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798

 

Auf Veranlassung des Frankenkönigs Karl, des späteren Kaisers Karl dem Großen, schlagen die slawischen Abotriten unter der Führung des fränkischen Legaten Eburis bei Suentana (das Heilige Feld bei Bornhöved) die nordalbingischen Sachsen.

 

803

 

Jahr der endgültigen Niederwerfung und Einverleibung Sachsens durch Karl. Dieser lässt Zehntausende Sachsen vertreiben. Ihre ursprünglichen Kerngebiete nördlich der Elbe werden den abotritischen Slawen überlassen.

 

804

 

Karl der Große tritt die sächsischen Gaue nördlich der Elbe an den Abotritenkönig Thrasco als Gegenleistung für militärische Hilfe ab.

 

808

 

Der dänische König Göttrik fällt in Nordalbingien ein und macht die Abotriten tributpflichtig. Als Reaktion sammelt sich ein fränkisches Heer südlich der Elbe und Göttrik zieht sich hinter die Eider zurück.

 

809

 

Verhandlungen zwischen Franken und Dänen scheitern. Graf Egbert wird beauftragt, Nordalbingien zu sichern. Der Schutz der Nordostgrenze Frankens obliegt nicht mehr den Abotriten.

 

810

 

Karl der Große gliedert Nordalbingien, das von den Abotriten wieder geräumt werden musste, dem Frankenreich ein. Der Reichstag zu Verden bestätigt die neue Reichsgrenze im Nordosten, den Limes Saxoniae (siehe auch 1075/76).

 

Der Verlauf des Limes Saxoniae ist ausgerechnet im Bereich des heutigen Amtes Bornhöved umstritten. Nach Heinz Willner, „Limes Saxoniae – Die Wiederentdeckung einer lange vergessenen Grenze“, Marburg 2011, folgte der Limes Saxoniae aber dem fränkischen Prinzip der linearen Grenzziehung und wurde durch aufeinander folgende, genau festgelegte Fixpunkte exakt beschrieben. Willner bedient sich der Kenntnisse alter Sprachen, um aus dem Limestext Adams den Verlauf zu beschreiben und kommt – beschrieben mit heutigen Ortsnamen – zu folgendem Verlauf:

„Der Limes begann östlich von Boizenburg an der Elbe, führte nach Nordwesten an die Delvenau, dann den Hornbeker Mühlenbach hinauf, über das Koberger Moor nach Norden zu einem Fluss, der bei Oldesloe in die Trave mündete, verlief dann traveaufwärts, löste sich nördlich von Segeberg von der Trave, zog nach Norden über den Grimmelsberg, erreichte den Schmalensee und folgte dem Lauf der Alten Schwentine über Preetz bis in die Kieler Förde.“

 

Der Bereich des Amtes Bornhöved bzw. die Gemarkung Schmalensee nimmt breiten Raum im Limestext ein. Auszug aus der Übersetzung des lateinischen Adamstextes nach Willner:

„[...] Dann läuft sie (die Grenze, Anmerkung) in Horbistenon, in den Travewald und aufwärts durch diesen, hinein in Bulilunkin. Hierauf führt sie in Agrimeshou aufwärts, geradenwegs bis zu der Furt, die Agrimeswidil genannt wird, wo Burwido den Zweikampf gegen einen slawischen Kämpen bestand und diesen tötete. Zur Erinnerung daran wurde an diesem Ort ein Stein gesetzt. Von dem bereits genannten Gewässer (bei der Furt) führt dieGrenze aufwärts (oben entlang) flugs in den See Colse. Auf diese Weise gelangt sie zum östlichen Zuentifeld und somit in den Fluss Zuentina selbst. [...]

