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Dezember-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

01. 12. 2020

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen geben Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung.

Weil seit Mitte März das neuartige Coronavirus das gesellschaftliche Leben beeinträchtigt und wir sehr wahrscheinlich noch einige Zeit mit Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens belegt sind, gibt es für die treue Leserschaft im Monat Dezember die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr in dieser schweren Zeit ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der erste Teil.

 

Schulfrei für die Volkszählung: In Preußen beziehungsweise im Deutschen Reich findet am 1. Dezember 1885, vor 135 Jahren, eine Allgemeine Volkszählung statt. An diesem Dienstag findet kein Schulunterricht statt, damit die Lehrer sich am „Zählgeschäft“ beteiligen können. Im Januar 1886 liegen die Ergebnisse vor. Demnach hat Schmalensee am Tag der Zählung insgesamt 304 ortsanwesende Einwohner. Fünf Jahre später, am 1. Dezember 1890, werden in Schmalensee nur 280 Personen gezählt.

 

Schmalensee wählt mehrheitlich konservativ: Am 2. Dezember 1990, vor 30 Jahren, findet die erste gesamtdeutsche Wahl zum Deutschen Bundestag statt. Zwei Monate nach der Wiedervereinigung sind die Deutschen in Ost und West bei der zur „Schicksalswahl“ stilisierten Abstimmung zum Urnengang aufgefordert. CDU und FDP erringen einen deutlichen Sieg, erzielen zusammen über 55 Prozent und können den Fortgang der Wiedervereinigung federführend gestalten. Auch im Bundestagswahlkreis 8 Segeberg/Stormarn-Nord werden die Christdemokraten mit ihrem Direktkandidaten Peter-Kurt Würzbach aus Klein Rönnau klare Sieger. 49,2 Prozent kann Würzbach auf sich vereinen. In Schmalensee erhält die CDU 51,7 Prozent der Zweitstimmen, 1987 waren es 50,4 Prozent. Auf die SPD entfallen hier 30,8 (30,0), FDP 7,7 (9,6) und Grüne 5,6 (8,9). Ein Blick auf die abgegeben Zweitstimmen (für die Landeslisten) zeigt aber auch „Ausreißer“: Vier Schmalenseer wählen die rechtsextremen Republikaner, einer sogar die NPD. Die Nachfolgepartei der früheren DDR-Staatspartei SED, die PDS (heute Die Linke) erhält ebenfalls eine Stimme.

 

Nationalsozialisten auf dem Vormarsch: Am 3. Dezember 1930, vor 90 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt von einer sehr gut besuchten Versammlung der Ortsgruppe der NSDAP. Deren (ungenannter) Vorsitzender weist in seiner Begrüßung darauf hin, „daß Bornhöved in kurzer Zeit eine Hochburg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei geworden“ sei. Der Redner des Abends, der Kieler Stadtverordnete Petersen, skizziert die augenblickliche Lage der Landbevölkerung: „Der heutige Staat gleicht einem sinkenden Schiff. Nicht nur der Weltkrieg, sondern auch die Revolution ging verloren. Die zahllosen Zwangsversteigerungen von bäuerlichen Betrieben, 16.000 Selbstmorde im Jahr und täglich 10.000 Offenbarungseide eben ein Bild des heutigen Wirtschaftssystems.“

 

Züchter setzen auf Ehrenamtler aus Schmalensee: Der Kreisverein Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner hält am 5. Dezember 1925, vor 95 Jahren, im Kreisbauernhaus eine Generalversammlung ab. Die Schmalenseer Willy Harder und Ernst Stegelmann werden in die Körkommission für die Jahre 1926-28 gewählt. Rechnungsprüfer für das Jahr 1925 werden Hugo Saggau und Peter Nagel. Dr. Kitzig vom Tierseucheninstitut Kiel referiert über „Die Rindertuberkulose und deren Bekämpfung“.

 

7.500 DM für alte Schule: Die Gemeinden Bornhöved, Gönnebek und Schmalensee bilden den ursprünglichen Kern des Amtes Bornhöved, das erst nach dem Zweiten Weltkrieg um die Dörfer des Amtes Stocksee erweitert wurde. Am 5. Dezember 1960, vor 60 Jahren, wickelt u.a. die Schmalenseer Gemeindevertretung ein Altprojekt ab: Die frühere von allen drei Gemeinden errichtete Schule in Bornhöved ist verkauft worden, 7.500 D; fließen in den Gemeindehaushalt. Aus diesem bezahlt Schmalensee im Jahr 1961 an Amtsumlage 2.836 DM, an Kreisumlage runde 5.900 DM

 

Unfall mit drei Lastwagen: Die Segeberger Zeitung berichtet am 6. Dezember 1950, vor 70 Jahren, von einem Verkehrsunfall auf der Straße Schmalensee – Bornhöved, in den gleich drei Lkw verwickelt sind. Demnach wird einer davon vollständig zertrümmert, der Fahrer erleidet eine leichte Quetschung an der Brust. Eineinhalb Stunden lang ist die Straße für die Bergungsarbeiten gesperrt.

 

Schmalenseer in Kirchenämter gewählt: In der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bornhöved finden Wahlen statt. Bis zum 14. Oktober konnten Vorschläge eingereicht werden. Nur 768 von 4.558 Stimmberechtigten nehmen im Kirchspiel am Wahlgang teil. Aus Schmalensee werden Burkhard Saggau (268 Stimmen) und Waltraud Detlof (235) in den Kirchenvorstand (heute Kirchengemeinderat) gewählt.

