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1950

01.01.1950

Der im Vorjahr ins Leben gerufene Sparverein nimmt mit Jahresbeginn seine Tätigkeit auf. Dem Sparklub „Hol di ran“ gehören bereits 69 Mitglieder an.

 

05.01.1950

Da die Knicks entlang der Wege nach Stocksee und Damsdorf nicht beschnitten worden sind, sind diese nicht einmal mit dem Rad passierbar.

 

05.01.1950

Unter den in Schmalensee eingewiesenen Flüchtlingen übersteigt die Zahl derer, die gern nach vorgesehenen westdeutschen Aufnahmegebieten umsiedeln möchten, die für die Gemeinde vorgesehene Antragszahl. Alles hofft darauf, eine bessere Unterkunft und vor allem Arbeit zu finden.

1950-01-25

25.01.1950

Die Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen diskutiert lebhaft einen Fusions-Vorschlag seitens der Bornhöveder Ortsgruppe. Die Mitglieder entscheiden sich für den Fortbestand der Eigenständigkeit.

 

25.01.1950

Schmalensee war in der Vergangenheit ein bei Fremden äußerst beliebter Ausflugs- und Ferienort. Zahlreiche Anschaffungen, die dem Rechnung trugen, sind mittlerweile verschwunden oder vernachlässigt. So sind das Badehäuschen und Ruhebänke offenbar im Eigenbedarf verbrannt und der Badestrand vernachlässigt worden. Dem will man in Schmalensee nun durch die Gründung eines Verschönerungsvereins begegnen.

 

26.01.1950

Drückend hoch ist die Zahl der nach Schmalensee eingewiesenen Flüchtlinge. Das Dorf zählt 706 Einwohnerinnen und Einwohner. 328 davon sind Einheimische, 378 Eingewiesene. 133 schulpflichtige Kinder gehen in drei Schichten in die örtliche Schule, der Unterricht läuft von 7 Uhr früh bis 17 Uhr am Nachmittag. Insgesamt leben 203 Kinder im Ort, gegenüber 53 Personen, die 70 bis 93 Jahre alt sind.

Eine Hoffnung auf Entlastung bringen anlaufende Umsiedlungsprojekte in den Südwesten und Westen Deutschlands, wo Arbeitskräfte gebraucht und neue Existenzen gestaltet werden können. 35 Flüchtlingsfamilien aus Schmalensee haben bereits Umsiedlungsanträge gestellt; allerdings fanden kleinere Gemeinden bislang keine Berücksichtigung.

 

26.01.1950

In Schmalensee gibt es Bestrebungen, die Gemarkungsgrenzen nach Bornhöved zu begradigen. Dies betrifft den Besitz von Land Schmalenseer Bauern in der Gemarkung, vorrangig aber die Hofstellen Willingshöfen (H. Hansen) und Hornshof (K. Suhr). Da beide Hofstellen näher an Schmalensee als an Bornhöved liegen, sind sie in weiten Teilen eng mit der Gemeinde verbunden. So gehen die Kinder in Schmalensee zur Schule und die Gebäude sind an die Straßenbeleuchtung angeschlossen. Die Höfe sind sowohl in der Schmalenseer Dreschgenossenschaft als auch in der Meiereigenossenschaft organisiert.

 

07.02.1950

Der Reiterverein Bornhöved und Umgebung, dem auch einige Schmalenseer angehören und der unter den Reitlehrern Otto Schlätel und Willy Siebke aus Schmalensee zahlreiche Turniererfolge errang, hält im Gasthof Voß sein diesjähriges Wintervergnügen ab.

 

12.02.1950

In nicht öffentlicher Sitzung fassen die Gemeindevertreter zahlreiche Beschlüsse: Der Antrag der Besitzer der Hofstellen Hornshof und Willingshöfen auf Eingliederung in die Gemeinde und Gemarkung Schmalensee wird unterstützt.

