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August-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

Schmalensee , den 01. 08. 2020

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen geben Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. 
Weil seit Mitte März das neuartige Coronavirus das gesellschaftliche Leben beeinträchtigt und wir sehr wahrscheinlich noch einige Zeit mit Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens belegt sind, gibt es für die treue Leserschaft im Monat August die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr in dieser schweren Zeit ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der erste Teil.

 

Feuerwehren sammeln sich: Am 1. August 1920, vor 100 Jahren, feiert die Freiwillige Feuerwehr Bornhöved ihr 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet in der Gemeinde das Kreisfeuerwehrfest statt. Mehrere Wehren, darunter die aus Schmalensee und Gönnebek, beteiligen sich am Nachmittag am großen Brandmanöver. Höhepunkte aber sind die Festbälle, die parallel in drei Lokalen stattfinden. Ein Sonderzug bringt auswärtige Gäste um 23 Uhr zurück in Richtung Kreisstadt Segeberg. 

 

Ein neuer Meierist für Schmalensee: Nachdem sein Vorgänger Georg Schlüter gestorben ist, übernimmt am 1. August 1910, vor 110 Jahren, Andreas Anthony (Antoni) die Aufgabe des Meiereiverwalters in Schmalensee. Anthony war zuvor in Dersau und Daldorf in dieser Position tätig. Sein Engagement in Schmalensee endet 1912. Nachfolger wird Hans Georg Wehling, der hier bis 1938 die Meierei leiten wird. 

 

Auch in Schmalensee waren Juden unerwünscht: Hier die wörtliche Wiedergabe einer Meldung des Segeberger Kreis- und Tageblatts, die am 3. August 1935, vor 85 Jahren, gedruckt wurde und sehr wahrscheinlich so aus Schmalensee an die Zeitung übermittelt wurde: „Wirkt es? Nachdem in den letzten Wochen verschiedene größere und kleinere Badeorte in nicht mißzuverstehender Sprache zum Ausdruck gebracht haben, daß sie keinen Wert auf Besuch durch Juden legen, schwärmen diese aufs flache Land. Ist das schon an sich unerfreulich, so ist es noch schlimmer, daß sie in einem deutschen Bauerndorf tatsächlich auch als Gäste aufgenommen werden. Zur Freude vieler Dorfeinwohner und wohl auch vieler Sommergäste sah man gestern morgen Plakate angebracht, die die Aufschrift trugen, ‚Juden unerwünscht!’ Wirkt es? Auch für beide Teile?“ 

 

Wo starb Heinrich Fischer?: Um den 8. August 1905, vor 115 Jahren, gibt es im Segeberger Kreis- und Tageblatt widersprüchliche Angaben über den Tod des Hufners Heinrich Fischer. Dieser hatte im März dieses Jahres die heute nicht mehr existierende Landstelle „Höllenhorst“ in Schmalensee verkauft und war nach Tensfeld gezogen. Im August trifft ihn bei Mäharbeiten der Hitzschlag und er stirbt. Zunächst heißt es in der Zeitung, Fischer habe in Schmalensee gemäht und sei beim Gang zu einem Wassergraben, wo er wegen Unwohlseins Wasser trinken wollte, verstorben. Später vermeldet Tensfeld, dass Heinrich Fischer dort beim Hafermähen am Hitzschlag gestorben sei.

 

