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März-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

01. 03. 2021

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen geben Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung.

Weil noch immer das neuartige Coronavirus das gesellschaftliche Leben beeinträchtigt und wir sehr wahrscheinlich noch einige Zeit mit Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens belegt sind, gibt es für die treue Leserschaft im Monat März die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr in dieser schweren Zeit ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der erste Teil.

 

Kinder verkennen die Gefahren durch Automobile: Die Abteilung für Kirchen- und Schulwesen bei der Königlichen Regierung zu Schleswig fordert laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts am 1. März 1906, vor 115 Jahren, dass im Schulwesen die Verkehrserziehung Einzug halten soll. Immer wieder würden Kinder von herannahenden Automobilen erfasst, da sie nicht für die von den Fahrzeugen ausgehenden Gefahren sensibilisiert seien.

 

Zweites Kriegsjahr – alles wird teurer: Die Verteuerung von Rohstoffen und Produkten schreitet aufgrund der kriegsbedingten Verknappung im Jahr 1916 voran. Mit großen Anzeigen, so am 3. März 1916, vor  105 Jahren, muss auch das Segeberger Kreis- und Tageblatt erklären, warum es teurer wird: Das Papier hat eine Preiserhöhung von 40 Prozent erfahren, erste Zeitungen, auch in Schleswig-Holstein, stellen den Druck ein. Das SKTB wird bis Kriegsende weiter erscheinen, allerdings auf zunehmend schlechtem Papier.

 

Zwei Wohnhäuser brannten vor 130 Jahren: Nur wenig wird von einem Feuer in Schmalensee berichtet, bei dem am 5. März 1891 zwei Wohnhäuser brennen. Drei Zeilen im Segeberger Kreis- und Wochenblatt schließen mit der Feststellung, dass nur wenig gerettet werden konnte und die Entstehungsursache unbekannt blieb. Im Protokoll der Feuerwehr steht darüber hinaus, dass Tischler Asbahr und Johannes Saggau die Betroffenen sind.

 

Diamantene Hochzeit in Schmalensee: Das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern am 6. März 1981, vor 40 Jahren, die Eheleute Martha und Heinrich Bock. Vor 60 Jahren heirateten die in der Landwirtschaft Beschäftigten in der Kirche zu Bornhöved. Vielen Schmalenseern ist Heinrich Bock noch in hohen Jahren ein Phänomen, denn er ist passionierter Fahrer eines Messerschmitt-Kabinenrollers. Die Segeberger Zeitung würdigt das Paar mit einem größeren Beitrag. Sechs Jahre später fällt der Beitrag zur Eisernen Hochzeit etwas kürzer aus. „Twee harte Steen mahlt nich“, sei das Motto der Bocks. Obwohl: Alls Heinrich seiner Martha, die er bereits 1916 kennenlernte, einen ersten Kuss auf die Wange geben wollte, da erntete er noch einen „Backs“. Gefeiert wird mit Freunden, Nachbarn und der Familie.

 

Mönchsweg soll durch Schmalensee führen: In Bad Segeberg findet 2006 eine Auftaktveranstaltung der Lenkungsgruppe für den Mönchsweg statt. Die Segeberger Zeitung berichtet am 6. März 2006, vor 15 Jahren davon. Der Themen-Radwanderweg soll ab 2007 eine Querverbindung zwischen Elbe und Ostsee bilden. Er führt dann über 342 Kilometer durch mehrere Landkreise und wird auch Schmalensee passieren. Die Lenkungsgruppe ist noch damit beschäftigt, das „Marketing“ für den Mönchsweg, der seinen Namen erhalten hat, weil er (grob) tatsächlichen Pfaden früherer Missionare folgt, zu organisieren – Faltblätter und eine einheitliche Beschilderung.

 

Wohltätigkeitsfest des Frauenvereins: Der Vaterländische Frauenverein Bornhöved und Schmalensee veranstaltet am 8. März 1931, vor 90 Jahren, im geschmückten Saal des Gasthof Voß ein Wohltätigkeitsfest. Es ist die dritte Veranstaltung dieser Art in Schmalensee seit Beendigung des Ersten Weltkriegs. Nach einer Begrüßungsansprache von Pastor Erich folgen kurze Theaterstücke und Tänze. Am Schluss spricht Lehrer Heinrich Göttsch, der den Frauen für ihre Arbeit neben dem Beruf als Hausfrau und Mutter Respekt entgegen bringt. Auch hebt Göttsch das gute Verhältnis Schmalensees mit Bornhöved hervor.

 

Haftstrafen für Buchweizen-Diebe: Der Schmalenseer Pantoffelmacher S. und sein Bruder W. S. werden laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 9. März 1921, vor 100 Jahren, des Diebstahls überführt. Sie hatten u.a. im November 1920 dem Bornhöveder Müller Scheiermann 8 Zentner Buchweizen und wenig später dem Landmann Suhr auf Hornshof 11 Zentner Buchweizen gestohlen. Ein Händler und Arbeiter hatte die 8 Zentner von S. gekauft. Da W. S. unbedachte Äußerungen gegenüber einer weiteren Person machte, wird das Duo überführt und zu einem Jahr bzw. 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

 

Gönnebeker fürchten Übermacht Trappenkamps: Mit großer Mehrheit beschließt die Gemeindevertretung von Gönnebek am 11. März 1971, vor 50 Jahren, den Beitritt zum Schulverband Bornhöved ab dem Schuljahr 1971/72. Damit spricht man sich gegen eine Empfehlung des Kreisschulamtes aus, in dem ein Beitritt zum Schulverband Trappenkamp gewünscht wird. Doch nur die Bewohner der neuen „Gärtnersiedlung“ sind für diese Lösung, während das übrige Gönnebek eine Eingemeindung nach Trappenkamp befürchtet, sollte man sich nicht eng an Bornhöved binden.

 

Linda Buchholz erkämpft den Landestitel: Ganz spannend wird es für die Schmalenseer Leichtathletin Linda Buchholz (SC Rönnau 74) bei den Landesmeisterschaften im Blockmehrkampf Sprint/Sprungam 11. März 2001, vor 20 Jahren, in Malente. Die 14-jährige Favoritin leistet sich im Weitsprung zwei Übertritte, knickt im letzten Versuch beim Absprung leicht um und bleibt mit 3,71 Metern weit unter ihrer Bestweite von 5,42 Metern. Zuvor aber hat sie schon mit 8,10 Metern über 50 Meter Hürden eine Bestzeit geliefert. Den erhofften Sieg schafft sie durch echten Kampfgeist: Mit hervorragenden 1,62 Metern im Hochsprung steigert sie ihre persönliche Bestmarke um 2 Zentimeter; den abschließenden 50 Meter-Sprint schafft sie sie in 7,20 Sekunden. Dann wird gerechnet und gejubelt: Mit 20 Punkten Vorsprung gewinnt Linda Buchholz auch diesen Hallen-Landesmeistertitel.

 

Schmalenseer vor Verdun verwundet: Am 12. März 1916, vor 105 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass in den Kämpfen vor Verdun der Schmalenseer Johannes Burmeister verwundet worden ist. Belaus Lehrer Schütt ist nach einer Kriegsverwundung „garnisonsdienstfähig“ geschrieben worden und übernimmt wieder die Unterrichtung der beiden Belauer Schulklassen.

 

Maul- und Klauenseuche in Schmalensee: Unter dem Viehbestand des Schmalenseer Landwirts Ernst Saggau ist im März 1926, vor 95 Jahren, die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Schmalensee wird damit gemäß Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 12. März zum Sperrbezirk und ist als solcher an den Ortseingängen zu kennzeichnen: „Maul- und Klauenseuche – Sperrbezirk. Einfuhr und Durchtreiben von Klauenvieh sowie Durchfahren mit Wiederkäuergespannen verboten.“ In den folgenden Tagen und Wochen werden weitere landwirtschaftliche Betriebe von der Tierseuche heimgesucht.

 

Naturschutz Sache der Jagdbehörde: Die Kreisgruppe Segeberg der Deutschen Jägerschaft hält am 14. März 1936, vor 85 Jahren, im Bad Segeberger Hotel Germania ihren Jahresappell ab. Es ist der erste nach Erlass einer neuen Jagdgesetzgebung. Kreisjägermeister  Sach weist auf die neue, dem Landrat unterstehende Kreisstelle für Naturschutz an. Ihr gehören mehrere Vertreter der Jägerschaft an, darunter Heinrich Harder aus Schmalensee. 

 

Schmalensee bekommt die blaue Tonne: Der Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) liefert am 14. März 2006, vor 15 Jahren, in Schmalensee die Abfallbehälter für Papier und Pappe aus. Die erste Leerung der Tonne ist für den 07.04.2006 vorgesehen. Kreisweit kommen 48.000 Tonnen zur Verteilung.

 

 

Bild zur Meldung: Diamantene Hochzeit Bock, SZ 06.03.1981

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Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

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Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: