Bürgermeister stimmte in Einwohnerversammlung auf Herausforderungen ein – GV tagt am 23.9.
Schon am kommenden Dienstag, 23. September 2025, geht es weiter in der Schmalenseer Dorfpolitik. Dann wird eine Reihe von Themen eine Rolle spielen, zu denen Bürgermeister Dirk Griese im Zuge der Einwohnerversammlung am 18. September berichtet und Nachfragen beantwortet hat.
Im leider nicht einmal zur Hälfte gefüllten Gemeindesaal waren zunächst Ehrungen vorgenommen worden (dazu wurde bereits berichtet) und wurde die DorfFunk-App als künftiger Blickpunkt-Ersatz vorgestellt (dazu wird noch berichtet werden). Und es wurde auf die Dinge eingegangen, die augenblicklich unsere Gemeindepolitik umtreiben.
Wer auf die Tagesordnung der Sitzung der Gemeindevertretung am 23. September schaut, die dieser Meldung als PDF zum Download beiliegt, und obendrein die Zusammenfassung der Sitzung des Bauausschusses vom 10. September gesehen hat, findet da viele Übereinstimmungen.
Schmalensee erwartet Zunahme beim Kiesabbau
Nach der Sitzung des Bauausschusses waren einige Einwohnerinnen und Einwohner besorgt, dass aufgrund des hohen und weiter steigenden Bedarfs am Abbau von Sand und Kies die Schmalenseer Feldmark – ortsnah – zu einer Kraterlandschaft werden könnte. Einhergehend damit wächst die Sorge vor der Belastung durch Lärm, Staub und Lkw-Verkehr.
Grundsätzlich nehmen kann man diese Besorgnis nicht – der Abbau des oberflächennahen Rohstoffs, der eiszeitlich bedingt ausgerechnet in unserer Region in großer Menge und offenbar bevorzugter Qualität vorkommt, gilt als privilegiert. Wo sich ein Kiesabbauunternehmen mit einem Landeigentümer einig ist, hat die Gemeinde kaum mehr eine Handhabe. „Wir können Kiesabbau nicht verhindern“, bekannte Dirk Griese dann auch.
Er schob aber nach, dass zumindest eine Steuerung des Abbaus angeschoben werden könne – durch das Aufstellen eines Teilflächennutzungsplans, der sich allein mit Kiesabbau befasst und die Gemeinde viel Geld, zunächst rund 60.000 Euro, kosten wird. Ein solcher Plan wird als Werkzeug gesehen, Einfluss darauf zu nehmen, wo in der Gemarkung und in welcher Geschwindigkeit der Abbau vorangetrieben werden kann.
Ein Abbaugebiet, das im Jahr 2026 bereits akut werden könnte, zeichnet sich bereits ab – hier hat ein Landeigentümer an ein Unternehmen verkauft. Immerhin: Nicht mitten in der Feldmark sondern noch recht weit vom Ort entfernt.
Windenergie: Land plant weniger Standorte als befürchtet
Die Anwesenden wurden darüber informiert, dass die Landesplanung nun doch nicht, wie bis vor Kurzem befürchtet, in ihrem Regionalplan des Planungsraumes III (SH) zum Thema Windenergie an Land einen breiten Halbkreis um Schmalensee gezogen hat, um den Bau von zahlreichen Windkraftanlagen zu ermöglichen. Stattdessen soll es dort, wo schon jetzt Anlagen stehen, eine Verdichtung geben. In ungenauen Zahlen, da für jede mögliche Windkraftanlage stets ein neues Genehmigungsverfahren fällig wird: Wo aktuell 6 Anlagen stehen und noch 1 (alt-)geplante hinzukommen wird, als im Südosten der Gemarkung sowie auf angrenzenden Damsdorfer Flächen, könnten sich künftig 10 bis 11 Anlagen drehen.
Hierzu eine Stellungnahme abzugeben, hat der Bauausschuss der Gemeindevertretung nicht empfohlen, da man grundsätzlich erleichtert ist, nicht mit der befürchteten Masse an Windkraftanlagen konfrontiert zu werden. Es gibt aber nach einer erneuten Auslegung des Entwurfs noch eine Chance zur Stellungnahme, die dann eine Option für Schmalensee ist, sollten neue Erkenntnisse zum Ausbau der Windenergie vorliegen.
