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1877

1877

10.01.1877

Es finden Wahlen zum Deutschen Reichstag statt. Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt schreibt am 6. Januar über eine der Parteien:

''„Die Socialdemokraten entwickeln […] große Tätigkeit. Jeder in seinem Kreise wird dahin wirken, daß die kleinen Leute, welche man besonders zu gewinnen sucht, aufgeklärt werden über die gefährlichen Machinationen der Social-Demokratie, welche statt des vorgespielten Eldorado in unzähligen Fällen nur Elend und Noth gebracht haben. Eine ernste Pflicht aber ist es, am Wahltage sich durch nichts behindern zu lassen. Um zur Wahlurne zu gehen und so auch durch die Stimmenzahl der Sozialdemokratie entgegen zu treten.“''

Die meisten Stimmen können im VI. schleswig-holsteinischen Wahlkreis die Kandidaten Prof. Georg Beseler (6.805) und der Maschinenbauer Max Stöhr (7.923) auf sich vereinen. Beide gehen in eine Stichwahl.

 

11.01.1877

Um 11 Uhr haben die Gemeindevorstände von Schmalensee, Gönnebek und Tarbek einen Termin zur Vorlage der Klassensteuerrollen im Landratsamt.

 

15.01.-01.02.1877

Jeder Wehrpflichtige, der im Kalenderjahr das 20. Lebensjahr vollenden wird, ist verpflichtet, sich in diesem Zeitraum bei seiner Ortsbehörde zwecks Eintragung in die Rekrutierungsstammrolle zu melden.

 

17.01.1877

Approbierter Tierarzt in Bornhöved ist Herr Elend.

 

27.01.1877

Stichwahl im VI. schleswig-holsteinischen Reichstagswahlkreis. Der Kandidat Beseler gewinnt, jedoch wird seine Wahl angefochten.

 

03.02.1877

Landrat von Gayl wendet sich in mehreren Aufrufen an die Landwirte des Kreises Segeberg: Nach Ausbruch der so genannten Rinderpest im Kreis Pinneberg seien auch die Segeberger Viehbestände von der Seuche, gegen die es bislang kein bekanntes wirksames Mittel gibt, bedroht. Als Folge kommt der Verkehr mit der südlichen Region Holsteins zum Erliegen – nur so können die Landwirte dieser Zeit eine Ausbreitung der Rinderseuche zumindest eindämmen. Auswärtigen Milchwagen wird beispielsweise der Zutritt zu den Dörfern verwehrt.

 

10.02.1877

Die Reichsregierung legt die Vergütung für Naturalleistungen fest, die der Truppe im Falle von Einquartierung abgeliefert werden: Für eine volle Tageskost werden pro Mann 85 Pfennig mit und 70 Pfennig ohne Brot erstattet. Die Morgenkost wird mit 16 bzw. 11 Pfennig, die Mittagskost mit 43 bzw. 38 Pfennig und die Abendkost mit 26 bzw. 21 Pfennig vergütet.

 

07.03.1877

Die Ortspolizeibehörden des Kreises Segeberg werden durch den Landrat aufgefordert, zukünftig über jeden Brandfall in ihrem Bereich Meldung zu machen. Neben dem Verlust an Menschen und Gebäuden interessieren diesen die Brandursachen und alle angestellten Beobachtungen zum Lösch- und Rettungswesen.

 

13.03.1877

In der Kirche zu Bornhöved hält Pastor Palmer aus Altona einen Vortrag zum Thema „Die sociale Frage und die Innere Mission“.

 

19.03.1877

Um 4 Uhr in der Frühe wird in Damsdorf ein Doppelmord verübt. Der Mühlenpächter Kähler und seine Frau werden von außen durch das Fenster erschossen. Der oder die Mörder stehlen Bargeld und sind flüchtig. In den nächsten Tagen und Wochen wird der Fall immer wieder für Aufsehen sorgen, u.a. durch Suchmeldungen der Staatsanwaltschaft, aber auch durch Meldungen über diverse Verdächtige.

 

22.03.1877

Der 80. Geburtstag seiner Majestät, des Kaisers und Königs Wilhelm I., wird in Kirchen, Schulen und weiten Kreisen des Deutschen Reiches gefeiert.

 

03.04.1877

In Bornhöved, zugehörig zum Bezirk der Kompanie Segeberg des Königlichen Landwehr-Bezirkskommandos Altona, findet um 15 Uhr die Frühjahrskontrollversammlung statt.

 

11.04.1877

Der Bornhöveder Maurer Burmeister, ein bekannter Wilddieb, wird im Zusammenhang mit dem Raubmord von Damsdorf in Haft genommen. Wenige Tage später stellt sich in Kiel sein Sohn der Polizei. Ende April gestehen Vater und Sohn die Tat.

 

14.04.1877

Im Segeberger Gasthaus Zur Harmonie findet die Musterung der Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1855/56 aus Schmalensee und zahlreichen anderen Orten statt.

 

18.04.1877

Im Kreis Segeberg hat sich ein Jagdverein gebildet.

 

21.04.1877

An ermäßigter Klassensteuer hat Schmalensee für das Rechnungsjahr 1877/87 zusammen 659,52 Mark aufzubringen.