Zur Deckung eines Fehlbetrags in der Nachtragshaushaltssatzung muss die Gemeinde einen Kassenkredit über 3000 DM aufnehmen.

Dem Antrag des Kaufmanns Bollbuck, am Gassenbult (Gassenbold) einen Bauplatz zu erwerben, wird nicht entsprochen. Dagegen wird W. Wulf ein Stück Gemeindeland in Erbpacht als Bauplatz überlassen.

Am Damsdorfer Weg soll ein Baugrundstück für den Neubau einer zweiklassigen Schule von H. Nagel erworben werden. Dieser soll dafür ein Stück Gemeindeland erhalten. Was dagegen mit der alten Schule geschehen soll, steht noch aus.

 

21.02.1950

Zur großen Preismaskerade im Gasthof Voß erscheinen 40 Masken, darunter zahlreiche Gruppen, von denen die Musiker „Swing Boys“ als Sieger gekürt werden. In der Einzelwertung gewinnt ein „Neger“.

 

24.02.1950

Der von der Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen veranstaltete Fastnachtsball im Gasthof Voß wird in echt karnevalistischer Stimmung abgehalten. Zahlreiche Spenden örtlicher Gewerbetreibender fördern die Stimmung.

 

01.03.1950

Nachdem die Gemeindevertretung den Ausbau der Schule um eine auf zwei Schulklassen beschlossen hatte, werden Schulrat Steffen und Oberbaurat Möller vorstellig, um sich von der Notwendigkeit zu überzeugen. Die Unhaltbarkeit der beengten Verhältnisse aufgrund der Vielzahl an Schülerinnen und Schülern wird erkannt und eine Baumaßnahme soll vorangebracht werden. Denkbar erscheint der Umbau des Schulstalles.

 

01.03.1950

Der bereits am 20.12.1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassene Leopold Harlfinger erreicht seine Familie in Schmalensee. Harlfinger war auf der Heimreise erkrankt und zunächst ins Lübecker Krankenhaus eingewiesen worden.

 

18.03.1950

Die Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen umfasst 71 Mitglieder.

 

25.03.1950

Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee wird Wehrführer Hellmuth Saggau durch Bürgermeister Hamann zum Ehrenbeamten auf sechs Jahre ernannt. Saggau gibt die neue Satzung der Wehr bekannt und verpflichtet neue Mitglieder, die die Wehr auf 17 Aktive anwachsen lassen.

 

28.03.1950

Theodor Schnohr, Ortsvorsteher der Gemeinde Schmalensee von 1899 bis 1924 und Gründungsmitglied der Freiwilligen Feuerwehr, stirbt im Alter von 85 Jahren. Groß ist die Anteilnahme, als die Gemeinde auf dem Bornhöveder Friedhof Abschied vom „alten Onkel Theodor“ nimmt. Pastor Erich spricht die Grabrede.

 

29.03.1950

Ludwig und Amanda Saggau begehen das Fest der Goldenen Hochzeit.

 

01.04.1950

Die Tischlerei Tietgen blickt auf ihr 70-jähriges Bestehen zurück. Inhaber Emil Tietgen übernahm das Unternehmen 1911 von seinem Vater. Sein eigener Sohn wird zum Zeitpunkt des Jubiläums noch im Osten vermisst.

 

03.04.1950

Dem Antrag der Gemeinde Schmalensee, die Besitzungen von Schmalenseern auf Bornhöveder Land nach Schmalensee umzugemeinden und damit die Gemarkung zu begradigen, wird von der Bornhöveder Gemeindevertretung abgelehnt. Dies betrifft Besitzungen der Herren W. Möbs, H. Schlüter und H. Cornehls sowie Hans Hansen (Willingshöfen) und Hans Suhr (Hornsdorf).

