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Gemeinde Schmalensee

Vorschaubild

Amt Bornhöved

Telefon (04323) 8209

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.gemeinde-schmalensee.de

Schmalensee gehört dem Amt Bornhöved an, das wiederum ein Teil des Kreises Segeberg ist und seit 2008 seinen Sitz in Trappenkamp hat. Die Fläche der Gemeinde beträgt 8,86 Quadratkilometer. Die Gemeinde liegt am gleichnamigen, allerdings zur Gemeinde Bornhöved gehörenden Schmalensee etwa 21 Kilometer östlich von Neumünster in einer ländlichen und seenreichen Umgebung. Westlich verläuft die Bundesautobahn 21 von Bargteheide nach Kiel, die Bundesstraße 430 von Neumünster nach Plön führt durch das Gemeindegebiet. Rund 480 Menschen haben hier ihr Zuhause.

Geschichte

Wann Schmalensee tatsächlich gegründet worden ist, wissen wir nicht sicher. Die bisher erste urkundliche Erwähnung Schmalensees erfolgt am 21.10.1296: Adolf und Johannes, Grafen von Holstein, stiften eine Kirche zu Sconeborne und statten diese mit vier Hufen aus. Der Inhalt berührt Schmalensee nicht. Aber abschließend heißt es „Datum et Actum, Smalense, Anno Domini MCCXCVI, vndecim milium virginum." Ist die Urkunde am (Versammlungsort auf dem Vier) oder in Schmalensee ausgestellt worden?

Eine Urkunde, die Schmalensees Existenz eindeutig nachweist, wird am 25.01.1343 ausgestellt: Die Grafen Hinrich und Nicolaus schenken ihre Oberherrlichkeit über Schmalensee an das Kloster Preetz.

Untrennbar ist Schmalensee mit der Geschichte des Nachbarortes Bornhöved verbunden. Der Kirchspielort samt der im Jahr 1149 geweihten Vicelin-Kirche bildete stets einen Mittelpunkt, an dem sich die umliegenden Dörfer ausrichteten und wo das zentrale gesellschaftliche und politische Leben spielte. Gemeinsam mit Bornhöved und Gönnebek bildete Schmalensee das alte Amt Bornhöved. Zahlreiche Vereine, die es längst nicht mehr gibt, waren nach „Bornhöved und Umgegend" benannt.

Schmalenseer haben sich immer wieder außerhalb der Ortsgrenzen hervorgetan. Sie waren Amtsvorsteher, Kreis- und sogar Landtagsabgeordnete, führten den Vorsitz in Vereinen und Organisationen auf Amts- und Kreisebene oder vertraten die Interessen ihres Berufsstandes in der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Wirtschaft und Leben

Schmalensee ist Fremdenverkehrsort, links und rechts der Bundesstraße 430 befinden sich seine besonderen Reize – der See, im Sommer zum Baden und in manchem Winter zum Schlittschuhlaufen einladend, auf der einen, weitläufige Gemarkung mit Wegen zum Wandern und Radfahren auf der anderen Seite. Mehrere Bürger bieten Gästen von nah und fern Zimmer oder Ferienwohnungen zum gemütlichen Verweilen an. Das örtliche Leben ist geprägt von landwirtschaftlichen Betrieben, Handwerks- und Kleinunternehmen, dem Gasthof Voß als kulturellem Mittelpunkt und der Kindertagesstätte im Sportlerheim. Ein modernes Glasfaserbreitbandnetz verbindet das Dorf via Internet mit jedem Punkt des Globus. Freiwillige Feuerwehr, Vogelschießer-, Sport-, Reit- und Jagdverein, Siedlergemeinschaft- und Sparklub sind nur eine Auswahl vielfältiger Organisationen, in denen sich die Einwohner für gesellige Treffen und gemeinsame Ziele zusammengeschlossen haben. Lockeres Beisammensein findet oftmals an gemeindeeigenen Orten wie der großzügigen Sportanlage mit Rasenspielfeld und Turnhalle, auf dem Bolzplatz am und im Feuerwehrhaus, auf dem gepachteten Gemeindesaal oder an der Badestelle statt.

Wappen

Das Wappen Schmalensees ist angelehnt an das Wappen eines Zweigs der Adelsfamilie von Schmalensee, deren Herkunft offenbar auf diese Gemeinde zurück geht, die hier aber keine Spuren hinterlassen hat. Zu ihrem Titel wird sie erst Jahre nach ihrem Fortgang aus Schmalensee gekommen sein. Heinrich Göttsch, Lehrer und Chronist von 1946, benutzte das Familienwappen zur Ausschmückung seines Buches, so drang es ins Bewusstsein der Schmalenseer vor.

Die Beschreibung des heutigen Wappens, entworfen von L. Leissner (Itzehoe), lautet: „Durch einen silbernen Wellenfaden erniedrigt von Rot und Blau geteilt, überdeckt mit einem fünfblättrigen, bewurzelten goldenen Schößling"

 


Aktuelle Meldungen

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt um den Jahreswechsel

(04.12.2019)

Diese Info ist wichtig für alle, die um den Jahreswechsel Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten.

 

Letzte Abgabe in 2019 am 18. Dezember

 

Der den BLICKPUNKT druckende khm-Verlag hat wegen der Feiertags-Konstellation geänderte Annahmezeiten angekündigt:

 

Für die 52. Kalenderwoche 2019 mit Erscheinungstag Freitag, 27. Dezember, müssen Beiträge bis Mittwoch, 18. Dezember vorliegen.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) bis 9 Uhr einzureichen.

 

Kein Blickpunkt in Woche 1/2020

 

Außerdem weist der Verlag darauf hin, dass in der 1. Kalenderwoche 2020 KEIN Blickpunkt erscheint. Erst in der 2. KW, am 9. Januar 2020, wird es das amtliche Mitteilungsblatt wieder geben.

 

Abgabeschluss für Mitteilungen und Berichte für diese Ausgabe ist am 2. Januar 2020, um 9 Uhr unter der o.a. Adresse.

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt um den Jahreswechsel
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt um den Jahreswechsel

Dezember-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

(01.12.2019)

Alte Zeitungen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. Werfen wir den Blick auf den Monat November:

 

Fuchsjagd rund um Schmalensee: Der Reiterverein für Bornhöved und Umgebung weitet sein Betätigungsfeld aus und unternimmt am 1. Dezember 1929, vor 90 Jahren, ein Jagdreiten. Als Fuchs reitet der Schmalenseer Hellmut Saggau voran, gefolgt von 27 Jagdreitern, die Master Otto Schlätel anführt. Nach hindernisreichem Kurs wird bei Schmalensee unter den Augen zahlreicher Zuschauer die Jagd freigegeben. Walter Pries (Glaskoppel) gelingt es, den Fuchsschwanz zu ergreifen.

 

Eine neue Meierei für Schmalensee: In einer Versammlung der Meiereigenossenschaft Schmalensee am 8. Dezember 1909, vor 110 Jahren, wird beschlossen, auf einem Grundstück des Hufners Ludwig Saggau neben der Gastwirtschaft das neue Meiereigebäude zu errichten. Es handelt sich um das noch heute bestehende Gebäude, das aber seit 1970 nicht mehr als Meierei genutzt wird. Die erste Meierei befand sich auf dem Grundstück Damsdorfer Straße 1.

 

Weihnachtsgeschichten für Kinder und Senioren: Zahlreiche Kinder aus Bornhöved und den umliegenden Dörfern kommen trotz Regenwetters am 14. Dezember 1929, vor 90 Jahren, nach Bornhöved, um dort die vom Vaterländischen Frauenverein veranstaltete Weihnachtsaufführung zu erleben. Gezeigt werden „Annemies Himmelfahrt“, „Die Sternsucher“ und „Tannenbaum-Krönung“. Anschließend geht der beliebte „Grabbelsack“ herum. Am nächsten Tag werden die Märchen auch den Alten vorgeführt.

 

Öl und Margarine für Bucheckern: Im „Totalen Krieg“ werden die Lebensmittel knapp. Am 15. Dezember 1944, vor 75 Jahren, ist Schlusstag für die Ablieferung von Bucheckern im Kreis Segeberg. Den Termin hat der Milch-, Fett- und Eierwirtschaftsverband festgesetzt. Im Austausch für jedes Kilo abgelieferte Bucheckern gibt es Berechtigungsscheine für 200 Gramm Speiseöl oder Margarine. Die nächstgelegene Sammelstelle für das Amt Bornhöved ist die Spar- und Darlehenskasse Fahrenkrug.

 

Rot- oder Schwarzbunt?: Der Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und Umgebung hält am 16. Dezember 1899, vor 120 Jahren, eine Generalversammlung ab. Der Instruktor für Tierzucht, Herr Ziese, referiert zur Rinderzucht und zur Gründung eines Rindviehzuchtvereins. Hauptziel müssten eine gute Rasse und gute Milcherträge sein. Die Zuhörerschaft ist noch uneins über die rot- oder schwarzbunte Zuchtrichtung. Beispielhaft wird allerdings Schmalensee genannt, wo es bereits einen Stamm guten schwarzbunten Viehs gibt. Doch einer Festlegung auf schwarzbuntes Vieh steht entgegen, dass die Landwirtschaftskammer der Provinz Schleswig-Holstein beschlossen hat, dass im Kreis Segeberg nur rotbuntes Vieh prämiert werden darf. Man vertagt sich auf das neue Jahr.

 

Der Bornhöveder Volkssturm: Die zweite Kompanie des Volkssturms Bornhöved hat, so meldet es das Segeberger Kreis- und Tageblatt, eine Geländeübung abgehalten. Der Verlauf sei ausgezeichnet gewesen, heißt es im Zeitungsbericht. Nun finden am Sonntagvormittag, 17. Dezember 1944, vor 75 Jahren, weitere Übungen statt. Der Volkssturm war das bewaffnete „letzte Aufgebot“ des Dritten Reichs: Notdürftig bewaffnete und meist nur mit Armbinden Uniformierte Zivilisten zwischen 16 und 60 Jahren sollten ein Vordringen der Alliierten auf Reichsgebiet aufhalten. Aus dem Amt Bornhöved ist aus dem Mai 1945, als britische Einheiten eintrafen und in Richtung Plön den Spuren der letzten Reichsregierung folgten, kein Widerstand des Volkssturms bekannt. Angeblich war in Schmalensee eine Baumsperre am Ortseingang vorbereitet, aber nicht angelegt worden.

 

Gedenken an das Ende der Leibeigenschaft: Am 19. Dezember 1904, vor 115 Jahren, gedenkt man in Schleswig-Holstein des 19. Dezembers 1804. Erst vor 100 Jahren (damals) verfügte eine königlich-dänische Resolution für Schleswig-Holstein die Aufhebung der Leibeigenschaft zum 1. Januar 1805. Dies geschah teilweise gegen harte Widerstände des Adels. Doch mit Begründungen wie der, dass mit der Landmilitärordnung von 1800 der Militärdienst eine persönliche Pflicht des Bauernstandes sei, fielen nach und nach die Argumente für eine Beibehaltung der Leibeigenschaft in den Gutsbezirken, zu denen Schmalensee, Bornhöved und Gönnebek jedoch nicht gehörten, in sich zusammen. Rund ein Sechstel der Bevölkerung der beiden Herzogtümer erlangte dadurch Freizügigkeit, etwa uneingeschränkte Heiratsrechte, aber auch neue Freiheiten im Erwerb von Besitz. Schmalensee war von Gutsdörfern umgeben, die laut Heinrich Pöhls (1979) im Bereich des heutigen Amtes Bornhöved bis 1649 in Leibeigenschaft fielen – die aber nicht alle Einwohner betraf. Der 1. Januar 1805 muss wohl als „Stichtag“ angesehen werden, an dem die Leibeigenschaft endgültig beendet war. In den Dörfern Stocksee, Damsdorf, Tensfeld und Tarbek jedenfalls soll sie laut Pöhls bereits 1778 beendet gewesen sein, allerdings hatten sich die Betroffenen zu Leistung von jährlichen Abgaben an die bisherigen Herren verpflichtet.

 

Heim für die Hitlerjugend: In Bornhöved steht laut Segeberger Kreis- und Tageblatt am 23. Dezember 1939, vor 80 Jahren, der Bau eines HJ-Heimes vor seiner Fertigstellung. Durch den Neubau der Bornhöveder Schule in der Lindenstraße wurden die alten Schulgebäude in der Linden- und Schulstraße zum Verkauf frei. Ein Tischler erstand das Gebäude in der Lindenstraße. Das in der Schulstraße gegenüber der Kirche gelegene Gebäude ist im öffentlichen Interesse nun als Heim für die Hitlerjugend vorgesehen. Es enthält zwei Schar-, einen Werk- und einen Feierraum. Auch Führerzimmer für die verschiedenen HJ-Formationen wurden eingebaut. Das Bornhöveder HJ-Heim ist das erste im Kreis Segeberg. Heute ist das Gebäude Teil des Vicelin-Kindergartens.

 

Polizisten beleidigen ist teurer: An Heiligabend 1894, vor 125 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt von einem Prozess vor dem Schöffengericht in der Kreisstadt Segeberg: Während des letzten Jahrmarktes in Bornhöved wurde der Gendarm Strycker von einem Tensfelder Landmann derart beleidigt, dass dieser nun zu einer Geldstrafe von 60 Mark, ersatzweise zwölf Tagen Haft verurteilt wurde. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor war ein Bürger von zwei Männern beleidigt und verhauen worden. Diese wurden im Mai 1894 zu 20 bzw. 40 Mark Geldstrafe oder ersatzweise vier bzw. acht Tagen Gefängnis verurteilt. Ohne das Verhauen hätte die Strafe 6 Mark betragen.

 

Weihnachten 1949 für Schmalensees Kinder: Im Dezember 1949, vor 70 Jahren, steht Schmalensee noch immer unter den Eindrücken der Folgen des Zweiten Weltkriegs: Nicht alle Kriegsgefangenen sind zurück und das Dorf aufgrund der Unterbringung von Flüchtlingen mit 140 Prozent überbelegt. Diese haben im November eine Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen gegründet, der eine Weihnachtsfeier für die älteren Einwohner des Dorfes veranstaltet hat. Für die Kinder des Dorfes, die hierbei mit Gesang unterhielten, gibt es wenig später auch eine Weihnachtsfeier im Saal des Gasthofs Voß, wie die Segeberger Zeitung am 24. Dezember 1949 berichtet: Zahlreiche Spenden waren bei Schulleiter Stüben eingegangen, so dass er ein schönes Fest organisieren konnte. Nachdem die Kinder selbst mit Gedichten, Gesang und dem Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ Lehrer und Eltern unterhalten hatten, kam zu ihrer großen Freude zum Abschluss der Weihnachtsmann auf den Saal und verteilte Geschenke.

 

 

 

 

 

 

 

Foto zur Meldung: Dezember-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung
Foto: Zeit für Weihnachtseinkäufe SKTB 21.12.1929

Vorweihnachtliche Einladung an unsere Seniorinnen und Senioren

(18.11.2019)

Seniorenweihnachtsfeier in Schmalensee

 

Sehr geehrte Seniorinnen und Senioren der Gemeinde Schmalensee,

unsere diesjährige vorweihnachtliche Kaffeetafel findet am

Mittwoch, dem 11. Dezember 2019, um 15 Uhr auf dem Gemeindesaal statt.

 

Die Gemeinde Schmalensee lädt Sie herzlich dazu ein.

Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme im Zuge der persönlichen Einladung,

welche Ihnen zuvor noch überbracht wird.

 

Freiwillige Helfer und Kuchenspender werden gebeten, sich bei Susan Buchholz (Tel.: 04323/7443) oder Christopher Brust (0160/92480946) zu melden.

 

Wir freuen uns auf die Schmalenseer Kinder, die unsere Seniorenweihnachtsfeier mit ihren Liedervorträgen bereichern wollen, einen Besuch durch Pastorin Ulrike Egener und eine Wiederauflage der zuletzt so gut angekommenen Bingo-Runde.

 

 

Sönke Siebke

Bürgermeister

 

Christopher Brust

Ausschussvorsitzender

 

Foto zur Meldung: Vorweihnachtliche Einladung an unsere Seniorinnen und Senioren
Foto: Vorweihnachtliche Einladung an unsere Seniorinnen und Senioren

Volkstrauertag 2019 – in Schmalensee am 16. November

(12.11.2019)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

Der Volkstrauertag wird in diesem Jahr in Schmalensee wieder am Vorabend des eigentlichen Gedenktages begangen. Am Sonnabend, 16. November, findet um 19 Uhr bei Fackelschein die Kranzniederlegung durch die Freiwillige Feuerwehr am Denkmal in der Ortsmitte statt.

 

Nach dieser kurz gehaltenen Zeremonie geht es in den Gemeindesaal. Dort hält die neue Pastorin Annett Weinbrenner eine Andacht und es wird heiße Getränke für alle geben.

 

Dieses ist eine gemeindliche Veranstaltung, die dem gemeinsamen Gedenken aller Opfer von Krieg, Verfolgung, Vertreibung und Unterdrückung gilt, und bei der wir Schmalenseer Gelegenheit haben, untereinander ins Gespräch zu kommen.

 

Auch über die Art der Durchführung des Volkstrauertages oder die Gestaltung unseres Ehrenmals, das 1923 eingeweiht und nach dem Zweiten Weltkrieg erweitert worden war.

 

Im Internet setzt sich die Evangelische Akademie der Nordkirche (www.denk-mal-gegen-krieg.de/kriegerdenkmaeler/schleswig-holstein-s-u#denkmal-221) kritisch mit der Symbolik von sogenannten Gefallenendenkmalen auseinander. Auch das Schmalenseer Denkmal ist dort einer lesenswerten Betrachtung unterzogen worden, die Grundlage einer bereits in der Gemeindevertretung angeregten Debatte sein kann.

Foto zur Meldung: Volkstrauertag 2019 – in Schmalensee am 16. November
Foto: Volkstrauertag 2019 – in Schmalensee am 16. November

Terminabsprache für 2020 vorbereiten!

(12.11.2019)

An die Vorstände der Vereine, Organisationen, Interessengruppen, örtlichen Wählergemeinschaften und Parteien:

 

Am Donnerstag, 12. Dezember 2019, findet im Gasthof Voß um 19 Uhr die Terminabsprache für das Jahr 2020 statt.

 

Diese bietet Ihnen allen die Möglichkeit, geplante Versammlungen, Veranstaltungen und Aktionen so miteinander abzustimmen, dass es im Laufe des nächsten Jahres nach Möglichkeit zu keinen Überschneidungen kommt.

 

Die Terminübersicht wird Blickpunkt Bornhöved und auf der Homepage www.gemeinde-schmalensee.de erscheinen.

 

Sollten Sie nicht teilnehmen können, besteht auch die Möglichkeit, mir im Vorwege Termine unter den auf dieser Homepage ersichtlichen Kontakten anzuzeigen, damit diese entsprechende Berücksichtigung finden.

 

gez. Sönke Siebke

Bürgermeister

Foto zur Meldung: Terminabsprache für 2020 vorbereiten!
Foto: Terminabsprache für 2020 vorbereiten!

Als die Mauer fiel war Jörg Lange längst „Drüben“

(09.11.2019)

Heute vor 30 Jahren, am 9. November 1989, kam es zum Fall der Berliner Mauer – und damit zur Einleitung der historischen Schritte hin zur Vereinigung zweier deutscher Staaten am 3. Oktober 1990. Allein der Blick auf Schmalensee zeigt: Die Geschehnisse rühren uns alle an. Ob als damaliger Beobachter vor dem Fernseher, als vor Jahrzehnten „in den Westen“ Geflüchteter, als nach der „Wende“ Gekommene. Viele Geschichten könnten hier erzählt werden. Zum Beispiel die von Jörg Lange, 57, jetzt Schmalensee.

 

Von sich aus kam Jörg Lange im letzten Jahr auf mich zu und sagte, „vielleicht interessiert Dich meine Geschichte“. Und das tat sie natürlich, denn Geschichten sind „mein Ding“. Und auch ich habe persönliche Verbindungen mit dem Thema DDR und deren Ende. Also hockten wir uns zusammen, sprachen lange, mein Notizblock stand fast in Flammen, so schnell und viel galt es mitzuschreiben.

 

Mit Sicherheit gibt es ähnliche Geschichten vom Leben in der früheren DDR, über erlebte Beschränkungen und behördlich verordnete Einschränkungen bis hin zu Drangsalierungen; Fluchtschicksalen, Grenzzwischenfällen. Aber natürlich auch schöne Geschichten über Zusammengehörigkeitsgefühl und Erlebnisse, die man nicht vergessen wollte und sollte. Das Besondere für den, der die Geschichte aufzuschreiben hat, ist das persönliche Zuhören, die Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen. Dabei dem Gesprächspartner ins Gesicht zu schauen und zu erkennen, wie er oder sie Geschehenes noch einmal vor dem inneren Auge durchlebt.

 

Jörg Lange hat von seinen „Grenzerfahrungen“ berichtet, in der Zeitung war davon zu lesen. Von einer Berufsausbildung, die er sich anders vorgestellt hat, von Nachteilen, die die Eltern erfahren mussten, vom Wehrdienst an der Grenze mit dem Schlüsselerlebnis, dass ein Kamerad den anderen hinterrücks erschoss, um in den Westen fliehen zu können, von Berufswechsel, Unfreiheit, schließlich der Flucht über die Prager Botschaft, das Ankommen in Schleswig-Holstein und den Neuanfang bis hin zur Verwirklichung des größten Traums: Der persönlichen und beruflichen Selbstständigkeit als Ausdruck individueller Freiheit.

 

Mit Jörg Langes Einverständnis fand die Geschichte den Weg in die Zeitung. Unzählige Anrufe, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten hat er an dem Tag erhalten, sogar aus der alten Heimat, bis dahin wurden die Botschaften geteilt. Dass das Erzählte weit mehr war als 260 Zeitungszeilen, dürfte klar sein. In der Anlage zu diesem Eintrag auf der Gemeinde-Homepage von Schmalensee ist die Langversion nachzulesen. Zu verstehen auch als Beitrag des Homepage-Teams zum heutigen Jahrestag und mit der Intention, dass auch wir in Schmalensee nicht vergessen wollen und sollen, dass es eine deutsche Teilung gab, deren Überwindung das historische Ereignis schlechthin war. Nicht umsonst hat die Gemeinde am 3. Oktober 1990 am Ringreiterplatz einen Gedenkstein zur Deutschen Einheit aufgestellt.

 

Christian Detlof

 

 

[Jörg Lange - Grenzerfahrungen - 09.11.2019]

Foto zur Meldung: Als die Mauer fiel war Jörg Lange längst „Drüben“
Foto: Jörg lange erzählt seine Geschichte

November-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

(01.11.2019)

Alte Zeitungen liefern uns heute oft Aufschluss über ungeahnte Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. Werfen wir den Blick auf den Monat November:

 

Grausiger Fund: Während einer Treibjagd am 1. November 1884 im benachbarten Stocksee werden die stark verwesten Überreste eines Mannes gefunden, der sich an einer Tanne erhängt hatte. Nicht aufgelöst wird, um wen es sich bei dem Selbstmörder handelt.

 

Jubiläum I: Die 71-jährige Hebamme Caroline Steen aus Bornhöved begeht am 1. November 1934 ihr 50-jähriges Arbeitsjubiläum. Gefeiert wird in Bornhöved und in Bad Segeberg. Im Hotel Germania überreicht man der Hebamme, die in Bornhöved und Umgebung rund 3.000 Geburten begleitet hat, das Ehrenkreuz des Provinzial-Hebammenverbandes.

 

Jubiläum II: Der in Bornhöved stationierte Oberlandjäger Böster feiert am 2. November 1924 sein 25-jähriges Dienst- und Ortsjubiläum. Die Freiwillige Feuerwehr Bornhöved veranstaltet am Vorabend einen Fackelzug und bringt dem Polizisten ein Ständchen.

 

Liebesgaben“: Von Schmalensee gehen am 2. November 1914 Sachspenden an den Zweigverein vom Roten Kreuz in Neumünster, die an die West- und die Ostfront des seit Sommer tobenden Weltkriegs weitergeleitet werden sollen: 31 Paar Strümpfe, 15 Paar Kniewärmer, 22 Paar Pulswärmer, sieben Leibbinden, zwei Unterhosen, 2 Unterhemden, zwei Kisten Zigarren und Kleinigkeiten sind gestrickt und gesammelt worden. Den gestrickten Sachen legen Schmalenseer Mädchen Briefe mit niedlichen Versen bei.

 

Drei Hochzeiten: Vor dem Bornhöveder Standesamt werden am 5. November 1949 drei Schmalenseer Ehen geschlossen. In einer Doppelhochzeit werden die Töchter des Schmalenseer Schmiedemeisters Heinrich Prause „an den Mann gebracht“: Charlotte heiratet Helmut Nagel, Luise den Kieler Fritz Maßloch. Außerdem gehen auch Maria Schattauer und Willi Tiemann den Bund der Ehe ein.

 

Jubiläum III: Der Rektor der Grund- und Hauptschule Bornhöved, Theodor „Theo“ Graulich, begeht am 7. November 1974 sein 40-jähriges Dienstjubiläum im Lehrerberuf. 1915 in Hamburg geboren wurde er 1951 Schulleiter in Tensfeld, wo er auch Bürgermeister ist. Außerdem ist er Vorsitzender des Schulverbandes Bornhöved.

 

Jubiläum IV: Am 12. November 1959 gratulieren insbesondere die Landwirte der Umgebung dem Bornhöveder Dr. Otto Sarpe – der Tierarzt praktiziert seit 50 Jahren.

 

Prädikat: Der Schmalenseer Bäckereibesitzer Johannes Sievers besteht am 14. November 1919 in Kiel vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer die Meisterprüfung mit dem Prädikat „gut“.

 

Initialzündung?: In Bornhöved findet am 15. November 1889 zur Verbreitung der Inhalte der „„Polizeiverordnung betreffend das Feuerlöschwesen auf dem platten Lande“ vom 15. April 1889 eine Zusammenziehung von Oberbrandmeistern (damals waren das die Amtsvorsteher in Personalunion) und Brandmeistern (Ortswehrführer) der Region statt. Der Feuerlöschinspektor Wernrich nimmt eine entsprechende Unterrichtung vor und nimmt auch Lehrvorführungen mit vorhandenen Feuerwehrkräften – der Freiwilligen Feuerwehr Bornhöved – vor. Zufall oder nicht: Am 1. Dezember 1889 werden 24 Männer aus Schmalensee hier auch eine Freiwillige Feuerwehr bilden.

 

Flüchtlinge: In Segeberg und Umgebung bzw. entlang der Bahnlinie Segeberg-Bornhöved-Kiel werden ab dem 17. November 1914 Flüchtlinge aus Ostpreußen einquartiert. In ihrer Heimat toben Kämpfe mit russischen Truppen.

 

Innovativ: Die Versammlung des Lehrervereins Bornhöved hört am 19. November 1904 einen Vortrag des Daldorfer Lehrers Heiden über die „gemeinsame Erziehung von Knaben und Mädchen“.

 

Wiederwahl: Im Kreistagswahlbezirk I muss nach Ablauf der Amtszeit von Heinrich Christian Saggau am 22. November 1909 eine Neuwahl des Kreistagsabgeordneten vorgenommen werden. Im Wahllokal, es ist Saggaus Schmalenseer Amtszimmer als Amtsvorsteher, kommen die Wahlmänner aus Bornhöved (3), Travenhorst, Krems II, Nehms, Damsdorf, Gönnebek, Schmalensee, Stocksee, Tarbek und Tensfeld (jeweils 1) zusammen. Saggau ist selbst in seiner Eigenschaft als Amtsvorsteher Wahlvorstand und überwacht die Stimmabgabe, aus der er als wiedergewählter Kreistagsabgeordneter für die Jahre 1910 bis 1915 hervorgeht.

 

Messerstecher: Der Bornhöveder Knecht Kopmann, genannt Rothschildt, wird laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 25. November 1909 nachts um 3 Uhr in Schmalensee von einem Knecht des Hufners Siebke überfallen und arg zugerichtet. Ein Mädchen ist Auslöser des Streits, in dessen Verlauf der Schmalenseer ein Rasiermesser holt und Kopmann die Wange durchtrennt. Wenig später wird ein Knecht wegen der Tat verhaftet und in Schmalensee eingesperrt. Tags darauf bringt ihn der Gendarm ins Segeberger Gerichtsgefängnis.

 

Vertriebene: Im Gasthof Voß findet am 26. November 1949 die Gründungsveranstaltung einer Ortsgruppe Schmalensee des Bundes der Heimatvertriebenen statt. Erster Vorsitzender ist (Arthur) Masch aus Stettin, sein Stellvertreter der Lehrer Masch. (Gerda) Rasch aus Königsberg wird Kassiererin, (Walter) Fock aus Wulfshagen wird Schriftführer. (Vornamen und Herkunftsorte sind dem Meldebuch der Gemeinde entnommen, das beim Arbeitskreis Dorfgeschichte verwahrt wird.)

 

 

 

Foto zur Meldung: November-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung
Foto: Persil-Werbung im Segeberger Kreis- und Tageblatt 1934

Einblicke in das Leben und Sterben vor 2800 Jahren – Vortrag der Uni Kiel zu den Grabungen am Bornhöveder Kornkamp

(31.10.2019)

Gut 280 bronzezeitliche Grabhügel gibt es entlang der Moränenkuppen rund um den Grimmelsberg; 21 allein wurden in der jüngsten Vergangenheit von Archäologen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) auf der Flur Mang de Bargen untersucht. Aber der Grabhügel „LA 117“ auf dem Bornhöveder Kornkamp sei, so Dr. Jutta Kneisel, „der schönste bisher“ von ihr untersuchte gewesen. In einem von der Volkshochschule Trappenkamp-Bornhöved organisierten Vortrag stellte die Wissenschaftlerin erste Ergebnisse der ab Sommer 2018 durchgeführten Grabungen vor.

 

Das Interesse war groß. Über 60 Personen füllten das Sitzungszimmer im Alten Amt in Bornhöved und wollten wissen, was Jutta Kneisel und der Studierende Sebastian Wilhelm, dessen Magisterarbeit die Grabung zum Thema haben wird, herausgefunden haben. Schon während der Grabungen habe man sich eines regen Zuspruchs erfreut, so die Forscher. 470 Personen hätten die Grabungen an den Öffentlichkeitstagen besucht und viele Fragen gestellt.

 

Gute 40 Zentimeter Ackerboden trugen die Archäologen am Kornkamp zunächst ab, um auf die zu untersuchende Kulturschicht zu stoßen. Für das eigentliche Grab mussten die Studierenden und ihre Leiterin im heißen Sommer 2018 wesentlich tiefer graben. „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt“, scherzte Jutta Kneisel. „Aber ab 120 Zentimeter kommt ihr Tod unweigerlich näher.“ Da aber wurde man fündig. Zwar erhalten sich in Holsteins Böden keine Knochen, wohl aber organische Überreste, der sogenannte Leichenschatten. Und die können mit modernen Methoden weiter untersucht werden.

 

Ein Grabhügel – mehrfach benutzt

 

Die Erkenntnisse, über die das Forscherteam schon jetzt verfügt, sind beeindruckend. LA 117 war ganz offensichtlich ein über Jahrhunderte mehrfach genutzter Grabhügel, der am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit um 1800 v. Chr. entstanden ist. In verschiedenen Abschnitten veränderte sich nicht nur die Belegung, sondern auch sein Äußeres: Im 19. bis 18. Jahrhundert vor Christus muss das Zentralgrab angelegt worden und ein Hügel darüber aufgeschüttet worden sein. Um diesen wurde ein vielleicht 1 Meter breiter Graben gezogen, der zwischen 1600 – 1500 v. Chr. mit Holzplanken ausgelegt wurde, die man verbrannte – eine nächtliche rituelle Illumination vielleicht, die mehrfach wiederholt wurde? In späterer Zeit füllte man den Graben mit Steinpackungen auf. Noch später entstand ein Pfostenkranz der auf dem ab ca. 1300 v. Chr. vorherrschenden Weideland weithin sichtbar gewesen sein muss. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass dieser Grabhügel über einen Zeitraum von 400 bis 600 Jahren immer wieder verändert worden sein muss.

 

Angetan waren die Besucher des Vortrags auch von dem vielen Bildmaterial, das Dr. Jutta Kneisel präsentierte. Es dokumentierte nicht nur die Arbeiten der Archäologen und deren Funde, es enthielt auch viele Interpretationen bisheriger Erkenntnisse. So war es auch möglich, einen Blick auf die Menschen zu werfen, die wohl um 1400 vor Christus in unserer Region gelebt haben. Dass nicht jeder von ihnen einen eigenen Grabhügel bekommen konnte, ist nachvollziehbar. Funde in Dänemark hätten bestätigt, dass die weniger bedeutenden Menschen im Umfeld der Grabhügel in einfachen Gräbern bestattet wurden. So weit aber gingen hierzulande die Forschungen nicht – aus Kostengründen.

 

Besucher durften Funde in die Hand nehmen

 

Weil aber am Kornkamp weiträumiger als üblich gegraben worden ist, konnten weitere Funde getätigt werden. Diese würden konserviert und weiter untersucht – so gehen Reste aus ebenfalls gefundenen Urnen (1100 – 500 v. Chr.) zu anthropologischen Untersuchungen nach Berlin. Weitere Beifunde, die von den Studierenden gemacht wurden und zum Teil unter den Zuhörern herumgereicht wurden, sind eine Siedlungsgrube mit Ofenresten, Keramik und Pfostenlöchern sowie Kochsteingruben aus der Zeit um 1100 – 200 v. Chr. Auch wurden zwei Glasperlen gefunden, die allerdings der Völkerwanderungszeit zuzuordnen sind. „Ausgerechnet die schönsten Funde in dem Bereich interessieren mich angesichts des Forschungsauftrags eher gar nicht“, brachte Dr. Jutta Kneisel die Zuhörer zum Schmunzeln.

 

Dass der von ihr und ihren Mitarbeitern untersuchte Grabhügel nun unter Baugrundstücken verschwindet, stimmt Dr. Jutta Kneisel keineswegs traurig. Denn erst das Bauvorhaben habe ja die Untersuchungen in Gang gesetzt. „Und das Baudenkmal LA 117 verschwindet zwar physisch durch die Bautätigkeit, aber es verschwindet nicht aus der Forschung.“ Und die dauert an – auch über die Magisterarbeit von Sebastian Wilhelm hinaus. Publikationen und vielleicht ein zweiter Vortrag nach Vorliegen weiterer Erkenntnisse wurden in Aussicht gestellt. Auf jeden Fall ein Beitrag, der in die aktuell in der Erarbeitung befindliche neue Chronik von Bornhöved einfließen soll.

 

Wie geht es weiter auf Mang de Bargen?

 

Und Mang de Bargen? Jüngst war in der Schmalenseer Gemeindevertretung zu hören, das das Kieswerk bis auf Schmalenseer Gelände ausgedehnt werden soll. Im Februar hatten Geophysiker der Kieler Universität die Fläche untersucht und waren fündig geworden. Mindestens einen Grabhügel und vielleicht so etwas wie Siedlungsreste – ließ Jutta Kneisel auf Nachfrage durchblicken – müssen vor dem Kiesabbau untersucht werden. Das aber wird nicht die Universität bewerkstelligen. Doktorandin Stefanie Schaefer-Di Maida muss im Dezember ihre Doktorarbeit zu Mang de Bargen vorlegen, während der CAU-Tross weiter gen Osten zieht, wo man die Forschungen zur Bronzezeit fortsetzen muss. Aber das Archäologische Landesamt werde sich der Fläche an der Tarbeker Straße annehmen und seine Untersuchungsergebnisse den Wissenschaftlern der CAU zugänglich machen, so dass auch die Erkenntnisse über das Leben und Sterben in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Schmalensee möglichst abgerundet werden.

 

 

Foto zur Meldung: Einblicke in das Leben und Sterben vor 2800 Jahren – Vortrag der Uni Kiel zu den Grabungen am Bornhöveder Kornkamp
Foto: So sahen sie aus, die Menschen der Bronzezeit in der Region Bornhöved

Volkstrauertag: Planung für den 16. November 2019

(31.10.2019)

Im Blickpunkt war es bereits nachzulesen: Der Volkstrauertag wird in diesem Jahr in Schmalensee wieder am Vorabend des eigentlichen Gedenktages begangen. Am Sonnabend, 16. November, findet um 19 Uhr bei Fackelschein die Kranzniederlegung durch die Freiwillige Feuerwehr am Denkmal in der Ortsmitte statt.

 

Von dort geht es in den Gemeindesaal. Dort hält die neue Pastorin Annett Weinbrenner eine Andacht und es wird heiße Getränke für alle geben – dieses ist eine gemeindliche Veranstaltung, die dem gemeinsamen Gedenken aller Opfer von Krieg, Verfolgung, Vertreibung und Unterdrückung gilt, und bei der wir Schmalenseer Gelegenheit haben, untereinander ins Gespräch zu kommen.

Foto zur Meldung: Volkstrauertag: Planung für den 16. November 2019
Foto: Volkstrauertag: Planung für den 16. November 2019

Kostenloser Grippeschutz – der Kreis Segeberg impft ab 5. November 2019

(31.10.2019)

Die kalte Jahreszeit ist angebrochen und mit ihr kommen Schnupfennase und trockener Husten daher. Häufigster Auslöser ist neben einer Erkältung die Grippe (Influenza). Wer eine Ansteckung vermeiden will, kann sich beim Kreisgesundheitsamt in diesem Herbst und Winter kostenfrei gegen die Influenza impfen lassen. Die erste Möglichkeit dazu besteht am Dienstag, 5. November, zwischen 14 und 16 Uhr in der eigens dafür eingerichteten Impfsprechstunde. Das Angebot steht jedem offen.

 

Rund 8.800 Menschen sind im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein an der Grippe erkrankt. 44 von ihnen starben daran. Die schwere Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und beginnt plötzlich mit Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Schnupfen oder ein allgemeines Schwächegefühl zählen zu den weiteren Symptomen.

 

Den besten Schutz bietet die Impfung“, sagt Kreis-Ärztin Gabriele Seidel in einer Mitteilung des Kreisverwaltung. Auch wenn es zu einer Ansteckung kommt, könnten Krankheitsverläufe dadurch deutlich gemildert werden. „Jede und jeder ist für ihre bzw. seine eigene Gesundheit mitverantwortlich – aber auch für die der Mitmenschen.“ Impfungen schützten Geimpfte und ihr Umfeld, besonders kranke Personen und Kinder.

 

Beratung und Impfung finden an jedem ersten Dienstag in den Monaten November, Dezember und Januar jeweils zwischen 14 und 16 Uhr im Kreisgesundheitsamt statt (Hamburger Straße 30 in Bad Segeberg). Konkret am 5. November, 3. Dezember und 6. Januar. Zusätzliche Termine für die Grippeschutzimpfung sind an den Donnerstagen 7. November, 12. Dezember und 9. Januar vormittags jeweils von 10 bis 12 Uhr vorgesehen.

 

Anmeldungen sind erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich. Gern per E-Mail an schutzimpfung@segeberg.de, telefonisch unter 04551/951-9604 oder persönlich in den Zimmern 132 und 137 (Haus A) im Kreisgesundheitsamt.

Foto zur Meldung: Kostenloser Grippeschutz – der Kreis Segeberg impft ab 5. November 2019
Foto: Kostenloser Grippeschutz – der Kreis Segeberg impft ab 5. November 2019

Vortrag zu archäologischen Untersuchungen am 30. Oktober

(28.10.2019)

War Bornhöved schon in frühester Zeit ein bedeutender Siedlungsort? Antworten darauf könnte ein Vortrag liefern, der am Mittwoch, 30. Oktober, um 19 Uhr im Alten Amt (Lindenstraße 5) in Bornhöved gehalten wird.

 

Derzeit entwickelt sich unsere Nachbargemeinde auf dem Kornkamp weiter. Ehe in dieser ohnehin geschichtsträchtigen Region aber Bagger und andere Baufahrzeuge anrollen können, sind stets die Archäologen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gefragt. Und die haben das entstehende Neubaugebiet wie schon die zukünftigen Kiesabbauflächen Mang de Bargen einer genauen Untersuchung unterzogen.

 

Die Ergebnisse sollen nun vorgestellt werden – und möglicherweise Aufschluss darüber liefern, ob Bornhöved und seine Umgebung auch schon weit vor dem Ringen zwischen Slawen und Sachsen, dass im Jahr 798 n. Chr. in einen richtige Schlacht mündete, von besonderer Bedeutung war.

 

Der Vortrag im Alten Amt endet gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Foto zur Meldung: Vortrag zu archäologischen Untersuchungen am 30. Oktober
Foto: Vortrag zu archäologischen Untersuchungen am 30. Oktober

Vortrag mit Mojib Latif am 28. Oktober fällt aus

(24.10.2019)

Der für den 28. Oktober angekündigte Vortrag von Professor Mojib Latif im Trappenkamper Bürgerhaus muss leider ausfallen. Der bekannte Klimaforscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschug Kiel ist erkrankt und hofft, seinen Besuch in der Region im nächsten Jahr nachholen zu können.

 

Latif hatte beabsichtigt, u.a. über die „Kleine Eiszeit“ vom 15. bis 19. Jahrhundert zu sprechen und den aktuellen globalen Klimawandel mit dem vergangener Jahrtausende gegenüberzustellen.

 

Am 12. Oktober hatte auch die Gemeinde Schmalensee auf die Veranstaltung hingewiesen, die auf Einladung der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft, Sektion Trappenkamp/Bornhöved in Zusammenarbeit mit der ARGE Trappenkamp und der Volkshochschule Trappenkamp/Bornhöved stattfinden sollte. In letzterer ist Schmalensee Mitglied.

Foto zur Meldung: Vortrag mit Mojib Latif am 28. Oktober fällt aus
Foto: Vortrag mit Mojib Latif am 28. Oktober fällt aus

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

(24.10.2019)

Diese Info ist wichtig für alle, die für Anfang November Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten.

 

Der den BLICKPUNKT druckende khm-Verlag hat wegen des Reformationstgaess eine geänderte Annahmezeit angekündigt:

 

Für die 45. Kalenderwoche 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 7. November, müssen Beiträge bis Mittwoch, 30. Oktober vorliegen.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) bis 9 Uhr einzureichen.

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Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

Ab 2020 Basketball auf dem Bolzplatz?

(18.10.2019)

Schon im Rahmen der Zukunftswerkstatt für Schmalensee war die Idee laut geworden, auf dem Bolzplatz am Feuerwehrgerätehaus die Möglichkeit zu schaffen, Basketball zu spielen. Nun ist ein großer Schritt in diese Richtung getan: Am 16. Oktober stellte Bürgermeister Sönke Siebke mit seinem Teleskoplader einen Doppelkorb auf der Grünfläche ab.

 

Die zwei Basketballkörbe an einem Mast stammen vom Schulhof der Grund- und Gemeinschaftsschule Bornhöved, der umgestaltet wird. In der Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung am 29. Mai 2019 hatte Bornhöveds Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Reinhard Wundram als Zuhörer mitbekommen, dass in Schmalensee etwas in Sachen Basketball geschehen soll, und eine Abgabe in Aussicht gestellt. Nun konnte Sönke Siebke mit Hilfe des Bauhofs der Nachbargemeinde das Sportgerät sicherstellen, das die Gemeinde Schmalensee bis dahin nichts kostet.

 

Noch kann natürlich nicht gespielt werden und Kosten werden entstehen: Körbe und Bretter bedürfen einer Generalüberholung, das Fundament muss ins Erdreich gebracht und ein fester Platz drumherum geschaffen werden, damit man nicht nur werfen sondern auch gut prellen kann. Aber über die pragmatische Lösung auch seitens des Bornhöveder Bürgermeisters freut man sich in Schmalensee natürlich sehr.

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Foto: Ab 2020 Basketball auf dem Bolzplatz?

Vor 95 Jahren: Ludwig Saggau und die Fahnenweihe des Stahlhelm

(12.10.2019)

Für die konservativen Kreise von Bornhöved und Umgebung ist der 12. Oktober 1924 ein bedeutender Tag. Damals, vor 95 Jahren, weiht Pastor Schlüter die Fahne der Ortsgruppe Bornhöved im Stahlhelm, dem Bund der Frontsoldaten.

 

Zentraler Ort ist Bornhöved, wo verschiedene Stahlhelmgruppen zum Feldgottsdienst an der Kirche erscheinen. Pastor Schlüter hat den normalen Gottesdienst ausfallen lassen, denn die Bevölkerung nimmt zahlreich an der Fahnenweihe durch ihn teil. Die Fahne überreicht der Kreisvorsitzende des Stahlhelm, ein Herr Böckmann aus Groß Niendorf, an den Ortsgruppenführer für Bornhöved und Umgebung, Ludwig Saggau aus Schmalensee. Zuvor wurde in Anwesenheit der Kriegervereine der Gefallenen des Weltkrieges gedacht. Nach gemeinschaftlichem Verzehr einer „Kriegskost“ (Erbsensuppe mit Gulasch) findet ein Kommers statt mit Reden und Musik durch die Kapelle der Küstenschutzabteilung 3 aus Kiel.

 

Ein Blick zurück auf den 16. Juni 1924 zeigt die gesellschaftliche Rolle des Stahlhelm im Kreis Segeberg. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt beginnt seinen fast ganzseitigen Bericht zum in der Kreisstadt abgehaltenen Stahlhelmtag wie ein Vereinsblatt: „Sonnenschein und flatternde schwar-weiß-rote und blau-weiß-rote Fahnen, dazu eine große Beteiligung der hiesigen Einwohnerschaft und der Stahlhelmleute von nah und fern gaben der Tagung des Kreis Segeberger Stahlhelms, der nun schon über viele Ortsgruppen verfügt, eine besondere Note. Der Stahlhelmgedanke marschiert, …, das sah und fühlte jeder, … Der alte Frontkämpfergeist, der Jahre hindurch geschlafen hat, ist wieder aufgewacht und blüht mächtig empor.“

 

Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet erst ab 1924 intensiv von Stahlhelm-Aktivitäten. Der Bund der Frontsoldaten greift schnell Fuß in Segeberg sowie in Bornhöved und Umgebung. Inhaltlich ist er ein erklärter Gegner der Weimarer Republik, wie ein Wahlaufruf im Dezember 1924 zeigt: Schwarz-Weiß-Rot statt Schwarz-Rot-Gold ist die Devise. Vortragsabende zeugen von Revanchismus, es geht etwa um (verlorene) Kolonien oder die sogenannte „Kriegsschuldlüge“, auf die die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ihre Reparationsforderungen stützen. Auch das Judentum taucht als Vortragsthema auf. Darüber hinaus engagiert sich der Stahlhelm durch Lotterien oder Sammlungen für Bedürftige auch als soziale Institution. Uniform und sogar organisierter Sport kennzeichnen ihn ebenfalls – zur erst Ende der 1920er-Jahre im Kreis Segeberg aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung sind die Parallelen in der Retrospektive unverkennbar.

 

Die Nähe weiter Kreise der Kirche zum Stahlhelm, gerade in Bornhöved, wird dadurch deutlich, dass Pastor Schlüter auch beim Stahlhelmtag in Bad Segeberg seine Rolle spielt und im Feldgottesdienst unter Berufung auf den Patriotismus der Zeit nach 1806 von der Kanzel spricht: „... Wir wollen Kameraden sein! Denkt zurück an die Schlachten, die Ihr geschlagen habt, an die Kameraden, die ihr ins Massengrab hinabsenktet. Lasst uns den Geist der Kameradschaft wieder hegen und pflegen,... damit es besser mit unserem Volk werde. Das wird es aber nur, wenn wir einig sind und das Wort Bismarcks wieder Wahrheit geworden ist: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!“

 

Wann Ludwig Saggau zum Stahlhelm kam und dessen Ortsgruppenführer wurde, ist unklar. Auch bis wann er aktiv war, wissen wir nicht, der letzte Eintrag im Segeberger Kreis- und Tageblatt ist aus dem Jahr 1925. Saggau, der 1907/08 den Gasthof über einen Makler an die Familie Voß verkaufte und sich ganz der Landwirtschaft widmete, war Kriegsteilnehmer. 1917 wurde er, in kriegsbedingter Abwesenheit, erneut zum stellvertretenden Gemeindevorsteher (Bürgermeister) gewählt – ein Amt, das er von 1905 bis mindestens 1938 ausübte.

 

Ludwig Saggau, geboren 1877, war in seinen Berufen als Landwirt und Gastwirt rege und innovativ. In vielen Verbänden betätigte er sich deutlich über eine einfache Mitgliedschaft hinausgehend. In der Freiwilligen Feuerwehr, der er seit 1894 angehörte, stieg er auf bis zum Oberbrandmeister, als Amtswehrführer für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek. Nach der Abwahl von Wehrführer Willi Siebke 1933 übernahm Ludwig Saggau die Führung vor Ort, gab sie aber nach einem Jahr wieder ab – er hatte die Altersgrenze erreicht. 1946 sollte sein Sohn Helmut Saggau, späterer Bürgermeister, ebenfalls Wehrführer werden. Beide, Vater und Sohn, tauchen als Mitglieder des Reitervereins Bornhöved in den 1920er-Jahren in Ergebnisberichten aus dem Gespannfahren auf.

 

Ludwig Saggau war mit Amanda Saggau verheiratet, mit der er 1950 die Goldene Hochzeit feiern konnte. 1956 starb Ludwig Saggau, der vielen Schmalenseern beim Blick auf eine recht bekannte alte Postkarte vom Dorfgasthof, erschienen vor 1907, stets gegenwärtig sein dürfte: Er ist der groß gewachsene Mann auf dem Kutschbock.

 

 

 

 

 

 

 

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren: Ludwig Saggau und die Fahnenweihe des Stahlhelm
Foto: Ludwig Saggau in der Weltkriegs-Uniform

VHS und andere holen berühmten Klimaforscher zum Vortrag nach Trappenkamp

(12.10.2019)

Mojib Latif, Prof. Dr. und bekannter Klimaforscher aus dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, ist am Montag, 28. Oktober, Gast im Bürgersaal des Trappenkamper Bürgerhauses Am Markt 3. Der Eintritt ist frei!

 

Um 19 Uhr spricht Mojib Latif auf Einladung der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft, Sektion Trappenkamp/Bornhöved in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft wirtschaftlich interessierter Kreise (ARGE) und der Volkshochschule Trappenkamp/Bornhöved. Schmalensee ist VHS-Mitgliedsgemeinde.

 

Das Thema: „Vivaldis Vier Jahreszeiten aus Sicht der Klimaforschung“.

 

Der Zusammenhang: Als Vivaldi sein berühmtes Werk komponierte, herrschte in Europa die „Kleine Eiszeit“. Sie bestimmte das Klima in Europa vom 15. bis in das 19. Jahrhundert.

 

Der Inhalt: Mojib Latif hinterfragt, inwieweit sich der globale Klimawandel von den natürlichen Klimaschwankungen der letzten Jahrtausende unterscheidet.

 

Montag, 28. Oktober, 19 Uhr, Bürgersaal Trappenkamp, Eintritt frei.

Foto zur Meldung: VHS und andere holen berühmten Klimaforscher zum Vortrag nach Trappenkamp
Foto: VHS und andere holen berühmten Klimaforscher zum Vortrag nach Trappenkamp

Stühlerücken in Schmalensees Ausschüssen – Ergebnisse der Gemeindevertretung

(10.10.2019)

Nach der Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung am 9. Oktober 2019 gibt es Veränderungen in der Besetzung der Ausschüsse. Nachdem Susan Buchholz ihren Rückzug aus dem Ausschuss für Senioren, Jugend und Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr angekündigt und auch ihre Tochter Patricia Bergstädt von einer weiteren Mitarbeit im Finanzausschuss abgesehen hatte, musste die Fraktion der Bürger für Schmalensee (BfS) Nachfolger benennen und wurde auch schnell fündig: Nicole Specht-Cornehls rückt für Susan Buchholz nach, Thomas Kriegbaum ist der neue Mann im Finanzausschuss. Die Gemeindevertretung wählte beide einstimmig zu bürgerlichen Mitgliedern.

 

Schnelle Sitzung

 

Trotz der 24 Tagesordnungspunkte war es eine schnelle Sitzung, die Bürgermeister Sönke Siebke zu leiten hatte. Die Ausschüsse hatten gründliche Vorarbeit geleistet, Berichte und Kenntnisnahmen bestimmten den Verlauf. Etwa dass zeitgerecht Mängel an den Wege-Zweckverband gemeldet wurden, die nach dem Verlegen von Glasfaserkabeln und Flickarbeiten in dem landwirtschaftlichen Weg hinter der Siedlung „Am Ringreiterplatz“ aufgetreten sind.

 

Neubaugebiet stockt

 

Die Landgesellschaft moderiert derzeit Gespräche mit Grundstückseigentümern, damit ein Neubaugebiet im Winkel zwischen Belauer Straße und Dorfstraße (B430) realisiert werden kann. Rund 25 Wohneinheiten könnten dort entstehen. Allerdings sind die Gespräche dadurch ins Stocken geraten, dass eine Eigentümerin verstorben und die Erbfolge noch nicht geklärt ist.

 

Zimmerei zieht in den Grasweg

 

Endgültig frei ist der Weg für die Ansiedlung der Zimmerei Hippe unter der Adresse Grasweg 10: Die Gemeindevertreter stimmten geschlossen für eine 7. Änderung des Flächennutzungsplans und fassten den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 7. Eine bedeutende Entscheidung, besonders für Firmeninhaber Frank Mühlenberg und seine Familie.

 

Papierlose Gremienarbeit

 

Schmalensees Gemeindevertretung arbeitet zukünftig digital. Bereits mit Tablet-Computern ausgestattet, verzichten die Gremien zukünftig auf umfangreiche Papiervorlagen und leisten somit ihren Beitrag zu Einsparungen und letztlich auch zur Schonung von Ressourcen.

 

 

 

Foto zur Meldung: Stühlerücken in Schmalensees Ausschüssen – Ergebnisse der Gemeindevertretung
Foto: Stühlerücken in Schmalensees Ausschüssen – Ergebnisse der Gemeindevertretung

Vor 75 Jahren: Ein Monat im „totalen Krieg“ - Oktober 1944

(01.10.2019)

Ein Blick in das Segeberger Kreis- und Tageblatt vom Oktober 1944 zeigt, dass die Zahl der angekündigten Einschränkungen und Ablieferungen vor dem Hintergrund des von Reichspropagandaministers Joseph Goebbels erklärte „totale Krieg“ die Provinz endgültig erreicht hat. In loser Abfolge sei hier genannt, welche Nachrichten solcher Art die Menschen im Kreis Segeberg erreichten...

 

1 Oktober: Die Dachorganisation der Landwirtschaft, der Reichsnährstand, erhöht die Menge der bei amtlichen Sammelstellen abzuliefernden Hühnereier: Von jetzt bis zum 30. September 1945 sind je Legehenne statt 60 nun 70 Eier abzugeben, um sie im Rahmen der Zwangswirtschaft in die staatliche Verteilung zu geben.

 

2. Oktober: Ein Verbotstext, so in der Zeitung abgedruckt - „Wenn auch die abgeernteten Felder und der leichte Herbstwind unsere Jugend zum alten Spiel des Drachensteigens locken, so ist dieses Spiel auch im sechsten Kriegsjahr aus militärischen Gründen untersagt. Eltern, deren Kinder mit steigenden Drachen angetroffen werden, setzen sich strengen Strafen aus.“

 

5. Oktober: Eine Polizeimeldung erklärt uns, wo in Schmalensee Zuweisungskarten aufbewahrt und vermutlich auch verteilt wurden: „In den Mittagsstunden wurden aus der Schmalenseer Meierei zwei Pakete mit Lebensmittel-, Raucher- und Kleiderkarten entwendet. Die Karten sind gezeichnet und nummeriert. Personen, die Angaben über den Verbleib der Karten machen können, werden ersucht, sich als Zeugen bei der Kriminalpolizeistelle, 1. Kriminalkommissariat Kiel, Blumenstraße 2, oder bei einer anderen Polizeidienststelle unter Hinweis auf die Veröffentlichung zu melden. Auf Wunsch werden alle Hinweise vertraulich behandelt.“

 

7. Oktober: Vergnügungen werden eingeschränkt: „Keine Jahrmärkte mehr. Alle rummelplatzähnlichen Vergnügungen sind nach einem Runderlass des Reichsführers der SS und Chefs der Deutschen Polizei vom 20. September unzeitgemäß und bis auf weiteres nicht mehr zu dulden. Auch Kirmesse und ähnliche Veranstaltungen, einzelne Schaustellungen und der einzelne Betrieb von Karussells, von Schaukeln, Schießbuden, Wurf- und Kraftbelustigungen sowie die Ausspielung geringwertiger Gegenstände und dergleichen sind nicht zugelassen. Ausgenommen sind Veranstaltungen für Kinder (Betrieb von Karussells, Schaustellungen unterhaltender Art, wie Kasperle- und Marionetten-Vorführungen), soweit der Kriegswirtschaft keine Kräfte entzogen werden.“

 

12. Oktober: Hunde für den Kriegseinsatz - Um 15.15 Uhr findet auf dem Ringreiterplatz in Schmalensee die kreisweit durchzuführende Musterung der Hunde für den möglichen Heeresdienst statt.

 

14. Oktober: Immerhin Kino fürs Herz - Die Lichtspiele Bornhöved werden wieder eröffnet. Im Hotel Stadt Kiel kommen Spielfilme und Wochenschauen zur Aufführung. Erster Film ist am 14. und 15. Oktober „Hab mich lieb“ mit Marika Rökk.

 

16. Oktober: Angesichts der wirtschaftlichen Umstände wird die Brotration gekürzt. Diese beträgt nun bei den Normalverbrauchern 2.225 Gramm je Woche. Das sind 175 Gramm weniger als zuletzt, aber immer noch 225 Gramm mehr als im Zeitraum 01.04. bis 19.10.1942.

 

19. Oktober: „Das Volk steht auf!“ titelt das Segeberger Kreis- und Tageblatt. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat, nachdem nun alliierte Truppen deutschen Boden das Reichsgebiet erreicht haben, den „Deutschen Volkssturm“ aufgerufen.

Der Führererlass ruft alle wehrfähigen Männer von 16 bis 60 Jahren zu den Waffen. Die Aufstellung und Führung erfolgt in Verantwortung der jeweiligen Gaue. Die militärisch-organisatorische Verantwortung trägt der Befehlshaber des Ersatzheeres (Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, Anmerkung). Volkssturmangehörige sind während des Einsatzes im Sinne des Wehrgesetzes Soldaten. Am 12. November 1944 findet reichsweit die Vereidigung der Volkssturmangehörigen statt.

 

21. Oktober: Aus der Tageszeitung erfährt die Bevölkerung, dass es in diesem Herbst keine Lieferungen von Blumenzwiebeln geben wird. Man setzt auf das Verständnis der Verbraucher und erinnert daran, dass der Anbau von Gemüse dem von Zierpflanzen vorzuziehen ist.

 

21. Oktober: Der Reichskommissar für Altmaterialverwertung ruft vielfach dazu auf, u.a. Altpapier zu sammeln. „Eine Zigarettenschachtel ergibt eine Leuchtpatrone, ein Karton gleich eine Granatenhülle.“

 

25. Oktober: In diesen Tagen überprüft die Kreisbauernschaft allerorten die Kleintierbestände. Wer noch immer mehr Kleintiere als zugelassen besitzt, hat im Zeitraum 15.11. bis 15.12.1944 die überzähligen Stücke bei den Erfassungsstellen des Eierwirtschaftsverbandes abzuliefern.

 

28. Oktober: Per Zeitungsartikel wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, nun wieder Bucheckern zu sammeln und Obst zu trocknen.

 

29. Oktober: Die Schleswig-Holsteinische Stromversorgungs-AG muss „wegen dringender Erweiterungsarbeiten in unserer Hauptübergabestation Bad Segeberg“ von 12 bis etwa 16 Uhr im gesamten Versorgungsgebiet des Kreises Segeberg die Stromversorgung unterbrechen. - Ab November gilt eine tägliche Sperrzeit für den Strombezug von 16 bis 19 Uhr.

 

30. Oktober: Rund um Bornhöved ist mit der Rübenernte begonnen worden. Die Blätter werden meist eingesäuert, „um auf diese Weise die Futtermittel zu strecken“.

 

31. Oktober: Beschränkungen bei der Ausgabe von Lebertran. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet, dass Apotheken und Drogerien dieses nur in kleinen Mengen verfügbare Produkt nur noch für Kinder bis 6 Jahren (statt zuvor bis zu 10 Jahren) ausgegeben werden darf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto zur Meldung: Vor 75 Jahren: Ein Monat im „totalen Krieg“ - Oktober 1944
Foto: Aufruf zur Abgabe von Altpapier SKTB 21.10.1944

Oktober-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

(01.10.2019)

Alte Zeitungen liefern späteren Generationen oft Aufschluss über ungeahnte Geschehnisse und bieten den Älteren Gelegenheit zum Schwelgen in Erinnerungen. Quelle für diese Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. An dieser Stelle werfen wir den Blick auf den Monat Oktober:

 

Gerichtstage: Vom 1. Oktober 1879 an, also vor 140 Jahren, gelten neue, feste Termine des Amtsgerichts zu Bramstedt. An jedem Dienstag werden bürgerliche Rechtsstreitigkeiten der Abteilung I, donnerstags der Abteilung II verhandelt. Polizeigerichtssachen werden für den ganzen Amtsgerichtsbezirk freitags behandelt. Außerdem findet ab sofort an jedem zweiten Montag im Monat der Gerichtstag für die Dorfschaften Bornhöved, Gönnebek, Schmalensee, Arfrade, Daldorf, Damsdorf, Stocksee, Tarbek und Tensfeld sowie für das Gut Kuhlen in Bornhöved statt. „Gerichtsraum“ ist die Gastwirtschaft Lantau.

 

Amtsvorsteher: Heinrich Christian Saggau, Hofbesitzer (Hufner) in Schmalensee und Urgroßvater des heutigen Hofbesitzers Christian Saggau, wird am 1. Oktober 1889, vor 130 Jahren, zum Amtsvorsteher des Amtes Bornhöved ernannt. 25 Jahre später wird im Segeberger Kreis- und Tageblatt eine Grußnote des Amtsausschusses veröffentlicht: „Am 1. Oktober hat Herr Amtsvorsteher Saggau die Geschäfte des Amtsbezirks Bornhöved 25 Jahre geführt. Er hat es verstanden, die Vaterlandsliebe zu fördern, was besonders in dieser schweren Zeit zu Tage getreten ist. Er war stets bemüht, mit viel Freundlichkeit und Pflichttreue in selbständiger Tätigkeit den Amtseinwohnern in jeder Art zu dienen, wofür ihm nicht nur wir, sondern auch alle Einwohner herzlichen Dank wissen. Möge es ihm vergönnt sein, in körperlicher und geistiger Frische noch recht lange seines Amtes zu walten, zum Wohle unseres Amtsbezirks und zum Heile unseres Vaterlandes!“ - Insgesamt führt Heinrich Christian Saggau das Amt Bornhöved 34 Jahre lang, 1924 übernimmt der aus Schmalensee stammende Hinrich Saggau diese Aufgabe.

 

Messerstecher: Im Gasthof Voß kommt es zu Streitigkeiten zwischen Landhelfern, wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt am 3. Oktober 1934, vor 85 Jahren meldet. Als das Messer gezogen wird, versucht ein Schmalenseer Bauer einzuschreiten und wird schwer verletzt: Die Hauptschlagader wird aufgerissen und er erleidet weitere Stichwunden, so dass er eiligst nach Neumünster ins Krankenhaus gebracht wird.

 

Straßenverkehr: Im Zuge der Straßenausbesserungsarbeiten zwischen Bornhöved und Schmalensee kommt es am 12. Oktober 1929, vor 90 Jahren, zu einer erheblichen Störung: Zwar ist eine Umleitung des Fahrzeugverkehrs von Bornhöved über die Klus zum Hof Suhr (Hornshof) angelegt, jedoch hat die Bauleitung eine entsprechende Beschilderung vergessen. Einige Fahrzeuge fahren deshalb in die falsche Richtung, es kommt zu Schäden.

 

Ortsgruppenleiter: Die Ortsgruppe der NSDAP für Bornhöved und Umgebung erhält mit dem Bornhöveder Alfred Dau einen neuen Ortsgruppenleiter. Am 12. Oktober 1934, vor 85 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt von dem im Zuge einer Mitgliederversammlung durch Kreisleiter Stiehr vollzogenen Ernennung. Dau tritt die Nachfolge des Apothekers Dr. Ahrens an, der am Kieler Dreiecksplatz eine Apotheke übernommen hat und in die Provinzhauptstadt umgezogen ist.

 

Imker: Schmalensees Bürgermeister, der Bezirksbauernführer Heinrich Harder, wird im Bad Segeberger Hotel Germania am 14. Oktober 1939, vor 80 Jahren, von der Landesgruppe Schleswig-Holstein im Deutschen Imkerbund verabschiedet. Nach fünf Jahren an der Spitze der Fachgruppe hat Harder sein Amt wegen Überlastung niedergelegt. Als Anerkennung erhält er die Bronzene Wabe der Reichsfachgruppe der Imker.

 

Obstdiebe: In Schmalensee, so berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt vor 110 Jahren am 16. Oktober 1909, treiben seit geraumer Zeit Obstdiebe ihr Unwesen, die zum Teil ganze Bäume im Laufe einer Nacht plündern. Es soll sich um Diebe aus dem Dorf selbst handeln, die sogar, um den Mädchen zu imponieren, öffentlich ihre Beute verzehren. Der Berichterstatter beklagt, dass nicht gegen die Missetäter vorgegangen werde, da im Ort ein Mangel an Dienstboten herrsche – also entweder ein Mangel an Arbeitskräften, aus deren Reihen die Bösewichte stammen könnten oder aber mangelnde Aufsicht durch eben diese Dienstboten.

 

Lehrerkonferenz: Mit einer kleinen Feier beim Gastwirt Rauert würdigt die Lehrerkonferenz Bornhöved am 17. Oktober 1894, vor 125 Jahren, ihren Vorsitzenden, den Organisten Karl Heinrich Reimers, der diese Funktion nun 20 Jahre ausübt. Zu damaliger Zeit ist der Organist der Kirchengemeinde auch als Lehrkraft tätig. Die Kirche wiederum übt im preußischen Staat die Schulaufsicht aus. Reimers Wirken geht sogar so weit, dass er einige Jahre das Amt des Vorsitzenden der Plöner Kreislehrerkonferenz ausgeübt hat – da auch Kreis Plöner Dörfer zum Kirchspiel gehören. In der Lehrerkonferenz, später Lehrerverein für Bornhöved und Umgebung, der 1933 im NS-Lehrerbund aufgeht, tauschen sich die Lehrer der Dörfer in monatlichen Treffen aus, werden über neue Verordnungen und Lehransätze informiert und bilden sich gegenseitig weiter.

 

Goldene Hochzeit: Der Landarbeiter August Kronfeld und seine Frau Lina, die seit 34 Jahren in Schmalensee leben, feiern das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet am 17. Oktober 1944, vor 75 Jahren: „Seit 31 Jahren arbeitet Kronfeld auf dem Hof von Erich Kaack und zuvor bei dessen Vater (Willi). Kronfeld ist Teilnehmer am Ersten Weltkrieg und noch immer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Seine Frau trägt das goldene Abzeichen der Deutschen Mutter. Alle vier Söhne, von denen Wilhelm Kronfeld gefallen ist, nahmen auch am Ersten Weltkrieg teil.“

 

Moorbrand: Im Juni 1959 brannte das Tensfelder Moor, was einen Großalarm auslöste, nun, am 18. Oktober 1959, vor 60 Jahren, brennt das Daldorfer Moor. Zur Bekämpfung werden auch die Wehren des Amtes Bornhöved hinzugezogen. Zur Ursache: Am Morgen hatte man kontrolliert eine Moorfläche brandgerodet, um diese abbauen zu können. Es gab sogar eine Feuerwehrübung, um das kontrollierte Feuer nach Erreichen des Ziels zu löschen. Am Abend aber verselbständigt sich das Feuer.

 

Preismünze: Am 28. Oktober 1964, vor 55 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung von den den aktuellen Bewertungen durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Demnach ist die Deutsche Markenbutter der Meiereigenossenschaft Schmalensee erneut ausgezeichnet worden. Für das Jahr 1964 gab es eine silberne Preismünze.

 

Bauerntag: Das Ende des später als Deutsch-Dänischer Krieg bezeichneten militärischen Konflikts am 30. Oktober 1864 zeichnet sich längst ab, als am Sonntag, 16. Oktober 1864, vor 155 Jahren, in der Stadt Segeberg ein Bauerntag zusammentritt. Zur Teilnahme aufgefordert waren Abgesandte aller Dorfschaften der Kirchspiele, die das (dänische) Amt Segeberg bilden. Wegen der Distanz halten die Bauern aus den Kirchspielen Bramstedt und Kaltenkirchen ihren eigenen Bauerntag ab. In Segeberg sind von 46 möglichen 44 Kommunen vertreten, darunter alle sieben des Kirchspiels Bornhöved. Inhaltlich geht es um den zu erwartenden Friedensschluss zwischen Deutschem Bund und Dänemark – da sich die Landeshoheit ändern wird, sind besonders die Bauern als Landeigentümer daran interessiert, wie es mit dem Herzogtum Preußen weitergehen soll.

 

 

 

Foto zur Meldung: Oktober-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung
Foto: Meierei Schmalensee

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

(27.09.2019)

Diese Info ist wichtig für alle, die für Oktober und November Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten.

 

Der den BLICKPUNKT druckende khm-Verlag hat wegen des Tags der Deutschen Einheit und des Reformationstages geänderte Annahmezeit angekündigt:

 

Für die 41. Kalenderwoche 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 10. Oktober, müssen Beiträge bis Mittwoch, 2. Oktober vorliegen.

 

Für die 45. KW 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 7. November, müssen Beiträge bis Mittwoch, 30. Oktober vorliegen.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) bis 10 Uhr einzureichen.

 

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

Vor 135 Jahren: Ende eines Großmanövers im Raum Schmalensee und Bornhöved

(24.09.2019)

Im September 1884 führen sämtliche Truppen der 18. Division ein Manöver im Raum Segeberg – Lübeck – Eutin durch. In Schmalensee werden am 24. September 1884, vor 135 Jahren, die Stäbe der 18. Division, der 18. Kavalleriebrigade und der 36. Infanteriebrigade einquartiert.

 

Die Verpflegung dieser Kräfte erfolgt durch das Militär aus Magazinen. Außerdem ist die Gemeinde darauf vorbereitet, zusätzlich den Stab und das 1. Bataillon des Thüringischen Infanterieregiments Nr. 31 aufzunehmen, die über eigene Marschverpflegung verfügen und biwakieren. Außerdem wird Schmalensee dem Stab sowie der 1. und 3. Batterie der I. Abteilung des Schleswig’schen Feldartillerieregiments Nr. 9 als Biwakraum zugewiesen.

 

Schon bei Manövern in den Vorjahren hatte es Einquartierungen in Schmalensee und Umgebung gegeben. Allerdings meist auf Kavallerie-Einheiten beschränkt. 1884 handelt es sich um eine der ersten großen Truppenübungen seit der Einverleibung Schleswig-Holsteins als Provinz in den Preußischen Staat.

 

Damit einhergegangen war nicht nur die Einführung einer dreijährigen Wehrpflicht. Auch eine Neuordnung der Truppen hatte stattgefunden: In Altona wurde das IX. Armeekorps aufgestellt, dem zwei Divisionen unterstanden: Die 17. Division mit Truppen in Mecklenburg, Lübeck und den weiteren Hansestädten mit Kommando in Schwerin sowie die 18. Division mit Kommando in Flensburg. Ihr gehörten, nach einer Umgliederung nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871, Verbände und Einheiten in ganz Schleswig-Holstein inklusive der Lauenburger Jäger an – nicht aber die Infanterieregimenter 162 und 163 in Neumünster – die gehörten zur Lübecker Infanteriebrigade 37 und somit zur 17. Division. Das Thüringische Infanterieregiment 31 gehörte tatsächlich zur 18. Division und hatte nach 1871 Wandsbek als Standort.

 

In Vorbereitung des großen Manövers war bereits im Juni 1884 für den Kreis Segeberg die Belegungsfähigkeit mit Truppen und Pferden festgestellt worden. Schmalensee sollte demnach im Winter 215 Mann und 53 Pferde, im Sommer 460 Mann und 130 Pferde aufnehmen können.

 

Erst zum Ende des Herbstmanövers biwakierten im Raum Bornhöved Truppen. Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt zitierte dazu den Holsteinischen Courier, dessen Berichterstatter sich offenbar von Neumünster über Bornhöved, Schmalensee, Tarbek und zurück bewegte:

 

Sofort hinter Bornhöved, auf der linken Seite der Chaussee, wurden die Truppen des 84. und 86. Regiments, sowie Pioniere und Train angetroffen, rechts das 31. Infanterieregiment. Hinter dem Dorfe Schmalensee, links, befand sich Artillerie, rechts, in der Richtung nach Tarbek das 15. und 16. Husarenregiment. Vor dem Dorfe Tarbek bildete eine Stader Batterie die Avantgarde und hinter Tarbek, bei der dortigen Ziegelei, stieß unser Gewährsmann auf unsere Neumünster’schen 85er Musketiere, alle wohlauf und munter. Um 8¾ Uhr wurde bei Bornhöved von den beiden Musikkapellen 84. und 86. Regiments Zapfenstreich und Gebet geblasen, was, inmitten des militärischen Lagers, einen erhebenden Eindruck machte. Überall herrschte reges buntes Treiben; namentlich aber bot die Aussicht von den Bergen in der Tarbeker Gegend einen äußerst interessanten Anblick, weil von dort aus fast sämtliche Wachtfeuer, rings von den bivouakirenden Truppen umlagert, zu übersehen.“

 

Die historische Aufnahme stammt aus dem Büchlein „Das Amt Bornhöved in alten Ansichten“ von Harald Timmermann aus dem Jahr 1995 und zeigt Soldaten des Schleswig-Holsteinischen Husarenregiments Nr. 16 (Schleswig) in den 1890er Jahren auf dem Exerzierplatz auf der Gönnebeker Heide (heute Trappenkamp) mit ihrer Feldschmiede und vermutlich Bewohnern der Umgebung.

 

 

 

 

 

 

 

Foto zur Meldung: Vor 135 Jahren: Ende eines Großmanövers im Raum Schmalensee und Bornhöved
Foto: Husaren-Feldschmiede um 1900 auf dem Übungsplatz auf der Gönnebeker Heide

Weg frei für Gewerbeansiedlung – Bauausschuss sagt „Ja“ zur Zimmerei

(20.09.2019)

Eine lange Tagesordnung hatte der Ausschuss der Gemeinde Schmalensee für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten in seiner Sitzung am 19. September 2019 abzuarbeiten. Das Interesse an der Sitzung war erfreulich groß: Das Kaminzimmer im Gasthof Voß war sowohl im Zuschauerbereich als auch am Sitzungstisch gut gefüllt – Mitglieder der Gemeindevertretung, die nicht dem von Sönke Stahl geführten Ausschuss angehören, zeigten Interesse an den Themen.

 

Zimmereibetrieb auf Hauskoppel

 

Hauptpunkt waren die Beratung und Beschlussfassung zur 7. Änderung des Flächennutzungsplans, um den Weg frei zu machen für die Ansiedlung eines Zimmereibetriebes in der Straße Grasweg auf einer der Hauskoppeln. Grundstückseigentümer und Betriebsinhaber sind sich einig, und auch die Gemeinde unterstützt das Vorhaben, einen ohnehin als Schmalenseer Firma angesehenen Betrieb nun auch mit seinem Gelände hier zu haben. Auch der Bebauungsplan Nr. 7 der Gemeinde wurde durch Beschluss des Ausschusses auf den Weg gebracht. Die Gemeindevertretung dürfte in ihrer Sitzung am 9. Oktober diesen Empfehlungen des Ausschusses folgen.

 

Um- und Ausbau Feuerwehrgerätehaus

 

Berichtet wurde: Schon dreimal hat die Arbeitsgruppe getagt, die sich mit dem Umbau bzw. einer Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses befasst, um den aktuellen Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse zu entsprechen. Salopp formuliert: Vor die jetzige soll eine neue Fahrzeughalle gesetzt werden. Die alte Halle wird zu Umkleide-, Lager- und Büroräumen umgestaltet. Auch der Parkplatz muss umgestaltet werden, damit zum Einsatz eilende Kameradinnen und Kameraden nicht den Weg des bereits ausrückenden Einsatzfahrzeugs kreuzen. Als nächste Schritte sollen Kosten ermittelt, Förderanträge angeschoben und Gespräche mit der Feuerwehrunfallkasse geführt werden.

 

WLAN-Hotspot im Dorf

 

Die Kieler Firma ADDIX Internet Services, Betreiberin des kostenlosen #SH_WLAN, hat der Gemeinde Schmalensee die Hardware für einen Hotspot übergeben. Dieser soll im Bereich des Feuerwehrgerätehauses installiert und an das dortige Breitband angeschlossen werden. Somit dürften im ungefähren Umkreis von 200 Metern die Kameraden der Feuerwehr, Tagesgäste und Besucher von Veranstaltungen auf dem Bolzplatz in den Genuss von kostenlosem WLAN kommen. Sollte sich eine nächste Möglichkeit ergeben, soll das Sportgelände einen Hotspot erhalten – hier muss das Breitband erst noch durch die Stadtwerke Neumünster gelegt werden.

 

Von der Badestelle nichts Neues

 

Wie schon in der Vorwoche im Ausschuss für Senioren, Jugend und Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr, konnte zur Badestellen-Problematik nichts Neues festgestellt werden. Fest steht: Eine Badestelle wie die in Schmalensee am Schmalensee im jetzigen Zustand bedarf laut Kommunalem Schadensausgleich (KSA) in der Badesaison einer Badeaufsicht, täglich zwischen 8 und 18 Uhr. Stellt die Gemeinde dies nicht sicher, besteht zwar die Zusage des KSA, die vermögensrechtliche Haftung zu übernehmen – also gegenüber möglichen Opfern von Badeunfällen. Allerdings sei die strafrechtliche Relevanz eine ganz andere Frage. Hiervon könnten Bürgermeister, alle Gemeindevertreter_innen und auch die in der Verwaltung mit dem Thema befassten Mitarbeiter_innen belangt werden, käme es zu einem Unfall, der darauf zurückzuführen ist, dass man die Verkehrssicherungspflicht bewusst nicht gewährleistet hat. Bevor nun aber die Badestelle zurückgebaut wird, will die Gemeinde abwarten, was eine Initiative des Amtes beim Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag bringen wird. Dieser soll nach Möglichkeit bis zum Frühjahr eine Handlungsempfehlung (Runderlass) erwirken, die klare Vorgaben liefert, nach denen weitere Maßnahmen zu treffen sind. Kurz: Wir warten den Winter ab.

 

Defis und Insekten fördern

 

Außerdem war man sich einig: Das Sportgelände soll einen Defibrillator erhalten – der Sportverein hat einen entsprechenden Förderantrag an Gemeinde und Kreissportverband gestellt. Ein zweites Gerät soll im Bereich des Feuerwehrgerätehauses deponiert werden. Hier wird voraussichtlich der Verschönerungs- und Vogelschießerverein Antragsteller und die Sparkasse Südholstein Förderer sein. Hydranten und diverse Siele sollen vor dem Herbst freigelegt bzw. von Schmutz befreit werden. Um den Insektenschutz voranzutreiben, will eine kleine Arbeitsgruppe öffentliche Flächen identifizieren, auf denen Blühwiesen entstehen könnten. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel würde man gern ergreifen – jedoch ist noch nicht bekannt, welche. Damit befasst sich der Ausschuss in nächster Sitzung. Auch was den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen angeht, vertagte man sich – der Kreis Segeberg beschäftigt sich zunächst noch mit dem Thema.

 

 

 

 

 

Foto zur Meldung: Weg frei für Gewerbeansiedlung – Bauausschuss sagt „Ja“ zur Zimmerei
Foto: Weg frei für Gewerbeansiedlung – Bauausschuss sagt „Ja“ zur Zimmerei

Kein Spaß: Tote Schafe in der Feldmark abgelegt

(20.09.2019)

So geht es nicht: Unbekannte haben in der Vergangenheit tote Schafe in der Schmalenseer Feldmark abgelegt. Bürgermeister Sönke Siebke berichtete davon in der Sitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten am 19. September. Demnach hatte eine Bürgerin nach dem jüngsten Fund die Behörden eingeschaltet. Die Polizei ermittelt.

 

Fünf Kadaver von toten Schafen, zum Teil komplett skelettiert, sind innerhalb der letzten zwei Jahre in einem Doppelredder auf dem Wassermissenkamp gefunden worden. Bei Dorfputzaktionen waren in diesem Bereich, der vor Einführung der zentralen Abfallentsorgung 1968 gemeindliche Müllkippe war, bereits Tierknochen gefunden worden.

 

Der jüngste Fund hatte eine Einwohnerin Schmalensees durch seinen Gestank aufmerksam gemacht. Die Polizei war vor Ort und ermittelt nun gegen Unbekannt. Der Wege-Zweckverband hat bis auf einige Knochen- und Wollreste die Kadaver eingesammelt und der fachgerechten Entsorgung zugeführt. An den Recyclinghöfen gibt es spezielle Container für die Abgabe toter Tiere, etwa aus Unfällen.

 

Was da in dem Doppelredder gefunden wurde, war das, was Fuchs und Insekten übrig gelassen haben“, so Sönke Siebke, der als Jäger die Lage beurteilen kann. Auch wenn die toten Tiere scheinbar dem natürlichen Zerfall überlassen sind, ist die Ablage der Kadaver kein Kavaliersdelikt. Und die Ablage toter Schafe immer an derselben Stelle „riecht“ geradezu nach System – und das auf unappetitliche Weise.

 

Der Bürgermeister ruft die Bevölkerung dazu auf, mit offenen Augen durch die Feldmark zu gehen – auch was das illegale Entsorgen anderer Abfälle angeht – und sich Kfz-Kennzeichen etc. zu notieren und an ihn zu melden (Erreichbarkeiten sind in dieser Homepage enthalten). Außerdem wurde in der Sitzung das Anbringen von Wildkameras angeregt, um die Täter zu identifizieren.

 

Foto zur Meldung: Kein Spaß: Tote Schafe in der Feldmark abgelegt
Foto: Reste eines Schafes am 12.09.2019, Foto Sönke Siebke

Keine Strauchgutaktionen mehr – wohin mit dem Buschwerk?

(20.09.2019)

Die frage kam in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten auf: Jetzt, da es keine zentrale Häckselaktionen mehr gibt, wohin mit dem Strauchgut von Privatgrundstücken?

 

Auf Strauchgut-Termine arbeiteten in der Vergangenheit viele Schmalenseer Grundstücksbesitzer hin, indem sie rechtzeitig die Sträucher und Bäume zurück schnitten, alles an der Straße ablegten und von einer Kolonne zum Häckseln überließen. Diese Aktionen führt der Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg seit Beginn dieses Jahres aber nicht mehr durch.

 

Eine Alternative ist der Transport der Grünabfälle zu einem der Wertstoffhöfe des WZV. In unserem Fall wäre das die Deponie Damsdorf/Tensfeld, wo – gegen Gebühr – alle Arten von Abfällen abgegeben werden können. Diese Art der Abgabemöglichkeiten (und die z.T. in willkürlich erscheinender Höhe erhobenen Gebühren) machen Mitglieder der Schmalenseer Gemeindevertretung dafür verantwortlich, dass immer wieder Gartenabfälle in der Feldmark entsorgt werden – was verboten ist. Besonders ärgerlich ist dies (und dumm), wenn die Täter ihre Gartenabfälle in Plastiksäcken in die Feldmark werfen...

 

Kostenlose Strauchgutentsorgung

 

Zurück zum Strauchgut. Wie beim Sperrmüll, für den es auch keine zentralen Abholtermine mehr gibt, bietet der Wege-Zweckverband den privaten Haushalten an, kostenlose Abfuhr vorzunehmen. Nach Anmeldung kann auch die Selbstanlieferung am Recyclinghof kostenlos erfolgen.

 

Insgesamt 6 Kubikmeter pro Grundstück – entweder in einem oder aufgeteilt (je 3 Kubikmeter) auf zwei Termine im Jahr. Ein Bürger konnte dies in der Einwohnerfragezeit des Ausschusses bestätigen, weil er gerade davon Gebrauch gemacht hatte. Von ihm stammt auch ein Link ins Internet, unter dem die Abholung angemeldet werden kann. Hier gibt es alle notwendigen Infos zum Thema:

 

https://www.wzv.de/privatkunden/sperrmuell-strauchgut

 

Foto zur Meldung: Keine Strauchgutaktionen mehr – wohin mit dem Buschwerk?
Foto: Keine Strauchgutaktionen mehr – wohin mit dem Buschwerk?

Neue Sonderausstellung im Heimatmuseum Bornhöved

(13.09.2019)

Als Kirchspielort und Amtsgemeinde hat Bornhöved für Schmalensee immer eine bedeutende Rolle gespielt. In Zeiten weit vor Online-Versand und Internet-Suche nach einem Handwerker schaute man sich in früheren Zeiten immer zuerst in der näheren Umgebung um, um Dienstleistungen oder Waren beziehen zu können.

 

Eine neue Sonderausstellung im Bornhöveder Heimatmuseum „De ole Rökerkaat“ zeigt auf über 100 großformatigen Bildern Handel und Gewerbe, wie es sie bis vor wenigen Jahrzehnten noch, verkörpert durch zahlreiche Geschäfte und Betriebe, in Bornhöved gegeben hat.

 

Überhaupt haben Museumsleiter Norbert von der Stein und viele Mitstreiter, auch aus dem Ortsverein Bornhöved und Umgebung im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, eine vielseitige Ausstellung im Heimatmuseum zusammengetragen. Von den Schlachten bei Bornhöved bis zur Kleinbahn, die von Segeberg über Bornhöved nach Kiel führte, gibt es vieles zu sehen.

 

De ole Rökerkaat wird ehrenamtlich betreut und ist immer sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Das historische Gebäude liegt direkt am Adolf-Platz mit seinen vielen Gedenksteinen, die ebenfalls den besonderen historischen Wert Bornhöveds und seines Umlands hervorheben. Ein Besuch lohnt sich.

Foto zur Meldung: Neue Sonderausstellung im Heimatmuseum Bornhöved
Foto: Neue Sonderausstellung im Heimatmuseum Bornhöved

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

(13.09.2019)

Diese Info ist wichtig für alle, die für Oktober und November Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten.

 

Der den BLICKPUNKT druckende khm-Verlag hat wegen des Tags der Deutschen Einheit und des Reformationstages geänderte Annahmezeit angekündigt:

 

Für die 41. Kalenderwoche 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 10. Oktober, müssen Beiträge bis Mittwoch, 2. Oktober vorliegen.

 

Für die 45. KW 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 7. November, müssen Beiträge bis Mittwoch, 30. Oktober vorliegen.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) bis 10 Uhr einzureichen.

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

Ausschuss setzt auf Engagement der Bürgerinnen und Bürger

(13.09.2019)

Sitzungen des gemeindlichen Ausschusses für Senioren, Jugend und Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr drehen sich einmal im Jahr um die Organisation von zwei gemeindlichen Veranstaltungen: Des Volkstrauertags und der Seniorenweihnachtsfeier. Am Donnerstagabend, 12. September 2019, war es wieder einmal so weit.

 

Ein Defi für das Sportgelände

 

Ausschussvorsitzender Christopher Brust konnte drei seiner vier Mitglieder, weitere Gemeindevertreter und zwei Zuhörer zur Sitzung im Gasthof Voß begrüßen. Für zwei Tagesordnungspunkte jedoch musste er als 2. Vorsitzender des Sportvereins den Raum verlassen und seiner Stellvertreterin Julia Voß die Sitzungsleitung überlassen. Zu dritt traf der Ausschuss die Entscheidung, der Gemeindevertretung zu empfehlen, mit dem SVS unter Fördermitteln des Kreises die Anschaffung eines Defibrillators für das Sportgelände voranzutreiben.

 

Sportplatzpflege wird neu geregelt

 

Neu geregelt werden soll die Sportplatzpflege. Hier wird der GV empfohlen, einen Vertrag mit dem Sportverein abzuschließen, nach welchem die Arbeiten wieder von der Gemeinde verrichtet werden. Allerdings will man den Vertrag begrenzt abschließen bis zum 31.12.2020. Der Hintergrund: Ab dem 1. Januar 2021 werden die Gemeinden Umsatzsteuer pflichtig. Dienstleistungen wie die Sportplatzpflege müssen bis dahin auf andere Füße gestellt werden.

 

Badestelle: Nichts Neues an der Wasserfront

 

Nichts Neues gab es zur Badestelle zu sagen. Zur Erinnerung: Mitten in der Badesaison war die Nachricht aufgekommen, dass Gerätschaften wie Badeinseln und -stege an unbewachten Badestellen ein privates Haftungsrisiko für Bürgermeister, Gemeindevertreter und zuständiges Verwaltungspersonal bedeuten. Noch läuft eine Anfrage des Amtes Bornhöved beim Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag, wie zukünftig mit Badestellen wie der in Schmalensee umzugehen ist. Sollte bis zum Frühjahr keine Antwort vorliegen, so die Empfehlung des Ausschusses an die Gemeindevertretung, muss diese einen Beschluss fassen, der ggf. das Einholen einer anderen, kostspieligen Fachexpertise bedeutet.

 

Volkstrauertag am Samstagabend

 

Der Volkstrauertag findet gemäß Schmalenseer Terminkalender in diesem Jahr am Vorabend des eigentlichen Feiertages statt: Am Samstag, 16. November, um 19 Uhr wird die Freiwillige Feuerwehr unter Fackelschein die Kranzniederlegung vollziehen und danach zur Andacht in den Gemeindesaal einrücken. Die Andacht wird von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bornhöved gestaltet. Der Ausschuss hofft auf rege Teilnahme aus der Bevölkerung.

 

Wer möchte die Weihnachtsfeier unterstützen?

Wer die Seniorenweihnachtsfeier am Mittwoch, 11. Dezember unterstützen möchte, sei es als Kuchenspender/in oder aktive/r Helfer/in, ist ebenfalls willkommen. Um 15 Uhr findet die Veranstaltung statt, die ein abwechslungsreiches Programm verspricht - „wie immer“: Kaffee- und Kuchentafel, Lieder der Kinder, Mitwirkung der Kirchengemeinde, Bingo und Präsente.

 

Zukunftswerkstatt lebt wieder auf

 

Zuguterletzt wurde angeregt, einmal die Ergebnisse der 2015 durchgeführten Zukunftswerkstatt in einer Arbeitsgruppe darauf abzuklopfen, was realisiert werden konnte und was man nun angehen könnte. Auch hier müssen nicht Gemeindevertreter und bürgerliche Ausschussmitglieder unter sich bleiben.

 

Kontakt zum Ausschuss

 

Wer ein Interesse hat, die Arbeit des Ausschusses außerhalb dessen Sitzungen zu unterstützen, erreicht den Vorsitzenden Christopher Brust telefonisch unter 0160/92480946.

 

Foto zur Meldung: Ausschuss setzt auf Engagement der Bürgerinnen und Bürger
Foto: Ausschuss setzt auf Engagement der Bürgerinnen und Bürger

Neue Rufnummern bei der Segeberger Kreisverwaltung

(04.09.2019)

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Segeberger Kreisverwaltung erhalten neue Telefonnummern. Oder besser: erweiterte Telefonnummern. Denn im Rahmen einer Modernisierung der Telefonanlage der Verwaltung und angesichts eines größer werden Personalumfangs wurde es notwendig, von drei- auf vierstellige Nummern umzustellen. Und so wird jeder vorhandenen persönlichen Durchwahl der Beamten und Angestellten eine „9“ vorangestellt.

 

Gültig sind die neuen Erreichbarkeiten ab Montag, 9. September. Von da an gelten die vierstelligen Nummern. Gleiches gilt übrigens auch für Faxgeräte.

 

Ein Beispiel: Wo bisher die Telefonnummer 04551 / 951 – 888 zu wählen war (Bad Segeberger Vorwahl, Hauptnummer der Kreisverwaltung und Mitarbeiternummer), ist ab dem 9. September die Kombination 04551 / 951 – 9888 zu wählen.

 

Wer zuletzt Post aus der Kreisverwaltung erhalten hatte, ist durch beiliegende Flyer oder andere Mittel bereits auf die Umstellung hingewiesen worden, die nicht für die Außenstellen gilt: Diese werden erst beginnend ab 1. Januar 2020 umgestellt.

 

Mehr zum Thema unter www.segeberg.de/neun

Foto zur Meldung: Neue Rufnummern bei der Segeberger Kreisverwaltung
Foto: Neue Rufnummern bei der Segeberger Kreisverwaltung

September-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

(01.09.2019)

Alte Zeitungen liefern späteren Generationen oft Aufschluss über ungeahnte Geschehnisse und bieten den Älteren Gelegenheit zum Schwelgen in Erinnerungen. Quelle für diese Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. Werfen wir einen Blick auf den Monat September:

 

Die Soldaten sind da: Im Zuge der Herbstübung der 18. Kavalleriebrigade kommt es vor 140 Jahren, im Spätsommer 1879, im Kirchspiel Bornhöved zu Einquartierungen. Schmalensee beherbergt im Zeitraum 1. bis 7. September 1879 zwei Drittel einer Eskadron des Husarenregiments Nr. 16, zusammen zwei Offiziere und 75 Mannschaften mit 83 Pferden. Das dritte Drittel liegt in Tarbek. Am 22.09.1879 liegt das Regiment noch eine weitere Nacht in Teilen des Kirchspiels, aber nicht wieder in Schmalensee.

 

Eine bittere Entscheidung: Die Meiereigenossenschaft Schmalensee hat zum 1. September 1904, vor 115 Jahren, ihren Vertrag mit dem Milchfuhrmann D. Lembke aufgekündigt. Seit 1900 brachte Lembke Meiereiprodukte aus Schmalensee täglich nach Bornhöved zum Verkauf. Auf dem Rückweg brachte er die allseits begehrte „Gelegenheitspost“ mit. Gerade dieser Funktion Lembkes trauern viele Schmalenseer nach.

 

Hass in Schmalensee: Die Landjugendgruppe Schmalensee veranstaltet im Gasthof Voß am 7. September 1974, vor 45 Jahren, einen Ball. Für hoffentlich tanzbare Musik sorgt die Gruppe „The Hate“.

 

Erste Meldung aus dem Krieg: Im Sommer 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, auch viele Schmalenseer wurden zu den Waffen gerufen. Am 10. September 1914, also vor 105 Jahren, taucht in den zunächst noch in der Tagespresse abgedruckten „Verlustlisten“ der erste Schmalenseer auf: Musketier Wilhelm Lembke, Angehöriger des III. Bataillons (Stade) des Infanterieregiments Nr. 76 wird in der Verlustliste Nr. 21 als „leicht verwundet“ geführt.

 

Erfolgreiche Bauern: Am 22. September 1909, vor 110 Jahren, findet auf der Petershöhe zu Bornhöved eine Füllen- und Starkenschau des Landwirtschaftlichen Vereins für Bornhöved und Umgegend statt. Die Schmalenseer Mitglieder erwerben zahlreiche Auszeichnungen. Erste Preise gehen an Johannes Harder (Füllen), Heinrich Christian Saggau, Peter Nagel, Theodor Schnohr und Friedrich Voß (alle für Starken). Zweite Preise erwerben auch Johannes Harder (Starken), Heinrich Christian Saggau (Füllen) und Willy Harder (Starken). Johannes Harder und Willy Siebke erhalten für Starken je einen dritten Preis. Erfolgreich zeigen sich auch die beiden Stiergenossenschaften Schmalensees. Beide erhalten je einen ersten Preis für die Jungstiere Calvin (Genossenschaft I) und Orestes.

 

Erste Hilfe durch die SS: Am Abend des 22. September 1934, vor 85 Jahren, verunfallt der Schmalenseer Bauunternehmer Stölting auf der Chaussee (heutige B430) von Bornhöved kommend mit seinem Motorrad: Auf Höhe der Hofstelle Suhr fährt er in einen entgegenkommenden Lastwagen, wird von diesem überfahren und erleidet einen Beinbruch. Teilnehmer an einer Übung des SS-Motorsturms 250 leisten Erste Hilfe und veranlassen den Transport Stöltings ins Krankenhaus.

 

Fußball im „totalen Krieg“: Der organisierte Fußballsport ist laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 25. September 1944, also vor 75 Jahren, zunehmend vom „Totalen Krieg“ beeinflusst. Statt der Gauliga wird die „Kieler Klasse“ mit fünf Mannschaften gebildet. Das heißt, dass vor allem Spielgemeinschaften mehrerer Vereine gebildet werden, um so Kräfte für den Kriegseinsatz freizusetzen. Holstein Kiel bleibt aber eigenständig, ebenso der VfB Kiel. Kilia Kiel wird mit Teutonia Ellerbek und Komet Kiel vereint. Außerdem spielt fast nur noch diese Klasse, während z.B. an der Westküste, in Neumünster, Flensburg oder Plön der Pflichtspielbetrieb ruht. Um aber dem Publikum weiterhin Abwechslung zu bieten, müssen alle 14 Tage Mannschaften der Kieler Klasse an verschiedenen Spielorten in der Provinz Spiele gegen dortige Vereine austragen, die Kieler Klasse pausiert an diesen Wochenenden.

 

Werbung für den Gasthof: Die Fußball D- und C-Junioren des SV Schmalensee sind die ersten Mannschaften in der Geschichte des Vereins, die mit Trikotwerbung auflaufen. Am 27. September 1984, vor 35 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung davon., Die von Hans-Helmut Siebke und Dierk Harder trainierten Teams spielen mit der Aufschrift „Gasthof Voß“ auf der Brust. Sponsor ist das Gastwirts-Ehepaar Maria und Gerd Scholz, die den Gasthof gepachtet haben.

 

Mehrheit für die CDU: Am 28. September 1969, vor 50 Jahren, finden Bundestagswahlen statt. Im Wahlkreis 8, Segeberg/Eutin sind die Spitzenkandidaten um ein Direktmandat Klaus Konrad (SPD) und der Bundestagsabgeordnete Jürgen Klinker (CDU). Klinker gewinnt den Wahlkreis erneut. In Schmalensee stimmen 231 von 264 Stimmberechtigten ab. Es entfallen auf die CDU 109 (Erststimmen) bzw. 113 (Zweitstimmen); SPD 91/90; FDP 16/15 und NPD 6/7 Stimmen.

 

Preis des Fortschritts: Am 29 September 1904, vor 115 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt einen kuriosen Unfall. Dem Landmann Suhr auf Hornshof ist auf der Plöner Chaussee eine Kuh von einem Automobil angefahren worden. Das Tier hat dadurch beide Hinterbeine gebrochen und das Euter wurde stark verletzt, so dass eine Notschlachtung vorgenommen werden musste.

 

Noch immer Hass in Schmalensee: Zum Herbstball der Landjugendgruppe Schmalensee am 29. September 1979, vor 40 Jahren, spielen im Gasthof Voß natürlich „The Hate“.

 

Foto zur Meldung: September-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung
Foto: Luftlagekarte im Segeberger Kreis- und Tageblatt am 19.09.1944

Lieder und Chansons auf dem Mönchsweg

(24.08.2019)

Neues vom Mönchsweg, dem Radwanderweg, der 530 Kilometer von der UNESCO-Welterbestadt Bremen durch das Alte Land und über die Elbe bis zur Ostseeinsel Fehmarn führt und dabei auch Schmalensee passiert.

 

Von einfachen Dingen“ heißt das Programm, mit dem Annett Kuhr vom 25. August bis zum 5. September den Radfernweg mit Rad und Gitarre bereist und Konzerte gibt. Das Motto der Singer-Songwriterin lautet „Unterwegs bleiben“, wenn Sie mit Liedern und Chansons dazu einlädt, Tempo raus zu nehmen und in die poetische Sicht auf die unscheinbaren Dinge im Leben einzutauchen. Ein musikalischer Gegenentwurf zur allgegenwärtigen Schnelllebigkeit unserer Zeit.

 

Es ist die kleine, große Welt des scheinbar Unscheinbaren, die Annett Kuhr mit feinem Gespür so sanft und zugleich treffend beschreibt, heißt es in einer Mitteilung des Kieler Mönchsweg-Büros. Die mehrfache Preisträgerin begleitet sich mit filigranem Gitarrenspiel, nimmt Anleihen bei Klassik, Folk und Jazz, ohne sich jemals festzulegen. Dabei gehen geschliffene Sprachpoesie und Musik eine tiefe Verbindung ein, die schon nach wenigen Takten Bilder entstehen lässt. Ihre dunkle, samtweiche Stimme, in Kombination mit ihren Texten und Melodien gehen unter die Haut, berühren federleicht und öffnen den Blick für das Wesentliche im Unscheinbaren.

 

Stationen der Mönchsweg-Tournee „in der Nähe“ Schmalensees sind am 2. September (19 Uhr) der Bürgersaal in Kellinghusen und am 4. September (18.30 Uhr) der Garten am frischen Wasser in Eutin. Mehr dazu und eventuelle Änderungen auf www.annettkuhr.de.

 

 

www.moenchsweg.de

 

Foto zur Meldung: Lieder und Chansons auf dem Mönchsweg
Foto: Lieder und Chansons auf dem Mönchsweg

Katastrophenschutz-Infos im Internet

(24.08.2019)

Das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein hat im Internet ein neues Portal für den Katastrophenschutz aufgebaut. Unter www.schleswig-holstein.de/katastrophenschutz gibt es umfassende Informationen für Bürger, Einsatzkräfte und Behörden.

 

Das Portal gibt zunächst einen Überblick darüber, was überhaupt unter einem Katastrophenfall verstanden wird, wie der Katastrophenschutz aufgebaut ist oder welche Telefonnummer wann zu wählen ist. Es werden auch wichtige und laut Innenminister Hans-Joachim Grote „sinnvolle Warn-Apps“ genannt, die man sich auf sein Smartphone spielen kann.

 

Ältere werden sich erinnern: Früher gab es jährliche Sirenenproben – am Stück waren Feuer-, Luft- und ABC-Alarm sowie die Entwarnung in allen Orten zu vernehmen. Diese Warntöne kann man sich nun im neuen Portal anhören.

 

Für die Bevölkerung auch interessant sind Verhaltensregeln im Katastrophenfall oder die Übersicht „Bevorraten für einen Ausfall“ - gemeint ist u.a. die Versorgung mit Elektrizität.

 

Damit haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte effizient arbeiten können, hat das Ministerium auch für sie unter „Arbeitshilfen für Behörden und Einsatzkräfte“ Material zusammengestellt.

 

Damit Kräfte dieser Art wie die Rettungsdienstorganisationen, Feuerwehren oder das Technische Hilfswerk überhaupt arbeitsfähig im Sinne des Bevölkerungsschutzes sind, benötigen sie Freiwillige. Wer daran Interesse hat, findet ebenfallsentsprechende Informationen im Katastrophenschutz-Portal www.schleswig-holstein.de/katastrophenschutz.

Foto zur Meldung: Katastrophenschutz-Infos im Internet
Foto: Katastrophenschutz-Infos im Internet

Vor 25 Jahren: Bauernhof Willingshöfen endgültig abgebrannt

(24.08.2019)

Bis auf die Grundmauern brannte am Dienstag, 24. August 1994, vor 25 Jahren, das Hauptgebäude der Bornhöveder Landstelle Willingshöfen an der B430 vor den Toren Schmalensees nieder. Rund 80 Einsatzkräfte der Wehren des Amtes Bornhöved und aus Trappenkamp konnten zwar Mobiliar und Unterlagen sichern, das Ende des Bauernhofs konnten sie aber nicht verhindern. Auf 800.000 DM wurde der Schaden seinerzeit geschätzt.

 

Menschen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden. Auch die wertvollen Pferde, die auf Willingshöfen gehalten wurden, kamen mit dem Feuer nicht in Berührung. Was Amtswehrführer Hellmut Eberhardt damals nicht ausschließen wollte: Möglicherweise kamen in den Flammen einige Hühner zu Tode. Den Feuerwehrleuten gelang es noch, in das brennende Haupthaus einzudringen, einige Möbelstücke und Papiere zu sichern, später übernahm die Kriminalpolizei die Brandruine.

 

Gegen 16.30 Uhr hatte ein Autofahrer das Feuer bemerkt und Alarm geschlagen. Der Besitzer war zu dieser Zeit nicht zu Hause und auch noch Stunden nach Einsatzbeginn nicht ausfindig zu machen. Dem Bericht der Segeberger Zeitung vom 25. August ist zu entnehmen, dass dies und ein Feuer vier Jahre zuvor Gerüchte über die Entstehungsursache des Feuers aufkommen ließen. Erst am Vortag seien zudem Strohballen angeliefert und im Gebäude eingelagert worden.

 

Willingshöfen war bereits 1990 vom Feuer heimgesucht worden. Am Samstag, 4. August, brannten zwei unter Denkmalschutz stehende Scheunen nieder. Auch ausgetrocknete Flächen im Nahbereich wurden in Mitleidenschaft gezogen.

 

Zu diesem Einsatz waren 75 Einsatzkräfte aus Bornhöved, Schmalensee, Tarbek, Trappenkamp und Gönnebek angerückt und konnten ein Übergreifen auf das vier Jahre später betroffene Hauptgebäude verhindern. Die Hitzeentwicklung, so die SZ am 6. August 1990, sei so groß, dass am Haupthaus die Farbe an Fenstern und Türen zu schmelzen begann. Der Sachschaden in diesem Fall wurde auf 200.000 DM geschätzt. Brandstiftung wurde damals nicht ausgeschlossen.

 

Willingshöfen und auch der Hornshof schräg gegenüber sind zwei ursprünglich im Zentrum Bornhöveds beheimatete Bauernhöfe (Hufen), die aufgrund der Enge in den Außenbereich verlagert wurden. Die Nähe zu Schmalensee sorgte in der Vergangenheit für eine soziale und auch wirtschaftliche Anbindung. Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa gab es, u.a. aufgrund des kürzeren Weges nach Schmalensee und zur hiesigen Meierei, den Versuch, beide Höfe von Bornhöved zu lösen und nach Schmalensee zu legen. Das aber wollte die Gemeinde Bornhöved nicht zulassen.

Foto zur Meldung: Vor 25 Jahren: Bauernhof Willingshöfen endgültig abgebrannt
Foto: Feuer Willingshöfen am 24.08.1994

Vor 30 Jahren: Erster Spatenstich für die Wasserver- und Abwasserentsorgung

(16.08.2019)

Sie galt als „Jahrhundertbauwerk“, die Ortsentwässerung der Gemeinde Schmalensee, die in Kombination mit einer Anbindung an die zentrale Wasserversorgung vor 30 Jahren in Angriff genommen wurde. Am 17. August 1989 erfolgte der erste Spatenstich für das Projekt, das untrennbar mit dem Namen des heutigen Ehrenbürgermeisters Hans Siebke verbunden ist.

 

Zur Selbstverständlichkeit ist ein lautes Zischen geworden, das täglich mehrmals von Schmalenseer Grundstücken zu hören ist. Es kommt aus dem „Pott“, womit hier weder das Ruhrgebiet, noch eine Trophäe gemeint ist, sondern vielmehr der Übergabeschacht, aus dem ab einem gewissen Füllstand die Abwässer des betreffenden Haushalts durch die Vakuumentwässerungsanlage abgesaugt werden.

 

Vor dem Bau dieser Kanalisation bestimmte in unregelmäßigen Abständen das Brummen mobiler Pumpen das Geschehen, wenn die Firma „Klärchen“ oder andere Entsorger die Gruben der Haushalte ansteuerten, um in einer nicht gerade geruchsneutralen Atmosphäre für ein Entsorgen der Abwässer zu sorgen. Trinkwasser wiederum kam zum Teil vom kleinen örtlichen Wasserwerk, aber auch von Hausbrunnen.

 

Im März 1989 fiel nach langen Vorberatungen, insbesondere in Sachen Finanzierung und somit auch Förderung, der Beschluss der Gemeindevertretung zum Bau der zentralen Schmutzwasserkanalisation und Wasserversorgung. Die Gesamtkosten wurden zu dieser Zeit auf 3,17 Millionen DM veranschlagt, von denen aber 2,72 Millionen als förderungsfähig anerkannt würden, was zu einem Kostenaufwand von 300.000 DM für die Gemeinde Schmalensee führen sollte. Viel Laufarbeit war dem voraus gegangen und sollte folgen. Bürgermeister Hans Siebke verstand es, zu netzwerken und Fördertöpfe aufzuspüren, wo andere gar nicht gesucht hätten. Trotzdem schrieb die Presse später von einer „teuren Tasse Tee“: Auf über 4 Millionen Euro stiegen die Kosten und die Gemeinde nahm vorübergehend ein 940.000-DM-Darlehen auf.

 

Erst nach dem Spatenstich an dem Punkt, wo sich heute gegenüber der Einmündung der Tarbeker Straße der Übergabeschacht für Trinkwasser aus Bornhöved befindet, fiel im September 1989 die Entscheidung über den Standort der Vakuumpumpstation am unteren Ende des Gassenbult. Weil diese im Uferschutzstreifen liegen sollte, wurde eine Sondergenehmigung der Landesregierung eingeholt. Auflage war, dass dieses Bauwerk unter die Erde zu legen sei. Deshalb der Charakter einer „Bunkeranlage“, von der aus die Schmalenseer Abwässer zum Klärwerk in Bornhöved befördert werden.

 

Mancher Schachzug war noch mit dem Bau der Anlage verbunden: Die Stromversorgung wurde unter die Erde verlegt. Damit einher ging die unterirdische Verkabelung der Straßenbeleuchtung. Und das in den Gehwegen, die gepflastert wurden, um auch zukünftig ohne ein Aufbrechen von Asphalt Erweiterungen oder Änderungen vornehmen zu können – etwa beim wesentlich später vorgenommenen Verlegen von Breitband.

 

Am 15. Dezember 1989 erfolgte bereits die Einweihung der Wasserversorgung; die der Schmutzwasserkanalisation konnte im Spätsommer 1990 erfolgen.

 

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Foto: Der Eingang zur Vakuumpumpstation am Gassenbult

Beilage bemerkt? Mitfahrnetz-Flugblatt mit Schmalenseern

(15.08.2019)

Immer mittwochs werden im Ort die Wochenanzeiger Nord Express und Basses Blatt verteilt. Das Verbreiten von Werbung ist ihr Hauptanliegen, aber auch Informationen zu kommenden Veranstaltungen etc. sind darin enthalten. In der Regel stecken Beilagen der Discounter und anderer Anbieter in den Anzeigern – und auch Sonderveröffentlichung wie in dieser Woche eine für das Mitfahrnetz Segeberg, dem sich auch die Gemeinde Schmalensee angeschlossen hat.

 

Das besondere an dieser Beilage: Sie ist auf unser Dorf zugeschnitten, denn die Rückseite ziert ein Foto prominenter Schmalenseer, die für das Mitfahrnetz werben: Bürgermeister Sönke Siebke und sein Stellvertreter Jürgen Bucksch, der auch Vorsitzender des Tourismusvereins Holsteinseen ist, sind darauf ebenso zu sehen wie die Vereinsvorsitzenden Andrea Weinrich (Verschönerungs- und Vogelschießerverein) und Gerhard Mühlenberg (Siedlergemeinschaft Schmalensee).

 

Das Mitfahrnetz ist gedacht als Element der Nachbarschaftshilfe in Sachen Mobilität: Man nimmt sich gegenseitig mit. Dadurch wird denen geholfen, die nicht oder nicht mehr selbst fahren können; es wird eine Lücke im Öffentlichen Personennahverkehr geschlossen und der CO2-Ausstoß wird verringert. Verabreden kann man sich über die Plattform im Internet oder per Telefon – steht alles in dem vierseitigen Flugblatt. Und einen geeigneten Treffpunkt gibt es in Schmalensee auch: Die Mitfahrbank an der Dorfeiche, an der auch das Foto im Frühjahr entstanden ist.

 

www.mitfahrnetz-se.de

[Wurfsendung Mitfahrnetz SE 2019]

Foto zur Meldung: Beilage bemerkt? Mitfahrnetz-Flugblatt mit Schmalenseern
Foto: Sönke Siebke, Gerhard Mühlenberg, Hürgen Bucksch und Andrea Weinrich an der Mitfahrbank

Vor 20 Jahren: Entermänner erobern den Gasthof Voß

(14.08.2019)

Hamburger Kultur kommt aufs Land“ titelte die Segeberger Zeitung am 7. August 1999. Damals, am 14. August, vor 20 Jahren, sollten zum ersten Mal die „Entermänner“ die Bühne im Gasthof Voß erklimmen: Nils Loenicker, Matthias Winkler und Gerd Spiekermann versprachen dem Publikum ein buntes Programm aus Kabarett, Comedy und „neuem deutschen Stubenrock“. Das kam an.

 

Und zwar so gut, dass die Entermänner mit Programmen wie „Bei Ebbe Land verkaufen“, „Drei Männer im See“, „Große Sauerei“, „Bauer Hader erklärt die Welt“ oder „Nu is Sense“ stets den Saal füllten – die „Stammkundschaft“ kam aus der Umgebung und von weiter weg, Schmalensee war spaßig-kultureller Geheimtipp geworden.

 

Oder „Schmali“, wie Nils Loenicker, der Wahl-Schmalenseer des Trios, es in seiner Abwandlung des Lotto King Karl-Songs „Hamburg meine Perle“ gern besang und besingt. Neben dieser Kulthymne durfte in den letzten Jahren auch nie das rockige „Bornholm ist kalt“ fehlen.

 

Die Mischung stimmt bei den Entermännern – Spiekermann, bekannter Plattschnacker aus dem Hörfunk, bietet immer wieder Anekdoten auf, bei denen sich jeder wohl und heimisch fühlt, weil sie eigentlich jedem im Raum aus der eigenen Familiengeschichte bekannt scheinen. Matthias Winkler ist mit Solo-Gesangseinlagen für die nachdenklichen, politisch-sozialkritischen Passagen zuständig. Und Loenicker als der Kopf des Trios darf einfach alles.

 

Und bei ihm erfährt der Begriff „Trio“ seine ganze Dehnbarkeit, denn Loenicker gab und gibt es stets in mehreren Rollen. Allen voran natürlich den Bauer Hader – nicht verwandt mit den hiesigen Landwirten, die heißen alle Harder. Hader war DAS Bindeglied zum Dorf, denn er schien aus dessen Mitte zu kommen und reflektierte gern, was ein Loenicker am Tresen des Gasthofs Voß aufgeschnappt und hinterfragt hatte.

 

Und so bekam gerade Schmali immer wieder sein Fett weg und fand sich auch die hiesige Lokalpolitik, vor allem in den Anfangsjahren der Entermänner in Schmalensee, „liebevoll“ durch den Kakao gezogen. Hinzu kommen Rollen wie eine Marlene Jaschke oder Ali Hader, des Bauern türkischer Zwillingsbruder, oder Rocker-Cousin Günni. Und selbst als Papst oder Saddam Hussein hat Loenicker, der längst in Schmalensee sesshaft geworden ist, auf der Bühne gestanden – zuletzt 2016 und 2018.

 

Seine eigentliche Bühne aber steht in Hamburg, in Alma Hoppes Lustspielhaus, dessen Miteigentümer er ist und wo er mit Jan-Peter Petersen ein dynamisches Duo bildet. Mal abgesehen davon, dass sich hier die Comedians und Kabarettisten der Republik die Klinke in die Hand drücken, wovon sich auch viele Schmalenseer schon überzeugen konnten, kommt so auch immer etwas Kultur zurück von Schmalensee in die Hansestadt.

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Foto: Drei Männer im See - Die Entermänner Mathias Winkler, Nils Loenicker und Gerd Spiekermann

Vor 375 Jahren: Der große Brand der Siegesburg

(12.08.2019)

Man kann es sich kaum vorstellen, aber auf dem Bad Segeberger Kalkberg hat einst eine Burg gestanden. Eine richtige Festung mit Turm und Zinnen und Brunnen – dessen Schacht ist einzig übrig geblieben und noch heute zu sehen. Das Ende der Burg kam laut Überlieferung am 12. August 1644. Vor 375 Jahren steckten schwedische Besatzungstruppen die königlich-dänische Burganlage auf dem damals wesentlich mächtigeren Gipsberg oberhalb der Stadt Segeberg in Brand, in Folge der schweren Schäden wurde das einge Zeit brachliegende Bauwerk dann ab 1654 abgebrochen.

 

Der Brand der Siegesburg steht in Zusammenhang mit dem dänisch-schwedischen Konflikt 1643-1645. In diesem soll sie eine Basis der „freien holsteinischen Knechte“, der sogenannten „Schnapphähne“ gewesen sein. Diese Freischärlertruppe, der auch Männer aus Segeberg und Umgebung angehört haben sollen, operierte gegen die schwedischen Besatzer, um im Auftrag von Amtmann Casper von Buchwaldt die Sache des Landesvaters, des dänischen Königs zu verteidigen. Im Zuge der Bekämpfung der Schnapphähne kam es zur Niederbrennung der Siegesburg, die nach verschiedenen älteren Quellen schon 1643 stattgefunden haben soll, was aber nicht korrekt sein kann, da die Schweden unter Torstenson erst im Dezember 1643 in das Amt Segeberg einmarschiert waren.

 

Die Burg auf dem früher als Alberg bezeichneten Gipsfelsen war im 12. Jahrhundert der Legende nach durch Bischof Vicelin dem deutschen Kaiser Lothar III. als strategischer Punkt zur Beherrschung der östlichen Lande nördlich der Elbe empfohlen worden. Lothar ließ 1134 die Burg anlegen, die das Zentrum des späteren Amtes Segeberg werden sollte und Keimzelle für weitere Entwicklungen, etwa das Entstehen des Kirchspiels Bornhöved und seiner Dörfer, darunter Schmalensee, ab 1142/43 sein sollte. Die Entstehung Schmalensees steht in direktem Zusammenhang mit der Bildung des Kirchspiels und dem zugleich stattgefunden Bau der Siegesburg.

 

Unter dem Amtmann Heinrich Rantzau, der seinen Amtssitz in die Stadt Segeberg verlegte, wurde die Burg übrigens im 16. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut und erfüllte weiter Zwecke als repräsentativer Wohnsitz der Königsfamilie, zur Einlagerung von Abgaben oder Unterbringung von Gefangenen.

 

Wer Interesse an der Geschichte der Schnapphähne und der Siegesburg hat, sollte sich heute um 15 Uhr auf dem Platz vor dem Eingang der Bad Segeberger Karl-May-Spiele einfinden. Eine Kostümgruppe um den Historiker Nils Hinrichsen stellt auf dem Kalkberg eine Burgsprengung und die Rettung der Fahne der Schnapphähne nach – ein Danebrog mit gekreuzten Hellebarden. Anschließend wird die Fahne unter Trommelschlägen zum Rathaus gebracht und an den Bürgermeister der Stadt übergeben.

 

Im Internet gibt es spannende Informationen unter www.schnapphähne.de (mit „ä“) zum nachlesen.

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Foto: Siegesburg in einem zeitgenössischen Stich

Was für eine Pflanze – Jens Hundsdörfer hat sie im Garten

(11.08.2019)

Vor gut zweieinhalb Wochen gab Jens Hundsdörfer von seinem Grundstück am Ringreiterplatz einen ersten Hinweis auf seine „übermannshohe“ Sonnenblume im Garten. Seit einer knappen Woche, blüht die Pflanze endlich – und misst über 3 Meter.

 

Genau genommen, mit Hilfe von zwei Zollstöcken und dem scharfen Blick des Augenzeugen, sind es 3,35 Meter, die die Sonnenblume hinter der Werkstatt des Gründers einer Feinwerktechnik-Firma in die Höhe geschossen ist. Ihr „Stamm“ ist fast so dick wie der Unterarm des Besitzers.

 

Jens Hundsdörfer ist fasziniert von seiner Sonnenblume, die sicher durch ihr Eigengewicht leicht zur Seite neigt. Sie stehe aber an einem idealen Ort. Windgeschützt von drei Seiten und dennoch mit reichlich Sonne und Niederschlägen versorgt.

 

Ich selbst habe nichts getan mit der Pflanze“, sagt Jens Hundsdörfer, der in diesem Winkel seines Grundstücks eigentlich Kartoffeln und anderes Gemüse zieht – die Sonnenblume und eine nahe Verwandte in unmittelbarer Nachbarschaft hätten sich einfach dazwischen geschummelt.

 

Die Werkstatt war früher, wie bei den ersten Häusern der „Siedlung“ am Ringreiterplatz üblich, ein Stallgebäude. Vielleicht hielten die Vorbesitzer darin tatsächlich Tiere, etwa Schweine, deren Mist hier noch für guten Boden sorgt?

 

Ein Blick ins World Wide Web zeigt, 3,35 Meter sind weit von offiziellen Rekorden entfernt. Über 9 Meter wurden schon gemessen, die verbissenen Sonnenblumen-Freunde streben die 10-Meter-Marke an. Dennoch ist Jens Hundsdörfers Sonnenblume durchaus beachtlich und sehenswert. Oder wie er es selbst sagt: Prachtvoll.“

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Foto: Riesen-Sonnenblume bei Jens Hundsdörfer

Neues Schuljahr: VHS präsentiert das Programm 2019/20

(07.08.2019)

Noch gelten auch für die Volkshochschule Trappenkamp/Bornhöved die Sommerferien. Das Schuljahresprogramm 2019/20 der in der Goethestraße 1 in 24610 Trappenkamp beheimateten Einrichtung ist aber schon fertiggestellt.

 

Das Jahresprogramm umfasst 120 Kurse, davon allein 20 im Bereich Gesundheit und Ernährung. Darüber hinaus viele aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Umwelt, Kultur und Gestalten, Sprachen, Arbeit und Beruf sowie EDV.

 

Im Bereich Umwelt ist ein Imker-Grundkurs enthalten; die EDV-Angebote enthalten auch solche, die speziell für Senioren angelegt sind.

 

Fahrten und Exkursionen sind ebenfalls im Programm enthalten; außerdem Angebote speziell für Kinder und Jugendliche.

 

Das Programmheft liegt in Trappenkamp und Bornhöved in Geschäften, Arztpraxen, Kitas, Banken und Sparkassen, der Amtsverwaltung und im Beratungszentrum Bornhöved aus.

 

Es wird in Auszügen im Blickpunkt veröffentlicht und es gibt mit www.vhs-trappenkamp-bornhoeved.de eine Homepage.

 

Bis zum 12. August kann man sich ausschließlich über die Homepage für Kurse anmelden; ab dem 13. August ist das VHS-Büro dann wieder geöffnet und nimmt unter Telefon 04323/3404 Anfragen entgegen.

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Foto: Neues Schuljahr: VHS präsentiert das Programm 2019/20

Zwei Jubilare am 3. August – Herzlichen Glückwunsch

(03.08.2019)

„Die ist ja noch einen Ticken jünger als ich“, lächelt Alfred Jarand beim Anblick der jüngsten Bastelarbeit seines Schwiegersohnes Dierk Harder. Der hat einem ganz seltenen Motorrad der Marke Zündapp neues Leben eingehaucht und eine Z300 aus dem Jahre 1929 restauriert und fahrbereit gemacht. Damit ist sie gute 90 Jahre alt – ein Jahr weniger als Alfred Jarand, der am heutigen 3. August seinen 91. Geburtstag feiern kann.

 

„Schwiegervaters Geburtstag war immer so ein bisschen die Richtmarke, um mit der Arbeit zum Abschluss zu kommen“, verrät Dierk Harder. Allerdings geriet der Zeitplan ein bisschen aus den Fugen, weshalb es auch nicht mit dem 90. des Seniors klappte: Dass er es mit einer Z300 zu tun hatte, stellte Harder erst während der Arbeit fest: Ersatzteile waren nur sehr schwer zu bekommen. „Ich dachte erst, es sei die bekanntere Z200 aus dem Jahr 1928. Dass es nun die seltenere Maschine ist, tröstet darüber hinweg, dass ich nicht schon letztes Jahr fertig war“, strahlt Dierk Harder. Und Schwiegervater Alfred Jarand schaut mit 91 genauso stolz auf die Zündapp, wie er es 2018 getan hätte: „Die sieht aus wie neu!“

 

Acht historische Maschinen hat Dierk Harder nach eigener Erinnerung in seinen 60 Lebensjahren wieder zusammengeflickt und fahrbereit gemacht. Das größte Schmuckstück bisher ist eine vor 35 Jahren erworbene weiße BMW-Beiwagenmaschine aus dem Jahr 1936, mit der er schon erfolgreich an Veteranen-Touren teilgenommen hat.

 

Für die Z300 hat Dierk Harder fleißig Recherche betreiben müssen, um technische Beschreibungen etc. ausfindig zu machen. Denn nach dem Erhalt aus der Scheune von „Opa Koch“ in Gönnebek („Die steckte noch ganz unter Stroh“) wurde das Motorrad zunächst zerlegt und in bis zu 15 Jahre langer Arbeit in seiner Freizeit wieder zusammengebaut.

 

Die Zündapp Z300 ist nach dem Hubraum der Maschine benannt: 300 Kubikzentimeter. Der Zweitaktmotor liefert 8,5 Pferdestärken – für eine Sozia ist da auf dem Motorrad eher kein Platz vorhanden. Besonderheiten sind unter anderem der Federlenker und die Verstellhebel statt der später üblichen Drehgasgriffe. Nachgebaut wurde nichts an dem tatsächlich wie neu glänzenden Motorrad. Die Lackierung besorgte die Firma Fieroh in Neumünster – ein reaktivierter Altmeister wusste noch, wie die Goldstreifen aufzubringen waren. Neu gemacht wurden die Lederteile – Sattel und Taschen am Gepäckträger –, für die Walter Dohm in Tensfeld persönlich zum Sattlerwerkzeug griff.

 

Viele Oldtimer-Märkte in ganz Deutschland hat der Bastler aus Schmalensee aufgesucht, „den Rücksack voller Tauschgegenstände“. Leicht war das nicht. Auch hier spielte die Baureihe eine Rolle. „Wenn ich mich nach Teilen für die Z300 erkundigte, wurde ich meist belehrt, dass ich doch wohl nach der Z200 fragen wolle“, berichtet Dierk Harder. Und wenn er klarstellte, dass er eine Z300 in seiner Werkstatt habe, hieß es meist „dann halt' sie gut fest!“ Und das hat er auch vor.

 

Nun gilt es, die altehrwürdige Zündapp anzumelden und ein Wertgutachten erstellen zu lassen. Das dient zugleich als Bestätigung als original Vorkriegs-Motorrad. Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an Veteranen-Rallyes und speziellen Motorrad-Treffen mit Alt-Modellen. Dafür wünscht auch Schwiegervater Alfred Jarand viel Spaß – und wir wünschen ihm alles Gute zum Geburtstag!

Foto zur Meldung: Zwei Jubilare am 3. August – Herzlichen Glückwunsch
Foto: Bastler Dierk Harder mit Schwiegervater Alfred Jarand und der Z300

August-Meldungen der Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

(01.08.2019)

Alte Zeitungen geben oft ungeahnten Aufschluss über Vorgänge und Ereignisse der Vergangenheit, die längst vergessen sind. Ob Familiennachricht, Unfallmeldung oder Kuriosität. Quelle für diese Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung. Werfen wir einen Blick auf den Monat August:

 

Von der Polizei im Amt Bornhöved verhaftete Personen müssen im Jahr 1909 stets nach Schmalensee gebracht, dem dort wohnenden Amtsvorsteher vorgeführt und dann hier (im Spritzenhaus) inhaftiert werden. Den Bornhövedern ist das zu viel Aufwand. Die Gemeindevertretung berät, so meldet es die Tageszeitung am 3. August 1909, also vor 110 Jahren, über den Bau von zwei eigenen Arrestzellen.

 

Sicher nicht vergessen ist der Erste Weltkrieg, aber das Leben geht weiter. Am 3. August 1919, vor 100 Jahren, veranstaltet der Krieger- und Militärverein für Bornhöved und Umgegend ein großes Sommervergnügen mit Fuchsschießen, Ringfahren für Damen und Kinder, Scheibenschießen, Kinderbelustigungen und anschließendem Ball. Die Königswürde geht im Ringreiten an den Schmalenseer Otto Schlätel, der auch einen ansehnlichen Geldbetrag einstreichen kann.

 

Streit in Vereinen, den gab es auch vor 110 Jahren schon. Vor Beginn einer Versammlung des Militärvereins für Bornhöved und Umgebung am 7. August 1909 treten fünf neue Mitglieder bei, von denen vier sogleich an der Versammlung teilnehmen möchten. Das aber verwehrt der Vorstand und es kommt zu einer heftigen Debatte, die zum Rücktritt des Vorstands führt. Eilig wählt man ein Übergangsgremium und tritt am 15. August 1909 erneut zusammen, um nun einen neuen Vorstand zu wählen. In diesem übernimmt Apotheker Dr. Franz Voß den Vorsitz, Hufner Willi Siebke aus Schmalensee wird stellvertretender Vorsitzender. Schriftführer wird Malermeister Dau, Kassierer Schlossermeister Lüders, beide aus Bornhöved.

 

Am 9. August 1894, vor 125 Jahren, berichtet die Zeitung vom Jahresbericht der Kieler Handelskammer für 1893. Diese unterstützt die Forderung nach Errichtung einer Bahnlinie von Kiel über Bornhöved nach Segeberg. Vor allem verspricht man sich angesichts starken Verkehrs eine Entlastung der nur eingleisigen Strecke von Kiel über Bordesholm nach Neumünster. Zur Realisierung sollte es jedoch erst im Jahr 1911 kommen. Idee und Umsetzung lagen also auch früher bei Großprojekten durchaus um einiges auseinander.

 

Echtes Mitgefühl strahlt diese Nachricht vom 10. August 1899, vor 120 Jahren aus: Die Zeitung berichtet über den Schmalenseer Händler Johann Schnoor, der auf seiner Tour von Neumünster nach Hause kurz hinter Bornhöved vom Wagen stürzt. Der 70-Jährige habe sich derart verletzt, „daß an seine Genesung gezweifelt werden muß.“

 

Von gleich zwei Unfällen in Schmalensee berichtet die Zeitung am 15. August 1934, also vor 85 Jahren. Ein bei Frau Voß angestellter landwirtschaftlicher Gehilfe stürzt mit einem geliehenen Motorrad derart, dass er sich Rippenbrüche und eine Prellung des Oberschenkels zuzieht. Er wird in das Bad Segeberger Krankenhaus eingewiesen. Und der Jungbauer H. gerät, als plötzlich die Pferde scheuen, unter die Mähmaschine und wird ein Stück mitgeschleift. Dabei dringen die Finger der Maschine in H.’s Körper ein und er kann sich nur mit größter Kraftanstrengung davor retten, von den hin- und herschleudernden Messern getroffen zu werden. Erst als sein Vater herbeieilen und die Pferde anhalten kann, ist die Gefahr vorüber.

 

In derselben Ausgabe des Segeberger Kreis- und Tageblatts am 15. August 1934 wird gemeldet, dass Frau Meta Voß zur neuen Stützpunktleiterin der NS-Frauenschaft in Schmalensee ernannt worden ist. Ihre Vorgängerin Harder ist weggezogen.

 

Von einer Verhandlung vor der Kieler Strafkammer über ein mögliches Jagdvergehen in Schmalensee berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt am 17. August 1929, vor 90 Jahren: Am 31. Oktober des Vorjahres griff ein Schmalenseer Landmann auf der Straße nach Tarbek einen Fuchs auf, dessen eines Bein in einem Fangeisen steckte. Der Mann erschlug den Fuchs und verkaufte ihn in Bad Segeberg. Dieser Handel kam allerdings zur Verhandlung vor dem Amtsgericht, da man Diebstahl und Hehlerei vermutete. Da aber zur fraglichen Zeit kein gemeldeter Jäger Eisen ausgelegt hatte, musste angenommen werden, dass der Fuchs zunächst einem Wilderer in die Falle gegangen war. Die Strafkammer, an die der Fall weitergereicht worden war, entschied nun auf Freispruch für den Käufer und 50 Mark Strafe für den Landmann, wegen Jagdvergehens.

 

Ein Damen-Jackett sei am Wege von Schmalensee nach Bornhöved verloren gegangen, wird am 19. August 1899, also vor 120 Jahren, im Segeberger Kreis- und Wochenblatt mittels Anzeige gemeldet. Beim Bornhöveder Gastwirt Suhr kann es – gegen Belohnung – abgegeben werden.

 

Den Lesern von Tageszeitungen wird am 28. August 1939, vor 80 Jahren, das Bezugsscheinverfahren erläutert. Es sieht eine Rationierung von Waren und Lebensmitteln vor. Drei Tage später, am 1. September 1939, erfahren sie vom Kriegszustand mit Polen. Der Zweite Weltkrieg hat begonnen.

Foto zur Meldung: August-Meldungen der Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung
Foto: Damen-Jackett verlorenen SKWB 19.08.1899

Vor 120 Jahren: Ein neuer Gemeindevorsteher

(31.07.2019)

Der Juli scheint in der Vergangenheit ein Monat der Gemeindevorsteher-Wahlen gewesen zu sein. Am 17. Juli 2019 wurde an dieser Stelle bereits auf den Wechsel an der Spitze Schmalensees im Jahr 1924, also vor 95 Jahren hingewiesen. Damals übernahm Heinrich Harder das Amt des Gemeindevorstehers von Theodor Schnohr, der dem Dorf 25 Jahre lang vorgestanden hatte.

Schnohr wiederum war am 31. Juli 1899, also vor 120 Jahren, zum Nachfolger von Johannes Detlef Harder gewählt worden, dem Vater Heinrich Harders.

 

Damals, 1899, wurde der stellvertretende Gemeindevorsteher Hinrich Saggau wiedergewählt. Die Wahl am letzten Julitag war mit dem Wahlgang im Dorf noch nicht abgeschlossen. Es bedurfte noch nach rechtlicher Prüfung der Bestätigung durch den Landrat Graf Platen, die am 19. September 1899 erfolgen sollte.

 

Theodor Schnohr, der Ältere

 

Über Theodor Johannes Schnohr, später genannt Theodor Schnohr der Ältere (weil er 1928 den Hof in der Dorfstraße 21 an den Neffen Carl Theodor Schnohr, Rufname Theodor übergab), war an dieser Stelle schon am 17. Juli einiges zu lesen. Er war am 7. Dezember 1864 geboren worden und würde am 28. März 1950 sterben.

 

Theodor Schnohr d.Ä., Sohn von Matthias Schnohr, war verheiratet mit Emma, geb. Saggau. Am 25. November 1937 feierten beide das Fest der Goldenen Hochzeit. Schnohr war am 1. Dezember 1889 Gründungsmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee. Er wirkte ab 1906 als Vertreter seiner Gemeinde im Vorstand der Spar- und Leihklasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek mit (die später in der Kreissparkasse aufgehen sollte). Bereits ab 1900 war er Schmalensees Kassenbevollmächtigter der Freiwilligen Dienstbotenkrankenkasse für Bornhöved, Gönnebek und Schmalensee.

 

Als Hofbesitzer war Schnohr natürlich Mitglied in berufsständischen Vereinen und Verbänden. So im Landwirtschaftlichen Verein für Bornhöved und Umgebung oder im Pferdezuchtverein für den Kreis Segeberg. In besonderer Funktion trat Schnohr ab 1904 auf: Er wurde Schiedsmann zur Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen in Schmalensee; ab 1905 war er auch Sachverständiger zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten in Schmalensee.

 

Am Ende seiner Zeit als Gemeindevorsteher führte Theodor Schnohr sein Dorf durch schwere Zeiten. Anlässlich seines 70. Geburtstags heißt es 1937 im Segeberger Kreis- und Tageblatt, der heutigen Segeberger Zeitung: „Schnohr war lange Jahre Bauer in Schmalensee und erfreute sich während dieser Zeit allgemeinen Vertrauens. Er war mehr als 25 Jahre Gemeindevorsteher in unserem Dorf, und während der Kriegs- und in den schweren Nachkriegsjahren war er der Gemeinde ein würdiger und uneigennütziger Vertreter.“

 

Johannes Detlef Harder

 

Von Johannes Detlef Harder ist dem Verfasser das Geburtsdatum nicht bekannt. Er war der Sohn von Hans Hinrich Harder, von dem er 1877 die Hufenstelle 9 (Dorfstraße 20) erbte, die er 1909 an seinen Sohn Heinrich übergab. Johannes Detlef Harder starb am 1. November 1922 im 71. Lebensjahr.

 

Sein Wirken an der Spitze Schmalensees fasst Chronist (und Zeitgenosse) Heinrich Göttsch 1933/48 so zusammen: „Johs. Harder leitete in 12 schönen Friedensjahren (von 1887-99) als Gemeindevorsteher sachkundig und sicher die Gemeinde.“

 

Darüber hinaus war Harder von Oktober 1889 bis Oktober 1913 stellvertretender Amtsvorsteher des Amtes Bornhöved (also Stellvertreter des Schmalenseers Heinrich Christian Saggau), das damals nur die Orte Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek umfasste.

 

Spätestens seit 1881 war er Gemeindevertreter in Schmalensee; spätestens 1900 wurde er als Kirchenältester Mitglied des Vorstands der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bornhöved. Auch war er Mitglied im Militärverein für Bornhöved und Umgebung, hatte also Militärdienst geleistet.

 

Als Hufner war auch er Mitglied des Landwirtschaftlichen Vereins für Bornhöved und Umgebung sowie im Kreispferdezuchtverein, dessen Vorsitzender einmal sein Sohn Heinrich werden sollte. Als Milchbauer lieferte Johannes Detlef Harder lange Zeit seine Milch an die Bornhöveder Meierei, ehe er sich 1902 der Schmalenseer Genossenschaftsmeierei anschloss.

 

Vorstandsmitglied der Spar- und Leihkasse für die Dorfschaften Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek war er von 1887 bis 1922. Nach seinem Tod betrauerte ihn u.a. der Sparkassenverbandsausschuss des Amtes Bornhöved und bescheinigte ihm „eine unermüdliche und mit größter Gewissenhaftigkeit ausgeführte Vorstandsarbeit in der Sparkasse.“

 

 

Foto zur Meldung: Vor 120 Jahren: Ein neuer Gemeindevorsteher
Foto: Gemeindevorsteherwahl - Johannes Detlef Harder SKWB 23.09.1899

Vor 95 Jahren: Radfahrende Arbeiter weihen ihr Banner

(27.07.2019)

Eine kleine Anzeige, aus der sich einiges ableiten lässt, ist am 8. Juli 1924 im Segeberger Kreis- und Tageblatt, der heutigen Segeberger Zeitung zu finden. Die Schmalenseer Ortsgruppe des Arbeiter-Radfahrerbundes „Solidarität“ lädt zum 27. Juli 1924, also vor 95 Jahren, zur Fahnenweihe ein.

 

Demnach traf man sich zunächst in Schmalensee, wo um 15 Uhr das Banner der Ortsgruppe geweiht wurde. Anschließend wurde eine „Korsofahrt“ zum Vereinslokal von Hans Pries in Bornhöved unternommen. Dort gab es einen großen Festball mit Saalfahren und „sonstigen Vergnügungen.“

 

Der Kontext der Überlieferung macht diese Anzeige so interessant. Zunächst gibt sie Aufschluss über den Zeitgeist: In den 1920er-Jahren erlebte das Radfahren, auch das organisierte, einen Aufschwung. Eine Fotografie aus dem Jahr 1927, die anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schlacht bei Bornhöved in der Nachbargemeinde geschossen und u.a. im Nachlass der Familie Behrend zu finden ist, zeigt aufgereihte Radfahrer.

 

Das Saalfahren war eine Disziplin im Radsport mit gewisser Popularität. Immer wieder unternahmen Rasportvereine in benachbarten Orten Werbeveranstaltungen, indem sie Vorführungen im Saalfahren veranstalteten.

 

Dass es in Schmalensee eine Ortsgruppe des Arbeiter-Radfahrerbundes gegeben hat, wissen wir nur aus dem Archiv der Segeberger Zeitung. Das mag unterschiedliche Gründe haben. Die Arbeiterschaft spielte im Ort bis zum Ende des Ersten Weltkriegs eine nachgeordnete Rolle. Politische Kraft entwickelte sie eigentlich erst nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches. Und die Wahlergebnisse aus der Weimarer Republik zeigen, dass Sozialdemokraten und Kommunisten auch hier Stimmen in nicht zu vernachlässigender Zahl verbuchen konnten.

 

Eine gesellschaftliche Trennung der Landwirtschaftlichen Arbeitgeber (also der Bauern) und Arbeitnehmer (der Landarbeiter) ist, zumindest in schriftlicher Überlieferung, nur in Fragmenten nachzuvollziehen. Ehe- und Arbeitsjubiläen der Landarbeiter oder Auszeichnungen für langjährige Dienstzeit in der Feuerwehr wurden genauso berichtet wie die von den Hofbesitzern und ihren Angehörigen.

 

Dorflehrer Heinrich Göttsch, dessen „Chronik von Schmalensee“ um 1933 geschrieben und 1948 veröffentlicht wurde, hat der Arbeiterschaft nur wenig Raum in seinem Buch gegeben. Für das Jahr 1925 berichtet er davon, dass nur wenige der im Dorf lebenden Arbeiter auch Landarbeiter auf den Höfen seien, sondern auswärts Arbeit finden – und auch von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

 

Groß sind unsere Wissenslücken zum Thema „Arbeiterklasse“ im Dorf, was die Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg betrifft. Wer dazu Unterlagen, Fotografien und andere Quellen in Familienarchiven auftun kann, ist herzlich eingeladen, diese dem Arbeitskreis Dorfgeschichte leihweise zu überlassen.

 

 

 

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren: Radfahrende Arbeiter weihen ihr Banner
Foto: Radfahrer 1927 in Bornhöved anlässlich 700-Jahr-Feier der Schlacht bei Bornhöved

Versicherer lenkt ein – Badesteg wieder freigegeben

(25.07.2019)

Es dürfte keine 24 Stunden her sein, dass Gemeindearbeiter Ingo Hansen auf Anweisung des Bürgermeisters den Steg an Schmalensees Badestelle mit einer Holzkonstruktion gesperrt hatte, da muss er sie schon wieder zurückbauen.

 

Der Kommunale Schadensausgleich als Versicherer der Gemeinde hat die Einschränkungen bezüglich der Badestege entschärft“, hat Sönke Siebke erfahren. Offenbar animiert durch ein am 24. Juli aufgesetztes längeres Schreiben der Amtsverwaltung, hat der KSA bezüglich der Stege eingeräumt, Schäden zu regulieren. Das gilt scheinbar auch dann, wenn keine Beaufsichtigung sichergestellt ist.

 

Die Bürgermeister des Amtes (betroffen sind Damsdorf, Bornhöved und Schmalensee) haben am Vormittag des 26. Juli in der Verwaltung noch ein Abstimmungsgespräch. On die aus den Seen geholten Badeinseln dann wieder Thema sind, bleibt abzuwarten; die betroffenen Badestege können aber bereits wieder genutzt werden.

Foto zur Meldung: Versicherer lenkt ein – Badesteg wieder freigegeben
Foto: Badesteg Schmalensee

Insel weg, Steg gesperrt – Badespaß getrübt

(25.07.2019)

Begeisterung über das, was derzeit an Schmalensees Badestelle zu sehen ist, kann man nun wirklich nicht erwarten. Statt bei Sahara-Hitze ungetrübtem Badespaß frönen zu können, müssen Schmalensees Kinder auf den Sprung von der Badeinsel verzichten – sie wurde entfernt. Und auch das Chillen auf dem hölzernen Badesteg bleibt den Besuchern versagt – er ist gesperrt.

 

Veranlasst hat die Maßnahme der Bürgermeister, umgesetzt wurde sie vom Gemeindearbeiter und der Amtsverwaltung vor dem Hintergrund eines Urteils des Bundesgerichtshofes. Demzufolge ist die Verantwortung der Gemeinde – vertreten durch Bürgermeister, Gemeindevertretung und Verwaltung – noch größer, als bisher angenommen.

 

Zur Erinnerung: Im Juni vergangenen Jahres erhielt die Badestelle auf Initiative eines privaten Spenders die bereits zweite Badeinsel. Ausgestattet mit Rutsche und Leiter war sie nicht nur ein großartiger Blickfang, sondern ein toller Zusatzspaß für die Badenden. Folge einer TÜV-Überprüfung war, dass die Insel für Nachbesserungen wieder an Land gebracht wurde. Als sich nun, in den Sommerferien, eine Hitzewelle ankündigte, wurde für Ersatz gesorgt. Der Bericht für die Gemeinde-Homepage war bereits seit zehn Minuten online, da folgte die Nachricht, dass der Ponton wieder entfernt werde.

 

Grund war eine Presseberichterstattung aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde, wonach der Kommunale Schadensausgleich (KSA), der Versicherer der Gemeinden, diesen keinen Spielraum lässt: Hat eine Gemeinde, wie Schmalensee, einen Badesteg und/oder eine Badeinsel, hat sie eine feste Badeaufsicht zu gewährleisten. Kommt sie dem nicht nach, kann ein mit den Gerätschaften verbundener Badeunfall rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. (Entsprechend wurden in RD Anlagen gesperrt oder entfernt.)

 

Strafrechtliche Ermittlungen (und die lösen Badeunfälle laut KSA regelmäßig aus) gehen dann der Frage nach, ob die Gemeinde ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist. Und sie können „jede Person innerhalb der Behördenhierarchie treffen: vom Hauptverwaltungsbeamten über die Ratsmitglieder bis hin zum Sachbearbeiter“, heißt es auf der KSA-Homepage. Unter diesem Aspekt sah sich Bürgermeister Sönke Siebke zum Handeln gezwungen. Auch in Bornhöved und Damsdorf (am Stocksee) hat man die Badestege gesperrt und Badeinseln aus dem Wasser geholt.

 

Die in den letzten zwei Tagen oft gestellte Frage, ob es denn nicht hinreichend sei, ein Schild aufzustellen, dass auf eine Nutzung „auf eigene Gefahr“ hinweist, gibt der KSA eine unmissverständliche Antwort: „Durch ein solches Hinweisschild kann sich eine Kommune ihrer haftungsrechtlichen Verantwortung nicht entziehen. Sie bleibt verkehrssicherungspflichtig – und bei Verstößen schadenersatzpflichtig.“ Also „Nein“.

 

Während in anderen Ämtern des Kreises nun gleichlautende Prüfungen anlaufen, ist die Amtsverwaltung Bornhöved um einen Ortstermin mit dem KSA bemüht, um festzustellen, wie die Anlagen weiter genutzt werden können, wird ein Mitarbeiter heute in der Segeberger Zeitung zitiert.

 

Der Unmut derer, die einfach ihren Badespaß haben möchten, hält natürlich an. Das BGH-Urteil basiert auf einem Unglücksfall aus dem Jahr 2010 und wurde im November 2017 gefasst. Damsdorfs Bürgermeister Jürgen Kaack gegenüber der SZ: „Das ist, als würde man das Autofahren verbieten, weil es so und so viele Unfälle gibt.“ Ein Badegast gestern: „Wir reglementieren uns noch kaputt.“ – da ist was dran.

 

Foto zur Meldung: Insel weg, Steg gesperrt – Badespaß getrübt
Foto: Trauriger Anblick - Badesteg gesperrt

Vor 85 Jahren: Aufarbeitung des Röhm-Putsches in Bornhöved und Umgebung

(24.07.2019)

Am 24. Juli 1934, vor 85 Jahren, berichtete das Segeberger Kreis- und Tageblatt von einer Mitgliederversammlung der Ortsgruppe der NSDAP Bornhöved, der auch die Mitglieder aus Schmalensee und Gönnebek angehörten. Neben einem Bericht des Parteigenossen Hans Hauschildt zu den Themen Reichsnährstand, Sippenrecht und Reinheit der Rasse sowie der Aushändigung von Mitgliedskarten an neu aufgenommene Parteimitglieder äußert sich der Ortsgruppenleiter, Apotheker Dr. Ahrens, zum sogenannten „Röhm-Putsch“, zu dem es am 30. Juni 1934 gekommen war.

 

Vorgeschichte: In der sogenannten „Nacht der langen Messer“ fanden vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 in Teilen des Deutschen Reiches binnen 24 Stunden „politische Säuberungen“ innerhalb der SA statt. Die Sturmabteilungen hatten in den Jahren vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 in erster Linie Propagandaschlachten und den Straßenkampf für die Partei geführt.

 

Die nach der Machtübernahme und durch Eingliederung anderer Verbände wie dem „Stahlhelm“ auf rund 4,5 Millionen Mitglieder angewachsene SA stellte unter ihrem Stabschef Ernst Röhm zunehmend Forderungen, die nicht mehr deckungsgleich mit den Vorstellungen der nationalsozialistischen Staatsführung waren. So sah sie sich durchaus als eigentliche militärische Macht im Staat (die Reichswehr zählte noch immer nur 100.000 Mann) und wollte die braune Revolution der Idee des Hakenkreuzes mit sozialistischer Ausrichtung fortsetzen. Unter Zuhilfenahme von Reichswehr, Geheimer Staatspolizei (Gestapo) und SS wurde die Führungselite des SA ermordet und die SA selbst verlor ihre politische Bedeutung.

 

Am 2. Juli 1934 erfuhren die Zeitungsleser von den „politischen Säuberungen“, die präventiv als staatspolitische Notwendigkeit zur Anwendung gekommen seien. Der neue Stabschef der SA, Viktor Lutze, forderte von allen SA-Männern „unverbrüchliche Treue zum Führer und restlosen Einsatz für den Nationalsozialismus.“ Und NSDAP-Kreisleiter Werner Stiehr ergänzte: „Rebellen wollten das Werk des Führers zerstören. […] Das verpflichtet uns, noch mehr als bisher unsere Pflicht unserem geliebten Führer gegenüber zu tun.“

 

Was aber denen blühte, die Stiehrs Aufforderung nicht folgten, das brachte in Bornhöved Dr. Ahrens zum Ausdruck. Diesen zitierte das SKTB, die heutige Segeberger Zeitung, am 24. Juli 1934 mit den Worten „Adolf Hitler ist groß und gütig, aber auch unbarmherzig, wenn der Bestand des Reiches bedroht ist. Wer bewusst und planmäßig gegen den Staat arbeitet, der treibt ein leichtfertiges Spiel mit seinem Kopf.“

 

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren: Aufarbeitung des Röhm-Putsches in Bornhöved und Umgebung
Foto: Vor 85 Jahren: Aufarbeitung des Röhm-Putsches in Bornhöved und Umgebung

Vor 55 Jahren – Übergangsbürgermeister Willy Harder gestorben

(22.07.2019)

Am 22. Juli 1964, vor 55 Jahren, starb der Altbauer Willy Harder, der in einer der schwersten Zeiten Schmalensees dessen Bürgermeister gewesen war – von 1945 bis 1949. Es war nicht das erste Mal, dass der erfolgreiche Rinderzüchter politische Verantwortung nach einem Systemzusammenbruch übernahm: Schon nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er dem Bauernrat an, der die wichtigsten Maßnahmen der Übergangszeit vom Kaiserreich zur Republik koordinierte. Nach Absetzung von Bürgermeister Heinrich Harder Anfang Mai 1945 durch die englischen Besatzungsbehörden setzten diese den ihren Nachforschungen zufolge unbelasteten Willy Harder als Bürgermeister ein.

 

Willy Harder wurde am 17. April 1882 geboren, bekleidete, wie viele seiner Schmalenseer Berufskollegen, zahlreiche Ehrenämter und genoss weithin großen Respekt. Der Hof in der heutigen Dorfstraße 37 gilt aufgrund des züchterischen Wirkens von Willy und dessen Sohn Hans Harder als eine der „Urzellen der Schwarzbuntzucht“ in Schleswig-Holstein. Im Jahr 1906 wurde die Kuh „Lore 23921“ geboren und sollte den Ursprung eines sich über elf Generationen erstreckenden Zuchtstammes bilden. Willy Harder engagierte sich im Kreisverein für die Zucht Schwarzbunter Holsteiner ebenso wie im Landwirtschaftlichen Verein für Bornhöved und Umgebung und im Kreispferdezuchtverein. Auch gehörte er dem Milchkontrollverein Gönnebek-Schmalensee an, der 1937 zum Milchkontrollverein Bornhöved wurde.

 

Überliefert ist, dass Willy und Hans Harder distanziert zum NS-Staat standen, was angesichts der Zwangsvereinigung aller landwirtschaftlichen Produktionszweige in der Reichsnährstandorganisation nicht vorteilhaft war (aber sicher Auslöser für die Berufung ins Bürgermeisteramt 1945). Dennoch konnte die Familie auch im sogenannten Dritten Reich Zuchtpreise und Anerkennungen erringen, etwa mit der Starke Sanna und der Kuh Oda, die 1936 zu den stärksten Tieren im Milchkontrollverein galten.

 

Neben dem Engagement in landwirtschaftlichen Organisationen war Willy Harder Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee, Mitglied des Kirchenvorstandes der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bornhöved und Beisitzer des Versicherungsamtes Segeberg als Vertreter der Gruppe der Arbeitgeber.

 

In den 1920er Jahren war Willy Harder Gründungsmitglied des Jagdvereins Schmalensee, dessen Vorstand er über 20 Jahre, auch als Vorsitzender, angehörte.

 

Als Bürgermeister hatte Willy Harder die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen im Dorf zu organisieren. Ein handschriftliches Blatt, aus dem Besitz der Familie Stegelmann, mit dem Harder zur Abgabe von Haushaltswaren auffordert, gibt uns Zeugnis davon. Auch musste er u.a. im Zuge der „Entnazifizierung“ mit der englischen Besatzungsmacht zusammenarbeiten und die Dorfgemeinschaft wieder zusammenführen. Der Wiederaufbau der Feuerwehr gelang dank der Mithilfe des späteren Bürgermeisters Hellmut Saggau ab 1946.

 

Harders Einsetzung war nicht unumstritten: Im Landesarchiv in Schleswig befindet sich ein Schreiben der örtlichen Sozialdemokraten, die vom Landrat des Kreises Segeberg u.a. aufgrund des Familiennamens eine Absetzung fordern. Tatsächlich wurde 1949 Heinrich Hamann Schmalensees erster und bisher einziger SPD-Bürgermeister.

 

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Foto: Hofstelle Harder als Postkarte

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

(21.07.2019)

Diese Info ist wichtig für alle, die Ende Juli Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten.

 

Der den BLICKPUNKT druckende khm-Verlag hat wegen eines geplanten Maschinentauschs eine geänderte Annahmezeit angekündigt:

 

Für die 31. Kalenderwoche 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 1. August, müssen Beiträge bis Mittwoch, 24. Juli vorliegen.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) bis 10 Uhr einzureichen.

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

Knotenpunkt Schmalensee – Schon wieder Umleitung wegen Straßensanierung

(20.07.2019)

Da sage mal einer, alle Wege führen nach Rom... Nach der Umleitung des Verkehrs wegen Straßenreparaturen am 18./19. Juli bei Tarbek folgt nun in zwei Bauabschnitten eine Fahrbahnsanierung der L68 zwischen Damsdorf und Stocksee am 22. und 23. Juli 2019. Die Umleitungen führen auch in diesem Fall durch Schmalensee.

 

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) wird die Fahrbahn der Landesstraße 68 im besagten Zeitraum ausbessern. Um Verkehrssicherheit, Arbeitsschutz und Bauqualität zu gewährleisten, findet die Maßnahme unter Vollsperrung statt.

 

Der erste Bauabschnitt (22. Juli) befindet sich zwischen Moorkate und der Abzweigung der L68 zur K57 (Straße Stocksee nach Schmalensee). An diesem Tag führt die ausgeschilderte Umleitung für Verkehr von Norden kommend über die K57 zur B430 in Schmalensee und umgekehrt. Verkehr von Süden soll laut LBV.SH vom „Damsdorfer Kreuz“ über die L69 (also durch Tarbek nach Bornhöved) zur B430 – K57 und somit durch Schmalensee umgeleitet werden. (Wie im vormaligen Fall ist auch hier davon auszugehen, dass Ortskundige die Tarbeker und Damsdorfer Straße bevorzugt nutzen werden.)

 

Bauabschnitt 2 (23. Juli) betrifft die Weiterführung der L68 in der Ortslage von Stocksee, zwischen der Abzweigung auf die K57 bis zum Ortsausgang in Richtung Dersau. Der von Norden kommende Verkehr auf der B430 wird zur Vorbeifahrt an Dersau und via B430 bis Schmalensee aufgefordert. Dort wird den ortsfremden Autofahrern der Weg zurück zur L68 durch die Stockseer Straße empfohlen. Auch in entgegengesetzter Richtung ist die Stockseer Straße einzige ausgeschilderte Umgehungsstrecke.

 

Der LBV.SH weist darauf hin, dass während der Baumaßnahmen Radfahrer, Rettungsdienst, Polizei und der ÖPNV die Baustelle passieren können.

 

Foto zur Meldung: Knotenpunkt Schmalensee – Schon wieder Umleitung wegen Straßensanierung
Foto: Knotenpunkt Schmalensee – Schon wieder Umleitung wegen Straßensanierung

Kurzzeitig mehr Verkehr – Umleitung durch Schmalensee

(17.07.2019)

Wegen Straßenreparaturarbeiten auf der Landesstraße 69 zwischen Tarbek und dem Damsdorfer Kreuz am 18. und 19. Juli 2019 wird dieser Straßenabschnitt an beiden Tagen jeweils zwischen 8 und 16 Uhr voll gesperrt. Die eingerichtete Umleitung führt u.a. durch Schmalensee.

 

Die Maßnahme ist notwendig, weil Verkehrssicherheit, Arbeitsschutz und Bauqualität im zu reparierenden Abschnitt nicht anders zu gewährleisten ist. Dies hat der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein mitgeteilt.

 

Demnach wird die L69 gesperrt ab Tarbek, Ortsmitte, bis zur Verbindungsstraße Damsdorf – Tensfeld (L68) am Damsdorfer Kreuz. Die offizielle Umleitung verläuft über die K57, Stocksee – Schmalensee und Bornhöved bzw. umgekehrt. Vor allem Ortskundige werden aber sicherlich auch auf die Tarbeker Straße und Damsdorfer Straße ausweichen.

Foto zur Meldung: Kurzzeitig mehr Verkehr – Umleitung durch Schmalensee
Foto: Kurzzeitig mehr Verkehr – Umleitung durch Schmalensee

Vor 95 Jahren: Wechsel an der Spitze des Dorfes

(17.07.2019)

Die Bezeichnung hat sich über die Jahrzehnte mitunter verändert. Gemeindevorsteher, Ortsvorsteher, Bürgermeister – das Amt war eigentlich stets das gleiche. Und dass in Schmalensee Amtsinhaber lange in dieser Funktion tätig sind, ist kein alleiniges Phänomen der jüngeren Vergangenheit. Am 17. Juli 1924, vor 95 Jahren, übernahm Heinrich Harder das Amt des Gemeindevorstehers von Theodor Schnohr, der dem Dorf 25 Jahre lang vorgestanden hatte.

 

Mit Bestätigung durch das Segeberger Landratsamt wurde die in der Gemeinde durchgeführte Wahl gültig. Theodor Schnohr (der Ältere) hatte nicht erneut kandidiert. Anders sein Stellvertreter: Ludwig Saggau garantierte als Vertreter des alten und des neuen Gemeindevorstehers einen nahtlosen Übergang. Heinrich Harder überreichte seinem Vorgänger ein kunstvoll gefertigtes Diplom als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für treue und uneigennützige Tätigkeit an der Gemeinde, besonders in der Kriegs- und Nachkriegszeit, heißt es im Segeberger Kreis- und Tageblatt.

 

Theodor Johannes Schnohr (der Ältere) wurde am 7. Dezember 1864 geboren. Am 31. Juli 1899 folgte er Johannes Detlef Harder – dem Vater Heinrich Harders – im Amt des Orts- bzw. Gemeindevorstehers. Im Jahr 1886 hatte Schnohr die Hofstelle in der heutigen Dorfstraße 21 von seinem Vater Matthias Schnohr übernommen. Seine Ehe mit Emma, geb. Saggau, sollte kinderlos bleiben. Daher trat er den Hof 1928 an seinen Neffen Carl Theodor Schnohr (Rufname Theodor, daher „der Jüngere“) aus Kükels ab. „Onkel Schnohr“ erlebte mit seiner Frau Emma, die 1952 starb, das Fest der Diamantenen Hochzeit. Er selbst starb am 28. März 1950. Theodor Schnohr d.Ä. war kreisweit bekannt, insbesondere durch viele Ehrenämter die er im Bereich der Landwirtschaft und des Sparkassenwesens ausübte.

 

Heinrich Harder war wie sein Vorgänger Schnohr Bauer in Schmalensee und wurde am 19. Mai 1882 geboren. Den Hof in der heutigen Dorfstraße 20 übernahm er am 1. November 1909 und bewirtschaftete diesen gut 45 Jahre lang bis zur Übergabe an den Sohn Werner im Jahr 1952.

 

Auch Heinrich Harder sollte in vielen Ehrenämtern, oftmals an führender Position, eine Rolle spielen – auch auf Kreisebene. Etwa bei den Pferde- und Schwarzbuntzüchtern. Als Imker tat sich Harder als Landesbeauftragter für die Bienenzucht hervor. Seine Amtszeit endete beim Kriegsende 1945. Er hatte das Dorf als NSDAP-Mitglied durch die Zeit des „Dritten Reiches“ geführt, war als Bezirksbauernführer (neben Theodor Schnohr d.J. als Ortsbauernführer) eine bestimmende Größe in der Landwirtschaft. Der Dorf- und Heimatgeschichte war Heinrich Harder besonders verbunden. Beim Festakt des Schleswig-Holsteiner-Bundes anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schlacht bei Bornhöved im Jahr 1927 war Harder einer der Festredner. Er starb am 13. Juli 1971.

 

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren: Wechsel an der Spitze des Dorfes
Foto: Dorfstraße 1907 - Hof Schnohr links, Hof Harder rechts

Vor 85 Jahren: Frontkämpferauszeichnung für Schmalenseer

(13.07.2019)

Vor ihrer Machtergreifung hatten die Nationalsozialisten versprochen, die vermeintliche Schmach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und den sogenannten „Schandfrieden“ von Versailles, verbunden mit der „Kriegsschuldlüge“, die eine Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des großen Krieges attestierte, vergessen machen zu wollen. Damit griffen sie auch den Wunsch vieler Kriegsteilnehmer auf, die sich zu Unrecht in Unehre versetzt sahen, etwa durch geringe Wertschätzung im System der Weimarer Republik. Mit einer Verordnung, die am 13. Juli 1934, vor 85 Jahren in Kraft trat, stellten die Nationalsozialisten diese nicht anerkannte Ehre vieler Deutscher nachträglich her – mit dem Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer. Auch in Schmalensee kam diese nachträgliche Ehrung zum Tragen.

 

Zur Erinnerung an die unvergänglichen Leistungen des deutschen Volkes im Weltkriege 1914/18 stifte ich ein Ehrenkreuz für alle Kriegsteilnehmer sowie für die Witwen und Eltern gefallener, an den Folgen von Verwundung oder in Gefangenschaft gestorbener oder verschollener Kriegsteilnehmer.“, heißt es in der Verordnung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. In drei Stufen wird diese Auszeichnung vergeben – für Frontkämpfer, Kriegsteilnehmer und die Witwen und Eltern.

 

Zahlreiche Männer aus der Kirchengemeinde Bornhöved wurden ab Sommer 1914 zu den Waffen gerufen. 30 Schmalenseer standen laut Chronik von Heinrich Göttsch bereits nach wenigen Kriegsmonaten im Felde, und es sollten noch mehr werden. 13 Schmalenseer fielen in Kampfhandlungen oder starben an den Folgen oder blieben vermisst. Eingezogen wurden Männer aller sozialer Gruppen, sowohl einfache Landarbeiter als auch Besitzer der großen Höfe. Selbst Ludwig Saggau als stellvertretender Gemeindevorsteher war unter den Kämpfern – und wurde 1917 in Abwesenheit wiedergewählt.

 

Am 16. Juni 1917 trat auch der 1899 geborene Johannes Behrend als Musketier in das Ersatzbataillon des Infanterieregiments Nr. 84 Neumünster ein. Die Ausbildung erfolgte im Lokstedter Lager, wo ganze Einheiten „fronttauglich“ gemacht wurden. Behrend wurde noch zur Armee-Minenwerferschule geschickt, von dort ging es an die Westfront. Ein Foto dokumentiert die Verwendung Behrends als Teil einer Geschützbedienung. Laut Überlieferung in der Familie überlebten nur drei Mann der Minenwerferkompanie.

 

Johannes Behrend, der im Kriege keine öffentlich erwähnte Auszeichnung empfangen hatte, erhielt laut Verleihungsurkunde vom 26. März 1935 das Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Dieses stand laut Verordnung nur solchen Männern zu, die „an einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampf oder einer Belagerung teilgenommen“ hatten.

 

Wie Johannes Behrend diese späte Auszeichnung aufgenommen hat, ist nicht überliefert. Sie setzt einen gewissen Schlusspunkt unter das Kapitel Erster Weltkrieg in der Geschichtsschreibung unseres Dorfes. Obwohl auch das nicht ganz richtig ist. Denn gerade Johannes Behrend ist auch ein Beispiel für jene Männer, die den Ersten Weltkrieg überlebten und auch im zweiten zum Einsatz kommen sollten. Eine neuerliche militärische Ausbildung nach 1939 in Munsterlager ist ebenso dokumentiert wie die Einteilung 1942 zur „Heimatflak“ im Bereich des Marinesperrwaffenarsenals Trappenkamp, in welchem Behrend Magazinarbeiter war. 1944 erhielt er die Kriegsverdienstmedaille.