 

26.04.1877

Das Eigentum der in Damsdorf ermordeten Eheleute Kähler wird in ihrem Haus versteigert.

 

05.05.1877

Die bisher in Bornhöved und Umgebung zwei existierenden landwirtschaftlichen Vereine sind zu einem verschmolzen. Beide wurden erst im Vorjahr gegründet.

 

14.06.1877

In Wickels Hotel zu Segeberg findet eine Generalversammlung des Jagdvereins für den Kreis Segeberg statt. Es wird u.a. beschlossen, das Kreisgebiet in Bezirke (Vorläufer der heutigen Hegeringe, Anmerkung) einzuteilen.

 

22.06.1877

Der (neue) Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved unternimmt eine Exkursion. In langer Wagenreihe geht es von Bornhöved aus zunächst nach Schönböken. Auf dem Hof Ascheberg wird ein Frühstück eingenommen, dann geht es zum Stockseehof, wo Hofbesitzer Beer die Mitglieder bewirten lässt. Über Schmalensee bewegt sich der Tross zurück nach Bornhöved, wo im Vereinslokal noch beisammen gesessen wird. Nach der Fusion beider ehemaligen Landwirtschaftlichen Vereine wird betont, dass diese Exkursion hervorragend die neue Gemeinschaft gefestigt hat.

 

28.07.1877

Gemäß königlichem Erlass vom 04.11.1876 wird das Kirchspiel Bornhöved nach der neuen Synodalordnung nicht zur neuen Probstei Segeberg (23. Wahlkreis der Landeskirche) gehören, sondern zum 25. Wahlkreis (Plön).

 

11.08.1877

Um der grassierenden Schafräude im Kreis energisch entgegenzuwirken, findet eine Überprüfung ausgewählter Schafbestände im Kreis Segeberg, auch in Schmalensee, statt.

 

04.09.1877

Die Königliche Provinzialregierung zu Schleswig erlässt ein Regulativ betreffs Räumung der Chausseen vom Schnee. Demnach haben die Gemeinden, in deren Bereich ein Teilstück einer Reichschaussee fällt, dieses in Winterzeiten von Schnee und Eis freizuhalten. Die Gemeindevorsteher zeichnen für die Gestellung einer entsprechenden Mannschaft verantwortlich. Zur Kontrolle der Ausübung entsprechender Tätigkeiten erfolgt eine Aufteilung in Aufseher- und Wärterdistrikte.

Wer sich in seiner Gemeinde der Anweisung des Gemeindevorstehers zum Schneeschaufeln widersetzt bzw. sich entzieht, kann mit 30 RM Geldstrafe belegt werden. Zur Hilfeleistung sind grundsätzlich alle 18- bis 45-Jährigen mit Ausnahme von Staatsbeamten, Geistlichen, Medizinern und Apothekern sowie Eisenbahnpersonal und die Ortsvorsteher selbst verpflichtet.

Schmalensee, an der Chaussee Plön-Neumünster und damit im Aufseherdistrikt 7 des Kreises Segeberg gelegen, hat 47 Mann als Schneeräummannschaft vorzuhalten. Die Hilfsgemeinden für Schmalensee sind Stocksee (40 Mann) und Damsdorf (31 Mann). Streckenwärter ist der Schmalenseer (Jürgen Christian) Tietgen.

 

06.09.1877

In Bornhöved wird eine mit der Ortspostanstalt vereinigte Telegrafenbetriebsstelle mit beschränktem Tagesdienst eröffnet.

 

27.09.1877

Der Kreis Segeberg erhält einen neuen Landrat. Für den in eine neue Verwendung wechselnden Baron von Gayl übernimmt nun Kammerherr von Willemoes-Suhm das Amt. Von Gayl war seit 1870 Landrat des Kreises Segeberg und wird Regierungsrat in Magdeburg.

 

12.11.1877

In Bornhöved findet die Reservekontrollversammlung im Bezirk des Reserve-Landwehrbataillons Nr. 86 statt.

 

14.11.1877

In Bornhöved ist der berittene Gendarm Radüge stationiert. Er ist für 23 Ortschaften verantwortlich, darunter die der Ämter Bornhöved und Stocksee.

 

19.11.1877

Das Kieler Strafgericht verurteilt in einem weithin beachteten Prozess die Mörder von Damsdorf, Maurer Joachim Hinrich Burmeister aus Bornhöved und Christian Burmeister aus Laboe, wegen Raubmordes zum Tode. (Das Urteil wird später in lebenslängliche Haft umgewandelt werden, Anmerkung.)

 

22.11.1877

In Bornhöved wird ein Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht vom 22.07.1227 eingeweiht. An der Organisation beteiligt sich auch der Kampfgenossenverein, der für Fuhrwerke sorgt, die auswärtige Gäste vom Wankendorfer Bahnhof abholen.

 

09.12.1877

An diesem Sonntag wird ein erstes „Telephonat“ im Kreis Segeberg geführt. Die beiden Apparate befinden sich auf den Bahnhöfen in Segeberg und in Fahrenkrug. Die Sprechversuche gelten als äußerst gelungen. Am 19. Dezember wird das Telefon den Teilnehmern an einer Versammlung des Landwirtschaftlichen

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: