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1870

26.03.1870

Ein Leserbrief im Segeberger Kreis- und Wochenblatt spricht sich dafür aus, dass der Amtsrichter Eckard, Vorsitzender des Amtsgerichts Bornhöved, neuer Bürgermeister der Stadt Segeberg werden soll. Tatsächlich wählt ihn der dortige Magistrat am 28.03.1870 in dieses Amt, dass er aber erst nach Freistellung vom Justizdienst antreten kann.

 

23.04.1870

Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt zitiert aus einer Versammlung des Landwirtschaftlichen Vereins Bischofswerda „Die zehn Gebote des Landwirths“:

1. Baue viel Futter,

2. Füttere gut Vieh,

3. Dann fehlt es Dir auch an Dünger nie.

4. Mit scharfer Egge und starkem Pflug

5. Ackere fleißig und tief genug.

6. Was Dein Acker kann geben,

7. Sollst Du systematisch ihm nehmen.

8. Altes Land verbessere und neues erringe,

9. Ausgaben und Einnahmen zu Buche bringe;

10. Du selbst sei fleißig, gebildet und klug -

Das sind der Gebote des Landwirths genug.

 

09.05.1870

146 Militär- und Ersatzpflichtige der Jahrgänge 1842 bis 1850 aus den Gemeinden Erfrade, Glasau, Kuhlen, Muggesfelde, Seedorf-Hornstorf, Bornhöved, Damsdorf, Gönnebek, Schmalensee, Stocksee, Tarbek und Tensfeld haben sich in Bornhöved zur Musterung einzufinden.

 

13.05.1870

In der Provinz Schleswig-Holstein findet der Ankauf von Remonten, i.d.R. dreijährigen Pferden, durch das Militär statt. An diesem Tag in der Stadt Segeberg.

 

25.05.1870

Der Königliche Landrat des Kreises Segeberg, Baron Cai Lorenz von Brockdorff, stirbt nach langem und schwerem Leiden. Bis zur Einsetzung eines Nachfolgers nimmt Regierungsassessor von Rumohr als kommissarischer Landrat die Geschäfte wahr.

 

18.06.1870

Die Entlassung des Amtsrichters Eckard, der zum Bürgermeister von Segeberg gewählt wurde, ist vollzogen. Das Amtsgericht Bornhöved wird, zunächst kommissarisch, von C. Michelsen geleitet.

 

09.07.1870

Die Königliche Regierung ist bestrebt, unbezahlt gebliebene Kriegsfuhren aus dem Krieg mit Dänemark im Jahr 1864 auszugleichen. Dazu werden an verschiedenen Orten entsprechende Listen ausgelegt, anhand derer Ansprüche geltend gemacht werden können. Einer der Orte ist das Lokal des Gastwirts Lantau in Bornhöved.

 

09.07.1870

Die im Vorjahr angeregte Realisierung eines Eisenbahnprojekts zwischen Segeberg und Kiel wird vorerst ruhen gelassen: In der Stadt Segeberg scheint es vorerst nicht möglich, einen Bahnhof bauen zu können. Dies hat auch Auswirkungen auf den Raum Bornhöved, durch den die Bahnlinie sehr wahrscheinlich geführt worden wäre.

 

19.07.1870

Den Ausbruch des „Deutsch-Französischen Krieges“ markiert die Kriegserklärung des französischen Kaisers an Preußen.

 

21.07.1870

Der neue Landrat des Kreises Segeberg, Freiherr von Gayl, der zuvor Landrat in Teltow bei Berlin war, wendet sich angesichts des Kriegszustands mit Frankreich über das Segeberger Kreis- und Wochenblatt an die Bevölkerung. Ein Auszug:

„[...] Ernst ist der Zeitpunkt, in welchem ich die Verwaltung hier antrete. […] Ich hoffe zum allmächtigen Gott, daß Er das Unheil des Krieges von unserem Kreise fernhalten wird, weiß aber, daß, wenn Gefahr bis hierher dringt, wir Alle in deutscher Treue fest zusammenstehen werden das Vaterland zu vertheidigen.“

 

23.07.1870

Krieg mit Frankreich. Die preußische Königin ruft die Frauen des Reiches auf, Hilfe zu organisieren und (in Form von Sachleistungen) an den Rhein zu senden.

 

23.07.1870

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Landrats von Gayl ist, angesichts des Krieges eine Familienfürsorge zu organisieren.

 

23.07.1870

In Bornhöved bildet sich angesichts der französischen Kriegserklärung an Preußen-Deutschland, die blutige Kämpfe erwarten lässt, ein „Lokalcomité“ zur Einsammlung von Geld und Materialien zur Verwundetenversorgung. Diese sollen dem Provinzialverein zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger in Kiel übermittelt werden. Beim Bornhöveder Ortsvorsteher August Lantau sowie bei den Ortsvorstehern der benachbarten Gemeinden können Spenden entrichtet werden.