 

Heimatabend op Platt in Schmalensee: „De Vaderländisch Fruenverein för Bornhövd un Uemgegend givt en groten plattdütschen Unnerhollungsabend mit Danz nah olldütsch Maneer, abends Klock 8 bi Voß.“ So wird im Segeberger Kreis- und Tageblatt mittels Anzeige für einen Heimatabend am 11. Dezember 1920, vor 100 Jahren geworben. Im Nachgang erfahren die Leser in einem Bericht der Zeitung, dass unter Einbindung zahlreicher Gäste für Musik und Volkstänze – in Tracht – und zahlreiche Geschichten nebst Vortrag über „Schmalensees ole Tiden“ eine sehr erfolgreiche Veranstaltung im Saal des Gasthofs stattfindet, die dem ausrichtenden Vaterländischen Frauenverein für Bornhöved und Umgebung einen satten Überschuss an Einnahmen und Spenden für seine Arbeit beschert.

 

Kurzschluss sorgt für Großalarm: Ein Kurzschluss in der Lichtleitung eines Stalles in der „Siedlung“ am Ringreiterplatz führt am 11. Dezember 1970, vor 50 Jahren, zu einem Brand. Um eine Schlauchleitung vom See zur Brandstelle von bis zu 1.000 Meter legen zu können, löst Schmalensees Wehrführer Hermann Heiden Großalarm aus, so dass auch die Wehren aus Bornhöved, Trappenkamp und Tarbek zur Unterstützung anrücken. Allerdings gelingt es der Ortswehr, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Es entsteht ein Sachschaden zwischen 5.000 und 6.000 DM.

 

Hohe Spendenbereitschaft für Soldaten: Im Dezember 1915, vor 105 Jahren, ist das Geschehen des Ersten Weltkriegs im Segeberger Kreis- und Tageblatt allgegenwärtig. Am 12. Dezember 1915 wird vom Militärverein Bornhöved berichtet, dessen Bezirk die Gemeinden Bornhöved, Tarbek, Schmalensee, Gönnebek, Belau, Ruhwinkel und Schönböken umfasst. Dieser hat reichliche Geldspenden gesammelt. Für 603,50 RM können 300 Pakete an die Front verschickt werden. Bereits am 3. Dezember ist zu in der Zeitung zu lesen, dass für die Soldaten aus Schmalensee, die das Weihnachtsfest im Felde verbringen müssen, so reichlich Spenden gesammelt worden sind, dass aus der Gemeinde pro Mann zwei Päckchen geschickt werden können. Jeder erhält unter anderem ein Pfund Butter.

 

Meierei schreibt im Jubiläumsjahr Verluste: Die Meiereigenossenschaft Schmalensee hält im Dezember 1935, vor 85 Jahren, ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Genossenschaft hat laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 12. Dezember im Geschäftsjahr Verlust gemacht, der aber aus der Rücklage gedeckt wird. Das Aufsichtsratsmitglied Hellmut Saggau und Vorstandsmitglied Hugo Saggau werden durch Zuruf wiedergewählt. Eine neue Satzung, eine Geschäftsordnung und eine Milchlieferungsordnung werden verabschiedet. Fünf- bis sechsmal im soll der Fettgehalt der Milch untersucht werden. Wer in der Meierei seine Futterkartoffeln dämpfen lässt, zahlt zukünftig 5 Pfennig je Zentner. Die Genossenschaft blickt in diesem Monat auf ihr 50-jähriges Bestehen, was gefeiert werden soll. Dazu, so der Beschluss, sollen alle Milchlieferanten mit den in ihren Betrieben im Kuhstall tätigen Mitarbeitern – Schweizer, Melker usw. – am Fest teilnehmen.

 

Vorweihnachtliches Konzerterlebnis: Der Bürgerverein Bornhöved veranstaltet am 12. Dezember 1965, vor 55 Jahren, zum zweiten Mal gemeinsam mit der Gemeinde und der Kirchengemeinde Bornhöved ein vorweihnachtliches Konzert in der Vicelin-Kirche. Das Holsteinische Kammerorchester unter der Leitung von Raimund Schneider und unter Mitwirkung der Sopranistin Helen Bovbjerg spielt u.a. Werke von Mozart, Haydn, Boyce und Johann Ludwig Bach.

 

Sieg der Segeberger „Sportfraktion“: Kontrovers debattiert der Segeberger Kreistag am 13. Dezember 1990, vor 30 Jahren, über den Haushalt für das Jahr 1991. Der sieht Einnahmen und Ausgaben von 225 Millionen DM vor. Allein die Personalkosten stehen bei über 32 Millionen DM. Nur CDU und FDP tragen den Haushalt, in einzelnen Themenfeldern sind die Grenzen nicht so klar gezogen: Als Politiker von SPD und Grünen den Vorstoß unternehmen, an der Bezuschussung des Sportes zu kratzen, ruft dies die „Sportfraktion“ im Kreistag auf den Plan. Mit dem Schmalenseer Hans Siebke (CDU, Vorsitzender des Kreissportverbandes) und dem Seedorfer Manfred Frank (SPD, Vorsitzender des Kreishandballverbandes und des Berliner SC) stehen starke Torleute zwischen den Pfosten. Die Sportfraktion, der noch weitere Kreistagsabgeordnete angehören, kann nicht nur die angedachten Einsparungen abwehren, sie bringt den Kreistag sogar dazu, eine Verpflichtungsermächtigung über 1 Million DM für das Jahr 1993 auszusprechen, was dem organisierten Sport im Kreis Segeberg finanzielle Planungssicherheit über 1991 hinaus bringt. Punkt, Satz und Sieg.

 

 

 

 

Foto: Tempo-Wagen-Werbung SKTB 14.12.1940

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Historisches (30. 11. 2020)

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Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
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