 

Das Bildmaterial zum Bericht hat Volker Behrend dem Arbeitskreis Dorfgeschichte zugänglich gemacht. Vielen Dank dafür.

 

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren: Frontkämpferauszeichnung für Schmalenseer
Foto: Johannes Behrend, vorn knieend, mit seiner Geschützbedinung an der Westfront

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

(07.07.2019)

Diese Info ist wichtig für alle, die Ende Juli Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten.

 

Der den BLICKPUNKT druckende khm-Verlag hat wegen eines geplanten Maschinentauschs eine geänderte Annahmezeit angekündigt:

 

Für die 31. Kalenderwoche 2019 mit Erscheinungstag Donnerstag, 1. August, müssen Beiträge bis Mittwoch, 24. Juli vorliegen.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) bis 10 Uhr einzureichen.

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

Juli-Meldungen der Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

(04.07.2019)

Die Zeitungen der Vergangenheit sind voller interessanter Nachrichten für Freunde der Heimatgeschichte. Selbst kürzeste Meldungen geben Aufschluss über persönliche Schicksale, kleine und größere Katastrophen oder Kuriositäten. Unsere Quelle ist das Archiv der Segeberger Zeitung. Werfen wir einen Blick auf den Monat Juli:

 

Am 16. Juli 1884, vor 135 Jahren, geht in unsere Umgebung ein außergewöhnlich heftiges Gewitter herunter. Blitzschlag äschert auf Gut Perdöl die große Scheune und auch die Damsdorfer Windmühle ein.

 

Ein Gewitter verursacht am 2. Juli 1894, vor 125 Jahren, ein Feuer in Tarbek: Blitzschlag entzündet am Nachmittag das Anwesen der Witwe Saggau. Wohngebäude und Scheune brennen nieder, fünf Schweine sterben. Während große Mengen Kleeheu verbrennen, können die meisten Mobilien gerettet werden. Neben der Tarbeker Zwangswehr beteiligen sich auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Bornhöved, Tensfeld und Schmalensee an der Brandbekämpfung.

 

Im Kirchspiel Bornhöved wird um den 21. Juli 1894 herum über die allgemeine Gesundheitslage geklagt. Nachdem zunächst die Masern grassierten, tritt in Tensfeld, Damsdorf, Tarbek und Rendswühren die Diphtherie auf.

 

In Bornhöved wird am 12. Juli 1899, vor 120 Jahren, ein zwölfjähriges Mädchen aufgegriffen, das wegen fortwährend schlechter Behandlung aus seinem Dienst in Nortorf entlaufen ist. Das Kind wird dem Amtsvorsteher Heinrich-Christian Saggau aus Schmalensee vorgeführt, der den Rücktransport des Kindes nach Nortorf veranlasst.

 

Aus Kalübbe und Schmalensee wird am 19. Juli 1904, vor 115 Jahren, eine Raupenplage gemeldet: Die Raupen des Stachelbeerspanners (abraxas grossulariata) fressen Stachel- und Johannisbeersträucher restlos kahl und sorgen für arge Verwüstungen in den Gärten.

 

Am 28. Juli 1909, vor 110 Jahren, gelingt die Verhaftung des Schmalenseer Dienstknechts Tietgen, der sich wegen Messerstecherei zu verantworten hat und 14 Tage lang verschwunden war.

 

In Bornhöved, so wird vor 90 Jahren, am 16. Juli 1929 gemeldet, ist in jahrelanger mühsamer Arbeit ein Badestrand am Seeufer entstanden. Dieser zieht auch regelmäßig Sommergäste aus Belau, Ruhwinkel und Schmalensee an. Nun will unsere Nachbargemeinde verstärkt auf Reklame und Mundpropaganda setzen, um vor allem in Hamburg auf die Schönheit der Umgebung und die Möglichkeiten des Urlaubs aufmerksam zu machen.

 

Fast beendet ist am 12. Juli 1934, vor 85 Jahren, das Absenken des Wasserspiegels von fünf Seen und ihren Zu- und Abflussauen. Dabei stößt man in einem Graben in „Hornswisch“, einem Flurstück, an dem auch Landwirt Suhr vom Hornshof Besitzer ist, auf ein Kreidelager. Nach Sichtung durch das geologische Institut der Universität Hamburg stellt sich heraus, dass es sich um Wiesenkalk handelt. Der Düngemittelwert liegt bei 96, was den Hornswisch-Kalk handelsüblicher Ware gleichsetzt.

 

 

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Foto: Juli-Meldungen der Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung

Sportlerheim bekommt ein Kinderklo – Umbau für Känguru-Gruppe staatlich gefördert

(28.06.2019)

Seit September 2017 bevölkern kleine Kängurus Teile des Schmalenseer Sportlerheims: Die Känguru-Gruppe der Bornhöveder Kita Eris Arche zog damals in die Räume der früheren Kinderspielstube der Gemeinde Schmalensee, für die der Sportverein die Trägerschaft übernommen hatte. Längst hat sich die Gruppe von Timo Kay in Schmalensee eingerichtet und eingelebt, doch gewisse Baumaßnahmen sind noch zu erledigen. Die Ferienzeit nutzend wird nun im Zeitraum 29. Juni bis 19. Juli 2019 ein bisheriger Lager- zum Sanitärraum umfunktioniert.

 

Bisher nutzten Spielstube und Kita als Kindertoilette eine extra dafür eingerichtete Kabine im Duschtrakt des Sportlerheimes. Doch bedeutet dies einen zu großen räumlichen Abstand zum Kita-Raum; die einen Toilettengang begleitende Erziehungskraft ist dadurch zu lang vom Rest der Gruppe getrennt. Die Errichtung eines neuen Kinderklos in unmittelbarer Nähe zum Gruppenraum, indem der bisherige Lagerraum umgebaut wird, entspricht geltenden Arbeitsstättenrichtlinien.

 

Entsprechende Beschlüsse, zunächst durch den Bauausschuss und dann die Gemeindevertretung wurden 2018 und in diesem Jahr gefasst. Eine erste Kalkulation der Kosten war von rund 16.000 Euro ausgegangen, tatsächlich werden Baukosten in Höhe 24.000 Euro erwartet. Immerhin kann mit einer Förderung von bis zu 75 Prozent gerechnet werden – aus Kreismitteln, die wiederum aus dem Bundesinvestitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ stammen.

 

Insgesamt erfährt durch die Maßnahme nicht nur die Kita-Außenstelle eine Qualitätssteigerung, auch das Sportlerheim wird zusätzlich aufgewertet. Und die Gemeinde kommt noch besser ihren Verpflichtungen bei der Bereitstellung von Plätzen zur Kinderbetreuung nach.

Foto zur Meldung: Sportlerheim bekommt ein Kinderklo – Umbau für Känguru-Gruppe staatlich gefördert
Foto: Bauschild Förderung Sanitärraum Kita

Der Schmalensee hat eine sehr gute Badewasserqualität

(27.06.2019)

Das wird alle freuen, die sich gern in unserem schönen Schmalensee abkühlen: Die Badewasserqualität ist bei der turnusgemäßen Untersuchung des Sees durch die Kreisverwaltung als „unbedenklich“ und „sehr gut“ bewertet worden.

 

Die letzte Untersuchung fand am 17. Juni 2019 statt. Demnach wurde besonders der Anteil an Kolibakterien (Escherichia coli) und Darmbakterien (Enterokokken) untersucht. Der Anteil an Kolibakterien lag bei 32 MPN/100 ml (Grenzwert: 1.800), der der Enterokokken bei 10 MPN/100 ml (Grenzwert: 700).

 

Die Nachbargewässer Bornhöveder See und Stocksee (Badestellen Stocksee und Damsdorf) lagen bei beiden Probewerten laut Auskunft der Amtsverwaltung sogar nur bei jeweils 10 oder unter 10 MPN/100 ml (MPN: most probable number - „wahrscheinlichste Anzahl“ an Mikroorganismen).

 

Damit wurden die Ergebnisse der Untersuchung vom 22. Mai 2019 (Escherichia coli 260 MPN; Intet. Enterokokken 302 MPN) deutlich unterschritten. Schon damals galt die Badewasserqualität des Schmalensee als sehr gut und unbedenklich.

 

In diesem Sinne: Fröhliches Baden!

 

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Foto: Der Schmalensee ist ein sauberes Badegewässer

Vor 125 Jahren: Einseitiges Wahlverhalten bei eigentlich spannender Stichwahl

(23.06.2019)

Eigentlich ist es ein spannendes Stück Politik, was sich am 23. Juni 1894, vor 125 Jahren, im Reichstagswahlkreis 6 abspielt: Weil der Deutsche Reichstag für diesen Wahlkreis, dem die Gemeinde Schmalensee angehört, die 1893 stattgefundene Wahl des Abgeordneten Graf von Moltke für ungültig erklärt hat, muss neu gewählt werden. Es kommt zur Stichwahl zwischen einem konservativen und einem sozialdemokratischen Kandidaten. In Schmalensee fällt das Votum eindeutig aus.

 

Zunächst aber zum 13. Juni 1894: Der erste Wahlgang ruft die Stimmberechtigten an die Urne; im Fall Schmalensee ins Schulhaus, wo Gemeindevorsteher Johannes Detlef Harder und sein Stellvertreter Heinrich Christian Saggau die Wahl leiten. Der Altonaer Fabrikant und Landtagsabgeordnete Mohr, konservativer Kandidat des Nationalen Wahlvereins, erhält 45 Stimmen, der SPD-Kandidat von Elm 5. Im Wahlkreis aber sieht es anders aus. Hier verfehlt von Elm die nötige absolute Mehrheit von 12.925 Stimmen nur um 637. Mohr, der sogenannte „Kartellkandidat“, erhält das zweitbeste Ergebnis, 6.090 Stimmen, und zieht in die Stichwahl gegen von Elm ein, während die weiteren Anwärter auf ein Mandat ausscheiden: Der Freisinnige Kopsch (5.059 Stimmen) und der Antisemit Raab (Deutsch-Soziale Antisemiten), der 2.402 Stimmen erhalten hat.

 

Bis zum 23. Juni 1894 werden tüchtig Fäden gesponnen. Bei der Wahl im Vorjahr war es den Konservativen gelungen, Bündnisse zu schmieden und durch Wahlaufrufe der im ersten Wahlgang Unterlegenen für Graf von Moltke den Sozialdemokraten Molkenbuhr zu besiegen. Nun ein neuerlicher Versuch: Die „Ordnungsparteien“ – Liberale, Konservative, Antisemiten – rufen zur Wahl Mohrs auf. Auch der Bund der Landwirte hat seinen Mitgliedern diese Empfehlung gegeben.

 

Diesmal geht die Rechnung aber nicht auf: Der Sozialdemokrat von Elm gewinnt den Wahlkreis mit einem Vorsprung von rund 600 Stimmen.

 

In Schmalensee entfallen an diesem 23. Juni 1894 alle abgegebenen beziehungsweise gültigen 42 Stimmen auf Mohr. Der Kandidat von Elm erhält hier keine Stimme mehr.

Foto zur Meldung: Vor 125 Jahren: Einseitiges Wahlverhalten bei eigentlich spannender Stichwahl
Foto: Stichwahl, Mohr-Empfehlung der Liberalen, SKWB 23.06.1894

Vor 60 Jahren: Feuerwehren und Soldaten bekämpfen Moorbrand in Tensfeld

(23.06.2019)

Ein trockener Frühsommer sorgt am 22. Juni 1959, vor 60 Jahren, für einen Großeinsatz von Feuerwehren und sogar der Bundeswehr im Tensfelder Moor. Auf einer Fläche von 35 Hektar wüten von 14.30 Uhr bis nach Mitternacht die Flammen. 200 Tonnen Torf im Wert von 20.000 DM verbrennen – die gesamte Ernte.

 

Eingesetzt werden insgesamt 23 Freiwillige Feuerwehren, darunter die des Amtes Bornhöved. Auch das Panzergrenadierbataillon aus Boostedt (das spätere PzGrenBtl 182 Bad Segeberg) – über 450 Mann – wird zu den Löscharbeiten hinzugezogen, um mit Schanzgerät Schneisen zu schlagen. Nicht von dem Feuer betroffen ist das Herzstück des Tensfelder Moores – die damals in Betrieb befindliche Torfbrikettfabrik. .

 

Grund dafür dürfte der Wind gewesen sein, der eine Ausbreitung der Flammen zum Werk hin verhinderte. Allerdings sei dieser wohl auch an dem bis dato größten Unglück auf Deutschlands größtem Hochmoor mitverantwortlich. Schon seit Tagen soll das Feuer geschwelt haben, ausgelöst offenbar vom heißgelaufenen Motor eines Torfbaggers und dann vom Winde angefacht.

 

Mühsam gestaltete sich das Vorgehen der Einsatzkräfte, die viele Gräben mit ihrem Gerär nur über ausgelegte Holzbohlen überwinden konnten. Stürmischer Wind, starke Sonneneinwirkung und Rauch – die Blauröcke waren nicht zu beneiden. Selbst die Soldaten gingen teilweise nur unter der Gasmaske ihrem Auftrag nach.

 

Bis in die Nacht dauerte der Kampf an. Und bis auf 150 Meter hatte sich das Feuer zwei Bauernhöfen, Kornfeldern und dem Waldrand genähert, bis man eine Art von Entwarnung geben konnte – verbunden mit der Hoffnung auf lang anhaltenden Regen, der die im Erdreich weiter schwelende Glut eindämmen möge.

 

Gaffer schon damals unterwegs

 

Der Pressebericht der Segeberger Zeitung tags darauf gibt eindrucksvoll Zeugnis vom Einsatz der Feuerwehrmänner und Soldaten. Er schildert aber auch ein Phänomen, dass uns heute nur zu gut vertraut und ein wahres Übel ist: Das Gaffen: „Über die schmalen Feldwege kamen von allen Seiten die Löschfahrzeuge heran, wobei sich schon die erste große Schwierigkeit ergab: Angelockt durch das Feuer waren von der nahen Chaussee zahllose Autos gekommen, so dass in knapper Stundenfrist über 1.000 Menschen neugierig die Arbeit der Feuerwehrmänner und Bundeswehrsoldaten verfolgten.“

 

Der Berichterstatter muss derart negativ beeindruckt gewesen sein, dass er seinen Bericht sogar in kritisch-launiger Weise fortsetzte: „Es hätte nur noch gefehlt, dass Würstchenbuden und Karussells aufgeschlagen worden wären, der Jahrmarkt der Sensationslust wäre dann fertig gewesen.“

Foto zur Meldung: Vor 60 Jahren: Feuerwehren und Soldaten bekämpfen Moorbrand in Tensfeld
Foto: Brand im Tensfelder Moor, Segeberger Zeitung 23.06.1959

Vor 140 Jahren: Öffentliche Vorführung eines Phonographen

(20.06.2019)

Wer heute Beschallung sucht, seien es Nachrichten oder Musik, der schaltet das Radio ein. Oder ist das schon altbacken? Den Livestream aus dem Internet über das Smartphone oder aus der Alexa gibt es ja auch. Kaum vorstellbar war es dagegen in früheren Zeiten, gesprochene Worte oder Musik von einem Tonträger zu hören. So sorgte ein Experimental-Vortrag am 20. Juni 1879, vor 140 Jahren, in der Kreisstadt Segeberg für Aufsehen.

 

Dort, in der Harmonie – einem bekannten Hotel und Versammlungsort – stellte ein Armin Tenner aus Cincinnati/USA Edisons’s Phonographen vor. Tenner versprach in Anzeigen, die das Segeberger Kreis- und Wochenblatt (die heutige Segeberger Zeitung) verbreitete, dass der Apparat gesprochene, geflötete, gesungene, lachende und Pfeifende Töne sowie nachgeahmte Tierstimmen und Trompetensoli reproduzieren werde.

 

In größeren Städten Deutschlands und Russlands habe der Phonograph bereits „Anklang gefunden“ - nun wollte man diesen offenbar auch in der Provinz vermarkten.

 

Interessant zu wissen wäre, welchen Einfluss auf die Besucherzahl die Ankündigung hatte, dass die geflötete Melodie in Riga aufgezeichnet worden sei...

 

Eintrittsgeld zum Experimental-Vortrag wurde auch erhoben. Schülerinnen und Schüler zahlten in einer Nachmittagsvorstellung deutlich weniger – kamen Lehrer mit ganzen Schulklassen, so hatten die Pädagogen freien Eintritt.

Foto zur Meldung: Vor 140 Jahren: Öffentliche Vorführung eines Phonographen
Foto: Vorführung Phonograph in Segeberg SKWB 18.06.1879

Lauter alte Autos im Dorf

(17.06.2019)

Wann hat man das schon, dass eine Oldtimer-Tour des ADAC durch Schmalensee führt? Und wann kommt es vor, dass dadurch die Holstenköste von Neumünster direkt nach Schmalensee ausstrahlt? Nun, am Sonntag, dem 16. Juni, kam es zu genau dieser Sternenkonstellation.

 

Die Streckenplanung wollte es, dass die 44. internationale ADAC Veteranenfahrt „Neumünster“ durch unser schönes Dorf führte – von Tarbek kommend und nach Belau den Ort verlassend.

 

Über 70 Pkw und Motorräder hatten für die Veranstaltung gemeldet, die ein fester Bestandteil der Holstenköste ist, die an diesem Wochenende versuchte, gegen das Schmalenseer Vogelschießen anzustinken.

 

Schnappschüsse von durch das Dorf tuckernden Fahrzeugen schossen Wilfried Kroll und Steffi Grzybowski.

Foto zur Meldung: Lauter alte Autos im Dorf
Foto: Oldtimer rollen am 16. Juni 2019 durch Schmalensee

Oldtimer rollen am 16. Juni durch Schmalensee

(15.06.2019)

Alte Pkw und Motorräder haben was. Fahren sie durch Schmalensee, drehen sich die Köpfe nach ihnen zu. Am Sonntag, 16. Juni, werden es besonders viele der so genannten Veteranen sein, die von Tarbek kommend in Richtung Belau durch das Dorf rollen werden.

 

70 Anmeldungen liegen dem MSC Neumünster für die 44. Internationale ADAC Veteranenfahrt „Neumünster“ vor, schreibt der Holsteinische Courier. Seit 1976 findet diese statt und bildet einen der Schlusspunkte der Holstenköste, die parallel zum Schmalenseer Vogelschießen in der Schwalestadt gefeiert wurde.

 

Die rund 105 Kilometer lange Tour startet in Neumünster am Gänsemarkt und führt über Neumünster-Gadeland nach Groß Kummerfeld – Gönnebek – Willingrade – Braak – Latendorf – Heidmühlen – Fehrenbötel – Daldorf – Pettluis – Alt Erfrade – Tarbek – SCHMALENSEE – Belau – Perdöl – Ruhwinkel – Schönböken – Gönnebek – Groß Kummerfeld und zurück.

 

Erster Start in Neumünster ist um 9.16 Uhr; gegen 12.15 Uhr werden die ersten Teilnehmer in der Stadt zurück erwartet. Ab etwa 13 Uhr kann man sich die Fahrzeuge auf dem Holstenhallen-Gelände aus der Nähe betrachten.

 

Es sind nur Fahrzeuge auf der Strecke, die nicht jünger als Baujahr 1989 sind.

 

Für Foto-Freunde bieten sich sicherlich manche Positionen für gute Aufnahmen an – zum Beispiel in der Kurve am Fuß des Grimmelsberges, an der T-Kreuzung Tarbeker Straße/Hirtenweg, in der Ortsdurchfahrt an verschiedenen Stellen, in der Einfahrt in die Belauer Straße sowie in deren weiteren Verlauf unter den schönen hohen Bäumen.

Foto zur Meldung: Oldtimer rollen am 16. Juni durch Schmalensee
Foto: Diesmal nicht mit seinem historischen Motorrad dabei, aber voller Vorfreude auf die Besucher - Dierk Harder aus Schmalensee

Vor 110 Jahren – Feuer vernichtet Hof auf Schmalenseerfeld

(07.06.2019)

Die Feuerhörner schrecken in Schmalensee und Bornhöved am frühen Morgen des 7. Juni 1909, vor 110 Jahren, die Menschen auf. Es ist etwa 7 Uhr, als die Freiwilligen Feuerwehren nach dem Schmalenseerfeld unterhalb des Grimmelsberges ausrücken. Dort stehen das Haupthaus und Stallgebäude des Hofes von Ludwig Jäger, heute Herbst, in Flammen.

 

Gegen halb Sieben sei das Feuer ausgebrochen, heißt es in einem Bericht der Bornhöveder Feuerwehr gegenüber dem Segeberger Kreis- und Tageblatt. Das Feuer sei, so der Bericht, über dem Feuerherd im sogenannten Schwibbogen entstanden. Über den Rauchabzug muss es sich rasch auf die mit Stroh gedeckten Dächer ausgedehnt haben.

 

Beide Gebäude brennen vollständig nieder. Vier Schweine sterben in den Flammen. Eine besondere Herausforderung für die anrückenden Spritzenmannschaften: Sie finden kein Wasser zum Löschen vor. Immerhin: Der Hof ist versichert, was einen baldigen Wiederaufbau ermöglicht.

 

Die Landstelle Schmalenseerfeld

 

Dieser Hof entstand erst nach 1854. Dorfchronist Heinrich Göttsch hat die kurze Geschichte aufgeschrieben. Demnach kaufte ein Claus Hinrich Dittmann 1854 vom Hufner Johann Matthias Stegelmann eine Koppel auf dem Segeberger Kamp und vergrößerte den Besitz durch Zukäufe. Über 13 Hektar seien so zusammen gekommen, die zum Teil urbar zu machen waren. 1889 kaufte Christian Heinrich Jäger aus Bönebüttel den Hof. Sein Sohn Ludwig Jäger übernahm im Jahr 1909, fiel jedoch am 20. September 1914 im Ersten Weltkrieg und der Vater bewirtschaftete die Landstelle kurze Zeit weiter.

 

Im Jahr 1916 kaufte zunächst Hermann Eck, Gutsverwalter auf Bockhorn, eher er 1917 an Friedrich Herbst verkaufte. Der hatte sich auf einer weiteren ausgesiedelten Landstelle, Höllenhorst, versucht, verkaufte diese, legte aber große Teile der Ländereien mit der Stelle Schmalenseerfeld zusammen, so dass diese rund 30 Hektar umfasste.

 

Wassermangel unter dem Grimmelsberg

 

Göttsch attestiert in seiner 1948 veröffentlichten Chronik von Schmalensee dem Landmann Dittmann Pioniergeist. Doch dass weder Schmalenseerfeld noch Höllenhorst über hinreichend Wasser verfügten, ist nicht zu übersehen: Letztere wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben, von den Gebäuden existiert nur eine Zeichnung. Und das Schmalenseerfeld machte in Sachen Wasser bei späteren Feuern Schlagzeilen. Zunächst am 22. Februar 1968. Als die Scheune des Hofes brannte, musste, bis eine Schlauchleitung Tarbeker Löschteich gelegt war, u.a. mit Jauche gelöscht werden. Sogar ein Wassertankwagen der Berufsfeuerwehr Neumünster kam zum Einsatz. Am 5. September 1970 brannte dann die Scheune endgültig nieder – 1.300 Meter Schlauchleitung mussten verlegt werden.

 

Foto zur Meldung: Vor 110 Jahren – Feuer vernichtet Hof auf Schmalenseerfeld
Foto: Vor 110 Jahren – Feuer vernichtet Hof auf Schmalenseerfeld

Vor 110 Jahren: Meldungen aus Schmalensee und Umgebung vom Juni 1909

(03.06.2019)

War der Juni in früheren Jahren die berühmte „Saure Gurken-Zeit“ mit Blick auf die Zeitungsmeldungen? Auch im Juni 1909, also vor 110 Jahren, häufte sich in der früheren Segeberger Zeitung, damals das Segeberger Kreis- und Tageblatt, die Zahl kleiner und für den heutigen Betrachter eher unwichtiger Nachrichten. Doch kommt es darauf an, von welcher Bedeutung sie für damalige Zeitungsleser waren...

 

Dampfwalze rollt durch Schmalensee

 

Am 3. Juni 1909 rollt eine Dampfstraßenwalze der Landesbauinspektion Plön die Gemeinde Schmalensee. Sie ist auf dem Weg von Ascheberg nach Bornhöved, wo auf der Chaussee eine neue Decklage einzuwalzen ist. Der Rückmarsch ist für den 6. Juni vorgesehen.

 

Ein Pferdefuhrwerk geht durch

 

Am 7. Juni 1909 kommt vor einem Haus in Schmalensee ein Fuhrwerk der Firma Kruse aus Neumünster zum Stehen. Aus unerklärtem Grund scheuen die Pferde und gehen mit dem nun führerlosen Gespann durch. Ihr Weg führt sie die Chaussee entlang nach Bornhöved, wo es gelingt, die Tiere anzuhalten.

 

Die Wählscheibe wird eingeführt

 

Viele Telefonbesitzer gibt es im Jahr 1909 noch nicht in Schmalensee. Bekanntester Anschluss ist „Bornhöved 4“ - der Gasthof. Am 13. Juni berichtet das SKTB von der Einführung der Wählscheibe für Fernsprechapparate. „Mit ihrer Hilfe stellt der Anrufer selbst die Verbindung zum Teilnehmer her“, erklärt die Zeitung und prophezeit: „Die Telefondamen der Postverwaltungen indes werden dadurch überflüssig.“

 

Kommunikation mit Belau

 

Baurechtliche Pläne mussten schon 1909 öffentlich ausgelegt werden. Vom 15. Juni an etwa der für die Errichtung einer neuen Fernsprechleitung von Schmalensee nach Belau. Vier Wochen lang kann der Plan in den Postämtern Bornhöved und Ascheberg eingesehen werden.

 

Petrus hat kein Herz für das Ringreiten

 

Für das zweitägige Schmalenseer Vogelschießen am 14. und 15. Juni wollen wir auf gutes Wetter und attraktive Spiele hoffen. Vor 110 Jahren, am 20. Juni, hatten die Ringreiter der Umgebung kein Glück. Das SKTB meldete: „Die abgehaltenen Ringreiterfeste in Bornhöved, Stocksee und Schmalensee hatten sehr unter der ungünstigen Witterung zu leiden.“

Foto zur Meldung: Vor 110 Jahren: Meldungen aus Schmalensee und Umgebung vom Juni 1909
Foto: Vor 110 Jahren: Meldungen aus Schmalensee und Umgebung vom Juni 1909

Vor 115 Jahren: Meldungen aus Schmalensee und Umgebung vom Juni 1904

(01.06.2019)

Eine ungewöhnliche Häufung interessanter bis kurioser Meldungen aus Schmalensee und Umgebung beinhaltet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt im Juni 1904, die hier gebündelt wiedergegeben werden.

 

Ein Mann mit Lebensweisheiten

 

Zum 1. Juni 1904 gibt Schmalensees früherer, langjähriger Gemeindevorsteher und Gastwirt Matthias Christian Suhr sein letztes Ehrenamt auf, nämlich das des Schiedsmanns im Bezirk Tensfeld, der damals alle Gemeinden des heutigen Amtes Bornhöved umfasste – mit Ausnahme von Bornhöved selbst und Trappenkamp, das gab es da noch nicht. Schon im April 1904 verbreitete das SKWB die Nachricht mit diesen Worten:

Rentier M.C. Suhr hat mit Rücksicht auf sein hohes Alter das Amt eines Schiedsmannes, das er seit Einrichtung der Schiedsgerichte geführt hat, niedergelegt. Mit großer Geschicklichkeit hat er es verstanden, die streitenden Parteien zu versöhnen und einen Vergleich zustande zu bringen, der, wenn mitunter auch mager, ihm doch besser dünkte, als ein fetter Prozeß.“

 

Ein Kieler gewinnt die Wette

 

Am 5. Juni 1904 geht in Schmalensee ein Wettraten zu Ende: Gastwirt Ludwig Saggau hatte eine Champagnerflasche mit Kugeln und Körnern füllen lassen. Es galt, die Summe dieser zu schätzen. Ein Herr Schramm aus Kiel liegt mit geschätzten 4.798 der tatsächlichen Anzahl von 4.999 am nächsten und gewinnt. Die Information, was Schramm gewinnt, bleibt uns der Vorläufer der Segeberger Zeitung allerdings bis heute schuldig...

 

Radfahrer schneller als die Feuerwehr

 

Alarmiert durch eine in Richtung Schmalensee aufsteigende Rauchsäule rückt die Freiwillige Feuerwehr Bornhöved am 6. Juni 1904 aus. Am Schwarzen Berg stößt sie auf die Ursache des Rauchs: dort haben die Tannen des Gastwirts Hauschildt gebrannt. Aufmerksame Radfahrer konnten das Feuer aber bereits ersticken.

 

Ein Wankendorfer im Pech

 

In einem Bericht des SKWB vom 14. Juni 1904 steht wieder der Gasthof von Ludwig Saggau (der heutige Gasthof Voß) im Mittelpunkt: In diesem hat sich ein Herr Paustian aus Wankendorf „kurzzeitig aufgehalten“. Die kurze Zeit nutzt jedoch jemand, um Paustian das Fahrrad zu stehlen.

Foto zur Meldung: Vor 115 Jahren: Meldungen aus Schmalensee und Umgebung vom Juni 1904
Foto: Vor 115 Jahren: Meldungen aus Schmalensee und Umgebung vom Juni 1904

Schmalensee will Gewerbe ansiedeln – Ergebnisse der Gemeindevertretung

(30.05.2019)

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung am 29. Mai in der Zusammenfassung:

 

In den nächsten Jahren kann die Gemeinde um bis zu 25 Wohneinheiten wachsen. Als mögliche Flächen zur Wohngebietserschließung werden eine im Winkel Dorfstraße / Belauer Straße und eine weitere im Winkel Damsdorfer Straße / Grasweg in Betracht gezogen. Alle Landeigentümer hätten Verkaufsbereitschaft erklärt, heißt es. Bürgermeister Sönke Siebke beabsichtigt nun mit Unterstützung aus den Fachausschüssen das Gespräch mit der Landgesellschaft Schleswig-Holstein zu suchen, die den Flächenerwerb bewerkstelligen könnte.

 

Außerdem hat ein örtliches Unternehmen ein Interesse daran, seinen Betrieb an einem neuen Standort zu errichten. Nachdem die zunächst avisierte Fläche gegenüber dem Sportgelände aufgrund der dort in großer Zahl vorhandenen archäologischen Stätten für den Firmeninhaber unattraktiv geworden ist, strebt er die Ansiedlung im Grasweg an. Dies wird von der Gemeindevertretung unterstützt, die damit Raum für ein kleines Gewerbegebiet schaffen möchte.

 

Beide vorgenannte Maßnahmen stehen eng in Zusammenhang mit baulichen Maßnahmen zur Erweiterung der Vakuumentwässerungsanlage. Deren Hauptstrang fördert derzeit 75 Prozent der Schmalenseer Abwässer und soll entlastet werden. Der Grasweg war bereits als alternativer Strang benannt worden. Nun gilt es, die Erschließung planerisch in Angriff zu nehmen und hier die Kostenträger zu identifizieren bzw. die anteilige Finanzierung zu beziffern.

 

Auf dem Bolzplatz soll ein Basketballkorb installiert werden. Ein unerwartetes Angebot machte Bornhöveds Bürgermeister Reinhard Wundram, der Besucher der Sitzung war: Auf dem Schulgelände soll ein solcher Basketballkorb demontiert werden, Schmalensee kann ihn übernehmen.

 

Verbessert werden sollen die örtlichen Möglichkeiten der Ersten Hilfe. Zwei Defibrillatoren sollen beschafft werden. Wenn örtliche Vereine Antragsteller sind, besteht die Möglichkeit der Förderung durch Verbände und Institutionen wie die Sportförderung und die Sparkasse Südholstein. Mögliche Anbringungsorte sind das Sportlerheim und das Feuerwehrgerätehaus, da die Defibrillatoren Stromanschluss und geregelte Wärme ebenso benötigen wie Diebstahlsicherheit.

 

Das befristete Arbeitsverhältnis mit einem Gemeindemitarbeiter kann dank umfangreicher Förderung durch die Agentur für Arbeit ab 1. August 2019 um vier Jahre verlängert werden. Die GV beschloss, das zu realisieren.

 

Am 1. September 2019 soll auf die digitale und somit papierlose Gremienarbeit umgestellt werden. Die Mitglieder der kommunalen Gremien werden derzeit durch die Amtsverwaltung im Umgang mit Tablet-PC und dem Ratsinformationssystem Allris geschult.

Foto zur Meldung: Schmalensee will Gewerbe ansiedeln – Ergebnisse der Gemeindevertretung
Foto: Ratsinformationssystem Allris

Musiktalent gibt Konzert im Martin-Luther-Haus

(30.05.2019)

Am Freitag, 31. Mai, gibt ein junges Musiktalent ein Konzert im Bornhöveder Martin-Luther-Haus: Der 14-jährige Malte Peters aus Hamburg spielt am Piano ab 18 Uhr Werke von Bach, Beethoven, Chopin, Grieg und Rachmaninow.

 

Malte wurde 2005 in der Vicelin-Kirche zu Bornhöved getauft. Der Schüler des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums Halstenbek spielt seit seinem 7. Lebensjahr Klavier und studiert seit 2018 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

 

Das Konzert in Bornhöved dient der Vorbereitung von Maltes erstem Solokonzert im Juni in Reinbek, nachdem er eine Einladung zum Spring International Music Festival Shanghai 2019 erhalten hatte.

 

Der ebenso talentierte Schachspieler musiziert auf Einladung des Freundeskreises Kirchenmusik Bornhöved. Der Eintritt zum Konzert ist frei – über Spenden freut man sich natürlich.

 

Im Anschluss an das Konzert gibt es einen Umtrunk und Imbiss im Zelt auf dem Kirchrasen.

Foto zur Meldung: Musiktalent gibt Konzert im Martin-Luther-Haus
Foto: Pianist Malte Peters

Schmalensee hat gewählt – vorläufige Zahlen

(27.05.2019)

Die gute Nachricht vorneweg: Bei der Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 ist die Wahlbeteiligung in Schmalensee gestiegen. Um gut 5 Prozent auf 49,5 Prozent laut Ergebnisübersicht des Kreises Segeberg. Und das ist nur der Wert für jene Bürgerinnen und Bürger, die ihre Stimme direkt im Wahllokal abgegeben haben. Denn: Von 400 Wahlberechtigten haben 55 per Briefwahl abgestimmt.

 

Da aber in allen Ämtern des Kreises gesonderte Briefwahlbezirke gebildet wurden, die Briefwahl also gesondert in den Verwaltungen ausgezählt wurde, „fehlen“ in den folgenden Zahlen 55 Stimmen – und die Wahlbeteiligung ist somit noch höher, denn insgesamt wählten 253 Personen.

 

Zwischen 40 Parteien und Gruppierungen hatten die Bürgerinnen und Bürger bei dieser EU-Wahl die Auswahl. Von 198 im Schmalenseer Gemeindesaal abgegebenen Stimmen entfielen auf die CDU 83, Grüne 37, SPD 21, FDP 18, AfD 10, Piraten 8, Linke 7 und auf die Tierschutzpartei 6 Stimmen.

 

Die Satirepartei „Die Partei“ erhielt 2 Stimmen. Jeweils eine Stimme gab es für die Familienpartei, NPD, Humanisten, ÖkoLinX und Volt. Ein Stimmzettel war ungültig.

 

Das sind die Zahlen des Schmalenseer Wahlvorstands vom Wahlsonntag. Der Kreis Segeberg hat alle Ergebnisse aus den Kommunen auf seiner Homepage veröffentlicht:

 

https://wahlen.segeberg.de/

 

Foto zur Meldung: Schmalensee hat gewählt – vorläufige Zahlen
Foto: Schmalensee hat gewählt – vorläufige Zahlen

Heute ist Europawahl – Gemeindesaal bis in den Abend geöffnet

(26.05.2019)

Eine klare Wahlempfehlung des Schmalenseer Gemeinde-Homepage-Teams: Geht wählen! Seit 8 Uhr ist der Gemeindesaal am Gasthof Voß geöffnet und die ersten Wahlberechtigten Schmalenseerinnen und Schmalenseer waren schon da.

 

Heute gilt es, an den Stellschrauben Europas mitzudrehen und mit einer Stimme unter zig Millionen seinen Beitrag zu leisten.

 

Und die Auswahl ist groß: 40 Parteien und Gruppierungen sind auf dem Stimmzettel enthalten, von dem der Wahlvorstand ein Muster am Saaleingang angebracht hat.

 

Auf dem Saal stehen zwei Wahlkabinen bereit, jeweils drei Mitglieder des Wahlvorstands achten darauf, dass niemand in seiner Stimmabgabe beeinflusst oder gestört wird.

 

Um 18 Uhr wird der Wahlgang geschlossen. Aber dann geht es ja erst richtig los, denn die Auszählung beginnt. Gelegenheit für alle Interessierten, ein kühles Blondes zu bestellen und den Ausgang der Wahl in Schmalensee zu erfahren.

 

Besonderes Interesse gilt dieser Frage: Wie hoch wird die Wahlbeteiligung ausfallen?

 

Die Ergebnisse werden wir am Montagmorgen an dieser Stelle bekannt geben.

 

Das Homepage-Team wünscht einen schönen Wahlsonntag.

 

Foto zur Meldung: Heute ist Europawahl – Gemeindesaal bis in den Abend geöffnet
Foto: Wahlraum ist der Gemeindesaal

Aus dem Bauausschuss: Schmalensee will wachsen

(24.05.2019)

Eine interessante Wendung hat das Bestreben eines örtlichen Unternehmers genommen, der ein neues Betriebsgelände sucht. Im gemeindlichen Ausschuss für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten wurde am 23. Mai eine Alternative zur bisher angedachten Fläche besprochen, weil hier für den Bauherren hohe Kosten für archäologische Vor- und „mit 90-prozentiger Sicherheit“ Hauptuntersuchungen anfielen. In der Sitzung der Gemeindevertretung am kommenden Mittwoch, 29. Mai, um 19.30 Uhr im Gasthof Voß, wird das neue Ansinnen des Bauherrn weiter beraten.

 

Dann soll auch über drei mögliche Flächen gesprochen werden, auf denen Neubaugebiete erschlossen werden könnten. Um 25 Wohneinheiten darf Schmalensee bis 2030 wachsen; Nachfrage besteht. Nachdem im Bauausschuss durch eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung vorgetragen wurde, wo dies aus ihrer Sicht möglich sei, kommt es auch auf die Landbesitzer an.

 

Wer diese Entwicklung Schmalensees weiter verfolgen möchte, sollte sich die Sitzung der Gemeindevertretung nicht entgehen lassen.

 

Weitere Punkte aus dem Ausschuss:

 

Der Gemeinde wird empfohlen, zwei Defibrillatoren zu beschaffen, um die Möglichkeiten zur Ersten Hilfe zu verbessern. Mögliche Standorte könnten das Sportlerheim und das Feuerwehrgerätehaus sein.

 

An der Vakuumpumpsation hat ein Ortstermin stattgefunden um zu ergründen, wie einer Geruchsbelästigung der Anwohner begegnet werden kann. Neue Filter sollen angeschafft und installiert werden – die Gemeinde hofft auf baldige Erledigung.

 

Zum Landesentwicklungsplan sollte die Gemeinde, so die Empfehlung des Ausschusses, keine eigene Stellungnahme abgeben. Der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag hat eine umfangreiche Stellungnahme erarbeitet, die die Interessen der Kommunen bündelt.

 

Die Badesaison hat noch nicht begonnen und es besteht Hoffnung, dass zum Saisonbeginn auch die Badeinsel wieder im Einsatz sein kann. Leichte Mängel, die der Tüv benannt hat, werden gerade abgestellt, damit die Sicherheit der Nutzer gewährleistet sein wird. Eine Nachricht, die besonders die Kinder des Dorfes freuen wird.

Foto zur Meldung: Aus dem Bauausschuss: Schmalensee will wachsen
Foto: Aus dem Bauausschuss: Schmalensee will wachsen

Vor 80 Jahren: Sechs Mutterkreuze für Schmalensee

(21.05.2019)

Am 21. Mai 1939, am Muttertag vor 80 Jahren, wurden im Kreis Segeberg die sogenannten Mutterkreuze an kinderreiche Frauen verliehen, die das 70. Lebensjahr bereits überschritten hatten. In Schmalensee wurden sechs Frauen mit dem von Adolf Hitler am 16. Dezember 1938 gestifteten „Ehrenkreuz der deutschen Mutter“ ausgezeichnet.

 

Der Muttertag war am dritten Maisonntag 1934 offiziell durch die Nationalsozialisten als Feiertag eingeführt worden. Um angesichts der laufenden Kriegsvorbereitungen die Gebärfreudigkeit im Deutschen Reich zu steigern, wurde das Mutterkreuz gestiftet. Die Bürgermeister beziehungsweise Ortsgruppenleiter der NSDAP waren vorschlagsberechtigt.

 

Wie bereits 1934, als mit der Stiftung des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer die Teilnehmer am Ersten Weltkrieg 1914-18 nachträglich mit einem vermeintlichen Zeichen der Anerkennung bedacht worden waren, erfolgte nun die Würdigung der kinderreichen Großmütter.

 

Das Mutterkreuz gab es in drei Stufen: In Gold für 8 und mehr Kinder, in Silber für 6 und 7 Kinder, sowie in Bronze für 4 und 5 Kinder.

 

In Schmalensee erhielten am 21. Mai 1938 Anna Schenck, geb. Gosch, Lina Kronfeld, geb. Diedrich, und Emma Siebelts, geb. Riems das goldene Mutterkreuz. Die Ausführung in Silber erhielt Katharina Harder, geb. Saggau. Bronzene Mutterkreuze wurden Elise Saggau, geb. Wulf und Elisabeth Suhr, geb. Westphal ausgehändigt.

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Foto: Vor 80 Jahren: Sechs Mutterkreuze für Schmalensee

Schöner Mist: Gelbe Säcke nicht abgeholt

(19.05.2019)

Ungewollte Kunstwerke zieren Schmalensees Straßen: Haufenweise liegen dort seit Donnerstagabend die Gelben Säcke der Wertstoffsammlung. Die Abholung hat nicht, wie der Abfallkalender aussagt, am 17. Mai stattgefunden. Schuld daran ist aber nicht der WZV!

 

Denn der Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) ist zwar der eigentliche Abfallentsorger vor Ort und hat die Abholtermine auch für die Wertstoffe in seinen Abfallkalender aufgenommen, zuständig aber ist die Firma Optisys aus Wedel.

 

Optisys begründet die Nicht-Abholungen, die ein kreisweites Problem sind, mit Fahrermangel. Anscheinend sind alle Fahrer der Firma krank geworden.

 

Die Firma Optisys hat eine eigene Hotline: 0800 / 122 32 55.

 

Darauf legt der WZV Wert, denn gerade ihn bringen die Bürger mit den Gelben Säcken in Verbindung und die Telefone dort laufen heiß. Als das Problem in der Vorwoche in ersten Orten akut geworden war, hatte der WZV die Abholung dort organisiert – gegen Rechnung an Optisys – und will in der nun kommenden Woche ein Krisengespräch mit der die Optisys beauftragenden Firma Landbell führen.

 

Landbell wiederum hat gegenüber der Segeberger Zeitung (Bericht am 18. Mai) erklärt, dass ab kommender Woche wieder genügend Fahrer zur Verfügung stehen. Bleibt zu hoffen, dass dann auch die noch immer an den Straßen liegenden Gelben Säcke abgeholt werden.

 

Wer auf Nummer sicher gehen und die Wertstoffsäcke nicht länger vor seinem Haus haben möchte: Der WZV hat am 16. Mai in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass seine Recyclinghöfe, also auch der in Damsdorf, volle Gelbe Säcke kostenfrei annehmen.

 

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Foto: Gelbe Säcke in Schmalensee nicht abgeholt

Großpfarrei vereint 16.000 Katholiken

(19.05.2019)

In Neumünster haben am 12. Mai katholische Christen die Bildung der Großpfarrei „Seliger Eduard Müller“ gefeiert. Es handelt sich um eine organisatorische Zusammenlegung der katholischen Kirchengemeinden Neumünster, Bad Bramstedt und Bad Segeberg. Letztere umfasst auch die Katholische Gemeinde St. Josef Trappenkamp.

 

Fünf Jahre lang wurde diese Umstrukturierungsmaßnahme vorbereitet, die dazu führt, dass von Neumünster aus durch Pfarramtsleiter Pfarrer Peter Wohs rund 16.000 Gemeindemitglieder auf einer Fläche von der Größe eines Landkreises verwaltet werden.

 

Namensgeber Eduard Müller war ein in Neumünster geborener katholischer Priester, der nach regimekritischen Äußerungen im Jahr 1943 von den Nationalsozialisten in Hamburg mit dem Fallbeil hingerichtet wurde.

Foto zur Meldung: Großpfarrei vereint 16.000 Katholiken
Foto: Katholische Kirche Trappenkamp

Vortrag zum Limes Saxoniae am 21. Mai in Plön

(19.05.2019)

Für Kurzentschlossene, die ihr Wissen über den Limes Saxoniae ergänzen möchten, bietet sich am Dienstag, 21. Mai, ein Besuch des Plöner Kreismuseums an. Um 19.30 Uhr hält dort der Kieler Archäologe und Forschungstaucher Philip Lüth einen Vortrag mit dem Titel „Hüben wie drüben – Der Limes Saxoniae. Mythos und Wirklichkeit einer längst vergessenen Grenze.“

 

Laut Überlieferung war der Limes Saxoniae von 809 bis 1138 eine vertraglich geregelte, unbefestigte Grenze zwischen ostholsteinischen Slawen und den ins Reich Karls des Großen übernommenen sächsischen Gauen. Ausgerechnet im Raum Schmalensee ist der Verlauf bis heute umstritten: Hier wird der Stagnum Colse vermutet, ein großer See, aus dem der Bornhöveder, Belauer und Schmalensee hervorgegangen sind. Durch ihn und nach Norden hin entlang der Alten Schwentine könnte der Limes bis zur Kieler Förde verlaufen sein.

 

Andere Quellen betrachten den Stocksee als Stagnum Colse, wiederum andere meinen, es könnte auch der Große Plöner See sein. Natürlich verorten die hiesigen Heimatforscher den Limesverlauf hier, vor den Toren Schmalensees, wie es auch auf der Skizze zu sehen ist, die sich in verschiedenen Werken zum Thema finden lässt.

 

Spoiler-Alarm: Philip Lüth hat diesen Punkt bei einem ähnlichen Vortrag, den er 2018 in Grebin gehalten hat, offen gelassen. Aber wer weiß, wie der Stand der Forschung seitdem ist?

 

Der Besuch des Vortrags kostet 4 Euro; wer Mitglied des Museumsvereins ist, hat freien Eintritt.

 

Anmerkung: Die vor kurzem gegründete FSG Saxonia, der Zusammenschluss der Fußballabteilungen des TSV Bornhöved und TSV Wankendorf und des SV Schmalensee orientiert sich am historischen Limes – alle Orte liegen in diesem früheren Grenzraum.

Foto zur Meldung: Vortrag zum Limes Saxoniae am 21. Mai in Plön
Foto: Limes Saxoniae im Raum Bornhöved - Verlauf durch den Stagnum Colse

Vor 85 Jahren – Der Wasserspiegel des Schmalensee wird gesenkt

(15.05.2019)

Am 15. Mai 1934, vor 85 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass mit Arbeiten zur Senkung des Wasserspiegels im Bereich der Bornhöveder Seenplatte oder des Wankendorfer Seengebiets begonnen worden ist. Zwischen 60 und 70 Zentimeter stand das Wasser bis dahin höher als heute.

 

Umfangreiche Entwässerungsarbeiten wurden unternommen, um die angrenzenden Flächen, zu einem Großteil Wiesen, dauerhaft für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Über 450 Hektar „Landgewinn“ versprach man sich davon, wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtete. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung, die das 1933 an die Macht gelangte Regime der Nationalsozialisten überall im Reich praktizierte, um die Arbeitslosigkeit so schnell wie möglich zu bekämpfen, waren 120 Mann, vornehmlich aus Preetz, mit dem Ausheben von Entwässerungsgräben und dem Ausbaggern von Auen beschäftigt.

 

Die so entstandenen Gräben und die alten Auen werden bis heute durch die Gewässerpflegeverbände / Wasser- und Bodenverbände in Ordnung gehalten.

 

Laut Segeberger Kreis- und Tageblatt wurde mit der Maßnahme eine seit gut 100 Jahren bestehende Planung umgesetzt. Und dabei soll oder muss der Wasserspiegel einst noch höher gestanden haben: Bornhöveds Kirchspielchronist Pasche berichtet 1839, dass Bornhöveder See, Belauer See und Schmalensee einst ein See waren. Heinz Willner nennt diesen einen See in seiner 2011 veröffentlichten und nicht unumstrittenen Beschreibung des Limes Saxoniae den „Stagnum Colse“. Dieser wird in einer Abfassung der Hamburgischen Kirchengeschichte durch Adam von Bremen im Jahr 1076 als ein großer See im Verlauf des Limes genannt.

 

Weit später, im März 1871, wird eine bestehende Wasserspiegelproblematik nach 1810 zum zweiten Mal von offizieller Stelle aufgegriffen. Die Landeigentümer aus Bornhöved, Schmalensee und Belau, haben sich zu einer „See-Commune“ zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen den Besitzer der Perdoeler Wassermühle vorzugehen. Dieser hat bislang willkürlich Wasser gestaut oder abgelassen und so in den Uferzonen Nachteile für die Bauern verursacht. Mit einer „Denkschrift betreffend der Abwässerung der Wiesen am Belauer, Schmalen- und Bornhöveder See“ legt ein Ingenieur Mohr dar, wie mit moderner Technik der Wasserabfluss geregelt und mittels Grabenziehung eine zusätzliche Entwässerung herbeigeführt werden kann.

 

Die 1934 begonnenen Arbeiten setzten einen Teil dieser Denkschrift in die Tat um. Schmiegten sich die Seen bis dahin noch an Waldungen und Wiesen an, wie es die Zeitung beschrieb, entstanden nun Strände – was die Hoffnung auf regen Ausflugsverkehr in unsere Region weckte.

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren – Der Wasserspiegel des Schmalensee wird gesenkt
Foto: Der Schmalensee im Bereich Belauer Straße

Vor 90 Jahren: Meierei Schmalensee auf der GROLA erfolgreich

(14.05.2019)

Am 14. Mai 1929, vor 90 Jahren, ging auf dem Hamburger Heiligengeistfeld die „GROLA“, die Große Landwirtschaftliche Ausstellung zu Ende. Während sich die Werbung für diese Veranstaltung ganz auf den Aspekt der stetig zunehmenden Elektrifizierung konzentriert, erweist sich die Meiereigenossenschaft Schmalensee bei den Butterprämierungen als sehr erfolgreich.

 

So gelingt es der Meierei, in der Klasse 1 (ungesalzene Butter), neben anderen Meiereien wie denen aus Damsdorf und Tensfeld, einen 1. Preis zu gewinnen. Zweite Preise gehen u.a. an die Meiereien aus Gönnebek und Bornhöved.

 

In der Klasse 2 (gesalzene Butter) gewinnen die Schmalenseer, aber auch Bornhöved, Blunk und andere, einen 2. Preis. Einen ersten Preis erringt auch hier die Damsdorfer Meierei, ebenso die aus Dersau und Rickling.

 

Die mehrtägige GROLA verzeichnet einen Besucherrekord – 140.000 zahlende und insgesamt 325.000 Besucher werden geschätzt. Für die hiesige Region hat die Messe einen hohen Stellenwert, nicht nur für das Meiereiwesen. Auch viele Züchter präsentieren in der Hansestadt ihre schwarzbunten Rinder, Reit- und Wagenpferde oder Schweine.

 

In der Auswertung der Siegerlisten durch das Segeberger Kreis- und Tageblatt, die heutige Segeberger Zeitung, tauchen jedoch keine Schmalenseer auf. Bei den Prämierungen schwarzbunter Bullen gehen Staatsprämien nach Gönnebek (Gerth und Bern) sowie an Meyer in Tarbek.

 

Die Meiereigenossenschaft Schmalensee ist nach Dorfchronist Heinrich Göttsch 1885 im Bereich des heutigen Hauses Damsdorfer Straße 1 gebildet worden. Der hiesigen Meierei schlossen sich nach Modernisierungen auch die Bauern aus Tarbek (1901) und Belau (1904) an. Drei Schmalenseer Höfe, die sich vor 1885 der Bornhöveder Meiereigenossenschaft angeschlossen hatten, wechselten 1902 zur Meierei in Schmalensee. Die Tarbeker Bauern wechselten nach dem Ersten Weltkrieg nach Bornhöved.

 

Das Gebäude Damsdorfer Straße 1 wurde 1910 an Zimmermann Christian Stölting verkauft, nachdem neben der Gastwirtschaft das noch heute bestehende Meiereigebäude errichtet worden war. Dieses war modernst ausgerüstet und zugleich (elektrische) Licht- und Kraftzentrale für das Dorf. Bis zu ihrer Auflösung in den 1960er Jahren gewann die Meiereigenossenschaft Schmalensee noch manche Preise bei DLG-Prämierungen. Sie machte aber auch den einen oder anderen Skandal durch, wenn etwa vom Meieristen Butterfälschungen vorgenommen wurden, worüber die Zeitung freilich ebenso berichtete wie über die vielen Erfolge.

 

Foto zur Meldung: Vor 90 Jahren: Meierei Schmalensee auf der GROLA erfolgreich
Foto: Meierei in den 1950er Jahren

Vor 95 Jahren: Wahl zum Reichstag in Schmalensee

(04.05.2019)

Vor 95 Jahren, am 4. Mai 1924, werden die Schmalenseer an die Wahlurne gerufen. Es geht um die Wahlen zum zweiten Reichstag der Weimarer Republik. Die wird reichsweit zu einer Schwächung der bürgerlichen Kräfte und der Sozialdemokraten und zu einer Stärkung der republikfeindlichen rechten Parteien (und der KPD) führen.

 

Das Schmalenseer Ergebnis spiegelt den Trend der Provinz Schleswig-Holstein wieder: Hier dominiert die Deutschnationale Volkspartei (DNVP), die mit Slogans wie „los vom Diktat von Versailles“ und der Betonung der so genannten „Kriegsschuldlüge“ - also der Leugnung der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Ersten Weltrkriegs 1914, weiten Teilen der ländlichen Gesellschaft aus dem Herzen spricht. Die Deutsche Volkspartei argumentiert ähnlich, will sich gegen die „Katastrophenpolitik“ der Reichsregierung stellen.

 

In Schmalensee ist Gemeindevorsteher Theodor Schnohr Wahlleiter. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Ludwig Saggau agiert als sein Stellvertreter. Wahllokal ist die Schule.

 

Von den in Schmalensee abgegebenen Stimmen entfallen auf die DNVP 61. Die DDP erhält 36, die KPD 30 und die „Vereinigte Sozialdemokratische Partei“ 13 Stimmen. Die DVP erhält nur 11 Stimmen im Dorf. Damit dominiert auch hier das rechte Lager. Doch auch 30 Stimmen für die Kommunistische Partei sind beachtlich.

 

Reichsweit bleibt die SPD stärkste Kraft mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung auf die DNVP (die NSDAP durfte bei dieser Wahl in Folge des „Hitler-Putsches“ vom November 1923 nicht antreten) und führt weiter die Regierungsgeschäfte. Schon am 7. Dezember 1924 wird es nach Auflösung des Reichstags (11. Oktober) zu Neuwahlen kommen, die wiederum die extreme Rechte schwächen und der SPD eine stabile Mehrheit bescheren werden.

 

Warum diese Unterschiede? Die Wahl im Mai 1924 steht noch sehr unter Einfluss der Inflation, die u.a. an den für überzogen gehaltenen Reparationsforderungen der Siegermächte des Ersten Weltkriegs und der aktuellen Regierung festgemacht werden. Im Laufe des Jahres 1924 kommt es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und Rückgang der Arbeitslosigkeit – die radikalen Parteien verlieren vorübergehend an Bedeutung.

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren: Wahl zum Reichstag in Schmalensee
Foto: Wahlwerbung der DDP, SKTB 03.05.1924

Wege-Zweckverband ausgezeichnet

(01.05.2019)

Der Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) hat am 30. März den IHK-Ausbildungs-Award der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck erhalten.

 

Damit würdigte die IHK das Auftreten des WZV als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb auf hohem Niveau, der jedem Auszubildenden die Möglichkeit zur Übernahme und Weiterbildung bietet.

 

Zudem, so heißt es in einer Mitteilung der IHK, gibt der WZV schwächeren Schülern die Chance, nach einem Praktikum eine Ausbildung zu absolvieren.

 

Der Wege-Zweckverband, dem auch die Gemeinde Schmalensee angehört, steht auch für Fortbildung und Qualifikation. Innerhalb einer Vielzahl von Ausbildungsberufen können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Teil bis zum Meister qualifizieren.

 

Als gutes Beispiel für die Personalentwicklungsstrategie nennt die IHK die heutige Personalleiterin des WZV Maren Ebers, die einst als Auszubildende im Wege-Zweckverband angefangen hatte.

[Azubi-Award]

Foto zur Meldung: Wege-Zweckverband ausgezeichnet
Foto: Wege-Zweckverband ausgezeichnet

Vor 85 Jahren: Der 1. Mai 1934 in Bornhöved und Umgebung

(01.05.2019)

Hier der Bericht aus dem Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 3. Mai 1934:

 

Der Feiertag der nationalen Arbeit wurde in Bornhöved und Gönnebek festlich begangen. An der Veranstaltung beteiligten sich Tarbek, Damsdorf, Stocksee und Schmalensee. Die Dörfer prangten im Flaggenschmuck und jedes Haus war mit Maiengrün geschmückt.

 

In den frühen Morgenstunden spielte die Feuerwehrkapelle auf dem Marktplatz. Um 9 Uhr hörten die Schüler die Rundfunkübertragung aus Berlin. Um 12 Uhr wurde auf dem Adolfsplatz der Festzug zusammengestellt. Jedes Gewerbe hatte seinen Wagen sinngemäß ausgestattet.

 

Durch die herrliche Frühlingslandschaft ging es nach Gönnebek. Nach dem Umzug durch den Ort mit einem schönen Dorfplatz hob der stellvertretende Ortsgruppenleiter Alfred Dau in einer Ansprache hervor, daß Gönnebek schon früh dem Führer gefolgt sei und daß viele bereits das Braunhemd getragen haben zu einer Zeit, da es noch verboten war.

 

Darauf ging es zurück nach Bornhöved, wo auf dem Adolfsplatz der Festgottesdienst stattfand. Pastor Erich nannte das verflossene Jahr ein Jahr der Erfüllung. Als der Führer Adolf Hitler das Steuer ergriff, erbat er sich vier Jahre Zeit, um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, die der Tod alles Gesunden ist. Die Hälfte der Arbeitslosen hat schon jetzt wieder Arbeit und Brot. Ein organisatorisches Werk ist abgeschlossen, 20 Millionen stehen fest zusammen in der Arbeitsfront und jeder ist ein Glied der Kette, die das ganze Volksleben umspannt.

 

Durch die Arbeit fühlen sich alle verbunden, und hierin liegt der sittliche Grundgedanke, der im Christentum ausgesprochen ist. Jesus sagt: 'Mein Vater wirket, und deshalb wirke ich auch.“ Der Führer stellt uns vor die Wirklichkeit und klar und offen wird gesagt: Da ist Not und es muss gekämpft werden, um diese Not zu beseitigen.

 

Dann setzte sich der Festumzug durch alle Straßen des Ortes fort. Auf dem Marktplatz betonte der Ortsgruppenbetriebsobmann Emil Bock in einer Rede den Erfolg des Jahres, wie jetzt Hand- und Kopfarbeiter Schulter an Schulter marschieren. Der deutsche Arbeiter hat die Ehre und Gleichberechtigung erlangt, die ihm bisher versagt war. Abends war deutscher Tanz.“

 

Kommentierung: Der Bericht vom Maifeiertag 1934 zeigt eindrucksvoll, wie sehr der Nationalsozialismus in die Gesellschaft der Region Bornhöved eingedrungen ist. Angefangen bei der Beteiligung der Feuerwehrkapelle bis hin zum Pastor als Vertreter der Kirche, der einen politischen Vortrag hält. Nicht an einer Stelle wird der Name der Partei genannt – das ist überflüssig geworden, denn alle anderen Parteien sind beseitigt.

 

Alfred Dau, der nach Wegzug von Apotheker Dr. Ahrens noch neuer Ortsgruppenleiter der NSDAP im Amt Bornhöved (Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek) werden sollte, lobt die Gönnebeker für ihren vermeintlichen Mut, das braune Hemd der SA getragen zu haben, als das verboten war. Es ist wahrscheinlich, dass damit nicht das Verbot der NSDAP nach dem 1923 gescheiterten Putschversuch gemeint ist, sondern das von April bis Juni währende SA-Verbot von 1932.

 

Der Redner Emil Bock steht für die Betriebszellenorganisation innerhalb der Deutschen Arbeitsfront, die die Gewerkschaften abgelöst und die Arbeiterschaft mit den Arbeitgebern zwangsvereinigt hat. Der 1. Mai als Tag der nationalen Arbeit soll insbesondere jene, die ursprünglich sozialdemokratisch, sozialistisch, kommunistisch dachten, in den Nationalsozialismus integrieren. Allen Adressaten wird mitgeteilt, dass zumindest im Bereich der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit das Werk des „Führers“ so gut wie abgeschlossen ist – nach gerade mal etwas mehr als einem Jahr der Regierungsführung.

 

 

 

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren: Der 1. Mai 1934 in Bornhöved und Umgebung
Foto: Bornhöved - Adolf-Hitler-Straße

Wolf gesehen? – Notfallhotline wählen!

(24.04.2019)

Regelmäßig erreichen uns Nachrichten über die Rückkehr des Wolfes nach Schleswig-Holstein. Erst kürzlich hat es eine Wolfssichtung im unweit entfernten Stolpe gegeben. Aus anderen Landesteilen gibt es immer wieder Meldungen von Nutztierrissen. Der Kreis Segeberg ist zum Wolfspräventionsgebiet erklärt worden.

 

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR) informiert die Öffentlichkeit (Presse, Internet) anlassbezogen über Wolfssichtungen und angerichtete Schäden.

 

Für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen gibt es eine Notfall-Telefonhotline: 0174/6330335.

 

Diese sollte grundsätzlich gewählt werden, wenn ein Verdacht auf Wolfssichtungen bzw. -risse besteht. Handyfotos und genaue Angaben zum Standort helfen den Behördenmitarbeitern und Wissenschaftlern, das Lagebild zum Wolf zu verdichten.

Foto zur Meldung: Wolf gesehen? – Notfallhotline wählen!
Foto: Wolf gesehen? – Notfallhotline wählen!

Rote Stangen im Dorf keine WLAN-Hotspots

(12.04.2019)

Noch mehr Schilder im Dorf? Oder etwa Sendemasten für WLAN-Hotspots? Solche Fragen haben in den vergangenen Tagen rote Stangen aufgeworfen, die mit erstaunlicher Schnelligkeit von einer mecklenburgischen Baufirma im Dorf eingegraben worden sind. Bürgermeister Sönke Siebke klärt auf: Die Bushaltestellen werden neu beschildert.

 

Die gute Nachricht darin: Die alten Schilder verschwinden. Somit wird es nicht noch mehr davon geben. Man denke nur an die Dorfeiche, die ja kaum noch zu erkennen ist hinter all den Beschilderungen.

 

Kreisweit ist der HVV derzeit damit beschäftigt, an allen Bushaltestellen neue Pfähle ins Erdreich bringen zu lassen. Darum wohl auch die Geschwindigkeit, mit der vorgegangen wurde. An den ersten Positionen sind auch schon die Haltestellenschilder und Fahrpläne an den im HVV-Rot gehaltenen Stangen befestigt – und die alten Stangen verschwunden.

Foto zur Meldung: Rote Stangen im Dorf keine WLAN-Hotspots
Foto: Rote Stangen im Dorf keine WLAN-Hotspots

Vor 85 Jahren: Eröffnung der Kreisführerschule

(09.04.2019)

Am 9. April 1934, vor 85 Jahren, wird in Räumen der Bad Segeberger Jugendherberge die Kreisamtswalterschule, umgangssprachlich „Kreisführerschule“, eingeweiht. In Wochenkursen werden Funktionsträger des öffentlichen Lebens und innerhalb der NSDAP im Sinne des Nationalsozialismus geschult, um dessen Ziele an den jeweiligen Schaltstellen effektiver umzusetzen und die ganze Gesellschaft zu durchdringen.

 

Unabhängig vom Alter werden die Männer, die nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten neu oder noch in Funktionen sind, zu den Führerkursen in der Kreisstadt „eingeladen“. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet ausführlich über die Kreisführerschule, die Unterrichtsinhalte und benennt auch etliche Absolventen mit – damals in der Zeitung noch recht unüblich – Gruppenfotos.

 

So wissen wir aus dem Jahr 1934, dass am ersten Kursus im Zeitraum 9. bis 13. April der aus Schmalensee stammende Amtsvorsteher Hinrich Saggau (Bornhöved) teilnahm. Im Juni ist ein SA-Uniform tragender Sohn des Bauern Friedrich Herbst, wahrscheinlich Friedrich (Fritz), abgebildet. Es wurde nicht über alle Kurse in der Zeitung berichtet. Es ist aber anzunehmen, dass weitere Schmalenseer teilgenommen haben.

 

In der Regel hieß Werner Stiehr, der Kreisleiter der NSDAP und damit höchste Vertreter der Partei im Kreis Segeberg, die Lehrgangsteilnehmer willkommen. Die Referenten waren meist Funktionsträger im jeweiligen Themengebiet.

 

Inhalte der Führerkurse waren Rechnungswesen und Buchführung der Gemeinde; Steuern, Beiträge, Gebühren und Ortssatzung; Bauordnung; neues Standesamtswesen; Aufgaben, Rechte und Pflichten der Orts- und Gemeindevorsteher; Polizeiwesen und Polizeikosten; Erbhofgesetz sowie Rechte und Pflichten der Reichserbhofbauern, Heimatkunde; Luftschutz, Rassenkunde; Gemeindeverfassung und Gemeindeverwaltung; Preußische Jagdordnung; Landwirtschaftliche Entschuldung.

 

Durch Schulung der Amtsleiter wird der Nationalsozialismus in das Volk hineingetragen werden. Über die Amtsleiter wird das Volk dann selbst nationalsozialistisch denken, fühlen und empfinden lernen. Die NSDAP schläft nicht“, hieß es im Segeberger Kreis- und Tageblatt.

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren: Eröffnung der Kreisführerschule
Foto: Kreisführerschule erster Kurs mit Amtsvorsteher Saggau, SKTB vom 13.04.1934

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt zu Ostern

(06.04.2019)

Pressewarte, Schriftführer, Vorsitzende aufgepasst. Wegen der Oster-Feiertage kommt es zu einer geänderten Annahmezeit für den Blickpunkt Bornhöved.

 

Was in der 16. Kalenderwoche (Erscheinungstag 25. April 2019) veröffentlicht werden soll, muss bis spätestens Mittwoch, 17. April 2019, 9 Uhr, in der Amtsverwaltung vorliegen (sabine.gast @amt-bornhoeved.de).

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt zu Ostern
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt zu Ostern

Vor 130 Jahren: Bildung der Amtsbezirke

(06.04.2019)

Am 6. April 1889, vor 130 Jahren, beschließt der Segeberger Kreistag auf Grundlage der neuen (preußischen) Kreisordnung eine Neuordnung des Kreises in Amtsbezirken. Dabei wird der bisherige Amtsgerichtsbezirk Bornhöved in zwei Amtsbezirke aufgeteilt: Der Amtsbezirk Nr. 6, Amt Bornhöved, besteht aus Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek. Es zählt 1.421 Einwohner; in Schmalensee leben damals 304 Einwohner.

 

Der neue Amtsbezirk Nr. 7 ist das Amt Stocksee, das aus den Landgemeinden Stocksee, Damsdorf, Tensfeld und Tarbek sowie den forstfiskalischen Gutsbezirk Stocksee besteht.

 

Über jeden Amtsbezirk entscheidet der Kreistag separat. Für die vorgeschlagene Einteilung des Amtsbezirks Bornhöved gibt es 17:1 Stimmen (von 20 Abgeordneten); für den Amtsbezirk Stocksee 15:3 Stimmen. Mit der Neueinteilung wird auch dem gestiegenen Verwaltungsaufwand begegnet. Die ehrenamtlichen Amtsvorsteher erhalten eine Vielzahl an Aufgaben, etwa in ihrer Rolle als Polizeibehörde oder im Rahmen des Brandschutzes als Oberbrandmeister, was dem heutigen Amtswehrführer entspricht.

 

Die 1889 vorgenommene Einteilung der Amtsbezirke wird weitgehend bis 1947/48 Gültigkeit behalten. Dann erfolgt eine Neugliederung, die zur Vereinigung der Dörfer der Ämter Bornhöved und Stocksee im Amt Bornhöved führt. (1947 war zunächst überlegt worden, das alte Amt Bornhöved mit dem Amt Rickling zusammenzulegen.) 2008 gibt es eine Gebietsreform, in deren Zuge Trappenkamp seine Selbstständigkeit in der Verwaltung aufgibt, zum Amt Bornhöved kommt und den Sitz der Amtsverwaltung übernimmt.

 

1864 hatte man, nachdem Schleswig und Holstein durch bewaffneten Konflikt von Dänemark losgelöst waren, zunächst preußisch (Schleswig) und österreichisch (Holstein) das Land verwaltet und dann, nach dem Waffengang zwischen Preußen und Österreich 1866, als Provinz an Preußen einverleibt und Schleswig-Holstein 1867 in Kreise eingeteilt. Dabei entstand als Verwaltungsraum unterhalb der fortbestehenden Ebene Kirchspielvogtei (der neue Kreis Segeberg war bis 1888 in die beiden Kirchspielvogteien Segeberg und Bramstedt als „Zwischenverwaltungsebene“ untergliedert) der Amtsgerichtsbezirk Bornhöved, bestehend aus den zum vormaligen Amt Segeberg gehörenden Dörfern Bornhöved, Gönnebek und Schmalensee, sowie den zum Kirchspiel Bornhöved aber auch zum vormaligen Amt Plön gehörenden Dörfern Stocksee, Damsdorf, Tensfeld und Tarbek.

 

 

Foto zur Meldung: Vor 130 Jahren: Bildung der Amtsbezirke
Foto: Vor 130 Jahren: Bildung der Amtsbezirke

Vor 40 Jahren: Der Schmalenseer Fußballlehrer Günter Brust übernimmt Holstein Kiel

(01.04.2019)

Am 1. April 1979 schreibt ein Schmalenseer ein Stück Sportgeschichte – zumindest der hiesigen: Günter Brust, von 1974 bis 1978 Gemeindevertreter, übernimmt das Traineramt bei der KSV Holstein, besser bekannt als Holstein Kiel.

 

Brust ist ein Notnagel für die Kieler: Die spielen zu dieser Zeit – wie heute – in der 2. Bundesliga. Ihr Trainer Kuno Böge verfügt jedoch nicht über die nötige Lizenz für die Spielklasse und der Deutsche Fußballbund übt Druck auf „die Störche“ aus. Brust, zuletzt mit Trainerstationen beim Itzehoer SV, TSV Lägerdorf, dem SV Wahlstedt und der SG Seth gegenüber Kiel eher im fußballerischen Abseits unterwegs, wird sozusagen als Strohmann engagiert – Böge wird offiziell Co-Trainer. Der DFB bemerkt das Rollenspiel an der Kieler Förde und übt erneut Druck aus: Man verlangt, dass Brust, der seine Ausbildung von 1948 bis 1952 genossen hatte, Fortbildungen besucht. Dazu kommt es aber nicht.

 

Günter Brust wurde 1924 in Pommern geboren und blieb nach dem Kriegsdienst in Westdeutschland. 1948 verlobte er sich mit der Schmalenseerin Luise Landschoof, die er später heiratete. 1952 absolvierte Günter Brust erfolgreich beim Deutschen Fußballbund die Ausbildung zum Fußballlehrer – noch heute die maßgebliche Schulung für Trainer, die Mannschaften im Profifußball coachen. Ausbilder und Prüfungsleiter Brusts war Bundestrainer Sepp Herberger.

 

Bedeutende Stationen als Trainer hatte Günter Brust, der im Zivilberuf Verwaltungsangestellter war, in den 1950er-/60er-Jahren bei Göttingen 05, Altona 93 und Arminia Hannover – norddeutschen Oberligisten, die vor Gründung der Bundesliga stets um die Qualifikation für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft spielten. Zu seiner ersten Trainerstation war Brust durch Sepp Herberger persönlich vermittelt worden. Der war von Brusts selbst gewähltem Prüfungsthema „Die Grundlage des Zusammenspiels und Zusammenwirkens in Angriff und Abwehr" angetan.

 

Brusts Taktik vom sogenannten „Viereck-System“, einem eklatanten Abweichen von üblichen Formationen und einer Weiterentwicklung seines Wechselspiels von Abwehr und Angriff, das den Gegner derart verwirrte, dass Altona 93 zum „Punkteklau“ gegenüber renommierten Klubs wie dem Hamburger SV avancierte, verhalf ihm zu einem Sonderbericht in der Ausgabe des SPIEGEL vom 23.09.1959.

 

Weitere Stationen Brusts waren die Oberligisten FC Freiburg und FSV Frankfurt. Als die Frankfurter am 14.01.1962 nach 1:0-Führung vor 6.000 Zuschauern Bayern München mit 2:3 unterliegen, endet die Oberliga-Karriere und damit die mediale Aufmerksamkeit für den Fußballlehrer. Bis die KSV Holstein ihn als Joker zog. Doch das Engagement in Kiel war nur von kurzer Dauer: Nach kurzer aber schwerer Krankheit starb Günter Brust im Dezember 1980 im Alter von 56 Jahren.

Foto zur Meldung: Vor 40 Jahren: Der Schmalenseer Fußballlehrer Günter Brust übernimmt Holstein Kiel
Foto: Segeberger Zeitung 10.02.1979 - Günter Brust übernimmt Holstein Kiel

Willkommen Anna und Alma – Nachwuchs bei den Coburger Fuchsschafen von Jannis Nagel

(31.03.2019)

Hoppla – da sind sie schon: Alma und Anna heißen die kleinen braunen Coburger Fuchsschafe von Jannis Nagel. Das Licht der Welt haben sie am 27. März 2019 gegen 21 Uhr erblickt. Etwas früher als geplant: Im Oktober hatten wir auf gemeinde-schmalensee.de von den Plänen des 13-jährigen Jungzüchters berichtet, dass seine schützenswerten Coburgerinnen, die Muttertiere Zoe und Jasmin erst in den Osterferien Nachwuchs bekommen sollen. Zumindest Zoe hat den Fahrplan nicht eingehalten und frühzeitig für große Freude im Hirtenweg gesorgt.

 

Jannis hatte seine beiden Coburgerinnen am Bungsberg so decken lassen, dass er sich nach Möglichkeit in der Ferienzeit um sie und ihren Nachwuchs kümmern kann. Doch während Jasmin – jetzt vorsorglich von Zoe und ihren Kleinen getrennt – grast, flitzen zwei kleine Lämmer fröhlich meckernd um Mutter Zoe herum. So ist die Natur. „Zoe war schon gleich beim Abladen am Bungsberg aufnahmebereit“, erklärt Jannis fachmännisch.

 

Als er am 27. März einen letzten Kontrollgang machte, hörte er bereits verdächtig lautes Meckern aus dem Stall. Jasmin, so Jannis, sei so aufgeregt gewesen, dass sie beim Öffnen der Stalltür an ihm vorbei ins Freie gelaufen sei. „Da waren die Lämmer schon da. Es war alles ohne Komplikationen abgelaufen“, freut sich Jannis.

 

Für den Laien gleichen sich beide Lämmer wie ein Ei dem anderen. Jannis hatte sie vorsorglich mit verschieden farbigen Bändern gekennzeichnet. „Das hat nicht geklappt – sie haben sich die Bänder abgerissen“, so der 13-Jährige. Mittlerweile weiß er aber, wer wer ist. „Alma hat einen Punkt auf der Nase und ist noch ein wenig kleiner als Anna.“

 

Ihr schönes braunes Fell behalten die Lämmer nicht lange. „Zum Winter werden sie aussehen wie ihre Mutter“, weiß Jannis, der sich ganz bewusst für die seltene Rasse der Coburger Fuchsschafe entschieden hat, um sie erhalten zu helfen. „Die erste Schur machen wir im Frühjahr 2020.“

 

Nebenan auf der Weide ist auch schon Nachwuchs bei den Texelschafen von Vater Sönke Nagel unterwegs. Nur Jasmin scheint sich biologisch und organisatorisch an den Plan zu halten. Jannis rechtet mit ihrem Nachwuchs gegen Ostern. Und er ist zuversichtlich, dass auch diese Geburt reibungslos verlaufen wird.

 

Und während er Mutter Zoe und ihre Töchter am 30. März den ersten gemeinsamen Tag an der frischen Luft genießen lässt, befasst er sich schon mit dem nächsten Projekt: Im Brüter reifen gerade die Eier von Vorwerkhühnern. In 20 Tagen sollen sie schlüpfen. Immer was los bei Jungzüchter Jannis!

[Jannis Nagel schützt alte Schafrasse - Homepage am 27.10.2018]

Foto zur Meldung: Willkommen Anna und Alma – Nachwuchs bei den Coburger Fuchsschafen von Jannis Nagel
Foto: Willkommen Anna und Alma - Jannis und Mutterschaft Zoe freuen sich

Vor 100 Jahren: Begrüßung der Krieger

(30.03.2019)

Ein Kommers mit Ball, veranstaltet vom Krieger- und Militärverein für Bornhöved und Umgebung am 30. März 1919, vor 100 Jahren, wird zum Begrüßungsabend für aus dem Weltkrieg heimgekehrte Krieger. Zugleich schildert der Bericht zur Veranstaltung in Heins Gasthof die Haltung der hiesigen Bevölkerung zu den politischen Umwälzungen, die sich zu jener Zeit in Weimar entwickeln.

 

Schon die Ankündigung der Veranstaltung deutet die politische Ausrichtung von Verein und Teilnehmern an: „Kamerad Pastor Schlüter“ wird einen „volkstümlichen und wissenschaftlichen Vortrag“ halten: „Der Bolschewismus – seine Entstehung, sein Wesen, sein Wirken.“

 

Manche Soldaten sind aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt – für sie und ihre Angehörigen wird die Veranstaltung zum Begrüßungsabend. Zugleich aber ist man in Gedanken bei denen, die noch in Gefangenschaft ausharren. Für diese Männer wird Geld gesammelt.

 

Was nach einer Einladung zu einer durchschnittlich besuchten Veranstaltung klingen mag, entpuppt sich im Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts als Massenveranstaltung: Rund tausend Männer und Frauen folgen dem Vorschlag Pastor Schlüters, ein Telegramm an die in Weimar tagende Nationalversammlung aufzusetzen, in dem der Erhalt der Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot für Volk und Land gefordert wird.

 

Die Sorge vor dem Bolschewismus und die Ablehnung der Weimarer Republik und deren Farben Schwarz-Rot-Gold werden die nächsten Jahre in Bornhöved und den umliegenden Dörfern mehrheitlich bestimmen. Beides wird im Sinne Pastor Schlüters und seiner vielen Mitstreiter 1933 mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten überwunden. Und, passend zum Bericht von 1919, durch das Verbrennen von schwarz-rot-goldenen Fahnen vor Heins Gasthof am 13. März 1933 gefeiert werden.

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Foto: Pastor Schlüter

Vereidigt, beschlossen, informiert und vertagt – Ergebnisse der Gemeinderatssitzung

(28.03.2019)

Eine wichtige Lücke wurde in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung am 27. März im Gasthof Voß geschlossen: Mit der Bestätigung der Wahl von Simon Siebelts zum stellvertretenden Gemeindewehrführer ist dieser nun auch offiziell wieder und für sechs Jahre im Amt. Mit Ablauf des Monats Januar war die Wehr vorübergehend (offiziell) ohne stellvertretende Wehrführung gewesen. Nun folgte nach einstimmigem Beschluss die Vereidigung durch Bürgermeister Sönke Siebke mit Aushändigung der Urkunde für den Ehrenbeamten.

 

Beschlossen wurde weiterhin, der vorliegenden Änderung des Bebauungsplans Nr. 5 (Belauer Straße 41, 41 a-f) zuzustimmen, wonach dortige Bauherren einige Auflagen zu erfüllen haben. Im Grundsatz beschlossen wurde auch, dass Schmalensee ein kleines Gewerbegebiet ermöglichen möchte. Interessenten gibt es. Nur ist der Ort noch nicht definiert. Dem Verschönerungs- und Vogelschießerverein sollen in diesem Jahr und in Zukunft die ihm entstehenden Kosten für den Dorfputz abgenommen werden. Dabei geht es im Schwerpunkt um den Imbiss für die Freiwilligen. Im Gemeindegebiet sollen Ausbesserungen an Straßen und Wegen vorgenommen bzw. beauftragt werden. Teurer als gedacht wird wohl der Bau zusätzlicher Sanitäranlagen im Sportlerheim für die dort untergebrachte Kita-Außenstelle. 24.000 Euro sind veranschlagt, die Hälfte wird die Gemeinde stemmen müssen.

 

Informiert wurde u.a. zu einem Mobilitätskonzept, für das sich der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Bucksch stark macht. Was den „Schmexit“ angeht, so konnten der Bürgermeister und sein Finanzausschussvorsitzender Dirk Griese von einem freundlichen Gespräch mit den Spitzen des Amtes Bokhorst-Wankendorf berichten. Im nächsten Jahr beabsichtigt der Kreis Segeberg die Straße nach Stocksee zu erneuern.

 

Vertragt wurde eine Stellungnahme zur Landesentwicklungsplanung: Das sehnlich erwartete Muster des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages lag noch nicht vor. Eine Zweitwohnungssteuer kommt so schnell nicht: Vor dem Oberverwaltungsgericht waren zwei Kommunen erfolgreich beklagt worden. Entsprechende Satzungsentwürfe müssen nun erst einmal rechtssicher gemacht werden.

 

Außerdem: Am 26. Mai wird die Wahl zum EU-Parlament durchgeführt. Den Wahlvorstand in Schmalensee bilden Julia Voß, Heidi Sienknecht, Sönke Siebke, Christopher Brust, Christian Saggau, Peter van het Loo, Lars Holldorf, Frank Mühlenberg und Sönke Stahl.

 

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Foto: Bürgermeister Sönke Siebke vereidigte den stv. Wehrführer Simon Siebelts

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt zu Ostern

(27.03.2019)

Pressewarte, Schriftführer, Vorsitzende aufgepasst. Wegen der Oster-Feiertage kommt es zu einer geänderten Annahmezeit für den Blickpunkt Bornhöved.

 

Was in der 16. Kalenderwoche (Erscheinungstag 25. April 2019) veröffentlicht werden soll, muss bis spätestens Mittwoch, 17. April 2019, 9 Uhr, in der Amtsverwaltung vorliegen (sabine.gast @amt-bornhoeved.de).