Interessant: Veröffentlicht wird der Aufruf des später als Lokalverein bezeichneten Komitees im Segeberger Kreis- und Wochenblatt am 23.07.1870, geschrieben sein soll es laut Textinhalt am 18.07.1870 – und die Kriegserklärung Frankreichs traf in Preußen am 19.07.1870 ein.

 

28.07.1870

Der Segeberger Kreistag beschließt, alle durch die Mobilmachung der Truppen notwendig werdenden Ablieferungen, sog. Landlieferungen, finanziell zu regeln und nicht in Naturalien.

Ferner stellt der Kreistag Mittel zur Familienfürsorge bereit, die aus der Abwesenheit der Männer begründet werden. Demnach erhält vorerst jede „unterstützungsbedürftige“ Frau, deren Mann zum Kriegsdienst eingezogen ist, im September 2 Taler. Diese Summe erhalten auch die ersten drei Kinder eines Einberufenen. Das vierte Kind erhält 15 Groschen zusätzlich. Sind Eltern und Geschwister betroffen, so gibt es auch für diese 2 Taler und 15 Groschen.

 

06.08.1870

Mit seinen Proklamationen „An mein Volk“ und „An die Armee“ schwört König Wilhelm von Preußen sein Volk auf einen neuen Waffengang ein.

 

11.08.1870

Laut Mitteilung des Preußischen Innenministers ist es möglich, die Verlustlisten, aus denen Verwundete, Gefallene und Vermisste ersichtlich sind, zu abonnieren. Üblicherweise aber verlassen sich die Menschen in Schleswig-Holstein auf die in der Presse veröffentlichten (regionalen) Auszüge und auf die öffentlich ausgelegten Listen. Für hiesige Region werden die Verlustlisten beim Bornhöveder Bürgermeister ausgelegt.

 

 

 

18.08.1870

Im Gefecht bei Bois de la Cusse wird der Schmalenseer Nikolaus Heinrich Stegelmann, Musketier im Schleswig-Holsteinischen Infanterieregiment Nr. 84, verwundet.

 

03.09.1870

Der Ausbruch des Krieges mit Frankreich hat allerorten zur Bildung von Zweigvereinen zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger geführt. Über diesen hat sich früh ein Provinzialverein gebildet. Einen Kreisverein zu bilden, fällt im Kreis Segeberg dadurch schwer, dass sich die in Bornhöved, Bramstedt und Kaltenkirchen gegründeten Zweigvereine schon früh dem Kieler Lokalverein angeschlossen haben.

Kern der Segeberger Zweigvereine wird der in der Stadt Segeberg, mit dem sich die Lokalvereine aus Pronstorf, Seedorf und Leezen, die der Güter Rohlstorf, Wensin, Müssen, Travenort und Muggesfelde sowie der Kirchspiele Segeberg und Sülfeld zusammen tun.

 

03.09.1870

Die Armee gibt regelmäßig Verlustlisten, die auch Angaben zu Verwundeten enthalten, in die Heimat. Das Landratsamt verteilt diese an die Ortsvorstände der Kirchspielorte, die wiederum dafür Sorge zu tragen haben, dass die Listen an dafür vorgesehenen Orten ausgelegt werden. Das Landratsamt trägt Sorge für eine Auswertung, so dass im Segeberger Kreis- und Wochenblatt alle Segeberger genannt werden.

 

08.10.1870

Schmalensee gehört zum III. Gendarmerie-Bezirk des Kreises Segeberg, der insgesamt 28 Gemeinden von Schmalensee bis Groß Rönnau, von Rickling bis Grönwohld umfasst. Zuständig für den Bezirk ist der berittene Gendarm Grandorff.

 

22.10.1870

Für die Durchführung der Wahlen zum Abgeordnetenhaus (des Provinziallandtages, Vermutung) wird anhand der Einwohnerzahlen im jeweiligen Wahlbezirk die Zahl der Wahlmänner ermittelt. Zudem wird ein Wahlvorstand berufen. Der Wahlbezirk Bornhöved umfasst insgesamt 1574 Einwohner (Bornhöved 945, Gönnebek 291, Schmalensee 300, Kanzleigut Kuhlen 38). Der Bezirk hat sechs Wahlmänner zu benennen. Wahlvorsteher ist Bornhöveds Ortsvorsteher Lantau, sein Stellvertreter der Kirchenälteste Dunker aus Schmalensee. Wahllokal ist die Bauervogtei zu Bornhöved, also das Haus des Bornhöveder Ortsvorstehers.

 

20.12.1870

Im Segeberger Gasthof zur Harmonie haben sich um 9 Uhr die im Jahr 1851 geborenen oder bislang noch nicht erfassten älteren Wehrpflichtigen aus Schmalensee, Gönnebek, Damsdorf, Stocksee und Tarbek zur Musterung einzufinden. Vom 1. bis zum 15. Dezember bereits hatten sich betreffende Personen bei ihrem Ortsvorsteher als Stammrollen führende Ortsbehörde anzumelden.

 

 

 

 

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: