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Vor 135 Jahren: Feuersbrunst in Bornhöved

16.04.2019

Am 16. April 1884, vor 135 Jahren, kam es im benachbarten Bornhöved zur zweiten großen Feuersbrunst binnen zehn Jahren. Für die Schmalenseer, deren Brandwehr das Feuer im Kirchdorf bekämpfen half, ein ungeahnter Vorgeschmack auf den großen Brand, der ihr eigenes Dorf ein Jahr später heimsuchen sollte.

 

Um 23 Uhr ertönen am 16. April 1884 in Bornhöved die Sturmglocken und warnen die Bevölkerung vor dem Brand, der in der Pastoratsscheune ausgebrochen ist. 32 Gebäude, vornehmlich am Kuhberg gelegen, werden ein Raub der Flammen. Die Freiwillige Feuerwehr Bornhöved tut alles ihr mögliche, doch zu allem Unglück ist der Mühlenteich erst kürzlich abgelassen worden und es herrscht Wassermangel. Acht auswärtige Spritzenmannschaften eilen den Bornhövedern zu Hilfe, darunter die Schmalenseer. 20 Familien werden obdachlos, immerhin kommt niemand körperlich zu Schaden. Die Provinzialregierung trifft später die Feststellung, dass die vornehmlich „weiche“ Bedachung ein Feuer solcher Größe begünstigt habe.

 

Aus der Berichterstattung des Segeberger Kreis- und Wochenblatts:

 

Gegen 10 ¾ Uhr hatte der Geselle des Müllers Voß … den Ausbruch des Feuers bemerkt. Der Mann lief sofort „Feuer“ rufend herbei, ehe er aber von der Mühle bis zu der in Brand geratenen Scheune kam, … war auch die zweite Scheune und das Schuhmacher Griese'sche Haus schon vom Flugfeuer entzündet. … Der scharfe Wind trieb die dichten Flugfeuer-Garben schnell genug auf die … Strohdach-Scheunen und von dort aus verbreitete sich dann die Glut mit furchtbarer Gewalt, die weiter auf beiden Seiten der Straße hinunter liegenden Strohdach-Gebäude in Flammen setzend, so dass nach reichlich einer Stunde alle … Gebäude ein Flammenmeer bildeten.

 

Der brave Hauptmann der Bornhöveder Freiwilligen Feuerwehr hatte mit seiner kleinen Schar alle Kräfte angespannt und er hielt bei derselben aus, bis sein eigenes Haus, obgleich massiv und mit harter Bedachung, doch, inmitten der Feuersglut stehend, ebenfalls in Brand geriet. …

 

Obgleich der Wassermangel … das Rettungswerk ganz außerordentlich erschwerte, haben die Löschmannschaften doch manche erwähnenswerte brave Tat ausgeführt. Die Steiger der Bornhöveder Feuerwehr und die Spritzenmannschaft aus Schmalensee retteten durch ihr kühnes Eingreifen das Strohdach-Haus des Reepschlägers Peters und das Schieferdach-Haus des Käthners Grütter. …

 

Die Glut entlang der Straße war so schlimm, dass die Spritzenmannschaften Mut und Standhaftigkeit in höchstem Maße bekunden mussten, um sich, mit den teils recht schwerfälligen Löschgeräten, immer weiter durchzuarbeiten zu solchen Stellen, wo etwa noch Hilfe möglich war.

 

Von auswärts waren Spritzen herbeigeeilt von Ruhwinkel, Schmalensee, Gönnebek, Ascheberg, Perdöl und Bockhorn, so dass im Ganzen 8 Spritzen beteiligt waren. ...“

 

Foto: Feuerwehrgerät von Magirus SKWB vom 25.03.1890

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24638 Schmalensee

 

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