Bobbycar Open-Pimp-Cup: Marti Mühlenberg und Karsten Hahn ganz vorn
Im dritten Anlauf haben sie es geschafft: Sowohl Karsten Hahn als auch Marti Mühlenberg haben beim 3. Bobbycar-Rennen der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee im Open-Pimp-Cup für „getunte“ Fahrzeuge den Sprung auf die oberste Stufe des Siegertreppchens geschafft. Versuch der Zusammenfassung eines besonderen Rennens.
Open-Pimp-Teilnehmende sorgen für Aufsehen
Festzuhalten ist: Alle, die am 28. Juni „im Sattel“ eines Bobbycars die Abfahrt auf der Damsdorfer Straße wagten, dürfen sich – egal ob Klein oder Groß – als Helden feiern lassen. Und das Publikum zollte allen mit dem verdienten Applaus den berechtigten Respekt.
Natürlich ragte in Wahrnehmung und Neugier der Open-Pimp-Cup wieder heraus. Hier geht es schließlich darum, den Sieg nicht allein durch Geschwindigkeit, sondern auch durch die Art der Aufmachung des Fahrzeugs sowie von Pilot oder Pilotin einzufahren. Nicht erlaubt waren Antriebe, zugelassen aber durchaus eine andere Bereifung und weitere Umbauten – sofern mindestens ein Bobbycar verbaut war.
So manches Gefährt und Kostüm wurde lange zurückgehalten, andere wiederum wurden nicht ohne berechtigten Stolz von Beginn an dem interessierten Publikum präsentiert.
Der Faktor Zeit im Open-Pimp-Cup
Zeit spielte vor, während und unmittelbar nach dem Open-Pimp-Cup aus Sicht der Rennleitung eine große Rolle. Vorher: Wer am Open-Pimp-Cup teilnimmt, stellt sich und sein Gefährt unter ein Motto. Um das auch dem Publikum verständlich zu machen, fand unmittelbar vor dem Start eine kleine Parade der Teilnehmenden statt, in deren Verlauf Rennleiter Frank Mühlenberg die Pilotinnen und Piloten vorstellte.
Während des Rennens spielte natürlich die Zeit von der Start- bis zur Ziellinie eine große Rolle. In der selbstkritischen Rückschau der Rennleitung eine zu große, denn im Modus der Auswertung spielte die Geschwindigkeit eine zu große Rolle. Dazu später mehr.
Nachdem das letzte Fahrzeug im Ziel war, kostete die Art der Bewertung von Fahrerinnen und Fahrern und ihrer Fahrzeuge viel Zeit. Anders als in den Vorjahren war es nicht eine kleine, im mehr oder weniger Geheimen operierende Jury, die sich der Punktezuteilung annehmen durfte, sondern eine willkürlich zusammengestellte, 50-köpfige Publikums-Jury, deren Antworten lange ausgewertet werden mussten. Auch dazu später mehr.
Alle sorgten irgendwie für Aufsehen
Wenn ein Mädchen beim Bobbycar-Rennen im Reiterinnen-Outfit durch die Reihen schreitet, dann könnte es sich auf dem Weg zum Kreisturnier des Pferdesports leicht verirrt haben – oder es ist Mia Schwarz, die als „Die rasende Reiterin“ ihr Bobbycar um Hobby Horsing-Equipment aufgemotzt hat. Endlich bei einem Bobbycar-Rennen (BCR) der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee am Start war auch ein richtiges „Einsatzfahrzeug“ mit Löschmaterial und einem Fahrer im stilgerechten Outfit (so viel Sicherheit war nie bei einem BCR-Piloten!): Tjarve Röhrs präsentierte die „Feuerwehr Kuddewöhrde“ - wir sind international!
Doro Hopp hat alle drei Auflagen der Open-Pimp-Klasse mit Wackeldackel und Blumen-Anhänger für ihr pinkfarbenes Bobbycar bestritten. Motto 2025: „Ich bin überfordert“. Stephan Straube sorgte einst als Aladin mit recht großer Wunderlampe für Aufsehen – als „Captain Jack Sparrow“ brachte er den Fluch der Karibik an den Ringreiterplatz.
Auf die Piste wagten sich zudem Mika Denz, „der goldene Flitzer“ (was sich auf das Fahrzeug bezog) und Andre Wolff im Lederoutfit und mit Motto „Werner – SatteLiterSchüssel“.
Warum stand eigentlich hinter dem Verpflegungszelt ein großer grüner Fendt-Traktor? Ganz einfach: Er passte auf seinen kleinen Bruder auf, den Joris Jankowski mit ganz viel Geschick aus seinem Bobbycar geschaffen hatte. Das Motto des Youngsters: „Wer Fendt fährt, führt“, fiel leider dem Wertungsmodus zum Opfer.
