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Naturpark verzeichnet großes Interesse an Libellen im Tarbeker Moor

Schmalensee, den 06.​03.​2026

Die Gemeinde Schmalensee ist Mitglied im Naturpark Holsteinische Schweiz e.V., der sich am 25. Februar mit einem Vortrag dem Tarbeker Moor und dem dortigen Libellenbestand widmete. Das Tarbeker Moor wiederum, aus dem auch Schmalenseer Haushalte in ferner Vergangenheit einst Heizmaterial bezogen, war in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Exkursionen des (leider aufgelösten) Tourismusvereins Holsteinseen.

 

Hier eine Pressemitteilung des Naturparkvereins zur Vortragsveranstaltung:

 

Untersuchung der Libellen: 

Überwiegend erfreuliche Entwicklung im Tarbeker Moor!

 

Mehr als 40 Menschen fanden sich am Mittwochabend, dem 25.02.2026, in den Räumlichkeiten der Jugendakademie Bad Segeberg ein, um die Ergebnisse einer besonderen Untersuchung zu erfahren: Die Biologin Angela Bruens führte letztes Jahr im zwischen Tensfeld und Blunk gelegenen Tarbeker Moor eine Libellenkartierung durch. Systematische Erfassungen dieser Tiergruppe fanden im Tarbeker Moor zuletzt 2001/2002 sowie 1988 statt und somit war es höchste Zeit für eine Neuauflage. Denn, um Auswirkungen des Klimawandels oder Veränderungen innerhalb des Moores bewerten und ggf. mit Maßnahmen darauf reagieren zu können, sind aktuelle Daten die entscheidende Grundlage.

 

Das Tarbeker Moor hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt, denn noch bis Ende der 1980er Jahre war es extrem entwässert, um hier industriell Torf abbauen zu können, wodurch auch die charakteristische Hochmoorvegetation zerstört wurde. Nach Beendigung des Torfabbaus kehrt seit Anfang der 90er Jahre das Wasser durch gezielte Naturschutzmaßnahmen in das Moor zurück und moortypische Pflanzen- und Tierarten breiten sich wieder aus. Auch die Libellen haben davon profitiert, da durch die Wiedervernässung große Flachgewässer entstanden, in denen sich die Libellenlarven sehr gut entwickeln können. Besucher/innen, die sich selbst ein Bild von der Vielfalt der Libellen und anderer Lebewesen des Tarbeker Moores machen möchten, werden gebeten, zum Schutz der Natur, die offiziellen Wege des Gebietes nicht zu verlassen.

 

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen nun, dass sich die Renaturierungsbemühungen gelohnt haben: Wurden 1988 nur 15 Libellenarten im Tarbeker Moor festgestellt, waren es 2000/2001 18 Arten und bei der aktuellen Untersuchung bereits 28 Arten. Für 22 dieser Libellenarten konnte nachgewiesen werden, dass sie sich im Tarbeker Moor auch fortpflanzen. Zudem wurden einige Moorspezialisten unter den Libellen gefunden, wie die Torf-Mosaikjungfer, die Kleine Moosjungfer und die Nordische Moosjungfer, was auf einen guten Zustand des Moorlebensraums hinweist. Andere Arten spiegeln die Klimaerwärmung wider, wie z.B. die Große Königlibelle, die, von Südeuropa kommend, ihr Areal immer mehr nach Norden erweitert hat und inzwischen bei uns an fast jedem Gewässer beobachtet werden kann. Eine andere, früher häufige Art, die Gemeine Heidelibelle, ist inzwischen sehr selten und folgt auch im Tarbeker Moor dem landesweiten Trend. Sie konnte nicht mehr festgestellt werden.

 

Das Projekt konnte dank der Förderung durch das Landes-Umweltministerium und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg durchgeführt werden. Es entstand auf Initiative der Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach e.V. in Kooperation mit dem Naturpark Holsteinische Schweiz e.V..

 

Nils Kuhnert-Schumacher von der Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach e.V. stellte in der zweiten Hälfte des Abends die vielfältigen Aktivitäten des Vereins vor, welche die Pflege eines Magerrasens, die Anlage einer Streuobstwiese und eines Überwinterungshabitats für Reptilien und Amphibien, das Monitoring von Rotmilanen, die Kooperation mit lokalen Landwirten und vieles mehr beinhalten. Er beendete schließlich den Abend mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für einen großflächigen Biotopverbund zwischen dem Plöner See und der Trave, mit der Niederung des Blunkerbachs im Zentrum. Dies böte die Chance, positive Entwicklungen wie im Tarbeker Moor auch anderenorts einzuleiten, damit zukünftige Generationen vielleicht wieder Kiebitze, Große Brachvögel und Bekassinen als Brutvögel in den Wiesen erleben könnten.

 

Das Bild zur Meldung zeigt das Paarungsrad zweier Gemeiner Becherjungfern.

 

Foto: Michael Prokopek

 

Bild zur Meldung: Paarungsrad zweier Gemeiner Becherjungfern - Foto Michael Prokopek

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

 BesuchPlus im Amt Bornhöved 

 

 

 

 
 
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