 

05.04.1950

Nach langem Warten und zahlreichen Beschwerden kommt Bewegung in die Wieder-Anbindung Schmalensees an den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Lütjenburger Firma Kähler erklärt sich bereit, Schmalensee als Endstation der Linie Plön-Wankendorf anzuerkennen. Der Bus wird dazu in Schmalensee fest stationiert und auf der Diele des Gasthofs Voß untergestellt.

 

05.04.1950

Aus Einsparungsgründen spricht sich die Gemeindevertretung gegen die Einrichtung einer dritten Lehrerplanstelle aus.

 

05.04.1950

Zu einem Gewaltakt eskaliert die Auseinandersetzung zweier in Schmalensee lebenden Polen, von denen einer den anderen mit einem Knüppel bewusstlos schlägt.

 

12.04.1950

In Ergänzung zum Reichsschulpflichtgestz von 1938 hat das Land Schleswig-Holstein ein Berufsschulgesetz erlassen, wonach alle Jugendlichen beiderlei Geschlechts nach Verlassen der allgemein bildenden Schulen meldepflichtige Personen sind. Der Amtsbereich Bornhöved mit den Gemeinden Bornhöved (inkl. Trappenkamp), Tarbek, Tensfeld, Damsdorf, Stocksee, Schmalensee und Gönnebek bildet im Kreis Segeberg den 4. Berufsschulbezirk von insgesamt 15.

 

13.04.1950

Der Haushaltsplan 1950/51 der Gemeinde Schmalensee beträgt 33278 DM in der Einnahme und Ausgabe. Allein 2915 DM entfallen auf die Amtsumlage. Da die Zahlungskraft der Steuerzahler erschöpft sei, schließen die Gemeinderäte eine Anhebung der Steuersätze aus, wodurch vor allem Gastschulgelder besser zu schultern wären. Die Schule soll vier neue zweisitzige Schulbänke erhalten und das Bürgermeisterbüro wird in dessen Wohnung verlegt. Die monatlich zu entrichtende Gemeindesteuer wird vom Gemeindeboten eingezogen.

 

18.04.1950

Die Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen hält im Gasthof Voß eine Versammlung ab. Unter lebhaftem Beifall spricht der Redner Hilkereit zum Thema „Wir wollen unser Recht“.

 

19.04.1950

Zehn ABC-Schützen, sieben Mädchen und drei Jungen, werden in Schmalensee eingeschult und erhalten zum Einstand jeweils eine Tafel Schokolade.

 

22.04.1950

Im Bad Segeberger Hotel „Germania“ leitet der Kreisvorsitzende Hugo Saggau die bereits 80. Generalversammlung des Schwarzbunten-Zuchtvereins unter Mithilfe des Geschäftsführers und früheren Schmalenseer Schulleiters Heinrich Göttsch. 784 Mitglieder mit insgesamt 13700 Tieren bilden den Umfang des sechstgrößten Kreisverbandes im Lande.

 

27.04.1950

Eine Kampfansage ergeht dieser Tage an den Maikäfer. Vor den Einwohnern Schmalensees spricht im Gasthof Voß Dr. Fischer vom Pinneberger Planzenschutzamt über die zu treffenden Maßnahmen im erwarteten Maikäferjahr. Mitte Mai soll eine zehn Tage währende Bestäubungsaktion zur Vernichtung der Plagegeister durchgeführt werden.

 

30.04.1950

Im Beisein der Gemeinderäte und der Elternbeiräte der Schule verabschiedet Bürgermeister Hamann den Lehrer Leo Guttmann in den Ruhestand. Guttmann kam als Flüchtling aus Ostpreußen nach Schmalensee. In seiner Heimat galt Guttmann als bekannter Heimatdichter. Maßgeblich beteiligte er sich beim Sender Königsberg an der Gestaltung des Schulfunks – 15 Sendungen wurden ausgestrahlt, einige davon über alle deutschen Sender. Auch in Westdeutschland ist sein Name im Hörfunk zu vernehmen, denn Guttmann reicht seine Gedichte beim Süddeutschen Rundfunk ein.

