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Januar-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

15. 01. 2021

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung.

Weil noch immer das neuartige Coronavirus das gesellschaftliche Leben beeinträchtigt und wir sehr wahrscheinlich noch einige Zeit mit Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens belegt sind, gibt es für die treue Leserschaft im Monat Januar die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr in dieser schweren Zeit ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil.

 

Ein Ehrenmal der Kirchengemeinde: Der Krieger- und Militärverein für Bornhöved und Umgebung hält am 16. Januar 1921, vor 100 Jahren, in Heins Gasthof eine Volksversammlung ab, zu der alle Mitglieder der Kirchengemeinde und aller Vereine eingeladen sind. Das Ziel der Versammlung ist die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen des Kirchspiels im Weltkrieg. In einen gemeinsamen Ausschuss des Krieger- und Militärvereins, der Kirchengemeinde und der Gemeinde- und Gutsbezirke des Kirchspiels zur Errichtung des Denkmals wird durch den Verein Heinrich Harder aus Schmalensee berufen.

 

Ein Graf führt die Segeberger Kreisverwaltung: Der Segeberger Kreistag wählt am 18. Januar 1966, vor 55 Jahren, den Regierungsdirektor im Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, Anton Graf Schwerin von Krosigk, zum neuen Landrat des Kreises Segeberg. Der Sohn des letzten letzten Reichskanzlers des Deutschen Reiches (aber als „Leitender Minister der geschäftsführenden Regierung“ unter Reichspräsident Großadmiral Dönitz bezeichnet), Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, löst Joachim Dorenburg ab, der als Staatssekretär Beauftragter Schleswig-Holsteins in Bonn wird. Anton Graf Schwerin von Krosigk, allgemein „der Graf“ genannt, sollte bis 1990 die Segeberger Kreisverwaltung führen.

 

Gründung des Landfrauenvereins: Am 23. Januar 1951, vor 70 Jahren, leitet die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbands Segeberg, Nanny Saggau aus Schmalensee, in der Bornhöveder Bahnhofsgaststätte die Gründungsversammlung für den Landfrauenverein für Bornhöved und Umgebung. Zur Vorsitzenden wird Edith Meyer aus Tarbek gewählt, ihre Stellvertreterin wird Magda Schnoor aus Gönnebek. Die Kasse führt Erna Hack aus Tarbek, für die Schriftführung ist Helga Paulsen aus Alt-Erfrade verantwortlich.

 

Beförderungen und Ehrungen bei der Feuerwehr: Auf dem Saal des Gasthofs Voß findet am 23. Januar 1981, vor 40 Jahren, die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee statt. Wehrführer Burkhard Saggau zeichnet Gerhard Hammerich für seine 40-jährige Feuerwehrzugehörigkeit aus und befördert ihn zum Löschmeister. Jürgen Stegelmann, Harald Saggau und Herbert Mahler sind seit 25 Jahren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und werden, wie Jochen Voß, zum Oberfeuerwehrmann ernannt. Für 20-jährige Mitgliedschaft wird Horst Kaack geehrt. Nachfolger von Gruppenführer Hans Siebke im Amt des Schriftführers wird Jürgen Stegelmann.

 

Willy Siebke nicht gewählt: Der Kreisreiterverein Segeberg hält am 24. Januar 1926, vor 95 Jahren, im Bad Segeberger Kreisbauernhaus seine Generalversammlung ab. Die Leitung hat der Stellvertretende Vorsitzende Rauert. Es muss ein neuer Kreisvorsitzender gewählt werden. Unter den drei Kandidaten ist auch der Reitlehrer des Reitervereins Bornhöved und Umgebung, Willy Siebke aus Schmalensee, der aber nicht gewählt wird. Stattdessen wird Rickert aus Kükels Kreisvorsitzender der Segeberger Reiter.

 

Gedient und ungedient – das macht was aus: Im Beisein der Kampfgenossen von 1848/51 und 1870/71 begeht der Militärverein Bornhöved und Umgebung am 27. Januar 1906, vor 115 Jahren, im Gasthof zur Linde den Geburtstag Kaiser Wilhelm II mit Kommers und Ball, Festreden und Prolog. Der Vorsitzende, Gastwirt Rauert, bringt den Kaisertoast aus. Sogenannte „Nichtsoldaten“, Ungediente, die nicht zur Veranstaltung des Militärvereins zugelassen sind, feiern den Geburtstag des Kaisers in Suhrs Gasthof.

 

Bruder übergibt Vorsitz an Bruder: Am 27. Januar 1971, vor 50 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung von der Jahreshauptversammlung der Landjugendgruppe Schmalensee: Diese findet im Beisein des Kreisvorsitzenden Reimer Böge im Gasthof Voß statt. Da Gerhard Harder aus beruflichen Gründen nicht erneut als 1. Vorsitzender kandidiert, wird sein Bruder Wolfgang Harder in dieses Amt gewählt. 2. Vorsitzender wird Harald Lange, Gerhard Harder wird 3. Vorsitzender. Annelene Nero aus Tarbek wird erste Mädelvertreterin, ihre Stellvertreterinnen werden Gisela und Edith Meyer. Gerhard Mühlenberg wird zum Schriftführer und Reimer Schramm zum Kassenwart gewählt.