Reden müssen wir über Sönke Jens, der schon beim Vogelschießen vor zwei Wochen die Arme in die Höhe recken durfte. Beim Bobbycar-Rennen am 28. Juni, so viel sei verraten, reichte es am Ende nur für royales Winken. Das aber im standesgemäßen Gewand, vom (lange verhüllten) goldenen Thron herab und mehr als deutlich als „König von Schmalensee“ zu erkennen. „König Sönke“ führte etwas für das Rennen der Feuerwehr völlig Neues ein – ebenfalls standesgemäß: Den Fahrer. Denn ein zur Zugmaschine umfunktioniertes Bobbycar wurde von Marvin Klopfer gelenkt, der für sich manchen Extra-Applaus einheimsen durfte, dafür aber auch den gehorsamen Lakaien seines Königs spielen durfte. In der Gesamt-Kombi ein echter Hingucker mit ganz viel Dorf-Satire.
Er für sowohl mit Lokomotive Emma die Damsdorfer Straße hinunter, dann mit dem Surfbrett und in Bauchlage. Dierk Harder brachte in der Juni-Hitze als „Der Weihnachtsmann“ im roten Mantel und auf dem Rentierschlitten eine ganz neue Stimmung mit.
Als Sensenmann lehrte uns Marti Mühlenberg einst das Fürchten, nun hatte er sein Bobbycar so verbaut, dass ihm als „Crocodile Dundee“ die Bergabfahrt auf dem Krokodil-Rücken möglich war. Auf Nachfrage räumte er ein, das für die australische Filmfigur typische Messer nicht mit sich zu führen – zu gefährlich für die Fahrradbereifung unter dem Krokodil-Leder...
Den zweifachen Sieger der Open-Pimp-Klasse, Nico Hahn (Donkey Kong, Beerman) hatte in diesem Jahr eine Verletzung aus dem Rennen gekegelt. Vater Karsten, stets im Duo mit Nico für Aufsehen sorgend, war sich somit als Einzelkämpfer in ein – nicht ganz jugendfreies – Dragqueen-Outfit und raste als „Karstiline“ den Hang hinab, und zwar ganz schön schnell.
Und das sind die Ergebnisse des Open-Pimp-Cup
Ohne in das komplizierte Rechenspiel aus Fahrzeit, Fahre*in- und Fahrzeugbewertung eintauchen zu wollen, sei hier die Schlussaufstellung der elf am Open-Pimp-Cup Teilnehmenden genannt.
Ganz oben auf dem Siegertreppchen landeten tatsächlich Karsten Hahn, aber auch auch Marti Mühlenberg – ein geteilter Sieg – herzlichen Glückwunsch!
Zweiter Platz: Capatin Jack Sparrow, also Stephan Straube. (Wen hat er denn da in Piraten-Manier ausgetrickst?) Und dann, dritter Platz – wie schon bei den Auflagen Nr. 1 und 2: Dierk Stanta Harder mit dem Rentierschlitten.
Dahinter reihen sich ein Tjarve Röhrs, Andre Wolff, Mika Denz, Mia Schwarz, Sönke Jens, Doro Hopp und Joris Jankowski.
Rennleitung kündigt Änderungen an
Grundsätzlich waren die ausrichtende Feuerwehr und die Rennleitung mit dem 3. Bobbycar-Rennen zufrieden. Für den Open-Pimp-Cup aber gilt das nicht in Gänze. Und das liegt nicht daran, dass es nicht gelungen war, „König Sönke“ direkt vom Thron auf Platz 1 zu bringen.
Alle Kameradinnen und Kameraden sind sich einig, dass die Mühe, die in Fahrzeug und Fahrerin beziehungsweise Fahrer gesteckt wird, eine größere Rolle in der Wertung der besonderen Klasse spielen muss. Die Fahrzeit beziehungsweise das Erreichen des Ziel soll freilich nicht aus der Wertung fallen. Man will sich gründlich Gedanken dazu machen.
Was gut ankam, war die Einbindung des Publikums. Diese soll ausgeweitet werden, eine Online-Lösung könnte helfen. Dafür aber müssen die Teilnehmenden und ihr Erscheinungsbild rechtzeitig bekannt sein – der Heimlichkeit wird ein Riegel vorgeschoben. Rennleiter Frank Mühlenberg: „Die neu eingeführte und sehr gut angenommene Pimp-Parade wird dann schon früher am Tag stattfinden, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die mit viel Liebe gestalteten Bobbycar-Pimp-Ideen schon etwas früher zu lenken und so die Spannung zu steigern.“
Fotos zu dieser Meldung: Reiko Müller, Karolin van het Loo und Familie Jens
Bild zur Meldung: Bericht zum Open-Pimp-Cup 2025