 

02.05.1950

Vertreter des Kreisbauamtes sowie je eine Delegation aus Stocksee und Schmalensee, letztere unter Führung von Bürgermeister Hamann, kommen auf Stockseehof zusammen, um über den Ausbau der 4,4 Kilometer langen Straße von Stocksee nach Schmalensee zu beraten. Alle Seiten stimmen darin überein, dass es zum Ausbau kommen soll. Die beiden Gemeinden erwarten anteilige Baukosten in Höhe 10.000 DM bei anfallenden Gesamtkosten von 264.000 DM.

Ein Unfall des Schmalenseer Bürgermeisters unterstreicht die Notwendigkeit des Straßenbaus: Auf dem Rückweg aus Stocksee kommend, stürzt Heinrich Hamann mit dem Fahrrad und kugelt sich den linken Oberarm aus.

 

15.05.1950

Nach einer Verordnung der Landesregierung fällt Schmalensee fortan in den Landtagswahlkreis 33 Segeberg-Nord

 

19.06.1950

Die seit dem 17. Jahrhundert bestehende Tarbeker Windgilde hielt ihre Jahreshauptversammlung ab. Die Versicherung auf Gegenseitigkeit gegen Sturmschäden hatte infolge des Krieges und einiger Stürme im Vorjahr eine zweimalige Umlage vorzunehmen. Trotzdem ist die finanzielle Lage der Gilde gesichert. Alter und neuer Vorsitzender ist der Tarbeker Altbauer Gustav Nero. Ein Schmalenseer gehört nicht dem Vorstand an.

 

26.06.1950

Auf Stockseehof findet eine gemeinsame Informationsveranstaltung des Bezirksbauernvereins Bornhöved und Umgebung und des Segeberger Saatbauvereins statt. Vorsitzender des Bezirksbauernvereins ist der Schmalenseer Hugo Saggau. Neben Fragen zur Technisierung der Landwirtschaft und zur Preisentwicklung landwirtschaftlicher Produkte werden auch Informationen zur Angleichung der Löhne landwirtschaftlicher Arbeitskräfte an die der Industriearbeiter ausgetauscht.

 

29.06.1950

Um 10 Uhr wird in Schmalensee die Pockenschutzimpfung vorgenommen. Die Nachschau ist auf den 06.07.1950 terminiert.

 

04.07.1950

Im Zuge des Landtagswahlkampfes spricht auf einer öffentlichen Veranstaltung des Schmalenseer SPD-Ortsvereins der Kieler Bezirkssekretär Strack.

 

04.07.1950

Auf dem Schulland werden die ersten Kartoffelkäfer des Jahres gefunden. Die Gartenbesitzer werden dringend ermahnt, täglich ihre Gärten nach dem kleinen Übertäter abzusuchen.

 

05.07.1950

Grundsteinlegung zum Bau einer katholischen Kirche in Bornhöved.

 

08.07.1950

Aktuelle Zahlen zu Flüchtlingsbewegungen werden veröffentlicht. Während aus dem Amtsbereich Bornhöved 134 Personen nach Südbaden umgesiedelt werden, ziehen über 40 aus den Gebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie zu.

 

09.07.1950

Landtagswahlen in Schleswig-Holstein. In Schmalensee entfallen von 336 abgegeben gültigen Stimmen 126 auf den Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE), 109 auf die Deutsche Partei (DP), 85 auf die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), 10 auf die Deutsche Reichspartei (DRP) und 6 auf die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Erfolgreicher Direktkandidat im Wahlkreis 33 Segeberg-Nord ist der DP-Bewerber Otto Fiöl.