 

Leistungsstarke Schmalenseer Kühe: Unter der Leitung seines Vorsitzenden Hugo Saggau aus Schmalensee hält der Milchkontrollverein Gönnebek-Schmalensee in Gönnebek seine neunte Generalversammlung ab. Kontrolleur des Vereins ist Hans Wehling. Wie im Segeberger Kreis- und Tageblatt am 27. Januar 1936, vor 85 Jahren berichtet wird, waren im Berichtsjahr unter den besten Kühen des Vereins Oda (Milchleistung 6802 Kilo) aus der Herde von Willi Harder und Myrthe (7315) von Hellmut Nagel. Unter den Besten Starken waren Sanna (6115) von Willi Harder; Saba (4428) von Werner Saggau; Sigrif (4507) und Sufe (5173) von Hugo Saggau sowie Sufe (4250) von Hellmut Saggau.

 

Vorübung für den Krieg: Im östlichen Kreis Segeberg, darunter dem Amtsbezirk Bornhöved, findet am 29. Januar 1936, vor 85 Jahren, eine allgemeine Verdunkelungsübung statt. Von Beginn der Dunkelheit bis 20.30 Uhr ist nur eingeschränkte Beleuchtung zugelassen. Bis 21 Uhr dauert die völlige Verdunkelung, danach ist bis 23 Uhr wieder eingeschränkte Beleuchtung erlaubt. Danach endet die Übung. Für Bornhöved und Umgebung ist es die dritte Verdunkelungsübung. Erneut sind die Kräfte des Reichsluftschutzbundes stark eingebunden. Auch weitere Gliederungen der NSDAP unterstützen dabei. Die Ställe der Bauern, Schaufenster von Geschäften und privaten Haushalte werden ebenso kontrolliert wie Autofahrer. In Bornhöved überprüft Landrat von Mohl, begleitet von NSDAP-Ortsgruppenleiter Alfred Dau die Verdunkelungsmaßnahmen am Bahnhof.

 

Keine 2500 Menschen im heutigen Amt Bornhöved: Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es im Bereich des heutigen Amtes Bornhöved zwei Ämter: Das Amt Stocksee und das (alte) Amt Bornhöved. Am 30. Januar 1891, vor 130 Jahren, veröffentlicht der Königliche Landrat des Kreises Segeberg die am 1. Dezember das Vorjahres ermittelten Bevölkerungszahlen. Demnach hat das Amt Stocksee 907 Einwohner – in Stocksee 314, Damsdorf 228, Tensfeld 214 und Tarbek 151. Im Amt Bornhöved leben 1400 Menschen – in  der Landgemeinde Schmalensee 280, in Bornhöved  819 und in Gönnebek 301 Einwohner.

 

Trappenkamp als Druckmittel gegen Bornhöved: Amtsvorsteher Adolf Biß (Gönnebek; damalige Bezeichnung war „Amtmann“) übte Ende Januar 1961 scharfe Kritik an der Gemeinde Bornhöved: Wie alle weiteren Amtsgemeinden habe Bornhöved den Neubau eines Amtsgebäudes gefordert. Jedoch seien keine nennenswerten Vorleistungen erfolgt, während die kleinen Dörfer zahlreiche Vorhaben wegen des Neubaus zurückgestellt hätten. Ein Angebot aus Trappenkamp aufgreifend, setzte Biß laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 30. Januar 1961, vor 60 Jahren, die Bornhöveder Gemeindevertreter unter Druck: Sollten bis zum 10. Februar nicht die nötigen Mittel in den Haushalt der Gemeinde eingestellt und dem Amtmann darüber Meldung gemacht sein, erwögen die übrigen Gemeinden die Verlegung der Verwaltung nach Trappenkamp – seit 1956 selbstständige Gemeinde und vorher offiziell Ortsteil von Bornhöved. Die Drohung zeigte Wirkung: Am 1. Dezember 1961 sollte die Einweihung des neuen Amtsgebäudes in der Bornhöveder Lindenstraße erfolgen.

 

Modernisierungsdruck für die Meierei Schmalensee: Am 31. Januar 1901, vor 120 Jahren, wird im Segeberger Kreis- und Wochenblatt ein Bericht aus Schmalensee abgedruckt: „Unsere Meiereigenossenschaft hat einen bedeutenden Zuwachs bekommen. Sämtliche Tarbeker Hufner und Kätner haben sich als Genossenschafter aufnehmen lassen. Dadurch ist ein Umbau des Meiereigebäudes (damals noch Damsdorfer Straße 1, Anmerkung) notwendig geworden, der kontraktlich zum 1. April d. J. Fertiggestellt sein muss. Höchstwahrscheinlich wird zugleich eine Schrotmühle eingerichtet werden.“

 

 

Bild zur Meldung: Gerhard Harder übergibt LaJu-Vorsitz an Wolfgang Harder SZ 27.01.1971

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Historische Meldungen (29. 12. 2020)

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Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
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