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt zu Ostern
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt zu Ostern

Fleißige Dorfputzer durchstreiften die Wege

(24.03.2019)

Rund 50 kleine und große Schmalenseerinnen und Schmalenseer haben sich am 23. März an der Aktion „saubere Landschaft“ beteiligt; umgangssprachlich auch „Dorfputz“ genannt.

 

Wie immer organisierte der Verschönerungs- und Vogelschießerverein die Aktion mit der Gemeinde, die unter anderem durch einige Feuerwehrkameraden vertreten war. Landwirte stellten ihre Treckergespanne zur Verfügung und los ging es für die Gruppen, denen Sammelbereiche zugewiesen wurden.

 

Petrus war in diesem Jahr ein Freund der Dorfputzer, und so artete die Müllsammelaktion zu einem längeren Spaziergang aus. Weit über 10.000 Schritte zeigte die Smartwatch von Sammlerin Nicole an, während der kleine Toke, Mitfahrer auf dem Trecker des Bürgermeisters, eine Auszeit nahm.

 

Spektakuläre Funde wurden in diesem Jahr nicht verzeichnet. Vom Bonbonpapier über viele leere Glasflaschen, Fast Food-Verpackungen und Folienreste aller Art wurden die Inhalte der vom Wege-Zweckverband bereitgestellten Müllsäcke bestimmt. Natürlich war auch mal ein Autoreifen dabei.

 

„Fang des Tages“ war eine Ansammlung von Muschelschalen dort, wo Muscheln in der Natur eigentlich nicht vorkommen. Die wurden dennoch dem natürlichen Zersetzungsprozess überlassen – genauso wie einige Überreste von Schafkadavern, die seltsamerweise alle an einem Ort gesichtet wurden. Mit einer Art Grillplatz unweit davon hatten diese aber eher nichts zu tun.

 

Zurück zu den angenehmen Dingen: Im Feuerwehrgerätehaus wartete schon eine leckere Erbsensuppe vom Gasthof Voß. Dazu gab es Pommes und Würstchen sowie mitgebrachte Kuchen. Reichlich Lohn für ein paar ehrenamtliche Stunden, die sich wie immer gelohnt haben.

 

Ein Dank an alle Dorfputzer für ihren Fleiß – trotz des Wissens, dass im nächsten Jahr erneut ein Dorfputz notwendig werden wird. Denn leider gibt es zu viele Unverbesserliche, denen das Wegwerfen ihres Mülls aus dem Auto- oder Lkw-Fenster und das Ablegen von Abfällen in der Feldmark leichter fallen, als dafür vorgesehene Mittel und Möglichkeiten zu nutzen.

 

Foto zur Meldung: Fleißige Dorfputzer durchstreiften die Wege
Foto: Dorfputz 2019

Vor 115 Jahren: Die Feuerwehr feiert ihren Hauptmann

(23.03.2019)

Am 23. März 1904, vor 115 Jahren, wurde in Schmalensee ein besonderes Jubiläum gefeiert: Karl Schübeler, Hofbesitzer und seit 1894 Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee, feierte sein zehnjähriges Jubiläum als Wehrführer.

 

Aus diesem Anlass hatte Schübeler, der kein Gründungsmitglied der Wehr war und erst im März 1894 in die Wehr eingetreten war, alle Mitglieder mit ihren Frauen in den Gasthof von Ludwig Saggau eingeladen und gab dort ein Fest. 100 Mark, so ein Bericht im Segeberger Kreis- und Wochenblatt, habe er dafür gegeben. Lobreden auf den Jubilar gipfelten in der Übergabe eines Ehrenbeils an Schübeler, gestiftet von seinen Kameraden. Der wiederum stiftete der Wehr ein Banner, das der hiesige Malermeister Adolf Siebke gestaltet hatte. Künstlerisch umrahmt enthielt es auf der Vorderseite den Spruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, und auf der Rückseite die Aufschrift „Gewidmet der Freiwilligen Feuerwehr in Schmalensee 1904.“

 

Nach Auszeichnungen für weitere Mitglieder folgte ein Festmahl - „die Speisen mundeten vorzüglich“ - und bis in späte Stunden wurde ein Festball gefeiert. „Das gut gelungene Fest wird allen Teilnehmern und besonders dem Hauptmann eine liebe Erinnerung bleiben“, so der Zeitungsbericht.

 

Das besagte Banner ist auf dem allseits bekannten historischen Foto der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee zu erkennen, das Hauptmann Schübeler mit den Kameraden zeigt. Die Aufnahme wurde von Dorfchronist Heinrich Göttsch in seiner 1948 veröffentlichten „Chronik von Schmalensee“ abgedruckt und mit „Freiwillige Feuerwehr um 1900“ betitelt. Tatsächlich ist das Foto von 1904, wie das Protokollbuch der Wehr verrät. Dieses enthält einen Eintrag der besagt, die Wehr wurde „im Juli durch Photograph Graf, Neumünster, photographiert [...]. Das Gruppenbild befindet sich ziemlich im Besitz eines jeden Wehrmannes.“

 

Die auf dem Bild erkennbaren Uniformen waren im Übrigen im Januar 1899 beschafft worden. Die Gemeinde hatte dafür 240 Mark gegeben. Anlass war das zehnjährige Bestehen der Wehr, das u.a. mit Theater und Ball am 10. Dezember 1899 gefeiert wurde. Die Uniformen der 1898 gebildeten Trommler- und Pfeiferabteilung wurden bei der Gelegenheit an den Schultern mit den sogenannten „Schwalbennestern“ versehen, wie es auch bei den Musikern des (preußischen) Militärs üblich war.

 

Karl Schübeler stammte aus Schleswig und hatte 1887 die Witwe Elise Dunker geheiratet. So kam er auf die Hufe 8 (Dorfstraße 22, heute Harald Saggau). Im Juli 1906 trat Schübeler vom Amt des Wehrführers zurück, sein Nachfolger wurde der bis Sommer 1933 amtierende Willy Siebke. 1908 verkaufte Schübeler die Hufe 8 an Ludwig Saggau, der seinerseits den Gasthof an Friedrich Voß verkauft hatte. Offenbar musste Schübeler, der Schmalensee schließlich verließ, verkaufen, um die eigentliche Anerbin auf der Hufe 8, Frieda Dunker, auszahlen zu können. (Göttsch schildert dies anders. Demnach übernahm Frieda Dunker 1908 die Hufe und verkaufte diese 1909 selbst an Ludwig Saggau.)

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Foto: Feuerwehr Schmalensee 1904

Schmalenseeer Plattsnacker willkommen

(22.03.2019)

Die Günnbeker Plattsnacker sind ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gerne plattdeutsch unterhalten und die Geselligkeit lieben. Neben Plattsnackern aus Gönnebek nehmen auch Menschen aus dem Amtsbereich Bornhöved an den Treffen teil.

Vorrangig geht es um die Pflege des Kulturgutes Plattdeutsch. Nebenbei befassen sich die Plattsnacker auch mit geschichtlichen Ereignissen aus dem Bereich des Amtes Bornhöved oder besuchen historische Orte oder Ausstellungen. Gerne werden auch Referenten oder niederdeutsch schreibende Autoren zu den monatlichenTreffen eingeladen.

Die Treffen finden jeden zweiten Dienstag im Monat im „Dörphuus", Rotbüschenkamp in Gönnebek, statt. Beginn ist um 18 Uhr. Teilnehmerbeiträge werden nicht erhoben.

Vor den Treffen, um 16.30 Uhr, übt der Singkreis der Plattsnacker.

Informationen zu den Günnbeker Plattsnackern erteilt deren Leiter Werner Stöwer, Telefon 01575/2068092.

Foto zur Meldung: Schmalenseeer Plattsnacker willkommen
Foto: Werner Stöwer Gönnebek

Nicht vergessen: Am Samstag ist Dorfputz

(20.03.2019)

Am Samstag, 23. März, ist es wieder so weit: Auf geht’s zum Dorfputz! Um 11 Uhr sammeln sich alle großen und kleinen Helferinnen und Helfer am Feuerwehrgerätehaus, um von dort aus gruppenweise auf verschiedenen Strecken den Müll einzusammeln. Unterstützt werden sie von Landwirten mit ihren Treckergespannen.

 

Es gilt, links und rechts der Straßen und Wege das aufzusammeln, was binnen eines Jahres achtlos weggeworfen oder sogar illegal in der Gemarkung entsorgt worden ist. Die Gemeinde und federführend der Verschönerungs- und Vogelschießerverein Schmalensee beteiligen sich damit an der landesweiten Aktion „saubere Landschaft“.

 

Mitmachen dürfen alle – nicht nur Vereinsmitglieder! Die Kameraden der Feuerwehr etwa haben diesen Termin in ihren Dienstplan aufgenommen.

 

Alle Gruppen treffen sich nach Beendigung ihrer Tour wieder am Feuerwehrgerätehaus, wo es einen Imbiss geben wird und man noch ein wenig ins Plaudern kommen kann.

Foto zur Meldung: Nicht vergessen: Am Samstag ist Dorfputz
Foto: Dorfputz 2018 Die großen Sammler

Vor 50 Jahren: Gewässerpflegeverband gegründet

(14.03.2019)

Am 14. März 1969, vor 50 Jahren, wird durch Bekanntmachung der Satzung der Wasser- und Bodenverband Tensfelder Au – Schmalensee gegründet. Seit Bekanntmachung einer Neufassung der Satzung am 9. März 1995 nennt er sich Gewässerpflegeverband (GPV) Tensfelder Au – Schmalensee.

 

Seit seiner Gründung ist der GPV Tensfelder Au - Schmalensee für die Unterhaltung der im Kreisgebiet Segeberg und Plön in die Tensfelder Au, Schwentine und Thranbruchsau einmündenden wichtigen Nebengewässer zuständig. Er erfüllt damit die Unterhaltungspflicht der Grundstückseigentümer im Einzugsgebiet dieser Gewässer.

 

Notwendig wurde die Gründung aufgrund des Inkrafttretens des Wasserhaushaltsgesetzes und des Landeswassergesetzes am 1. März 1960: Es änderte sich die bisherige Praxis der Gewässerunterhaltungspflicht. Waren vorher nur die unmittelbaren Eigentümer des Einzugsgebietes eines Gewässers bzw. deren Anlieger für die Gewässerunterhaltung zuständig, wurden nun alle Eigentümer des Einzugsgebietes eines Gewässers unterhaltungspflichtig.

 

Die Gesamtfläche des GPV Tensfelder Au – Schmalensee umfasst 10.374 Hektar. Er hat die Aufgabe, an 72,735 Kilometern offenen Gewässern und 10,687 Kilometern Rohrleitungen den schadlosen Abfluss des Wassers zu gewährleisten, und ist auch verantwortlich für eine naturnahe Pflege und Entwicklung dieser Fließgewässer.

 

Erster Verbandsvorsteher wurde Willi Tevs aus Muggesfelde, der den GPV bis April 1986 führte. Auf Tevs folgte Walter Rahlf aus Seedorf-Aukamp, der im März 1998 von dem Seedorfer Heinrich Huesmann abgelöst wurde, der noch heute im Amt ist.

 

Bereits im Februar 1969 wurde im Zuge der Konstituierung des GPV Tensfelder Au – Schmalensee ein Verbandsausschuss gewählt, in den die Verbandsgemeinden ihre Vertreter entsenden. Erster Schmalenseer im Gremium war Reimer Saggau. Heute vertritt Dirk Griese die Gemeinde Schmalensee im GPV.

 

Quellen: Segeberger Zeitung in den Ausgaben vom Februar und März 1969; Homepage des GPV Tensfelder Au – Schmalensee.

Foto zur Meldung: Vor 50 Jahren: Gewässerpflegeverband gegründet
Foto: Vor 50 Jahren: Gewässerpflegeverband gegründet

Vor 85 Jahren: Gleichschaltung der Frauen

(13.03.2019)

Mit „Gleichschaltung“ wird das Durchdringen aller gesellschaftlichen Bereiche durch den Nationalsozialismus in den Jahren 1933 bis 1937 genannt. Eine Vielfalt an Parteien, Vereinen, berufsständischen Organisationen etc. war im Führerstaat nicht gewollt. Auch viele Organisationen, die teilweise noch aus dem Kaiserreich stammten, gingen in sogenannten NS-Gliederungen auf – NS-Kriegerkameradschaft, NS-Lehrerbund etwa. Und in der NS-Frauenschaft. Am 13. März 1934, vor 85 Jahren, meldete das Segeberger Kreis- und Tageblatt die Auflösung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz für Bornhöved und Schmalensee, und dessen Übertritt in die NS-Frauenschaft.

 

Der Vaterländische Frauenverein war in Preußen 1866 entstanden und hatte sich zur Aufgabe gemacht, Lazarette für Verwundete zu betreiben. Als die Zeit der militärischen Konflikte mit der Reichsgründung 1871 abgeschlossen war, nahm man sich wohltätiger Zwecke an wie Volksküchen, Säuglingsfürsorge oder der Unterhaltung von (Gemeinde-)Schwestern. Daher auch später der Bezug zum Roten Kreuz. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der ursprüngliche Zweck sozusagen reaktiviert, und in der Weimarer Republik galt es, vor Ort Not zu lindern wo immer möglich. Im Januar 1910 wurde der Zweigverein für das Amt Bornhöved gegründet, die Gönnebeker Frauen verließen den Verein später wegen Unstimmigkeiten.

 

Mit dem Auflösungsbeschluss des Vereins für Bornhöved und Schmalensee setzte dieser um, was bereits am 3. März 1934 eine Kreisversammlung aller Segeberger Frauenvereine in Bad Segeberg beschlossen hatte. Die außerordentliche Versammlung in Thodes Gasthof wurde auch von lokalen NS-Funktionären als „Berater“ besucht. Frau Ferme, die Vorsitzende des Vereins, schilderte noch einmal die „aufopferungsvolle Tätigkeit“ der Mitglieder in den zurückliegenden 24 Jahren. Nun aber habe sich der Vorstand entschieden, den Beschlüssen des Kreisverbandes folgen zu wollen. „Treten Sie mit mir geschlossen in die NS-Frauenschaft oder in die NS-Volkswohlfahrt über“, appellierte sie – und alle Frauen, die noch nicht Mitglied waren, traten über. NS-Frauenschaftsleiterin zu der Zeit war Frau Oberböster aus Bornhöved, die Frau Ferme andiente, weiter für die Wohlfahrtsarbeit der NS-Frauenschaft Bornhöved und Umgebung verantwortlich zu sein.

 

Kreisamtsleiter Dr. Eichstädt, verantwortlich im Kreis Segeberg für die NS-Volkswohlfahrt, referierte über den Zweck seiner Organisation, die u.a. die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zum Ziel hatte. Auch Schmalensees Gemeindevorsteher bzw. Bürgermeister Heinrich Harder sprach zur Versammlung: Der Beschluss der Frauen sei richtig, so Harder. Dadurch werde nichts weggeworfen, „sondern eine Aufbauarbeit ermöglicht.“

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren: Gleichschaltung der Frauen
Foto: Vor 85 Jahren: Gleichschaltung der Frauen

Der Dreck muss weg – Dorfputz am 23. März

(07.03.2019)

Bald ist es wieder so weit: Schmalensee rüstet sich für den Dorfputz, um links und rechts der Straßen und Wege das aufzusammeln, was binnen eines Jahres achtlos weggeworfen oder sogar illegal in der Gemarkung entsorgt worden ist. Am Sonnabend, 23. März, beteiligt sich Schmalensee an der Aktion „saubere Landschaft“.

 

Um 11 Uhr sammeln sich alle großen und kleinen Dorfputzer am Feuerwehrgerätehaus, um von dort aus gruppenweise auf verschiedenen Strecken den Müll einzusammeln. Unterstützt werden sie von Landwirten mit ihren Treckergespannen.

 

Alle Gruppen treffen sich nach Beendigung ihrer Tour wieder am Feuerwehrgerätehaus, wo es einen Imbiss geben wird und man noch ein wenig ins Plaudern kommen kann.

 

Veranstalter sind wie immer die Gemeinde und der Verschönerungs- und Vogelschießerverein, der sich um die Organisation der Maßnahme kümmert. Mitmachen dürfen aber alle – nicht nur Vereinsmitglieder!

 

Seid dabei – putzt das Dorf!

Foto zur Meldung: Der Dreck muss weg – Dorfputz am 23. März
Foto: Der Dreck muss weg – Dorfputz am 23. März

Beschlussunfähig – Finanzausschuss fällt aus!

(25.02.2019)

Die für Mittwoch, den 27. Februar angesetzte Sitzung des Finanzausschusses ist abgesetzt und auf einen unbestimmten Termin verlegt worden.

 

Grund ist die jetzt schon feststehende Beschlussunfähigkeit des Gremiums, weil sich zu viele Mitglieder des Gremiums beim Ausschussvorsitzenden Dirk Griese abgemeldet haben.

 

Einige der vorgesehenen Tagesordnungspunkte wird die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung am 27. März direkt aufgreifen. Andere sollen zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt im Finanzausschuss behandelt werden.

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Foto: Beschlussunfähig – Finanzausschuss fällt aus!

Vor 150 Jahren: Erste Sitzung des Segeberger Kreistags

(25.02.2019)

Am 24. und 25. Februar 1869, vor 150 Jahren, kam die Bildung des Kreises Segeberg durch Konstituierung des Segeberger Kreistags zu ihrem Abschluss. Bereits am 22. September 1867 war der Landkreis in der neuen Preußischen Provinz Schleswig-Holstein gebildet worden.

 

Der Kreistag war kein vom Volk gewähltes Organ wie heute. Seine Mitglieder waren, in der Regel aufgrund ihrer Funktion, etwa als Amtsvorsteher, als Kreistagsabgeordnete bestellt. Das die erste Sitzung des Kreistags verhältnismäßig spät zustande kam, mag darin einen Grund haben. Einen anderen vielleicht auch in einer gewissen Unsicherheit darüber, was denn durch den Kreistag zu beschließen sei.

 

So berichtet das Segeberger Wochenblatt am 27. Februar 1869 aus der Sitzung, dass man „vor der Hand von der Entwerfung eines eigenen Kreissatuts abzusehen“ gedenke – es wurde also erwartet, dass „von oben“ noch eine Satzung erlassen werde.

 

Und so traf man „vorbehaltlich der Genehmigung der Königlichen Regierung in den Fällen, wo solche erforderlich“, nur die notwendigsten Beschlüsse.

 

Etwa den, dass alle Mitglieder aus der Kreiskasse 2 Taler an Diäten (Sitzungsgeld) erhalten sollten. Außerdem eine Fuhrvergütung von 22,5 Groschen pro Meile. Somit waren also auch die Fahrkosten geregelt.

 

Auch wie diese Kreiskasse zu befüllen war, wurde beschlossen: Durch 1/24 des Klassen- und Einkommenssteueraufkommens, jedoch ohne die untersten Steuerstufen heranzuziehen.

 

Auf Kreisebene waren im Preußischen Staat verschiedene Kommissionen zu bilden, etwa die (Militär-)Ersatzkommission. Die vom bestellten Kreistag gewählten Personen kamen nicht ausschließlich aus den eigen Reihen, man griff bevorzugt auch auf den Erfahrungsschatz von Bürgern zurück. So auch bei der Bildung der „Klassensteuer-Reklamation-Kommission“, in die man u.a. den Bornhöveder Krämer Grassau wählte.

 

Eine kleine Gebietsreform wurde 1869 noch vorgenommen: Ein Teil des Dorfes Klein Rönnau hatte zum Kloster Nütschau und somit zum Kreis Stormarn gehört. Das machte in den Augen der Obrigkeit keinen Sinn, ganz Klein Rönnau sollte zu Segeberg gehören, was der Kreistag selbstverständlich mittels Beschluss annahm.

 

Eine weitere Entscheidung betraf die Öffentlichkeitsarbeit: Das Segeberger Wochenblatt wurde zum Kreisblatt bestimmt. Ab April sollte es die amtlichen Erlasse und Bekanntmachungen des königlichen Landratsamtes, amtliche Anzeigen der Justizbehörden des Kreises Segeberg, sowie die von den Polizeiverwaltungen des Kreises (das waren u.a. die Amtsvorsteher) zu erlassenden polizeilichen Vorschriften, Bekanntmachungen der Forstbehörden und kreisständische Beschlüsse publizieren. Somit wurde das jeweils sonnabends erscheinende Wochenblatt zum amtlichen Mitteilungsblatt. Bedingung des Kreistags gegenüber dem Verlag Wäser: Ab April sollte das Segeberger Wochenblatt „Segeberger Kreis- und Wochenblatt“ heißen. Ab 1905 hieß es Segeberger Kreis- und Tageblatt aufgrund der nun täglichen Erscheinungsweise (bis auf den Sonntag) und heute kennen wird es als Segeberger Zeitung.

Foto zur Meldung: Vor 150 Jahren: Erste Sitzung des Segeberger Kreistags
Foto: Kreishaus um 1890 - Archiv Zastrow

Die Suche geht weiter – Uni Kiel forscht in der Gemarkung

(23.02.2019)

Keine gute Jahreszeit, um draußen zu arbeiten. Aber die Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität Kiel nutzen diese nasskalten Wochen, um die Forschungen nach frühzeitlicher Besiedelung in Schmalensees näherer Umgebung voranzutreiben. Die da in der vergangenen Woche dick eingepackt und in Gummistiefeln ein Feld an der Tarbeker Straße in Verlängerung der Bornhöveder Flur „Mang de Bargen“ untersuchten, waren aber nicht die Archäologen, sondern die Geophysiker.

„Wir wenden verschiedene Methoden an, um im Erdreich Anomalien festzustellen“, erklärte Student Simon Fischer die Arbeit mit einem vom Mini-Trecker gezogenen Bodenradar auf Rollen. 17 Radarantennen liefern hochauflösende Einsichten in bis zu 3 Meter Tiefe – bei optimalen Bedingungen. „Aktuell sind die Bedingungen eher nicht so gut“, verriet Fischer, der wie Mitstudentin Caroline Reimers und Projektleiterin Erica Corradini angetroffen wurde. „Es ist viel Wasser im Erdreich, das dämpft die Bilder ein wenig.“ Frost wäre da schon besser.

Allerdings sind die Geophysiker mit den bisherigen Daten zufrieden. „Wir haben etliche gute Aufnahmen. Sowohl vom Radar als auch mit dem Magnetometer. Mit dem haben wir die Vorerkundung gemacht“, sagte Erica Corradini. Die Italienerin war für ihre Kollegin Diana Panning eingesprungen, die sich im Mutterschutz befindet. Zum Team gehören noch weitere Mitarbeiter, die am Freitagmorgen aber nicht im Einsatz am Fuße des Grimmelsberges waren: Professor Wolfgang Rabbel, Dr. Dennis Wilken und Diplom-Geophysiker Ercan Erkul und Studentin Natalie Pickartz.

Die Geophysiker arbeiten dem Projekt von Dr. Jutta Kneisel zu, die im Vorjahr mit ihren Mitarbeitern vom Institut für Ur- und Frühgeschichte nur wenige hundert Meter entfernt auf der Flur „Mang de Bargen“, auf Bornhöveder Gebiet, insbesondere in einem bronzezeitlichen Hügelgrab und dessen näherer Umgebung vielversprechende Erkenntnisse sammeln konnte.

Für die Geophysiker ist es kein Problem, für die Archäologen zu arbeiten. Erstens ist es heutzutage üblich, dass die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gemeinsam wirken – so untersuchen Biochemiker Jahrtausende alte Pollen in Bohrkernen und liefern Informationen über Vegetation, Naturkatastrophen oder gar Ackerbau-Produkte. Und zweitens forschen sie „nebenbei“ auch auf geologischer Basis. „Demnächst setzen wir uns in Kiel mit den Archäologen zusammen und nehmen die Auswertung der Daten vor“, sagte Erica Corradini. Natürlich stellt sich die Frage, ob es denn aussichtsreiche Erkenntnisse gibt. Vielleicht Spuren bronzezeitlicher Häuser? Das, so Erica Corradini, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. „Aber wir haben drei Stellen gefunden, die von Interesse sein könnten. Warten wir auf die Auswertung“, schob sie aufmunternd hinterher.

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Foto: Geophysiker Erica Corradini und Simon Fischeras

Baum gefällt – Der Pilz hatte ihn geschwächt

(21.02.2019)

Schmalensee hat einen seiner schönsten Bäume verloren. Am 20. Februar wurde ihm mit Säge, Hubwagen und Seilwinde zu Leibe gerückt. Der Pilz hatte die beeindruckende Buche derart geschwächt, dass ihr die weit ausladende Krone abgenommen werden musste.

 

Das tut auch mir in der Seele weh“, sagte Eigentümer Christian Saggau, nachdem das Werk getan war. Schon kurz vor Weihnachten hatte ihn der Wege-Zweckverband darauf hingewiesen, dass die Buche mit dem Riesenporling und dem Lackporlingpilz befallen sei. Aufgrund des Standorts direkt an der Damsdorfer Straße gegenüber dem Hof Siebelts sei eine Gefährdung des Straßenverkehrs gegeben – die Krone drohe herabzufallen.

 

Der „Eingriff“ bedurfte der Vorbereitung. Mit der Unteren Naturschutzbehörde waren Gespräche über das weitere Vorgehen zu führen. „In den Gesprächen wurde deutlich, dass man den Stamm erhalten und als Nahrungsquelle für die Natur erhalten möchte“, so Christian Saggau.

 

Eigenes Gerät reichte schon bald nicht aus, als es losging. „Wir waren technisch schnell am Ende.“ Also musste Verstärkung kommen, u.a. mit Seilwinde und Motorsäge mit einem 90 Zentimeter-Schwert. Nach einigen Anstrengungen lag die Krone auf der Seite, bereit, zerlegt zu werden. „Der Blick auf das Holz des Stammes zeigte, dass die Bedenken berechtigt waren“, erklärt Saggau.

 

Was bleibt ist ein Stamm mit für den Straßenverkehr unbedenklicher Höhe. „Der bleibt jetzt so stehen und ist für Specht und Co. nutzbar“, sagt Christian Saggau.

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Foto: Der Anblick dieser Buche ist leider Geschichte

Vor 50 Jahren: Und plötzlich kam der Schnee

(16.02.2019)

Mitte Februar 1969, vor 50 Jahren, sah es in Holstein nach einem wunderschönen Schneewinter aus. Vor allem im östlichen Kreis Segeberg, so auf Gut Kamp, bereitete man sich auf Ausflügler vor, die für Pferdeschlitten-Partien aufs Land kommen würden. Die Nacht vom 15. auf den 16. Februar 1969 aber sollte den Menschen vor Augen führen, wie ein Winter die Gesellschaft an ihre Grenzen führen kann.

 

In der Nacht auf den Sonnabend kam es zu starken Schneefällen – und stürmischen Böen. Letztere sorgten dafür, dass Straßen unpassierbar wurden. In ihrer Zusammenfassung der Ereignisse berichtet die Segeberer Zeitung am 17. Februar 1969 von ganzen „Pulks“ von Pkw, die im Schnee liegen blieben. Eine Bildunterschrift besagt, dass allein auf der B430 zwischen Bornhöved und Schmalensee, auf einem Abschnitt von 300 Metern, fast 50 Autos festsaßen. Die Fahrer hatten ihre Fahrzeuge verlassen und sich zu den Dörfern durchgeschlagen.

 

Die Dörfer wiederum drohten unter dem Schnee zu versinken. Schneeverwehungen machten da, wo keine Hauptverbindungsachsen existierten, für mehr als einen Tag unpassierbar, vor allem im östlichen Kreisgebiet im Raum Geschendorf. Herausforderung Nummer eins: Die Milch. Die konnte nicht von den Bauernhöfen geholt werden.

 

Die Kreisverwaltung koordinierte den Einsatz vieler Hilfs- und Rettungskräfte, während in den Dörfern selbst Feuerwehren und Einwohner Schnee schaufelten. Wie zehn Jahre später, bei der so genannten Schneekatastrophe von 1978/79 kamen neben Räumfahrzeugen auch Panzer der Bundeswehr zum Einsatz.

 

Zwar dauerte diese „kleinere“ Katastrophe eigentlich nur einen Tag. Ihre Wucht war im Kreisgebiet jedoch heftig: In vielen Orten, etwa der Stadt Wahlstedt, fielen Strom und Gas aus und auch Ölheizungen funktionierten irgendwann nicht mehr aufgrund des Temperatursturzes.

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Foto: Autos auf der B430 im Schnee - Segeberger Zeitung vom 17.02.1969

Vor 95 Jahren: H.C. Saggau beendet seine lange Ehrenamts-Karriere

(15.02.2019)

Beständigkeit im Ehrenamt hat in Schmalensee eine Tradition. 10, 20 und mehr Jahre im Dienst der Gesellschaft an Schaltstellen mitzuwirken ist für Schmalenseer keine Seltenheit. Einer der Vorreiter war Heinrich Christian Saggau (1855-1947), dessen Rückzug vom Amt des Bornhöveder Amtsvorstehers am 15.02.1924, vor 95 Jahren, offiziell verkündet wurde.

 

Der Amtsvorsteher Saggau in Schmalensee hat sich genötigt gesehen, wegen Alters und Kränklichkeit die Geschäfte des Amtsvorstehers für den Amtsbezirk Bornhöved niederzulegen“, heißt es in der amtlichen Mitteilung des Landrats, die am 20.02.1924 im Segeberger Kreis- und Tageblatt, der heutigen Segeberger Zeitung veröffentlicht wurde. Eine knappe Mitteilung über das Ende eines sehr langen Wirkens.

 

Heinrich Christian Saggau, dessen Nachfahren heute den Hof Dorfstraße 31 bewirtschaften, war Erbe jener Hufe 5/6. Sein Vater Matthias Christian Saggau trat die Hufe 1887 an ihn ab. Wie der Vater war H.C. Saggau nicht nur ein erfolgreicher Landwirt, er war auch fortschrittlich. Dorfchronist Heinrich Göttsch nennt beispielhaft die Einführung und Umsetzung der Wechselschlagordnung, den Gebrauch künstlichen Düngers und die Verwendung von Kraftfutter.

 

H.C. Saggaus jüngerer Zeitgenosse Göttsch fasst in seiner 1948 veröffentlichten Chronik zusammen: „Saggau hatte viele Ehrenämter. Er war nicht nur einer der tüchtigsten Amtsvorsteher (1889-1924), sondern gehörte viele Jahre dem Kirchenvorstand, dem Kreistag, dem Kreisausschuss, dem Provinziallandtag, dem Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Haftpflichtversicherungsvereins und der Landwirtschaftskammer, auch dem Vorstand derselben an, war Vorsitzender der Sparkasse (Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek in Bornhöved, Anm.), des Landwirtschaftlichen Vereins (Bornhöved und Umgebung), der Meiereigenossenschaft (Schmalensee) und war Vorstandsmitglied, zeitweilig auch Vorsitzender des Kreisvereins und des (Landes-)Verbandes Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner. Er musste deshalb oft und lange von zu Hause weg und auf Reisen sein; aber seine resolute Frau und sein treuer Deputatarbeiter August Griese sorgten dafür, dass im Betrieb alles seinen guten Gang ging und das eigene landwirtschaftliche Unternehmen nicht nur nicht zu kurz kam, sondern ein Musterbetrieb blieb, zu dem er es gemacht hatte.“

 

Heinrich Christian Saggau war zudem Gemeindevertreter in Schmalensee und, als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte kurzzeitig für Ordnung sorgten, auch Mitglied des hiesigen Bauernrates. Er war einer der Gründer des Kreisrindviehzuchtvereins Schwarzbunte Holsteiner, Mitgründer eines Kreispferdezuchtvereins und auch Vorstandsmitglied im Landwirtschaftlichen Kreisverein und später, als die Bauern sich politisch auseinander dividierten, im Schleswig-Holsteinischen Bauernverein sowie im Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband.

 

Aus der Funktion des Amtsvorstehers, im preußischen Staat Ortspolizeibehörde, resultierten weitere Aufgaben für den Hufner Saggau aus Schmalensee. Etwa die des Oberbrandmeisters, heute würde man Amtswehrführer sagen. Er war Schöffe am Segeberger Amtsgericht, Mitglied im Militärverein Bornhöved und Umgebung, in der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee und Vorsitzender im Zweigverein des Deutschen Roten Kreuzes in Bornhöved.

 

Schon 1922 hatte Heinrich Christian Saggau seinen Hof an den Sohn Hugo übergeben. Auch dieser sollte zahlreiche Fußstapfen seines Vaters erfolgreich ausfüllen und das „Ehrenamts-Gen“ an die nachfolgenden Generationen weiterreichen. Als Heinrich Göttsch seine Chronik schrieb, war der 91-jährige Heinrich Christian Saggau ältester Schmalenseer. Für ihn wurde vor Drucklegung ein Nachtrag eingeführt: „Er starb am 14.1.1947.“ - Öffentliche Nachrufe und Traueranzeigen suchen wir aufgrund der zeitlichen Umstände vergebens. Zeitungen wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt waren eingestellt und erschienen erst in den Folgejahren wieder. Doch die Berichterstattung in den über 35 Jahren seines aktiven Schaffens bewahrt das Wirken Heinrich Christian Saggaus bis heute äußerst lebhaft und beispielgebend.

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Foto: Heinrich Christian Saggau

Vor 85 Jahren - Die Feuerwehr wird zum Löschzug

(12.02.2019)

Am 12. Februar 1934, vor 85 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt von der Umsetzung der Ergebnisse eines außerordentlichen Kreisfeuerwehrverbandstages vom 29. Januar 1934 (der wiederum ein neues Feuerlöschgesetz umsetzt) im Amt Bornhöved: Die Freiwilligen Feuerwehren Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek werden zu einer Freiwilligen Feuerwehr Bornhöved zusammengelegt, der „Amtsfeuerwehr Bornhöved e.V.“.

 

Diese Umstrukturierung bedeutet eine gravierende Aufwertung der bisherigen Amtsfeuerwehr, die nicht als taktische Einheit agierte sondern lediglich ein organisatorisches Element unterhalb der Kreisebene darstellte und gemeinsame Übungen der dörflichen Wehren organisierte. Der Oberbrandmeister, also der bisherige Amtswehrführer, wird vom Moderator und Koordinator zum Führer. Die bisherigen Gemeindewehrführer (Brandmeister) zu seinen Unterführern, indem die Gemeindewehren zu Löschzügen werden.

 

In der Umsetzung heißt dies, dass unter dem Wehrführer H. Hauschildt (Bornhöved) die Löschzüge I Bornhöved (Löschzugführer Claus Fick), II Gönnebek (Ludwig Biss) und III Schmalensee (Hugo Saggau) gebildet werden.

 

Die Gründung der „Amtsfeuerwehr Bornhöved e.V.“ findet auf Einladung des Amtsvorstehers Hinrich Saggau statt. Alle drei Feuerwehren des Amtsbezirkes Bornhöved sind vertreten und nehmen die neuen Satzungen an.

 

Der bisherige „Amtswehrführer“, Oberbrandmeister Ludwig Saggau aus Schmalensee, der seit Mai 1933 auch Gemeindewehrführer in Schmalensee war, verliert beide Positionen und wird wegen Überschreitung der Altersgrenze verabschiedet und zum Ehren-Oberbrandmeister ernannt. Als solcher ist er weiter berechtigt, die Uniform zu tragen.

 

Hugo Saggau, Schwiegersohn von Ludwig Saggau, wird seine Aufgabe als Löschzugführer 1936 zur Verfügung stellen und von Christian Stölting ersetzt werden, der mindestens bis zum Kriegsende 1945, vermutlich aber bis in das Jahr 1946 offizieller Führer der Schmalenseer Feuerwehr sein wird. Unter dem späteren Bürgermeister Hellmut Saggau, ein Sohn Ludwig Saggaus, wird ab 1946 die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee wieder als eigenständige Wehr aufgebaut.

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren - Die Feuerwehr wird zum Löschzug
Foto: Vor 85 Jahren - Die Feuerwehr wird zum Löschzug

Vor 50 Jahren - Einweihung der Realschule Bornhöved

(31.01.2019)

Am 31. Januar 1969, vor 50 Jahren, wird mit der Realschule Bornhöved eine Bildungseinrichtung eingeweiht, die für viele Schmalenseerinnen und Schmalenseer eine nicht unbedeutende Lebensstation werden sollte. Der Weg zur Verwirklichung der Schule war allerdings etwas holprig.

 

Um einen Mittelschulabschluss zu erwerben, hatten Schülerinnen und Schüler aus Amt und Kirchengemeinde Bornhöved bis dahin einige Mühen auf sich nehmen müssen, denn in den Dörfern existierten, bis zur Gründung der Dörfergemeinschaftsschule Bornhöved, der späteren Grund- und Hauptschule, die meist einklassigen Volksschulen. Mehrere ältere Einwohner Schmalensees, die während des letzten Krieges die Schule besuchen, mussten dafür nach Neumünster fahren. Später dann wurde in Bornhöved der so genannte Aufbauzug eingerichtet, untergebracht in einer Baracke neben der in Kriegszeiten als Lazarett genutzten Schule – gut zu erkennen auf einer Luftaufnahme aus der Zeit vor dem Bau der Realschule. Diese und andere Aufnahmen sind im Heimatmuseum Ole Rökerkaat in Bornhöved verfügbar.

 

Holprig verlief zunächst die Planungsphase: Denn zunächst konnte man sich nicht auf einen Standort für die Dörfergemeinschaftsschule einigen, wovon wiederum der Standort der Realschule abhängig gemacht wurde. Im Januar 1966 lautete das ehrgeizige Ziel, 1967 den Realschulbetrieb aufnehmen zu können. Bis zum 26. Januar 1966 konnten Kinder angemeldet werden, weil zunächst in Räumen der Kirchengemeinde und der Holzbaracke des Aufbauzuges unterrichtet werden sollte. Einen Rückschlag gab es im Juni 1966: Weil keine Zusage für Landeszuschüsse vorlag, stellte die Gemeinde Bornhöved das Projekt Realschule vorerst zurück. Anfang Juli hing die Realisierung komplett in der Luft, weil der Kreis Plön eine finanzielle Beteiligung abgelehnt hatte und aus Kiel signalisiert worden war, dass Landesmittel frühestens 1972 fließen könnten. Am 28. Juli 1966 dann garantierte der Kreis Segeberg die Sicherstellung der Finanzierung des ersten Bauabschnitts. Zur Grundsteinlegung für die Realschule kam es am 15. September 1966.

 

Das Richtfest erfolgte am 28. April 1967. Die Gesamtkosten des Neubaus wurden auf eine Million DM geschätzt. Die Realschule, deren Einzugsbereich die Kreisgrenzen überschreiten würde, sollte Bornhöveds Status als Mittelpunktgemeinde untermauern und das schulische Niveau der Region heben. Ausgestattet mit modernen Fachräumen, großzügigen Zimmern für Schulleitung und Lehrer und einer Schülerbücherei sollte dies gelingen.

 

Im August 1967 stand das Realschulgebäude im Rohbau und noch immer wurden die Schüler notdürftig unterrichtet. Bornhöveds Bürgermeister Walter Ulrichs musste schon jetzt feststellen, dass die angestrebte Kapazität nicht ausreichen und ein weiterer Bauabschnitt geplant werden müsse.

 

Einen wichtigen bürokratischen Schritt legte man am 1. April 1968 ein: Die Bornhöveder Volksschule mit Aufbauzug, die zum neuen Schuljahr zur Realschule werden sollte, erhielt bereits einen Rektor: Walter Schultz wurde an die Realschule versetzt und führte die Bezeichnung „Realschulrektor“. Im Übergang leitete er damit eine Real- und Volksschule mit Aufbauzug. Am 26. November wurde mit Harald Timmermann bereits der Nachfolger für Rektor Schultz als Realschulrektor gewählt.

 

Am 31. Januar 1969 endlich kam es zur feierlichen Einweihung der Realschule Bornhöved. Landrat Graf Schwerin von Krosigk konstatierte, dass die Schule aufgrund stetig steigender Schülerzahlen schon zu klein sei. Zu diesem Zeitpunkt besuchten 225 Kinder die Schule – 122 davon aus dem Kreis Segeberg, 47 aus dem Kreis Plön. Neueste Errungenschaft sollte ein Sprachlabor im Wert von 15.000 DM werden, dass für die Realschule und die Dörfergemeinschaftsschule angeschafft werden sollte.

 

Weitere Bauabschnitte sollten folgen. Auch herbe Rückschläge, etwa ein Feuer am 9. August 1980, das Teile der Gebäude unbrauchbar machte und zu Einschränkungen im Unterricht führte. Als Realschule sollte die Einrichtung bis zum 31. August 2008 in Betrieb bleiben. Am 1. September erfolgte die Umwandlung in die heute bestehende Grund- und Gemeinschaftsschule, bekannt als Sventana-Schule.

 

[Download]

Foto zur Meldung: Vor 50 Jahren - Einweihung der Realschule Bornhöved
Foto: Realschule Bornhöved

Mailadressen und Passwörter geknackt – auch in Schmalensee

(18.01.2019)

Die Tagespresse titelt „Datenleck der Superlative“ (Segeberger Zeitung) oder „Hacker besitzen Millionen von E-Mail-Adressen. Auch ohne Passwörter kann dies nützlich sein“ (Neue Zürcher Zeitung) – Was ist passiert? Im Netz ist eine Sammlung von Informationen zu 773 Millionen Online-Konten aufgetaucht.

 

Gemeindevertreter Christopher Brust – er hatte vor wenigen Jahren bereits einen Hackerangriff auf die Homepage des SV Schmalensee abzuwehren – hat aufgrund der umfangreich im Internet zirkulierenden Nachrichten zum Thema recherchiert.

 

Den vom Betreiber einer Passwort-Sicherheits-Website (Troy Hunt – Have I been Pwned) empfohlenen Maßnahmen folgend, hat Brust sein E-Mail-Adressbuch überprüft und festgestellt, dass auch Schmalenseer (über 25) betroffen sind. Diese sind von ihm bereits benachrichtigt worden (in Blindkopie, so dass niemand sonst weiß, wer Adressat seiner E-Mail ist).

 

Für die Gemeinde-Homepage hat Christopher Brust die wichtigsten Informationen zusammengestellt, die diesem Beitrag als Anlage beigefügt sind. Vielen Dank dafür!

[Infos zum Datendiebstahl]

Foto zur Meldung: Mailadressen und Passwörter geknackt – auch in Schmalensee
Foto: Mailadressen und Passwörter geknackt – auch in Schmalensee

Orientieren auf dem Mönchsweg dank kostenloser App

(15.01.2019)

Auf 530 Kilometern führt der Mönchsweg von der Hansestadt Bremen bis nach Puttgarden auf Fehmarn. Durchgängig beschildert folgt er den Spuren der Mönche, die einst das Christentum in den Norden brachten. Reizvolle Wege führen zu über 100 jahrhundertealten Kirchen und durch beeindruckende Landschaften Norddeutschlands. Auch Schmalensee liegt auf dieser attraktiven Route, auf der man sich nun mittels App noch besser orientieren kann.

 

Vorerst nur für den Bereich Schleswig-Holstein stellt die über mobile Endgeräte zu empfangende App umfangreiche Informationen bereit – ohne Werbung, kostenlos. Neben einem Kartenwerk gibt es Tipps für Tages- und Wochenendtouren ab Hamburg, Kiel, Lübeck und Neumünster. Auf einer virtuellen Zeitreise folgt man durch Hör- und Lesetexte sowie Videos Bruno von Faldera, einem Schüler des Missionars und Bischofs Vicelin (um 1090 bis 1154), der die Reisenden auf dem Mönchsweg begleitet und an vielen Orten spannende Geschichten erzählt.

[Flyer Mönchsweg-App]

Foto zur Meldung: Orientieren auf dem Mönchsweg dank kostenloser App
Foto: Orientieren auf dem Mönchsweg dank kostenloser App

Vor 100 Jahren - Ein Begrüßungsgottesdienst für Kriegsheimkehrer

(12.01.2019)

Am 12. Januar 1919, vor 100 Jahren, heißt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bornhöved ihre aus dem Krieg heimgekehrten Männer willkommen. Den Begrüßungsgottesdienst leitet Pastor Schlüter, dessen Sohn unter den Heimgekehrten ist. 160 Soldaten aus dem Kirchspiel sind gefallen, darunter 13 aus Schmalensee.

 

Jene, die zurück sind aus dem großen Krieg, sammeln sich in Feldgrau und ihre Orden und Ehrenzeichen tragend vor dem Gottesdienst im Garten des Postamts und marschieren dann in geschlossenem Zug und angeführt von den Fahnen der Militärvereine in die Vicelin-Kirche. Zunächst durch ein beeindruckendes Spalier: Die Kirche ist überfüllt und alle Kirchensteige von Andächtigen gesäumt, wie es im Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblattes heißt.

 

Nun Herr, weß' soll ich mich trösten? Ich hoffe auf Dich!“, zitiert Pastor Schlüter aus Psalm 39 und stellt seine Predigt unter die Überschrift „Deutscher Trost“. Schlüter mahnt, nicht zu verzweifeln, denn Deutschland habe schon früher große und schwere Zeiten durchgemacht. Und „ein Volk, das an sich verzweifelt, an dem verzweifelt die Welt und die Geschichte schweigt ewig von ihm.“

 

Mit dem Ende der Monarchie ist der Schutzherr der Evangelischen Kirche verschwunden, der Kaiser und König von Preußen. Die Kirche steht vor einer ungewissen Zukunft. Schlüter fragt die Gemeinde, ob sie für den Erhalt ihrer Religion und Kirche sei. „Gegen 600 Männer und Frauen erhoben sich und gelobten einstimmig ihre Treue gegenüber ihrer Religion und Kirche und sangen 'Ein feste Burg ist unser Gott'.“

 

Am Abend richtet der Vaterländische Frauenverein im Hotel zur Post ein gemütliches Beisammensein für die heimgekehrten Krieger und ihre Angehörigen aus.

 

Der Rückkehrer-Gottesdienst ist die erste Großveranstaltung nach dem verlorenen Weltkrieg. Noch ist es nicht an der Zeit, Denkmäler zu errichten, denn es wird noch gewartet und gehofft, dass es Nachricht von denen gibt, die als vermisst gelten. Auch befinden sich Kirchengemeindemitglieder in Kriegsgefangenschaft. Am 26. November 1922 wird das imposante Kirchspielskriegerdenkmal auf dem alten Kirchhof geweiht werden. Ein Jahr später, am 25. November 1923, weihen die Schmalenseer ihr Gefallenendenkmal ein. Bereits am 28. Februar 1921 wurde eine Gedenktafel mit Porträts der Gefallenen und Vermissten Schmalenseer im Schulhaus enthüllt. Sie hängt heute im Feuerwehrgerätehaus.

Foto zur Meldung: Vor 100 Jahren - Ein Begrüßungsgottesdienst für Kriegsheimkehrer
Foto: Vor 100 Jahren - Ein Begrüßungsgottesdienst für Kriegsheimkehrer

Neue Abfalltarife – WZV informiert öffentlich

(12.01.2019)

Zum 1. Januar 2019 hat der Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) die Entgelte im BioPlus Tarifsystem angepasst. Dazu hatte es im Dezember bereits drei Informationstermine gegeben.

 

Da mittlerweile die Entgeltabrechnungen durch die Steuerämter verschickt wurden, möchte der WZV laut einer Mitteilung seinen Kundinnen und Kunden erneut die Gelegenheit geben, Fragen zu den neuen Tarifen zu stellen oder sich über eine individuelle Anpassung der Tonnenkombination beraten zu lassen.

 

Deswegen werden zwei weitere Informationstermine stattfinden:

 

31.01.2019, 18 Uhr, Bad Bramstedt, Saal des Schlosses, Bleeck 16

05.02.2019, 18 Uhr, Bad Segeberg, Verwaltungsgebäude WZV, Am Wasserwerk 4

 

Bei diesen Terminen werden die kommissarische Verbandsvorsteherin, Frau Dr. Beatrix Klüver, der Geschäftsführer der WZV Entsorgung, Nis Nissen, die Bereichsleiterin Abfallwirtschaft, Frau Dr.-Ing. Julia Hobohm, und die Leiterin des WZV-Servicecenters, Frau Silke Possekel, anwesend sein. Außerdem steht auch ein Mitarbeiter der Wirtschaftsberatungsgesellschaft, die die Kalkulation erstellt hat, zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Foto zur Meldung: Neue Abfalltarife – WZV informiert öffentlich
Foto: Neue Abfalltarife – WZV informiert öffentlich

Das war 2018 in und um Schmalensee

(01.01.2019)

Wieder liegt ein ereignisreiches Jahr hinter unserer Gemeinde, die weit mehr ist als ein Schlafdorf mit langgestreckter 30-Km/h-Zone ist. Wir haben gefeiert und gewählt, Bäume geschmückt und verbrannt, jubiliert, getrauert, uns gestritten und versöhnt.

 

Mit dieser Meldung legt der Arbeitskreis Dorfgeschichte die Jahreschronik 2018 vor. Sie wird an entsprechender Stelle dauerhaft zum Download bereitgestellt. Das umfangreiche Werk ist vom ersten Tag des Jahres an fortlaufend geschrieben worden, erhebt aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Berücksichtigt wurden auch Vorkommnisse im Kreis, Amt und Kirchspiel, wenn sie unsere Gemeinde betrafen.

 

Wer ein Ereignis vermisst, dieses sogar dokumentieren kann durch Fotos, Presseartikel, Urkunden etc., ist herzlich eingeladen, dies an das Homepage-Team, bestehend aus Wilfried Kroll und Christian Detlof zu melden. Bestimmt ist das eine oder andere Ereignis an uns vorbei gegangen…

 

Und 2019? Kommt der „Schmexit“, der Austritt Schmalensees aus dem Amt Bornhöved? Die Gemeindevertretung prüft alle Optionen, um die finanziellen Belastungen des Dorfes zu reduzieren. Mehr ist es aber (noch) nicht. Schon gar nicht würde es zu überstürzten Handlungen und Beschlüssen kommen. Denn alle Beteiligten wissen, wie sehr Schmalensee mit den übrigen Gemeinden des Amtes verbunden ist, wie gewachsen die Solidargemeinschaft Amt Bornhöved ist.

 

Noch intensiver wird in der Gemeindepolitik über das Bauen nachgedacht werden. Die Baulücken im Ort – immerhin 27 – sind erfasst, nur wenige sollen auch bebaut werden. Diese Feststellung war nötig, um die Arbeit an einem Neubaugebiet anschieben zu können. Wo? Das steht noch nicht fest. Eine Abrundung der bestehenden Substanz macht Sinn. Ob das Schließen der Lücke zwischen Dorfstraße/Damsdorfer Straße und den Wohngebieten Am Ringreiterplatz, Redderkoppel und Op’n Barg möglich sein wird, ist offen. Einer solchen Lösung steht derzeit noch die im alten Flächennutzungsplan eingetragene Trasse einer Ortsumgehung im Wege. Da diese mittlerweile das Dorf in zwei Hälften teilen würde, sind die Dorfpolitiker schon zu der Meinung gekommen, dass sie überflüssig und somit aus dem F-Plan zu entfernen ist.

 

Darüber hinaus dürfen wir uns auch 2019 auf viele Veranstaltungen freuen, die regen Zuspruch aller Einwohner und Gäste verdient haben. Die Terminliste auf unserer Gemeinde-Homepage ist wieder lang. Es werden weitere Events hinzukommen. Wer es noch nicht weiß: Wenn ein Verein öffentlich einlädt, dann darf auch jede/r kommen! Geschlossene Veranstaltungen werden in der Regel nicht beworben. Reinschauen, mitmachen und das Dorfleben genießen – das sollte uns alle antreiben im neuen Jahr. Alles Gute dafür und bleiben Sie gesund!

 

Christian Detlof

Foto zur Meldung: Das war 2018 in und um Schmalensee
Foto: Das war 2018 in und um Schmalensee

Vor 85 Jahren - Ein Gesetz zur Erbgesundheit

(01.01.2019)

Das Erbgesundheitsgesetz tritt am 1. Januar 1934, vor 85 Jahren, in Kraft. Es soll „kranken und asozialen Nachwuchs“ mittels Sterilisierung bekämpfen. Diese soll durch neu einzurichtende Erbgesundheitsgerichte angeordnet werden können.

 

Schon im Juli 1933 hat das Segeberger Kreis- und Tageblatt über das entstehende Gesetz umfangreich berichtet. Es ist Teil der „Bevölkerungspolitik“ des nationalsozialistischen Regimes, welches die Sterilisation so genannter Erbkranker als (vorerst) einziges Mittel zur Verhinderung einer Weitervererbung von Geisteskrankheiten und schweren Erbleiden betrachtet. Das Gesetz sieht auch vor, dass Personen, die unter „schwerem Alkoholismus“ leiden, sterilisiert werden sollen.

 

Begründet wird das Gesetz volkswirtschaftlich. Gut 400.000 Personen kämen sofort für eine Sterilisation in Frage, jeweils zur Hälfte Frauen und Männer. Während der operative Eingriff bei einem Mann 20 Reichsmark koste, seien es bei Frauen aufgrund des komplizierteren Eingriffs an die 50 RM – insgesamt also 14 Millionen RM. „Aber der Aufwand trägt so reiche Zinsen, wie noch nie ein Kapital getragen hat“, heißt es in einer Pressemeldung vom 21. Dezember 1933. Und weiter: „Nach 10, 20 oder 30 Jahren wird man feststellen können, dass wir jährlich hunderte von Millionen durch Minderaufwendungen für die Erbkranken sparen.“

 

Was hier als beginnende Entlastung der Sozialsysteme gepriesen wird, ist die Vorstufe zu dem, was Euthanasie genannt wird. Im NS-Jargon die Tötung „lebensunwerten Lebens“. Denn die Ermordung kranker Menschen, später in Konzentrationslagern praktiziert, sollte sich aus „volkswirtschaftlicher“ Perspektive als noch billiger erweisen.

Was die Menschen im Kreis Segeberg schon ab 1933 der Zeitung ansatzweise entnehmen konnten, war bis zum Kriegsende 1945 Wirklichkeit – auch in der Nähe Schmalensees. In seinem 2017 veröffentlichten Buch „Verdrängen, Vergessen, Erinnern“ schildert der Journalist Helge Buttkereit Gedenkorte für die Opfer des NS-Staates im Kreis Segeberg, darunter Rickling: Die im dortigen Lindenhof der „Holsteinischen Heilanstalten für Nerven- und Alkoholkranke“ des Landesvereins für Innere Mission untergebrachten 175 Frauen wurden im November 1941 nach Thüringen zum Sterben verlegt – 19 überlebten den Krieg, neun von ihnen starben bis 1947 an den Folgen ihrer „Behandlung“ oder besser Vernachlässigung. Seine unmenschliche Fratze hat das NS-Regime von Beginn an gezeigt.

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren - Ein Gesetz zur Erbgesundheit
Foto: Vor 85 Jahren - Ein Gesetz zur Erbgesundheit

Locker bleiben – stressfreier Winter für die Biotonne

(25.12.2018)

Das WZV-Fahrzeug hat gerade das Dorf verlassen und die Biotonne ist trotzdem noch halbvoll? Der Grund könnte anhaltender Frost sein. Denn feuchter Bioabfall neigt zum Festfrieren.

 

Die „Profis in Orange“, wie sich die Kolleginnen und Kollegen unseres Abfallentsorgers WZV, vom Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg nennen, geben in einer Pressemitteilung wertvolle Tipps, wie man sich den Biomüll-Ärger sparen kann und seine braune Tonne „locker“ durch die kalte Jahreszeit bringt:

 

Wenn möglich, einen fostfreien Standplatz für die Biotonne suchen und diese erst kurz vor der Entleerung ins Freie stellen.

 

Die Biotonne mit zerknülltem Zeitungspapier oder alten Eierkartons auslegen. Dadurch wird Feuchtigkeit aufgesaugt. Hilfreich sind auch große Papiersäcke, mit denen die Biotonne ausgekleidet werden kann.

 

Essensreste möglichst in dünne Lagen Zeitungspapier oder Küchenkrepp wickeln.

 

Sollte der Tonnen-Inhalt sehr feucht sein, lagenweise zerknülltes Zeitungspapier (keine bunten Illustrierten!) hinzufügen.

 

Küchenabfälle mit holzigen Gartenabfällen mischen.

 

Den Biotonnen-Deckel sofort nach jeder Befüllung wieder schließen.

 

Abfälle nicht in die Tonne hineinpressen, sondern nur locker einfüllen.

 

Vorsichtiges Auflockern der Bioabfälle mit dem Spaten oder einer Schaufel vor der Entleerung.

 

 

Übrigens: Unter www.wzv.de kann bereits der individuelle Abfallkalender 2019 für Ihr Haus und Ihre Tonnen abgerufen werden, je nach Größe und Leerungsrhythmus.

 

Foto zur Meldung: Locker bleiben – stressfreier Winter für die Biotonne
Foto: Locker bleiben – stressfreier Winter für die Biotonne

Vor 115 Jahren - Schmalenseer gründet Kreisverein der Schwarzbuntzüchter

(19.12.2018)

Am 19. Dezember 1903, vor 115 Jahren, wurde im Segeberger Zentral-Hotel ein Verein der Züchter schwarzbunten Milchviehs im Kreis Segeberg gegründet. Einer der Initiatoren, Gründer und Funktionäre des späteren „Vereins für die Zucht schwarzbunter Holsteiner im Kreise Segeberg“ ist der Schmalenseer Hufner Heinrich Christian Saggau.

 

Schon ein Jahr zuvor hatten Saggau und Mitstreiter den Versuch unternommen, die Schwarzbuntzüchter zu organisieren. Sie unternahmen diese Anstrengung, weil die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein je Landkreis nur eine Zuchtrichtung zulassen wollte – für Segeberg die des rotbunten Rindes. Am 6. Dezember 1902 hatten sich rund 200 Landwirte in der Kreisstadt Segeberg eingefunden und den führenden Befürwortern der Schwarzbuntzucht angesichts der „Willkür und Bevormundung“ durch die Kammer den Auftrag erteilt, eine Petition aufzusetzen. In dieser wurde zum Ausdruck gebracht, dass angesichts der Qualität und Quantität der Milch im Kreis Segeberg dem schwarzbunten Vieh der Vorzug eingeräumt werden müsse, weil es hier den idealen Boden vorfinde.

 

Das Komitee, das diese Petition aufsetzen und die Interessen der Schwarzbuntzüchter durchsetzen sollte, rief seine Auftraggeber also am 19. Dezember 1903 erneut zusammen, um die bisherigen Erfolge zu schildern und einen Kreisverein zu gründen, um eine stärkere Position gegenüber der Landwirtschaftskammer einzunehmen und die Schwarzbuntzucht zu organisieren. Heinrich Christian Saggau wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisvereins gewählt.

Er hatte bereits 1888 zusammen mit Heinrich Kock, dem Besitzer der unmittelbar vor Schmalensee liegenden Bornhöveder Hufe Willingshöfen, innerhalb des Landwirtschaftlichen Vereins für Bornhöved und Umgebung einen Rindviehzuchtverein gegründet, welcher der Schwarzbuntzucht den Vorrang gab. Kock wurde 1903 zum Distriktvorsteher des Kreisvereins gewählt – für Schmalensee, nicht für Bornhöved.

 

Der Kreisverein für die Zucht schwarzbunter Holsteiner oder auch Schleswig-Holsteiner besteht bis heute. Schmalensee war nicht nur eine der Keimzellen, sondern auch Hochburg und Vorbild für erfolgreiches züchterisches Handeln. Die zahlreichen Erwähnungen von Körungs-Ergebnissen, von Einkaufsreisen etwa ins Jeverland, um neue Zuchttiere zu erwerben, von Viehauktionen und Rindviehschauen würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Einhellige Meinung unter den heutigen Milchbauern Schmalensees ist, dass das ursprüngliche Zuchtwesen, verbunden mit der großen Leidenschaft der Altbauern, mit der Einführung der künstlichen Besamung langsam erstarb. Auch wandten sich aufgrund des technischen Fortschritts und der oft guten Ackerstandorte viele Segeberger Bauern von der Milchviehhaltung ab, stiegen in den 1960er-Jahren auf Schweinemast und Ackerbau um.

 

Davon war freilich 1903 noch keine Rede. Die Segeberger Schwarzbuntzüchter setzten sich mit ihrer Forderung durch. Die Landwirtschaftskammer hob im Juli 1906 ihre alte Verordnung auf und in der Folge dominierte im Kreis das schwarzbunte Rind. Heinrich Christian Saggau blieb bis 1916 stellvertretender Vorsitzender und war von 1916 bis 1920 Vorsitzender des Kreisvereins – kriegsbedingt, weil der Vorsitzende, Gutsbesitzer Isenberg (Travenort) zum Kriegsdienst einberufen worden war und 1920 wieder den Vorsitz übernahm. Und noch ein Schmalenseer beginnt 1916, im Kreisverein mitzuwirken: Lehrer Heinrich Göttsch. Er war schon Stammbuchführer, übt nun die Funktion des Geschäftsführer aus – bis 1951.

 

Die 42. Generalversammlung am 28. Oktober 1922 ernennt Heinrich Christian Saggau aufgrund seiner Verdienste um den Kreisverein, der seit 1920 „Verein für die Zucht schwarzbunter Schleswig-Holsteiner“ heißt, zum Ehrenmitglied. Als am 8. Dezember 1928 das 25-jährige Bestehen des Kreisvereins gefeiert wird, hat er den Vorsitz während des Festaktes – auch in Anerkennung der Tatsache, dass er 1903 die Gründungsversammlung geleitet hatte. Einen besonderen Auftritt haben vier junge Mädchen aus Schmalensee, die, als Japanerinnen verkleidet unter Gesangbegleitung eine Tanz vorführen.

 

Schmalenseer werden auch sich über 1903 und 1928 für die Schwarzbuntzucht im Kreis Segeberg in vorderer Reihe einsetzen. Am 29. November 1930 wird Heinrich Harder neuer Kreisvorsitzender, übt das Amt bis zum Kriegsende 1945 aus und wird später zum Ehrenmitglied ernannt werden. Mit Hugo Saggau übernimmt 1945/46 der Sohn Heinrich Christian Saggaus den Vorsitz. Der spätere Ehrenvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende amtiert bis 1971, ist außerdem von 1946 bis 1967 Vorsitzender des für die Milchleistungsprüfungen zuständigen Kreiskontrollvereins.

 

Weitere Schmalenseer Familien haben über die Jahrzehnte erfolgreich in der Schwarzbuntzucht mitgewirkt. Herausragend ist der Hof Willy Harders und später seines Sohnes Hans. Der Harder-Hof gilt als eine der Urzellen der Schwarzbuntzucht in Schleswig-Holstein. Im Jahr 1906 wird die Kuh „Lore 23921“ geboren. Sie bildet den Ursprung eines sich über elf Generationen erstreckenden Zuchtstammes – 1963, als Sohn Hans von der Landwirtschaftskammer gehrt wird – ist dies die älteste im ganzen Zuchtgebiet. Auch diese Familie wird schließlich an führender Stelle für die Segeberger Schwarzbuntzucht aktiv werden: Hans-Jürgen Harder, Sohn von Hans, wird 1990 stellvertretender Kreisvorsitzender und 1992 Vorsitzender. In jenem Jahr kam es in Schleswig-Holstein zum Zusammenschluss der drei maßgeblichen Rinderzuchtverbände: Rotbunte und Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner und der Verband Angler Rinderzüchter wurden zur Rinderzucht Schleswig-Holstein eG. Unter Hans-Jürgen Harder konnte 2004 das 100-jährige Bestehen des Vereins der Schwarzbuntzüchter im Kreis Segeberg gefeiert werden.

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Foto zur Meldung: Vor 115 Jahren - Schmalenseer gründet Kreisverein der Schwarzbuntzüchter
Foto: Heinrich Christian Saggau

Vor 85 Jahren - Arbeitsfront bringt die Dörfer auf Linie

(17.12.2018)

Am 17. Dezember 1933, vor 85 Jahren, gibt es für die Teile der Landebevölkerung im Kreis Segeberg, die nicht dem Nationalsozialismus zugewandt sind, eine Botschaft, die nichts Gutes verheißt.

 

An jenem Tag findet im Bad Segeberger Lindenhof eine Kreistagung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) statt. Kreisleiter Pötter verkündet, dass aufgrund des großen Zustroms ab dem 1. Januar 1934 eine vorläufige Aufnahmesperre verhängt werde.(Am Monatsanfang war mit Anzeigen dringend an alle noch nicht organisierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber appelliert worden, schleunigst beizutreten.) Das aber ist nicht, was kritische Teile der Bevölkerung aufmerken lassen sollte.

 

Pötter schwört in der besagten Tagung zugleich seine Ortsgruppenleiter auf ihre Rolle bei der Durchsetzung des Nationalsozialismus in den Dörfern ein:

 

Um nun die großen Aufgaben erfüllen zu können, müssen wir die Vorbedingung lösen, d.h. wir müssen in unseren Dorfgemeinschaften aufräumen, damit alle gegensätzlichen Kräfte, die unsere heutige Entwicklung noch nicht begreifen wollen, ausgeschaltet werden.“

 

Längst sind zu diesem Zeitpunkt andere Parteien verboten, sitzen Kommunisten und Sozialdemokraten in Konzentrationslagern, etwa in Rickling-Kuhlen, das im August 1933 nur zur Hälfte, mit 50 Personen belegt war. „Es ist noch Platz“, schrieb das Segeberger Kreis- und Tageblatt damals. Zahlreiche berufsständische Organisationen sind bereits aufgelöst – ihre Funktion übernahm die DAF. Das gilt auch für die längst zerschlagenen Gewerkschaften, deren Rolle durch die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) innerhalb der DAF bis zu ihrer Auflösung 1935 wahrgenommen wird.

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Foto: Vor 85 Jahren - Arbeitsfront bringt die Dörfer auf Linie

Doppelbingo bei der Seniorenweihnachtsfeier

(13.12.2018)

Ganz schön was los auf dem Gemeindesaal am 12. Dezember: Zeit für die Seniorenweihnachtsfeier, auf deren Ausrichtung Schmalensee auch als Fehlbedarfsgemeinde nicht verzichten würde. 44 ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger folgten der Einladung, sechs weitere Angemeldete hatten leider kurzfristig absagen müssen.

 

Nach bewährtem Muster und doch immer wieder ein bisschen neu verlief das Treffen im festlich geschmückten Saal: Mit dem Begrüßungs-Drink vor dem Weihnachtsbaum und einer Begrüßung durch Bürgermeister Sönke Siebke ging es los.

 

Applaus gab es für die vielen leckeren Kuchen und Torten, für die Nina Becker, Ute Mühlenberg, Bärbel Wichmann, Nicole Specht-Cornehls, Hildegard Schöning, Lore Jungclaus, Christian Detlof, Sophia Conrad, Julia Voß und Andrea Weinrich gesorgt hatten.

 

Im Anschluss erfreute Pastorin Ulrike Egener die Anwesenden mit Gedanken zur Weihnachtszeit und einer Hoffnungs-Geschichte – auch dafür gab es Applaus. Genauso wie für die Helferinnen und Helfer, die sich ums Einladen, Eindecken, Ausschenken und Nachbereiten kümmerten – Christopher Brust, Lotti Saggau, Susan Buchholz, die sich wieder um ganz viele Kleinigkeiten gekümmert hatte, Hildegard und Karl-Heinz Schöning, Annegret und Julia Voß, Christian Detlof und der Bürgermeister selbst. Und, erstmals dabei: Die Konfis Mila Mühlenberg und Bjarne Voß.

 

Die Stars der Veranstaltung waren natürlich die Kinder des Dorfes, die unter Anleitung von Nicole Specht-Cornehls und der musikalischen Begleitung von Maite Jens mit Hilfe von ein paar Eltern Lieder und Gedichte vortrugen.

 

Mit ein paar neuen Regeln machte Susan Buchholz das abschließende Bingo für alle besonders spannend. Etwa mit dem doppelten Bingo, der einen Preis bedeuten konnte. Wer leer ausgegangen war, hatte am Ende dennoch ein Präsent in der Tasche, denn ohne einen Wein und Süßes darf niemand nach Hause. Und mit einem Mini-Weihnachtsstern, gesponsert von der Firma Landgaard aus Gönnebek.

 

Das war die Seniorenweihnachtsfeier 2018 – allen Helferinnen und Helfern ein herzliches Dankeschön und allen Einwohnerinnen und Einwohnern mit ihren Gästen eine schöne Weihnachtszeit!

 

Und schon mal vormerken: Der Termin für die nächste Seniorenweihnachtsfeier ist der 11. Dezember 2019. 15 Uhr, Gemeindesaal.

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Foto: Konzentration beim Bingo

Vor 115 Jahren - Schmalenseer gründet Kreisverein der Schwarzbuntzüchter

(12.12.2018)

Am 19. Dezember 1903, vor 115 Jahren, wurde im Segeberger Zentral-Hotel ein Verein der Züchter schwarzbunten Milchviehs im Kreis Segeberg gegründet. Einer der Initiatoren, Gründer und Funktionäre des späteren „Vereins für die Zucht schwarzbunter Holsteiner im Kreise Segeberg“ ist der Schmalenseer Hufner Heinrich Christian Saggau.

 

Schon ein Jahr zuvor hatten Saggau und Mitstreiter den Versuch unternommen, die Schwarzbuntzüchter zu organisieren. Sie unternahmen diese Anstrengung, weil die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein je Landkreis nur eine Zuchtrichtung zulassen wollte – für Segeberg die des rotbunten Rindes. Am 6. Dezember 1902 hatten sich rund 200 Landwirte in der Kreisstadt Segeberg eingefunden und den führenden Befürwortern der Schwarzbuntzucht angesichts der „Willkür und Bevormundung“ durch die Kammer den Auftrag erteilt, eine Petition aufzusetzen. In dieser wurde zum Ausdruck gebracht, dass angesichts der Qualität und Quantität der Milch im Kreis Segeberg dem schwarzbunten Vieh der Vorzug eingeräumt werden müsse, weil es hier den idealen Boden vorfinde.

 

Das Komitee, das diese Petition aufsetzen und die Interessen der Schwarzbuntzüchter durchsetzen sollte, rief seine Auftraggeber also am 19. Dezember 1903 erneut zusammen, um die bisherigen Erfolge zu schildern und einen Kreisverein zu gründen, um eine stärkere Position gegenüber der Landwirtschaftskammer einzunehmen und die Schwarzbuntzucht zu organisieren. Heinrich Christian Saggau wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisvereins gewählt.

Er hatte bereits 1888 zusammen mit Heinrich Kock, dem Besitzer der unmittelbar vor Schmalensee liegenden Bornhöveder Hufe Willingshöfen, innerhalb des Landwirtschaftlichen Vereins für Bornhöved und Umgebung einen Rindviehzuchtverein gegründet, welcher der Schwarzbuntzucht den Vorrang gab. Kock wurde 1903 zum Distriktvorsteher des Kreisvereins gewählt – für Schmalensee, nicht für Bornhöved.

 

Der Kreisverein für die Zucht schwarzbunter Holsteiner oder auch Schleswig-Holsteiner besteht bis heute. Schmalensee war nicht nur eine der Keimzellen, sondern auch Hochburg und Vorbild für erfolgreiches züchterisches Handeln. Die zahlreichen Erwähnungen von Körungs-Ergebnissen, von Einkaufsreisen etwa ins Jeverland, um neue Zuchttiere zu erwerben, von Viehauktionen und Rindviehschauen würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Einhellige Meinung unter den heutigen Milchbauern Schmalensees ist, dass das ursprüngliche Zuchtwesen, verbunden mit der großen Leidenschaft der Altbauern, mit der Einführung der künstlichen Besamung langsam erstarb. Auch wandten sich aufgrund des technischen Fortschritts und der oft guten Ackerstandorte viele Segeberger Bauern von der Milchviehhaltung ab, stiegen in den 1960er-Jahren auf Schweinemast und Ackerbau um.

 

Davon war freilich 1903 noch keine Rede. Die Segeberger Schwarzbuntzüchter setzten sich mit ihrer Forderung durch. Die Landwirtschaftskammer hob im Juli 1906 ihre alte Verordnung auf und in der Folge dominierte im Kreis das schwarzbunte Rind. Heinrich Christian Saggau blieb bis 1916 stellvertretender Vorsitzender und war von 1916 bis 1920 Vorsitzender des Kreisvereins – kriegsbedingt, weil der Vorsitzende, Gutsbesitzer Isenberg (Travenort) zum Kriegsdienst einberufen worden war und 1920 wieder den Vorsitz übernahm. Und noch ein Schmalenseer beginnt 1916, im Kreisverein mitzuwirken: Lehrer Heinrich Göttsch. Er war schon Stammbuchführer, übt nun die Funktion des Geschäftsführer aus – bis 1951.

 

Die 42. Generalversammlung am 28. Oktober 1922 ernennt Heinrich Christian Saggau aufgrund seiner Verdienste um den Kreisverein, der seit 1920 „Verein für die Zucht schwarzbunter Schleswig-Holsteiner“ heißt, zum Ehrenmitglied. Als am 8. Dezember 1928 das 25-jährige Bestehen des Kreisvereins gefeiert wird, hat er den Vorsitz während des Festaktes – auch in Anerkennung der Tatsache, dass er 1903 die Gründungsversammlung geleitet hatte. Einen besonderen Auftritt haben vier junge Mädchen aus Schmalensee, die, als Japanerinnen verkleidet unter Gesangbegleitung eine Tanz vorführen.

 

Schmalenseer werden auch sich über 1903 und 1928 für die Schwarzbuntzucht im Kreis Segeberg in vorderer Reihe einsetzen. Am 29. November 1930 wird Heinrich Harder neuer Kreisvorsitzender, übt das Amt bis zum Kriegsende 1945 aus und wird später zum Ehrenmitglied ernannt werden. Mit Hugo Saggau übernimmt 1945/46 der Sohn Heinrich Christian Saggaus den Vorsitz. Der spätere Ehrenvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende amtiert bis 1971, ist außerdem von 1946 bis 1967 Vorsitzender des für die Milchleistungsprüfungen zuständigen Kreiskontrollvereins.

 

Weitere Schmalenseer Familien haben über die Jahrzehnte erfolgreich in der Schwarzbuntzucht mitgewirkt. Herausragend ist der Hof Willy Harders und später seines Sohnes Hans. Der Harder-Hof gilt als eine der Urzellen der Schwarzbuntzucht in Schleswig-Holstein. Im Jahr 1906 wird die Kuh „Lore 23921“ geboren. Sie bildet den Ursprung eines sich über elf Generationen erstreckenden Zuchtstammes – 1963, als Sohn Hans von der Landwirtschaftskammer gehrt wird – ist dies die älteste im ganzen Zuchtgebiet. Auch diese Familie wird schließlich an führender Stelle für die Segeberger Schwarzbuntzucht aktiv werden: Hans-Jürgen Harder, Sohn von Hans, wird 1990 stellvertretender Kreisvorsitzender und 1992 Vorsitzender. In jenem Jahr kam es in Schleswig-Holstein zum Zusammenschluss der drei maßgeblichen Rinderzuchtverbände: Rotbunte und Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner und der Verband Angler Rinderzüchter wurden zur Rinderzucht Schleswig-Holstein eG. Unter Hans-Jürgen Harder konnte 2004 das 100-jährige Bestehen des Vereins der Schwarzbuntzüchter im Kreis Segeberg gefeiert werden.

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Foto zur Meldung: Vor 115 Jahren - Schmalenseer gründet Kreisverein der Schwarzbuntzüchter
Foto: Schwarzbunte, Konstituierung, SKWB vom 10.12.1903

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeiten für den Blickpunkt

(12.12.2018)

Diese Info ist wichtig für alle, die in den nächsten Tagen Einladungen und Informationen im amtlichen Mitteilungsblatt BLICKPUNKT BORNHÖVED veröffentlichen möchten, da der druckende khm-Verlag geänderte Annahmezeiten für den Jahreswechsel bekannt gibt.

 

Für die 52. Kalenderwoche 2018 mit Erscheinungstag Donnerstag, 27. Dezember, müssen Beiträge bis Mittwoch, 19. Dezember vorliegen.

 

In der 1. Kalenderwoche 2019 erscheint kein Blickpunkt.

 

Die erste Ausgabe des Blickpunkt erscheint am Donnerstag, 10. Januar 2019. Annahmeschluss hierfür ist wie üblich am vorherigen Donnerstag, also am 3. Januar.

 

Mitteilungen sind über das Amt Bornhöved (sabine.gast@amt-bornhoeved.de) stets bis 9 Uhr einzureichen.

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeiten für den Blickpunkt
Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeiten für den Blickpunkt

Vor 75 Jahren - Weihnachtskerzen – nicht für jedermann erhältlich

(11.12.2018)

Der Bedarf an Kerzen ist aus naheliegenden Gründen zur Zeit besonders groß“, heißt es in einer Meldung des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 20. Dezember 1943. Die fünften Kriegsweihnachten stehen vor der Tür und es herrscht Mangel.

 

In erster Linie gilt es, die Front und solche fliegergeschädigten Gebiete, in denen die normale Lichtversorgung gestört ist, zu berücksichtigen. Weihnachtskerzen werden daher in diesem Jahr nur an Haushaltungen mit Kindern in den am schwersten vom feindlichen Luftterror getroffenen Orten ausgegeben“, so der weitere Text der Nachricht.

 

Breits am 11. Dezember 1943, also vor 75 Jahren, gab der Landrat des Kreises Segeberg die amtliche Bekanntmachung heraus, wie die Rationalisierung in Sachen Kerzen auszusehen hatte: „Weihnachtskerzen – und zwar zwei Stück pro Kind – dürfen in diesem Jahre bis einschl. 24. Dezember 1943 ausgegeben werden für Kinder unter 15 Jahren […].“

 

Und nur an solche Kinder, die einen Elternteil verloren haben (gefallen oder durch Bombenangriff) und Kinder von fliegergeschädigten Umquartierten. Diese Kinder erhalten einen entsprechenden Gutschein vom zuständigen Bürgermeister, den sie an entsprechenden Verkaufsstellen stempeln lassen müssen.

Foto zur Meldung: Vor 75 Jahren - Weihnachtskerzen – nicht für jedermann erhältlich
Foto: Vor 75 Jahren - Weihnachtskerzen – nicht für jedermann erhältlich

So wird 2019 – Terminkalender für Schmalensee

(08.12.2018)

Der Terminkalender der Gemeinde Schmalensee für das Jahr 2019 steht. Vertreter der Vereine und Organisationen des Dorfes hatten sich mit Bürgermeister Sönke Siebke zusammengesetzt und eine Abstimmung vorgenommen, um Terminüberschneidungen möglichst auszuschließen. Das gelang nicht zu 100 Prozent, dürfte sich aber erfahrungsgemäß nicht negativ auswirken.

 

Der Terminkalender für Schmalensee ist insbesondere für die Nutzung und Vergabe des Gemeindesaals von Bedeutung. Den hat die Gemeinde gepachtet und räumt ihren Vereinen und Organisationen darin Vorgriff ein. Wer jetzt noch Veranstaltungen für das Jahr 2019 initiieren möchte, möge zunächst einen Blick in den Kalender werfen, um nicht anderen ins Gehege zu kommen. Das Homepage-Team arbeitet alle Termine in die entsprechende Rubrik ein und bittet darum, Einladungen, Änderungen oder Streichungen anzumelden, um Verwirrungen auszuschließen.

 

Im amtlichen Mitteilungsblatt Blickpunkt Bornhöved kommt der Terminkalender 2019 einmalig zum Abdruck.

 

Höhepunkte hält das Jahr 2019 wieder viele vor – und reichlich traditionelle Veranstaltungen. Angefangen beim Tannenbaumverbrennen der Feuerwehr (26. Januar) über den Kinderfasching des Verschönerungs- und Vogelschießervereins (3. März), den 17. Knicklauf des SV Schmalensee (17. März), und das Osterfeuer, ausgerichtet von den letztgenannten Vereinen am Gründonnerstag, 18. April.

 

Das Vogelschießen wird das Dorf am 1. Juni einen ganzen Tag lang beschäftigen; die SVS-Fußballer wollen am 3. August auf dem Sportgelände ein Grillfest feiern, der Staudentreff der Siedlergemeinschaft ist auf den 21. September terminiert und am 19. Oktober findet das Laternelaufen statt. Die Reitsportgemeinschaft legt am 26. Oktober die Bingo-Karten aus und das Dorfquiz richtet am 2. November der SVS als Vorjahressieger aus.

 

Die Kranzniederlegung zum Volkstrauertag soll am Vorabend, 16. November, stattfinden und der Weihnachtsbaum am Feuerwehrgerätehaus wird am 30. November geschmückt. Von dort geht es gleich weiter zum Fest des Sparclubs „Hol di ran“ mit leckerem Grünkohl-Buffet. Die Seniorenweihnachtsfeier 2019 findet am 11. Dezember statt und tags darauf tagt abschließend die Gemeindevertretung – im Anschluss an die Terminabsprache für das Jahr 2020. Klingt doch alles nach einem Plan!

[Terminkalender Schmalensee 2019]

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Foto: So wird 2019 – Terminkalender für Schmalensee

Vor 80 Jahren - Erziehung zum Krieg

(07.12.2018)

Am 7. Dezember 1938, vor 80 Jahren, findet im Bad Segeberger Hotel „Germania“ eine Kreistagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) statt, in dem 1933 die lokalen Lehrervereine wie der für Bornhöved und Umgebung aufgegangen waren. Die Vortragsthemen der Tagung zeigen, worauf die Politik der Nationalsozialisten letztendlich abzielt: Parteigenosse Brodersen aus Flensburg referiert über „Die Wehrerziehung in unserer Schule“, ein General Schüßler beschreibt seine „Gedanken über einen neuzeitlichen Krieg“.

 

Schüßler, so schreibt das Segeberger Kreis- und Tageblatt, zieht fast alle Anwesenden in seinen Bann, als er „in seiner frischen, zündenden Art“ über neuzeitliche Waffen und ihre Wirkung spricht. Mit seinem zweiten Vortrag über „unsere Betonfront im Westen“ zeigt er auch auf, wo ein Feind des Deutschen Reiches zu erwarten sei.

 

Welche Rolle das Bildungssystem im nationalsozialistischen Staat einnimmt, verdeutlicht der Gausachbearbeiter für Wehrerziehung Brodersen. Er führt u.a. aus: „Der Krieg der Zukunft wird ein Volkskrieg sein, der eine einsatzbereite, opferwillige Jugend voraussetzt. Schon in der Schule ist der Junge zu Gewandtheit, Mut und Geistesgegenwart zu erziehen. […] Nach 1933 wird die Jugend erfreulicherweise nach einheitlicher politischer Idee ausgerichtet, die in der Reihenfolge Schule, Hitlerjugend (HJ), Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht in Erscheinung tritt. Der totale Krieg fordert von jedem Volksgenossen Wehrwilligkeit, Wehrfertigkeit und Opferbereitschaft. […].“

 

Keine zehn Jahre später wird dieser „totale Krieg“ Wirklichkeit gewesen sein.

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Foto: Vor 80 Jahren - Erziehung zum Krieg

WZV informiert zu Erhöhung der Abfallgebühren

(06.12.2018)

 

Die Verbandsversammlung des Wege-Zweckverbandes der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) am 4. Dezember 2018 in Henstedt-Ulzburg hat neue Abfallentgelte ab 2019 beschlossen. Es handelt sich um die bereits angekündigte Erhöhung der BioPlus-Tarifentgelte um durchschnittlich 17,7 Prozent. Der WZV lädt seine Kundinnen und Kunden zu Informationsveranstaltungen ein – so am Dienstag, 11. Dezember, um 18 Uhr im Trappenkamper Bürgerhaus. Beginn ist um 18 Uhr.

 

Weitere Termine haben bis dahin am 6. Dezember in Bad Segeberg (WZV-Hauptgebäude, Am Wasserwerk 4) und am 10. Dezember in Kaltenkirchen (Bürersaal im Gymnasium am Flottkamp 34) stattgefunden, ebenfalls jeweils um 18 Uhr.

 

In einer Pressemitteilung des WZV heißt es: Frau Dr. Klüver, kommissarische WZV-Verbandsvorsteherin, Herr Nissen, Geschäftsführer der WZV Entsorgung GmbH und Bereichsleiter Recht und Zentrale Dienste beim WZV ,sowie Frau Dr.-Ing. Hobohm, Bereichsleitung Abfallwirtschaft beim WZV werden gemeinsam mit der unterstützend tätigen K&W Wirtschaftsberatung GmbH, welche die Entgeltkalkulation im Auftrag des WZV und für diesen durchgeführt hat, für alle Fragen zur Verfügung stehen und den WZV-Kundinnen und Kunden den „Blick hinter die Kulissen des komplexen Kalkulationsprozesses“ ermöglichen. Auch Frau Possekel, Leiterin des WZV-Servicecenters, wird für Fragen betreffend der Optimierung der eigenen Tonnenkombination zu Verfügung stehen.

Foto zur Meldung: WZV informiert zu Erhöhung der Abfallgebühren
Foto: WZV informiert zu Erhöhung der Abfallgebühren

Erinnerung: Terminabsprache 2019

(25.11.2018)

Sehr geehrte Vorstände der Vereine, Organisationen, Interessengruppen, örtlichen Wählergemeinschaften und Parteien,

 

am Dienstag, 27. November 2018, findet im Feuerwehrgerätehaus um 19 Uhr die Terminabsprache für das Jahr 2019 statt. Diese bietet Ihnen allen die Möglichkeit, geplante Versammlungen und Aktionen so miteinander abzustimmen, dass es im Laufe des nächsten Jahres nach Möglichkeit zu keinen Überschneidungen kommt. Die Terminübersicht wird in einer der ersten Ausgaben des BLICKPUNKT 2019 und zuvor auf der Homepage der Gemeinde erscheinen. Sollten Sie nicht teilnehmen können, besteht auch die Möglichkeit, mir im Vorwege Termine anzuzeigen.

 

gez. Sönke Siebke

Bürgermeister

Foto zur Meldung: Erinnerung: Terminabsprache 2019
Foto: Erinnerung Terminabsprache

Vor 95 Jahren - Einweihung des Gefallenendenkmals

(25.11.2018)

Am 25. November 1923, vor 95 Jahren, versammelten sich die Schmalenseerinnen und Schmalenseer in der Ortsmitte, um das dort errichtete Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs einzuweihen. Wo heute aller Opfer von Krieg und Verfolgung, Gewalt und Vertreibung gedacht wird, suchten gerade jene, die ihre Angehörigen und Freunde verloren hatten, einen Ort, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

 

Das Segeberger Kreis- und Tageblatt schrieb am 28.11.1923: „Am Totensonntag wurde das unsern 13 Gefallenen errichtete Denkmal eingeweiht. An der Feier nahmen nicht nur die Gemeindeglieder, sondern auch viele Auswärtige teil. Nach dem gemeinsam gesungenen Eingangslied 'Ein feste Burg' und einem von Fräulein Saggau gesprochenen Prolog hielt Lehrer Göttsch eine Ansprache, in der er der gefallenen Helden gedachte, die fast sämtlich Kinder der Gemeinde und Schüler des Redners gewesen sind. [...]“

 

Die Wogen der Ströme, sie tragen

Altdeutschlands Tränen zum Meer.

Die Täler und Berge sie klagen

und trauern so tiefernst und schwer.

 

Des Krieges erbarmungslos Wüten

hat wie ein Spätreif zur Nacht

des Vaterlands Knospen und Blüten

zum Welken und Sterben gebracht.“

 

Dies sind die ersten von sieben Strophen des Prologs, den Erna Saggau sprach. Es war der Auftakt zu einer Feier, die uns heute fern und unwirklich, wenn nicht völlig unpassend aufgrund dessen vorkommt, was wir über die Zeit wissen, die im Januar 1933 anbrechen sollte.

 

Das Gefallenendenkmal von 1923 war als Schlussstein unter eine gemeinsam durchlebte Schicksalszeit verstanden worden. Eine Zahl: Am 16.11.1915 standen bereits 54 Einwohner Schmalensees im Felde. Sie waren die Söhne der Bauern und von deren Landarbeitern. Auch Familienvorstände waren unter den als „Krieger“ Bezeichneten. Etwa Ludwig Saggau, früherer Besitzer des Gasthofs, der im März 1917 zum stellvertretenden Gemeindevorsteher wiedergewählt wurde – in Abwesenheit: „Der Gewählte ist im Felde“, wie es im Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 20. März 1917 hieß. Oder Willi Siebke, der seit 1906 Schmalensees Feuerwehr-Hauptmann war.

 

Der Krieg 1914-1918 wirkte sich von Beginn an unmittelbar auf jedes kleine Dorf aus. Es häuften sich die Meldungen, die wir im Zeitungsarchiv nachlesen können: Früh setzten Aufrufe zu Sachspenden ein, bevorzugt Verbandsmaterial; die Verwundung eines Schmalenseers wird genannt, dann der erste Vermisste; Tanzveranstaltungen fallen aus, schließlich ein erster Gefallener – Ludwig Jäger (20.09.1914). Der letzte Kriegsgefallene dieses Konflikts war Friedrich Voß. Schmalensees Gastwirt kam am 23.08.1918 ums Leben.

 

Nicht in allen Fällen der am Denkmal festgehaltenen 13 Namen gab es Gewissheit über den Verbleib der Menschen, die sie trugen. Dass man bis 1923 wartete, hatte u.a. damit zu tun, dass August und Hans Stegelmann, Söhne des Kätners August Stegelmann, bereits seit September bzw. Oktober 1914 vermisst wurden und ihr Schicksal ungeklärt blieb.

 

Bis dahin hatte man in Amt und Kirchengemeinde Bornhöved der Trauer auf vielfältige Weise Ausdruck verliehen. Noch heute hängt im Feuerwehrgerätehaus eine Ehrentafel mit den Bildnissen der 13 Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Sie wurde von der Kasseler Firma Blanckhorn gefertigt. Die Kosten, 960 Mark, wurden durch freiwillige Spenden aufgebracht. Am 28. Februar 1921 wurde die Tafel im Schulzimmer feierlich eingeweiht.

 

Am 26. November 1922 wurde das Kirchspielkriegerdenkmal an der Vicelin-Kirche in Bornhöved eingeweiht. Die damals angebrachte Bronzeplatte wies auf 160 Gefallene aus der ganzen Kirchengemeinde hin. Deren Namen wurden auf Gedenktafeln festgehalten, die im Innern der Kirche angebracht wurden und noch heute bestehen.

 

Für das Schmalenseer Denkmal war man zunächst dem Plan nachgegangen, dieses an der Dorfeiche, am so genannten Dreiecksplatz zu errichten. Dort befand sich bereits der Gedenkstein für die Kriege 1848/51 und 1870/71, an denen auch Schmalenseer teilgenommen hatten. Nach Chronist Heinrich Göttsch sorgte der Währungsverfall der frühen 1920er Jahre dafür, dass diese Idee zunächst fallen gelassen wurde und man später zum jetzigen Standort kam.

 

Göttsch schreibt: „Hufner Otto Saggau (Bruder von Ludwig Saggau; heute Hofstelle Dirk Griese) stellte den Platz zur Verfügung […]. Die Kosten beliefen sich auf 30 Zentner Roggen. Bis auf einen Betrag, der im Sommer gesammelt wurde, nahmen die Landleute die Leistung auf sich.“ Die Ausführung der Arbeiten lag bei Steinsetzmeister Johannes Suhr aus Bornhöved (einem gebürtigen Schmalenseer). Im Gemeindearchiv existiert noch das Sparbuch der Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek, auf dem das Geld – über eine Million Mark – gesammelt worden ist; Währungsverfall.

 

„Die Gräber gefallener Krieger,

an denen die Liebe heiß weint,

sie bleiben – Besitztum der Sieger –

doch immer mit Deutschland vereint.“

 

Strophe drei des Prologs von Erna Saggau. Das Denkmal als Ersatz für Gräber, die wenigsten Kriegstoten konnten in der Heimat bestattet werden. Und innerhalb Europas reiste es sich nicht so leicht wie heute. Die Kriegsgräber in Frankreich oder Russland waren beinahe unerreichbar. Lehrer Heinrich Göttsch, der selbst einen Sohn verloren hatte, stellte in seiner Rede zur Denkmalseinweihung die Frage „ob unsere Söhne umsonst gefallen sind?“.

 

Möglicherweise haben viele den nächsten großen Krieg, der noch grausamer werden und weit mehr Opfer fordern sollte, ab 1933 als zunächst positive Antwort auf diese Frage verstanden. In der Hoffnung, ein „Führer“ würde Schmach und Trauer von 1918 überwinden helfen. Als am 1. Mai 1933 in Amt und Kirchspiel Bornhöved der erste „Tag der nationalen Arbeit“ gefeiert wurde, drückte sich das so aus: Nach einem Umzug durch Bornhöved begaben sich die Teilnehmer nach Schmalensee, wo am Gefallenendenkmal eine so genannte „Hitler-Eiche“ gepflanzt wurde. An des „Führers Geburtstag“, vom NSDAP-Ortsgruppenführer Apotheker Ahrens (Bornhöved) als „Schmied der Freiheit“ bezeichnet, sollte es in den folgenden Jahren zu weiteren Feierstunden kommen. Die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurden nun zu Helden stilisiert, deren Tod nicht umsonst gewesen sei, denn der verlorene Krieg habe den Weg zur so genannten „Nationalen Revolution“ unter Hitler geebnet.

 

Aber auch dieser Irrglaube sollte sein Ende in einem verlorenen Krieg finden, aus dem weitere zehn Schmalenseer „Krieger“ nicht heimkehren sollten. Am 26.04.1952 berichtete die Segeberger Zeitung von der Absicht der Schmalenseer Gemeindevertretung, das Ehrenmal zu erweitern. Auf einer zusätzlichen Tafel wurden die Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges angebracht. Und ein Gedenkspruch: „Ehret die Gefallenen und Opfer der Weltkriege“ – eine Aufforderung, die alle Opfer einschließt.

 

Heute gedenken Schmalenseer am Volkstrauertag nicht nur der gefallenen Soldaten ihres Dorfes, nicht nur der Opfer zweier Weltkriege. Das Gedenken ist auf die Zukunft ausgerichtet, verbunden mit der Hoffnung, dass Krieg und Verfolgung, Gewalt und Vertreibung weltweit ein Ende finden. Die 23 als gefallen geltenden Schmalenseer, deren Namen am Denkmal angebracht sind, mögen heute einem jeden unbekannt sein. Sie stehen symbolhaft dafür, dass jedes Opfer von Gewalt einen Namen hat, ein Leben ist, dass gekränkt, verletzt und genommen werden kann – deshalb ist ein Nachdenken und Innehalten am 1923 eingeweihten Gefallenendenkmal in Schmalensee auch heute kein sinnloses Verweilen.

 

Christian Detlof

[Vor 95 Jahren - Einweihung des Gefallenendenkmals]

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren - Einweihung des Gefallenendenkmals
Foto: Denkmal Schmalensee 2013

Vor 105 Jahren - Mehrfach auf den Kopf geschlagen

(21.11.2018)

Am 20. November 1913, vor 105 Jahren, verhandelt das Segeberger Schöffengericht über eine Schlägerei, die sich am 12. Oktober 1913 in Schmalensee zugetragen hat. Opfer und Täter sind Schmalenseer – Letztere müssen Strafen zahlen.

 

Früher wurden noch zwei Erntebälle im Schmalenseer Gasthof gefeiert. Den zweiten des Jahres 1913 richtete Gastwirt Friedrich Voß am 12. Oktober aus. Wegen Meinungsverschiedenheiten, so der Vorwurf der Anklage, hätten es an jenem Abend der Schmalenseer Höker St. und sein Schwager S. auf den Gärtnergehilfen L. (an anderer Stelle in der Presse auch Sievers genannt) abgesehen gehabt. Eine Besucherin der Tanzlustbarkeit habe L. gewarnt, worauf dieser den Gasthof verlassen und sich zu seiner Wohnung begeben habe. Doch St. und S. verfolgten und stellten ihn.

 

L. sei zu Boden gerissen und mehrfach auf den Kopf geschlagen worden. Blutüberströmt habe er die Wohnung aufsuchen können, doch es habe der Arzt aus Bornhöved kommen müssen. Auch der Gendarm trifft in Schmalensee ein und macht Höker St. als Haupttäter aus. Schon am 13. Oktober ist von dem Fall im Segeberger Kreis- und Tageblatt zu lesen. Am 18. Oktober lässt St. über die Zeitung wissen, dass er nicht als Beklagter in Betracht komme. Eine Meldung vom 20. November wiederum stellt das deutlich in Frage: St. und S., die ihr Opfer „im bewusstlosen Zustande mitten auf der Chaussee liegen ließen“, hätten sich mit L. außergerichtlich auf Zahlung eines Schmerzensgeldes von 225 Mark geeinigt.

 

In der Verhandlung am 20. November ist L. wegen der Zahlung bestrebt, seine Anzeige zurückzunehmen. Das aber ist rechtlich nicht möglich: Die Verhandlung wird fortgesetzt und es gibt ein Urteil: Beide Angeklagte haben für die Tat je 50 Mark an die Staatskasse zu zahlen.

Foto zur Meldung: Vor 105 Jahren - Mehrfach auf den Kopf geschlagen
Foto: Vor 105 Jahren - Mehrfach auf den Kopf geschlagen

Vor 100 Jahren - Ein Bauernrat für Schmalensee

(21.11.2018)

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Die so genannte Novemberrevolution, ausgelöst durch den Kieler Matrosenaufstand, wirkte sich in bekanntem Umfang auf das Deutsche Reich aus: Die Monarchie brach zusammen und sollte durch die erste deutsche Republik abgelöst werden. Auf dem Weg dahin waren Arbeiter- und Soldatenräte bestrebt, die Nachkriegskrise zu bewältigen. Auch in Schmalensee wurde am 21. November 1918 ein solches Gremium neben der Gemeindevertretung gebildet, der Bauernrat.

 

In öffentlicher Versammlung, die aus allen Kreisen der Bewohner unseres Dorfes gut besucht war, wurde aufgrund des gleichen und geheimen Wahlrechts ein Bauernrat gebildet ...“, wird ein nicht namentlich genannter Berichterstatter aus Schmalensee am 22. November 1918 im Segeberger Kreis- und Tageblatt, der heutigen Segeberger Zeitung, zitiert. Vielleicht war es Lehrer Heinrich Göttsch, vielleicht aber auch Gemeindevorsteher Theodor Schnohr, der die Geschicke des Dorfes von 1899 bis 1924 lenkte.

 

Die Bauernräte wurden auf dem Lande als Pendant zu Arbeiter- und Soldatenräten der Städte gewählt. Meist gab es „Arbeiter- und Bauernräte“, aber so bezeichneten sich die Schmalenseer nicht, obwohl es freilich Landarbeiter im Dorf gab, sofern sie nicht noch Militärdienst leisteten und somit irgendwo im Felde standen. Grundsätzlich war es Hauptaufgabe der Räte, die Sicherung von Ruhe und Ordnung zu gewährleisten. Auch hatten sie dafür zu sorgen, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln – insbesondere in den Städten – gewährleistet wurde.

 

Die Schmalenseer wählten Amtmann Heinrich Christian Saggau, den von 1889 bis 1924 amtierenden Amtsvorsteher für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek, Landmann W. Harder, den Kaufmann Peter Landschoof und den Arbeiter J. Hansen zu ihrem Bauernrat. W. Harder war sehr wahrscheinlich Willi Harder (1882-1964), der von 1945 bis 1949 Bürgermeister war. Johannes Hansen bewohnte mit seiner Familie eine Kate in der Belauer Straße und war offenbar bei Harder angestellt.

 

Als Aufgaben führte die „neue Körperschaft“ für sich an: „Unterstützung der Ortsbehörden in allen wirtschaftlichen Maßnahmen der Übergangszeit, Zurückführung der heimkehrenden Krieger in gesicherte Erwerbsverhältnisse, Versorgung der städtischen Bevölkerung mit Lebensmitteln und Schutz der Bewohner gegen willkürliche Übergriffe.“ Der Bauernrat, so heißt es abschließend, werde „mit dem Soldaten- und Arbeiterrat der Städte Hand in Hand arbeiten.“

 

Wann die Arbeit der Räte endete, lässt sich nicht datieren. Die Meldung aus Schmalensee verdeutlicht, dass man sich nur als Körperschaft des Übergangs verstand, nicht als Ersatz für die Gemeindevertretung, die es in ihrer Arbeit zu unterstützen galt. Auch blieb dies die einzige Meldung zum hiesigen Bauernrat. In den Amtsbezirken wählten die Räte Vertrauensmänner, die sich am 18. Dezember 1918 im Segeberger Kreishaus versammelten, um die weitere Tätigkeit zu beraten. Nach den Wahlen zur Nationalversammlung Anfang 1919 und der Schaffung relativ geordneter Verhältnisse dürfte die Arbeit der Räte eingestellt worden sein. Für Heinrich Christian Saggau blieb sie ein Einschnitt in einer langen kommunalpolitischen Karriere, die erst 1924 mit der Übergabe der Funktion des Amtsvorstehers an den Bornhöveder und gebürtigen Schmalenseer Hans Hinrich Saggau endete.

 

Foto zur Meldung: Vor 100 Jahren - Ein Bauernrat für Schmalensee
Foto: Vor 100 Jahren - Ein Bauernrat für Schmalensee

Keine Angst vor Booster-Fragen – SVS gewinnt das Dorfquiz

(18.11.2018)

Jetzt steht es fest: Der SV Schmalensee hat einen Lauf. Nach 2014 und 2016 hat die Mannschaft des Sportvereins auch am 17. November 2018 das Schmalenseer Dorfquiz gewonnen. Eine Serie, die auch von einer Neuerung und der Mär von der so genannten Ersatzschwäche nicht gestoppt werden konnte: Zwar fehlte erstmals Teamkapitän Peter Rutz auf Seiten der SVS-Truppe, doch Henning Pape, Christopher Brust, Gerhard Frank und Frank Mühlenberg hatten sich mit Finn-Lasse Storm einen erstklassigen Ersatzmann ins Team geholt. In dieser Aufstellung sammelten die Sieger in den zwölf Quiz-Kategorien nebst Geschicklichkeitsspiel unter 16 Teilnehmern die meisten Punkte.

 

So manche Frage, die sich „Die Unvollendeten“ (dahinter steht die Reitsportgemeinschaft Schmalensee) als Vorjahressieger und Ausrichter ausgedacht hatten, bereitete den Teams Kopfschmerzen. Brasiliens Hauptstadt Brasilia hat aus der Luft betrachtet die Form eines Flugzeugs (Geografie); erster Weltfußballer war Lothar Matthäus (Sport); seit 41 Jahren steht ein Siebke an der Spitze der Gemeinde (Poltik & Gesellschaft); „Findet Dori“ heißt die Fortsetzung des Animationsfilms „Findet Nemo“ (Film); Schmalensee wurde erstmals 1296 urkundlich erwähnt (Geschichte); die Gewerbesteuer ist die bedeutendste Einnahmequelle von Gemeinden (Wirtschaft); Lucky Lukes Pferd heißt Jolly Jumper (Kunst – Literatur – Sprache); Gase in einem Bergwerk heißen „Wetter“ (Naturwissenschaften); die Hauptdarsteller der Serie „The Big Bang Theory“ erhalten 1 Million Dollar Gage pro Folge (Klatsch & Trasch) und der Kürbis ist eine Beere (Ernährung). Dazu gab es einen fiesen Block mit Knobelaufgaben und ein Rätsel zum Thema Werbung.

 

Und das Geschicklichkeitsspiel: Beim Ringe werfen mussten alle Teammitglieder ran, was Zeit kostete und dazu beiträgt, dass längst nicht alle Fotos auf der Gemeindehomepage Platz finden.

 

Im 41. Jahr des Dorfquiz' hatten sich die Ausrichter etwas Neues einfallen lassen: Die Booster-Fragen. In jedem Fragenblock gab es eine Aufgabe, deren richtige Beantwortung statt einem zwei Punkte einbringen konnte. Oder, bei falscher Beantwortung, zwei Minuspunkte. Wer nichts riskieren konnte, ließ Fragen dieser Art einfach aus und verlor dadurch „nur“ einen Zähler.

 

Ergebnisse Dorfquiz 2018 – 1. SV Schmalensee (120,5 Punkte von 162,5), 2. Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee (113,5), 3. Wer fragt denn so was? (103), 4. CDU-Ortsverband Schmalensee-Stocksee (101,5), 5. Alt & Neu (97,5), 6. Bauernverband (92), 7. Die Achse der Unwissenden (88), 8. Die 5 Ahnungslosen 2.0 (87), 9. Quizzen ohne es zu wissen (84,5), 10. Die glorreichen 5 (83), 11. Sparclub „Hol di ran“ (81,5), 12. Die Hasenbande (80,5), 13. Dorfstraße 21 (78), 14. Freiwillige Feuerwehr Schmalensee (72), 15. Die Bunte Runde (70,5), 16. Sparclub II (61).

Foto zur Meldung: Keine Angst vor Booster-Fragen – SVS gewinnt das Dorfquiz
Foto: Gerhard Frank, Henning Pape, Christoper Brust, Frank Mühlenberg und Finn-Lasse Storm

Erinnerung: Dorfquiz am 17. November 2018

(14.11.2018)

Wir bringen höflich in Erinnerung, dass am kommenden Sonnabend, 17. November, um 20 Uhr auf dem Gemeindesaal eines der für Schmalensee bedeutendsten Events eines jeden Jahres für stattfindet: Das Dorfquiz!

 

Alle Vereine, Organisationen, politischen Gruppen, Familien- und Freundeskreise, Tresencrews und Straßen-Gemeinschaften sind aufgefordert, Teams à 4 bis 5 Mitglieder aufzustellen und sich mit diesen am Samstag an besagtem Ort einzufinden. Es wird kein Startgeld erhoben; Voranmeldungen waren nicht nötig.

 

Aber natürlich war es in den vergangenen Wochen spannend, an allen Enden des Dorfes vor allem Vorstandsmitglieder der verschiedenen Vereine darüber debattieren zu hören, ob und wenn ja, wie viele Teams zu bilden sind, wie hoch die Erfolgsaussichten stehen oder ob man sich der Lächerlichkeit preisgeben möchte. Letzteres aber ist völlig unnötig!

 

Natürlich wird am Ende ein Team gewinnen – so wie „Die Unvollendeten“ im Vorjahr, die aus den Reihen der Reitsportgemeinschaft kommen, die in diesem Jahr Ausrichter des Dorfquiz ist. Ebenfalls natürlich ist, dass sich alle anderen Teams dahinter einreihen müssen. Worauf es aber ankommt, ist der gemeinsame Spaß. Und der ist bekanntlich groß beim Schmalenseer Dorfquiz. Ein gut gefüllter Saal, lauter rauchende Köpfe, und bei einigen der Ehrgeiz, als Sieger im nächsten Jahr Ausrichter sein zu dürfen. Nein, das darf man sich einfach nicht entgehen lassen!

 

Seit 1978 gibt es unser Schmalenseer Dorfquiz. Die Landjugendgruppe initiierte den Wettkampf anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens und war auch bis 1983 stets der Ausrichter, ehe diese Ehre (oder Bürde) an den jeweiligen Gewinner über ging. Leider ist die Siegerliste unvollständig. 1978 gewann der Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein. 1983 dann die Junge Union. Aus 1990 fehlt uns die Info, wer gewonnen hat.

 

Hier die (unvollständige) Auflistung der weiteren Dorfquiz-Sieger: 1984 SV Schmalensee; 1985 CDU-Ortsverband; 1986 Wählergemeinschaft Schmalensee; 1987 Sparclub „Hol di ran“; 1988 Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein; 1989 Bauernverband; 1991 Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein; 1992 Wählergemeinschaft Schmalensee; 1993 Siedlergemeinschaft; 1994 Freiwillige Feuerwehr; 1995 Wählergemeinschaft Schmalensee; 1996 Freiwillige Feuerwehr II; 1997 Freiwillige Feuerwehr I; 1998 Wählergemeinschaft Schmalensee; 1999 Der Rest; 2000 Wählergemeinschaft Schmalensee; 2001 Landjugendgruppe Schmalensee; 2002 Wählergemeinschaft Schmalensee; 2003 Sparclub „Hol di ran“; 2004 Wählergemeinschaft Schmalensee; 2005 Wählergemeinschaft Schmalensee; 2006 Die Bunte Runde; 2007 Wählergemeinschaft Schmalensee; 2008 SV Schmalensee (Herren); 2009 Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee; 2010 Bauernverband; 2011 Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee; 2012 Die Bunte Runde; 2013 Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee; 2014 SV Schmalensee; 2015 Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee; 2016 SV Schmalensee; 2017 Die Unvollendeten (RSG Schmalensee); 2018 ???

[Flyer]

Foto zur Meldung: Erinnerung: Dorfquiz am 17. November 2018
Foto: Erinnerung: Dorfquiz am 17. November 2018

Vor 85 Jahren - Die Nazis sichern ihre Machtposition

(12.11.2018)

Mit einer Volksabstimmung lassen sich die Nationalsozialisten ihre nach dem 30. Januar 1933 begonnene Politik absegnen. Mit überwältigender Mehrheit beantworten die Wahlberechtigten die auf dem Stimmzettel notierte Frage

 

Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik Deiner Reichsregierung, und bist Du bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und Dich feierlich zu ihr zu bekennen?“

 

mit „Ja“. Zugleich finden noch einmal Wahlen zum Reichstag statt, obwohl nur noch die NSDAP auf dem Stimmzettel zu finden ist. Reichsweit sprechen sich von über 43 Millionen Wählerinnen und Wählern 95,1 Prozent für die Politik der Nationalsozialisten aus. Rund 40 Millionen stimmen bei der Reichstagswahl für die Partei.

 

In Schmalensee gehen 199 Wahlberechtigte in die als Wahllokal genutzte Schule, in der als Wahlleiter Gemeindevorsteher Heinrich Harder und als stellvertretender Wahlleiter der stellvertretende Gemeindevorsteher Ludwig Saggau wirken.

 

In der Volksabstimmung entfallen hier 185 Stimmen auf „Ja“, 14 sind ungültig, es gibt keine „Nein“-Stimmen. Bei der Reichstagswahl stimmen 185 für die NSDAP, sieben stimmen mit „Nein“ und es gibt sieben ungültige Stimmzettel.

 

Im Vorwege lief eine umfangreiche Propaganda. Am 5. November hatte Gauleiter Lohse in Bad Segeberg allein drei Auftritte, um über die „Entscheidung über Deutschlands Schicksal“ zu reden. Tags darauf war Hitler selbst in Kiel – die Kleinbahn Kiel-Segeberg über Bornhöved richtete einen Sonderzug ein. Der Führer des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg, Kock, forderte die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis mittels Anzeige im Segeberger Kreis- und Tageblatt dazu auf, „geschlossen hinter dem Volkskanzler Adolf Hitler“ zu stehen. Und auch Bornhöveds Pastor Erich nutzte einen Schulreformationsgottesdienst zur Fürsprache für das neue Regime. Nach dem Eingangslied „Wach auf, wach auf Du deutsches Land“ verglich er den neuen Reichskanzler Hitler mit Martin Luther. „Wie der Volkskanzler Hitler ist auch Luther aus dem Volke hervorgegangen.“

 

Das Segeberger Kreis- und Tageblatt, heute Segeberger Zeitung, ist am Tage vor der Abstimmung auch auf Nummer sicher gegangen und hat auf der Titelseite die Stimmzettel mit den Kreuzen an der „richtigen“ Stelle präsentiert.

 

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Foto: Vor 85 Jahren - Die Nazis sichern ihre Machtposition

Europäische Woche der Abfallvermeidung auch beim WZV

(12.11.2018)

Bewusst konsumieren und richtig entsorgen“ lautet das Motto der 9. europäischen Woche der Abfallvermeidung. Sie findet im Zeitraum 17. bis 25. November in ganz Deutschland sowie in 32 Staaten Europas und angrenzenden Ländern statt.

 

Der Martin-Meiners-Förderverein, der 2005 im Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden der WZV-Verbandsversammlung gegründete Verein für Jugend- und Umweltprojekte, veranstaltet dazu zwei interessante Vortragsveranstaltungen, die jeweils von 18 bis 20 Uhr auf dem WZV-Betriebsgelände (Am Wasserwerk 4, Bad Segeberg) stattfinden.

 

Am Dienstag, 20. November, spricht BUND-Meeresschutzreferentin Stefanie Sudhaus über „Müll – aus den Augen aus dem Sinn?“. Am Donnerstag, 22. November, trägt Dr. Stefanie Wieck, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesumweltamt Dessau-Roßlau zum Thema „Chemische Wirkstoffe im Haushalt – erkennen, verstehen, vermeiden“ vor.

 

An beiden Abenden findet zudem ein Schnupperkurs unter dem Titel „Selbstgemachte Crème, natürlich ohne Mikroplastik“ statt.

 

Außerdem haben die beim Martin-Meiners-Förderverein beschäftigten FÖJler die „tauschprofis.de“, die Tausch- und Gebrauchtbörse für den Kreis Segeberg neu belebt. Bücher, Möbel, Kochutensilien, Kleidung, Dekoration und Spiele sind auf der Internet-Plattform zu finden. Tauschen, Verschenken und Gebrauchtes weiter nutzen – macht keinen Müll!

[Flyer]

Foto zur Meldung: Europäische Woche der Abfallvermeidung auch beim WZV
Foto: Europäische Woche der Abfallvermeidung auch beim WZV

Vielfach präsent: Schmalensee im Internet

(10.11.2018)

Keine 500 Einwohner, und doch umfangreich im Internet präsent – es ist schon erstaunlich, wo überall man im World Wide Web auf unser kleines Dorf stößt. Neben Seiten, bei denen es ganz logisch klingt, ist auch Kurioses dabei.

 

Klar: Eine Gemeinde findet sich automatisch wieder in den Internet-Auftritten von Amt und Kreis oder Kirchengemeinde. Geschehnisse tauchen auf den Online-Seiten von Tageszeitungen auf. Firmen und Einzelpersonen präsentieren sich; Letztere sind mitunter in Foren zur Ahnenforschung (z.B. Genealogienetz.de) zu finden. Und insbesondere die zwei Sportvereine – die Reitsportgemeinschaft und der SV Schmalensee von 1980 – sind vielfach anzutreffen in Ergebnisdiensten und auf den Seiten von Sportverbänden oder anderen Vereinen.

 

Nicht zu vergessen die umfangreiche Webpräsenz des SVS mit seiner eigenen Homepage, die aufgrund eines Hacker-Angriffs im Dezember 2015 nicht nur ein Fall für die Presse, sondern auch für Spezialisten der Kriminalpolizei war.

 

Oder der Tourismus: Diese Gemeinde-Homepage enthält Links zu den Anbietern von Quartieren, zum Tourismusverein Holsteinseen, aber auch zum Mönchsweg, der unseren Ort quert, zum Naturpark Holsteinische Schweiz, in dem Schmalensee Mitglied ist. Die Aktivregion Holsteins Herz ist ebenfalls mit Schmalensee verlinkt.

 

Wer erinnert sich noch an den Trafoturm am Feuerwehrgerätehaus? Im April 2012 abgerissen und später durch einen schön bemalten Trafokasten ersetzt, ist der Backsteinbau aus den 1920er Jahren im Internet weiter präsent: Auf trafoturm.eu hat sich der Autor eine reichhaltige digitale Trafoturm-Sammlung zugelegt, bedauert das Verschwinden des Gebäudes in Schmalensee und hält die Erinnerung an dieses hoch.

 

Und wenn im Netz schon jemand Trafotürme sammelt, dann gibt es auch jemanden, der Gefallenen-Denkmale hortet – so wie unseres aus dem Jahr 1923, das unter denkmalprojekt.org einen Eintrag hat, der auch die Namen der Gefallenen und Vermissten aus Schmalensee enthält, teilweise mit zusätzlichen Informationen, etwa zum Sterbeort oder der Grabstätte. Nicht nur in den beiden Weltkriegen haben Schmalenseer ihr Leben gelassen. Wir wissen von Toten aus den Jahren der Erhebung Schleswig-Holsteins 1848-51, die auch in diesem Internet-Auftritt nachzulesen sind.

 

Eine der neuesten Errungenschaften Schmalensees ist seine Büchertauschhütte am Feuerwehrgerätehaus. Und schon ist diese im Internet zu finden! Auf lesestunden.de stoßen wir auf sie, der Autor hat dort eine digitale Karte angelegt, mit deren Hilfe man jede Menge „Buchschränke“, auch den in Trappenkamp, ansteuern kann.

 

Wer sich jetzt fragt, weshalb die Elektro-Tankstelle am Bolzplatz keine Erwähnung findet: Wenn wir mit Gewissheit sagen können, dass sie funktioniert, bekommt sie ihren eigenen Beitrag - mit www-Hinweis.

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Foto: Gemeindehomepage Schmalensee

Kita-Eltern: Schmalenseerinnen mischen mit

(06.11.2018)

Nicole Specht-Cornehls aus Schmalensee ist die neue Vorsitzende der Kreiselternvertretung (KEV), der Elternvertretung der über 150 Segeberger Kindertageseinrichtungen. Die KEV vertritt die Eltern-Interessen in den Jugendhilfeausschüssen des Kreises Segeberg und der Stadt Norderstedt und entsendet Mitglieder in die Landeselternvertretung.

 

Bislang war Nicole Specht-Cornehls die Stellvertreterin der Vorsitzenden Anna Wätjen aus Daldorf, die nicht länger zur Verfügung stand. Eine Mitgliederversammlung der KEV in Bad Bramstedt wählte zudem Sophia Conrad aus Schmalensee zu einer von drei Delegierten der KEV in der Landeselternvertretung, die derzeit am neuen Kita-Gesetz für Schleswig-Holstein mitarbeitet.

 

Im Bild in der Versammlung Gewählten: Simon Wildgruber (v.l.), Agnes Verführth, Sophia Conrad, Astrid Mau, Nicole Specht-Cornehls, Manfred Fröhlich, Ulrike Höhne und Christoph Weiß. Das Homepage-Team wünscht viel Erfolg in den verantwortungsvollen Aufgaben.

 

 

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Foto: KEV Segeberg - Vorstand 2018

Meldeschluss, Versammlung und Basar – Neues aus der Sventana-Schule

(06.11.2018)

Für zukünftige Schulkinder und deren Eltern kommen demnächst wichtige Tage: Im Zeitraum 12. bis 14. November findet an der Sventana-Schule die Anmeldung zum Schuljahr 2019/20 statt. Schulpflichtig sind alle Kinder, die bis zum 30. Juni 2019 das 6. Lebensjahr vollenden.

 

Neben der Schule, dem Schulverband, Schüler- und Elternvertretungen ist auch der Verein der Freunde der Sventana-Schule um das Wohl der Schule bemüht. Die nächste Jahreshauptversammlung findet am Mittwoch, 21. November, um 19.30 Uhr im Gebäude der Offenen Ganztagsschule statt. Zu wählen sind u.a. die Spitzenämter der/des 1. Vorsitzenden und der/des Kassenwartin oder Kassenwarts.

 

Vom Engagement der Schülerschaft zeugt der Weihnachtsbasar, der am Freitag, 30. November, von 16 bis 18 Uhr in der Aula der Sventana-Schule stattfindet. Alle Schulklassen haben Weihnachtliches gebastelt und bieten ihre Werke zum Verkauf an. Die Erlöse sind zum Teil für die Schule, zum anderen Teil für die Aktion „Brot für die Welt“ gedacht. Punsch und Gebäck warten ebenfalls auf die Besucher.

[Flyer]

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Foto: Meldeschluss, Versammlung und Basar – Neues aus der Sventana-Schule

Gedenken für Opfer von Krieg und Gewalt – Volkstrauertag

(01.11.2018)

Die Gemeinde Schmalensee beteiligt sich auch in diesem Jahr am Volkstrauertag. Alle Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes sind eingeladen, daran teilzunehmen. Die öffentliche Kranzniederlegung durch die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee findet statt am Sonntag, 18. November 2018, um 9.15 Uhr am Gefallenendenkmal in der Dorfstraße.

 

Im Anschluss findet im Gasthof Voß eine kurze Andacht unter Beteiligung der Kirchengemeinde statt. Warme Getränke werden gereicht und die Sammelbüchse für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geht herum.

 

Der Volkstrauertag hat nicht allein den Status einer Gedenkveranstaltung für die gefallenen Schmalenseer Soldaten in beiden Weltkriegen. Alljährlich bringt die Andacht auf dem Gemeindesaal bzw. im Gasthof zum Ausdruck, dass dieser Tag dem Gedenken aller Opfer von Krieg und Gewalt, Verfolgung, Flucht und Vertreibung gewidmet ist.

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Foto: Gedenken für Opfer von Krieg und Gewalt – Volkstrauertag

Jannis Nagel will als Züchter seltene Rassen erhalten

(27.10.2018)

Jannis Nagel hat ein ausgefallenes Hobby. Der 13-Jährige ist unter die Schafzüchter gegangen. Sieht man den jungen Schmalenseer, der obendrein im Hirtenweg wohnt, mit seiner Mini-Herde, bestehend aus den Schafen Yasmin und Zoe, spazieren gehen, mag man an einen Spleen denken. Doch Jannis hat sich vor der Anschaffung der beiden Coburger Fuchsschafe tüchtig Gedanken gemacht und einen Entschluss gefasst: Er möchte dazu beitragen, die vom Aussterben bedrohte Rasse zu erhalten.

 

Coburger Fuchsschafe, das hat Jannis verinnerlicht, stehen auf der Liste der gefährdeten Nutztierrassen. „Für sie gilt die Vorwarnstufe“, hat der Schüler der Trappenkamper Richard-Hallmann-Schule herausgefunden. Während sein Vater Sönke Nagel Texelschafe hält, eine Fleischrasse, hat sich Jannis ganz bewusst für den schützenswerte Schafe entschieden. Beide haben ihren eigenen Stall mit eigener kleiner Weide auf dem früheren Schmalenseer Hirtenhof. Täglich nach ihnen sehen, sie füttern und den Stall ausmisten, das ist für Jannis eine liebgewordene Beschäftigung, die er von seinem Vater kennt, der selbst Landwirt ist.

 

Der unterhält auch eine gemischte Herde mit Fleischrindern, Angus und Limousin. Als Jannis sich bei Youtube informierte, welche Tiere er schützen möchte, interessierte auch er sich zunächst nur für Rinder. „Das Harzer Hornvieh möchte ich später mal haben“, sagt der 13-Jährige. „Aber alles, was Hörner hat, darf ich erst dann halten, wenn ich selbst größer und kräftiger bin“, verrät Jannis einen Deal mit seinem Vater. „Er ist wohl auf dem Weg, einen kleinen Arche-Hof aufzubauen“, lächelt Jannis' Mutter Susanne Nagel.

 

Coburger Fuchsschafe sind Landschafe – sie dienen der Landschaftspflege. Ihre Wolle sei besonders. „Streicht man durch die Wolle, erkennt man rotbraune Härchen“, sagt Jannis. „Das nennt man das goldene Vlies.“ Ein Pulli aus der Wolle der eigenen Schafe wäre eine Überlegung wert, grinst Jannis. Bisher haben Yasmin und Zoe erst eine Schur hinter sich, das geschah aber noch, ehe der 13-Jährige ihr Besitzer wurde. Im April erwarb er sie bei Frauke Wechselberg am Bungsberg. Als die Schafe dort geschoren wurden, konnte ihre Reinrassigkeit nachgewiesen werden: „Sie hatten keine schwarzen Punkte auf der Haut. Das und ein paar andere Merkmale sind wichtig, damit sie ins Herdbuch eingetragen werden können“, weiß Jannis.

 

Bei einem Besuch der Norla in Rendsburg hatten Jannis und sein Vater Sönke ersten Kontakt zu Frauke Wechselberg. In Jahren, in denen keine Norla stattfindet, ist der Landschaftstag in der Arche Warder Treffpunkt für Züchter. Dort hat Jannis Yasmin und Zoe schon vorgestellt und hat einen 1. Platz im Jungzüchterwettbewerb erlangt. Zoe wurde Gruppensiegerin ihrer Klasse. „Es gibt drei Bewertungen – Wolle, Muskulatur und äußere Erscheinung – mit jeweils maximal 9 Punkten“, erklärt Jannis. Yasmin erreichte 22, Zoe 23 Punkte von möglichen 27.

 

An seiner Schule gibt der Siebtklässler seine Kenntnisse um bedrohte Tierrassen weiter. Gelegenheit dazu bietet die noch nicht lange bestehende Hühner-AG an der RHS, in der Jannis auf Gleichgesinnte gestoßen ist. Er selbst möchte sein Engagement zu Hause gern ausdehnen und dort vom Aussterben bedrohte Hühner züchten. Er denke über Sundheimer und das Deutsche Reichshuhn nach. „Das wird wohl ein kleiner Hühnerpark“, scherzt seine Mutter Susanne Nagel, die Jannis in seinen Vorhaben unterstützt, wie Vater Sönke aber auch Regeln vorgibt. Im Fall der bedrohten Geflügelrassen wäre das, dass zunächst die vorhandenen Haushühner verschwinden müssten. „Aus Platzgründen und damit von ihnen nicht etwa Krankheiten übertragen werden könnten.“

 

Zunächst aber gilt Jannis' ganze Aufmerksamkeit Yasmin („Mini“) und Zoe. Timing ist dabei ganz wichtig, denn er geht ja noch zur Schule und spielt nebenbei auch Fußball bei den C-Junioren des TuS Tensfeld. Für den weiteren Aufbau seiner Herde hat Jannis einen klaren Plan: Am letzten Oktoberwochenende gehen Yasmin und Zoe zurück an den Bungsberg, wo der Bock auf sie wartet. Den Nachwuchs, hat Jannis ausgerechnet, kann er in den Osterferien erwarten. „Das wäre ideal, denn wenn die Schafe zum ersten Mal lammen, sollte ich dabei sein und muss wahrscheinlich bei ihnen im Stall schlafen.“ Während die noch ahnungslosen Muttertiere schon naturgemäß ausgeblichen sind und nur an Köpfen und Beinen das typische Dunkelbraun tragen, werden die Lämmer komplett dunkel sein, weiß Jannis. Als Osterlämmer sollen die Nachkömmlinge von Yasmin und Zoe dann im Frühjahr nächsten Jahres aber selbstverständlich nicht herhalten.

 

Foto zur Meldung: Jannis Nagel will als Züchter seltene Rassen erhalten
Foto: Jannis Nagel und seine Coburger Fuchsschafe

Vor 140 Jahren - Unmengen von Maikäfern gesammelt

(24.10.2018)

Am 26. Oktober 1878, vor 140 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt das Ergebnis umfangreicher Maikäfer-Sammelaktionen im Kreis Segeberg. Allein in Schmalensee wurden 195 Kilogramm gesammelt. Da das Landratsamt in der Stadt Segeberg davon ausgeht, dass auf ein Kilogramm rund 920 Maikäfer entfallen, entspräche das in Schmalensee der Summe von 179.400 gesammelten Maikäfern. Im Kreis Segeberg sollen demnach über 13 Millionen Käfer gesammelt worden sein.

 

Den Spitzenwert im Kreis Segeberg erreicht der Gutsbezirk Rohlstorf mit 2.509,5 Kilogramm. Die Angaben aus den Schmalensee umgebenden Landgemeinden: Bornhöved 114 Kilo, Damsdorf 323, Gönnebek 283, Stocksee 150, Tarbek 179, Tensfeld 79,5 Kilo. Im Gutsbezirk Erfrade (Alt-Erfrade) wurde keine Sammlung durchgeführt.

 

Landrat von Willemoes-Suhm, der die Meldung hat veröffentlichen lassen, berichtet auch, was mit den eingesammelten Maikäfern geschehen ist: „Das Töten der Käfer ist ohne Ausnahme durch kochendes Wasser geschehen. Dieselben sind sodann größtenteils als Dünger, in einigen wenigen Ortschaften jedoch auch als Schweinefutter verwertet worden.“

 

In den späten 1920er und frühen 1930er Jahren macht Schmalensees Gemeindevorsteher Heinrich Harder auf eine erneute Maikäferplage im (nördlichen) Kreis Segeberg aufmerksam und unterbreitet umfangreiche Vorschläge zum Einsammeln und Abtöten der Insekten, die sich durchaus am Vorgehen von 1878 orientieren. Statt kochendem Wasser könne man laut Harder aber auch das an jeder Meierei vorhandene Dampfrohr verwenden – also heißen Wasserdampf.

Foto zur Meldung: Vor 140 Jahren - Unmengen von Maikäfern gesammelt
Foto: Vor 140 Jahren - Unmengen von Maikäfern gesammelt

Achtung: Terminabsprache 2019 naht

(18.10.2018)

Ein wichtiger Hinweis an alle Vereine, Organisationen und Wählergruppen: Ende November 2018 findet die Terminabsprache für das Jahr 2019 statt. Bislang vorgesehen für das Treffen ist Dienstag, 27. November, um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus (Neuer Ort!).

 

Die nächsten Wochen sollten somit dazu genutzt werden, in den Vorständen die Jahresplanung 2019 vorzunehmen, um dann in gemeinsamer Runde, in der Regel unter der Moderation des Bürgermeisters, den „Schmalenseer Terminkalender“, der u.a. die Belegung des Gemeindesaals durch die Vereine vorgibt, festzulegen.

Foto zur Meldung: Achtung: Terminabsprache 2019 naht
Foto: Achtung: Terminabsprache 2019 naht

Vor 95 Jahren - Höhepunkt der Inflation

(16.10.2018)

Wir wurden Millionäre, Milliardäre und schließlich Billionäre, und wurden immer ärmer, bis wir nichts mehr hatten.“ So beschreibt Lehrer Heinrich Göttsch in seiner 1948 veröffentlichten Chronik von Schmalensee, was sich nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere 1923 abspielte. Auf den verlorenen Krieg „folgte eine bunte, verworrene Zeit, die in ihren üblen Begleiterscheinungen den wirtschaftlichen Existenzen gefährlicher war als der Krieg.“

 

Vor 95 Jahren fallen beim Durchblättern des Segeberger Kreis- und Tageblatts, des Vorläufers der Segeberger Zeitung, ab Sommer Artikel und Anzeigen ins Auge, die beispielhaft für das stehen, was heute allgemein als Inflation von 1923 bezeichnet wird. Nachdem einige Fälle aus dem Sommer 1923 geschildert wurden, blicken wir auf die Preisentwicklung im Oktober und November:

 

15.10.1923

Der Preußische Minister für Volkswohlfahrt veröffentlicht die aktuellen Höchstsätze der Erwerbslosenunterstützung. Männer über 21 Jahre, die im eigenen Haushalt leben, erhalten bis zu 1.200 Millionen RM (Frauen 960 Millionen RM). Diese Sätze sind bis zum 20.10.1923 gültig.

 

25.10.1923

Die Inflation erreicht einen absoluten Höhepunkt: Der 100-Milliarden-Mark-Schein ist in Vorbereitung. Die Tagesproduktion von Banknoten ist zudem auf 66.000 Billionen gesteigert worden.

 

01.11.1923

Die Post- und Fernsprechgebühren werden angehoben. Für ein Ortsgespräch von einer Teilnehmer- oder einer öffentlichen Sprechstelle sind 1.500 Millionen RM zu entrichten. So viel kosten auch eine Telefonauskunft oder ein Ferngespräch unter drei Minuten auf einer Entfernung bis zu 5 Kilometer. Zum Vergleich: Für ein Ferngespräch unter drei Minuten auf eine Entfernung zwischen 50 und 100 Kilometer müssen 13.500 Millionen RM gezahlt werden.

 

16.11.1923

Die angekündigte Einführung der Rentenmark (Goldmark) durch die Reichsregierung soll den Wertverlust des Geldes aufhalten, die Preise werden nach und nach wieder auf Normalmaß gesetzt. Dennoch haben viele Deutsche gravierende Verluste zu verzeichnen.

 

24.11.1923

Die Jagdscheingebühren im Kreis Segeberg betragen ab sofort 15 Millionen RM für einen Jahres- und 3 Millionen RM für einen Tagesjagdschein. Zusätzlich sind für den Jahresjagdschein 150 Millionen RM und für den Tagesjagdschein 30 Millionen RM an Stempelgebühr zu entrichten.

 

 

Die deutsche Inflation, die 1923 ihren Höhepunkt erreichte und nur durch Einführung der Rentenmark ab 1924 eingedämmt werden konnte, hatte ihren Ursprung in der Finanzierungspolitik des Ersten Weltkriegs. Die sorgte dafür, dass im November 1918 die Schulden des Deutschen Reiches das Volkseinkommen überstiegen. Da Deutschland den Krieg verloren hatte konnte die Verschuldung nicht wie geplant durch die Kriegsgegner abgebaut werden. Statt dessen musste das Deutsche Reich die im Versailler Vertrag auferlegten Reparationen zahlen, was die Minderung der Kaufkraft der Mark bei gleichzeitiger Verteuerung der Güter befeuerte. Weil der Staat, die neue Weimarer Republik, zur Beseitigung der Staatsschulden ab 1919 die Geldmenge massiv erweiterte, kam es 1923 zur so genannten Hyperinflation.

 

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Foto: Vor 95 Jahren - Höhepunkt der Inflation

Vor 85 Jahren - Die „Gleichschaltung“ der Landwirtschaft

(09.10.2018)

Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 war die Gesellschaft, das Deutsche Reich in seiner Gesamtheit, nicht automatisch vom Dritten Reich vereinnahmt. Die sogenannte „Gleichschaltung“ vollzog sich bis in das Jahr 1934 hinein. Ein bedeutender Berufszweig, den es für den Nationalsozialismus zu gewinnen galt, war die Landwirtschaft. Am 7. Oktober 1933, vor 80 Jahren, fand die Konzentration der Landwirte des Kreises Segeberg in nur noch einer Organisation, der Kreisbauernschaft statt.

 

Schon am 3. Oktober 1933 existierte der Landwirtschaftliche Kreisverein als nicht politische oder ideologische Interessenvertretung nicht mehr. Der Kreisverein, gegründet 1869, und auch die Lokalvereine wie der Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und Umgebung hatten sich aufgelöst, um im „Kreislandstand“, gemeint ist die entsprechende Untergliederung des Reichsnährstandes, aufzugehen.

 

Die Versammlung am 7. Oktober 1933 war eine Außerordentliche Mitgliederversammlung des Land- und Bauernbundes Segeberg mit dem alleinigen Tagesordnungspunkt der Überführung dieser politisch-ideologischen Organisation. „Fortan gibt es im Kreise Segeberg keinen Land- und Bauernbund mehr, sondern nur noch eine Kreisbauernschaft Segeberg, die ausschließlich vom Kreisbauernführer geführt wird“, heißt es in der Berichterstattung des Segeberger Kreis- und Tageblatts.

 

Am 20. Oktober 1933 meldet der Vorläufer der heutigen Segeberger Zeitung, dass der Kreisbauernführer Otto Köhler (Bühnsdorf) in Abstimmung mit der Kreisleitung der NSDAP die Ortsbauernführer im Kreis Segeberg ernannt hat. Für Schmalensee ist dies Carl Theodor Schnohr (Theodor Schnohr jr.). Die Ortsbauernschaften werden schon bald in Bezirksbauernschaften zusammengefasst – Schmalensee im Bezirk IX Bornhöved. Bis zum Januar 1934 ist auch diese Ebene geschaffen und mit dem Schmalenseer Bürgermeister Heinrich Harder gibt es einen Bezirksbauernführer. Beide, Schnohr und Harder, sind bis Mai 1945 im Amt. Am 6. Oktober 1935 organisieren sie zusammen mit Richard Saggau, dem Zellenleiter der NSDAP in Schmalensee, ein Erntedankfest für die Schmalenseer Dorfgemeinschaft.

 

Dem Reichsnährstand gehörten an: Selbstständige Landwirte und Bauern, deren Familienangehörige, Verpächter, Pächter, Altenteiler, Landarbeiter, Landwirtschaftliche Personenvereinigungen, angegliederte Verbände und landwirtschaftliche Genossenschaften, für die Regelung der Erzeugung, des Absatzes und der Preise verantwortliche Marktverbände sowie Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Mühlen, Meiereien, Brauereien usw. (Umfangreiche Quelle: Nils Cramer, Erbhof und Reichsnährstand, Husum 2013)

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren - Die „Gleichschaltung“ der Landwirtschaft
Foto: Vor 85 Jahren - Die „Gleichschaltung“ der Landwirtschaft

Vor 90 Jahren - Großes Interesse an Maggi

(06.10.2018)

Am 6. Oktober 1928, vor 90 Jahren, genießt der Vaterländische Frauenverein für Bornhöved und Umgebung großen Zulauf bei einer seiner Veranstaltungen: Ein Vertreter der Firma Maggi ist zu Gast und zeigt im Bornhöveder Hotel Stadt Kiel den Film „Ein Gang durch die Maggi-Gutswirtschaft und die Maggi-Werke in Singen am Hohentwiel“. Laut Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts (heute Segeberger Zeitung) wird die Veranstaltung „von einigen hundert Personen“ besucht.

 

Es war Julius Maggi, der ab 1869 den väterlichen Mühlenbetrieb zu einem Unternehmen für industrielle Lebensmittelproduktion entwickelte. 1886 präsentierte Maggi erste Fertigsuppen und die berühmte Maggi-Würze. 1908 kam der Brühwürfel auf den Markt – von Maggi hergestellt. Der in Bornhöved gehaltene Vortrag 1928 fällt noch in die schwere Zeit der Inflation in Deutschland. Das Unternehmen ist aber auch in Frankreich und der Schweiz etabliert. Der innerdeutschen Reisetätigkeit durch die ländlichen Regionen des Reiches wird in den 1930er Jahren die Expansion nach Übersee folgen.

 

Für die Regionalgeschichte sei festgehalten, dass sich die Provinz immer mehr in das Große Ganze einfügt und immer stärker mit den Fortschritten der industrialisierten Welt Berührungspunkte herstellt.

 

Und mit Blick auf den ausrichtenden Verein: Auch der nimmt eine interessante Entwicklung. 1866 als „Deutscher Frauenverein zur Pflege und Hilfe für Verwundete im Kriege“ von der preußischen Königin Augusta gegründet und im Ersten Weltkrieg u.a. im Deutschen Reich in die Lazarett-Organisation eingebunden, entwickelte er sich offenbar in eine Richtung, die an die heutige Landfrauen-Organisation erinnert.

 

Tatsächlich lässt sich der Vaterländische Frauenverein, so wie der 1915 gegründete Deutsche Hausfrauenbund, in gewisser Weise über das Zwangsintermezzo des Dritten Reiches, in dem Frauen in der NS-Frauenschaft organisiert waren, mit seinen Traditionen als Vorgängerorganisation der Landfrauen interpretieren.

Foto zur Meldung: Vor 90 Jahren - Großes Interesse an Maggi
Foto: Vor 90 Jahren - Großes Interesse an Maggi

Vor 90 Jahren - Die Auflösung der Gutsbezirke

(30.09.2018)

Das mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verbundene Ende der Monarchie im Jahre 1918 und die seitdem stattfindenden politischen Veränderungen in Deutschland und Preußen führen am 30. September 1928, vor 90 Jahren, zur Auflösung der Gutsbezirke in Schleswig-Holstein.

 

Die adeligen Güter waren landwirtschaftliche Betriebe und Verwaltungsbezirke zugleich. Sie bildeten bis zur Neuzeit die vorherrschende Wirtschaftsform in den Herzogtümern Schleswig und Holstein, lagen aber mehrheitlich im östlichen Holstein – bedingt durch die im 12. Jahrhundert praktizierte Unterwerfung der dort lebenden slawischen Bevölkerung. Durch die Landname entstand eine vom Landesherrn mit Grundbesitz belehnte Ritterschaft. Ihre einfachen, aber befestigten Sitze bildeten oft die Keimzellen der heute gern betrachteten Herrenhäuser.

 

Im Gegenzug für die Sicherung des Landes wurden die Ritter zu Grundherren mit Frondienst leistenden Bauern darauf. 1524 erhielten sie vom dänischen König das Privileg, selbst „Recht über Hals und Hand“ zu sprechen – die Leibeigenschaft hielt Einzug und sollte erst bis 1805 wieder abgeschafft werden. Bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg war es möglich, dass die Gutsbesitzer nicht mehr nur dem Adel angehörten. Den neuen, bürgerlichen Grundherren, blieben jedoch die fest mit dem Gut verbundenen Privilegien erhalten.

 

1867 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz. Die adeligen Güter verloren ihre Gerichtsbarkeit und wurden zu Gutsbezirken, in denen die Gutsbesitzer noch bis 1928 die Obrigkeit der untersten Verwaltungsebene, sozusagen das Bürgermeisteramt ausübten. Seit 1874 übte der Amtsvorsteher die Polizeigewalt aus. In den preußischen Ämtern waren Landgemeinden und Gutsbezirke vereint – etwa im Amt Stocksee, das zuletzt aus dem Forstgutsbezirk Stocksee und den Landgemeinden Stocksee, Damsdorf, Tensfeld und Tarbek bestand. Alt-Erfrade war ein Gutsbezirk für sich. Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek bildeten das Amt Bornhöved.

 

Erst 1947 erfolgte die Zusammenlegung der Ämter Bornhöved mit Stocksee zum Amt Bornhöved. Trappenkamp war da im Begriff, vom Marinesperrwaffenarsenal zu einem Ortsteil Bornhöveds zu werden, gehörte also bis zur Selbständigkeit 1956 dazu und wurde 2008 im Rahmen einer vom Land vorgeschriebenen Verwaltungsstrukturreform wieder Teil und Amtssitz des Amtes Bornhöved. Damsdorf war 1937 nach Stocksee eingemeindet worden und wurde erst 1951 wieder eigenständige Gemeinde.

 

Zurück zum Jahr 1928. Die Auflösung der Gutsbezirke wirkte sich im heutigen Amt Bornhöved wie folgt aus: Der Gutsbezirk Alt-Erfrade wurde mit der Gemeinde Tarbek vereinigt. Vom Forstgutsbezirk Stocksee fiel das Gehege Karkhop an die Gemeinde Stocksee, die Gehege Holenhop und Holm gingen an Damsdorf.

 

In der Nachbarschaft, innerhalb des alten Kirchspiels, entstanden zum Teil neue Landgemeinden, die aus den aufgelösten Gutsbezirken hervor gingen: Ruhwinkel (Gut Bockhorn, Schönböken), Stolpe (Depenau, Nettelau, Horst und Bundhorst), Wankendorf (Depenau, Löhndorf), Belau (Perdoel).

Foto zur Meldung: Vor 90 Jahren - Die Auflösung der Gutsbezirke
Foto: Vor 90 Jahren - Die Auflösung der Gutsbezirke

Letzte zentrale Strauchgutsammlung am 22. November 2018

(27.09.2018)

Der Wegezweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) informiert: Am Donnerstag, 22. November, findet in Schmalensee die Sammlung von Strauchgut statt,  das nicht in die Biotonne passt.

 

Pro Grundstück werden 3 Kubikmeter Strauchgut kostenfrei abgefahren oder vor Ort gehäckselt. Die beim Häckseln entstehenden Holzschnitzel verbleiben beim Grundstück und können als Mulch im Garten verwendet werden. „Sträucher, Zweige und Stämme dürfen nicht länger als 2 Meter sein und sollten den Durchmesser von 10 Zentimeter nicht überschreiten“, heißt es in einer WZV-Mitteilung.

 

Das Strauchgut sollte zum Abholtag gut sichtbar und in eine Richtung am Straßenrand aufgeschichtet liegen – das erleichtert den WZV-Mitarbeitern die Arbeit.

 

Laubsäcke und jede andere Art von Grünabfällen fallen nicht unter die kostenfreie Sammlung und werden daher nicht mitgenommen. Mehrmengen (über 3 Kubikmeter) können telefonisch unter 04551/909-222 zur kostenpflichtigen Abholung angemeldet werden.

 

Es ist das letzte Mal, dass der WZV die Strauchgutentsorgung auf diese Weise regelt. Ab 2019 erfolgt die Abfuhr auf Abruf – wie man es schon vom Sperrmüll kennt. Mit der Abfallinfo, die im Dezember verteilt werden wird, erhalten die Haushalte zwei Gutscheine für individuelle Abholtermine. Mit diesen Gutscheinen wird man sein Strauchgut auch kostenfrei auf den Recyclinghöfen des WZV selbst anliefern können. Dazu wird der Wegezweckverband gesondert informieren.

Foto zur Meldung: Letzte zentrale Strauchgutsammlung am 22. November 2018
Foto: Letzte zentrale Strauchgutsammlung am 22. November 2018

Volles Programm für die Gemeindevertretung

(27.09.2018)

Satte 30 Punkte sah die Tagesordnung für die dritte Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung am 26. September vor. Binnen respektabler zweieinhalb Stunden war das Programm abgearbeitet. Möglich war das durch disziplinierte Verhandlung und eine tüchtige Vorarbeit in allen drei Ausschüssen.

 

Die Ausschussvorsitzenden standen im im Mittelpunkt der Versammlung, die auch von einigen Bürgern besucht wurde. Insbesondere waren die beiden bürgerlichen Mitglieder der GV, Dirk Griese (Vorsitzender Finanzausschuss) und Sönke Stahl (Bauen, Planung, Umwelt und Wege) gefordert, so dass das Gremium von neun auf elf Mitglieder anwuchs.

 

Weniger schön war, was Dirk Griese berichten musste, nachdem die Jahresabschlüsse für 2012 bis 2014 durchgewunken waren: Schmalensee hat seine Rücklagen aufgezehrt und macht von nun an Schulden. Aufgrund der Zahlungsverpflichtungen, die nicht abwendbar sind, und eines Einbruchs im Bereich der Gewerbesteuer, müssen unbedingt Überlegungen zur Verbesserung der Finanzlage angestrengt werden. Ein Tropfen auf den heißen Stein kann die Einführung einer Zweitwohnungssteuer sein, die einstimmig beschlossen wurde.

 

Dass Ausgaben nicht gänzlich umgangen werden können, ergab sich aus den Punkten von Sönke Stahl. So wird ein Umbau der Sanitäranlagen in den Räumen der Kita im Sportlerheim nötig. Ein Wirtschaftsweg hinter der „Siedlung“ am Ringreiterplatz muss möglichst noch vor dem Winter repariert werden. Und im Bereich der Schmutzwasserkanalisation bedarf es aufgrund Geruchsbelästigung am Gassenbult eines kostspieligen Austauschs von Filtern.

 

Christopher Brust (Senioren, Jugend, Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr) konnte vermelden, dass der Volkstrauertag und die Seniorenweihnachtsfeier von seinem Ausschuss durchgeplant wurden. Außerdem legte dieser Ausschuss neue Ehrungsrichtlinien der Gemeinde vor, die auch so angenommen wurden. Neben dem großen und kleinen Ehrenteller wird es nun eine Ehrennadel geben.

 

Weiterhin verabschiedet wurde nun der Bebauungsplan Nr. 5 für das Gebiet „südlich der Belauer Straße“. Die Gemeinde bezuschusst die Anschaffung von zwei Tischtennistischen durch den SV Schmalensee und befasst sich ernstlich mit dem Umstieg vom Papier zum Tablet-PC, also mit der digitalen Gremienarbeit.

Foto zur Meldung: Volles Programm für die Gemeindevertretung
Foto: Christopher Brust (v.l.) Dirk Griese und Sönke Stahl führen Schmalensees Ausschüsse

Vor 85 Jahren - Heinrich Göttsch gibt seine letzte Schulstunde

(22.09.2018)

Am Freitag, den 22. September 1933, vor 85 Jahren, gibt Schmalensees Lehrer seine letzte Unterrichtsstunde und tritt in den Ruhestand. 37 Jahre war Heinrich Peter Nikolaus Göttsch in Schmalensee tätig. Der am 20. August 1872 in Stakendorf geborene und am 23. März 1956 in Bad Segeberg gestorbene Göttsch wird in der kollektiven Erinnerung des Dorfes stets einen festen Platz einnehmen, denn er hat 1948 die „Chronik von Schmalensee“ veröffentlicht.

 

Wenn nicht er, wer dann, möchte man sagen. Heinrich Göttsch, der am 1. November 1896 seinen Dienst in Schmalensee antrat und am 19.11.1897 die 19-jährige Schmalenseer Bauerstochter Sophie Stegelmann heiratete, war nicht einfach Lehrer und somit Leiter der hiesigen Volksschule. In berufsständischen Vereinigungen, im Vereinswesen seiner Zeit wie dem Militärverein, in der Feuerwehr und mit großem Engagement auch in landwirtschaftlichen Organisationen und dem Bereich des Sparkassenwesens war Göttsch aktiv. Er schrieb Protokolle, führte Übersichten, verfasste Berichte für die Zeitungen und war nach heutigem Sprachgebrauch vielfältig vernetzt.

 

1939 veröffentlichte Göttsch das Büchlein „Besitzerfolge und Besitzneubildungen in den nördlichen Dörfern des Kreises Segeberg während des 18., 19. und 20. Jahrhunderts“. Was sich dahinter verbirgt ist in der „Chronik von Schmalensee“ in dem umfangreichen Kapitel über die Höfe und Wohnhäuser Schmalensees und ihre Besitzer zu finden. Eine Fleißarbeit.

 

Fleiß und ein darauf basierender unermüdlicher Ehrgeiz mögen die Triebfedern für ein äußerst umfangreiches Lebenswerk sein, dass an anderer Stelle eine ausführliche Biografie verlangt. In Stichworten seien hier die herausragenden Vereine und Organisationen genannt, in denen Heinrich Göttsch, i.d.R. als Schriftführer und/oder Kassierer bzw. „Geschäftsführer“ agierte: Lehrerverein für Bornhöved und Umgebung (und auch NS-Lehrerbund), Kreislehrerkammer, Provinzial-Lehrerversammlung, Freiwillige Feuerwehr Schmalensee, Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek in Bornhöved, Nationaler Wahlverein für den Amtsbezirk Bornhöved / Vaterländische Partei, Deutscher Flottenverein Ortsgruppe Bornhöved, Landwirtschaftlicher Verein für Bornhöved und Umgebung, Landwirtschaftlicher Kreisverein, Kreisrindviehzuchtverein Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner, Zweigverein Bornhöved vom Deutschen Roten Kreuz.

 

Zur letzten Schulstunde am 22. September 1933 versammeln sich im Schmalenseer Schulzimmer alle Gemeindevertreter, der Schulvorstand und Schulrat Lindrum, der Heinrich Göttsch im Namen der Regierung aus dem Schuldienst verabschiedet. Am Abend des 23. September verabschiedet die Gemeinde ihren Lehrer mit einem Fest auf dem Saal des Gasthofs Voß. Fast alle Schmalenseerinnen und Schmalenseer sind erschienen, Gemeindevorsteher Heinrich Harder hält eine Festrede. Auch Pastor Erich und der vormalige Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau richten Worte an Göttsch, der Harder und vor allem Saggau als rechte Hand in den landwirtschaftlichen Verbänden zur Seite gestanden hatte.

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Foto: Vor 85 Jahren - Heinrich Göttsch gibt seine letzte Schulstunde

Vor 110 Jahren - Beinbruch zum Abschied?

(08.09.2018)

Am 8. September 1908, vor 110 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt von einem für die damalige Zeit zwar nicht ganz unüblichen, aber dennoch berichtenswerten Unfall: Auslöser ist das Duell Pferd gegen Automobil.

 

Die Ehefrau des Schmalenseer Hufner Carl Schübeler befindet sich Anfang September mit ihrem Pferdefuhrwerk auf dem Weg von Bornhöved nach Schmalensee, als ein Automobil heranbraust und das Pferd in den Leinen vor diesem scheut. Offenbar geht das Pferd dann mit dem Wagen durch, denn laut Pressebericht versucht Frau Schübeler, vom Wagen zu springen. Dabei aber geraten ihre Beine unter die Räder und sie muss „ärztliche Hilfe in Anspruch“ nehmen.

 

Die Nachricht wird dadurch noch interessanter, dass im selben Presseartikel berichtet wird, dass der Schmalenseer Landmann Ludwig Saggau die Landstelle des Hufners Carl Schübeler zum 1. Oktober 1908 für 90.000 Mark gekauft hat. Die Schübelers sind also gerade dabei, sich von Schmalensee zu verabschieden.

 

Schon im März, so das SKTB, sei der Verkauf beschlossen worden. Ludwig Saggau hatte unlängst die Hufe 1 mit dem Gasthof an Friedrich Voß verkauft. Nun übernimmt er die Hufe 8, den Hof in der Dorfstraße 22, der heute Harald Saggau gehört, dem Enkel Ludwigs.

 

Carl Schübeler kam um 1887 von Schleswig nach Schmalensee, als er die Witwe des Hufners August Dunker, Elise, heiratete. Bald integrierte sich Schübeler, trat am 10. Februar 1894 in die erst 1889 gegründete Freiwillige Feuerwehr ein und wurde sofort zum neuen Hauptmann der Wehr, heute Gemeindewehrführer, gewählt. Am 3. März 1906 zuletzt wiedergewählt, trat Schübeler im laufenden Jahr von seinem Amt zurück und aus der Wehr aus.

 

Trotzdem der 1907 gefertigte Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr für 1906 aussagt, „Hauptmann Schübeler ist als dauernd unentgeltliches Ehrenmitglied in unsere Wehr aufgenommen und zwar mit Recht, denn er hat es verstanden durch die Disziplin, die stramme Manneszucht und durch sein allseitiges Eintreten für die Wehr, dieselbe auf einen selten erlangten Höhepunkt zu bringen. Sein Name wird nie in der Wehr erlöschen.“, scheint es, als habe der Abschied der Familie Schübeler aus Schmalensee unter keinem guten Stern gestanden. Der Sturz der Ehefrau vom Wagen rundet dieses Bild nur ab.

Foto zur Meldung: Vor 110 Jahren - Beinbruch zum Abschied?
Foto: Vor 110 Jahren - Beinbruch zum Abschied?

Vor 90 Jahren - Der Ruf nach einem „Führer“

(02.09.2018)

Am früheren „Sedanstag“, dem 2. September 1928, also vor 90 Jahren, veranstalten die Kreisgruppe Segeberg und die Ortsgruppe Bad Segeberg des „Stahlhelm“ im Hotel Germania einen öffentlichen Vortragsabend. Das Thema lautet „Deutsche Not“.

 

Redner ist Jürgen von Ramin, ein völkischer Politiker. Dieser schwört sein Publikum auf die „Kulturaufgaben des deutschen Volkes“ ein. Zu diesen gehören die Überwindung des Kapitalismus ebenso wie eine Abkehr von Parlamentarismus und Internationalismus sowie die Hinwendung zum Führerstaat.

 

Damit erreicht der Redner die Herzen seiner Zuhörer: Die Segeberger erleben nach dem Untergang des Kaiserreiches, Revolution und Inflation sowie gravierender Veränderungen ihrer alten Wertesysteme nun eine zunehmende Zerstrittenheit in den berufsständischen Organisationen, insbesondere in der Landwirtschaft.

 

Der Stahlhelm als deutschnationale, paramilitärische Organisation ehemaliger Frontkämpfer bietet nicht nur diesem Redner eine geeignete Plattform, medial begleitet Forderungen aufzustellen, die in wenigen Jahren Wahrheit werden sollen.

 

Aber nicht nur der Blick auf die nationalsozialistische „Machtergreifung“ des 30. Januar 1933 deutet sich in dem unscheinbaren Beitrag des Segeberger Kreis- und Tageblatts aus dem Jahr 1928 an. Auch das Ende des „tausendjährigen Reiches“ 1945 wird unfreiwillig und in Ansätzen schon vorweggenommen:

 

Sollte das Schicksal des deutschen Volkes unseren Untergang wollen, so können wir diesen nicht verhindern“, führt von Ramin weiter aus. Und: „Verhindern aber können wir, dass Deutschland in Schmach und Schande untergeht.“

 

Wenigstens mit dem letzten Satz sollte sich der Redner völlig irren, wenngleich er die Haltung der Staatslenkung im Frühjahr 1945 richtig vorweg nahm.

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Foto: Vor 90 Jahren - Der Ruf nach einem „Führer“

Vor 95 Jahren - Die Inflation ist nicht aufzuhalten

(01.09.2018)

Wir wurden Millionäre, Milliardäre und schließlich Billionäre, und wurden immer ärmer, bis wir nichts mehr hatten.“ So beschreibt Lehrer Heinrich Göttsch in seiner 1948 veröffentlichten Chronik von Schmalensee, was sich nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere 1923 abspielte. Auf den verlorenen Krieg „folgte eine bunte, verworrene Zeit, die in ihren üblen Begleiterscheinungen den wirtschaftlichen Existenzen gefährlicher war als der Krieg.“

 

Vor 95 Jahren fallen beim Durchblättern des Segeberger Kreis- und Tageblatts, des Vorläufers der Segeberger Zeitung, ab Sommer Artikel und Anzeigen ins Auge, die beispielhaft für das stehen, was heute allgemein als Inflation von 1923 bezeichnet wird. Nachdem einige Fälle aus dem Juli und August 1923 geschildert wurden, blicken wir auf die Preisentwicklung im September:

 

01.09.1923: Der Geldwert von Naturalbezügen wird erneut angeglichen. Demnach beträgt der Wert der vollen Verpflegung einschließlich Wohnung, Heizung und Beleuchtung für weibliche und männliche Angestellte in leitender oder gehobener Stellung 816.000 Mark pro Tag. Im Falle sonstiger Hausangestellter liegt der Wert bei 660.000 Mark, für sonstige weibliche Hausangestellte oder gering bezahlte weibliche Arbeitskräfte bei 480.000 Mark.

 

09.09.1923: Die Reichsbank bringt 100 Millionen-Mark-Banknoten in Umlauf.

 

10.09.1923: Verschiedene Banken und Sparkassen des Kreises Segeberg erklären per Inserat, dass sie keinen Zahlungsverkehr unter 5 Millionen Mark mehr vornehmen.

 

18.09.1923: Der erst in der Vorwoche in Umlauf gebrachte 100 Millionen-Schein genügt nicht mehr. Nun werden Banknoten von 500 Millionen Reichsmark produziert, die über 1 Milliarde sind bereits in Erwägung gezogen worden.

 

21.09.1923: Die Gebühren für Jagdscheine steigen. Für einen Jahresjagdschein sind 7.500.000 RM, für einen Tagesjagdschein 1.500.000 RM zu entrichten.

 

25.09.1923: Die Mehl- und Brotpreise steigen weiter. Das 1.900 Gramm schwere Roggengrobbrot kostet nun 6 Millionen RM.

 

26.09.1923: Der Schleswig-Holsteinische Bauernverein im Kreis Segeberg hält eine außerordentliche Generalversammlung ab. Hunderte von Mitgliedern erscheinen, um die umfangreichen Berichte zur Lage der Landwirtschaft zu vernehmen. Es gibt Klagen der Verbandsführung über eine landwirtschaftsfeindliche Reichssteuerpolitik. Geschäftsführer Spies macht in seinem Redebeitrag das Judentum mitverantwortlich dafür, dass der Staat bestrebt ist, nun auch den Grundbesitz anzutasten.

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren -  Die Inflation ist nicht aufzuhalten
Foto: Vor 95 Jahren - Die Inflation ist nicht aufzuhalten

Mona ist Schmalensees Mathe-Ass

(25.08.2018)

Die im Wortsinn heißen Wochen der Sommerferien hat Mona Mühlenberg genossen. Und die ersten Tage nach dem Wechsel von der Grundschule ans Plöner Gymnasium hat die Neunjährige locker verkraftet. Kein Wunder, wollte man sagen, schließlich hatte sie vor den Ferien im Pangea Mathematik-Wettbewerb auf Bundesebene eine Bronzemedaille gewonnen.

 

Medaillen (und Pokale und Urkunden) hat die stets vergnügte Mona schon viele – Cheerleading und Fußball im SV Schmalensee sowie Handball in der HSG Wankendorf/Bornhöved (WaBo) sind ihre Sportarten. Und hierarchisch wie im Sport ziehen sich auch die Wettbewerbe im Denksport Mathematik durch das Jahr.

 

Gestartet war Mona, nicht zum ersten Mal, im November letzten Jahres bei der Kreisrunde der Mathematik-Olympiade und hatte in der 4. Klassenstufe den Silberplatz belegt. Im März 2018 folgte in Lübeck der Landesentscheid-Süd. Mona musste bei der Siegerehrung im Audimax der Universität lange warten, bis ihr Name aufgerufen wurde: 75 Kinder waren vor ihr dran, dann stand die Schmalenseerin als Siegerin fest!

 

Im Wettbewerb um die Mathematik-Olympiade war für die damals noch Viertklässlerin Schluss – einen Bundesentscheid gibt es erst ab Klasse 5. Aber da ist ja auch der Pangea Mathematik-Wettbewerb. Zum Bundesentscheid für die norddeutschen Bundesländer meldete Monas Bornhöveder Mathe-Lehrer Frank Huhndorf die Schülerin an.

 

Früh am Morgen ging es mit Mutter Ute Mühlenberg in die niedersächsische Landeshauptstadt. Vor Ort galt es, binnen 60 Minuten fünf Textaufgaben zu lösen, die zehn Besten der Region traten gegeneinander an. „Etwas aufregend war das schon, ich kannte ja keinen. Aber alle waren nett“, berichtet Mona, die schon bald zwei Aufgaben „einfach aufgeschrieben“ hatte. Eine sei „so mittel“ gewesen, bei zwei weiteren habe sie „richtig was zum Knobeln“ gehabt.

 

Die lange Pause der Auswertung wurde im Freibad verbracht, mit Pommes als Nervennahrung. Dann ging es zurück zum Veranstaltungsort und es gab – wie man es sich von der Oscar-Verleihung vorstellen könnte – eine Vorbesprechung für die Siegerehrung. „Der Ablauf wurde geprobt, das Einlaufen auf der Bühne, sogar der Applaus“, verrät Mona.

 

Als dann ihr Name unter den Viertklässlern an dritter Stelle aufgerufen wurde, sei sie aufgesprungen, habe gejubelt und sei nach vorn gestürmt. Ein Verstoß gegen die eingeübte Etikette? „Da waren andere, die haben regelrecht geschrien vor Freude. Da war ich also ganz harmlos“, grinst Mona im Interview für die Gemeinde-Homepage. Ihre erste Handlung nach Erhalt von Urkunde und Medaille: „Erst mal Papa anrufen, und dann sind wir auch schon losgefahren.“

 

Ein tolles Geburtstagsgeschenk war diese Bronzemedaille übrigens – zwei Tage später wurde Mona zehn Jahre alt. Und dann? Ab Klasse 5 gibt es die Mathe-Olympiade auch auf Bundesebene, ab Klasse 8 weltweit... „Erst mal muss ich nun schauen, wie ich mit der neuen Schule zurecht komme“, bleibt Mona ganz souverän. Ihre Knobelhefte mit Mathe-Aufgaben nimmt sie auch weiterhin in ihrer Freizeit zur Hand – wenn sie nicht gerade Kreisläuferin oder die Spitze der Pyramide der Cheerleader ist.

 

Auch hat sie bisher noch nicht gehört, ob die neue Schule an Wettbewerben dieser Art teilnimmt – treibende Kraft an der Sventana-Schule sei ja schließlich ihr Mathe-Lehrer Frank Huhndorf gewesen. „Das lasse ich mal auf mich zukommen“, meint Mona, und freut sich auf das Plöner Gymnasium. Aber auch auf Mathematik?

 

Am meisten freue ich mich auf Sport und Englisch“, grinst Mona schelmisch. Nun, mindestens in einem dieser zwei Fächer gibt es bekanntlich auch Medaillen zu gewinnen.

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Foto: Mona Mühlenberg - Finalistin beim Pangea Mathematik-Wettbewerb 2018

Vor 115 Jahren: Drei Knechte freigesprochen

(25.08.2018)

Am 25. August 1903, vor 115 Jahren, müssen sich mehrere Knechte aus Schmalensee vor dem Plöner Schöffengericht wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs verantworten. Drei von ihnen werden freigesprochen.

 

Die weiteren Knechte, deren Zahl und auch Namen im Bericht des Segeberger Kreis- und Wochenblatts ungenannt bleiben, werden zu Gefängnisstrafen zwischen einer Woche bis zehn Tagen verurteilt. Der Vorwurf der Anklage: Die Gruppe, „eine ganze Anzahl“, hatte sich eines Abends nach Kalübbe begeben, um dort die Ott'sche Gastwirtschaft aufzusuchen. Dort aber fand gerade eine Vereinsfestlichkeit, also eine geschlossene Gesellschaft statt, und man bat die Knechte, wieder zu gehen. Dem aber seien sie nicht nachgekommen.

 

Sie gingen nicht gleich“, wie das Segeberger Kreis- und Wochenblatt zitiert, klingt zumindest nicht nach Aufruhr. Dennoch ist der Vorwurf des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs keine gelinde Anschuldigung. Die wird dadurch aufgeweicht, dass drei der Knechte, sie heißen August Henning, Wilhelm Stapelfeld und August Sabatschkus, erfolgreich Berufung vor der Strafkammer einlegen: Sie seien „sofort nach Aufforderung des Wirts gegangen“.

 

Dieses kann vor dem Schöffengericht nicht widerlegt werden und so kommt das Trio, im Gegensatz zu den weiteren Schmalenseer Knechten, mit Freisprüchen davon.

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Foto: Vor 115 Jahren: Drei Knechte freigesprochen

Vor 100 Jahren: Schmalensee verliert seinen Wirt Friedrich Voß

(23.08.2018)

Am 23. August 1918, vor 100 Jahren, fällt der Schmalenseer Hufner, Gastwirt und Sergeant Friedrich Voß im 41. Lebensjahr als Soldat der kaiserlichen Armee in Frankreich. Bestürzung und Trauer in Schmalensee sind groß; Voß hinterlässt seine Frau Meta und die Kinder Hans und Grete Voß.