 

15.07.1950

1950-07-15

 

25.07.1950

Es kracht im Amtsausschuss. Zunächst scheitert ein Antrag der SPD-Vertreter, Amtmann Rauert wegen Fehlverhaltens in Wohnungsfragen abzuwählen. Dann entzündet sich ein Streit darum, dass die Gemeinde Bornhöved alle Arbeiten durch das Amt wahrnehmen lasse, während die kleinen Gemeinden dafür eine höhere Amtsumlage zahlen müssten.

 

09.08.1950

Im Kirchdorf Bornhöved findet das Richtfest am Neubau der Katholischen Kirche statt. Noch vor dem Herbst soll die Einweihung erfolgen.

 

12.08.1950

Ein aus der Ricklinger Anstalt der Inneren Mission Entlaufener wird zwischen Schmalensee und Bornhöved von der Polizei gestellt und zurück überstellt. Der Mann hatte sich in Schmalensee mehrfach Frauen und jungen Mädchen in unsittlicher Weise genähert. Bei dem Versuch, an 3-jähriges Mädchen zu sich zu locken, wurde er von Erwachsenen überrascht. Auf der Flucht in Richtung Bornhöved lief er dann der Polizei in die Arme.

 

12.08.1950

Die Brandschau durch den Bezirksschornsteinfeger bringt gravierende Mängel in der Brandvorbeugung ans Tageslicht. Vor allem in den zum Teil notdürftigen Unterkünften der Flüchtlinge sind deren Ofenanlagen, so genannte „Brennhexen“ nicht auf feuerfestem Untergrund aufgestellt. Doch auch in den Haushaltungen der Einheimischen sind oftmals elektrische Leitungen unzureichend geflickt, Schornsteine ausbesserungsbedürftig oder Kamine nicht mit dem vorgeschriebenen Zementschieber versehen.

 

14.08.1950

Ein Rückschlag im Öffentlichen Personennahverkehr. Die von der Firma Kähler (Lütjenburg) zunächst an die Abfahrtzeiten des Busses Bornhöved-Bad Segeberg angepassten Fahrpläne werden hinfällig und die Verbindungsfahrten nach Bornhöved eingestellt. Wieder müssen die Schmalenseer den mindestens 30-minütigen Fußmarsch zum Bus nach der Kreisstadt auf sich nehmen.

 

15.08.1950

Erfreulich verläuft die Getreideernte in und um Schmalensee. Um Zeit zu sparen in diesem besonders guten Erntejahr dreschen etliche Bauern die Garben gleich auf dem Feld aus. Andere dreschen auf dem heimischen Hof direkt vom Wagen ab.

 

15.08.1950

Die zwei Waisenkinder beinhaltende Familie P. Schramm ist vom Bürgermeister als Ersatzbezieher der Hausratsbeihilfe für eine Soforthilfe vorgesehen. Das Segeberger Amt für Soforthilfe aber leitet diese Hilfe einer Gönnebeker Familie zu, die mehr Punkte in der Bedarfsberechnung vorweisen kann. Da in ganz Schmalensee 82 Antragsteller auf eine Hausratshilfe warten, schlagen die Wellen der Empörung hoch und entladen sich ausgerechnet an Bürgermeister Hamann.

 

17.08.1950

Noch immer herrscht Wohnraummangel im Ort. Und das, obwohl vier Familien durch das Umsiedlungsprogramm und drei weitere auf eigenes Risiko Schmalensee verlassen haben. Familienzusammenführungen bedingen neuen Zuzug. Dem Wunsch der Besitzer, frei werdende Räume wieder für sich zu bekommen, tritt das Kreiswohnungsamt energisch entgegen, indem es sich jeden frei werdenden Raum melden lässt.

 

17.08.1950

Der Sparklub „Hol di ran“ ist mittlerweile auf 90 Sparer angewachsen, die bis zum 01.08.1950 bereits 3000 DM bei der Sparkasse eingezahlt haben – trotz anhaltender Finanzsorgen allerorten.