Für Schmalensee heißt dies, dass der Limes, der nie wirklich befestigt war, sondern die natürlichen Gegebenheiten mit Flüssen, Bächen und Seen, Mooren und dem Urwald Isarnho nutzte, unmittelbar am westlichen Rand der heutigen Gemarkung verlief: Von Süden kommend in die Nasszone Bulilunk (Blunker Moor) bei Pettluis – entlang des Blunker Bachs (Agrimeshou) durch Alt Erfrade – dann hinauf zum Grimmelsberg (im Agrimeswald hinauf zum „Gipfel“) - von dort geradenwegs abwärts zur Furt Agrimeswidil, einer flachen Stelle am südlichen Ausläufer des heutigen Schmalensees am Übergang zum Scheidebach (nahe der heutigen B430 in den Wiesen Richtung Sportplatz; hier soll auch ein Heerweg verlaufen sein, der sich von der Furt aufwärts direkt auf den heutigen Hirtenweg bzw. entlang desselben zog) – nun entlang des westlichen Ufers des Stagnum Colse (Schmalensee, Belauer See und auch Bornhöveder See bildeten seinerzeit ein Gewässer. Willner zieht die Linie des Limes bis zur heutigen Klus, dann gerade nach Norden durch den heutigen Belauer See, der Alten Schwentine folgend.

Östlich bzw. entlang dieser beschriebenen Linie verläuft im Laufe der Zeit auch die Westgrenze slawischer Ortsnamen: Stolpe – Perdöhl – Belau – Kalübbe – Dersau – Schlamersdorf (von Slavomir) – Blunk (Bulilunkin) – Pettluis – Rönnau. Auf einer Karte markiert ergeben diese Orte einen wahren „Siedlungsbogen“ vom Stolper See bis an die Trave. Der Grund ist unklar. Eventuell gibt es einen Zusammenhang mit dem Campus Zuentifelt, dem Heiligen Feld um Bornhöved. Oder es liegt daran, dass es bis ins 12. Jahrhundert immer wieder zu Siedlungsvorstößen und kriegerischen Auseinandersetzungen kommt und die Region östlich von Bornhöved stets „Kampfzone“ ist. Eine Gründung Schmalensees vor 1100 ist vor beiden Hintergründen kaum anzunehmen.

 

Ernst Erich, ehemals Pastor zu Bornhöved, schreibt im Heimatkundlichen Jahrbuch für den Kreis Segeberg 1965 ausführlich über den Limes-Verlauf und legt eine stichhaltige Begründung dafür vor, warum der im Limestext genannte Stagnum Colse der Schmalensee sein muss (eine gemeinsame Wasserfläche der drei Seen zieht Erich, im Gegensatz zu Willner später, nicht in Betracht): Im Bereich der Belauburg habe es zahlreiche Eisenschmelzöfen gegeben. Zur Verhüttung des Raseneisensteins in diesen sei Holzkohle in Meilern gewonnen worden. Dunkle Schlackereste, die bis ins 20. Jahrhundert hinein u.a. im Bereich des ehemaligen Mütterkurheims gefunden wurden, und oder diese Kohlemeiler hätten für die Namensgebung durch Slawen gesorgt, die aber ab 1142 im Zuge der Neubesiedelung durch Holsteiner in Vergessenheit geraten sei. Diese hätten das Gewässer nach seiner Form benannt (was wiederum gegen eine verbundene, große Wasserfläche spricht), und nach dem Gewässer auch die neue Siedlung Schmalensee.

 

840

 

Nordelbingien wird für fast 100 Jahre zur Kampfzone. Bis 930 dringen immer wieder Slawen in die sächsischen Gaue ein.

 

931

 

Heinrich I. unterwirft die Abotriten.

 

961

 

Otto I. setzt Hermann Billung als „Ducatus Saxoniae“ ein. Ihm sind die Holsaten und Stormarnen, aber auch die Abotriten, Wagrier und Polaben unterstellt.

 

983

 

Bei einem Slawenaufstand wird unter der Führung des Abotritenfürsten Mistui u.a. Hamburg erstürmt und niedergebrannt. Die Limeslinie kann von den Sachsen gehalten werden. 991 und 995 schlägt Mistui weitere Male zu.

 

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Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
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