 

Erst 1907/08 hatte Voß die Hufe 1 mit dem Dorfgasthof aufgekauft. Parzellanten hatten die Hofstelle vom Vorbesitzer Ludwig Saggau übernommen, der in einem kurzen Besitzzeitraum (1900 bis 1907) dafür gesorgt hatte, dass ein Saal angebaut und der Gasthof mit moderner und sicherer Acetylenlichtanlage ausgestattet wurde.

 

Ein wenig verirren sich die Angaben über den Erwerb von Dorfkrug und Hofstelle durch Friedrich Voß in den Quellen. Laut Dorfchronist Heinrich Göttsch war er seit 1908 Besitzer, Zeitungsmeldungen berichten aber vom 18.04.1907, dem Tag nach Verkauf durch Saggau an die Parzellanten. Laut Aussage von Jochen Voß im Jahr 2008 soll Friedrich seinerzeit mit „den Taschen voller Golddollars aus Amerika zurück“ nach Schleswig-Holstein gekommen sein. Voß lebte beim Kauf der Schmalenseer Hufe 1 noch in Hohenaspe.

 

Der Segeberger Kreisausschuss erteilte Voß am 20.09.1907 die Schank- bzw. Gastwirtschaftskonzession. Am 11.10.1907 gab er als neuer Wirt des nun nach ihm benannten Gasthofs einen Antrittsball. Ebenfalls im Oktober hielt Voß, den Traditionen folgend, in seinem neu erworbenen Gasthof, das Erntebier ab, auch „Mädchenbier“ genannt. Durch Militär- und Gartenkonzerte und abgehaltene Bälle, etwa nach dem Ringreiten, belebte Voß das gesellschaftliche Leben des Dorfes, in das er auch als Landwirt eingebunden war.

 

Friedrich Voß muss als „Gedienter“ wohl dem Landsturm, der Militärreserve angehört haben. Schon im Jahr 1916 lesen wir im Segeberger Kreis- und Tageblatt von ihm als Soldaten: Im September ist er auf Heimaturlaub erkrankt und verbringt einige Zeit im Segeberger Lazarett des Vaterländischen Frauenvereins.

 

Sein Tod, wenige Wochen vor Ende des Krieges, trifft Dorf und Familie schwer. Die Gemeinde trauert um ihren Gastwirt, dessen Tod einen „unersetzlichen Verlust“ bedeute: „Durch seine edle Gesinnung, durch sein freundliches zuvorkommendes Wesen hatte er sich nur Freunde erworben. Er hatte alle Eigenschaften eines guten Wirts.“

 

Dass mit dem Tod des Friedrich Voß die Geschichte der Familie Voß in Schmalensee nicht endet, ist dem Durchhaltewillen seiner Frau zu verdanken. Meta Voß setzt die Geschäfte fort – die weiterhin Gast- und Landwirtschaft beinhalten. Sie gilt als treibende Kraft, was den Fremdenverkehr im Ort anbelangt und soll 1925 maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Schmalensee anerkannter Luftkurort wurde. 1948 übergibt Meta Voß Landwirtschaft und Gaststätte an ihren Sohn, den späteren Bürgermeister Hans Voß, dessen Schwiegertochter Annegret Voß an der Seite von Friedrichs Enkel Jochen heute den Gasthof Voß führt.

 

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Foto: Friedrich Voß

Vor 135 Jahren: Ordnung im Bierglas – Der Eichstrich kommt

(16.08.2018)

Die Wirte in der Provinz Schleswig-Holstein werden über die Landräte an daran erinnert, dass sie nur noch bis zum 1. Januar 1884 Zeit haben, ihre Biergläser eichen zu lassen – im Segeberger Kreis- und Wochenblatt noch „Aichen“ genannt.

 

Bisher schenken die mit Konzession ausgestatteten Wirte das Bier nach Gusto aus. Für die neue preußische Provinz ist das freilich nicht akzeptabel. Bierpreis und -menge müssen vergleichbar sein, und so wird das Eichen angeordnet – wofür die Wirte selbst zu sorgen haben.

 

Bis heute kennen wir die Maße durch stetes Rückfragen des Personals im Gasthof Voß, wenn jemand ein „großes Bier“ bestellt: „0,3 oder 0,4?“

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Foto: Vor 135 Jahren: Ordnung im Bierglas – Der Eichstrich kommt

Hunde wüten am Ringreiterplatz – wer kennt sie?

(13.08.2018)

Ein totes Kaninchen, eine verletzte Katze, ein schockiertes Meerschweinchen und aufgeregte Anwohner - Thema Nummer 1 in der Straße Am Ringreiterplatz waren am Wochenende zwei Hunde unbekannter Herkunft. Gleich mehrere Anwohner meldeten sich in den letzten Tagen beim Homepage-Team und schilderten ungeheuerliche Vorgänge.

 

Hier der Versuch einer Zusammenfassung: Offenbar sind seit Freitag, 10. August, zwei Hunde in Schmalensee unterwegs – einer groß und hell, der andere kleiner und dunkel. Eine Quelle spricht von Schäferhunden, die auch am 11. August (4.30 Uhr) aus einem fahrenden Auto nachts auf der Straße von Kalübbe kommend fotografiert wurden, eine andere von Jagdhunden. In der Straße Am Ringreiterplatz scheinen sich die Hunde, die keine Halsbänder tragen, auszutoben.

 

Am Freitagmorgen sollen beide Hunde über Stunden gebellt haben. Den Zeitungsboten hätten sie regelrecht verfolgt und sich, als Anwohner nachschauen wollten, was denn draußen vor sich ginge, auch in Häusern aufgehalten. In oder an einem Gebäude wurde ein Meerschweinchen-Stall verwüstet, der Nager konnte gerettet werden.

 

Schlechter erging es einem Kaninchen auf einem anderen Grundstück mitten im Wohngebiet – es konnte nur noch tot eingesammelt werden. Auch eine Katze soll in Mitleidenschaft gezogen und tierärztlich versorgt worden sein.

 

Das Homepage-Team hat den Meldenden nahegelegt, die Polizei einzuschalten und Anzeige zu erstatten. Mindestens eine Person muss schon einmal die Leitstelle angerufen haben, denn am Samstagmorgen meldete sich die Polizei bei einem örtlichen Jäger mit der Frage, ob er und seine Jagdkollegen ihre Jagdhunde frei laufen ließen – was natürlich nicht der Fall ist.

 

Die Meldenden haben in erster Linie ein Interesse daran, dass die Hunde verschwinden. Wer kennt die Tiere und ihre Halter? Informationen können über die Kontaktfunktion dieser Homepage gegeben werden – aber bitte nicht anonym, damit wäre niemandem geholfen.

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Foto: Opfer der Hundeattacke

Vor 130 Jahren: Einquartierungen wegen der Herbstmanöver 1888

(13.08.2018)

Im Zuge der vor 130 Jahren beginnenden und bis in den September andauernden Herbstmanöver ist Schmalensee vom 13. bis 31. August 1888 Einquartierungsort für eine Zweidrittel-Eskadron des Husarenregiments 15. Damit hat das Dorf Raum für drei Offiziere, 75 Mannschaften und 80 Pferde vorzuhalten. Die Truppe verpflegt sich selbst.

 

Die weiteren Kräfte dieses Regiments liegen in den umliegenden Orten bis nach Rickling und Fehrenbötel. Das dritte Drittel der in Schmalensee liegenden Eskadron (laut Segeberger Kreis- und Wochenblatt ein Offizier, 37 Mannschaften und 40 Pferde) ist in Tarbek untergebracht. Eine weitere Eskadron, zahlenmäßig also das, was Schmalensee und Tarbek aufzunehmen haben, ist auf die Orte Damsdorf, Tensfelderau und Tensfeld verteilt.

 

Im Raum Bornhöved konzentriert sich die Kavallerie, während um Bramstedt und Itzstedt Jäger und Feldartillerie stationiert werden. In der Gemeinde Bornhöved liegen die Stäbe gleich zweier Husarenregimenter – Nr. 15 und 16 – was zehn Offiziere, 50 Mannschaften und 68 Pferde ausmacht.

 

Außerdem haben Bornhöved und auch Gönnebek im Zeitraum 13. bis 30. August jeweils eine Eskadron des Husarenregiments 16 mit je vier Offizieren, 112 Mannschaften und 120 Pferden aufzunehmen. Vom 23. bis 31. August muss in Bornhöved zudem der Stab der 18. Kavallerie-Brigade mit zwei Offizieren, sechs Mannschaften und zwölf Pferden Quartier erhalten.

 

Schmalensees Chronist Heinrich Göttsch, ab 1896 Lehrer im Dorf, schreibt über die Zeit der Einquartierungen in seiner 1948 veröffentlichten Chronik: „Die Gönnebeker Heide war Übungsplatz der Wandsbeker Husaren Nr. 15 und der Schleswiger Husaren Nr. 16 geworden. Fast alljährlich bis 1899 waren auch in Schmalensee zahlreiche Husaren einige Wochen im Quartier, dem einen zur Lust, dem anderen zur Last. Als Last wurde die Einquartierung empfunden, weil sie gewöhnlich in die hilde Erntezeit fiel. Die Brigadeexercitien schlossen mit einem Manöver und einer Parade vor dem Armeecommandeur, welche Schau auch viele Schmalenseer in die Heide lockte.“

Foto zur Meldung: Vor 130 Jahren: Einquartierungen wegen der Herbstmanöver 1888
Foto: Vor 130 Jahren: Einquartierungen wegen der Herbstmanöver 1888

Vor 95 Jahren - Die Inflationsspirale in Schmalensee und Umgebung

(09.08.2018)

Wir wurden Millionäre, Milliardäre und schließlich Billionäre, und wurden immer ärmer, bis wir nichts mehr hatten.“ So beschreibt Lehrer Heinrich Göttsch in seiner 1948 veröffentlichten Chronik von Schmalensee, was sich nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere 1923 abspielte. Auf den verlorenen Krieg „folgte eine bunte, verworrene Zeit, die in ihren üblen Begleiterscheinungen den wirtschaftlichen Existenzen gefährlicher war als der Krieg.“

 

Vor 95 Jahren fallen beim Durchblättern des Segeberger Kreis- und Tageblatts, des Vorläufers der Segeberger Zeitung, ab Sommer Artikel und Anzeigen ins Auge, die beispielhaft für das stehen, was heute allgemein als Inflation von 1923 bezeichnet wird. Nachdem bereits im Juli einige Fälle geschildert wurden, blicken wir in einem zweiten Teil auf die Preisentwicklung im August 1923:

 

01.08.1923: Die Post- und Telegrafen-Gebühren werden erhöht; u.a. kostet der Versand von Postkarten im Ortsverkehr nun 200 Mark und im Fernverkehr 400 Mark.

 

01.08.1923: Der Geldwert von Naturalbezügen wird angeglichen. Demnach beträgt der Gegenwert der vollen Verpflegung einschließlich Wohnung, Heizung und Beleuchtung für weibliche und männliche Angestellte in leitender oder gehobener Stellung (z.B. Lehrer, Hausdamen, Geschäftsführer, Ärzte, Apotheker, Verwalter usw.) 54.000 Mark pro Tag.

Im Falle sonstiger Hausangestellter (z.B. Gesellen, Gehilfen, Knechte, Verkäuferinnen usw.) liegt der Wert bei 45.000 Mark, für sonstige weibliche Hausangestellte (Mägde, Dienstmädchen) oder gering bezahlte weibliche Arbeitskräfte (Flick- und Reinemachefrauen) bei 33.000 Mark pro Tag.

 

09.08.1923: Die Mehl- und Brotpreise sind erneut dem Wertverlust des Geldes angeglichen worden. Ein 1.900 Gramm Roggengrobbrot kostet nun maximal 15.000 Mark, ein 2.850 Gramm Roggengrobbrot liegt bei 22.500 Mark.

 

10.08.1923: „An unsere Zeitungsbezieher. Infolge der katastrophalen Entwertung der Papiermark setzen wir den Bezugspreis des Segeberger Kreis- und Tageblatts für den Monat August auf 70.000 Mark fest.“

 

10.08.1923: Die Hebammengebühren werden in ihren wesentlichen Punkten um das 400-fache erhöht. Das Wegegeld der Hebammen wird auf 5.000 Mark pro Kilometer angehoben.

 

18.08.1923: Die Gebühren der Fleischbeschau werden angeglichen. Für die Trichinenschau werden statt 65.000 nun 327.000 Mark erhoben.

 

27.08.1923: Neue Höchstpreise für Brot und Mehl treten in Kraft. Das Roggengrobbrot von 1.900 Gramm kostet maximal 110.000 Mark.

 

30.08.1923: Aufgrund der fortschreitenden Geldentwertung gibt die Landesversicherungsanstalt Kiel neueste Honorarsätze für ärztliche Gutachten bekannt. Demnach wird zurzeit eine „große Begutachtung“, also eine umfangreiche körperliche Untersuchung von Rentenbewerbern, mit 480.000 Mark honoriert. Für die Teilnahme an einer Sitzung eines Versicherungsamtes erhält ein Arzt 240.000 Mark für die erste und je 160.000 Mark für jede weitere angefangene Stunde.

 

Foto zur Meldung: Vor 95 Jahren - Die Inflationsspirale in Schmalensee und Umgebung
Foto: Vor 95 Jahren - Die Inflationsspirale in Schmalensee und Umgebung

Was wenn der Wolf kommt? - Hotline eingerichtet

(07.08.2018)

In den vergangenen drei Monaten haben sich landesweite Berichte über beobachtete Wölfe gehäuft. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR) hat für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen eine Notfallhotline eingerichtet:

 

0174 / 63 30 335

 

Seit dem Wiederauftreten des Wolfes im Land zwischen den Meeren im Jahr 2007 sind 94 gesicherte Nachweise erbracht werden. Im LLUR geht man u.a. davon aus, dass die Geburt von acht Welpen vor einem Jahr im dänischen Ulfborg nun dazu geführt hat, dass diese das Rudel verlassen haben, um Geschlechtspartner und geeignete Räume zur Gründung eines eigenen Rudels zu finden. Tiere aus diesem Wurf sind auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.

 

In unseren Breitengraden hatte es zuletzt Wolfsbeobachtungen im Bereich des Staatsforstes um Zentrum des Kreisgebietes (Forstbezirk Buchholz) und auf der nördlichen „Segeberger Heide“ gegeben.

 

Grundsätzlich gilt bei der Feststellung eines Wolfes: Beobachten und Melden, nicht nähern und anfassen.

Foto zur Meldung: Was wenn der Wolf kommt? - Hotline eingerichtet
Foto: Was wenn der Wolf kommt? - Hotline eingerichtet

Mitfahrbank da und nun? - Wie funktioniert das Mitfahrnetz-SE?

(06.08.2018)

Seit ein paar Wochen steht an der Dorfeiche nun diese bunte Bank, die Mitfahrbank. Erhalten hat sie die Gemeinde kostenlos, nachdem die Gemeindevertreter beschlossen hatte, sich dem Mitfahrnetz Segeberg anzuschließen. Aber wie funktioniert das eigentlich mit Mitfahrbank und -netz?

 

Zunächst noch einmal die grundsätzliche Idee: Um die Mobilität der Menschen in der Region Segeberg „nachhaltig zu verbessern“*, wurde am 15.01.2018 das Mitfahrnetz Segeberg gestartet – als „praktische Alternative zum eigenen Auto und zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).“*

 

Diese Herangehensweise kann funktionieren, muss es aber nicht: Ich setze mich auf die Mitfahrbank, ein Verkehrsteilnehmer, der die dazugehörige Beschilderung kennt, hält an, wir stellen fest, dass die gemeinsame Richtung stimmt und ich werde mitgenommen. Schön und gut, aber mit reichlich Zufall im Spiel. Zu recht fragte eine Mitbürgerin, wie groß denn die Erfolgsaussicht auf Mitnahme sei und ob denn das Zurückkommen von einem Ort ohne Mitfahrbank gewährleistet sei... Wir stellen fest: Nicht der Wortanteil „Bank“ ist entscheidend, sondern „Netz“.

 

Die Digitalisierung der Gesellschaft macht nämlich auch hier nicht halt. Wer eine Fahrt bzw. Mitfahrt plant, der sucht das Online-Portal www.mitfahrnetz-se.de auf und dort finden die Verabredungen statt – möglichst für Hin- und Rückfahrt. Fahrer melden ihre Tour und die Bereitschaft an, andere mitzunehmen; Mitfahrer suchen und fragen nach Mitfahrgelegenheiten.. Alternativ kann die kostenlose Telefon-Hotline 04551-951-555 des Kreises Segeberg angewählt werden.

 

Die Mitfahrbank ist in diesem Rahmen der zu verabredende Treffpunkt – also eher ein Mittel für Eingeweihte als für zufällige Fahrgemeinschaften. Aber natürlich kann man auch mit der eingangs geschilderten Methode Erfolg haben. Etwa bei Fahrten im Nahbereich, wenn es in Nachbarorte zum Einkaufen, in die Verwaltung oder zu Arztbesuchen geht. Und vielleicht kurbelt das ja neue Fahrgemeinschaften innerhalb Schmalensees an?

 

*: Pressemitteilung des Kreises Segeberg vom 15.01.2018

Foto zur Meldung: Mitfahrbank da und nun? - Wie funktioniert das Mitfahrnetz-SE?
Foto: Mitfahrbank Schmalensee

Weltpremiere – Bühnenjubiläen – Loenickers Hader, Erntehelfer Winkler und Spiekermann

(05.08.2018)

Comedy und Plattdeutsches von den drei Männern im See waren angekündigt worden und der Gemeindesaal platzte aus allen Nähten. „Wir sind froh, dass sie wieder da sind“, freute sich ein Besucher in der Pause. Da hatten Schmalensees bester Kabarettist Nils Loenicker alias Bauer Hader, sein Erntehelfer mit Gitarre Matthias Winkler und Plattschnacker Gerd Spiekermann mit aktuellen Themen und Bewährtem die dürstenden Seelen schon tüchtig angewärmt.

 

Und das wäre angesichts tropischer Hitze draußen und zunehmend auch drinnen gar nicht nötig gewesen. Loenickers Paraderolle Bauer Hader kam ums Wetter nicht herum. „Selbst die Kühe schwitzen – über's Euter. Deshalb wird die Milch langsam dünn.“

 

Hadern musste Hader mit dem Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Russland. Die hatte offenbar den Satz des Bundestrainers, „von dieser WM kommen wir als Erster nach Hause“ falsch verstanden. Und natürlich kam auch Mezut Özil nicht gut weg - „wer nicht sehr schlau ist, tut Dinge, die nicht sehr klug sind.“

 

25-jähriges Bühnenjubiläum feiern Loenicker und Matthias Winkler als „Entermänner“. Das brachte den Besuchern den Klassiker „Bornholm ist kalt“ - auf „Schmalensee, meine Perle“ warteten einige vergebens. Dafür hatte Winkler ein paar neue Stücke mitgebracht, frisch gepresst auch auf seine neue CD, die „Weltpremiere“ feierte – und das in der gerade angebrochenen Vorweihnachtszeit: „Was Kleines zum Einpacken!“

 

Ali Hader, des Bauers Zwillingsbruder, gab ein neues Gastspiel in Schmalensee und gab nach versuchter Familienzusammenführung Einblicke in seinen aktuellen Job als Kaplan und Missionar für die „evangelische-katholische Kirche“, der seinen Mittürken die Bibel nahezubringen versucht „voll krasse Buch mit spannende Geschichten“. Einiges bleibe aber auch in dieser Schrift im Unklaren, so Ali: „Ich weiß nicht, wie alt der Judas war, aber er war Jünger.“

 

Einmal mehr war es Gerd Spiekermann, der mit seiner plattdeutschen Erzählweise alltägliche Kleinigkeiten zum großen Vergnügen machte. Die Südamerikareise des noch jungen Rentners mit Ausflührungen zu Fleisch und Tango fesselte ebenso wie das Rentner-Dasein an sich und das Abrutschen in eine ganz neue Zielgruppe für Werbetreibende. Und das im Jahr seines 40-jährigen Bühnenjubiläums!

 

Zurück zu den Klassikern: Vor 15 Jahren aktuell und heute noch gültig: der Song vom Dosenpfand. Und schließlich, die Hemden und Kleider aller waren bereits patschnass – ein Mitmachstück, zumindest akustisch. „Jetzt müsst ihr aber mal aus der Hüfte kommen, auch wenn's nicht mehr die eigene ist!“, rief Hader dem Publikum zu – und erntete auch diesen Lacher.

Foto zur Meldung: Weltpremiere – Bühnenjubiläen – Loenickers Hader, Erntehelfer Winkler und Spiekermann
Foto: Bauer Hader war wieder da

Der Schmalensee – als Badegewässer weiter unbedenklich

(03.08.2018)

Die langanhaltende Hitze wirkt sich auch nachteilig auf viele Gewässer Schleswig-Holsteins aus. Die Sorge vor Sauerstoffmangel und Fischsterben, die Austrocknung des Rönnauer Mühlenteichs und Meldungen von Blaualgen sind in aller Munde. Am Schmalensee hingegen seht man täglich sorglose Menschen die Badestelle genießen. Und das können sie auch weiter tun.

 

Mit Schreiben vom 1. August ist die Gemeinde Schmalensee vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Badewasser-Qualität des Schmalensee „keinen Anlass zur Beanstandung“ gibt.

 

Die Schöpfprobe im Bereich der Badestelle wurde am Morgen des 30. Juli von einem Mitarbeiter des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung entnommen.

 

Die o.a. Aussagen betreffen die Keimzahlen der „untersuchten mikrobiologischen Parameter“ (Escherichia coli – 32 MPN/100 ml; Intest. Enterokokken – 10 MPN/100 ml). Weiter heißt es im Prüfbericht: „Die zugehörigen Grenzwerte der Badegewässerverordnung Schleswig-Holstein 2008 werden eingehalten.“

 

Also weiter fröhliches Baden!

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Foto: Der Schmalensee

Verschleppungsaktion – Badeinsel vorerst im „Trockendock“

(27.07.2018)

Da dürften am 26. Juli die Augen groß gewesen sein, als die ersten Kinder die Schmalenseer Badestelle stürmten: Die von Robert Galle an den Verschönerungs- und Vogelschießerverein gespendete Badeinsel ist nicht mehr da. In den frühen Morgenstunden hatten Galle und sein Mitarbeiter die diesjährige Hauptattraktion wieder eingeholt. Der Grund: Die Verkehrssicherheit muss noch offiziell bestätigt werden.

 

Das Risiko ist sowohl für den Eigentümer des Sees und den Besitzer der Badeinsel wie für die Gemeinde zu hoch: Was, wenn ein kleiner oder großer Badegast an, auf oder unter der Badeinsel verunfallt? Um hier Rechtssicherheit herzustellen, muss zunächst eine (sehr kostspielige) Überprüfung durch den TÜV erfolgen und der Versicherungsschutz geklärt werden. Die Gemeindevertretung beschloss am 24. Juli mit Bedauern, dass bis dahin die Badeinsel von der Badestelle zu entfernen sei.

 

Dafür musste Robert Galle einige Male abtauchen: Die insgesamt 200 Kilo schweren Gewichte hatten sich bereits in den Seegrund gebohrt, die Sicht war ungünstig. Schnell war Bürgermeister Sönke Siebke mit schwerem Gerät zur Stelle – die Badeinsel konnte bis zur Nichtschwimmergrenze gezogen und dort von den Gewichten befreit werden. Anschließend schleppte Galle die Badeinsel zu seinem Grundstück, wo sie auf die Überprüfung vorbereitet werden soll. Da waren bereits die ersten Badegäste im Wasser. „Schade – an der Leiter habe ich immer Gymnastik gemacht“, bedauerte Gerhard Harder die „Verschleppungsaktion“.

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Foto: Da fährt sie hin, die von Robert Galle (links) gestiftete Badeinsel

Zwei echte Typen verabschiedet – Badeinsel macht Sorgen – Gemeindevertretung tagte zum zweiten Mal

(25.07.2018)

Schon zum zweiten Mal nach ihrer Konstituierung im Juni hat die Gemeindevertretung am 24. Juli getagt. Grund war eine fehlerhafte Besetzung des Bauausschusses, die korrigiert werden musste. Nachgeholt werden konnte die Verabschiedung zweier Gemeindevertreter. Sorgen bereitet den Fraktionen die Badeinsel im Schmalensee.

 

Die aktuell sehr willkommen geheißene Badeinsel hat noch keine Abnahme erfahren und muss deshalb zunächst aus dem See geholt werden. Die Maßnahme wird für Unverständnis sorgen, aber es gilt, Schaden von der Gemeinde als Pächterin der Badestelle, vom Verschönerungsverein als Besitzer der Insel und vom Eigentümer des Sees fernzuhalten. Denn sollte ein Badegast verunfallen, ist es für diese Drei vorbei mit der Freude an der von Robert Galle geschenkten Attraktion im Schmalensee.

 

Positiver waren da schon andere Mitteilungen, die Bürgermeister Sönke Siebke vortragen konnte. Für die von ihrer Tätigkeit zurück getretene Bärbel Wichmann konnte mit Silvia Endelmann eine neue Beauftragte für den Gemeindesaal gefunden werden. Außerdem scheint eine Vertretung für Gemeindearbeiter Volker Kay gefunden zu sein, hier muss vor Bekanntgabe aber noch der nötige Vertrag unterzeichnet werden.

 

Kurios wirkte, was der Bürgermeister mittels Brief an seinen Stellvertreter Jürgen Bucksch hatte einleiten müssen: Siebke hatte der Besetzung des Ausschusses für Bauen und Wege, Planungs- und Umweltangelegenheiten (Bauausschuss) und der Wahl des Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden dieses Ausschusses widersprechen müssen. Die Fraktion der BWS hatte ein bürgerliches Mitglied zu viel in den Bauausschuss entsandt. Das hatte dazu geführt, dass die Zahl der bürgerlichen die der ordentlichen Mitglieder der GV übertraf. Das war im Zuge der Vorbereitung der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung nicht aufgefallen und musste nun korrigiert werden: GV Thorge Jankowski wurde anstelle von Dierk Harder für die BWS in den Ausschuss gewählt. Dessen Vorsitzender ist und bleibt Sönke Stahl, bürgerliches Mitglied der BfS. Sein Stellvertrer ist GV Lars Holldorf, der Fraktionsvorsitzende der BfS.

 

Der Wahlprüfungsausschuss, der kurz vor Beginn der Sitzung der Gemeindevertreter getagt hatte, konnte, auch dank guter Vorarbeit aus der Verwaltung feststellen, dass die Gemeindewahl am 6. Mai 2018 für gültig zu erklären sei. Es hatte keine Unregelmäßigkeiten vor oder während der Wahlhandlung gegeben; die Wählergruppen hatten sehr rechtzeitig ihre Listen vorgelegt und darauf war auch niemand geführt worden, der in Schmalensee womöglich nicht wählbar gewesen wäre.

 

Wahlleiter am 6. Mai war Rüdeger Cuwie, der nicht wieder für einen Sitz in der Gemeindevertretung kandidiert hatte. Nachdem er der Vertretung von 1998 bis 2001 als bürgerliches Mitglied angehört hatte, war er 2001 in die GV nachgerückt und gehörte dieser ununterbrochen bis Mai 2018 an. Von 2011 bis 2018 war er 3. stellvertretender Bürgermeister, sein Hauptaugenmerk galt den Finanzen, aber auch im Bauausschuss war er tätig, zuletzt als Vorsitzender. Bürgermeister Siebke lobte das Engagement Cuwies, der stets durch konstruktive Kritik die Vorgänge im Dorf positiv mitgestaltet habe und eine eine große Lücke hinterlasse. Legendär sei sein leidenschaftliches Protokoll- und Aktenstudium gewesen, manchen Zahlendreher im Haushalt habe er – und nur er – aufgedeckt. „Es waren meist wundervolle Jahre in der GV und ich bin schon etwas wehmütig“, erklärte Rüdeger Cuwie. „Aber der Besucherstuhl ist auch bequem und mein Weggang hat auch eine Verjüngung der Vertretung bewirkt, das finde ich toll.“

 

Als Nachrücker war 2009 Wilfried Kroll in die Gemeindevertretung gekommen, der er bis 2013 und dann, wieder als Nachrücker, von Juni 2014 bis Mai 2018 angehörte. „Du hattest wenig zu sagen, aber wenn, dann war man gut beraten, gut zuzuhören“, lobte Sönke Siebke launig die zielorientierte Arbeitsweise von „Willi“, der im Dorf den Auf- und Verschluss der Büchertauschhütte und die Pflege der Gemeindehomepage sicherstellt. „Als Zugereister wurden meine Frau Traute und ich sehr freundlich in Schmalensee aufgenommen und ich habe mich gern eingebracht. Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch weiterhin Neubürger so offen aufnehmt, denn so läuft es gut“, sagte Wilfried Kroll.

 

Er und Rüdeger Cuwie erhielten für sich und ihre Frauen Gutscheine vom Gasthof Voß als Abschiedsgeschenk. Noch nicht verabschiedet werden konnte Susan Buchholz, die der GV als bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Senioren, Jugend und Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr erhalten bleibt.

 

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Foto: Verabschiedung Rüdeger Cuwie (links) und Wilfried Kroll (rechts) durch Sönke Siebke

Wem gehört der Ring?

(23.07.2018)

An der Schmalenseer Badestelle ist am Wochenende ein silberner Ring gefunden worden. Dieser trägt eine Innengravur. Diese Inschrift beinhaltet einen mit „M“ beginnenden Namen und ein Datum.

 

Wer den Ring vermisst und sich durch Kenntnis des vollen Namens und des eingravierten Datums legitimieren kann, möge bitte über die Kontaktfunktion dieser Homepage Verbindung aufnehmen.

 

Die Suche wurde rasch beendet. Die Besitzer des Ringes haben das gute Stück dank unserer Meldung wieder gefunden.

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Foto: Wem gehört der Ring?

Schlüssel für E-Bike ging verloren

(23.07.2018)

Ein Urlauber, der Anfang Juli in unserer Region zu Gast war, hat über das Kontaktformular Verbindung zum Homepage-Team aufgenommen. Der Mann hat während seines Urlaubs den Schlüssel für sein E-Bike verloren.

 

Wer seit Monatsbeginn einen ihm unbekannten Schlüssel bzw. einen E-Bike-Schlüssel gefunden hat, wird darum gebeten, sich ebenfalls mit dem Homepage-Team in Verbindung zu setzen. Vielleicht gelingt es ja, das Bike wieder anzuwerfen.

Foto zur Meldung: Schlüssel für E-Bike ging verloren
Foto: Schlüssel für E-Bike ging verloren

Kurs halten auf dem Mönchsweg dank kostenloser App für Radfahrer

(19.07.2018)

Er kommt von Bornhöved, vollführt ein paar knackige Abzweigungen innerhalb Schmalensees und verlässt unsere Gemarkung in Richtung Stocksee: Der Mönchsweg, ein Radfernweg, der den Spuren der Mönche, die im Mittelalter das Christentum in den Norden brachten. Ab sofort hilft eine kostenlose App dabei, ihren Pfaden sicher zu folgen. Obendrein gibt der virtuelle Reisebegleiter zahlreiche Informationen, die Gästen wie Einheimischen das Befahren des Mönchsweges zum spannenden Erlebnis werden lassen.

 

Im Mai 2007 wurde der Mönchsweg eröffnet, der damals Glückstadt an der Elbe mit Puttgarden auf Fehmarn verband. 2014 kam der Abschnitt von Bremen nach Wischafen hinzu. Die Gesamtroute führt durch drei Bundesländer und 113 Gemeinden, vorbei allein an über 100 Kirchen. Als perfekter Reisebegleiter enthält sie umfassende Basisdaten wie eine detaillierte zoombare Karte mit Routing-Funktion, Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Unterkünften, Gastronomie und Fahrradservices am Weg. Die App wurde vorerst für Smartphones mit dem Betriebssystem Android und für den Abschnitt in Schleswig-Holstein entwickelt.

 

Horst Weppler, Vorsitzender des Mönchsweg e.V., betont die Besonderheit der App: „Missionar Bruno von Faldera begleitet die Mönchsweg-Radler und erzählt spannende Geschichten aus der Zeit der Christianisierung in vielen Hör- und Lesetexten sowie in Videos.“ Und das in Deutsch oder Englisch.

 

Umfangreiche Informationen gibt es unter www.moenchsweg.de im Internet. Die kostenlose Broschüre mit Unterkunftsverzeichnis, einen Radpilgerpass oder individuelle Beratung gibt es bei der zentralen Infostelle unter Telefon 0431/12850873 oder info@moenchsweg.de. Im August 2018 erscheint zudem das bikeline-Radtourenbuch Mönchsweg aus dem Verlag Esterhauer in zweiter, aktualisierter Auflage. Das Buch kostet 14,90 Euro und kann ohne Versandkosten bei der Infostelle bestellt werden.

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Foto: Kurs halten auf dem Mönchsweg dank kostenloser App für Radfahrer

Vor 95 Jahren - Die Inflation erreicht auch Schmalensee

(15.07.2018)

Wir wurden Millionäre, Milliardäre und schließlich Billionäre, und wurden immer ärmer, bis wir nichts mehr hatten.“ So beschreibt Lehrer Heinrich Göttsch in seiner 1948 veröffentlichten Chronik von Schmalensee, was sich nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere 1923 abspielte. Auf den verlorenen Krieg „folgte eine bunte, verworrene Zeit, die in ihren üblen Begleiterscheinungen den wirtschaftlichen Existenzen gefährlicher war als der Krieg.“

 

Vor 95 Jahren, beginnend am 15. Juli 1923, fallen beim Durchblättern des Segeberger Kreis- und Tageblatts, des Vorläufers der Segeberger Zeitung, Artikel und Anzeigen ins Auge, die beispielhaft für das Stehen, was heute allgemein als Inflation von 1923 bezeichnet wird. Von Milliardenbeträgen, wie man sie noch auf alten Banknoten oder Briefmarken in manchem Schmalenseer Haushalt kennt, war man Mitte Juli aber noch weit entfernt:

 

15.07.1923: Die Fleischbeschaugebühren steigen. Sie betragen für ein Pferd 20.000, ein Schwein 12.000 und ein Rind 15.000 RM. Die Gebühren der Bezirksschornsteinfeger steigen um 400 Prozent. Die Regelung, dass Kleinrentner nur die halbe Gebühr zu zahlen haben, entfällt. Auch das Segeberger Kreis- und Tageblatt kommt an einer Gebührenerhöhung nicht vorbei. Für das August-Abonnement sind 20.000 RM zu entrichten.

 

16.07.1923: Neue Höchstpreise für Mehl und Brot gelten ab sofort. Für ein 1.900 Gramm-Roggenbrot müssen maximal 3.800 RM gezahlt werden.

 

26.07.1923: Bis zum 1. August 1923 gelten im Handwerk neue Stundenlöhne (in Klammern: Stundenlöhne vom 2. bis zum 8. August 1923): Zimmerer 42.730 (57.810) RM, Maurer 41.910 (56.700) RM, Hilfsarbeiter 39.450 (53.370) RM, Tiefbauarbeiter 33.890 (45.850) RM.

 

31.07.1923: Friseurpreise. Das Rasieren kostet nach Festlegung durch die Friseurinnung 4.000 RM, das Haareschneiden 20.000 RM.

 

Die deutsche Inflation, die 1923 ihren Höhepunkt erreichte und nur durch Einführung der Rentenmark ab 1924 eingedämmt werden konnte, hatte ihren Ursprung in der Finanzierungspolitik des Ersten Weltkriegs. Die sorgte dafür, dass im November 1918 die Schulden des Deutschen Reiches das Volkseinkommen überstiegen. Da Deutschland den Krieg verloren hatte konnte die Verschuldung nicht wie geplant durch die Kriegsgegner abgebaut werden. Statt dessen musste das Deutsche Reich die im Versailler Vertrag auferlegten Reparationen zahlen, was die Minderung der Kaufkraft der Mark bei gleichzeitiger Verteuerung der Güter befeuerte. Weil der Staat, die neue Weimarer Republik, zur Beseitigung der Staatsschulden ab 1919 die Geldmenge massiv erweiterte, kam es 1923 zur so genannten Hyperinflation.

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Foto: Vor 95 Jahren - Die Inflation erreicht auch Schmalensee

Harald Krille ist der neue Amtsvorsteher

(12.07.2018)

Harald Krille ist der neue Amtsvorsteher des Amtes Bornhöved. Trappenkamps Bürgermeister wurde am 9. Juli in Tensfeld während der konstituierenden Sitzung des Amtsausschusses zum Nachfolger von Knut Hamann gewählt, der sich erneut um die Spitzenposition beworben hatte und nun erster stellvertretender Amtsvorsteher ist. Zweiter Stellvertreter ist Stefan Dockwarder aus Bornhöved.

 

Der 59-jährige Harald Krille profitierte bei seiner Kandidatur u.a. von der neuen Berechnung der Stimmenzahl laut Gemeindeordnung: Je angefangene 250 Einwohner gibt es eine Stimme. Die sechs Trappenkamper Vertreter im Amtsausschuss, alle SPD-Vertreter, verfügen demnach über 21 Stimmen, die zehn Vertreter der weiteren Gemeinden über 25 (Bornhöved 14, Tensfeld 3, Gönnebek, Stocksee und Schmalensee je 2, Tarbek und Damsdorf je 1) Stimmen. Da auch der Bornhöveder CDU-Vertreter Stefan Dockwarder für Krille stimmte und sich das Bornhöveder SPD-Ausschussmitglied Ansgar Kruse der Stimme enthielt, konnte Harald Krille die fünfjährige Amtszeit antreten. Laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 11. Juli soll es danach einen Wechsel geben: „Jede Gemeinde sollte einmal dran sein“, wird Krille zitiert.

 

Gerade die kleineren Gemeinden befürchten durchaus die Dominanz Trappenkamps. Dabei geht es auch um den Einsatz verfügbarer Mittel. Die „Familiengemeinde im Grünen“ verfolgt ambitionierte Projekte, um die Attraktivität als Wohngemeinde weiter zu heben. Zugleich finden aber auch Investitionen statt, von denen das Umland profitiert, etwa in den Bereichen Schule, Sportstätten oder Brandschutz. Harald Krille: „Ich werde auch die kleinen Gemeinden besonders im Blick haben.“

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Foto: Harald Krille

Bürgermeister widerspricht Wahl – aus formalen Gründen

(12.07.2018)

Nur einen Monat nach ihrer Konstituierung tagt Schmalensees Gemeindevertretung schon wieder: Am Dienstag, 24. Juli, kommen die Gemeindevertreter um 19.30 Uhr im Gasthof Voß zusammen. Der Grund: Bürgermeister Sönke Siebke hat seinem Stellvertreter Jürgen Bucksch einen Brief geschickt und darin der Wahl der Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Wege, Planungs- und Umweltangelegenheiten widersprochen. Hintergrund ist, dass bei der Besetzung des Ausschusses ein formaler Fehler begangen wurde.

 

Laut Gemeindeordnung darf die Zahl bürgerlicher Mitglieder die der Gemeindevertreter im Ausschuss nicht überschreiten. Die von der Fraktion der BWS vorgelegte Vorschlagsliste, die auch so von der GV genehmigt wurde, wies jedoch diesen Fehler auf: Ein bürgerliches Mitglied zu viel, ein Gemeindevertreter zu wenig. Damit der Ausschuss zügig und rechtssicher arbeiten kann, erfolgte der Widerspruch. Die BWS-Fraktion hat dem Bürgermeister mitgeteilt, dass Dierk Harder auf seinen Sitz als bürgerliches Mitglied verzichtet. Thorge Jankowski, der bereits Mitglied des Finanzausschusses ist, soll statt dessen vorgeschlagen werden.

 

Weil theoretisch durch die Umbesetzung auch ein Wechsel im Vorsitz des Bauausschusses möglich wäre, musste Sönke Siebke auch der Wahl des bürgerlichen Mitglieds Sönke Stahl zum Vorsitzenden und Lars Holldorf (beide BfS) zu dessen Stellvertreter widersprechen. Auch das ist eine Formalie, wie Siebke gegenüber der Segeberger Zeitung ausdrückte.

 

Was am 25. Juni hatte vertagt werden müssen, soll am 24. Juli nachgeholt werden: Mit Susan Buchholz, Rüdeger Cuwie und Wilfried Kroll sind drei Mitglieder aus der Gemeindevertretung ausgeschieden, die es noch zu verabschieden gilt.

 

Und die Gemeindevertretung kann am 24. Juli gleich eine wichtige Entscheidung treffen: Um 19 Uhr bereits trifft sich der Wahlprüfungsausschuss im Gasthof Voß, um die Gültigkeit des Ergebnisses der Kommunalwahl vom 6. Mai 2018 festzustellen. Dies ist durch die GV anschließend zu bestätigen.

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Foto: Schmalensee - Wappen am Trafokasten

What's new in Town? - Ein Blick zur Dorfeiche verrät: Neue Schilder und Mitfahrbank

(03.07.2018)

Lange war sie angekündigt, am 2. Juni wurde sie von Gemeindearbeiter Volker Kay aufgestellt: Die Mitfahrbank. Sie ist ebenso ein Ergebnis der Beschlüsse der alten Gemeindevertretung wie die schon seit einer guten Woche installierten Schilder, die zu „Freiwillig Tempo 30“ auf Damsdorfer und Tarbeker Straße aufrufen.

 

Ergänzt um die elektronische Geschwindigkeitsanzeige, die an mehreren Orten im Dorf angebracht werden kann, sollen die auffallend gelben Schilder Auto- und Lkw-Fahrer dazu animieren, beim Befahren der Nebenstraßen vom Tempo zu gehen oder gar nicht erst zu sehr auf's Gas zu drücken. Im Bereich des Sportplatzes, wo ja auch die Känguru-Gruppe der Kita Eris Arche untergebracht ist, war, weil außerhalb der geschlossenen Ortschaft, ein Anbringen solcher Schilder leider nicht möglich. Hier gilt Tempo 60, verbunden mit dem offiziellen Verkehrszeichen, dass auf Kinder hinweist.

 

Die Mitfahrbank hat die Gemeinde kostenlos vom Mitfahrnetz erhalten, das kreisweit operiert und im Internet unter www.mitfahrnetz-se.de zu finden ist. Es soll die Mobilität im ländlichen Raum steigern und zugleich die Umwelt schonen.

 

Wer die Mitfahrbank nutzt, signalisiert dem (wissenden) Vorbeifahrenden, dass er oder sie prinzipiell mitgenommen werden möchte. Also bitte nicht wundern, wenn sich auf der Bank eigentlich nur Ausruhende von Autofahrern angesprochen werden, wohin sie möchten!

 

Nachdem das Projekt Bürgerbus leider mangels Nachfrage hatte eingestellt werden müssen, trägt nun immerhin die Mitfahrbank dazu bei, dass gerade die Schmalenseer, die nicht über ein eigenes Mitfahr-Netzwerk verfügen, hier eine Möglichkeit neben dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für sich entdecken können, die eigene Mobilität zu steigern.

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Foto: That's new in Town

Vor 105 Jahren: Eine Diebin wird verurteilt

(03.07.2018)

Das Segeberger Schöffengericht verurteilt am 3. Juli 1913, vor 105 Jahren, ein Dienstmädchen aus Heiderberg (eventuell meint der Berichterstatter des Segeberger Kreis- und Tageblatts Heiderfeld) zu drei Tagen Gefängnis. Die junge Frau soll, als sie noch in Schmalensee in Stellung war, ein anderes Dienstmädchen bestohlen haben.

 

Die Anklage wirft dem Dienstmädchen vor, in die unverschlossene Stube der Kollegin eingedrungen und dort ein Geldtäschchen entwendet zu haben. 16,50 Mark sollen darin gewesen sein. „Das Geld hat die Diebin bis auf eine Mark für Kleidungsstücke und Näschereien ausgegeben“, heißt es im Zeitungsbericht. Und weiter: „Die Angeklagte, die kommissarisch vernommen worden war, gab ihr Vergehen zu.“

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Foto: Vor 105 Jahren: Eine Diebin wird verurteilt

Vor 85 Jahren: Der Lehrerverein wird Teil des NS-Staates

(01.07.2018)

Am 1. Juli 1933 findet im nationalsozialistisch gewordenen Deutschland die „Gleichschaltung“ der Lehrer statt. An diesem Tag wird der Lehrerverein für Bornhöved und Umgebung zu einer (Orts-)Gruppe im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) und hält eine Sitzung ab. Im Bericht dazu, den das Segeberger Kreis- und Tageblatt veröffentlicht hat, heißt es:

 

„…das große Ziel der nationalsozialistischen Bewegung unter Führung Hitlers: Überbrückung aller Gegensätze der Klassen, Stände und Konfessionen und Schaffung einer deutschen Volksgemeinschaft. Die Mitglieder des bisherigen Lehrervereins, die jetzt sämtlich dem NSLB angehören, sind bereit, dem großen Ziel zu dienen, indem sie selbst wie bisher eine wirkliche Gemeinschaft bilden, sich als Glieder der großen deutschen Schicksalsgemeinschaft fühlen und als Erzieher dazu helfen, daß die nationalsozialistische Idee das ganze Volk ergreife.“

 

Der Bericht dürfte auf der Arbeit des Schmalenseer Lehrers Heinrich Göttsch beruhen. Dieser wird in derselben Sitzung zum Kassen- und Pressewart ernannt.

 

Der NS-Lehrerbund war bereits 1929 als Parteigliederung der NSDAP gebildet worden. Er hatte die Aufgabe, die nationalsozialistische Weltanschauung zur Grundlage des Erziehungs-, vor allem des Schulwesens zu machen. 1943 wurde er aufgelöst. Vermutlich, weil im später als „total“ bezeichnet Krieg Ressourcen (Menschen und Material) geschont werden sollten: Lehrer mussten an die Front, unzählige Publikationen mussten wegen Papiermangels eingestellt und gespart werden.

 

Die NSLB-Gruppe Bornhöved löste 1933 den Lehrerverein ab, der die Volksschullehrer des Kirchspiels Bornhöved vereinigte. Sie tauschten sich in monatlichen Treffen aus, bildeten sich untereinander fort und wählten aus ihren Reihen eine Interessenvertretung (Vorstand) gegenüber dem Kreis- und Provinzialverband der Lehrer.

 

Viele Mitglieder hatten, wie auch Heinrich Göttsch, ihren Beruf in der Zeit des Kaiserreiches angetreten. Sie hatten das für kaiserliche Beamte schmachvolle Ende von Krieg und Monarchie, Revolution und Umbruch erlebt, durchaus verbunden mit dem Verlust einiger Privilegien. Viele von ihnen hatten als Reserveoffiziere eine besondere Verbundenheit zum Staat. Einige Berufskollegen waren im Krieg 1914-18 gefallen, Göttsch hatte den Sohn verloren. Der Ruf nach einer starken Hand im Staat, einem „Führer“ dürfte gerade unter Lehrern im ländlichen Raum laut gewesen sein.

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren:  Der Lehrerverein wird Teil des NS-Staates
Foto: Vor 85 Jahren: Der Lehrerverein wird Teil des NS-Staates

Vor 80 Jahren: Das Ende der Spar- und Leihkasse

(01.07.2018)

Der 01.07.1938 ist die Geburtsstunde einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, der Sparkasse des Kreises Segeberg. Später wird sie Kreissparkasse Segeberg heißen, noch später in der heutigen Sparkasse Südholstein aufgehen. Damals, 1938, werden mehrere kleinere Sparkassen per Verordnung in die Kreissparkasse überführt, darunter auch die Verbandsspar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek in Bornhöved.

 

Die ehemalige Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek mit Sitz in Bornhöved war 1863 gegründet worden. Das damals noch dänische königliche Amtshaus zu Segeberg genehmigte die Gründung am 21. Mai 1863. Die Zahl der „Interessenten“, also Mitglieder, betrug 80, davon 20 aus Schmalensee. Neun Mitglieder bildeten die Administration, den Vorstand – drei pro Gemeinde. Die Generalversammlung, so erklärt es Lehrer Heinrich Göttsch in seiner 1948 herausgegebenen Chronik von Schmalensee, wählte den Kassenführer. Gewählte Revisoren kontrollierten das Handeln des Kassenführers und der Administratoren.

 

1919 wurde die Spar- und Leihkasse in eine Verbandskasse umgewandelt und erhielt einen Verbandsvorsteher. Dieser wurde 1938 beim Anschluss an die Kreissparkasse Vorstandsmitglied. Die vormaligen „Interessenten“ verloren ihre Mitgliedschaft und wurden finanziell entschädigt.

 

Die Spar- und Leihkasse hatte anfangs kein eigenes Gebäude. Der Kassenführer agierte im Geschäftslokal, dem Gasthof zur Linde von Hauschildt. Erst 1918 wurde ein Gebäude am Tödterberg aufgekauft. 1936 erfolgte der Umzug in die Bahnhofstraße von Bornhöved, wo auch die spätere Kreissparkasse lange ihren Sitz hatte, ehe sie an den Alten Markt in ein repräsentatives neues Gebäude umzog. Seit 2017 ist die Sparkasse nicht mehr fest am Ort Bornhöved anzutreffen. Das Gebäude hat die VR Bank Neumünster übernommen. Sparkassenkunden nutzen die Filiale in Trappenkamp oder erwarten zu festen Terminen den „Zasterlaster“, eine mobile Sparkasse auf dem Berliner Platz.

 

Was uns von der Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek in Bornhöved erhalten geblieben ist, sind regelmäßige Finanzberichte, die in der Tagespresse veröffentlicht wurden, Berichte über Generalversammlungen und einige Spar- bzw. Kontobücher, die dem Arbeitskreis Dorfgeschichte für die Verwahrung im Gemeindearchiv überlassen wurden.

 

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Foto: Vor 80 Jahren: Das Ende der Spar- und Leihkasse

Nimm zwei – Robert Galle präsentiert großen und kleinen Wasserfreunden weitere Badeinsel im Schmalensee

(29.06.2018)

Die Frage auf dem Smartphone war kurz, verhieß aber Veränderung: „Bist Du in Schmalensee?“, fragte Andrea Weinrich den Homepage-Reporter. Stets ein Zeichen dafür, dass sich etwas tut im Dorf. Und tatsächlich ist Schmalensee seit gestern um eine weitere Attraktion reicher: Unternehmer Robert Galle hat eine zweite Badeinsel bereitgestellt.

 

Da dürften die vornehmlich kleinen Badegäste, die nach überstandenem Schulunterricht die Schmalenseer Badestelle bevölkerten, nicht schlecht gestaunt haben: Unter Einsatz eines Motorbootes schleppte Robert Galle die Badeinsel von seinem Anwesen herüber. Natürlich war im Vorwege alles mit dem Eigentümer des Gewässers abgesprochen worden; auch Bürgermeister Sönke Siebke war eingeschaltet worden.

 

Die alte, dem SV Schmalensee geschenkte Badeinsel, hat nun eine „große Schwester“ erhalten – eine mit Rutsche und Aufstiegshilfe. Sie gehört dem Verschönerungs- und Vogelschießerverein, der sich finanziell beteiligt hat. Vorsitzende Andrea Weinrich hielt die „Anlieferung“ mit ein paar Schnappschüssen fest. „Es waren gut 50 Personen am See – die Kinder standen da und staunten“, strahlte Andrea Weinrich.

 

Der Abend am See gehört ganz den Erwachsenen. Gerade von einem Holsteinseen-Vortrag auf dem Gemeindesaal gekommen, inspizierte Waltraud Detlof die neue Attraktion aus der Nähe, nahm ganz oben auf der Rutsche platz und genoss den Blick in den Sonnenuntergang. Und dann wagte auch sie die Rutschpartie in den Schmalensee: „Das ist mal ein Vergnügen! Das erste Mal in meinem Leben, dass ich ins Wasser gerutscht bin. Einfach toll!“, lautete das Fazit. Zumindest da war auch der Homepage-Reporter zugegen, um alles im Bild festzuhalten.

 

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Foto: Neue Badeinsel 28.06.2018

Bürgermeister Sönke Siebke geht in die dritte Amtszeit – Neue Gemeindevertretung konstituiert

(22.06.2018)

Die Schmalenseer Gemeindevertretung hat sich am Abend des 21. Juni 2018 neu konstituiert. Neuer alter Bürgermeister ist Sönke Siebke, der damit seine dritte Amtszeit angetreten hat.

Sönke Siebke, Christian Detlof, Julia Voß, Thorge Jankowski, Christian Saggau und Christopher Brust bilden die Fraktion der Bürgerlichen Wählergemeinschaft (BWS), Jürgen Bucksch, Lars Holldorf und Lore Jungclaus die der Wählergemeinschaft Bürger für Schmalensee (BfS).

Zu Stellvertretern des Bürgermeisters wurden (in Reihenfolge) Jürgen Bucksch, Christian Detlof und Julia Voß gewählt. Diese drei bilden auch den Wahlprüfungsausschuss, der das Ergebnis der Kommunalwahl vom 6. Mai 2018 bestätigen muss.

Die Besetzung der festen Ausschüsse der GV ergab eine interessante Neuerung: Zwei der drei Fachgremien werden ab sofort von bürgerlichen Mitgliedern geführt – Dirk Griese (BWS) und Sönke Stahl von der BfS.

Vorsitzender im Ausschuss für Finanzen und Rechnungsprüfung ist Dirk Griese, Thorge Jankowski sein Stellvertreter. Weitere Mitglieder im Ausschuss sind Jürgen Bucksch und Patricia Bergstädt von der BfS sowie Julia Voß.

Sönke Stahl ist Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Wege, Planung und Umwelt. Sein Stellvertreter ist Lars Holldorf. Außerdem sind im größten Ausschuss der Schmalenseer Gemeindevertretung Christian Saggau, Christian Detlof, Joachim Wolff und Dierk Harder von der BWS Mitglieder.

Den Ausschuss für Senioren, Jugend und Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr übernahm Neu-Gemeindevertreter Christopher Brust, dessen Stellvertreterin Julia Voß ist. Die BWS entsandte außerdem Joachim Conrad, die BfS Lore Jungclaus und Susan Buchholz in diesen Ausschuss.

Vertreter des Bürgermeisters im Amtsausschuss wird Christian Detlof sein, Jürgen Bucksch vertritt Sönke Siebke im Bedarfsfall im Schulverband Sventana Bornhöved. Im Beirat der Kita Eris Arche werden Lore Jungclaus und Christian Saggau die Gemeinde Schmalensee wie bisher vertreten.

Über eine weitere Position hatte die neue GV abzustimmen: Barbara Friedhoff-Bucksch wird seitens der Gemeinde Schmalensee für die Schöffenwahl (Amtsperiode 2019-2023) beim Amtsgericht vorgeschlagen.

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Foto: Jürgen Bucksch, rechts, vereidigt Sönke Siebke

Vor 115 Jahren: Nur ein Telefon in Schmalensee

(16.06.2018)

Am 16. Juni 1903, vor 115 Jahren, meldet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt (SKWB), ein Vorläufer der heutigen Segeberger Zeitung, die Zahl der an das Postamt Bornhöved angeschlossenen Telefonanschlüsse. Diese habe sich, nachdem zwei neue hergestellt worden sind, auf elf erhöht.

 

Angesichts dieser überschaubaren Summe lässt es sich der Berichterstatter nicht nehmen, alle elf Anschlüsse aufzulisten. Genau einer ist in der Nachbargemeinde Schmalensee vorhanden und somit zentrale Anlaufstelle für alle Schmalenseer, sollten sie ein Telefonat führen müssen. Was liegt da näher, als Schmalensees Telefon Nr. 1 im Gasthof zu verorten. Gastwirt Ludwig Saggau hatte diese Innovation unlängst in sein Haus geholt. Er steht an Position vier der Liste, und dies ist auch die Nummer des Anschlusses: „Bornhöved 4“.

 

Erst in späteren Jahren werden weitere Telefonanschlüsse für Schmalensee gemeldet. Bis alle Haushalte mit einem Apparat versorgt sind, dauert es noch Jahrzehnte. Den Anschluss Nr. 4 nimmt Ludwig Saggau übrigens nach Verkauf der Hufe 1 mit dem Gasthof im Jahr 1907 nicht mit. Dieser bleibt an den Dorfkrug gebunden und es finden sich auf zeitgenössischen Postkarten auch Hinweise auf die „Telefonnummer“ 4 im Zusammenhang mit dem Gasthof bzw. der „Pension“ Voß.

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Foto: Vor 115 Jahren: Nur ein Telefon in Schmalensee

VR Bank macht es möglich: Mobiloptimierung der Homepage kann kommen

(15.06.2018)

Die Homepage gemeinde-schmalensee.de erfreut sich großer Beliebtheit, auch über die Dorfgrenzen hinaus. Häufiger wurde zuletzt der Wunsch nach einer Optimierung für die Anzeige auf mobilen Endgeräten geäußert. Das kann nun umgesetzt werden. Mit einer Spende stellt die VR Bank Neumünster / Filiale Bornhöved mit zunächst 250 Euro sicher, dass das Projekt angeschoben werden kann.

 

Geschäftsstellenleiter Jan-Christopher Ellendt, der mit seinem Team das Gebäude Am Alten Markt 9a in Bornhöved bezogen hat, war von Schmalensees stellvertretendem Bürgermeister Jürgen Bucksch auf den Bedarf aufmerksam gemacht worden und sogleich an einer Förderung interessiert: „Wir alle sind in der Digitalisierung angekommen. Gerade unser Unternehmen beschreitet diesen Weg auf mehreren Pfaden. Ihre Gemeindehomepage und unsere Online-Angebote, das passt thematisch zusammen“, befand Ellendt. Allein der Blick auf den Geschäftsbericht 2017 der VR Bank Neumünster bestätigt das: Ein großes Smartphone ziert die Titelseite.

 

Wie auf der Schmalenseer Gemeindehomepage liegen in der Bornhöveder Filiale Tradition und Moderne nah beieinander. Während man sich austauscht über Online-Banking, die VR-BankingApp oder Kwitt, die Möglichkeit mit seinem Gegenüber kleine Geldbeträge via Smartphone auszutauschen, etwa beim gemeinsamen Bezahlen im Restaurant, fällt der Blick auf lauter Erinnerungen an die Geschichte der VR Bank mit ihren Vorläufern am Standort – der Volksbank, der Segeberger Bank und des Kreditvereins Bornhöved und Umgebung, in dem auch schon Schmalenseer Mitglieder waren.

 

In der Kundenhalle weisen die Beschriftungen abzweigender Türen auf historische Plätze in Bornhöved, den Bahnhof oder das Hotel zur Post, das einst dort stand, wo nun Geldautomat, Bankschließfächer und zwei Kundenschalter Platz gefunden haben. „Wir haben viel in den neuen Standort investiert. Uns ist wichtig, dass wir mit unserem Team neben allen Online-Möglichkeiten auch die persönliche Beratung und Abwicklung von Bankgeschäften weiter gewährleisten. Die Rückmeldungen der Kunden in Bornhöved und Umgebung bestätigen uns darin“, so Jan-Christopher Ellendt bei der Übergabe des symbolischen Schecks an Bürgermeister Sönke Siebke und Initiator Jürgen Bucksch.

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Foto: Jan-Christopher Ellendt übergab Sönke Siebke und Jürgen Bucksch 250 Euro

Sönke Siebke im Kreistag stellvertretender Vorsitzender des Hauptausschusses

(15.06.2018)

Am 11. Juni 2018 hat sich der neu gewählte Segeberger Kreistag konstituiert. 62 Mitglieder gehören diesem an, die sich auf acht Fraktionen verteilen. Für den größer gewordenen Kreistag musste im Vorwege der Sitzungssaal umgebaut werden. Dafür wurden die Redezeiten verkürzt. Außerdem wurden grundlegende Personalentscheidungen getroffen.

 

Für den nach 28 Jahren aus dem Amt geschiedenen Winfried Zylka aus Bornhöved wurde dessen Parteikollege Claus Peter Dieck (CDU) zum neuen Kreispräsidenten gewählt. Seine Stellvertreter wurden Peter Säker (SPD) und Ulrike Täck (Grüne). Den hauptamtlichen Landrat vertreten CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky und Edda Lessing, Fraktionsvorsitzende der SPD.

 

Den wichtigen Hauptausschuss hat erneut die CDU als stärkste Kraft übernommen. Stellvertreter der Vorsitzenden Doris Grote wurde Schmalensees Bürgermeister Sönke Siebke. Dieser hatte zum zweiten Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis 1 (Amt Bornhöved) gewonnen und war schon in der abgelaufenen Wahlzeit in den Hauptausschuss nachgerückt.

 

Sönke Siebke wurde außerdem Mitglied um Ausschuss für Umwelt, Natur und Klimaschutz (UNK). Im Kreisklimarat ist er Ausschusssprecher. In seiner Fraktion war Siebke bereits kurz nach der Kommunalwahl vom 6. Mai zu einem der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.

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Foto: Sönke Siebke

Vor 100 Jahren - Der zweite Sohn der Eheleute Burmeister gefallen

(31.05.2018)

Wir hofften auf ein baldiges Wiedersehen, da traf uns am 13. Juni die tieferschütternde Nachricht, daß auch unser zweiter lieber hoffnungsvoller Sohn, der Schütze Joh. Burmeister, am 31. Mai bei einem Sturmangriff im Westen, im eben vollendeten 24. Lebensjahre, dem grausamen Kriege zum Opfer gefallen ist.“

 

Dies ist der Inhalt der Traueranzeige, die Christian Burmeister und seine Frau Anna für den Sohn Johannes am 18. Juni 1918 aufgegeben haben. Er drückt den tiefen Schmerz und auch ihre Kriegsmüdigkeit aus. Am 29. August 1916 war schon der erste Sohn Richard als Unteroffizier in einem Hamburger Lazarett einem Kopfschuss erlegen (ihn konnte die Familie in Bornhöved bestatten lassen); Landarbeiter Christian Burmeister selbst diente zumindest zeitweise selbst im Krieg, grüßte im November 1917 anlässlich seiner und Annas Silberhochzeit aus Russland. Unüblich am Trauertext ist die Klage über die Grausamkeit des Krieges, nicht des Feindes. Und der Begriff „gefallen“ taucht im Zusammenhang mit der Rolle des Soldaten als Opfer auf, nicht mit dem „Heldentod“, der in den ersten Kriegsjahren besungen wurde.

 

Von Johannes Burmeister haben wir nicht mehr als die Traueranzeige und ein Bild, dass die Gemeinde Schmalensee nach dem Krieg auf einer Ehrentafel für alle Gefallenen anbrachte. Sein Name steht außerdem an den Gefallenen-Denkmalen in Schmalensee und Bornhöved (Kirche).

 

Christian Burmeister, geboren 1870, diente von 1896 bis 1936 als Deputatarbeiter und weitere zehn Jahre als Freiarbeiter bei der Bauernfamilie Schnohr (heute Hof Wolff). Zuvor war er beim Bauern Suhr (Hornshof, heute Scharnweber) beschäftigt. Aus der mit Anna Reiche am 06.11.1892 geschlossenen Ehe gingen drei Söhne hervor. Der jüngste, Hugo, überlebte den Ersten Weltkrieg, war zunächst Land-, später Tiefbauarbeiter und starb im Jahr 1981. Christian Burmeister konnte mit seiner Anna 1957 das Fest der Eisernen Hochzeit feiern. Er starb ein Jahr später 89-jährig; Anna folgte ihm im Jahr 1962.

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Foto: Vor 100 Jahren - Der zweite Sohn der Eheleute Burmeister gefallen

Vor 30 Jahren: Aufstieg der Fußballer in die Kreisklasse A

(29.05.2018)

Acht Jahre nach Gründung des SV Schmalensee schaffen die Fußballer am 29.05.1988 ihren bisher größten sportlichen Erfolg und steigen als Meister der B-Klasse in die Kreisklasse A auf.

 

Am letzten Spieltag der Saison 1987/88 in der Kreisklasse B kann die erste Mannschaft des SV Schmalensee, die lange die Spielklasse dominiert, dann aber leicht nachgelassen hatte, mit einem 2:1 bei der Reserve des TV Trappenkamp doch noch den Staffelsieg sichern. Zwei gekonnte Freistoßtore in den letzten zehn Minuten, erzielt durch Frank Radloff, machen den Unterschied zu den Verfolgern aus und bringen den Aufstieg in die Kreisklasse A.

 

Die Meistermannschaft von Trainer Sigfried Prauschke und Betreuer Claus-Peter Cornehls ist im Bild festgehalten worden. Es zeigt stehend von links Cornehls und Prauschke, Hartmut Buchholz, Dirk Griese, Bernhard Buchholz, Hans-Helmut Siebke, Torsten Göttsch sowie davor von links Bernd Prieß, Frank Prieß, Michael Damman, Fred Langer, Jens Schnoor, Sönke Siebke und, davor liegend, Hartmut Rasmussen. Der im Bericht der Segeberger Zeitung genannte Torschütze Frank Radloff fehlt leider auf dem Mannschaftsfoto.

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Foto: Vor 30 Jahren: Aufstieg der Fußballer in die Kreisklasse A

Bauer Hader kommt am 4. August mit neuer Mische

(27.05.2018)

Die Entermänner kündigen sich an: Kabarettist Nils Loenicker alias Bauer Hader, schon viele Jahre in seinem „Schmali“ lebend, gibt am 4. August 2018 in Begleitung von Gerd Spiekermann und Matthias Winkler eine „neue Mische“ aus Satire, Comedy und zeitkritischer Musik“ zum Besten.

 

Um 20 Uhr steigt das unterhaltsame Event auf dem Gemeindesaal am Gasthof Voß, wo auch schon jetzt Karten zum Preis von 15 Euro pro Person vorbestellt werden können. Wer die Interpreten kennt, weiß, was andere in vielen Jahren verpasst haben. Und egal, ob Alt- oder Neu-Fan: Am Ende heißt es für alle „Schmali meine Perle“!

[Flyer]

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Foto: Hader und Spiekermann 2016 auf dem Gemeindesaal

Vor 80 Jahren - Sternfahrt der Hitlerjugend

(27.05.2018)

Am 26. Mai 1938, dem Himmelfahrtstag vor 80 Jahren, unternimmt das Deutsche Jungvolk im Jungstamm II/419 Bornhöved eine Sternfahrt. Drei Fähnlein bilden den Stamm, jedes Fähnlein hat in seinen Orten einen Jungzug: Dem Fähnlein 7/419 gehören an die Züge I (Bornhöved) in Gönnebek, II (Schmalensee) in Schmalensee, III (Tensfeld) in Tarbek.

 

Insgesamt brechen zehn Jungzüge um 7 Uhr mit Fahrrädern in ihren Orten auf und begeben sich zu einem befohlenen Ort, an dem ein Geländespiel stattfindet. Um 15 Uhr geht es wieder nach Hause.

 

Mehr wissen wir derzeit nicht über besagtes Unternehmen. Aber es gibt uns Anlass, in Erinnerung zu rufen, dass auch in Bornhöved und Umgebung eine Hitlerjugend bestand. Dafür sprechen neben Zeitzeugenaussagen auch Fotos aus Familienalben. Zu solchen zählen auch Bilder, die die örtliche bzw. lokale HJ inklusive BDM (Bund Deutscher Mädel) bei gemeinsamen Aktivitäten zeigen.

 

Wie war die HJ organisiert? Die Nachwuchsorganisation der NSDAP war in Schleswig-Holstein im Oberbann Kiel und darunter im Bann Südholstein (Nr. 185; 1937 erfolgte eine Umnummerierung, aus Nr. 185 wurde Nr. 419) aufgestellt. Dem Bann unterstanden Unterbanne, für Schmalensees Geschichtsschreibung von Interesse sind die Unterbanne Nr. 11 (Stormarn) und 12 (Segeberg). Der Unterbann 12 erscheint in der Presseberichterstattung auch als Unterbann I/185 mit den Gefolgschaften Bad Segeberg (1/185), Geschendorf (2/185), Klein Rönnau (3/185) und Bornhöved (4/185). Der Gefolgschaftsführer hieß um 1933/34 Hein und wohnte in Bornhöved. Ihm unterstanden wiederum Scharen – Bornhöved (Schar I), Rickling (II) und Fahrenkrug-Wahlstedt (III). Im Dezember 1933 wurde von der Bornhöveder Hitlerjugend im Einsatz für das Winterhilfswerk und 1936 beim Sammeln von Altmaterial berichtet. Im Juni 1934 beging die lokale HJ in Bornhöved eine Sonnenwendfeier, ab spätestens Juni 1936 wurde diese um ein Sportfest für alle Schülerinnen und Schüler erweitert.

 

Das Jungvolk waren die Jüngsten Uniformträger im NS-Staat. Der Jungbann / Jungstamm Bornhöved (offenbar mit Sitz in Neumünster und benannt nach dem historisch bedeutenden Bornhöved) war in Fähnlein gegliedert. Das Fähnlein 7/185 Bornhöved (ab 1937 Nr. 7/419) umfasste das Jungvolk aus Bornhöved, Tarbek, Schmalensee, Gönnebek, Damsdorf, Stocksee und Tensfeld. Fähnleinführer im Mai 1937 war Wolfgang Erich.

 

Den Stellenwert der Hitlerjugend im NS-Staat zeigt uns die Gesetzeslage: Schon am 31.08.1933 ordnete das Preußische Kultusministerium an, dass die HJ neben Elternhaus und Schule „drittes erziehendes Organ am jungen Menschen im neuen Staat“ sein solle. Aus der Anordnung wurde am 01.12.1936 ein Gesetz.

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Foto: Ausfahrt des Jungvolks um 1938

Vor 80 Jahren - Kampf dem Maikäfer

(21.05.2018)

Am 21. Mai 1938, vor 80 Jahren, verließen 270 Landjahrjungen die Region um Bornhöved, wo sie, auf mehrere Dörfer verteilt, seit dem 16. Mai das Einsammeln von Maikäfern tatkräftig unterstützt hatten. Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Region macht es notwendig, die Jungen wieder zu entlassen. Bis dahin sind durch sie und Teile der Bevölkerung in Bornhöved 100, in Schmalensee 63, in Gönnebek 40 und in Tarbek 20 Zentner (!) Maikäfer eingesammelt und getötet worden.

 

Kaum vorstellbar in einer Zeit, in der man Maikäfer zunächst als Süßigkeit zur Osterzeit kennt und verzückt aufmerkt, sieht man einen „echten“ in freier Natur: Im Mai 1938, wurde dem Maikäfer der planmäßige Kampf angesagt, um die Ernte vor diesem „Plagegeist“ zu schützen. Auch in unserer Gegend, dem Kirchspiel und Amt Bornhöved sowie dem Amt Stocksee, wurde organisiert gegen das Insekt vorgegangen. Es handelt sich um einen Großversuch, um eine optimale Vorgehensweise gegen den Maikäfer zu entwickeln, der u.a. 1918, 1922, 1923 und zuletzt 1934 in der Region großen Schaden anrichtete. Nicht der Käfer selbst, sondern seine Larven: Das Einsammeln geschieht deshalb unmittelbar nach Beobachtung der Flugphase der Maikäfer, in den ersten zehn bis vierzehn Tagen bis zur Eiablage durch die Weibchen.

 

Die Landjahrjungen (Landjahr = Pflichtjahr von Jugendlichen in der Landwirtschaft) werden in Gruppen von ortskundigen Bauern an die Knicks geführt, die besonders intensiv von den Maikäfern angeflogen werden. Ausgestattet mit Fanglaken, Schüttelstangen, Steigeisen und Klettersprossen sammeln die jungen Leute (in Berichten aus anderen Jahren werden ganze Schulklassen eingesetzt) die Maikäfer ein, die im lebenden Zustand bei festgelegten Sammelstellen gewogen und dann mittels kochendem Wasser oder Wasserdampf getötet werden. Geeignete Stätten hierfür sind die damals noch recht zahlreich anzutreffenden Meiereien, auch in Schmalensee. Vom Einsatz chemischer Mittel hält man 1938 noch nicht viel, diese hätten sich nicht bewährt und seien noch in der Versuchsphase.

 

Bereits 1934, als man pro Quadratmeter drei Maikäfer zählte, war es Schmalensees Bürgermeister, Bezirksbauernführer Heinrich Harder, der ein methodisches Vorgehen gegen den Maikäfer beschrieben hatte, nachdem sein Leserbrief im SKTB vom 22.05.1926, „Vernichtet die Maikäfer!“, nur mäßigen Erfolg gehabt hatte. Der frühmorgendliche Einsatz von Sammelkolonnen, das Abfüllen der Maikäfer in Säcke und die Tötung der Insekten durch das in diese Säcke eingeführte Dampfrohr der Meierei hatte er empfohlen. Unter dem Titel „Alarm“ wurde Harders längerer Beitrag im Segeberger Kreis- und Tageblatt am 2. Mai 1934 abgedruckt. Darunter war ein Aufruf des Kreisbauernführers Köhler erschienen: „Ich ersuche die Ortsbauernführer überall dort, wo die Maikäfer in größeren Mengen auftreten, nach den Vorschlägen des Bezirksbauernführers Harder, Schmalensee, energisch deren Bekämpfung zu organisieren.“

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Foto: Vor 80 Jahren - Kampf dem Maikäfer

Vor 85 Jahren - Willi Siebke löst Bauernverein auf

(13.05.2018)

Vor 85 Jahren, am 13. Mai 1933, tagt im Kreisbauernhaus zum letzten Mal die von dem Schmalenseer Hufner Willi Siebke geführte Segeberger Kreisgruppe des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins. Tagesordnungspunkt 8 behandelt die Auflösung der Kreisgruppe.

 

Bezeichnend für das Ende des Bauernvereins im Kreis Segeberg ist, dass das Segeberger Kreis- und Tageblatt zwar die (bezahlte) Einladung zur Versammlung abdruckt, aber nicht von dieser berichtet. Rasch hat die Zeitung sich den politischen Verhältnissen angepasst und der im Kreis Segeberg 1919 gegründete Bauernverein, obwohl mit durchaus konservativen Sichtweisen ausgestattet, hat letztlich im Ringen um eine Vormachtstellung unter den Bauern verloren. Sichtbar wird das durch den Bericht über eine andere Veranstaltung:

 

Parallel zum Bauernverein nämlich tagt die Kreisgruppe Segeberg des Schleswig-Holsteinischen Land- und Bauernbundes unter ihrem Vorsitzenden, Hofbesitzer Köhler vom Tannhof bei Bad Bramstedt, um ebenfalls ihre Auflösung zu beschließen. „Der bisher im Bauernverein organisierte Bauer bejaht freudig und aus innerer Überzeugung die Zeit der Neuentwicklung“, lautet das Credo der Versammlung. Aus Gründen der „nationalen Geschlossenheit“ gebe es weder Platz für Sonderinteressen, noch für den Verein. Die Versammlung beschließt die Übertragung des Grundstückes und des Vereinsvermögens an die NSDAP bzw. die neu eingerichtete NS-Bauernschaft, die dem Reichsnährstand untergliedert werden wird.

 

Bewusst oder unbewusst wird im Köhler-Zitat das Wort „Bauernverein“ verwendet. Das kann an der Unbedarftheit des Berichterstatters oder der politischen Zielrichtung der Zeit liegen: Ob Verein oder Bund wird egal angesichts der („Zwangs-)Vereinigung in der Bauernschaft. Allerdings wird auch deutlich, dass es nicht die früheren Mitglieder des Bauernvereins sein werden, die in der NS-Bauernschaft die Vorreiterrollen spielen. Sie hatten die NSDAP auf ihrem Weg zur Macht nicht oder nicht genug unterstützt und werden verdrängt.

 

Ein bedeutendes Kapitel zur „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten ist die erzwungene Einigung der berufsständischen Organisationen der Landwirtschaft. Die insbesondere in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren ideologisch zerstrittenen Verbände werden in der Kreisbauernschaft „geeint“ und mit Züchter-Organisationen und anderen Vereinigungen, die eng mit der bäuerlichen Berufswelt in Verbindung stehen, im Reichsnährstand als Dachorganisation zusammengefügt.

 

Allerdings erfahren in erster Linie die (politischen) Interessenverbände der Bauern eine völlige Auflösung. Spezialisierte Organisationen wie der Rindviehzuchtverein Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner etwa, in dem ebenfalls Schmalenseer eine Rolle spielen, bleibt in seiner Organisationsform und Außendarstellung erhalten. Schmalensees Bürgermeister Heinrich Harder ist zur Zeit des Dritten Reiches Vorsitzender, Lehrer a.D. Heinrich Göttsch Geschäftsführer der Schwarzbunten.

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Foto: Vor 85 Jahren - Willi Siebke löst Bauernverein auf

Schmalensee früher – Alle fünf Söhne stehen im Krieg

(07.05.2018)

Am 7. Mai 1918, vor 100 Jahren, vermeldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, der Vorläufer der Segeberger Zeitung, die Beförderung von zwei Schmalenseern vom Unteroffizier zum Sergeanten. Es sind Gustav und Ernst Moß, Söhne des Arbeiters Heinrich Moß. Insgesamt dienen im Ersten Weltkrieg, wie Jahre später im SKTB nachzulesen sein wird, fünf Söhne des Arbeiters in der kaiserlichen Armee.

 

Auch der Schwiegersohn Wilhelm Schlichting, offenbar aus Dersau, wird im Mai 1918 zum Sergeanten ernannt. Von keinem der hier Genannten ist bekannt, dass er den Krieg nicht überlebt hätte. Auf dem Schmalenseer Gefallenendenkmal ist kein Moß (an anderer Stelle „Mohs“ geschrieben) vermerkt. Jahren der Sorge um die Söhne mag somit eine große Erleichterung gefolgt sein, als diese aus dem Krieg heimkehrten.

 

Von Heinrich Moß (oder Mohs) wissen wir nur, dass er 1904 mit der Familie nach Schmalensee gekommen sein mag. Der damals 47-Jährige trat am 1. Mai eine Stelle als Tagelöhner beim Hufner Ludwig Saggau (heute Harald Saggau, Dorfstraße 22) an und war der Wirtschafter des Hofes, als sein Dienstherr selbst zum Kriegsdienst einberufen worden war. 70-jährig beendete Moß das Dienstverhältnis am 30. April 1927. Auch da berichtete das Segeberger Kreis- und Tageblatt und ließ nicht unerwähnt: „1914 schickte er fünf Söhne und einen Schwiegersohn ins Feld.“

 

Bei Letzterem, der mit der Tochter Cathrine verheiratet war, nahm Moß 1927 in Dersau Wohnung und verschwindet aus der Schmalenseer Geschichtsschreibung, in der er ein kurzes, aber zum Nachdenken anregendes Kapitel geschrieben hat.

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Foto: Schmalensee früher – Alle fünf Söhne stehen im Krieg

Sönke Siebke wieder in den Kreistag gewählt

(07.05.2018)

Schmalensees Bürgermeister Sönke Siebke hat zum zweiten Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis 1 (Amt Bornhöved) gewonnen und zieht erneut in den Segeberger Kreistag ein.

 

Siebke, Kandidat der CDU, setzte sich im Zuge der Wahl am 6. Mai 2018 u.a. gegen SPD-Bewerberin Cordula Schultz aus Trappenkamp durch, die 25,6 Prozent der im Wahlkreis abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte. Für Sönke Siebke stimmten 44,3 Prozent. In Schmalensee gaben 269 Wählerinnen und Wähler ihre Stimme ab – 180 votierten für ihren Bürgermeister, 23 für die Herausforderin. „Es kommt darauf an, wie in Trappenkamp gewählt wird“, sagte Siebke um 18.35 Uhr. Da lagen die Ergebnisse aus den Amtsgemeinden noch nicht vor. In Damsdorf, Tarbek, Tensfeld, Stocksee und Gönnebek am Ende deutlich vor Cordula Schultz, die sich in Trappenkamp mit 512:376 durchsetzen konnte, in Bornhöved aber dann auch mit 278:614 gegenüber Siebke das Nachsehen hatte.

 

Auf die weiteren Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 1 entfielen folgende Stimmanteile: Pia Bröker (Grüne) 12,2, Michail Kalpakidis (FDP) 3,4, Maik Britz (AfD) 5,7, Angelika Becker-Graßmann (Linke) 3,3, Katja Thedens (Freie Wähler) 1,4 und Burghardt Scholz (Wählerinitiative Segeberg, WI-SE) 4,2 Prozent.

 

In der abgelaufenen Wahlperiode des Kreistags war der Schmalenseer Siebke zuletzt Mitglied des wichtigen Hauptausschusses des Kreistags. Gespannt darf man nun darauf sein, an welcher Stelle er zukünftig für die Interessen der Dörfer des Amtes Bornhöved agieren kann.

Foto zur Meldung: Sönke Siebke wieder in den Kreistag gewählt
Foto: Sönke Siebke wieder in den Kreistag gewählt

Schmalensee hat gewählt – Die neue Gemeindevertretung

(07.05.2018)

 

Die Kommunalwahl am 6. Mai 2018 hat das folgende Ergebnis erbracht: 273 Wählerinnen und Wähler gaben für die Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee (BWS) 784; für die Wählergemeinschaft Bürger für Schmalensee (BfS) 470 Stimmen. Drei Stimmzettel waren ungültig.

 

Damit konnte die BWS alle fünf Direktmandate erringen. Es entfielen auf: Sönke Siebke 174, Christian Detlof 166, Julia Voß 167, Thorge Jankowski 130 und Christian Saggau 147 Stimmen. Die BfS-Kandidaten erhielten: Jürgen Bucksch 95, Lars Holldorf 79, Lore Jungclaus 84, Sönke Stahl 112 und Susan Buchholz 100 Stimmen.

 

Die Wahlbeteiligung lag bei 67,5 Prozent.

 

Damit sind direkt in die Gemeindevertretung gewählt: Sönke Siebke, Christian Detlof, Julia Voß, Thorge Jankowski und Christian Saggau, alle von der BWS.

 

Aufgrund der Stimmenverteilung gelangen über die Listen ihrer Wählergruppen Christopher Brust (BWS) sowie die BfS-Bewerber Jürgen Bucksch, Lars Holldorf und Lore Jungclaus in die Gemeindevertretung.

 

Für den korrekten Ablauf der Gemeindewahl und der gleichzeitig durchgeführten Wahl zum Segeberger Kreistag sorgten Wahlvorsteher Rüdeger Cuwie und sein Wahlvorstand, bestehend aus Heidi Sienknecht, Andrea Weinrich und Mareike Grenke, Michael Hübner, Jörg Lange, Benett Heitmann und Gemeindewehrführer Peter van het Loo.

 

Voraussichtlich am 21. Juni 2018 findet die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung statt, in der die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister sowie die Vorsitzenden der Ausschüsse und ihre Stellvertretungen gewählt werden. Auch die Besetzung der Ausschüsse mit Gemeindevertreterinnen und -vertretern sowie bürgerlichen Mitgliedern wird dann bestimmt.

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Foto: Schmalensee hat gewählt – Die neue Gemeindevertretung

Vandalismus auf dem Spielplatz – Was soll der Blödsinn?

(03.05.2018)

Sehr wahrscheinlich am 1. Mai hat auf dem Sportgelände eine nicht offizielle „Feier“ stattgefunden. Unbekannte hinterließen leider auf dem Kinderspielplatz deutliche Spuren, indem sie Schäden an Spielgeräten verursachten.

 

So wurden u.a. die Schutzwände am Tunnel, die ein Abstürzen spielender Kinder verhindern sollen, herunter gerissen. Am 2. Mai wurden die Überreste entdeckt der Schaden und an Bürgermeister Sönke Siebke gemeldet.

 

Gemeindearbeiter Volker Kay beseitigte zunächst die Schäden, deren Reparatur rasch eingeleitet werden muss, da die Kinder der Känguru-Gruppe der Kita Eris Arche den Spielplatz nutzen und ihre Sicherheit durch das wilde Treiben gefährdet wurde.

 

Wer Angaben zu den Verursachern machen kann, erreicht Sönke Siebke unter Telefon 04323/8209.

Foto zur Meldung: Vandalismus auf dem Spielplatz – Was soll der Blödsinn?
Foto: Spielplatz am 2. Mai 2018

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeiten für den Blickpunkt

(01.05.2018)

Pressewarte, Schriftführer, Vorsitzende aufgepasst. In den nächsten Tagen und Wochen kommt es zu geänderten Annahmezeiten für den Blickpunkt Bornhöved.

 

Was in der 20. Kalenderwoche (Erscheinungstag 17. Mai 2018) veröffentlicht werden soll, muss bis spätestens Mittwoch, 9. Mai 2018, 10 Uhr, in der Amtsverwaltung vorliegen (sabine.gast @amt-bornhoeved.de).

 

Für die 21. Kalenderwoche (Erscheinungstag 24. Mai 2018) gilt: Abgabe bis Mittwoch, 16. April 2018, 10 Uhr.

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Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeiten für den Blickpunkt

Vor 85 Jahren: Eine Hitler-Eiche für Schmalensee

(01.05.2018)

Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten findet zwischen dem 20. April (Geburtstag Adolf Hitlers) und dem 1. Mai 1933 (Tag der Arbeit) nächste Höhepunkte, welche die frühere Verehrung etwa des Kaisers deutlich übersteigen: So wird in Bornhöved an des „Führers Geburtstag“ die Mühlenstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt und auf dem Kronberg eine Hitler-Eiche gepflanzt. In Schmalensee wird am 1. Mai eine Eiche zu Ehren des Reichskanzlers geweiht.

 

Die Berichte im Segeberger Kreis- und Tageblatt aus jener Zeit lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Zustimmung zur neuen Staatslenkung und den politischen Ankündigungen Hitlers groß gewesen ist. In unserer Gegend war die NSDAP als Ortsgruppe Bornhöved aktiv. Bornhöved war der Mittelpunkt des früheren Amtes gleichen Namens mit den weiteren Gemeinden Schmalensee und Gönnebek. Unterhalb der NSDAP-Ortsgruppe gab es die Zellen: Zwei in Bornhöved und je eine in den Dörfern. So ist es nur natürlich, dass die erste große Feier für die „Bewegung der nationalen Revolution“ in Bornhöved am 20. April stattfand.

 

Als Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei vereinnahmte das Regime auch den Feiertag 1. Mai für seine Zwecke. Am „Tag der nationalen Arbeit“ fand zunächst ein von Pastor Erich geleiteter Gottesdienst in Bornhöved statt, an dem die Ortsgruppe der NSDAP mit allen Untergliederungen teilnahm, ebenso Gemeindevertreter und viele Vereine. Um 17.45 Uhr begann ein Umzug durch das festlich geschmückte Bornhöved; anschließend begaben sich die Teilnehmer nach Schmalensee zum Gefallenendenkmal.

 

Hier wurde eine „Hitler-Eiche“ gesetzt und geweiht. Gemeindevorsteher Heinrich Harder hielt eine Ansprache und versprach, die Eiche in Obhut und Pflege zu übernehmen. Es folgen Liedervorträge des Männergesangsvereins Eintracht Bornhöved und des Gedichts „Der Schmied der Freiheit“, ehe NSDAP-Ortsgruppenleiter Dr. Ahrens die Weiherede hielt, die mit dem Wunsch endete, dass die Eiche wachsen und „nach 100 Jahren Kunde geben möge von dem einigen Deutschen Reich“. Es folgte ein Umzug durch das Dorf, ehe im Gasthof von Meta Voß der Radio-Übertragung von der zentralen Maikundgebung auf dem Tempelhoferfeld gelauscht wurde. Ein Konzert mit Tanz und Verlosung durch die NS-Frauenschaft bildete den Abschluss der Feierlichkeiten.

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Foto: Gefallenendenkmal Schmalensee

Dorf geputzt – Ein Spaziergang unter Holsteins Sonne

(22.04.2018)

Nicht ganz 50 große und kleine Schmalenseer machten sich am 21. April mit vier Treckergespannen auf, die Wegesränder in der Schmalenseer Feldmark von Unrat zu befreien. Unter einer wärmenden Frühlingssonne und beinahe sommerlichen Temperaturen wurde der verspätete Dorfputz zum Sonntagsspaziergang. Und die „Ausbeute“ hielt sich glücklicherweise in Grenzen.

 

Rechtzeitig hatten Gemeinde und Verschönerungs- und Vogelschießerverein den Märztermin wegen angekündigter (und tatsächlich erfolgter) Schneefälle abgesagt. Großen Respekt verdienten alle, die sich überwinden konnten, der heimischen Terrasse oder der fälligen Gartenarbeit zu entfliehen und sich für eine saubere Umwelt auf den Weg zu machen.

 

Das subjektive Empfinden vieler Teilnehmer: Es liegt weniger Müll in Gräben und Banketten als früher. Aber leider liegt er noch da, oft aus fahrenden Autos geworfen, manchmal absichtlich abgelegt und insgesamt weiterhin schädlich für die Natur. Auch die Altlasten früherer Tage kommen mitunter ans Tageslicht und können nie in Gänze eingesammelt werden, weil das Erdreich sie noch umklammert: Silage-Folien in Knicks und Überreste früherer Müllgruben – eine zentrale Abfallbeseitigung gibt es erst seit 1968.

 

Andrea Weinrich, Vorsitzende des VVV, und Bürgermeister Sönke Siebke dankten allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz und insbesondere Birte und Christian Saggau, auf deren Diele es die abschließende Erbsensuppe vom Gasthof Voß gab. Und Pommes. Und Kuchen. Und Tiramisu. Und Eis. Und....

 

Bilder: Andrea Weinrich und Christian Detlof

 

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Foto: Dorfputz 2018

Schmalensee früher – Regeln für den Landwirt vor 140 Jahren

(13.04.2018)

Am 13. April 1878, vor 140 Jahren, veröffentlicht das Segeberger Kreis- und Wochenblatt die „Zehn Regeln für den Landwirt“. Die Merkpunkte in Gedichtform sollen auf subtile Weise vermitteln, was vom Landwirt der sogenannten „Gründerzeit“ im noch jungen Kaiserreich erwartet wird: Steigerung der Produktivität und Akzeptanz der geforderten Dokumentation.

 

Tatsächlich ist es die Zeit der Bildung überregionaler Landwirtschaftlicher Institutionen und Organisationen. Erst vor einem Jahr ist in Bornhöved ein Landwirtschaftlicher Verein für den Ort und die Umgebung gegründet worden (zeitweise gibt es zwei). Es werden, auf Kreis- und Provizialebene, Züchterverbände und später auch ein Landwirtschaftlicher Buchführungsverein folgen. Nicht zu vergessen die Gründung von Landwirtschaftsschulen, in denen der Beruf eine fundierte Grundausbildung erfährt.

 

Die Zehn Regeln von 1878 lauten:

  1. Bau viel Futter;

  2. Füttere gut Vieh,

  3. dann fehlt es auch an Dünger nie;

  4. Mit scharfer Egge und starkem Pflug,

  5. ackere fleißig und tief genug;

  6. Was Dein Acker kann geben

  7. sollst Du systematisch ihm nehmen.

  8. Altes Land verbessere und neues erringe;

  9. Ausgaben und Einnahmen zu Buche bringe;

  10. Du sollst sein fleißig, gebildet und klug.

Das sind der Gebote des Landwirts genug.

 

Spannt man den Bogen in die heutige Zeit, so kommen einem interessante Parallelen aus der öffentlichen Diskussion um eine exzessive Landwirtschaft („neues Land erringe“), Überdüngung („fehlt es an Dünger nie“) und Überbürokratisierung („Ausgaben und Einnahmen zu Buche bringe“). - Alles hat immer irgendwo einen Anfang.

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Foto: Schmalensee früher – Regeln für den Landwirt vor 140 Jahren

Schmalensee früher – Volksabstimmung zum Anschluss Österreichs

(10.04.2018)

Am 10. April 1938, vor 80 Jahren, lassen sich die Nationalsozialisten durch eine „Volksabstimmung“ den Anschluss Österreichs und damit die Bildung des sogenannten Großdeutschen Reiches legitimieren. Die Zustimmung fällt überwältigend aus, auch in Bornhöved und Umgebung.

 

Am 12. März 1938 waren deutsche Militär-, Polizei- und SS-Einheiten in Österreich einmarschiert. Die im Grundsatz gewaltsame Übernahme der Macht wurde als „Anschluss“ im Sinne eines Volkswillens kaschiert und sollte vor der Weltöffentlichkeit eine vermeintlich demokratische Legitimation erfahren, wie eine Anzeige aus dem Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 6. April 1938 zeigt.

 

Die Parteigliederungen sowie berufsständische Verbandsfunktionäre wie Kreisbauernführer Otto Köhler (10. April 1938; Appell an landwirtschaftliche Arbeitgeber, ihren Arbeitnehmern Freizeit für die Stimmabgabe zu gewähren) werden nicht müde, zur Unterstützung des Ansinnens der Hitler-Regierung aufzurufen: „Wir stimmen alle mit Ja!“

 

Am Vorabend der Volksabstimmung treffen sich die Angehörigen der NSDAP-Ortsgruppe Bornhöved im Hotel Stadt Kiel zum Gemeinschaftsempfang. Für alle Einwohner von Bornhöved und Umgebung gilt „Flaggen heraus!“.

 

Um 6.20 Uhr am Abstimmungstag sammeln sich Gliederungen der NSDAP in Bornhöved und führen mittels Umzug durch den Ort ein Wecken durch. Dann fahren Teile der Mannschaften nach Schmalensee, Gönnebek und Tarbek und halten auch dort Umzüge ab. Die Wahlbeteiligung ist rege, bereits nach dem Vormittag haben 80 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben.

 

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 99,08 Prozent der Deutschen, die zur Wahl gingen, stimmen mit „Ja“ für den Anschluss Österreichs und die Einheitsliste der NSDAP. Im Kreis Segeberg werden 367 „Nein“-Stimmen (plus 36 ungültige) gezählt. In Schmalensee stimmen 213 von 214 Wählerinnen und Wählern mit „Ja“, es gibt eine „Nein“-Stimme.

 

Die Evangelische Kirchengemeinde feiert am 12. April 1938 mit Pastor Erich nach dem großen Erfolg der Volksabstimmung und der Bekanntgabe der Ergebnisse um 20 Uhr einen Dankgottesdienst in der Vicelin-Kirche.

Foto zur Meldung: Schmalensee früher – Volksabstimmung zum Anschluss Österreichs
Foto: Schmalensee früher – Volksabstimmung zum Anschluss Österreichs

Schmalensee früher – Nächtlicher Unfall auf der Chaussee

(24.03.2018)

Am 24. März 1898, vor 120 Jahren, kommt es nachts bei Kalübbe zu einem schlimmen Unfall auf der Plöner Chaussee. Dort fahren zwei unbeleuchtete Einspänner-Fuhrwerke gegeneinander – ein Pferd verliert dabei das Leben.

 

Der Verwalter von Himbeersahl, Dohse, kommt mit seiner Kutsche von Plön und stößt mit der des Ascheberger Polizeidieners zusammen, der einen Arzt holen will. Dazu hat er ein Pferd des Hufners Kreuzfeld von Spannhorn angespannt, dem die Deichsel des Dohseschen Wagens „vier Fuß tief in die Brust“ eindringt. Das arme Tier verendet sofort.

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Foto: Schmalensee früher – Nächtlicher Unfall auf der Chaussee

Gold für Schmalensee – Mona Mühlenberg bei der Mathe-Olympiade

(19.03.2018)

Was sind schon Goldmedaillen der deutschen Olympioniken, wenn doch in Schmalensee eine Olympiasiegerin lebt? Mona Mühlenberg, 9 Jahre alt, hat den Landesentscheid Süd der 9. Mathematik-Olympiade gewonnen. Herzlichen Glückwunsch, Mona!

 

Am 15. März war es soweit. Nachdem die Viertklässlerin der Bornhöveder Sventana-Schule Siegerin im Schulentscheid und Zweite auf Kreisebene geworden war, ging es nun zum Landesentscheid für den südlichen Landesteil. (Der Norden Schleswig-Holsteins absolvierte seinen Wettbewerb tags darauf in Flensburg. Erst ab Klasse 5 gibt es einen Bundeswettkampf, ab Klasse 8 messen sich die Besten weltweit.)

 

Ich war schon aufgeregt“, gesteht Mona, die noch ganz genau weiß, wo der Wettkampf stattfand: „In der Universität. Haus 65 Audimax“, hatte sie zur Ablenkung auswendig gelernt. Fünf Textaufgaben mit jeweils fünf Unterpunkten mussten von allen Teilnehmern beantwortet werden. Logisches Denken war gefordert.

 

Insgesamt waren 76 Kinder am Start – aus den dritten und vierten Klassen. „Gegen die Hälfte musste ich ran“, weiß Mona noch. Und wie lief es? „Ich habe einen Fehler gemacht“, gesteht die SVS-Cheerleaderin. Ein Ass auf ihrem Gebiet ist sie trotzdem – steht auch auf der Urkunde: 1. Platz!

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Foto: Mona Mühlenberg

Schmalensee früher – Gefängnis für zwei Schmalenseerinnen

(19.03.2018)

Am 19. März 1943, vor 75 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Tageblatt von der Verurteilung zweier Schmalenseerinnen wegen des Missbrauchs von Lebensmittelkarten zu Gefängnisstrafen.

 

Seit Kriegsausbruch 1939 hatte der Bornhöveder Ernst Seeger in zwei verschiedenen Gemeinden Lebensmittelkarten bezogen. Einen Teil dieser Karten hatte er an die im Zeitungsbericht als „Ehefrauen“ bezeichneten Schmalenseerinnen verkauft.

 

Eine der Frauen habe Seeger auch Brennspiritus gegeben, „den er vertrank“.

 

Ein Kriegssondergericht verurteilt Ernst Seeger zu eineinhalb Jahren Zuchthaus sowie zwei Jahren Ehrverlust. Die Frauen aus Schmalensee erhalten fünf beziehungsweise sieben Monate Gefängnis.

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Foto: Schmalensee früher – Gefängnis für zwei Schmalenseerinnen

Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

(16.03.2018)

Pressewarte, Schriftführer, Vorsitzende aufgepasst. Die Ostertage führen zu einer geänderten Annahmezeit für den Blickpunkt Bornhöved.

 

Was in der 14. Kalenderwoche (Erscheinungstag 5. April 2018) veröffentlicht werden soll, muss bis spätestens Mittwoch, 28. März 2018, 9 Uhr, in der Amtsverwaltung vorliegen (sabine.gast @amt-bornhoeved.de).

 

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Foto: Achtung Vereine: Geänderte Annahmezeit für den Blickpunkt

Schmalensee früher – Mitglied der Landwirtschaftskammer

(16.03.2018)

Am 16. März 1908, vor 110 Jahren, wählt der Segeberger Kreistag sein Mitglied Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee, Amtsvorsteher des Amtes Bornhöved, erneut zum ordentlichen Mitglied der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

 

Heinrich Christian Saggau, der Urgroßvater des heutigen Hofbesitzers Christian Saggau, war erstmals 1895 als einer der vier Vertreter des Kreises Segeberg in die gerade erst eingerichtete Landwirtschaftskammer entsandt worden. Die Wahl erfolgt stets für sechs Jahre. Insgesamt gehört Saggau der Kammer bis 1924 an. (In diesem Jahr legt er sein 1889 angetretenes Amt als Amtsvorsteher für die Gemeinden Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek aus Altersgründen nieder.)

 

Die Plenarsitzung der Kammer am 03.04.1914 wählt Saggau zudem zum stellvertretenden Vorsitzenden.

 

Die letzte Wiederwahl Heinrich Christian Saggaus durch den Segeberger Kreistag im Jahr 1920 beinhaltet etwas Kurioses, das den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs geschuldet ist. In dieser Zeit hat der Kreistag mit der Versorgungslage und Abgaben an die Städte sowie der Neuordnung politischer Strukturen derart viel zu tun, dass die Wahl von Delegierten zur Landwirtschaftskammer erst am 30.08.1920 erfolgt – die neue Sitzungsperiode der Kammer aber begann bereits am 01.04.1920.

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Foto: Schmalensee früher – Mitglied der Landwirtschaftskammer

Vor 85 Jahren: Nationalsozialisten verbrennen Schwarz-Rot-Gold

(13.03.2018)

Die so genannte „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten fällt in der Geschichtsschreibung auf den 30. Januar 1933 und die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Bekannt sind die Bilder vom Fackelzug der SA durch das Brandenburger Tor in Berlin. Für Bornhöved und Umgebung ist der 13. März 1933 ein Kerndatum. Damals verbrannten die ortsansässigen Nationalsozialisten auf dem Marktplatz zwei Flaggen der Weimarer Republik – und die waren Schwarz-Rot-Gold.

 

Apotheker Dr. Ahrens, Ortsgruppenleiter der NSDAP, hatte von den öffentlichen Gebäuden die Fahnen der Republik entfernen und durch Hakenkreuzfahne sowie Fahnen in den Farben des Kaiserreichs, Schwarz-Weiß-Rot, ersetzen lassen. Im Bestand des Bornhöveder Heimatmuseums gibt es einen Satz Fotografien von der Flaggenverbrennung, die unter den Augen der Bevölkerung stattfand.

 

Warum kam es erst am 13. März 1933 dazu? Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler allein war es mit der „Machtergreifung“ nicht getan. Erst musste die Macht der Nationalsozialisten untermauert werden – durch Wahlen. Am 5. März 1933 wurden der Reichstag und der Preußische Landtag gewählt; am 12. März 1933 mussten in der Provinz Schleswig-Holstein der Provinziallandtag und die Kreistage gewählt werden. Mit der Bekanntmachung der letzten Ergebnisse in der Presse war die Gewissheit vom deutlichen Sieg der Nationalsozialisten gegeben – die nun ihre sichtbaren Zeichen setzen konnten.

 

Die Bornhöveder Ortsgruppe der NSDAP, geführt vom Ortsgruppenleiter, gliederte sich in vier so genannte Zellen: Bornhöved bestand aufgrund seiner Größe aus zwei, die Dörfer Schmalensee und Gönnebek bildeten je eine Zelle. An der Spitze jeder Zelle stand ein Zellenleiter.

 

Und so wählten die Schmalenseer 1933: Zur Reichstagswahl stimmten 91 für die NSDAP, 41 für Schwarz-Weiß-Rot und 14 für die Deutsche Volkspartei DVP. 31 Schmalenseer stimmten für die SPD, einer für KPD. Bei der Wahl zum Preußischen Landtag gaben 88 ihre Stimme der NSDAP, 39 wählten Schwarz-Weiß-Rot, 16 DVP. Auf die SPD entfielen 26 Stimmen, eine auf KPD und eine auf den Christlich-Sozialen Volksbund. Das Bündnis „Mit Hindenburg“, bei der RT-Wahl nicht vertreten, erhielt in Schmalensee 4 Stimmen.

Eine Woche später stimmten bei der Wahl zum Provinziallandtag 95 für die NSDAP, 33 für SPD, je einer für die KPD und die Sozialistische Kampfgemeinschaft; außerdem 52 für Schwarz-Weiß-Rot. Leichte Verschiebungen gab es bei der parallel abgehaltenen Wahl zum Segeberger Kreistag: 91 für NSDAP, 36 für SPD und eine Stimme für die KPD. 54 Stimmen entfielen auf das Wahlbündnis Schwarz-Weiß-Rot. Zählt man die Stimmen für die NSDAP und das Wahlbündnis Schwarz-Weiß-Rot zusammen, wird der Anteil des völkisch-konservativen Lagers besonders deutlich.

[13.03.1933 - Verbrennen von Schwarz-Rot-Gold]

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Foto: Flaggenverbrennung Bornhöved 13.03.1933

Viele Tagesordnungspunkte für die Gemeindevertreter

(08.03.2018)

War die 23. schon die letzte Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung? Vorsorglich bedankte sich Bürgermeister Sönke Siebke am 7. März bei seinen Gemeindevertretern für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Am 6. Mai ist Kommunalwahl und bislang zeichnet sich kein weiteres Treffen in dieser Zusammensetzung ab.

 

Noch einmal war Fleißarbeit gefragt. Mit Beginn der Sitzung wuchs das Programm von 13 auf 20 Tagesordnungspunke an.

 

Dem Vorschlag des Bauausschusses, Bauvergehen im Bereich der Belauer Straße (B-Plan Nr. 5) teilweise zu legalisieren, wurde gefolgt. Für die Einfallstraßen sollen „Freiwillig Tempo 30“-Schilder beschafft werden.

 

Die Außenstelle der Kita Eris Arche, untergebracht im Sportlerheim, war gleich zwei Mal Thema: Im Bereich der Toiletten soll nachgearbeitet werden. Außerdem sollen Verkehrszeichen beantragt werden, die auf die Einrichtung aufmerksam machen.

 

Beschildert werden soll auch die E-Ladesäule am Feuerwehrgerätehaus. Ob sie bereits funktionstüchtig ist, ließ sich zur späten Stunde nicht beantworten. Mobilität steckt hinter dem Beschluss, sich dem Mitfahrnetz des Kreises Segeberg anzuschließen. An der Dorfeiche könnte deshalb schon bald eine rote „Mitfahrbank“ aufgestellt werden.

 

Sorgen bereiten zwei Wirtschaftswege, in denen ein Lohnunternehmen bzw. Verlegearbeiten für ein Erdkabel Spuren hinterlassen haben. Bürgermeister Siebke wurde beauftragt, mit den Firmen Verhandlungen bezüglich der Abstellung der Mängel zu führen.

 

Letztes Thema war die Homepage der Gemeinde. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Finanzausschusses will Jürgen Bucksch Zuschussmöglichkeiten prüfen, mit denen sich Optimierungen finanzieren ließen.

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Foto: E-Ladesäule am Feuerwehrgerätehaus

Das war mal wieder richtig Winter!

(07.03.2018)

Minusgrade im zweistelligen Bereich, Schnee auf den Hängen unserer eiszeitlichen Endmoränen-Landschaft und auf dem Schmalensee eine tragende Eisschicht – das war doch mal wieder ein richtiger Winter!

 

Vor allem die Kinder kamen, speziell am Wochenende 3./4. März voll auf ihre Kosten. Schnee wurde auf dem Eis gefegt und geschoben, um über Eislaufkanäle und Hockeyfelder zu verfügen. Dass sich der Einsatz lohnte, unterstreichen Fotos vom Schlittschuhlaufen, die dem Homepage-Team zugespielt wurden.

 

Einige Kinder profitierten vom Schulausfall an der Bornhöveder Sventana-Schule, und konnten sogar an einem Montagmorgen das Eis erstürmen. Doch Alles hat bekanntlich ein Ende – sowohl der Keuchhusten-Alarm als auch der Winter. Wer weiß, wann sich die ersten Wagemutigen nicht auf sondern in den See begeben und die Schmalenseer Badesaison eröffnen?

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Foto: Das war mal wieder richtig Winter!

Vor 100 Jahren: Eine Bande von Spitzbuben treibt ihr Unwesen

(07.03.2018)

In der Nacht zum 8. März 1918, vor 100 Jahren, suchen Diebe das Dorf Schmalensee auf. Gegen 23 Uhr hört der Meiereiverwalter Hans Wehling, dass ein Fenster des Butterkellers aufgedrückt wird. Wehling gelingt es, einen Eindringling zu verscheuchen, der seine „Hamstertasche“ aus Leder zurück lässt.

 

Gegen 2 Uhr brechen zwei Täter in die Räucherkate einer Arbeiterfamilie ein. Auch diese werden entdeckt, entkommen jedoch mit zwei Schinken und einer Speckseite als Beute. Die Spur der Gauner kann im Schnee bis hinter Tarbek verfolgt werden. Darum wird angenommen, dass es dieselben Einbrecher sind, die vor Kurzem in dem Nachbarort ihr Unwesen trieben.

 

Nur wenige Tage später ist der Fall aufgeklärt – ein echtes Stück Bandenkriminalität. Den Einbruch in die Räucherkate haben, so das Ergebnis der Polizei, zwei Knechte aus Tarbek unternommen. Sie gehören einer Gruppe an, die sich über Wochen in einem leer stehenden Gebäude auf der Trappenkamper Heide einen Treffpunkt eingerichtet und dort mit gebratenen Hühnern, gestohlenen Getränken und Zigarren „wahre Orgien“ gefeiert hatte.

 

Was die Bande nicht selbst verzehrte, wurde nach Kiel gebracht und dort veräußert – für ein Huhn gab es 1 Mark, für eine Gans 10 Mark und für eine erstklassige Speckseite sogar 50 Mark. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt urteilt am 14. März 1918 dazu, dass dies „nach heutigen Begriffen sicher ein niedriger Kurs“ sei.

 

Von dem wenigen sichergestellten Diebesgut gehen ein Schinken, eine Speckseite und ein Paar Stiefel zurück nach Schmalensee.

 

Besondere Bedrückung löst die Feststellung aus, dass unter den Bandenmitgliedern auch ein kurz vor der Konfirmation stehender Schuljunge „aus ordentlichen Verhältnissen“ zu den „Verführten“ gehört.

 

[Download]

Foto zur Meldung: Vor 100 Jahren: Eine Bande von Spitzbuben treibt ihr Unwesen
Foto: Historische Straßenszene vor dem Gasthof und der Meierei

Schmalensee früher – Kindsselbstmord in Stolpe

(05.03.2018)

Am 5. März 1913, vor 105 Jahren, herrscht große Bestürzung in der Region: In Stolpe kommt es zu einem Fall von Kindsselbstmord, von dem auch das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet.

 

Der zwölfjährige Sohn des Arbeiters St. wird verdächtigt, seiner 84-jährigen Großmutter 5 Mark aus der Kommode gestohlen zu haben. Das Kind, in dessen Besitz kein Geld gefunden werden kann, beteuert seine Unschuld, selbst als ihm mit Strafe und Einschalten der Polizei gedroht wird.

 

Am Abend dann soll die ältere Schwester Feuerholz aus dem Stall holen. Sie findet ihren Bruder erhängt vor, „mit den Füßen den Boden berührend.“

 

Ob der Bedauernswerte aus Furcht vor Strafe den Tod gesucht hat oder ob der Verdacht einen Unschuldigen getroffen hat, ist noch nicht erwiesen.“

Foto zur Meldung: Schmalensee früher – Kindsselbstmord in Stolpe
Foto: Schmalensee früher – Kindsselbstmord in Stolpe

Fertig für das große Aufräumen – Dorfputz am 17. März 2018

(04.03.2018)

Am 17. März ist es wieder so weit. Der Dorfputz steht auf dem Plan von Gemeinde sowie Verschönerungs- und Vogelschießerverein. Um 11 Uhr treffen sich hoffentlich viele Freiwillige Helfer – große und kleine – auf dem Bolzplatz am Feuerwehrgerätehaus. Eine Vereinsmitgliedschaft ist absolut nicht erforderlich, um an der landesweiten Aktion „Saubere Landschaft“ teilzunehmen!

 

Landwirte werden Treckergespanne bereitstellen, die für den Transport der Gruppen in Abschnitte der Schmalenseer Feldmark sorgen. Dort wird all der achtlos weggeworfene Müll eingesammelt, den der Schnee bis dahin sicher freigegeben hat. Groß ist die Hoffnung, dass es keine Ansammlung bewusst in der Natur verklappter Hausabfälle oder Baureste zu finden gibt.

 

Egal wie viel Müll die Gruppen auch finden, nach getaner Arbeit erwartet alle ein schmackhafter Imbiss. Mitmachen lohnt sich also gleich dreifach: Saubere Umwelt, Freude an der Gemeinschaft und ein leckeres gemeinsames Essen. Schmalenseer- macht mit!

Foto zur Meldung: Fertig für das große Aufräumen – Dorfputz am 17. März 2018
Foto: Dorfputz 2017 - Ausbeute

Wie soll geehrt werden? - AG der Gemeinde offen für Freiwillige

(04.03.2018)

Die Möglichkeiten der Gemeinde Schmalensee, verdiente Bürgerinnen und Bürger zu ehren, sind in Richtlinien reglementiert. Aber reichen die vorhandenen Möglichkeiten aus, ehrenamtlichen Einsatz für das Dorf zu würdigen? Braucht es weitere Ehrungsformen?

 

Nach Beschluss der Gemeindevertretung haben sich vier Mitglieder des Gremiums bereiterklärt, den Kern einer Arbeitsgruppe zu bilden, die der Fragestellung nachgeht. Bürgermeister Sönke Siebke, Susan Buchholz, Wilfried Kroll und Christian Detlof haben ein erstes Treffen anberaumt und hoffen, dass sie noch Verstärkung bekommen.

 

Termin: Mittwoch, 14. März 2018, 20 Uhr im Gasthof Voß.

 

Vertreter örtlicher Vereine aber generell alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und Anregungen in die AG einzubringen hinsichtlich geeigneter Ehrungsformen. Welche es bis jetzt gibt, verraten die Richtlinien von 2005.

 

[Ehrungsrichtlinien Schmalensee von 2005]

Foto zur Meldung: Wie soll geehrt werden? - AG der Gemeinde offen für Freiwillige
Foto: Sönke Jens und Dirk Griese mit kleinem und großem Ehrenteller

Der Winter hat Schmalensee weiter im Griff – und regt zur fotografischen Kreativität an

(02.03.2018)

Auf dem Schmalensee liegt seit Tagen eine Schneeschicht. Und nun, da sich über einen längeren Zeitraum knackige Temperaturen unter null Grad gehalten haben, wagen sich auch die Schlittschuhläufer auf das Eis, das sie im Bereich der Badestelle vom Schnee befreit haben.

 

Eis und Schnee in Kombination mit einer angenehmen Wintersonne regen an. Nicht nur die vielen Spaziergänger, die ihren Weg am Seeufer entlang einschlagen. Auch nicht allein die kleinen und großen Schlittschuhläufer. Auch die Fotografen entdecken ihre Motive – und senden diese an das Homepage-Team.

 

Zum Monatswechsel hat sich Ute Mühlenberg auf die Pirsch begeben und ein paar Postkarten-Motive entdeckt und festgehalten, die wir wiederum der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollen. Bilder vom Schlittschuhlaufen ergänzen die Sammlung.

 

Schmalenseer und Gäste: Fühlt Euch gern aufgefordert, Eure schönen Aufnahmen hier präsentieren zu lassen, damit wir alle etwas davon haben.

Foto zur Meldung: Der Winter hat Schmalensee weiter im Griff – und regt zur fotografischen Kreativität an
Foto: Schlittschuhläufer am 1. März 2018 - Foto Frank Mühlenberg

Schmalensee früher – Schlimmer Arbeitsunfall in der Nachbarschaft

(28.02.2018)

Am 28. Februar 1880, vor 130 Jahren, kommt es im benachbarten Perdoel zu einem schlimmen Arbeitsunfall: Der Arbeiter Karl Hartwig gerät mit der Hand zwischen die Kammräder einer von acht Pferden angetriebenen Dreschmaschine.

 

Die Hand wird komplett vom Arm getrennt und der Arzt aus Wankendorf sieht sich zur Amputation des ganzen Armes gezwungen. Für Hartwig eine schlimme Nachricht, denn er hat seine Frau und drei Kinder zu ernähren.

Foto zur Meldung: Schmalensee früher – Schlimmer Arbeitsunfall in der Nachbarschaft
Foto: Schmalensee früher – Schlimmer Arbeitsunfall in der Nachbarschaft

Schmalensee früher – Gründung einer Jungbauernschaft in Schmalensee

(26.02.2018)

Am 26. Februar 1928, vor 90 Jahren, wird im heutigen Bad Segeberg eine Jungbauernschaft des Kreises Segeberg gegründet. Auf Initiative des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins kommen dazu zahlreiche Jungbauern ins Kreisbauernhaus.

 

Der Vorsitzende der Kreisgruppe des Bauernvereins, Rickers aus Kükels, und andere Redner führen aus, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft keine guten Zeiten für die Landwirtschaft waren und seien. Nur durch frühzeitiges Heranführen an die großen Aufgaben von morgen könne geeigneter Führernachwuchs der Landwirtschaft hervorgebracht werden.

 

Ad hoc treten zahlreiche Anwesende bei, es werden 51 Ortsgruppen gebildet. Die Schmalenseer Ortsgruppe führt als Vertrauensmann Ernst Saggau. Eine seiner Aufgaben ist das Gewinnen weiterer Mitglieder vor Ort – nicht nur unter Jungbauern, sondern auch unter weiteren am Wohle der Landwirtschaft Interessierten.

 

Willy Siebke, Vorstandsmitglied des Bauernvereins aus Schmalensee, appelliert an die Jungbauern, sich auch in gemeinnütziger Weise zu engagieren, zum Beispiel in der Freiwilligen Feuerwehr oder als Förderer der Vaterländischen Frauenvereine.

Foto zur Meldung: Schmalensee früher – Gründung einer Jungbauernschaft in Schmalensee
Foto: Schmalensee früher – Gründung einer Jungbauernschaft in Schmalensee

Informationsveranstaltung der Gemeinde Schmalensee am 7. März 2018

(23.02.2018)

Der Bebauungsplan Nr. 5 der Gemeinde Schmalensee für das Gebiet „südlich Belauer Straße, Haus Nr. 41, 41a – 41f“ beschäftigt die gemeindlichen Gremien. U.a. hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 25.07.2017 beschlossen, eine erste Änderung am Bebauungsplan Nr. 5 aufzustellen.

 

Ziele und Zwecke der Planung sollen in einer Informationsveranstaltung am 7. März 2018, um 19 Uhr, im Gemeindesaal (Dorfstraße 13) im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung vorgestellt und erörtert werden.

 

Alle Interessierten sind eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die Öffentlichkeit hat Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung.

 

Im Anschluss an diese Informationsveranstaltung findet um frühestens 19.30 Uhr die 23. Sitzung der Gemeindevertretung statt. Auch in dieser ist der Bebauungsplan Nr. 5 Thema.

Foto zur Meldung: Informationsveranstaltung der Gemeinde Schmalensee am 7. März 2018
Foto: Informationsveranstaltung der Gemeinde Schmalensee am 7. März 2018

Schmalensee früher – Konstituierung des Schulverbandes Bornhöved

(23.02.2018)

Am 23. Februar 1968, vor 50 Jahren, konstituiert sich im Beisein von Landrat Schwerin von Krosigk der Schulverband Bornhöved. Die Mitglieder des Schulverbandsausschusses aus den Gemeinden Schmalensee, Damsdorf, Tensfeld und Bornhöved verabschieden eine Verbandssatzung und wählen Tensfelds Hauptlehrer und Gemeindevertreter Theo Graulich zum Verbandsvorsteher.

 

Der Landrat fordert dazu auf, die Einrichtung der Dörfergemeinschaftsschule in Bornhöved nun zügig voranzutreiben. Da durch die bereits im Aufbau befindliche Realschule zehn Klassenräume im alten Schultrakt frei würden, stehen keine Raumprobleme der Umsetzung im Wege.

 

Dennoch gibt es vereinzelt Einwände, so von Schmalensees Gemeindevertreter Gerhard Cuwie, der im Namen des Elternbeirates darum ersucht, die Klassenstufen 1 bis 4 weiterhin in Schmalensee zu unterrichten, um den Grundschülern die Busfahrt zu ersparen. Dieser Forderung wird noch für eine Übergangszeit entsprochen.

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Foto: Schmalensee früher – Konstituierung des Schulverbandes Bornhöved

Vor 50 Jahren - Wassermangel für die Feuerwehr – Löschen mit Jauche

(22.02.2018)

Ein wahres Großaufgebot an Feuerwehrkräften rückt am frühen Nachmittag des 22. Februar 1968 nach dem Schmalenseerfeld aus. Dort hat ein zündelndes Kind des Bauern Peter Herbst einen Stall- und Scheunenbrand ausgelöst. Zwölf Rinder und 21 Schweine kommen in den Flammen um, das Wirtschaftsgebäude brennt bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden beträgt geschätzte 60.000 DM.

 

Vorrangiges Ziel der Einsatzkräfte ist die Rettung des Wohngebäudes. Kein leichtes Unterfangen, denn die nächste Wasserstelle ist ein über 600 Meter weit entfernt liegender Tümpel. Der nächste Löschteich befindet sich zwei Kilometer entfernt in Tarbek.

 

Unter der Führung des stellvertretenden Schmalenseer Wehrführers Helmut Nagel bekämpfen die Freiwilligen Feuerwehren aus Schmalensee, Tarbek, Bornhöved, Trappenkamp, Schönböken, Ruhwinkel und Belau sowie ein Tankwagen der Berufsfeuerwehr Neumünster das Feuer.

 

Doch bis genügend Wasser an der Brandstelle verfügbar ist, muss improvisiert werden: „Erste Rettungsarbeiten mit Jauche und Trockenlöscher“, notiert Nagel im Einsatzbericht. Später liefern, bis zum Aufbau der Schlauchleitung, das Tanklöschfahrzeug und sechs von Traktoren gezogene, mit Wasser gefüllte Jauchewagen Wasser. Das Dach des Wohngebäudes wird mit Jauche getränkten Säcken gegen Funkenflug gesichert.

 

Ironie des Schicksals: Amtswehrführer Koch hatte für das Frühjahr eine Übung auf dem Schmalenseerfeld geplant, um wegen der bekannten Wasserknappheit schnelle Wege einzulaufen.

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Foto: Löscharbeiten beim Bauern Herbst

Schmalensee früher – 14.880 Eier sind zu sammeln

(22.02.2018)

Am 22. Februar 1918, vor 100 Jahren, veröffentlicht das Segeberger Kreis- und Tageblatt für die Dörfer des Kreises Segeberg nicht unbedeutende Zahlen: Der Kreisausschuss hat festgelegt, wie viele Hühnereier im Zeitraum Februar 1918 bis Februar 1919 abzuliefern sind. Schmalensee hat im besagten Zeitraum 14.880 Eier aufzubringen.

 

Es handelt sich um eine Maßnahme der kriegsbedingten Zwangswirtschaft. Nicht nur bei Eiern, auch für andere Erzeugnisse und Produkte gibt es Abgabepflichten, u.a. um eine Versorgung der Bevölkerung in den Städten sicherzustellen. Im vierten Kriegsjahr herrscht Lebensmittelknappheit. Auch müssen die Truppen an den Fronten versorgt werden.

 

Schmalensee bildet in Sachen Eierabgabe mit den Gemeinden Bornhöved und Tensfeld den 57. Sammelbezirk. Die darin liegende anerkannte Eiersammelstelle betreibt der Bornhöveder Kaufmann Bolln.

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Foto: Schmalensee früher – 14.880 Eier sind zu sammeln

Vor 120 Jahren: Der Landmann Eduard Stegelmann im Unglück

(17.02.2018)

In der Nacht zum 17. Februar 1898, vor 120 Jahren, kommt es zu einem regelrechten Überfall auf den Landmann Eduard Stegelmann und seine Schwester.

 

Als „frechen Besuch“ bezeichnet der Berichterstatter im Segeberger Kreis- und Wochenblatt, was sich im Hause Stegelmann zugetragen hat: Zwei „Kerle“ versuchen, in das Haus Stegelmanns einzudringen. Stegelmanns Schwester hört verdächtige Geräusche im Garten, will nachsehen und öffnet die Hintertür. Sogleich wird ihr ein Knüppel auf den Kopf geschlagen. Durch ihren Schrei alarmiert, eilt Stegelmann herbei. Im Handgemenge erhält auch er Schläge, die Einbrecher aber ergreifen ohne Beute die Flucht. Da sie ihre Hüte zurücklassen, stellt Gendarm Osthus eifrige Nachforschungen an – jedoch ohne Erfolg.

 

Eduard Stegelmann hat in Summe eine traurige Geschichte. Laut Göttsch-Chronik ist das Haus des Eduard Stegelmann an der Stelle der 1948 als „Kätnerstelle 18“ bezeichneten Adresse zu finden, heute Dorfstraße 5. Die ehemalige Abschiedskate des Jürgen Jäger, erstmals erwähnt 1770, gelangt im Jahr 1775 in den Besitz der Instenfamilie Stegelmann. Mehrere Generationen vermehren den zum Grundstück zugehörigen Besitz, so dass Eduard Stegelmann bei Übernahme 1897 eine 58 Tonnen umfassende Landstelle hat.

 

Dorfchronist Göttsch, als Lehrer gegenüber im Schulhaus lebender Zeitgenosse, geht hart mit Eduard Stegelmann ins Gericht: „... löst sich mehr und mehr von der Scholle, betreibt Handel mit Pferden und Vieh und allen möglichen Dingen und ist doch dieser Aufgabe nicht gewachsen. Er geht den Krebsgang. Bei ihm wird das Wort wahr: 'Op'n Erwarver folgt 'n Verdarver“. Denn, was Väter durch Fleiß und Sparsamkeit erworben hatten, ging durch ihn schnell zu Grunde.“

 

1903 verkauft Eduard Stegelmann an Parzellanten, die den Besitz mit einem Johann Kröhnke von der Brandsmühle bei Blunk tauschen. Doch reibungslos geschieht der Einzug Kröhnkes nicht, wie eine Pressemeldung verrät: Am 1. Februar 1904 trifft die Familie Kröhnke mit mehreren beladenen Wagen ein, um die Stegelmann’sche Hofstelle zu übernehmen. Doch Eduard Stegelmann ist noch da. Die Parzellanten haben ihn noch nicht ausgezahlt und so hält er das Haus weiter besetzt. Zwar tun ihm die Kröhnkes leid, er lässt ihnen sogar Essen und Trinken bringen, doch beharrt er auf seinem Recht. Die Familie Kröhnke reist deshalb für eine Nacht nach Tarbek, wo sie bei Bekannten unterkommt. Am nächsten Tag ist die Sache bereinigt und die Übergabe kann vollzogen werden.

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Foto: Dorfstraße 5 - das Haus mit teilweise vom Trafoturm verdecktem Giebel - Ausschnitt einer alten Ansichtskarte

Passend zu Olympia: Schlittschuhlaufen auf dem Schmalensee

(12.02.2018)

Das Wochenende hatte es in sich. War es schon bis Freitag knackekalt gewesen, kam am Samstag, 10. Februar, die Sonne raus. Der Schmalensee-Verteiler konnte vermelden, dass das Eis des Schmalensee mindestens bis zur Nichtschwimmergrenze mit Schlittschuhen befahrbar war – und das wurde vor allem von den Kindern in die Tat umgesetzt.

 

Allerdings wurde es den Eiskünstläuferinnen und Hockey-Freunden nicht leicht gemacht: Viele hatten am Samstag einen wichtigen Termin in der Sporthalle, wo die Sportabzeichen übergeben werden sollten. Und am Sonntag stand der Kinderfasching auf dem Programm! Zudem hatten wir am Sonntagmorgen Schnee. Für Eishockey blieb da eigentlich nur eines übrig: Erst mal Schnee schieben...

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Foto: Eiskunstlauf - fast wie bei Olympia

Schmalensee früher – Reiterverein präsentiert Militärmusik im Gasthof Voß

(08.02.2018)

Am 11. Februar 1958, vor 60 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung von einem Konzert, das der Reiterverein Bornhöved und Umgebung auf dem Saal des Gasthofs Voß veranstaltet hat.

 

Amtsvorsteher Johannes Rauert, der Vorsitzender des RV Bornhöved ist, heißt die „hunderte von Besuchern“ willkommen. Für die Musik sorgt die Kapelle des VdS, des Vereins deutscher Soldaten, aus Lüneburg. Entsprechend fällt das musikalische Programm aus, das laut Schilderung das Publikum begeistert: Konzertstücke und Marschmusik gipfeln schließlich in Fanfarenmärschen und einem „Großen Zapfenstreich“.

 

Anmerkungen: Der Reiterverein Bornhöved und Umgebung kann 1958 auf sein 38-jähriges Bestehen blicken. Zu Schmalensee besteht ein besonderes Verhältnis, denn Schmalenseer waren am 24.04.1921 an der Gründung maßgeblich beteiligt. Allen voran Hugo Saggau, der damals stellvertretender Vorsitzender wurde. Im selben Jahr wurde Otto Saggau Kassierer.

 

Begnadete Reiter waren in den Anfangsjahren Hellmut Saggau und Heinrich Harder. Hellmut und sein Vater Ludwig Saggau waren zudem sehr erfolgreiche Gespannfahrer. Die Reitlehrer Willy Siebke und Otto Schlätel, beide aus Schmalensee, sorgen im Verein für schnelle Erfolge und somit für große Bekanntheit auf den Turnierplätzen im Norden.

 

Johannes (Hans) Rauert übrigens, war 1921 auch der Gründungsvorsitzende des Vereins, der am 26.06.1934 formal aufgelöst und der Reiter-SA eingegliedert wurde. Die Reiter-Standarte 13 umfasste das Gebiet der Landkreise Pinneberg und Segeberg. Die Wiedergründung RV Bornhöved erfolgte im Sommer 1948, erneut mit Johannes Rauert an der Spitze. Erst 1967 wechselte der Vorsitz zu Dieter Hopp.

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Foto: Schmalensee früher – Reiterverein präsentiert Militärmusik im Gasthof Voß

Kommt nach dem Bürgerbus die Mitfahrbank? - Ergebnisse aus dem Planungsausschuss

(07.02.2018)

Eine vermeintlich kurze Tagesordnung für die Sitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten am 6. Februar entpuppte sich als durchaus gehaltvoll. Der Ausschussvorsitzende Rüdeger Cuwie und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter hatten Themen aus fast allen Fachbereichen abzuarbeiten.

 

Einen Haken konnte das Gremium hinter die Umrüstung der Sporthalle auf LED-Beleuchtung setzen. Der SV Schmalensee hatte in einer Nachricht an den Ausschuss seine große Zufriedenheit mit der neuen Hallenbeleuchtung mitgeteilt, die nun heller und energieeffizienter ist und zudem dank Wärme-/Bewegungsmelder sich von allein ein- und ausschaltet. „Licht ausmachen vergessen gibt es nicht mehr“, ließ der SVS-Vorsitzende Henning Pape wissen.

 

Beschlossen wurde – nach langer und intensiver Debatte, Modifizierungen am Bebauungsplan für den Bereich Belauer Straße 41 vorzunehmen. Sorge bereitet schon seit vielen Jahren das Tempo, mit dem Autofahrer ins Dorf einfahren. Nachdem der Kreis Segeberg in der Belauer Straße bereits von sich aus eine Tempo 30-Zone eingerichtet hat, sollen Schilder für die weiteren Einfallstraßen (mit Ausnahme des nur kurzen Stücks an der Stockseer Straße) beschafft werden, die zum freiwilligen Reduzieren der Geschwindigkeit auffordern. Die Ladestation für Elektrofahrzeuge am Feuerwehrgerätehaus soll gekennzeichnet werden und an zwei landwirtschaftlichen Wegen sind dringend Unterhaltungsmaßnahmen durchzuführen, wobei Bürgermeister Sönke Siebke auch die Verursacher von Schäden mit in die (finanzielle) Verantwortung nehmen wird. Außerdem muss im Sportlerheim, nachdem dort aus der Kindergarten ähnlichen Einrichtung eine Kita-Außenstelle geworden ist, im Sanitärbereich nachgelegt werden, was nun schnellstmöglich angeschoben werden soll.

 

Während 2017 in Schmalensee der Versuch unternommen wurde, einen Bürgerbus zu etablieren, reifte auf Kreisebene schon seit einem Jahr der Plan zur Installierung eines Mitfahrnetzes, um die Mobilität im ländlichen Raum zu heben. Das Mitfahrnetz soll ermöglichen, dass Menschen sich geplant und/oder spontan gegenseitig im Auto mitnehmen können. Im Internet unter www.mitfahrnetz-se.de oder unter der kostenlosen Telefon-Hotline 04551/951555 können Fahrten angeboten oder angefragt werden. In den Dörfern sollen nach Möglichkeit geeignete Treffpunkte eingerichtet werden – mit Haltestellenschild und Sitzbank. Für eine solche „Mitfahrbank“ soll sich die Gemeinde laut Beschluss des Ausschusses bewerben – sofern sie kostenlos zu bekommen ist. Gibt es eine Zusage, wird ein Aufstellort gefunden.

 

Alle Beschlüsse des Gremiums sind noch nicht bindend – sie sind Empfehlungen an die Gemeindevertretung, deren nächste Sitzung auf Mittwoch, den 7. März (19.30 Uhr Beginn) terminiert ist.

 

Foto zur Meldung: Kommt nach dem Bürgerbus die Mitfahrbank? - Ergebnisse aus dem Planungsausschuss
Foto: Kommt nach dem Bürgerbus die Mitfahrbank? - Ergebnisse aus dem Planungsausschuss

Schmalensee früher – 1968 ein Jahr des Umbruchs für die Dörfer

(07.02.2018)

Am 7. Februar 1968, vor 50 Jahren, berichtet die Segeberger Zeitung vom „Jahr des Umbruchs“ im Amt Bornhöved:

 

Die Gemeinden lösen ihre „Schreibstuben“ auf und übertragen ihre Aufgaben an die in Bornhöved beheimatete Amtsverwaltung.

 

Außerdem wird für die entstehende Dörfergemeinschaftsschule ein Schulverband gebildet, was eine Auflösung der Volksschulen nach sich ziehen wird.

 

Damit verlieren alle Dörfer – freiwillig und, im Fall des Schulverbands nach intensiver Debatte – ein großes Stück ihrer bis in die Zeit der dänischen Herrschaft zurückreichenden Eigenständigkeit. Aber sie folgen dem Zeitgeist und bis heute existierenden die übernommenen Strukturen weiter. An der einen oder anderen Stelle nicht reibungsfrei, aber insgesamt erfolgreich und zukunftsorientiert.

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Foto: Schmalensee früher – 1968 ein Jahr des Umbruchs für die Dörfer

Schmalensee früher – Erneuter Aufruf zum Boykott von Juden

(05.02.2018)

Am 5. Februar 1938, vor 80 Jahren, lautet eine Überschrift im Segeberger Kreis- und Tageblatt „Kauft nicht bei Juden“.

 

Offenbar, so der Beitrag, haben die Umsatzzahlen jüdischer Geschäfte im Norden gezeigt, dass es noch nicht Allgemeingut ist, nur in „deutschen“ Geschäften einzukaufen. Insbesondere Hausfrauen sei die offizielle Haltung noch nicht hinreichend bewusst.

 

Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst droht sogar strafrechtliche Verfolgung, sollten sie Vergehen ihrer Ehefrauen weiter dulden.

 

Insgesamt bringt der Beitrag zum Ausdruck, dass es offenbar nötig sei, mehr „Deutschbewusstsein“ in die Schleswig-Holsteiner zu tragen.

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Foto: Schmalensee früher – Erneuter Aufruf zum Boykott von Juden

Vor 125 Jahren - Verschüttet in der Tarbeker Mergelgrube

(23.01.2018)

Ein Unglück im benachbarten Tarbek sorgt für Aufsehen. Dort wird am Montag, 23. Januar 1893, ein aus Ostpreußen stammender Knecht beim Mergelfahren lebendig verschüttet und stirbt.

 

Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt gibt am 28.01.1893 die Schilderungen der Augenzeugen wieder. Demnach war man „mit dem Abteilen der Mergelschichten beschäftigt und nachdem ein großer Block losgearbeitet war und auf den Zuruf 'Nu kommt's!' die in der Grube Arbeiteten zurücktraten, lief der Ostpreuße direct in die Gefahr hinein. Die hinabstürzende Erdmasse befiel ihn und nachdem raschmöglichst dieselbe hinweggeräumt hatte, fand man, daß der Verschüttete bereits sein Leben ausgehaucht hatte.“ Weiter wird erwähnt, dass es sich bereits um den dritten Todesfall dieser Art in jener Grube handelte.

 

Zur Erklärung: Mergel galt in früheren Zeiten als probates Mittel, die Qualität der Böden, insbesondere im Bereich früherer Moore zu steigern, weil der darin enthaltene Kalk eine Entsäuerung bewirkte. In der Tarbeker Gegend war sicherlich der Tongehalt höher als der des Kalk, weshalb man hier von Tonmergel sprechen kann. Und: In Tarbek existierten seit 1731 bis zu drei Ziegeleien, in denen Ton zur Herstellung von Ziegelsteinen verwendet wurde.

 

Die größere Ziegelei war auf Geheiß des Amte Plön errichtet worden und kam später zum Tarbeker Hof. Ende der 1920er Jahre wurde der Betrieb eingestellt. Danach erscheinen auch keine Werbeanzeigen für die Produkte des Betriebs im Segeberger Kreis- und Tageblatt mehr. Der Ton wurde in Tarbek an mindestens drei Stellen abgebaut. Es ist anzunehmen, dass an diesen Stellen auch der Mergel gewonnen wurde, quasi als Nebenprodukt. Auf welcher Hofstelle der Gestorbene tätig gewesen war, ob er vielleicht in einem der Nachbardörfer angestellt war, ist der Berichterstattung leider nicht zu entnehmen. Wie Ton und Mergel seinerzeit abgebaut worden sind, zeigt eine Aufnahme unbekannten Datums aus dem Nachlass von Walter Behrend aus Schmalensee. Allerdings soll es sich dabei um die Grube der Ascheberger Ziegelei handeln.

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Foto: Tongrube Ascheberg - unbekanntes Datum

Michael Stock gestorben – Abschied von einem Allrounder

(22.01.2018)

Er hat im Vereinswesen mitgemischt, sich politisch engagiert und den blauen Rock der Feuerwehr getragen – am 18. Januar ist der frühere Gemeindevertreter Michael Stock nach schwerer Krankheit für immer eingeschlafen.

 

Stocki“, wie er von allen genannt wurde, verließ Schmalensee 1999 und ließ sich in Holtsee nieder. Den Kontakt zu alten Freunden ließ er nie ruhen, u.a. war er Teil einer Skatrunde, in die sein Tod eine Lücke reißt.

 

Nach Umzug nach Schmalensee begann Michael Stock schon bald, sich im Ort umfangreich zu engagieren. Er wurde Mitglied und Kassenprüfer im Sportverein und mischte im Förderverein Umgehungsstraße Schmalensee (FUS) mit. In der Freiwilligen Feuerwehr verdiente er sich durch Lehrgänge die Sterne zum Hauptfeuerwehrmann, wirkte emsig im Festausschuss und wurde Funkwart auf Amtsebene.

 

Im CDU-Ortsverband Schmalensee wurde Michael Stock 1994 Beisitzer und 1997 Ortsvorsitzender. Ebenfalls 1994 wurde er Gemeindevertreter. Als solcher wirkte er in mehreren Ausschüssen, u.a. als Vorsitzender des Ausschusses für Senioren, Jugend und Sport. Als solcher war er, nachdem mehrere Anfragen das Gremium erreicht hatten, Initiator des Seniorenclubs, der sich regelmäßig im Feuerwehrgerätehaus treffen sollte.

 

Kurios verlief die Übernahme des Vorsitzes im seinerzeit noch Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein Schmalensee genannten Verschönerungs- und Vogelschießerverein im Jahr 1992: Die Jahreshauptversammlung musste einen Nachfolger für die aus dem Amt scheidende Vorsitzende Waltraud Detlof finden. Nachdem der zum Wahlleiter bestimmte Gerhard Cuwie keinen Vorschlag aus der Versammlung erhalten hatte, wurde Michael Stock vorgeschlagen, der aber krankheitsbedingt abwesend war und nun dem Wahlleiter telefonisch bestätigen musste, die Wahl annehmen zu wollen.

 

Ob Dorfquiz, Strandfeste, Spiele ohne Grenzen, Feuerwehrdienste, Streit und Konsens in der Gemeindevertretung – Michael Stock hat sich intensiv in das Dorfleben Schmalensees eingebracht und über seinen Wegzug hinaus Freundschaften unterhalten. Die Gemeinde gedenkt seiner und fühlt mit allen, die ihm verbunden waren.

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Foto: Michael Stock 1996 bei der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses

Vorträge zu Lebensraum und Weltanschauung – Arbeitstagung der NSDAP in Damsdorf

(16.01.2018)

Hinweis: Die an dieser Stelle aufgeführten Inhalte entsprechen der Berichterstattung des Segeberger Kreis- und Tageblatts im Januar 1938 und spiegeln in keinster Weise die Ansichten der Homepage-Redaktion wieder. Das Thema dient der historisch-politischen Bildung heutiger Generationen, denen bewusstgemacht werden soll, dass auch im jetzigen Amt Bornhöved und dessen Gemeinden wie Schmalensee der Nationalsozialismus mit seinen ideologischen Zielvorstellungen durchaus gegenwärtig war. Christian Detlof

 

Am 16. Januar 1938, vor 80 Jahren, fand beim Wirt Christiansen in Damsdorf eine Schulungsveranstaltung der NSDAP für die so genannte Bereitschaft der Ortsgruppe Bornhöved statt. Zur Teilnahme waren auch alle politischen Leiter aufgefordert, also die Führer verschiedener Gliederungen wie Hitlerjugend, Reichsnährstand (Ortsbauernführer) etc. aus dem Einzugsbereich der Ortsgruppe.

 

Der Leiter der NSDAP-Ortsgruppe Stocksee/Damsdorf, Parteigenosse (Pg.) Jürgensen hatte die Leitung der Veranstaltung. Gastredner war Pg. Velbinger aus Bad Segeberg, der über „Weltanschauung und politische Tagesfragen“ vortrug und zum Ausdruck brachte, dass in Deutschland die 1933 eingeleitete Bildung der „Volksgemeinschaft, die keine Konfessionen kennt“, noch nicht abgeschlossen sei. Zu viele Volksgenossen hätten die Zeit der Unsicherheit und Arbeitslosigkeit vor der „Machtergreifung“ vergessen. Die Demokratien seien die Stützpunkte des Bolschewismus und es gebe in Deutschland „weltanschaulich noch viel zu regeln.“

 

Begeisterung erntete der anschließend sprechende Landesorganisationsleiter des VDA, des Vereins für das Deutschtum im Ausland, von Moltke. Unter Bezug auf den Punkt 1 des Programms der NSDAP – „Wir fordern den Zusammenschluss aller Deutschen aufgrund des Selbstbestimmungsrechts der Völker zu einem Großdeutschland“ – verwies der Redner auf die „30 Millionen Auslandsdeutschen“ und die „Erhaltung des deutschen Menschen und seines Lebensraums […] Dieser Kampf um das Volksdeutschtum muss stark und straff geführt werden.“

Foto zur Meldung: Vorträge zu Lebensraum und Weltanschauung – Arbeitstagung der NSDAP in Damsdorf
Foto: Vorträge zu Lebensraum und Weltanschauung – Arbeitstagung der NSDAP in Damsdorf

Wer verkleidet sich am schönsten? - Preismaskerade bei Meta Voß

(15.01.2018)

Am 15. Januar 1938, vor 80 Jahren, veranstaltet Wirtin Meta Voß in ihrem Gasthof eine Preismaskerade. Der Anreiz, sich besonders herauszuputzen: „Die ersten drei Masken haben freien Eintritt.“ - Doch nicht um frühes Erscheinen geht es dabei, sondern um die Bewertung der Kostüme, die bei Veranstaltungen dieser Art meist für Einzelpersonen und Gruppen abgegeben wurden.

 

Nicht unüblich in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts sind die überall in den holsteinischen Gasthöfen abgehaltenen Preismaskeraden oder auch „Kappenfeste“, in deren Tradition heute in Schmalensee am ehesten der Kinderfasching steht, ausgerichtet vom Verschönerungs- und Vogelschießerverein.

 

Geselligkeit in der Dorfgemeinschaft war Trumpf in früheren Tagen, was die Vielzahl von Bällen unterstreicht, die über die Jahre verteilt im Gasthof stattfanden und die sich auch die Preismaskerade einreiht.

Foto zur Meldung: Wer verkleidet sich am schönsten? - Preismaskerade bei Meta Voß
Foto: Wer verkleidet sich am schönsten? - Preismaskerade bei Meta Voß

Die 2 ist eigentlich die 1 – Leichte Verwirrung um den Blickpunkt

(11.01.2018)

Welches Emoji soll der eifrige Smartphone-Nutzer da anwenden? Das lachende, das erstaunt-verwirrte oder gar das weinende? Das Homepage-Team hat sich für den Lacher entschieden, als es heute die aktuelle Ausgabe des Blickpunkt, unseres amtlichen Mitteilungsblattes, auf die Gemeinde-Homepage stellte. Anlass: Die erste Ausgabe des Jahres 2018 ist die Nummer 2.... Wie geht das denn?

 

Die Erklärung ist: Die Nummer 1-2018 wäre die Ausgabe der ersten Kalenderwoche mit Erscheinungstag 4. Januar gewesen. Wegen der Betriebsferien des khm-Verlags erschien in dieser Woche aber gar kein Blickpunkt. Nun, in Kalenderwoche Numero Zwo also kam die eigentliche Nummer Eins – die aber, um sie einer Erscheinungs- bzw. Kalenderwoche zuordnen zu können, die Ausgabe 2-2018 ist.

 

Alles klar?

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Foto: Die 2 ist eigentlich die 1 – Leichte Verwirrung um den Blickpunkt

Vertretung gesucht – Stellenausschreibung der Gemeinde Schmalensee

(11.01.2018)

 

Mit Volker Kay hat die Gemeinde Schmalensee seit über zehn Jahren einen Gemeindearbeiter. Aber freilich kann auch dieser mal krank werden oder in den Urlaub gehen. Für solche Fälle – und zur eventuellen Verstärkung in besonderen Situationen, etwa bei gravierenden Schäden an der Vakuumentwässerungsanlage – bedarf es eines Vertreters oder einer Vertreterin.

 

Mit Schreiben vom 5. Januar 2018 sucht die Gemeinde Schmalensee nach entsprechenden Bewerberinnen und Bewerbern. Die Stellenausschreibung ist dieser Meldung beigefügt.

 

Wer Interesse an dieser Tätigkeit hat, richte seine Bewerbung bitte schriftlich mit aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis zum 02. Februar 2018 an das Amt Bornhöved/ Personalabteilung , Am Markt 3, 24610 Trappenkamp.

 

Wer sich im Vorwege näher über Aufgaben und Konditionen informieren möchte, erreicht Bürgermeister Sönke Siebke unter der Telefonnummer 0172 / 4378209.

[Stellenausschreibung]

Foto zur Meldung: Vertretung gesucht – Stellenausschreibung der Gemeinde Schmalensee
Foto: Sönke Siebke (rechts) und Volker Kay mit dem brandneuen Kommunaltraktor

Vor 120 Jahren - Bauer Heinrich Stegelmann in Sorge

(10.01.2018)

Der Januar 1898 ist für den Bauern Claus Heinrich Stegelmann nicht der beste. Gleich zwei Ereignisse treiben dem Hofbesitzer Sorgenfalten auf die Stirn. Überliefert sind sie im Segeberger Kreis- und Wochenblatt.

 

Am 10. Januar vor 120 Jahren stürzt ein Knecht des Hufners Stegelmann von einem jungen Pferd und bricht sich dabei ein Bein. Die Arbeit des Knechts muss nun freilich auf andere Schultern mit verteilt werden.

 

Noch größere Sorgen kommen auf, als am Abend des 14. Januar 1898 eine unbekannte Person auf der Hauskoppel Stegelmanns mehrfach versucht, einen Korn- und Strohdiemen in Brand zu setzen. Der Spitzbube scheitert bei dem Versuch, das offenbar nasse Stroh zu entzünden. Als sich mehrere Knechte dem Diemen nähern, entkommt die Person in der Dunkelheit.

 

 

Randbemerkungen: Hufner Claus Heinrich Stegelmann (bei vielen Schmalenseern wird der zweite Vorname als Rufname gebraucht, daher wird er in allen Quellen Heinrich genannt) ist auf einer der wenigen Fotografien zu sehen, die Lehrer Heinrich Göttsch in seine 1948 veröffentlichte Dorfchronik hat aufnehmen können. Das Bild zeigt vier Generationen Stegelmanns: Den Altbauern (Claus) Heinrich, geboren am 25.08.1845, seinen Sohn Ernst Stegelmann (22.11.1882), den Enkel Erich Stegelmann (21.10.1908) und Urenkel Jürgen Stegelmann (03.07.1934), der später Gemeindewehrführer in Schmalensee werden sollte. Vom 1934 bis 1938 lebten diese Vier gleichzeitig auf der Hofstelle, ehe Heinrich das Zeitliche segnete.

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Foto: Hof Stegelmann 1960

Schmalensee früher – Viehzählung in Schmalensee

(10.01.2018)

Vom 10. Januar 1883, vor 135 Jahren, berichtete das Segeberger Kreis- und Wochenblatt, dass im Kreis Segeberg eine Viehzählung durchgeführt worden war. In Schmalensee, damals zugehörig zur Kirchspielvogtei Segeberg, hatte man 70 Pferde, 264 Rinder, 64 Schafe, 127 Schweine, 37 Ziegen und 188 Bienenstöcke registriert.

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Foto: Schmalensee früher – Viehzählung in Schmalensee

Schmalensee früher – Geflügelzüchter Hermann Cornehls

(09.01.2018)

Vom 9. Januar 1943, vor 75 Jahren, berichtete das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass in Bad Segeberg eine große Geflügel- und Kaninchenschau stattfand. Hermann Cornehls aus Schmalensee gewann mit goldfarbigen Italienern einen Ehrenpreis sowie zweimal „sehr gut“ und einmal „gut“. Für rebhuhnfarbige Italiener gab es für ihn einen Zuschlagspreis sowie zweimal „sehr gut“ und zweimal „gut“. Für blaue Pommernenten erhielt Cornehls außerdem einen Ehrenpreis und einmal „sehr gut“ sowie dreimal „gut“.

 

Hinweis: Hermann Cornehls war einer von mehreren Geflügelzüchtern am Ort. Er war seit Gründung am 17.04.1955 Vorsitzender des Rassegeflügelzüchtervereins Bornhöved und Umgebung. Der Landwirt, der 1933 nach Erwerb der noch heute im Familienbesitz befindlichen Hofstelle an der Damsdorfer Straße nach Schmalensee kam, war auch erfolgreicher Pferdezüchter. Nach dem Krieg gehörte er von 1959 bis 1970 der Gemeindevertretung an und war u.a. von 1962 bis 1970 zweiter stellvertretender Bürgermeister. Darüber hinaus war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und des Jagdvereins, des Sparklubs „Hol di ran“, des Elternbeirats der Schmalenseer Volksschule und Schaumann der Bornhöveder Pferdegilde. Cornehls, geboren 1904, starb im Jahr 1999.

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Foto: Schmalensee früher – Geflügelzüchter Hermann Cornehls

Schmalensee früher – Einbrecher beim Bauern Wulf

(05.01.2018)

Am 5. Januar 1963, vor 55 Jahren, berichtete die Segeberger Zeitung, dass der bereits wegen mehrerer Delikte angeklagte Schmalenseer Einwohner K. versuchte, dem Landwirt Heinrich Wulf einen PKW zu entwenden. Als dieser ihn stellte, versetzte K. dem Bauern Schläge. Bis zum Eintreffen der herbeigerufenen Polizei versuchte K. sogar, ein Speisekammerfenster aufzuhebeln und sich Essvorräte zu besorgen. Bei der Festnahme wurden K. Ein Messer und Werkzeug abgenommen.

 

Hinweis: Heinrich Wulf war der Vater von Lisa Griese, der Mutter des Hofbesitzers Dirk Griese. Auf dessen Grundstück hat sich die Tat zugetragen. Wulf, geboren 1898, stammte aus Niederkleveez und kaufte die Schmalenseer Hofstelle 1932 von Otto Saggau. Wulf etablierte sich im Ort, übernahm Funktionen im Bauernverband, wurde Gemeindevertreter und Mitglied des Kirchenvorstands. 1965 wurden er, Friedrich Bollbuck und Hermann Cornehls in den auf Amtsebene eingerichteten Ausschuss zur Bildung einer Dörfergemeinschaftsschule, der heutigen Sventana-Gemeinschaftsschule Bornhöved, gewählt. Heinrich Wulf starb 1983.

Foto zur Meldung: Schmalensee früher – Einbrecher beim Bauern Wulf
Foto: Schmalensee früher – Einbrecher beim Bauern Wulf

Pflegeeltern gesucht – Öffentlicher Aufruf des Kreises Segeberg

(04.01.2018)

Mit einem öffentlichen Aufruf sucht der Kreis Segeberg nach Menschen, die bereit sind, Pflegekinder in ihrem Haushalt aufzunehmen. Der Aufruf richtet sich an Familien, Paare und Einzelpersonen, die zur vorübergehenden oder längerfristigen Aufnahme bereit sind.

 

Einer beigefügten Pressemitteilung (PDF) sind weitere Informationen zu entnehmen.

 

Hingewiesen wird u.a. auf eine Informationsveranstaltung des Kinderpflegedienstes am Mittwoch, 10. Januar, um 16 Uhr in den Räumen des Jugendamtes in der Rosenstraße 28 in Bad Segeberg.

[Pressemitteilung]

Foto zur Meldung: Pflegeeltern gesucht – Öffentlicher Aufruf des Kreises Segeberg
Foto: Pflegeeltern gesucht – Öffentlicher Aufruf des Kreises Segeberg

Alles Gute im neuen Jahr! - Das war 2017

(01.01.2018)

Liebe Schmalenseerinnen und Schmalenseer – große und kleine, liebe Freunde und Gäste unserer Gemeinde,

 

auch am Morgen nach dem Jahreswechsel haben Wind und Regen unser kleines Dorf fest im Griff. Das aber sollte nicht den Eindruck aufkommen lassen, hier im Herzen Holsteins sei jeder Tag wie der andere. Schmalensee lebt. Es gibt ein pulsierendes Vereinsleben, politischen Wettstreit und eine Dorfkultur, die auf Solidarität und gegenseitiger Hilfe basiert. Kurz – hier sind wir gern zu Hause!

 

Um das zu dokumentieren, legt der Arbeitskreis Dorfgeschichte auf dieser Homepage die Zusammenfassung der Ereignisse des Jahres 2017 vor. In der Entsprechenden Rubrik und hier als pdf zum Download. Wie immer besteht seitens der Verfasser kein Anspruch auf Vollständigkeit und kleine Fehler bitten wir zu entschuldigen. Quellen waren wie immer die Veröffentlichungen und Veranstaltungen, die allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen.

 

2017 – wir haben Veränderungen erlebt, etwa in der Führung unserer Feuerwehr oder der Umwandlung unserer Kinderspielstube in eine Außenstelle der Bornhöveder Kita Eris Arche. In der Verwirklichung von Ideen gab es Fortschritte, etwa die Büchertauschhütte, aber auch Rückschläge, wie im Fall des Bürgerbusses. Es gab Triumphe – vor allem im Sport mit Titeln sowohl für den SV Schmalensee als auch für die Reitsportgemeinschaft. Viele Dinge liefen „wie immer“, etliche aber waren wieder offen für Neues. Wir haben den Tod einiger Schmalenseer betrauert und uns an der Geburt neuer Bürger in unsere Welt hinein erfreut.

 

Möge 2018 für unser Dorf ein gutes Jahr werden, mit tatkräftigen Menschen, die sich als Kandidaten zur Kommunalwahl aufstellen lassen – zu der hoffentlich alle Stimmberechtigten kommen! Mögen unsere Feste nie eintönig sein aber auch nie ausarten. Mögen unsere Ideen – ob als Einzelperson, Vereinsvorstand oder Gemeindevertretung – das Leben in Schmalensee immer noch einen Tick besser machen. Mögen wir aufeinander Rücksicht nehmen und unsere Egoismen zurück nehmen.

 

Das Homepage-Team wünscht allen Besuchern dieser Seiten ein glückliches 2018. Bleiben Sie uns gewogen, versorgen Sie uns mit Informationen und – ganz im Sinne der Dorfgeschichte: ehe Sie alte Fotos, Dokumente und Unterlagen wegwerfen, lassen Sie uns einen Blick darauf werfen.

 

Alles Gute,

 

Wilfried Kroll und Christian Detlof

 

[Chronologie 2017]

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Foto: Alles Gute im neuen Jahr! - Das war 2017

Kalender steht – Letzte Termine für 2018 wurden angemeldet

(14.12.2017)

Nun sind auch die letzten Änderungen am Terminkalender 2018 der Gemeinde Schmalensee vorgenommen worden. Es zeigt sich, dass die Vereine einen weiter erfreulich großen Aktionismus an den Tag legen. Projekte, die u.a. aus der Gemeindepolitik angestoßen werden, kommen über das Jahr verteilt noch oben drauf.

 

Alle Termine sind auf der Gemeinde-Homepage in der Spalte „Veranstaltungen“ zu finden.

 

Ein Höhepunkt des Jahres wird das 50-jährige Bestehen der örtlichen Siedlergemeinschaft sein. Dieses und nach Möglichkeit alle weiteren Aktivitäten in Schmalensee wird das Homepage-Team hoch motiviert begleiten. Dabei sind wird natürlich auf Zuarbeit und Unterstützung angewiesen. Terminhinweise, Berichte, Aufrufe, Fotos – alles kann uns zugeleitet werden, damit wir es entsprechend verarbeiten und so die Öffentlichkeitsarbeit der Vereine und Organisationen ankurbeln und die Attraktivität unseres Dorfes weiter steigern.

 

Wilfried Kroll und Christian Detlof

 

[Terminkalender 2018]

Foto zur Meldung: Kalender steht – Letzte Termine für 2018 wurden angemeldet
Foto: Kalender steht – Letzte Termine für 2018 wurden angemeldet

Gemeindevertreter gehen in die Winterferien – Haushalt 2018 verabschiedet

(14.12.2017)

Ein letztes Mal im alten Jahr hat die Gemeindevertretung am 13. Dezember getagt. Schwerpunkt der insgesamt 22. Sitzung in der laufenden Wahlzeit war die Verabschiedung der Haushaltssatzung 2018.

 

Der Haushalt 2018 sieht einen Jahresfehlbetrag von 88.400 Euro vor. Diese negative Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben soll aber nicht durch Kreditaufnahme bereinigt werden, da die Hoffnung besteht, dass das noch nicht vorliegende Vorjahresergebnis besser ausfällt, als veranschlagt.

 

Die Hebesätze 2018: Grundsteuer A 370, B 390 und Gewerbesteuer 370 Prozent.

 

Nachgelegt wurde durch den Finanzausschuss im Bereich des Brandschutzes. Für notwendige Anschaffungen im Bereich der Geräte, u.a. Funkgeräte, wurden 3.000 Euro veranschlagt, ebenso viel im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) – der Schutzkleidung für die Atemschutzgeräteträger. Weitere 1.000 Euro werden für Zusatzgeräte wie Helmlampen und Funkmeldeempfänger (Pieper) verfügbar gemacht.

 

Die Umlagen sind die größten Ausgabeposten, um die die Gemeinde freilich nicht herum kommt: 69.400 Euro für den Schulverband, 103.600 Euro für das Amt und 181.800 Euro für den Kreis.

 

Außerdem wurde beschlossen, dass neben Lore Jungclaus auch Christian Saggau in den Beirat der Kita Eris Arche entsandt werden soll, die eine Außenstelle im Sportlerheim in der Tarbeker Straße unterhält und Mieter der Gemeinde ist.

 

Die Mitglieder der Gemeindevertretung wünschen allen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie ihren Gästen besinnliche Weihnachten und ein gedeihliches Jahr 2018.

 

Foto zur Meldung: Gemeindevertreter gehen in die Winterferien – Haushalt 2018 verabschiedet
Foto: Gemeindevertreter gehen in die Winterferien – Haushalt 2018 verabschiedet

Nicht wegschmeißen: WZV verteilt Abfall-Info-Broschüre für 2018

(11.12.2017)

Es ist die Zeit der überquellenden Briefkästen: Versicherern fällt gerade jetzt ein, dass sie das für uns bessere Angebot haben. Gleiches gilt für die Betreiber der Mobilfunknetze. Nicht zu vergessen die Discounter, die uns bei unseren Kaufentscheidungen im Rahmen der Vorbereitung der Weihnachtsfeiertage helfen möchten. Vieles wandert da schnell ungelesen in die blaue Tonne.

 

Und das ist das Stichwort: Ab Mittwoch, 13. Dezember, kommt auch die 2018er-Ausgabe der Abfallinfo des Wege-Zweckverbandes der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) zur Verteilung. Und die sollte man nicht einfach entsorgen! Wertvolle Tipps zum Umgang mit Müll und Gefahrstoffen sowie Telefonnummern etc. sind darin kompakt zusammengefasst zu finden und erleichtern uns die Suche, wenn im Laufe des neuen Jahres Fragen aufkommen.

 

Zusätzlich sei daran erinnert, dass schon jetzt unter www.wzv.de der ganz persönliche Abfallkalender mit den Abholtagen für Restmüll-, Bio- und Blaue Tonne sowie die Gelben Säcke aus dem Internet gezogen werden kann. Auch kann man sich die Termineauf das Smartphone melden lassen.

 

In 2018 ganz besonders interessant, denn in einigen Fällen finden auch an Sonnabenden Abholungen statt! Nachbarn von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die noch nicht ins digitale Zeitalter aufgebrochen sind, sollten diesen einen Ausdruck (nach Möglichkeit farbig) vorbeibringen – das wäre doch eine schöne Möglichkeit, gleich frohe Weihnachtsgrüße auszutauschen.

 

Achtung: Ab Januar 2018 gelten neue Tarife für die Abfallentsorgung. Dazu und zu den angebotenen Kombinationen von Bio- und Restmülltonne gibt es am Freitag, 5. Januar, um 17 Uhr eine Informationsveranstaltung auf dem WZV-Betriebshof in Bad Segeberg (Am Wasserwerk).

 

Noch mal Achtung: Wegen der vor uns liegenden Feiertage gibt es um den Jahreswechsel 2017/18 so genannte „Feiertagsverschiebungen“ bei der Müllabfuhr. Dazu wird es durch den WZV noch gesonderte Informationen geben.

[SZ-Artikel]

[Wegezweckverband]

Foto zur Meldung: Nicht wegschmeißen: WZV verteilt Abfall-Info-Broschüre für 2018
Foto: Nicht wegschmeißen: WZV verteilt Abfall-Info-Broschüre für 2018

Innovativste Seniorenweihnachtsfeier aller Zeiten

(07.12.2017)

Am Nikolaustag fand die Seniorenweihnachtsfeier statt und im Veranstaltungsstiefel steckten zahlreiche Neuerungen. Die – das kann sicher festgestellt werden – kamen sehr gut an bei den 44 Seniorinnen und Senioren, die in den Gemeindesaal gekommen waren.

 

Schon die neue Lichterkette am Weihnachtsbaum erfreute viele beim Betreten des festlich eingedeckten Saales. Und zum Abschluss gab es neue Präsente – eine geradezu revolutionäre Neuerung nach Einführung des Bingo vor einem Jahr, die aber keine Gegenreaktion hervorrief. Und da waren auch noch die Kinder des Dorfes, gut 20, die unter der musikalischen Leitung von Nicole Specht-Cornehls und Maite Jens Weihnachtslieder und -gedichte präsentierten – und erstmals auch einen Weihnachts-Rap! Dass Gerhard Mühlenberg die neue Orgel spielte, die den Saal seit Kurzem schmückt, rundete die Innovations-Palette ab.

 

Der Nachmittag brachte Kurzweil und Vergnügen, aber auch Nachdenkliches, etwa die Worte von Pastorin Egener zur Zeit und dem Beispielhaften am Umgang der Kinder mit dieser Frage. Viele Kuchen und Torten waren gespendet worden – allen Bäckerinnen und Bäckern sei herzlich gedankt, ebenso allen Mitgliedern im Ausschuss für Senioren, Jugend und Sport, Ortsverschönerung und Fremdenverkehr und Wirtin Annegret Voß, die tatkräftig mit Hand anlegten und aus deren Reihen Susan Buchholz die „Checkliste“ federführend abarbeitete und auch das Bingo leitete.

 

Auf alle Namen sei hier verzichtet, es würde sicher jemand vergessen werden. Aber ein großer Dank gebührt Lotti Saggau, Hildegard Schöning und Jutta Mühlenberg, die die Einladungen an den Haustüren überbrachten – und das im „besten“ Novemberwetter 2017!

 

Nun heißt es abwarten, welche Neuerung die Seniorenweihnachtsfeier 2018 bringen wird. Stattfinden soll sie am 12. Dezember um 15 Uhr, natürlich im Gemeindesaal.

 

Christian Detlof

 

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Foto: Seniorenweihnachtsfeier

Vor 95 Jahren: Ein Denkmal für die Gefallenen des Kirchspiels

(26.11.2017)

 

Das Ende des Ersten Weltkriegs traf die deutsche Bevölkerung seinerzeit wie ein Donnerschlag. Nicht nur, dass dank perfider Propaganda an einen Siegfrieden geglaubt worden war, erstmals waren Männer in großer Zahl ausgezogen und vor allem nicht wieder heim gekommen. 160 Gefallene hatte das Kirchspiel Bornhöved in den Jahren 1914 bis 1918 zu beklagen, zu deren Ehren am 26. November 1922 das heute noch an seinem Platz stehende Kriegerdenkmal eingeweiht wurde.

 

Nachdem sich die Wirren der Nachkriegszeit gelegt und in vielen Fällen Gewissheit über den Tod der Kirchspielangehörigen eingestellt hatte (in Schmalensee wartete man mit dem Bau eines Gefallenendenkmals noch ein Jahr länger, weil zwei Männer als vermisst galten), fanden ab 1920/21 Sammlungen statt. Am 09.04.1921 meldete etwa das Segeberger Kreis- und Tageblatt: „Die Sammlung für das Kriegerdenkmal am Sonntag hat 1.900 M ergeben. Ferner hat das Husaren-Regiment Kronprinz aus Malmö in Schweden an Pastor Schlüter 2.000 M abgesandt ...“ - 1913 hatten die schwedischen Husaren an der Gedenkfeier zur 100. Wiederkehr des Gefechts bei Bornhöved teilgenommen und im November 1914 als Ausdruck der Verbundenheit geschrieben: „Andere schwere Zeiten sind gekommen. Was wir in Schweden für das zielbewusste Deutschland fühlen, kann und darf jetzt nicht geschrieben werden; dass unsere Gedanken aber mit Teilnahme oft über das Baltische Meer zu Ihnen gehen, davon können Sie … überzeugt sein.“

 

Die Weihe vollzog sich, wie am 28.11.1922 im SKTB beschrieben: Ein Festmarsch führte vom Marktplatz direkt vor die Kirche, wo das Denkmal in Form einer abgestumpften Pyramide aus behauenen Steinen errichtet und mit Eisernem Kreuz und Bronzeplatten versehen worden war. Die Menge nahm Aufstellung, die Fahnen der Militärvereine vorn, und es wurden Kirchenlieder gesungen und Weihereden gehalten. Eine Ehrensalve wurde geschossen und Vereine legten Kränze nieder, ehe unter Tränen auch Angehörige Gefallener Blumen und Kränze ablegten. Danach marschierte man zurück zum Marktplatz und die Feier klang mit dem Deutschlandlied aus.

