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„Die alte Schwentine neu entdecken – eine kulturhistorische Landschaftsbetrachtung“ - Holsteinseen präsentierte fesselnden Vortrag

Schmalensee , den 29.06.2018

Wieder einmal hatte Jürgen Bucksch, Vorsitzender des Tourismusvereins Holsteinseen, nicht zu viel versprochen bei der Ankündigung einer Vortragsveranstaltung: 90 Minuten lang fesselte der Preetzer Gerd Dreßler die Zuhörerschaft im sehr gut besuchten Schmalenseer Gemeindesaal mit einem Ausflug entlang der Alten Schwentine.

 

Der Fregattenkapitän im Ruhestand, dessen Kenntnisse über Land und Leute aus einem umfangreichen bürgerschaftlichen Engagement herrühren, das wiederum auf sehr viel praktischer Erfahrung in vielen Lebensbereichen fußt, entführte sein Publikum nicht einfach in einen Lichtbildervortrag. Er vermittelte – bildunterstützt – sehr viel Wissen zu dem, was sich links und rechts des in unserer Gegend nur schmalen Wasserlaufs abspielte und immer noch tut. Eine Zusammenfassung von Geschichte, Landschafts- und Heimatkunde, angereichert durch Wissenswertes aus vielerlei Themenbereichen.

 

Gleich zu Beginn räumte Gerd Dreßler mit dem noch immer in Teilen der holsteinischen Bevölkerung vorherrschenden Irrglauben auf, die Schwentine entspringe am Bungsberg. Dorthin hatte sie im 17. Jahrhundert Dankwerth in seiner Landesbeschreibung verortet; später war die Unterscheidung in „Alte“ und neue Schwentine vorgenommen worden, die sich in Preetz zur Schwentine vereinigen, die wiederum in die Kieler Förde mündet.

 

Auch der Limes Saxoniae, der unbefestigte Grenzraum zwischen Sachsen und Slawen vom 9. bis ins 12. Jahrhundert, war ein bedeutendes Thema, da die (alte) Schwentine Teil dieser im Gelände gedachten Linie war, die (was seit den 1920er Jahren umstritten ist) unmittelbar an Schmalensee vorbei führte.

 

Inwieweit die Alte Schwentine befahrbar ist (weitaus schlechter als die Bungsberg-Schwentine), welche weiteren Namen der Fluss in verschiedenen Abschnitten trägt (Bornbek im Bornhöveder Raum), was es mit Wassermühlen, Gütern und Klöstern auf sich hat, welche Mätressen, Künstler und Patrioten hier lebten und inwieweit Landwirtschaft im Wandel der Zeit Einfluss auf die Landschaft nahm und nimmt – all das waren weitere interessante Facetten des Vortrags, den Gerd Dreßler ehrenamtlich hielt.

 

Sicher: Vieles wird der Zuhörerschaft aus Schmalensee und der weiteren Umgebung irgendwie bekannt gewesen sein. Aber wann erhält man schon eine so umfangreiche Zusammenfassung, angereichert mit teils einmaligen Aufnahmen und Anekdoten und obendrein stets versehen mit Hinweisen, was die Schutzbedürftigkeit von Landschaft und Leben entlang des Wasserlaufs betrifft?

 

Zuguterletzt griff Dreßler den Begriff „Heimat“ auf. Heimat nicht als Relikt vergangener Epochen und Synonym für Vergangenheit, sondern Heimat, in der wir leben, die wir schützen und anderen öffnen wollen, als Zukunftsperspektive. Und – logische Konsequenz daraus – Heimat als Verpflichtung.

 

Foto: Die alte Schwentine neu entdecken

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Vortrag (29.06.2018)

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24638 Schmalensee

 

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