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Saving Live-App: Jede/r kann retten, so wie Steffen Usbeck

Schmalensee, den 24.​08.​2025

Im Januar 2024 haben wir auf der Gemeinde-Homepage erstmals über die Möglichkeit berichtet, sich als Ersthelferin oder Ersthelfer bei savinglife.de registrieren zu lassen und, sollte in der Nachbarschaft ein medizinischer Notfall eintreten, alarmiert zu werden und als Erste oder Erster vor Ort zu sein. Schmalensees stellvertretender Gemeindewehrführer ist solch ein Saving-Life-Retter und verrät, dass man in dieser Tätigkeit nie allein ist.

 

Dem ersten Bericht war ein tatsächlich in Schmalensee abgesetzter Notruf vorausgegangen. Damals hatte sich das gesundheitliche Problem glücklicherweise erledigt. Das sah aber Anfang August dieses Jahres ganz anders aus: Ein Herzstillstand, Steffen Usbeck tat, was jeder Ersthelfer tun können soll, egal ob in der Feuerwehr oder nicht: Er begann mit der Reanimation.

 

Weitere Details wären hier unangebracht und wir wünschen dem Patienten und den Angehörigen alles erdenklich Gute! Doch für Steffen Usbeck war dieser Einsatz Anlass, einmal mehr auf die Saving-Life-App aufmerksam zu machen, die er – immerhin – nicht als Einziger im Ort auf dem Smartphone installiert hat.

 

Wenn man registrierte/r Retter/in ist

 

Wer die Saving-Life-App auf dem Smartphone hat, lässt man sich über diese als Retter/in registrieren. Hierfür muss ein Erste-Hilfe-Zertifikat vorliegen, das nicht älter als zwei Jahre ist und regelmäßig aufgefrischt werden muss, oder eine weitergehende medizinische Ausbildung. Volljährigkeit ist ebenfalls Voraussetzung.

 

Im Fall von Steffen Usbeck liegt beides vor – er nimmt, wie alle Einsatzkräfte unserer Freiwilligen Feuerwehr – regelmäßig an Schulungen in Erster Hilfe teil und ist obendrein beruflich bei der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein tätig. Diese glücklichen Umstände fallen nicht allen in den Schoß, aber: Per Gesetz sind alle Bürgerinnen und Bürger zum Leisten von Erster Hilfe in einem Notfall verpflichtet. Entsprechend wiederholte Kurse, oft auch über den Arbeitgeber, geben Handlungssicherheit. 

 

Betreiber der Saving-Life-App ist übrigens der Arbeiter Samariter Bund (ASB). Eine Mitgliedschaft ist nicht Voraussetzung, Retter/in zu sein. 

 

Wer über https://asb-sh.de/savinglife registriert ist, wird im System der Rettungsleitstellen erfasst. Diese löst bei Eingang eines Notrufes Alarm für die nächstgelegenen Rettungskräfte aus. Das sind sowohl der Rettungsdienst als auch speziell ausgebildete Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren des Amtes, die First Responder. Und über die App werden alle als verfügbar angezeigten Ersthelferinnen und Ersthelfer in der Nähe aktiviert. (Wer zum Beispiel ortsabwesend ist, kann sich in der App deaktivieren und wird nicht alarmiert.)

 

Wie ein Einsatz ablaufen kann

 

Die Saving-App-Kraft nimmt den Einsatz in der App an und begibt sich sofort zum Patienten. In der App wird mittels Karte der Weg zum Unfall- oder Einsatzort angezeigt. Steffen Usbeck schildert, dass man mitunter nicht als Einziger am Ort eintrifft, mitunter ist schon ein Blaulichtfahrzeug da, oder aber andere App-Retter haben sich ebenfalls eingefunden. Dann ist Teamarbeit vor Ort möglich oder die Profis übernehmen sofort. 

 

Es kann aber auch sein, so wie Steffen Usbecks eingangs geschilderten Fall, dass der App-Retter zunächst allein am Ort des Unfalls oder anderen medizinischen Notfalls eintrifft. Dann ist, wie in jedem Fall von Erster-Hilfe-Leistung, Ruhe bewahren oberstes Gebot der Stunde. Und beherztes Zupacken.

 

Verbunden allerdings mit der Gewissheit, doch nicht so allein zu sein, wie es scheint. Denn jemand hat in der Regel den Notruf gewählt ist bleibt von da an auch mit einem Disponenten der Leitstelle verbunden. Im jüngsten Fall hatte die den Notruf absetzende Person den Disponenten noch an der Strippe, als Steffen Usbeck ca. 4 Minuten nach Alarmierung in der Wohnungstür stand.

 

„Gemeinsam haben wir die Versorgung des Patienten vorgenommen. Solch ein Disponent hat durch gezielte Fragen schnell raus, wie detailliert die Retterin oder der Retter bis zum Eintreffen der Blaulichtkräfte angeleitet werden muss“, verrät Steffen Usbeck, der seit 2019 in Schmalensee wohnt und seitdem drei Mal mittels App in die Nachbarschaft gerufen wurde. Ein Mal davon war es erforderlich, einen Menschen zu reanimieren. 

 

„Da denkt vielleicht mancher: Was tue ich, wenn es meine Nachbarin ist oder eine eigener Angehöriger. Aber das blendet man rasch aus. Es geht um Minuten, wenn nicht Sekunden. Und dann legt man los“, sagt Steffen Usbeck. 

 

Wenn ein Einsatz beendet ist

 

So eine Erste-Hilfe-Leistung ist immer auch viel Kommunikation. Als Ersthelfer mit dem Patienten, sofern ansprechbar, und oder mit Angehörigen und anderen Menschen am Unfallort. Dann mit der Leitstelle, wie soeben geschildert: Schritt für Schritt wird die Notfallversorgung „abgearbeitet“. Dann mit den eintreffenden Einsatzkräften, denen ja ein Patient oder eine Patientin zu übergeben ist. („Gefühlt dauert es länger, als es tatsächlich der Fall ist, bis in der Tür Uniformierte stehen“, sagt Steffen Usbeck.) Und auch dann bleibt man in der Regel noch vor Ort und unterstützt, zum Beispiel in der Betreuung von Angehörigen und Umstehenden. 

 

In der App ist nach dem Einsatz ein kurzes Protokoll zu fertigen, ein Einsatzbericht. Und es gibt auch eine Rückmeldung, also eine Bestätigung. Außerdem steht auch dem Ersthelfer, der Ersthelferin, psychologische Nachsorge zur Verfügung. Denn ob Schnittwunde oder Herzstillstand: Jeder Einsatz kann belasten. Die App leistet auch hier das Ihre und weist auf Möglichkeiten hin, als Helfer/in Hilfe zu bekommen. 

 

Worum es Steffen Usbeck geht

 

Nach der durchgeführten Reanimation Anfang August hat Steffen Usbeck den Draht zur Gemeinde-Homepage gesucht, um wieder einmal auf die Möglichkeit der schnellen nachbarschaftlichen Hilfe hinzuweisen. „Alle können Retter sein, nicht nur Feuerwehrleute!“

 

Im geschilderten Fall wäre eine Teamarbeit im Nachhinein wünschenswert gewesen. „Wenn mehrere Ersthelfer vor Ort sind, ist auch gegenseitige Unterstützung möglich. Bei der Reanimation, die natürlich anstrengend ist, könnte man sich abwechseln. Eine Person hätte zum Beispiel die Gelegenheit nutzen können, den Defibrillator, der am Feuerwehrgerätehaus angebracht und frei zugänglich ist, mit zum Einsatzort zu bringen“, beschreibt Steffen Usbeck ein wünschenswertes Szenario. 

 

„Gerade hier im ländlichen Raum ist es wichtig, dass möglichst viele Freiwillige bereitstehen, ihren Nachbarn zu helfen. Das gilt nachts wie tagsüber – da sind zum Beispiel viele Angehörige der Feuerwehr aufgrund ihrer Arbeit gar nicht am Ort“, weiß der Stellvertretende Gemeindewehrführer, der natürlich weiter unter den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr für die Registrierung in der Savin-Life-App werben will. 

 

Aber eben auch und dazu dient dieser Beitrag, unter den Bürgerinnen und Bürgern. „Je mehr Freiwillige zur Verfügung stehen, desto besser!“ Wichtig ist Steffen Usbeck auch zu betonen, dass solch eine Alarmierung nicht oft vorkommt. „Und nicht immer ist eine Reanimation erforderlich! Oft ist man erst einmal da, um den Menschen Angst zu nehmen.“ 

 

Und unter dem Strich bleibt die gute Tat und die Gewissheit, sein Bestes getan zu haben, um einer Nachbarin oder einem Nachbarn in einer Notlage zu helfen. 

 

Der Weg zur App: https://asb-sh.de/savinglife

 

 

Bild zur Meldung: Steffen Usbeck aus Schmalensee ist App-Retter

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Retter (24.​08.​2025)

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

 BesuchPlus im Amt Bornhöved 

 

 

 

 
 
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