Proteste gegen Schließung des E-Werks: In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg hielt in unserer Gegend die Elektrizität Einzug. 1909 erhielt der Mühlenbesitzer Gundlach in Bornhöved die auf 15 Jahre befristete Konzession, in seiner Mühle (das Gebäude steht noch heute gegenüber der Einmündung der Alten Plöner Chaussee) ein E-Werk einzurichten, an das auch Schmalensee angeschlossen werden sollte. Das aber geschah am Ende nicht und ab September 1910 sorgte wiederum eine Anlage in der neuen Meierei (heute Dorfstraße 17) laut Dorfchronist Heinrich Göttsch für „Licht und Kraft für den Ort“. Zurück nach Bornhöved: 1920, vor 100 Jahren, in einer Zeit großer wirtschaftlicher Not nach dem verlorenen Krieg und den an die Sieger zu leistenden Abgaben, droht die Schließung der Mühle des Herrn Gundlach durch die Behörden, „wegen Unzuverlässigkeit des Inhabers“. Das sorgt für Proteste der in Bornhöved organisierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich in Versammlungen am 8. August 1920 für den Fortbestand der Mühle – vor allem wegen des E-Werks – aussprechen und entsprechende Noten an den Landrat aufsetzen. Diese zeigt, wie rasch die Elektrizität Bedeutung gewonnen hatte: Die Handwerker und vor allem das Ausbesserungswerk Bornhöved der Kiel-Segeberger Kleinbahn könnten ohne Strom nicht arbeiten, es drohten Entlassungen. Bornhöved wäre zudem ohne Beleuchtung. Zunächst aber macht das wenig Eindruck: Am 15. August 1920 erfolgt die Schließung (der Mühle, aber damit auch des vom Mühlenbesitzer Gundlach betriebenen E-Werks) aus genannten Gründen. 

 

Die Realschule brennt: Bei einem Feuer in der Realschule Bornhöved am 9. August 1980, vor 30 Jahren, entsteht ein Sachschaden von rund 800.000 DM. Ein Fachraum und zwei Klassenräume werden in Mitleidenschaft gezogen. Alle Feuerwehren des Amtes Bornhöved sowie Einsatzkräfte aus Trappenkamp und Rickling werden gegen 3.50 Uhr zur Brandstelle beordert. Gegen 8 Uhr ist das Feuer eingedämmt. Da Brandstiftung nicht auszuschließen ist, werden Teile der Schule polizeilich gesperrt. Zudem entsteht nun durch den Schaden, auch in angrenzenden Bereichen, eine erhebliche Raumnot. Der Unterricht kann für die unteren Klassen nach den Ferien erst mit mehrtägiger Verspätung aufgenommen werden. Wegen herrschender Raumnot müssen jedoch täglich zwei Klassen zu Hause bleiben. Um nicht noch mehr Ausfälle zu verzeichnen, wird improvisiert: Die Grund- und Hauptschule hilft mit Räumen aus und das Lehrerzimmer ist zum Klassenraum geworden. Fest steht am Monatsende, dass Brandstiftung Grund des Feuers war.

 

Geschick auf dem Trecker und beim Melken: Gemeinsam mit der Deula-Schönböken führt die Landjugendgruppe Schmalensee am 14. August 1955, vor 65 Jahren, auf einer Koppel von Bürgermeister Helmut Saggau ein Treckergeschicklichkeitsfahren und eine Landtechnik-Ausstellung durch. Auch ein Wettmelken findet statt. Siegerin der Mädchen wird Wilma Saggau aus Schmalensee, bei den Jungen gewinnt Rudolf Pries, Spannhorn. Geschicktester Treckerfahrer ist Heinrich Witt aus Bornhöved mit dem Hanomag. Die Siegerehrung findet mit einem Tanzvergnügen zur Musik der Dersauer Kapelle Tacke im Gasthof Voß statt.

 

Sittlichkeits-Täter geschnappt: Ein aus der Ricklinger Anstalt der Inneren Mission Entlaufener wird am 12. August 1950, vor 70 Jahren, zwischen Schmalensee und Bornhöved von der Polizei gestellt und zurück überstellt. Der Mann hatte sich in Schmalensee mehrfach Frauen und jungen Mädchen in unsittlicher Weise genähert. Bei dem Versuch, ein dreijähriges Mädchen zu sich zu locken, wird er von Erwachsenen überrascht. Auf der Flucht in Richtung Bornhöved läuft er dann der Polizei in die Arme.

 

Foto: Meierei Schmalensee mit Fuhrwerk

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Meldungen (28. 07. 2020)

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Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
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