 

20.08.1950

Die evangelische Kirchengemeinde Bornhöved begeht das Fest der Goldenen Konfirmation für die Konfirmandenjahrgänge 1888 bis 1900. Betroffen sind nicht nur die in Bornhöved Konfirmierten, sondern auch Flüchtlinge.

 

24.08.1950

Einen schweren Unfall hat der hoch betagte Hinrich Schnohr. Im benachbarten Ruhwinkel gehen ihm die Pferde durch und der frühere Kaufmann stürzt vom Fuhrwerk. Schwere Arm- und Beinverletzungen zwingen den Greis ins Krankenhaus.

 

24.08.1950

Die Landeswohnungskommission stattet Schmalensee eine Visite ab und stellt fest, dass die örtliche Wohnungskommission nicht in der Lage ist, den unzulänglich untergebrachten Flüchtlingsfamilien bessere Wohnverhältnisse zu verschaffen.

 

26.08.1950

Nach Umsiedlung des Leiters der Schmalenseer DRK-Unfallstation wird diese vorläufig der im Hause Franz Radloff lebenden DRK-Ortsgemeinschaftsleiterin Helene Pulkowski übertragen.

 

26.08.1950

65 Jahre Meiereigenossenschaft Schmalensee. Unter der Leitung des Meiereiverwalters Alfred Timm kann die Genossenschaft auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Einen Höhepunkt hat sie im Jubiläumsjahr vorzuweisen, den DLG-Siegerpreis von Frankfurt/M. Von 370 Milchkühen werden jährlich gut 1,4 Millionen Liter Milch in das stattliche Meiereigebäude an der Bundesstraße geliefert.

 

1950-08-26

 

02.09.1950

Kino-Krise in Schmalensee: Nachdem Bürgermeister Hamann und Gastwirt Voß im Jahre 1949 den Bornhöveder Kinobesitzer Schoor zu regelmäßigen Vorführungen, einmal wöchentlich, in Schmalensee bringen konnten, gehen diesem nun, wohl wegen der Erntezeit, die Besucher aus. Dennoch lässt er sich dazu bewegen, von Erwerbslosen und Kriegsgeschädigten nur den halben Preis zu verlangen.

 

02.09.1950

Offensichtlich unmittelbar nach dem Essen springt ein junger Mann in den Schmalensee und erleidet Krämpfe. Dem Ertrinken nahe, gelingt ihm der Hilferuf, auf den hin Hans Suhr in den See eilt und zum Lebensretter wird.

 

04.09.1950

Sieben Familien, insgesamt 19 Personen, allesamt Flüchtlinge, die in Schmalensee Unterkunft fanden, sind von der Rheinland-Pfalz-Kommission zur Umsiedlung ausgewählt worden und machen sich in den nachfolgenden Wochen auf die Reise an ihren nächsten, meist endgültigen Wohnsitz.

 

13.09.1950

Die Ortsgruppe des Reichsbundes der Körperbehinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen feiert im Gashaus Wohler in Kalübbe ihr Sommervergnügen.

 

13.09.1950

Anlässlich des Motorsportrennens „rund um den Kellersee“ kommt es in Schmalensee zu einem außergewöhnlich hohen Verkehrsaufkommen.

 

16.09.1950

Im Rahmen der produktiven Erwerbslosenfürsorge sollen im Kreis Segeberg mehrere Straßenbaumaßnahmen vorgenommen werden. Darunter auch der Bau der Straße Schmalensee-Stocksee. Hierbei Arbeit zu erhalten, hoffen auch zahlreiche örtliche Arbeitslose. Die bislang nur einem Feldweg ähnelnde „Straße“ nach Stocksee bedeutet bis dato eine Lücke in der Direktanbindung der Nachbargemeinde an ihren neuen Amtsort Bornhöved und darüber hinaus an die Bundesstraße nach Neumünster. Doch vorerst bleibt es bei der Planung des Ausbaus.

