugendförderung und Sport – dem wurde entsprochen. Es wurde ferner gewünscht, in der Schule einen Tischtennisraum einzurichten – dem konnte aufgrund des zu geringen Platzes nicht entsprochen werden. Ferner wurde gebeten, ein Gelände zur Errichtung eines Freizeitheimes aufzukaufen – das Anliegen wurde anerkannt, der Sachverhalt in den noch zu gründenden Ausschuss für Jugendförderung und Sport verwiesen. Zu einer Umsetzung kam es seinerzeit nicht. (Erst ein neuer Anlauf des 1980 gegründeten SV Schmalensee, ab 1982 mit einer Tischtennis-Sparte ausgestattet, kam 1985 zur Vollendung.) Der TTV trainierte später in Bornhöved und insbesondere Trappenkamp und nahm auch am Punktspielbetrieb teil. Doch es fehlte eine sportliche Heimat. Der SZ-Bericht vom 1. August 1972 über die Jahreshauptversammlung des TSV Quellenhaupt Bornhöved benennt Knieschke als dortigen Tischtennis-Spartenleiter; bei der Veröffentlichung der Abschlusstabellen der Tischtennis-Spielklassen im Kreis Segeberg am 10. August dann ist der TTV Schmalensee in der 1. Kreisklasse als „gestrichen“ aufgeführt.

 

Reges Bauen in Bornhöved: Im Evangelischen Kindergarten Bornhöved wird am 2. August 1982, vor 40 Jahren, ein neuer Gruppenraum eingeweiht. 150.000 DM hat die Erweiterung gekostet. Damit wird die Aufnahme einer neuen, 20-köpfigen Gruppe möglich. Trotzdem damit die Zahl der Kinder auf 75 steigt, ist die Warteliste von Kindergartenleiterin Ulrike Thomas noch immer lang.

Am 4. August berichtet die Segeberer Zeitung zudem von der Fertigstellung und Einweihung des (vorerst) letzten Bauabschnitts der Realschule. Damit endet eine seit 1966 fast ununterbrochene Bautätigkeit an der ehemaligen Mittelschule. Da seit Gründung der Schule die Schülerzahlen stetig anstiegen, wurde schon im Herbst 1971 (Klassenräume) bzw. Ostern 1972 (Fachräume) der zweite Bauabschnitt fertiggestellt. Es folgte im Mai 1975 ein dritter Bauabschnitt. 1980 musste im ersten Bauabschnitt ein beträchtlicher Brandschaden beseitigt werden, ehe im Oktober 1981 die Lehrküche in Betrieb genommen werden konnte. Im vierten Bauabschnitt sind nun drei weitere Klassenräume fertiggestellt, deren Bau 350.000 DM gekostet hat.

 

Hamburger Sportler besuchen Schmalensee: Der Sportverein Ku-Ka-Keh aus Hamburg war im Juli 1927 in Bornhöved während der Feierlichkeiten zur 700-Jahr-Feier der Schlacht von 1227 auf die Schmalenseer Reiter aufmerksam geworden, die beim dortigen Reitturnier durch glänzende Leistungen überzeugten. Die Hamburger kommen, nachdem man sich verabredete hatte, nach Schmalensee, wo man sich auf dem Sportplatz vor viel Publikum einem Vergleich im Faustball stellt. Wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt am 4. August 1927, vor 95 Jahren berichtet, beweisen die Schmalenseer Reiter, dass sie auch in diesem Sport stark sind, Ku-Ka-Keh gewinnt nur knapp gegen die erste (48:42) und zweite (42:32) Mannschaft. Die zweite Schmalenseer Mannschaft besiegt anschließend die Damenmannschaft der Hamburger mit 67:35 Punkten. Viele Schmalenseer erhalten laut Pressebericht im Zuge der Spiele das grüne Vereinsabzeichen des Hamburger Vereins.

 

Arbeitsjubiläen in Schmalensee: Der Segeberger Landwirtschaftliche Kreisverein zeichnet laut einem Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 4. August 1912, vor 110 Jahren mehrere Landarbeiter für ihre langjährigen treuen Dienste aus. Unter den Geehrten ist auch der Arbeiter August Griese, der seit 18 Jahren für den Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau tätig ist. Christian Burmeister arbeitet seit 15 Jahren für den Gemeindevorsteher Theodor Schnohr. Und seit 12 Jahren steht das „junge Mädchen“ Dora Bornhöfft in Diensten des Rentiers Matthias Christian Suhr, der Besitzer der Hufe 1 mit dem Dorfkrug und langjähriger Gemeindevorsteher war.

 

Keine Tanzveranstaltungen in der Erntezeit: Segebergs Landrat von Mohl untersagt am 6. August 1937, vor 85 Jahren, für die Erntezeit die Durchführung von Tanzlustbarkeiten. Die zahlreichen zur Erntehilfe herangezogenen Arbeitskräfte würden in ihrer Leistungsfähigkeit geschwächt, da die meist sonntäglichen Veranstaltungen oft bis in die frühen Morgenstunden andauern würden. Nur in besonderen Fällen dürfen die Ortspolizeibehörden Ausnahmen erlauben.

 

Vereinigung der Totengilden: Der Vorstand der Totengilde Bornhöved beschließt am 10. August 1907, vor 115 Jahren, seiner Mitgliederversammlung am 18. August den Zusammenschluss mit der Schmalenseer Totengilde vorzuschlagen. Die beiden Gilden haben 86 beziehungsweise 46 Mitglieder. An jenem Tag tagt auch die Schmalenseer Gilde und beide Versammlungen beschließen ihre Verschmelzung. Der zukünftige Vorstand soll aus drei Herren für Bornhöved und zwei für Schmalensee bestehen. Der Beitrag beträgt im Monat 20 Pfennig für Familien und 10 Pfennig für Alleinstehende. Totengilden waren und sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, die ihren Mitgliedern ein Sterbegeld und somit eine anteilige Übernahme der Bestattungskosten garantieren. Bornhöved hatte einst zwei solcher Totengilden. Alle zusammen haben einen bis heute tätigen Rechtsnachfolger, die Sterbekasse für Bornhöved und Umgebung.

 

Eine Fahne für den Militärverein: In Bornhöved findet am 15. August 1897, vor 125 Jahren, die lang erwartete und ursprünglich am 1. August vorgesehene Fahnenweihe des Militärvereins für Bornhöved und Umgebung statt. Die in Bonn gefertigte Fahne kostet 435 Mark, wovon die Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek 150 Mark übernommen hat. Außerdem werden dem Verein vier Fahnennägel gestiftet – vom Leezener, Plöner und Wankendorfer Militärverein sowie vom Bornhöveder Kampfgenossenverein von 1870/71. Der Segeberger Militärverein hat einen weiteren Nagel angekündigt. Nach einem Empfang am Vormittag im Gasthof Zur Linde, dem Vereinslokal, findet auf der Petershöhe ein Feldgottesdienst mit Fahnenweihe und Konzert statt. Nach dem Essen soll es einen Ball geben. Schon am Sonnabendabend hat es einen Zapfenstreich gegeben.

 

Bild zur Meldung: Kaufmannshaus Dorfstraße 4 mit Poststelle

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Historisches (31. 07. 2022)

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Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail:

 

 

 
 
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