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Vor 85 Jahren – Der Wasserspiegel des Schmalensee wird gesenkt

Schmalensee , den 15.05.2019

Am 15. Mai 1934, vor 85 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass mit Arbeiten zur Senkung des Wasserspiegels im Bereich der Bornhöveder Seenplatte oder des Wankendorfer Seengebiets begonnen worden ist. Zwischen 60 und 70 Zentimeter stand das Wasser bis dahin höher als heute.

 

Umfangreiche Entwässerungsarbeiten wurden unternommen, um die angrenzenden Flächen, zu einem Großteil Wiesen, dauerhaft für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Über 450 Hektar „Landgewinn“ versprach man sich davon, wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtete. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung, die das 1933 an die Macht gelangte Regime der Nationalsozialisten überall im Reich praktizierte, um die Arbeitslosigkeit so schnell wie möglich zu bekämpfen, waren 120 Mann, vornehmlich aus Preetz, mit dem Ausheben von Entwässerungsgräben und dem Ausbaggern von Auen beschäftigt.

 

Die so entstandenen Gräben und die alten Auen werden bis heute durch die Gewässerpflegeverbände / Wasser- und Bodenverbände in Ordnung gehalten.

 

Laut Segeberger Kreis- und Tageblatt wurde mit der Maßnahme eine seit gut 100 Jahren bestehende Planung umgesetzt. Und dabei soll oder muss der Wasserspiegel einst noch höher gestanden haben: Bornhöveds Kirchspielchronist Pasche berichtet 1839, dass Bornhöveder See, Belauer See und Schmalensee einst ein See waren. Heinz Willner nennt diesen einen See in seiner 2011 veröffentlichten und nicht unumstrittenen Beschreibung des Limes Saxoniae den „Stagnum Colse“. Dieser wird in einer Abfassung der Hamburgischen Kirchengeschichte durch Adam von Bremen im Jahr 1076 als ein großer See im Verlauf des Limes genannt.

 

Weit später, im März 1871, wird eine bestehende Wasserspiegelproblematik nach 1810 zum zweiten Mal von offizieller Stelle aufgegriffen. Die Landeigentümer aus Bornhöved, Schmalensee und Belau, haben sich zu einer „See-Commune“ zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen den Besitzer der Perdoeler Wassermühle vorzugehen. Dieser hat bislang willkürlich Wasser gestaut oder abgelassen und so in den Uferzonen Nachteile für die Bauern verursacht. Mit einer „Denkschrift betreffend der Abwässerung der Wiesen am Belauer, Schmalen- und Bornhöveder See“ legt ein Ingenieur Mohr dar, wie mit moderner Technik der Wasserabfluss geregelt und mittels Grabenziehung eine zusätzliche Entwässerung herbeigeführt werden kann.

 

Die 1934 begonnenen Arbeiten setzten einen Teil dieser Denkschrift in die Tat um. Schmiegten sich die Seen bis dahin noch an Waldungen und Wiesen an, wie es die Zeitung beschrieb, entstanden nun Strände – was die Hoffnung auf regen Ausflugsverkehr in unsere Region weckte.

 

Foto: Der Schmalensee im Bereich Belauer Straße

Fotoserien zu der Meldung


Damals (15.05.2019)

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