 

30.09.1950

Auf dem Saal des Gasthauses Voß wird das Erntefest gefeiert. Besonderen Beifall ernten die Volkstänze, die von jungen Mädchen des Dorfes unter der Anleitung des Junglehrers Schnoor präsentiert werden.

 

30.09.1950

In Bornhöved wird die Katholische Kirche eingeweiht und geweiht. Gerade vielen Heimatvertriebenen wird damit ein wichtiger Anlaufpunkt in ihrem christlichen Glauben gegeben.

 

06.10.1950

Vor dem Bad Segeberger Amtsgericht kommt es zum Prozess um eine Schmalenseer Flickschneiderin. Diese war nicht in die Handwerksrolle eingetragen und dafür mit einem Bußgeld von 20 DM belegt worden. Da sie aber dem Bürgermeister ordnungsgemäß ihre Tätigkeit angezeigt hatte, erfolgt nunmehr der Freispruch, ein Verstoß gegen die Gewerbeordnung liege nicht vor.

 

20.10.1950

Ein Verkehrsunfall sorgt für Schlagzeilen: Die Neunjährige Elke Hutzfeld wird auf dem schmalen Gehsteig von einem PKW erfasst und mehrere Meter mitgeschleift, bleibt aber unverletzt. Der Fall gelangt in das Interesse der Presse, da der Fahrer seine Schuld abstreitet. Ein Ortstermin ergibt, dass der Pansdorfer in eine wassergefüllte Spurrille geriet und die Gewalt über sein Fahrzeug verlor. Eine Schuld kann somit nicht nachgewiesen werden.

 

30.10.1950

In der Sitzung des Kreistages berichtet der Kreisschulrat, dass gegenüber den 9741 Kindern in 121 Segeberger Volksschulen vor dem Weltkrieg nunmehr fast 21000 in denselben Räumlichkeiten unterrichtet werden müssen. Für zukünftige Beratungen in den Fachgremien wird u.a. vorgeschlagen, die Straße Schmalensee-Stocksee zur Landstraße II. Ordnung zu erheben. Weiterhin sollen je 20000 DM an Anleihen der Gemeinden Schmalensee und Stocksee in den Kreishaushalt übernommen und diesen Gemeinden erlassen werden.

 

08.11.1950

Viehdiebstahl in Schmalensee: Zur Nachtzeit auf den 07.11.1950 verschwinden von einer an der B430 gelegenen Koppel zwei tragende schwarzbunte Starken. Bereits am nächsten Tag werden die Tiere in Hamburg anhand der Ohrmarken festgestellt.

 

08.11.1950

Reißenden Andrang findet das Winzerfest der Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen auf dem Saal des Gasthofs Voß. Eine Laienspielgruppe bringt das Stück „Vom Rhein bis zur Donau“ und die „Frohen Rhythmiker“ spielen zum Tanz auf.

 

18.11.1950

Aufgrund eines Schiedsspruchs der Kreisspruchstelle in Räumungs-Klage-Verfahren zwischen Schnohr und Pietzeck legen alle Mitglieder der hiesigen Wohnungskommission ihr Amt nieder.

 

30.11.1950

Trotz der finanziell angespannten Lage kommen in der Sammelaktion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die seit dem 22.11.1950 im Orte läuft, 37,90 DM zusammen. Die Gelder fließen in Projekte zur Umbettung Gefallener von kleineren Friedhöfen.

 

06.12.1950

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignet sich zwischen Schmalensee und Bornhöved, in den drei LKW verwickelt sind. Die Bundesstraße muss für 1½ Stunden gesperrt werden.

 

12.12.1950

Der „Dreiecksplatz“ an der Dorfeiche erstrahlt wie schon im Vorjahr im Glanze eines schönen Christbaumes.

 

12.12.1950

Erstmals kommt es im Sparklub „Hol di ran“ zur Ausschüttung der Spargelder – 5000 DM sind angesammelt worden. Im Gasthof Voß gibt es ein Festessen der Mitglieder.

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: