So verlief die Historische Führung für Holsteinseen am 22. Juni in Bornhöved
Ein Bericht von Jürgen Bucksch
Heißer Sommerbeginn auf dem kühlen Adolfplatz in Bornhöved und eine mahnende Botschaft zum Schluss
Am Sonntag, den 22. Juni 2025, bot der Ortsverein Bornhöved und Umgebung im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund zusammen mit Holsteinseen e.V. Blicke in die umfangreiche Geschichte von Bornhöved und Umgebung.
Unter blauem Himmel versammelte sich bei 30 Grad im Schatten eine kleine Gruppe historisch Interessierter am Heimatmuseum „De ole Rökerkaat“. Die Teilnehmerinnen hatten sich zum Teil bereits beim Jazz in der Alten Schmiede oder beim Oldtimertreffen an der Sventanaschule gesehen. Es war viel los an diesem Sonntag.
Der Schmalenseer Christian Detlof als neuer Vorsitzender der Heimatfreundinnen und -freunde von Bornhöved und Umgebung lud zunächst ins kühle Heimatmuseum ein. Dort besuchte die Gruppe die Bereiche der berühmtesten Söhne des Ortes, der Brüder Ross, genauer des Malers Charles, des Archäologen Ludwig und des Arztes Gustav Ross. Besichtigt wurden die Bilder des Malers Charles Ross (18.11.1816 – 05.02.1858).
Neben dem Bürgermeisterzimmer, einem Bereich mit Fotos von historischen Gebäuden des Ortes, traditioneller Handwerkskunst, Modellen der Kleinbahn von Bornhöved sowie Dioramen zu den historischen Schlachten und einer Vielzahl an alten Schriften erwähnte Christian Detlof immer wieder als Förderer des kleinen Museums die Fielmann AG, die dem Museum z.B. 2023 ein Replikat der 1884 gefundenen goldenen Gönnebeker Schale geschenkt hat.
Dann ging es auf dem heißen Adolfplatz zu den Gedenksteinen zu den historischen Schlachten:
798 schlugen die mit Karl dem Großen verbündeten Abodriten die Sachsen in der Schlacht auf dem Sventanafeld,
1227 siegte in der Schlacht bei Bornhöved eine Koalition um Holsteiner, Lübecker und Dithmarschern über König Waldemar von Dänemark,
Am 7. Dezember 1813 fand dort ein weiteres Gefecht als Teil der Befreiungskriege statt. Dabei wurde die Nachhut der dänisch-gesamtstaatlichen Truppen, die auf Seiten Frankreichs kämpften, von Kavallerie der alliierten Armee unter dem schwedischen Kronprinzen Bernadotte attackiert.
Am 07.12.2013 währte seit 200 Jahren der „schwedische Frieden“. Da die letzte aktive kriegerische Auseinandersetzung der Schweden bei Bornhöved stattfand, war dieser Tag Anlass zu einer gemeinsamen deutsch-schwedischen Feier; 2023 konnte ein passender Gedenkstein als Friedensdenkmal eingeweiht werden. Die Partnerschaft zu Bornhöved mit den Schweden hält bis heute.
Nach zwei Stunden erreichte die kleine Gruppe schließlich die kühle Kirche. Niemand hatte den Kreis verlassen. Die angehängte Karte von 1680 zeigt neben dem Großen Bornhöveder See auch die Kirchwege vom Stocksee, aus Smalensee, vom Damesberg oder aus Gönnebüttel nach Bornhovet (so die Schreibweise der Zeit), Straßen gab es eher nicht.
Die Küsterin, Gisela Bumeister, erzählte weitere Besonderheiten dieser alten Kirche, in der jede Gemeinde ihren Platz z.B. auf der nicht mehr vorhandenen Empore hatte. Die Kirchenwege gibt es heute nicht mehr, erklärte Christian Detlof.
Die ausführlichen Blicke bei diesem historischen Spaziergang in die Abgründe der Geschichte mahnen zum Frieden. Diese Mahnung teilte die Besuchergruppe. Prof. Dr. Detlev Kraack, der das Bornhöveder Friedensdenkmal vor der großen Kulisse von rund 400 Besucherinnen und Besuchern einweihte, erklärte dessen Botschaft: Krieg ist sinnlos.
Fotos: Jürgen Bucksch und Karolin van het Loo
Bild zur Meldung: Eine Führung zur Bornhöveder Historie