Trotzdem weitere Windkraftanlagen im Nordosten?
Was bereits vorliegt – das gehört zur Wahrheit dazu –, ist die Absicht der Nachbargemeinde Stocksee, in ihrer Feldmark, unmittelbar an der nordöstlichen Schmalenseer Gemeindegrenze, den Bau von bis zu drei Windkraftanlagen zu ermöglichen.
Die Investoren sind in der Windpark Schmalensee-Belau-Stocksee GmbH & Co. KG organisiert und haben angesichts des Regionalplanentwurfs, der in dem Bereich also kein Vorranggebiet für Windkraft ausweist, einen Antrag an die Gemeinde gestellt. Dieser sieht vor, auf Schmalenseer Seite, im Schulterschluss zu den auf Stockseer Flächen beabsichtigten Anlagen, bis zu vier weitere zuzulassen. Betroffen als wäre der Bereich nördlich der Stockseer Straße, mindestens 1200 Meter entfernt von der Wohnbebauung.
Nur wenn die Gemeindevertretung zustimmt, von der sogenannten Gemeindeöffnungsklausel Gebrauch zu machen, wird es möglich sein, dieses Projekt ernsthaft zu verfolgen.
„Wir müssen das zumindest ernsthaft überlegen“, unterstrich Dirk Griese. Denn im Gegensatz zum Kiesabbau, der einer Standortgemeinde nicht einmal Einnahmen aus der Gewerbesteuer bringt, können über Windkraftanlagen immerhin einige Gelder eingenommen werden, um vielleicht etwas finanziellen Handlungsspielraum zu bekommen.
Dirk Griese kündigte in der Einwohnerversammlung an, am 23. September neben den zwei laut Tages vorgesehenen Einwohnerfragezeiten auch unter diesem Punkt das Stellen von Fragen ermöglichen zu wollen, sofern die Gemeindevertretung dem zustimmt.
Sorge vor ausufernden Pflichtausgaben
Besorgt zeigte sich der Bürgermeister angesichts verschiedener Ankündigungen aus verschiedenen Bereichen, die in geringeren Einnahmen auf allen Ebenen beziehungsweise geringeren Zuweisungen bei gleichzeitig steigenden Forderungen an die Kommunen begründet sind: Steigende Umlagen im Kreis, Amt, Schulverband, womöglich auch Wege-Zweckverband. Belastungen im Kita-Bereich und Ganztag. Anstehende Investitionen in Infrastruktur inklusive Wasser und Abwasser, Notwendigkeiten im Bereich des Brand-, Zivil- und Katastrophenschutzes. Und eigentlich kreist der Gedanke, die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Verbindung mit dem Bau eines Dorfgemeinschaftshauses zu verbinden....
Was sonst noch in der Gemeindevertretung behandelt wird
Turnusgemäß werden sich die Gemeindevertreterinnen und -vertreter mit den Finanzen des Dorfes befassen: Es geht um Zuwendungen, die 2024 flossen sowie um über- und außerplanmäßige Ausgaben in der jüngeren Vergangenheit.
Zur Ortsentwässerung gibt es vorerst keine neue Beschlusslage. Nur erneut den Hinweis, dass das Einleiten von Regenwasser in die Ortsentwässerungsanlage nicht erlaubt und sanktionierbar ist. Im Bereich der Wasserversorgung hat der Bauausschuss die Empfehlung gegeben, sich grundsätzlich für einen Zweckverband auszusprechen, in dem alle vom Wasserwerk Bornhöved versorgten Gemeinden Mitglied wären.
Im Bereich Gemeindearbeiter läuft eine Stellenausschreibung, um diesen bei Krankheit oder Urlaub vertreten lassen zu können. Drei aussagekräftige Bewerbungen bis zur Einwohnerversammlung vor. Das Neubaugebiet Schmiedeberg steht nicht auf der Tagesordnung, wird aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit thematisiert werden müssen. Schon jetzt stellt der Bürgermeister in Aussicht, dass es Mitte Oktober die nächste Sitzung der Gemeindevertretung geben könnte.
Zunächst aber: Dienstag, 23. September 2025, 19.30 Uhr, Gemeindesaal.
Bild zur Meldung: Bürgermeister Dirk Griese in der Einwohnerversammlung am 18. September