 

Die Inschriften auf Vorder- und Rückseite lauteten: „160 tapfere Männer der Kirchengemeinde Bornhöved erlitten Weltkriege den Heldentod. Ihnen sei Ehre und inniger Dank!“ - „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.“ Dass das Kriegerdenkmal keine Namen der Gefallenen trägt, hat einen Grund: Am 03.04.1921 hatte man im Vorgriff zum Denkmalbau während des Gottesdienstes im Kirchenschiff eine große Gedenktafel enthüllt, welche die Namen der Toten aus den Kirchspieldörfern enthält und die noch heute im Turm der Vicelin-Kirche zu sehen ist.

[Download ]

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Foto: Kriegerdenkmal von 1922

Achtung Vereine: Letzter Blickpunkt am 28. Dezember

(25.11.2017)

Der Wankendorfer khm-Verlag weist auf seine Betriebsferien hin, die er für den Zeitraum 22.12 2017 – 02.01.2018 festgelegt hat. Für Schmalensees Vereine und Organisationen heißt das, Termine, die „zwischen den Tagen“ bzw. am Jahresanfang 2018 liegen, schon vor Weihnachten anzukündigen! In der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres wird es keinen Blickpunkt geben.

 

Die letzte Ausgabe des amtlichen Mitteilungsblatts „Blickpunkt Bornhöved“ erscheint am Donnerstag, 28. Dezember. Annahmeschluss für Anzeigen, Terminankündigungen und Berichte ist bereits am Mittwoch, 20. Dezember – (wie immer bis 10 Uhr)!

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Foto: Achtung Vereine: Letzter Blickpunkt am 28. Dezember

Wieder viele Highlights – Jahresplanung 2018 aber noch unvollständig

(24.11.2017)

Noch liegen nicht alle Termine für das Jahr 2018 vor, aber schon jetzt ist klar, das der Kalender der Gemeinde Schmalensee wieder einige Höhepunkte zu bieten hat. Herausragend ganz klar: Die Siedlergemeinschaft feiert im nächsten Jahr ihr 50-jähriges Bestehen! Der Verschönerungs- und Vogelschießerverein und der Sportverein probieren etwas Neues aus und lassen das gemeinsam veranstaltete Osterfeuer am Gründonnerstag stattfinden. Und das Boßeln des SVS wird aufgrund der zuletzt abnehmenden Resonanz nicht mehr ausgerichtet. Was genau hinter der „Herbstaktion“ des Sportvereins steckt, werden wir erst im Laufe des Jahres erfahren.

 

Verlängerter Meldeschluss: Noch bis zum 6. Dezember können Vereine, Parteien und Wählergruppen Termine nachreichen, ehe es an die Veröffentlichung im amtlichen Mitteilungsblatt, dem Blickpunkt Bornhöved geht. Die Termine nehmen Bürgermeister Sönke Siebke und Ausschussvorsitzender Christian Detlof unter den bekannten Adressen entgegen.

 

Hier die Termine 2018 mit Stand 22.11.2017:

 

20. Januar Freiwillige Feuerwehr: Jahreshauptversammlung

23. Januar Verschönerungs- und Vogelschießerverein: Jahreshauptversammlung

25. Januar Landfrauenverein Bornhöved u.U.: Jahreshauptversammlung

25. Januar Bürgerliche Wählergemeinschaft BWS: Mitglieder- und Wahlversammlung

27. Januar Freiwillige Feuerwehr: Tannenbaumverbrennen

 

11. Februar Verschönerungs- und Vogelschießerverein: Kinderfasching

20. Februar Siedlergemeinschaft: Jahreshauptversammlung

27. Februar Verschönerungs- und Vogelschießerverein:

1. Vorbereitungstreffen Vogelschießen

 

außerdem im Februar: Jahreshauptversammlung

des SV Schmalensee

 

7. März Reitsportgemeinschaft: Jahreshauptversammlung

17. März Verschönerungs- und Vogelschießerverein u. Gemeinde:

Dorfputz

18. März SV Schmalensee: 16. Knicklauf

29. März Verschönerungs- und Vogelschießerverein u. Sportverein: Osterfeuer

 

24. April Verschönerungs- und Vogelschießerverein:

2. Vorbereitungstreffen Vogelschießen

 

6. Mai Kommunalwahl

 

2. Juni Siedlergemeinschaft: Jubiläumsveranstaltung 50 Jahre

9. Juni Verschönerungs- und Vogelschießerverein: Vogelschießen

 

4. August SV Schmalensee Fußball: Grillfest

 

8. September SV Schmalensee: Herbstaktion

22. September Siedlergemeinschaft: Staudentreff

 

26. Oktober Verschönerungs- und Vogelschießerverein: Laternelaufen

27. Oktober Reitsportgemeinschaft: Bingo-Abend

 

17. November Dorfquiz

18. November Gemeinde u. Freiwillige Feuerwehr: Kranzniederlegung am Volkstrauertag

24. November Sparclub: Jahresfest

27. November Terminabsprache 2019

 

1. Dezember Verschönerungs- und Vogelschießerverein: Tannenbaumschmücken

12. Dezember Gemeinde: Seniorenweihnachtsfeier

 

Details zu den Veranstaltungen wie Zeiten und Orte werden, sobald bekannt, in der Terminrubrik dieser Homepage aufgeführt.

 

 

 

 

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Foto: Wieder viele Highlights – Jahresplanung 2018 aber noch unvollständig

Wer kennt den Flattermann? - Sittich zugeflogen

(07.11.2017)
Am Nachmittag des 6. November hat Familie Nagel  (Hirtenweg 1) ungeplanten Zuwachs bekommen: "Uns ist ein  sehr zutraulicher Wellensittich zugeflogen, der bestimmt von irgendjemand vermisst wird", berichtet Susanne Nagel, die unter Telefon 0173 / 418 2220 weitere Auskünfte gibt - am liebsten natürlich der Besitzerin oder dem Besitzer des Vogels. 

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Foto: Vogel zugeflogen

Vor 115 Jahren: Hochzeitstag eines besonderen Schmalenseers

(05.11.2017)

Schmalenseer, die Verantwortung übernahmen und übernehmen, zeichnen sich in vielen Fällen durch lange Verweildauer in ihren Funktionen aus. Ein besonderes Ehejubiläum lässt den Blick auf einen früheren und ungewöhnlich lange tätigen Bürgermeister werfen: Matthias Christian Suhr. Der Land- und Gastwirt feierte am 5. November 1902 mit seiner Frau Anna die Goldene Hochzeit. Ihre Porträts grüßen bis heute die Besucher im Gasthof Voß.

 

Suhr war der Sohn des gleichnamigen Bauervogts Matthias Christian Suhr. Dank Dorfchronist Heinrich Göttsch können wir beide auseinanderhalten. „Unser“ Suhr (geb. 23.05.1825, gest. 03.09.1911) startete sein bewegtes Leben als Soldat. Der Artillerist diente zur Zeit der Erhebung der Schleswig-Holsteiner vermutlich in den dänischen Streitkräften; zunächst bei der 1. Sechspfünder-Batterie, nach dem Malmöer Waffenstillstand bei der 1. Zwölfpfünder-Batterie. Er nahm an Schlachten und Gefechten bei Schleswig, Kolding, Gudsoe, Idstedt und Missunde teil und erlebte die Einnahme seines Dienstortes, der Festung Rendsburg, durch den Prinzen von Noer mit. Als Mitglied des Bornhöveder Kampfgenossenvereins 1848/51 organisierte er am 24.03.1898 in Bornhöved die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Erhebung gegen Dänemark mit.

 

1851 übernahm er die Hufe 1 (heute Voß) mit der Gastwirtschaft und wurde, wie wohl jeder der Vorbesitzer, Bauervogt. Dieses Amt, heute das des Bürgermeisters, wurde in preußischer Zeit ab 1867 als Gemeindevorsteher bezeichnet und von Suhr bis 1887 ausgeübt. In seine Zeit fielen nicht nur gravierende Umwälzungen in der Politik. Matthias Christian Suhr sorgte dafür, dass die kleinen Schmalenseer Wiesenparzellen in den 1850er Jahren zu größeren Flächen zusammengetauscht wurden und ließ die Damsdorfer Straße begradigen. Er war 1861 einer der Initiatoren zur Gründung der Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek, 1876 Mitbegründer des Landwirtschaftlichen Vereins für Bornhöved und Umgebung, ab 1879 Schiedsmann und außerdem in weiteren Vereinen und Kommissionen aktiv, die die Landwirtschaft berührten. 1903 erhielt er vom Landrat des Kreises Segeberg das Allgemeine Ehrenzeichen.

 

Mit seiner Frau Anna, einer geborenen Wulf, hatte Suhr eine gemeinsame Tochter. Emilie sollte später den Bornhöveder Arzt Dr. Hilcker heiraten. Von Anna wissen wir wenig, die Ehefrauen wurden in damaliger Berichterstattung weit geringer gewürdigt als heute. Zur Goldenen Hochzeit schrieb das Segeberger Kreis- und Wochenblatt, „Frau Suhr hat mit bewundernswerter Treue ihren schweren Beruf erfüllt.“ Das Paar erlebte zwei Brände, 1867 und 1885, die stets den Wiederaufbau der Hufe 1 verlangten. Im Jahr 1900 verkaufte Suhr diese an Ludwig Saggau und errichtete gegenüber der Gastwirtschaft das noch heute dort befindliche „villenartige Altenteilsgebäude“ (Göttsch), in dem das Paar den Lebensabend verbrachte. „Onkel und Tante Suhr“, wie das ehemalige Gastwirtspaar genannt wurde, genossen große Sympathie im Dorf. Am Vormittag des 05.11.1902 trafen erste Geschenke ein, die eigentliche Feier begann um 16 Uhr im Gasthof. Pastor Voß überbrachte die Ehejubiläumsmedaille des Kaisers nebst Glückwunschschreiben. Gut 200 Personen nahmen am anschließenden Ball teil. Anna Suhr starb am 30.10.1908, Matthias Christian am 30.09.1911.

 

[Download]

[Matthias Christian Suhr in der Göttsch-Chronik]

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Foto: Das Jubelpaar

Vor 120 Jahren: Ein Hosendiebstahl unter Berufskollegen

(03.11.2017)

Das Jahr 1897 ist in der Presseberichterstattung für manch kuriose Anekdote aus Schmalensee gut. Im September bereits wurde von einem müden Bettler berichtet, den ein Knecht nach seiner Verhaftung mit der Schubkarre zum Amtsvorsteher ins Dorf bringen musste. Am 3. November nun kommt es zu einer gar schrecklichen Straftat: Dem Lehrer Heinrich Göttsch wird eine Hose gestohlen!

 

Erst seit einem Jahr ist Göttsch Lehrer in Schmalensee, als die Schreckenstat sich vollzieht. Der Sohn des Amtsvorstehers und Bauern Göttsch in Stakendorf bei Schönberg/Ostsee besuchte von 1890 bis 1893 das Segeberger Lehrerseminar. Als Schmalensees Lehrer Scheller seine Anstellung in Schmalensee zum 30. September 1896 kündigte, war Heinrich Göttsch, zuvor drei Jahre lang Lehrer in Dersau, einer von 16 Bewerbern auf die Stelle und einer von vier Bewerbern, die der Gemeinde seitens der königlichen Regierung empfohlen wurden.

 

Was geschah: Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt liefert uns eine kurze Meldung zur Tat und eine längere vom Prozess vor dem Segeberger Amtsgericht, die zusammengefasst eine kleine Geschichte liefern: Demnach ist im November 1897 der frühere Lehrer und Arbeiter Peters unterwegs, um ehemalige Berufskollegen durch „Besuche und Anzapfungen abzustrafen“. Am 3. November klopft er auch bei Göttsch an die Tür. Als dieser nicht öffnet, verschafft sich Peters Zutritt zur Wohnung, entwendet eine neue Hose und setzt seinen Weg in Richtung Damsdorf fort.

 

Göttsch bemerkt den Diebstahl und nimmt mit einem Nachbarn, dem damaligen Schmied Rudolph Dunker, die Verfolgung auf. Ihr Weg führt über Damsdorf nach Tensfeld, wo Peters gerade dem Lehrer Mohr „einen Besuch“ abstattet. Göttsch und Dunker nehmen Peters die Hose wieder ab und bringen ihn zum Stockseer Amtsvorsteher Jürgens nach Damsdorf (Damals bestanden im heutigen Amt Bornhöved die zwei Ämter Stocksee und Bornhöved; Amtsvorsteher für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek war damals Heinrich Cristian Saggau aus Schmalensee). Der Amtsvorsteher ist die sogenannte Ortspolizeibehörde und sorgt in Fällen wie diesen für eine Überführung des Delinquenten zum Amtsgericht nach der Stadt Segeberg.

 

Dort ergeht gegen den aus dem ostfriesischen Holtgast stammenden Peters am 11. November 1897 durch Amtsrichter von Harten und die Schöffen Hein (Bornhöved) und Molt (Strenglin) das Urteil: Peters bekommt vier Wochen Gefängnis aufgebrummt, wovon eine durch die Untersuchungshaft als abgegolten gilt.

 

Und Heinrich Göttsch? Der spätere Dorfchronist dürfte spätestens jetzt, ein Jahr nach seiner Anstellung durch die Gemeinde Schmalensee in aller Munde gewesen sein. Vielleicht war sein Tatendrang zur Wiedererlangung der „neuen Hose“ auch darin begründet, dass er diese für einen besonderen Anlass gekauft hatte: Am 19. November 1897 nämlich ehelichte Göttsch die Schmalenseer Bauerstochter Sophie Stegelmann. Aus dieser Ehe sollten drei Töchter und zwei Söhne hervorgehen.

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Foto zur Meldung: Vor 120 Jahren: Ein Hosendiebstahl unter Berufskollegen
Foto: Vor 120 Jahren: Ein Hosendiebstahl unter Berufskollegen

Du, die Hütte ist voll! - Es werden mehr Bücher geliefert als entnommen

(25.10.2017)

Als im Juni 2017 die Büchertauschhütte am Feuerwehrgerätehaus aufgestellt wurde, äußerte jemand Skepsis: Schon bald seien keine Bücher mehr darin, weil Besucher sich bedienen aber nichts im Gegenzug dalassen würden.

 

Nun, das Gegenteil ist der Fall: Es werden mehr Bücher hinein getan als heraus genommen. Und nach Sichtprüfung ist festzustellen, dass dort nicht alte und abgegriffene Ware „entsorgt“ wird. Vielmehr scheint es den meisten Nutzern der Büchertauschhütte darum zu gehen, ihre abgelegten Bücher einer sinnvollen Verwendung zuzuführen, statt sie ins Altpapier zu entsorgen.

 

Das ist nur allzu verständlich – dennoch sind die Regalböden derzeit proppevoll. Die Bücher stehen zum Teil schon in dritter Reihe und man wird sich Gedanken machen müssen, wie ein Ausdünnen praktiziert werden kann. Ein erster möglicher Schritt: Nehmen Sie / nehmt auch bitte Bücher mit!

[Büchertauschhütte]

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Foto: Du, die Hütte ist voll! - Es werden mehr Bücher geliefert als entnommen

Vor 85 Jahren: Deutscher Abend der NSDAP

(23.10.2017)

Der Nationalsozialismus ist kein Phänomen, das für Schmalensee und seine Umgebung erst nach der „Machtergreifung“ am 30.01.1933 Bedeutung erfuhr. Schon vorher waren Personen aus Bornhöved und Umgebung Mitglieder der Partei Adolf Hitlers geworden und hatten verschiedene Gliederungen der NSDAP in der Region etabliert. Ein Beispiel ist die NS-Frauenschaft, deren Schmalenseer Ortsgruppe im März 1932 gegründet wurde („Der Gruppe traten 14 Mädchen bei.“, SKTB 18.03.1932); ein weiteres die NSBO: Die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation sollte die Arbeitnehmerschaft für die Partei vereinnahmen und zugleich die Arbeit der Gewerkschaften unterhöhlen.

 

Mit einem Deutschen Abend warb die NSDAP am 23.10.1932 in Heins Gasthof für ihre Sache. Auszüge aus dem Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 25.10.1932: „Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. … sprach der Ortsgruppenführer, Apotheker Dr. Ahrens, … über den Untergang des ersten und zweiten deutschen Reiches und über das Entstehen des dritten deutschen Reiches … 1919 begann Hitler mit dem Kampf, um das dritte deutsche Reich zu schaffen. Hitler habe eine Bewegung von 14 Millionen geschaffen, aber man wage es nicht, ihm die Regierung anzuvertrauen. … Nach einer Pause wurden mehrere Volkstänze von der NS-Mädchengruppe aufgeführt, die viel Beifall fanden.“

 

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei NSDAP unterhielt im Amt Bornhöved eine Ortsgruppe. Diese war in Zellen gegliedert – zwei in Bornhöved und je eine in Schmalensee und Gönnebek. Sämtliche Untergliederungen der Partei versuchte man allerorten auch auf den untersten Ebenen zu etablieren. Neben so bekannten Verbänden wie der SA, Hitlerjugend und dem Reichsnährstand waren dies auch das NS-Kraftfahrerkorps oder, im Kirchspiel Bornhöved sehr engagiert, der NS-Lehrerbund.

 

Am 13.02.1933 feierten die Nationalsozialisten aus dem Amt Bornhöved unter reger Anteilnahme der Bevölkerung die Machtübernahme Adolf Hitlers: Auf dem Alten Markt in Bornhöved, vor Heins Gasthof, verbrannten sie die schwarz-rot-goldene Fahne der Weimarer Republik und läuteten ein, was Jahre zuvor angekündigt worden war:

 

Am 17.11.1929 gelang bei den Wahlen zum Provinziallandtag von Schleswig-Holstein der Einzug der Nationalsozialisten in das Parlament. Ihr Abgeordneter Otto Hamkens formulierte die Absichten seiner Partei in der Provinzial-Landtagssitzung vom 1. bis 3. April 1930 so: „Wir gehen nicht in die kommunalen Körperschaften, um positive Mitarbeit zu leisten. Es gibt nur eins, und das ist, daß man seine Mitarbeit darauf einstellt, dieses System zu beseitigen. Dann erst können wir Aufbauarbeit treiben!“ Und diese „Aufbauarbeit“ setzte ab 01.02.1933 überall in Deutschland ein mit Folgen, die wir heute mit den Stichworten Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Flucht und Vertreibung sowie deutsche Teilung verbinden.

[Zeitungsartikel]

[Download]

Foto zur Meldung: Vor 85 Jahren: Deutscher Abend der NSDAP
Foto: Heins Gasthof Bornhöved um 1900

Vor 100 Jahren: Der Sohn des Dorfchronisten stirbt als Kriegsfreiwilliger

(20.10.2017)

Bruno Göttsch ist einer der 13 Kriegstoten, die Schmalensee in den Jahren 1914-18 zu beklagen hat. Kein Gefallener hat, emotional betrachtet, einen höheren Stellenwert als die anderen – jeder bedeutete einen Verlust und war Ausdruck eines unvorstellbaren und – aus heutiger Sicht – unnützen Massensterbens. Doch der Tod von Bruno Göttsch, damals 19 Jahre alt, gewinnt dadurch Bedeutung, dass er der Sohn von Heinrich Göttsch war – des Dorflehrers und Chronisten von 1946.

 

Heinrich Göttsch mag durch den Verlust des Sohnes, der als 17-Jähriger „in den Kampf zog“, zusätzlich zum Aufschreiben einer Schmalenseer Chronik animiert worden sein. Und trotz aller Emotionen listet er den eigenen Sohn im Kapitel XXII „Ehrung der gefallenen Helden“ nüchtern an zehnter Stelle auf: „Bruno Göttsch, Kriegsfreiwilliger und Offiziers-Aspirant im Inf.-Reg 405, Sohn des Lehrers Göttsch, gestorben am 20. Oktober 1917 in einem Feldlazarett vor Riga.“

 

Unter seinen Kameraden muss Bruno Göttsch besonders beliebt gewesen sein. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt enthält nicht nur die übliche Traueranzeige der Familie, sondern auch eine aus der Einheit. Dort steht: „Er war uns ein lieber treuer Kamerad der uns in steter Erinnerung bleiben wird. Kameraden der 12. Komp. Inf-Rgt 405 im Felde“.

 

Die Erinnerung an die 13 Weltkriegstoten wurde nach dessen Ende in Schmalensee umfangreich betrieben. Die heute im Feuerwehrgerätehaus angebrachte „Ehrentafel“, eine Sammlung von Porträt-Aufnahmen der Toten, wurde am 28.02.1921 im Schulzimmer angebracht. Die Kosten, 980 Mark, waren durch Spenden aufgebracht. Das heute noch im Mittelpunkt des Volkstrauertages stehende Denkmal an der Dorfstraße wurde am 23.11.1923 eingeweiht. Göttsch zitiert in seiner Chronik, was im Segeberger Kreis- und Tageblatt zur Einweihungsrede geschrieben wurde: „... hielt Lehrer Göttsch eine Ansprache, in der er der gefallenen Helden gedachte, die fast sämtlich Kinder der Gemeinde und Schüler des Redners gewesen sind. Nach fünfjähriger Schmach und Schande, teils selbst verschuldet, fragt er sich, ob unsere Söhne umsonst gefallen sind....“

 

Verbitterung klingt aus dem was Göttsch, bis zum Ruhestand 1933 tätig, sehr wahrscheinlich noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs niederschrieb. Sein Sohn Bruno war erstmals im November 1915 bei Styr (Rußland) verwundet worden. Drei Gewehrschüsse zerschmettern die beiden Knochen eines Unterarms. 1917, erneut im Lazarett, überstand der Inhaber des Eisernen Kreuzes Verwundung oder Krankheit nicht. Große Hoffnungen mögen auf Bruno Göttsch geruht haben, der als Seminarist bereits die Ausbildung zum Lehrer aufgenommen hatte und dem die Versammlung des Segeberger Kreislehrervereins am 03.11.1928 wie weiterer 24 im Weltkrieg gefallener Mitglieder gedachte. Der Vorsitzende, Lehrer Ralf, in seiner Ansprache: „Der jüngste Gefallene ist der Kriegsfreiwillige Bruno Göttsch aus Schmalensee gewesen, 1898 geboren!“

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Foto zur Meldung: Vor 100 Jahren: Der Sohn des Dorfchronisten stirbt als Kriegsfreiwilliger
Foto: Vor 100 Jahren: Der Sohn des Dorfchronisten stirbt als Kriegsfreiwilliger

Vor 110 Jahren: Der neue Wirt gibt seinen Einstand

(11.10.2017)

Vor 110 Jahren übernahm die Familie Voß die Schmalenseer Hufe 1 und damit die Hofstelle mit Ausschankgenehmigung. Vorbesitzer Ludwig Saggau hatte sich von dem Objekt getrennt, dessen Mittelpunkt der Dorfgasthof war und ist. Ein Makler verkaufte Teile der Ländereien, u.a. an andere Schmalenseer Landwirte. Den Löwenanteil mit dem Gasthof übernahm Friedrich Voß, der mit einem Antrittsball am 11. Oktober 1907 seinen offiziellen Einstand gab.

 

Ludwig Saggau hatte den Dorfkrug im Jahr 1900 erworben. Im darauffolgenden Jahr ließ er die Petroleum-Lichtanlage durch eine wesentlich hellere und sicherere Acetylenlichtanlage ersetzen und außerdem den noch heute für das Dorf so wichtigen Saal anbauen, der seitdem Ort zahlreicher Bälle und Konzerte, Feste und Familienfeiern werden sollte. Zuvor mussten meist Zelte im Garten errichtet werden, wenn größerer Veranstaltungen zu organisieren waren. Über einen Makler aus Kellinghusen habe Friedrich Voß, ursprünglich aus Hohenaspe kommend, die Landstelle am 18. April 1907 erworben, heißt es im Segeberger Kreis- und Tageblatt. Die notwendige Konzession erteilte ihm der Segeberger Kreisausschuss am 20. September 1907, rechtzeitig zur formellen Übernahme.

 

Diese erfolgte zu einem günstigen Zeitpunkt: Die Ernte neigte sich dem Ende, die Landarbeiter hatten Geld und die Bauern folgten der Tradition, sich zum Erntebier, auch „Mädchenbier“ genannt, großzügig zu erweisen. Das Erntebier wurde 1907 nur zwei Tage nach dem Antrittsball, am Sonntag, dem 13. Oktober gefeiert.

 

Voß, nachdem der Gasthof nun benannt war, setzte die Traditionen der Vorgänger fort. Er veranstaltete Garten- und Militärkonzerte und Bälle und erwarb sich rasch großes Ansehen. Der Erste Weltkrieg traf auch die Familie Voß hart. Friedrich Voß wurde zum Kriegsdienst eingezogen. 1916 erkrankte er während eines Heimaturlaubs, den er nun im Bad Segeberger Lazarett des Vaterländischen Frauenvereins verbringen musste. Wieder genesen ging es zurück an die Front. Sergeant Voß fiel am 23. August 1918 und seine Witwe Meta Voß führte das Geschäft erfolgreich weiter.

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Foto: 1907 Gasthof Fr. Voß, noch mit der Aufschrift Ludwig Saggau

Kreis warnt vor Tierseuchen – Geflügel- und Schweinepest bedrohen die Region – Jäger und Bürger sollen helfen

(10.10.2017)

Der Kreis Segeberg warnt vor dem möglichen Befall regionaler Tierbestände durch die klassische Geflügelpest und die afrikanische Schweinepest. Jahreszeitlich bedingter Vogelzug und über das Ausland eingeführte Wurst- und Fleischerzeugnisse können Auslöser der Einschleppung sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Veterinäramtes.

 

Die Jäger werden um aktive Mitarbeit gebeten. Sie sind aufgefordert, Blut- und Organproben von erlegtem Schwarzwild und Unfallwild zu entnehmen. Bürger sind zudem aufgefordert, dem Veterinäramt unter Telefon 04551/951-337 oder veterinär@kreis-se.de Hinweise auf in der Natur tot aufgefundene Tiere zu geben, insbesondere Vögel. Über ein so genanntes Totfund-Kataster der Uni Kiel werden die Fundorte über eine entsprechende Smartphone-App erfasst.

 

Mehr zum Sachverhalt in der dieser Meldung beigefügten Pressemitteilung.

[Pressemitteilung]

[Geflügelpest]

Foto zur Meldung: Kreis warnt vor Tierseuchen – Geflügel- und Schweinepest bedrohen die Region – Jäger und Bürger sollen helfen
Foto: Schweinepest

Achtung Vereine: Terminabsprache 2018 vorgezogen!

(06.10.2017)

Eine wichtige Botschaft für alle Vereine und Organisationen der Gemeinde Schmalensee: Die Terminabsprache für das Jahr 2018 findet nicht mehr am 13.12.2017 statt. Neuer Termin ist Mittwoch, 22. November 2017, um 19 Uhr auf dem Gemeindesaal.

 

Zugleich ändert sich auch der Termin für die das Jahr beschließende Sitzung der Gemeindevertretung: Auch diese wurde vom 13.12. auf den 22.11.2017 vorverlegt. Grund ist eine Stellungnahme der GV, die bis zum 30.11.2017 abzugeben ist.

 

In der Terminabsprache geben die Vorsitzenden oder Vertreter der Vereine, Wählergruppen und der Feuerwehr ihre Jahresplanung 2018 bekannt und erstellen somit gemeinsam den Schmalenseer Terminkalender. Zugleich dient das Treffen, Terminkollisionen zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst alle Vereine bis dahin ihre wichtigsten Termine (in der Regel öffentliche Veranstaltungen, angefangen mit den Jahreshauptversammlungen) kennen und benennen.

 

Der Schmalenseer Terminkalender 2018 wird im amtlichen Mitteilungsblatt, dem Blickpunkt Bornhöved, und auf der Gemeinde-Homepage veröffentlicht.

 

Foto zur Meldung: Achtung Vereine: Terminabsprache 2018 vorgezogen!
Foto: Achtung Vereine: Terminabsprache 2018 vorgezogen!

Beförderung: Sönke Siebke im Hauptausschuss des Segeberger Kreistags

(06.10.2017)

Ein gutes halbes Jahr vor der Kommunal- und Kreiswahl 2018 hat in der CDU-Kreistagsfraktion ein Stühlerücken stattgefunden. Wie die Fraktion in einer Pressemitteilung bekannt gibt, soll der aus ihren Reihen gestellte Vorsitz im Hauptausschuss des Kreistags von Henning Wulf an Doris Grote übergehen, nachdem Wulff die Position räumen wird.

 

Die Norderstedterin war bisher erste stellvertretende Vorsitzende des Hauptausschusses. Diesen Posten soll der CDU-Fraktionsvorsitzende Kurt Barkowsky übernehmen. Für beide Positionen hat die CDU als stärkste Fraktion im Kreistag das Vorschlagsrecht.

 

Da Henning Wulf zukünftig auch seinen Rückzug als Mitglied im Hauptausschuss angekündigt hat, wird Schmalenssees Bürgermeister, der CDU-Kreistagsabgeordnete Sönke Siebke in diesen Ausschuss nachrücken. Seinen Platz im Ausschuss für Ordnungs-, Verkehrs- und Gesundheitswesen (OVG) wird Siebke abgeben. Die Umbesetzungen sind noch durch den Segeberger Kreistag, der am 12. Oktober tagen wird, zu bestätigen.

Foto zur Meldung: Beförderung: Sönke Siebke im Hauptausschuss des Segeberger Kreistags
Foto: Sönke Siebke

Vor 80 Jahren: Damsdorf wird ein Teil von Stocksee

(01.10.2017)

Ein Kapitel zu unseren Nachbarn in Damsdorf ist ihre Eingemeindung vor 80 Jahren nach Stocksee, die 1951 wieder rückgängig gemacht wurde.

 

Am 30. Juni 1937 verbreitete der Landrat des Kreises Segeberg, zu dem die besagten Dörfer seit 1867 gehören, folgende Bekanntmachung des Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein:

Gemäß §§... der Deutschen Gemeindeordnung wird mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 die Gemeinde Damsdorf, Kreis Segeberg, in die Gemeinde Stocksee, Kreis Segeberg, eingegliedert. Das Ortsrecht der Gemeinde Stocksee tritt in dem Ortsteil Damsdorf am 1. Januar 1938 in Kraft. Die Bürger der Gemeinde Damsdorf werden mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 Bürger der Gemeinde Stocksee. … Mit Ablauf des 30. September 1937 endet die Amtszeit der Bürgermeister, Beigeordneten und Gemeinderäte der beiden Gemeinden. Bei Neuberufung der Ehrenbeamten sind die Bürger der Gemeinde Damsdorf zu berücksichtigen.“ (Das gleiche Schicksal ereilte Daldorf, das auf Rickling und Blunk verteilt wurde.)

 

Die am 06.08.1947 eingeführte Amtsordnung für Schleswig-Holstein sah eine Reduzierung der bislang im Kreis Segeberg bestehenden 25 Amtsbezirke auf 16 vor. Die Ämter Bornhöved (Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek) und Stocksee (Stocksee, Tensfeld, Tarbek) wurden zum Amt Bornhöved. Die „Chronik der Ämter und Amtsfreien Gemeinden im Kreis Segeberg“, 2007 herausgegeben vom Fachverband der Leitenden Verwaltungsbeamten der Ämter Schleswig-Holsteins – Kreisgruppe Segeberg, erwähnt immerhin: „Seinerzeit waren die heutigen Gemeinden Damsdorf und Stocksee eine Gemeinde mit der Bezeichnung Stocksee.“ Wann genau die Zusammenlegung rückgängig gemacht wurde, wird hier nicht genannt. Das Buch „Zwischen Grimmelsberg, Stocksee und Tensfelder Au“, in dem Heinrich Pöhls 1979 die Geschichte der ehemals zum Amt Plön gehörenden Dörfer Stocksee, Damsdorf, Tensfeld und Tarbek beschreibt, klammert diesen Eingriff aus

 

Die von Dietrich Wiebe 1985 zusammengefasste und von seinem Sohn Joris Wiebe 2009 im Internet bereit gestellte Stockseer Schulchronik listet Zusammenlegung von 1937 auf. Nach den Kommunalwahlen vom 24. Oktober 1948 habe die aus Stockseern und Damsdorfern gebildete Gemeindevertretung dann erstmals einen Beschluss zur Trennung gefasst, dem entsprechenden Antrag aber habe die Landesregierung nicht stattgegeben. Dennoch berichtet Hans-Peter Sparr in seinem 1992 veröffentlichten Buch „125 Jahre Kreis Segeberg“, dass die Nicht-Selbstständigkeit am 31.03.1951 endete.

 

Eine Notiz der Segeberger Zeitung vom 09.10.1951 jedoch gibt Hinweis darauf, dass man die Selbstständigkeit Damsdorfs noch immer erst wieder herstellen wollte: „Um die von Damsdorfer Seite betriebene Loslösung des Dorfes Damsdorf aus der Gemeinde Stocksee und die Wiederherstellung einer eigenen Gemeinde war es still geworden. Neuerdings werden aber die Trennungsbestrebungen wieder spürbar und die Trennung scheint nunmehr zur Wirklichkeit zu werden. … Auch die Gemeinderäte von Stocksee hatten gegen die Trennung nichts einzuwenden, zumal die Interessen beider Orte völlig auseinander laufen. ...“ - Einigen wir uns auf 1951...

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[Zeitungsartikel]

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Foto: Vor 80 Jahren: Damsdorf wird ein Teil von Stocksee

Ein neuer Mann für den Naturschutz im Kreis Segeberg

(28.09.2017)

Dr. Georg Hoffmann, langjähriger leitender Mitarbeiter der Segeberger Kreisverwaltung, ist neuer Kreisnaturschutzbeauftragter. Hoffmann löst den Strukdorfer Reinhard Sager ab, der das Amt 32 Jahre lang mit viel Herzblut ausgefüllt hat.

 

Gewählt hat den neuen Kreisnaturschutzbeauftragten der zwölfköpfige Naturschutzbeirat. Dem Gremium gehören gehören Vertreter verschiedener Organisationen an: Der Eulenschutz-Verband, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND, das Noctalis Fledermauszentrum (dessen wissenschaftlicher Leiter Florian Gloza-Rausch zum stellvertretenden Kreisnaturschutzbeauftragten gewählt wurde), die Faunistisch-Ökologische Arbeitsgemeinschaft, die Kreisjägerschaft, der Kreisbauernverband, die Abteilung Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, die Arbeitsgemeinschaft der Gewässerpflegeverbände im Kreis Segeberg und der Wege-Zweckverband (WZV) der Gemeinden des Kreises Segeberg.

 

Aufgabe des Beirats ist die Beratung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Segeberg in wichtigen Fragen des Naturschutzes.

[Pressemitteilung]

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Foto: Landrat Jan Peter Schröder (von links) Dr. Georg Hoffmann, Florian Gloza-Rausch, UNB-Leiter Axel Timmermann

Heute vor 55 Jahren: Frauenleiche gefunden – war es Selbstmord?

(28.09.2017)

Nur kurz flackert 1962 dieses Stück Schmalenseer Kriminalgeschichte in der Segeberger Zeitung auf. Am 28. September 1962 entdeckt ein Bisamjäger in der Nähe des erst seit wenigen Jahren existierenden Mütterkurheims im Schilfgürtel des Schmalensee eine Frauenleiche.

 

Rasch findet die Polizei heraus, dass es sich um eine seit dem 17.09.1962 vermisste Lernschwester des Friedrich-Ebert-Krankenhauses Neumünster handelt. Da die 24-Jährige keine Spuren einer Fremdeinwirkung aufweist, geht man offenbar von einem Selbstmord aus. Das erklärt auch, warum es bei der einen Zeitungsmeldung bleibt.

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Foto: Heute vor 55 Jahren: Frauenleiche gefunden – war es Selbstmord?

Schmalensee hat gewählt – Bundestagswahl 2017

(25.09.2017)

Die Bundestagswahl am 24.09.2017 ist gelaufen. Die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf Bundesebene die Mehrheit verteidigt – aber mit deutlichen Einbußen. Auch die SPD hat heftig Federn lassen müssen. Gewinner sind die FDP, der der Wiedereinzug in den Bundestag nach einer Legislaturperiode in der außerparlamentarischen Opposition gelungen ist, und die Alternative für Deutschland, AfD. Die rechtspopulistische Partei zieht erstmals in den Bundestag ein und das als drittstärkste Kraft.

 

Im Bundestagswahlkreis Segeberg /Storman Nord hat sich der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (CDU) aus Seth erneut als Direktkandidat durchsetzen können.

 

Die Wahlergebnisse für Schmalensee:

 

Erststimmen (für die Kandidaten): CDU (Gero Storjohann)134 / 51,1 Prozent, SPD (Alexander Wagner) 64 / 24,4, Grüne 16 / 6,1, FDP 16 / 6,1, AfD 15 / 5,7, Die Linke 14 / 5,3, Freie Wähler 3 / 1,1.

 

Zweitstimmen (für die Parteien): CDU 106 / 40,8 (2013: 49,8), SPD 52 / 20,0 (19,4), FDP 43 / 16,5 (5,1), Grüne 20 / 7,7 (7,9), Die Linke 16 / 6,2 (3,6), AfD 15 / 5,8 (4,7), NPD 2.

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Foto: Schmalensee hat gewählt – Bundestagswahl 2017

Vor 120 Jahren: Ein müder Bettler bringt den Gendarm in Nöte

(25.09.2017)

Kurioses ereignet sich im Jahr 1897 auf dem Wege zwischen Bornhöved und Schmalensee, als der in der Nachbargemeinde stationierte berittene Gendarm einen von ihm verhafteten Bettler nach Schmalensee bringen muss. Dort lebt Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau, und diesem ist der Gefangene vorzuführen. Außerdem werden in jener Zeit die Gefangenen auch in Schmalensee inhaftiert – weil es der Sitz des Amtsvorstehers und damit der höchsten Polizeibehörde des Amtes ist.

 

Gendarm Strycker wird unterwegs einer Geduldsprobe unterzogen: Der Bettler gibt an, zu müde zu sein, um weitergehen zu können. Der Gendarm weiß sich nicht anders zu helfen, als von einem an der Chaussee liegenden Bauernhof einen Knecht nebst Schubkarre herbei zu zitieren und seinen Gefangenen in eben dieser nach Schmalensee bringen zu lassen.

 

[Zeitungsartikel]

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Foto: Vor 120 Jahren: Ein müder Bettler bringt den Gendarm in Nöte

Vor 105 Jahren: Der Flottenverein für Bornhöved und Umgegend

(23.09.2017)

Ausdruck deutschen Großmachtstrebens, das letztlich im Ersten Weltkrieg mündete, war eine massive Aufrüstung der Hochseeflotte. Große Kriegsschiffe sollten, ganz im Sinne Kaiser Wilhelms II., die Seemacht Großbritannien beeindrucken und die vermeintlich ungeschützten Routen zu den deutschen Überseegebieten und Kolonien sichern. Um ein nachhaltiges Bejahen dieser immensen volkswirtschaftlichen Herausforderung in der Gesellschaft durchzusetzen, wurde der „Deutsche Flottenverein“ gegründet. Auf Reichs- und Provinzialebene wurden die maßgeblichen Strukturen geschaffen. Am 23. September 1912 war es dann im Kirchspiel Bornhöved so weit, eine lokale Gliederung des Flottenvereins zu gründen. Träger waren die geistigen Eliten.

 

Mit einem Anfangsbestand von 125 Mitgliedern, die bis dato wohl nur dem Provinzialverband angehört hatten, wurde im Gasthof zur Linde die selbstständige „Ortsgruppe Bornhöved des deutschen Flottenvereins“ gegründet. Ehrengast war Generalleutnant a.D. von Hoppenstedt, der Vorsitzende des Provinzialausschusses; Einladender der Bornhöveder Apotheker Dr. Voß.

 

Von Hoppenstedt unterstrich den vermeintlich defensiven Charakter einer starken Hochseeflotte, die Deutschland den Frieden sichere und durch Abschreckung selbst eine Seemacht wie England davon abhalten werde, „ohne zwingenden Grund Deutschland anzugreifen.“

 

Nach beschlossener Gründung der Ortsgruppe wird der Vorstand gewählt, mit Apotheker Dr. Voß als Vorsitzendem und Pastor Voß als dessen Stellvertreter. Dass das Vereinsgebiet über Bornhöved hinaus reicht, unterstreicht die Wahl von „Vertrauensleuten“: Als Ansprechpersonen in den Nachbargemeinden fungieren die Lehrer – Trenktrog in Gönnebek, Meier in Daldorf, Thöm in Kalübbe, Hauslehrer Beetzen in Neuenrade und Heinrich Göttsch in Schmalensee.

 

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Foto: Ansichtskarte um 1905

Vor 80 Jahren: Vorbereitung auf den Krieg – Verdunkelungsübung

(19.09.2017)

Im Zeitraum 18. bis 26. September 1937 findet im Kreis Segeberg eine große „Verdunkelungsübung“ im Rahmen der Vorbereitungen zum Luftschutz statt. U.a. wird großräumig geübt, Fenster und Türen, Dachfenster aber auch Hof- und Stallbeleuchtungen so abzudunkeln, dass kein Licht nach außen dringt.

Detailliert werden Maßnahmen und Material zur Verdunkelung in den Tageszeitungen vorgestellt, der Einzelhandel in der Region wirbt mit entsprechenden Produkten, auch zur Verdunkelung von Fahrzeugbeleuchtungen, wie der Bornhöveder Opel-Händler Hans Lorenzen.

 

Schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten propagierten deutsche Regierungen, dass ein zukünftiger Krieg gerade der Bevölkerung Gefahr und Schrecken aus der Luft bringen würde. Im Rahmen der umfangreichen Aufrüstung und Durchdringung der Gesellschaft vertieften die Nationalsozialisten die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Luftschutz. Vor allem durch den „Reichsluftschutzbund“.

 

Bereits im Januar fand die Vorbereitung der Amtsträger auf kommende Aufgaben im Luftschutz im Kreis Segeberg statt. Am 18.01.1937 wurden in der Bad Segeberger Luftschutzschule u.a. die Amtsvorsteher und Wehrführer durch den Kreisleiter der NSDAP Stiehr und Luftschutzoberführer Dr. Eichstädt in die Notwendigkeit der Luftschutzmaßnahmen und -Schulungen eingewiesen.

 

Für die Amtsvorsteher und Bürgermeister ergriff der Amtsvorsteher des Amtes Bornhöved, Heinrich Harder aus Schmalensee das Wort, wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt am 21.01.1937 berichtete. Harder verwies auf die Arbeit des Reichsnährstandes, der im Dritten Reich die landwirtschaftliche Produktion steuerte und dessen Arbeit ebenfalls durch Angriffe aus der Luft gefährdet sei. Harder führte aus, „dass durch den Reichsluftschutzbund die große Aufgabe des Reichsnährstandes, die Bereitstellung der Nahrungsmittel für das deutsche Volk im Rahmen des Vierjahresplanes seine Ergänzung erfahre durch ein Wissen um die Sicherung der Ernährungsgrundlage vor Gefahren aus der Luft.“

 

Zurück zur Verdunkelungsübung. Der Reichsluftschutzbund war, wie alle NS-Organisationen, bis auf die Ebene der Gemeinden organisiert und stellte sogenannte Luftschutzwarte. Mitglieder dieser und anderer staatlicher Organisationen befanden sich während der Verdunkelungsphase im Einsatz, um Fehlverhalten aufzuzeigen und anzumahnen. Über Verfehlungen wurde durchaus berichtet, etwa Bornhöveder Kinder, die während der Verdunkelungsübung ihre Fahrradbeleuchtung nicht abgedunkelt hatten und es einfach ausgeschaltet ließen – also ohne jegliches Licht fuhren. „dies ist aber verboten!“, so der Berichterstatter.

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Foto: Vor 80 Jahren: Vorbereitung auf den Krieg – Verdunkelungsübung

Auf den Spuren der Bronzezeit – Ausgrabung auf dem Flurstück Mang de Bargen

(17.09.2017)

Damit hätten Dr. Jutta Kneisel und ihr Grabungsteam wohl nicht gerechnet: Den Tag der offenen Ausgrabung auf dem Flustück Mang de Bargen an der Grenze zur Schmalenseer Gemarkung nutzten zahlreiche Menschen aus der Umgebung, um den Angehörigen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel über die Schulter zu blicken.

 

Aktuell untersuchen Doktorandin Stefanie Schaefer und ihre Mitstreiter im Rahmen einer Lehrgrabung einen bronzezeitlichen Grabhügel, von denen es – sichtbar – vor rund 3.500 Jahren weitaus mehr in unserer Region gegeben hat als heute.

 

Allzu große Hoffnung auf kostbare Grabbeigaben machen sich Stefanie Schaefer und ihre Mitstreiter nicht. „Der Grabhügel wird wie fast alle in der Region geplündert worden sein. Aber wir hoffen, viele Puzzle-Teilchen zu finden, die unser Bild vom Leben um 1.500 v. Chr. vervollständigen“, so Stefanie Schaefer, die die Hoffnung nicht ganz aufgeben möchte, womöglich Siedlungsreste zu finden. „Dann allerdings in einiger Entfernung zum Gräberfeld“, ergänzt ihr Kollege Michael Bilger.

 

Auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld graben die Archäologen auf jeden Fall noch bis in den Oktober. Ein Betreten der Grabungsfelder durch Unbefugte ist selbstverständlich unerwünscht – dann würde man bereits mühsam abgesuchte Flächen geradezu zerstören und die Arbeit mehrerer Tage zunichte machen.

 

Mehr zum Projekt gibt es im Internet: www.sfb1266.uni-kiel.de

 

Foto zur Meldung: Auf den Spuren der Bronzezeit – Ausgrabung auf dem Flurstück Mang de Bargen
Foto: Stefanie Schaefer und Michael Bilger CAU KIel

Wer gräbt denn da? – Tag des offenen Ausgrabungsplatzes am 16. September

(15.09.2017)

Bevor das Kieswerk in der Bornhöveder Feldmark „Mang de Bargen“ erweitert werden kann, sind die Archäologen der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel angerückt und suchen die Ackerfläche nach Überresten menschlicher Besiedelung vor rund 3.500 Jahren ab. Diese liegt unmittelbar an der Grenze der Schmalenseer Gemarkung und ist von der Tarbeker Straße aus erreichbar (vom Ortsausgang geehen zweiter Feldweg rechts).

Die Öffentlichkeit ist am Sonnabend, 16. September 2017 dazu eingeladen, Archäologie hautnah zu erleben. Zwischen 10 und 16 Uhr ist dies möglich. Wer den Ausgrabungsplatz über die B 430 erreichen möchte, verlässt Schmalensee in Richtung Neumünster und biegt links in die Straße Mang de Bargen ein.

In der Bronzezeit um 1500 v. Chr. siedelten in der Nähe der Kiesgrube bei Bornhöved bereits Menschen, die Ackerbau und Handel betrieben und in der Lage waren, Metall zu bearbeiten“, heißt es in einer Pressemitteilung der CAU, deren Mitarbeiter die Fläche eines halben Fußballfeldes untersuchen.

Unter der Leitung von Dr. Jutta Kneisel werden Überreste von Häusern, Gräbern und anderen Siedlungsaktivitäten gesucht. Einiges konnte schon entdeckt werden….

Foto zur Meldung: Wer gräbt denn da? – Tag des offenen Ausgrabungsplatzes am 16. September
Foto: Grabung Mang de Bargen

Vor 115 Jahren: Bärenstarke Erntehelfer

(06.09.2017)

Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt berichtet von einer Begebenheit, die der Zeitung aus einer Bornhöveder Quelle über die Erntearbeit in Schmalensee zugetragen wurde. Der Wortlaut:

 

„… Der Roggen ist fast überall geborgen und beginnt man schon mit dem Dreschen desselben. Von einem Hof zum anderen wird die schwere Lokomobile und Maschine von drei bis vier Pferden transportiert und die Pferde müssen fast ihre ganze Kraft einsetzen.

 

Im benachbarten Schmalensee jedoch braucht man die Pferde nicht, denn vorgestern nach vollbrachter Arbeit, wo man 10 bis 12 Tonnen Roggen in der Stunde gedroschen hatte, wurde die Dreschmaschine mitsamt der Lokomobile von den beim Dreschen mit tätig gewesenen Mannschaften, 18 an der Zahl, zum größten Teil Handwerker, unter großem Jubel die Dorfstraße entlang gezogen.

 

Der Hufner,, zu dem die Maschine jetzt sollte, eilte dem Zuge mit Pferden entgegen und wollte diese vorspannen; davon wollten aber die sich stark fühlenden Handwerker nichts wissen. Unter dem Ruf „Dee oolen Dütschen lewt noch!“ ging der Zug ohne Pferde weiter. Man ersuchte den Hufner, nur schleunigst das Tor zu öffnen, sonst müsse man schließlich noch dieses einrennen.“

 

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Foto: Lokomobile und Dreschmaschine

Vor 140 Jahren: Schneeschaufeln ist Bürgerpflicht

(04.09.2017)

Die königliche Regierung in Schleswig ermahnt bezüglich des bevorstehenden Winters zur Einhaltung der Verpflichtung der Landgemeinden, die Chausseen vom Schnee frei zu halten:

 

Mit Geldbuße bis zu 30 Mark, eventuell entsprechender Haft wird bestraft, wer auf Anfrage des Gemeindevorstehers oder sonst amtlich Berufenen zu den im Regulativ vom heutigen Tage für das Schneeschaufeln bezeichneten Arbeiten gar nicht oder nicht rechtzeitig sich einstellt oder die Arbeit vor deren Beendigung verlässt oder die angeordneten Gerätschaften nicht mitbringt oder Trunkenheit oder Widersetzlichkeit während der Arbeit zeigt.

 

Dorfchronist Heinrich Göttsch (1946): „1861 und 62 wurde die durch Schmalensee gehende Straße Neumünster – Plön zur Chaussee ausgebaut.“

 

Kirchspielvoigt Linstow (1867 bis 1888 bestanden als Verwaltungsebene zwischen dem gerade gebildeten Kreis Segeberg und den neuen Ämtern die Kirchspielvogteibezirke Segeberg und Bramstedt) sieht sich am 16.11.1877 genötigt, die Anordnung der Schleswiger Provinzialregierung näher zu erläutern:

 

... sind alle männlichen Gemeindeeinwohner vom 18. bis 45. Lebensjahre zur Hülfsleistung pflichtig. Befreit sind: Staatsbeamte, Geistliche, Lehrer, Ärzte, Apotheker, Eisenbahnofficialen, Ortsvorsteher... sowie durch Krankheit oder besondere Schwäche verhinderte Personen.“

 

Heute sind die Einwohner gehalten, die Gehsteige vor ihren Grundstücken vom Schnee zu befreien. Die Nebenwege werden durch die Gemeinde bzw. von ihr beauftragte Unternehmen wie den Wegezweckverband geräumt. Die frühere Chaussee, die Bundesstraße 430 (Dorfstraße), wird durch die Straßenmeisterei gefegt. Zwei Fotografien zeigen die vom Schnee befreite Dorfstraße in den 1950er Jahren.

 

04.09.1877

 

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Foto: Schmalensee Ortseingang 1950er

Willkommen Känguru-Gruppe – Außenstelle von Eris Arche gestartet

(02.09.2017)

Kängurus in Schmalensee? Seit dem 1. September 2017 ist es „Realität“. Wer in naher Zukunft kleine gelb leuchtende Westen in Schmalensees Knicklandschaft entdeckt, soll sich nicht wundern: Die Känguru-Gruppe, eine Außenstelle der Bornhöveder Kita Eris Arche, hat den Betrieb in den Räumen der früheren Kinderspielstube „Kicherzwerge“ aufgenommen und erkundet die Umgebung.

 

Das Aquarium, das bereits die Kicherzwerge erfreut hat, ist geblieben. „Es passt sehr gut zu unserer Ausrichtung, wir wollen uns mit der Natur und Tieren befassen“, verrät Gruppenleiter Timo Kay. Auch die Bewegung soll nicht zu kurz kommen. Schließlich hat sich Eris Arche um die Räumlichkeit auch wegen der direkten Anbindung an die Sporthalle und den Spielplatz dahinter bemüht. Die Liegenschaften des SV Schmalensee sollen mit genutzt werden, zeitlich kommt man sich nicht ins Gehege.

 

Zwischen 15 und 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werden die Känguru-Gruppe bilden. Am ersten Tag waren längst nicht alle da – es waren ja noch Sommerferien. Wie Timo Kay und seine Mitarbeiterinnen Sonja Wegener und Jasmin Gross mussten sich Bennet, Luna, Leo, Emmilee und Filja erst einmal eingewöhnen. Obwohl: Emmilee und Bennet konnten den anderen als ehemalige Kicherzwerge schon Vieles erklären und zeigen.

 

Noch ist der Raum der Känguru-Gruppe etwas karg. Aber rasch wird Leben und Farbe Einzug halten. Und Abwechslung sowieso. Neben Streifzügen durch die nähere Umgebung und Herumtollen auf dem Sportgelände dreht sich viel um das Thema Indianer. „Wir werden basteln, backen und uns auch verkleiden“, gibt Timo Kay einen Ausblick. Ein besonderes Bewegungsangebot passt da hervorragend mit allem zusammen: Sonja Wegener ist auch Reitpädagogin und zweimal im Monat geht es nach Bönebüttel aufs Pferd. „Therapeutisches Reiten fördert viele Entwicklungen der Kinder zugleich, u.a. die Motorik“, weiß Sonja Wegener.

 

Aus Schmalensee, Bornhöved, Gönnebek und Tarbek kommen die kleinen Kängurus. Ihr Name ist angelehnt an das Lied „Das singende Känguru“ - einen Song, den die Lütten offenbar alle mit der Zahnfee in Verbindung bringen. Aber Kängurus, so Timo Kay, verkörpern das, was die Gruppe sein will: Sportlich, aktiv, kräftig und wild. Na dann – viel Spaß in Schmalensee, ihr Kängurus!

 

 

 

Foto zur Meldung: Willkommen Känguru-Gruppe – Außenstelle von Eris Arche gestartet
Foto: Willkommen Känguru-Gruppe – Außenstelle von Eris Arche gestartet

Vor 125 Jahren: Angst vor der Cholera

(28.08.2017)

Vor 125 Jahren

am 28.08.1892

 

Angst vor der Cholera

 

In der Stadt Hamburg ist die asiatische Cholera ausgebrochen, was in den umliegenden Landen für zahlreiche Maßnahmen zur Epidemie-Vorbeugung auslöst. In den folgenden Wochen enthält das Segeberger Kreis- und Wochenblatt zahlreiche Anweisungen, etwa über die Reinigung und Desinfektion der Aborte, das Reinigen der Milchkannen oder die Durchfuhrregelung von Personen- und Warentransporten. Tanzvergnügen, Umzüge und Feste anlässlich des Sedanstages werden verboten. Sogar die Übungen des 9. Armeekorps werden eingestellt. Prinzessin Irene von Preußen ruft als Schirmherrin für den Provinzialverband der Vaterländischen Frauenvereine für Schleswig-Holstein zu reger Spendentätigkeit auf. In den folgenden Wochen und Monaten veröffentlicht das Segeberger Kreis- und Wochenblatt (SKWB) immer wieder Spenderlisten, auf denen sich Personen oder Kommunen wiederfinden, die Geld für „nothleidende Hamburger“ abgeliefert haben.

 

Aus dem Kirchspiel Bornhöved wird am 07.09.1892 im SKWB am gemeldet: „Die Cholera hat glücklicherweise hierselbst noch nicht ihren Einzug gehalten, trotzdem hierorts auch Leute aus Hamburg weilen, wodurch eine Einschleppung schon leicht hätte geschehen können. Im übrigen rüsten wir uns auch mit aller Energie, um dieser schrecklichen Feinde, wenn es sein muß, möglichst erfolgreich begegnen zu können. Die beiden Amtsbezirke Perdoel und Depenau errichten gemeinsam in der Nähe von Wankendorf eine Baracke von etwa 13 Meter Länge und 8 Meter Breite, mit einem Kostenaufwande von 1600 M., worin zunächst in zwei Räumen 8 Betten eingerichtet werden. […] Desinfektionsmittel werden auf Kosten der einzelnen Gemeinden allen Einwohnern unentgeltlich überreicht. [...]“

 

 

  • Auf die Cholera-Epidemie von 1892 geht die Anlage des Großfriedhofs Ohlsdorf zurück, wie Martin Krieger 2006 in seinem Buch „Geschichte Hamburgs“ (C.H. Beck Wissen) schreibt. Krieger weiter: „Zwischen August und Oktober 1892 wütete in Hamburg eine Cholera-Epidemie, die insgesamt 8.600 Todesopfer forderte. Eigentlich hätten die Hamburger schon seit längerer Zeit vorgewarnt sein müssen, denn bereits 1831, 1848 und 1859 war die Cholera trotz Quarantänemaßnahmen über die Stadt hereingebrochen und hatte zahlreiche Tote gefordert. Ursache waren die unbeschreiblich schlechten hygienischen Bedingungen vor allem in den Gängevierteln, wo die Menschen mit ungefiltertem Wasser aus der Elbe versorgt wurden. Erst ein ungeheuer großes, europaweites Echo und die durch die Quarantänemaßnahmen hervorgerufenen ökonomischen Verluste bewirkten ein Umdenken der Hamburger Obrigkeit. So gab sich die Stadt 1898 mit dem 'Wohnungspflegegesetz' die Möglichkeit, die schlimmsten städtebaulichen Mißstände zu beseitigen.“

 

 

 

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Foto: Vor 125 Jahren: Angst vor der Cholera

Kreispräsident Zylka zum 150. Bestehen des Kreises Segeberg

(26.08.2017)

Am 08.09.2017 wird im Bad Segeberger Landratspark mit einem Bürgerfest das 150-jährige Bestehen des Kreises Segeberg gefeiert.

 

Seit 1990 ist Winfried Zylka aus Bornhöved als Kreispräsident oberster Repräsentant des Kreistags.

 

Im Interview mit der Pressesprecherin des Kreises Segeberg äußert sich der 70-Jährige anlässlich des Jubiläums zu Heimat und Kommunalpolitik im Wandel.

 

Das Interview ist diesem Beitrag als PDF angehängt.

 

[Interview Winfried Zylka]

[Kreisfest 08. September 2017]

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Foto: Kreispräsident Winfried Zylka

Vor 130 Jahren: Pinscher verloren – Hilferuf eines Rittmeisters

(23.08.2017)

Eine Anzeige im Segeberger Kreis- und Wochenblatt (SKWB) vom 23.08.1887 weckt Interesse, erscheint der Inhalt doch recht kurios: Ein Rittmeister von Wedel aus Wandsbek ersucht darin um Mithilfe beim Wiederauffinden seines Pinschers. Der, so die Anzeige, sei „auf dem Wege von Schmalensee nach Todesfelde“ verloren gegangen. 20 Mark sichert Herr von Wedel dem „Wiedererbringer“ zu.

 

Dienstgrad und Herkunft von Wedels geben Aufschluss über den Hintergrund seines Aufenthalts im Kreis Segeberg: Der Rittmeister ist Offizier der berittenen Truppen – vergleichbar dem Hauptmann der Fußtruppen. Die Wandsbeker Husaren übten zur gleichen Zeit in der Gönnebeker Heide. Das verraten zwei weitere Suchanzeigen im SKWB aus dem August 1887 – dem Regiment Nr. 16 ist ein Pferd abhanden gekommen.

 

Die Gönnebeker Heide, das heutige Gemeindegebiet von Trappenkamp, war von 1875 bis 1899 als „Exerzierplatz bei Bornhöved“ ein Truppenübungsplatz der preußischen Armee bzw. deren Einheiten aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Lange Zeit wurden die übenden Truppen, wie auch im Fall von Manövern, in den umliegenden Ortschaften einquartiert, ehe in Platznähe ein Barackenlager errichtet wurde.

 

Dass dem Herrn Rittmeister, offenbar auf dem Rückmarsch in die Wandsbeker Garnison, sein Hund abhanden gekommen ist, wirkt vor allem dadurch komisch, dass dieser auf dem nicht gerade kurzen Wegstück zwischen Schmalensee (wo von Wedel vermutlich Quartier hatte) und Todesfelde verloren ging. Scheinbar hatte der Herr Offizier seinen (un)treuen Begleiter auf dem Marsch nicht ernstlich vermisst...

[Militärpferd entlaufen - Aufruf Landrat]

[Pinscher verloren vom Rittmeister von Wedel]

[Militärpferd entlaufen - Wandsbeker Husaren]

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Foto: Vor 130 Jahren: Pinscher verloren – Hilferuf eines Rittmeisters

Vor 135 Jahren: Manöver der Husaren

(22.08.2017)

Im Kreis Segeberg findet vom 22. bis zum 28.08.1882 ein größeres Manöver preußischer Truppen statt. In Schmalensee und den Nachbarorten sind Teile der 18. Kavalleriebrigade einquartiert. Während Bornhöved den Stab der Brigade sowie den Regimentsstab und die ganze 5. Eskadron des Husarenregiments Nr. 16 beherbergt, nimmt Gönnebek vier Fünftel der 2. Eskadron dieses Regiments auf.

In Schmalensee liegen der Stab des Husarenregiments Nr. 15 und drei Fünftel der 3. Eskadron dieses Regiments.

 

Das Regiment Nr. 15 wurde ursprünglich am 19. Dezember 1803 als Kavallerieverband der Streitkräfte des Königreichs Hannover gebildet. Nach dem verlorenen Krieg von 1866 und der Annexion des Landes durch das Königreich Preußen wurde der Verband als Husaren-Regiment (Hannoversches) Nr. 15 in die Preußische Armee übernommen. Im Zusammenhang mit der Gründung des Deutschen Reichs am 18. Januar 1871 in Versailles und dem Inkrafttreten der Verfassung vom 16. April 1871 wurde das Regiment im Juni 1871 in die damalige Stadt Wandsbek (bzw. Marienthal) verlegt. Dieser Standort sorgte für die volkstümliche Bezeichnung „Wandsbeker Husaren“. Zu Ehren der niederländischen Königin Wilhelmina benannte Wilhelm II. das Regiment 1898 in Husaren-Regiment „Königin Wilhelmina der Niederlande“ (Hannoversches) Nr. 15 um.

 

Einquartierungen in den Dörfern gerade des Kirchspiels Bornhöved waren zu preußischer Zeit nichts Ungewöhnliches – seit 1875 wurde die „Gönnebeker Heide“, das heutige Trappenkamp, als Truppenübungsplatz genutzt, damals „Exerzierplatz“ genannt. Darüber hinaus war die ganze Provinz durch regelmäßig in den Zeitungen veröffentliche Belegungspläne auf Manöver eingerichtet. Gerade die berittenen Einheiten wurden dabei bevorzugt in den Dörfern untergebracht – dort gab es Raum und Futter für die Tiere und Schlafplätze für die Soldaten.

 

Die Einquartierungen greift auch Dorfchronist Heinrich Göttsch (1946) auf: „Die Gönnebeker Heide war Übungsplatz der Wandsbeker Husaren Nr. 15 und der Schleswiger Husaren Nr. 16 geworden. Fast alljährlich bis 1899 waren auch in Schmalensee zahlreiche Husaren einige Wochen im Quartier, dem einen zur Lust, dem andern zur Last. Als Last wurde die Einquartierung empfunden, weil sie gewöhnlich in die hilde Erntezeit fiel.“ - Göttsch ordnet das 16. Regiment Schleswig zu, an anderer Stelle heißt es, dass auch diese Husaren in Wandsbek stationiert waren. Die lange Zeit der Einquartierung betraf Übungen in der Gönnebeker Heide – bei Manövern, die das Gefecht im offenen Gelände abbildeten, lagen die Truppen mitunter nur eine Nacht im Dorf.

 

Was des einen „Lust“ gewesen ist, überlassen wir der Phantasie – Bilder der schmuck uniformierten Husaren lassen darauf schließen, dass gerade die jungen Frauen mehr als nur einen flüchtigen Blick auf diese geworfen haben dürften.

[Einquartierungen]

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Foto zur Meldung: Vor 135 Jahren: Manöver der Husaren
Foto: Vor 135 Jahren: Manöver der Husaren

Das Kreuz schon jetzt machen – Briefwahl zur Bundestagswahl 2017

(21.08.2017)

Die Zahl der Wahlplakate steigt, die Bundestagswahl naht. Am 24. September sind alle Wahlberechtigten zur Stimmabgabe aufgefordert. Sie haben an dem Tag etwas vor, sind im Urlaub? Ihr Stimmrecht verfällt nicht – die Briefwahl macht's möglich.

 

Bis spätestens 3. September sollen alle Wahlberechtigten ihre Wahlbenachrichtigung erhalten, wie die Verwaltung des Amtes Bornhöved mitgeteilt hat. Diese beinhalten Informationen zur Briefwahl, die z.T. auch im letzten Blickpunkt, dem amtlichen Mitteilungsblatt für das Amt Bornhöved, auf Seite 2 abgedruckt sind.

 

Den Blickpunkt finden Sie auch in digitaler Form als PDF auf dieser Homepage: In der Kategorie „Aktuelles“ hat er seine eigene Rubrik.

Foto zur Meldung: Das Kreuz schon jetzt machen – Briefwahl zur Bundestagswahl 2017
Foto: Das Kreuz schon jetzt machen – Briefwahl zur Bundestagswahl 2017

150 Jahre Kreis Segeberg – alle sind eingeladen

(19.08.2017)

Die offizielle Jubiläumsfeier zur Bildung des Kreises Segeberg vor 150 Jahren findet am Freitag, 8. September, in der Kreisstadt Bad Segeberg statt. Zweigeteilt, wie eine Pressemitteilung des Kreises verrät. Nach einem Festakt im Kreistagssitzungssal und im Foyer des Kreishauses ab 17 Uhr steigt das Kreisfest ab 18.45 Uhr im Landratspark hinter dem Haus Segeberg. - Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Segeberg eingeladen.

 

Alle Bürgerinnen und Bürger – das sind rund 270.000! Sollten alle kommen, wird es eng im Park. Eine Hürde ist dabei zu meistern: Bis zum 25. August muss man sich verbindlich in der Kreisverwaltung anmelden. Telefonisch unter 04551/951-208 oder per Email unter sylvia.jankowski @kreis-segeberg.de.

 

Also Schmalenseer – ab in die Kreisstadt. Die 150 feiert der Kreis nur ein Mal!

 

[Pressemitteilung]

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Foto: Einladung Kreisjubiläum 150 Jahre

Vor 110 Jahren: Vereinigung der Totengilden

(18.08.2017)

Die Totengilden von Bornhöved und Schmalensee beschließen ihre Verschmelzung. Für die Bornhöveder Gilde fällt die Entscheidung in einer Mitgliederversammlung am 18.08.1907 beim Gastwirt Wittorf.

 

Der zukünftige Vorstand der Totengilde für Bornhöved und Schmalensee und Umgegend soll aus drei Herren für Bornhöved und zwei für Schmalensee bestehen. Der Beitrag beträgt im Monat 20 Pfennig für Familien und 10 Pfennig für Alleinstehende. Das Sterbegeld beträgt 50 Mark.

 

Am 10.08.1907 hatte der Vorstand der Totengilde Bornhöved während einer Sitzung im Gasthof „Zum Landhaus“ beschlossen, seiner Mitgliederversammlung am 18. August den Zusammenschluss mit der Schmalenseer Totengilde vorzuschlagen. Anwesend waren dabei auch Vertreter der Gilde aus Schmalensee. Die Gilden haben 86 bzw. 46 Mitglieder. Heinrich Göttsch berichtet in seiner Chronik von Schmalensee (1946), dass die hiesige Totengilde bereits 1851 gegründet worden sei. Diese „gewährte Unterstützung bei Sterbefällen zur Bestreitung der Begräbniskosten. Sie zahlte beim Tod eines Kindes 12 Mark, bei einem Erwachsenen 50 Mark.“

 

Am 01.04.1910 werden die monatlichen Beiträge für Familien auf 25 Pfennig erhöht. Die Mitgliederzahl liegt bei 137, im April 1914 sind es 125 Mitglieder. Vorsitzender in all den aufgeführten Jahren ist der Schweinemäster, später Rentner, Julius Dohm aus Bornhöved. Nach dem Ersten Weltkrieg fällt in der öffentlichen Titulierung der Name Schmalensee in der Berichterstattung weg, die Bezeichnungen „Totengilde Bornhöved“ oder „Sterbekasse Bornhöved“ werden etwa in Anzeigen benutzt.

 

 

  • Klarheit der Begriffe: Die Recherchen zu diesem Thema basieren vor allem auf der Lektüre des Segeberger Kreis- und Tageblatts. Dieses spricht zwischen 1907 und 1914 abwechselnd mal von der Totengilde, mal von der Sterbekasse. Da in beiden Fällen Julius Dohm als Vorsitzender genannt wird, ist es zunächst naheliegend, dass es sich um nur eine Versicherung auf Gegenseitigkeit handelt. Erst 1924 erhalten wir durch eine amtliche Nachricht Gewissheit: Es gab beide – die Sterbekasse und die Totengilde. Und beide werden gleichzeitig aufgelöst. Zumindest teilt der Landrat im März 1924 mit, dass die Provinzialregierung keine Einwände gegen die Auflösung beider Versicherungen erhebt. Göttsch: „... diese Gilden sind der Inflation nach dem Weltkriege zum Opfer gefallen.“

 

  • Auch heute gibt es eine Sterbekasse für Bornhöved und Umgebung. Sie wurde fast parallel zum Untergang der alten Gilden als „Sterbeunterstützungsverein für Bornhöved und Umgegend“, vermutlich schon 1920 oder 1922 gegründet. 1927 taucht der Name „Beerdigungsverein“ auf. Offiziell hielt sich der Name Sterbeunterstützungsverein bis in das Jahr 2010 – und damit mitten in die politische und gesellschaftliche Diskussion um eine aktive Sterbehilfe, womit aber der Verein nichts zu tun hat. Daher benannte er sich um und heißt nun „Sterbekasse Bornhöved und Umgebung“.

 

 

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[Auflösung]

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Foto: Vor 110 Jahren: Vereinigung der Totengilden

Vor 100 Jahren: Einer von 13: Hans Schenk gefallen

(18.08.2017)

Er ist einer der 13 Söhne Schmalensees, die ihr Leben im Ersten Weltkrieg haben lassen müssen. Hans Schenk, 21 Jahre, Sohn der Witwe Anna Schenk. Neben dieser werden Geschwister und eine Braut genannt, die seinen Tod beklagen. In der Reihenfolge der Verlustmeldungen ist Schenk der neunte Schmalenseer, der betrauert wird.

 

Dorfchronist Heinrich Göttsch weicht in seiner Chronik 1946 beim Sterbedatum Schenks ab: Ihm zufolge wäre Schenk schon am 16.08.1917 gefallen – vielleicht ein Schreibfehler, vielleicht hatte es in der Stammrolle des Militärs eine Änderung gegeben. Die Todesanzeigen von 1917 und auch das Todesdatum, das unter dem Porträt des Gefallenen auf der heute im Feuerwehrgerätehaus vorhandenen Gedenktafel eingetragen sind, gehen vom 18.08.1917 aus.

 

Die Sterbenachricht im Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 01.09.1917 enthält, was viele Einträge der späten Kriegsmonate enthalten: „Den Heldentod fürs Vaterland erlitt...“ - Keine Angabe über die Zugehörigkeit zu einem Truppenteil und dessen Einsatzort. Nicht einmal eine Himmelsrichtung wird genannt, „gefallen im Westen / im Osten“. Schenk ist eines von Millionen Schicksalen, alles andere als „ein Einzelfall“ - und doch einer von in der Spitze 54 Einwohnern, die im Felde stehen (zumindest im November 1915).

 

Heinrich Göttsch, der zwei Monate später selbst einen Sohn an der Front verlieren wird, weiß in seiner Chronik schon eine Kleinigkeit mehr: Schenk gehörte dem (Reserve-) Infanterieregiment Nr. 215 an und war einfacher Soldat.

Heute hilft uns das Internet weiter. Forscht man nach dem Reserve-Infanterieregiment Nr. 215, das der 46. Reserve-Division unterstellt war, so findet man die Liste seiner Feldzüge und Gefechte. Im August 1917 war das Regiment an den Stellungskämpfen vor Verdun beteiligt, befand sich also an der Westfront. Wie Hans Schenk ums Leben kam, wissen wir nicht. Es war ein Massensterben – und er war einer von Hunderttausenden – und einer von 13.

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Foto: Vor 100 Jahren: Einer von 13: Hans Schenk gefallen

Vor 120 Jahren: Fahnenweihe beim Militärverein

(15.08.2017)

Mit großem Aufwand findet in Bornhöved die lang erwartete Fahnenweihe des 1890 gegründeten Militärvereins für Bornhöved und Umgebung statt.

 

Die in Bonn gefertigte Fahne kostet 435 Mark, wovon die Spar- und Leihkasse für Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek 150 Mark übernommen hat. Außerdem werden dem Verein vier Fahnenägel gestiftet – vom Leezener, Plöner und Wankendorfer Militärverein sowie vom Bornhöveder Kampfgenossenverein von 1870/71. Der Segeberger Militärverein hat einen weiteren Nagel angekündigt.

 

Nach einem Empfang am Sonntagvormittag im Gasthof Zur Linde, dem Vereinslokal des Militärvereins, findet auf der Petershöhe ein Feldgottesdienst mit Fahnenweihe und Konzert statt. Nach dem Essen gibt es einen Ball. Schon am Vorabend hat es einen Zapfenstreich gegeben.

 

 

  • Im Militärverein für Bornhöved und Umgebung, gegründet am 02.05.1890, waren bis 1919 alle Männer organisiert, die Wehrdienst geleistet hatten. Die Aktivitäten dienten vor allem gesellschaftlich-kulturellen Zwecken und der Geselligkeit. Neben den Generalversammlungen waren dies Ausflüge, Preisschießen, Unterhaltungsabende, Sommervergnügungen mit Scheibenschießen oder Stechvogelwerfen für die Damen und Kinderbelustigung. Im Militärverein wurden jährlich des Kaisers Geburtstag, der Tag der Erhebung Schleswig-Holsteins (24. März) und der Sedanstag (2. September) zusammen mit den örtlichen Kampfgenossenvereinen der Kriegsteilnehmer 1848/51 und 1870/71 gefeiert.

  • Ab 1892 waren die Militärvereine gehalten, Sanitätskolonnen zu bilden. Auch wurde das Schießen mit militärischen Waffen organisiert, vermutlich zur Inübunghaltung. Nachdem man sich lange entsprechende Karabiner vom Standort Neumünster leihen musste, wurden 1909 eigene Waffen beschafft, mit denen auf dem beim Gastwirt Hauschildt (Zur Linde) errichteten Schießstand geschossen werden konnte. Die Linde war 28 Jahre lang das Vereinslokal, in dem auch die oben genannte Fahne aufbewahrt wurde. 1909 wurde der Schmalenseer Willi Siebke zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

  • Nach dem Ersten Weltkrieg widmete sich der Militärverein als treibende Kraft dem Bau eines Gefallenendenkmals vor der Kirche, das 1921 eingeweiht werden konnte. 1919 bereits war Heins Gasthof neues Vereinslokal geworden. Der Verein, wie alle im Deutschen Reich seit 1900 im Kyffhäuserbund organisiert, nannte sich nun Krieger- und Militärverein, stand neben „Gedienten“ bzw. Veteranen des großen Krieges auch „passiven“ Mitgliedern offen und widmete sich intensiv der Hinterbliebenenfürsorge. Er betonte seine parteipolitische Neutralität.

  • In den 1920er Jahren entstanden unter dem Eindruck politischer Strömungen verschiedene Veteranenverbände, etwa der „Stahlhelm“, der auch in Bornhöved und Umgebung auftrat und mit dem der Militärverein gemeinsame Veranstaltungen unternahm. Der Schmalenseer Heinrich Harder wurde 1934 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 1938 auch diese Organisationen „gleichgeschaltet“ – der NS-Reichskriegerbund setzte die Arbeit des Kyffhäuserbundes fort.

 

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Foto: Vor 120 Jahren: Fahnenweihe beim Militärverein

Unverfroren – Abriss-Reste in Sichtweite des Dorfes „entsorgt“

(09.08.2017)

Schon seit Sonnabend, 5. August, liegt das Zeug in der Schmalenseer Feldmark: Abriss-Reste, vermutlich eines Schuppens oder im Zuge einer Dacherneuerung angefallen. Statt die Eternit-, Blech- und Holzplatten sowie Plane und Kalksandsteine zur Deponie zu bringen, haben Unbekannte das Material in einem Feldweg keine 200 Meter von der Stockseer Straße abgelegt – in Sichtweite vom Funkturm an der B430 und der ersten Gebäude des Dorfes.

 

So sauber aufgeschichtet, wie auf den Bildern zu sehen, waren die Dinge freilich nicht, als Bürgermeister Sönke Siebke sie entdeckte. Nachdem er den Fundort dokumentiert hatte, wurden Polizei, Wegezweckverband und die Kreisverwaltung benachrichtigt. Dann schob Siebke mit dem Radlader die Plane von der Koppel.

 

Der Dorfchef ist, gelinde gesagt, sauer über den Vorgang. Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen wurden in dem nordöstlichen Bereich der Gemarkung Dinge verklappt – zuletzt waren es mehrere Fuder Autoreifen. Wer Hinweise über den Verursacher des erneuten Umweltfrevels geben kann, findet die Kontaktdaten von Bürgermeister Sönke Siebke auf dieser Homepage.

Foto zur Meldung: Unverfroren – Abriss-Reste in Sichtweite des Dorfes „entsorgt“
Foto: In Sichtweite des Funkturms liegt der Abfall

Das ging flott: Vertrag mit Eris Arche unterzeichnet

(04.08.2017)

Zehn Tage nachdem die Gemeindevertretung der Bornhöveder Kita Eris Arche den Zuschlag für die Einrichtung einer Außenstelle im Schmalenseer Sportlerheim erteilt hat, ist es am Freitag, 4. August, in der Bornhöveder Amtsverwaltung in deren Trappenkamper Räumen zur Vertragsunterzeichnung gekommen.

Zuvor hatten Bürgermeister Sönke Siebke und seine drei Ausschussvorsitzenden Jürgen Bucksch (Finanzen), Rüdeger Cuwie (Planung/Bauen) und Christian Detlof (Jugend/Sport) mit Kita-Leiterin Erika Kapeller und ihrem Stellvertreter Timo Kay den von Johanna Kegel-Maier (Verwaltung) in Rekordzeit vorgelegten Vertragsentwurf durchgearbeitet. Aber das war nicht der einzige Beitrag, der zügig hatte erstellt werden müssen.

Ich bin völlig erschöpft“, atmete Erika Kapeller nach Ableisten der Unterschrift erst einmal durch. Rechtzeitig zur Sitzung der Gemeindevertretung am 25. Juli hatte sie ein Konzept und Zahlenwerk vorgelegt, weitere Daten waren zur Erstellung des Vertragsentwurfs abzuliefern. Und noch ist eine Pause kaum in Sicht: Zum 1. September soll der Betrieb der von Timo Kay geleiteten Gruppe starten. „Ich freue mich darauf. Wir werden interessante Schwerpunkte setzen, die sich im Bereich der Sportanlagen einfach anbieten – viel Bewegung, viel draußen sein, die Umgebung erkunden“, so Kay.

Seine Gruppe wird den Raum der ehemaligen Kinderspielstube „Kicherzwerge“ beziehen, die zum 31. Juli eingestellt worden ist. Der SV Schmalensee hatte in seiner Mitgliederversammlung am 4. Juli beschlossen, die Trägerschaft an die Gemeinde zurück zu geben, weil die Anmeldezahlen für die Kindergarten ähnliche Einrichtung viel zu gering ausfielen und obendrein eine Erzieherin gekündigt hatte.

Beim Abschiedsfrühstück der „Kicherzwerge“ flossen Tränen, was nur verständlich ist. „Ihr habt einen tollen Job gemacht und unsere Kinder ein wichtiges Stück ins Leben geführt.“ Die Worte von Mutter Jasmin Reimers waren zwar an die Erzieherinnen Sabine Saggau und Kerstin Tobis gerichtet, sie standen aber sicher beispielhaft für das, was alle Eltern in 26 Kicherzwerge-Jahren zu allen dort tätigen Kräften gesagt hätten.

Für die Gemeinde Schmalensee ist der Wechsel bedauerlich und ein Glücksfall zugleich: Die Kinderbetreuung vor Ort ist weiterhin sichergestellt. „Und hoch attraktiv“, wie Jürgen Bucksch befand.

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Foto: Erika Kapeller, Timo Kay und Sönke Siebke bei der Vertragsunterzeichnung

Da ist das Ding! – Schmalensees neues Dienstfahrzeug

(04.08.2017)

Am Freitag, 4. August, hat Bürgermeister Sönke Siebke Gemeindearbeiter Volker Kay symbolisch die Schlüssel des neuesten Dienstfahrzeugs im Fuhrpark der Gemeinde Schmalensee überreicht. Symbolisch, weil der Kommunaltraktor schon ein paar Tage vorher eingetroffen war. Nach einer ersten Mährunde stand für Volker Kay schnell fest: „Ich find‘ den gut!“

Das Altfahrzeug war, deutlich in die Jahre gekommen, in Zahlung gegeben worden. Es war bei seiner Anschaffung ein regelrechter Medienstar geworden, weil Ehrenbürgermeister Hans Siebke und Sohn Sönke das Gerät aus Bundeswehrbeständen seinerzeit per Ebay ersteigert hatten. Das war jedoch kritisiert worden – als Gemeinde hätte man ausschreiben müssen. Der daraus resultierende kurze Zwist mit Behörden weckte auch das Interesse überregionaler Zeitungen.

Das ist bei dem nagelneuen Kubota-Traktor nicht zu erwarten. 28.500 Euro berappt Schmalensee für das Fahrzeug mit 28 PS, hydrostatischem Antrieb, Supersteer-Lenkung und Klimaanlage. Das Fahrzeug bietet höheren Fahrkomfort als der Vorgänger, was das Mähen, den Winterdienst, das Fegen und Transporte für den Fahrer erleichtet. „Außerdem ist der Trecker wendiger“, freut sich Volker Kay, der auch die vielfältigen Anhängemöglichkeiten am Heck lobt. Zudem können die alten Anbaugeräte weiter genutzt weden.

„Ich bin guter Dinge, dass der neue Kommunaltraktor positiv einschlagen wird“, sagte Sönke Siebke. Die Fahrzeugflotte der Gemeinde bleibt damit bei drei Kfz: Dem kleinen Rasenmäher-Traktor, dem neuen Kommunaltraktor und – nicht zu vegessen – dem Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr.

[Der alte Kommunaltraktor im Juni 2017]

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Foto: Volker Kay - Sönke Siebke: Schlüsselübergabe

Vor 90 Jahren: Schmalensees Reiter gute Faustballer

(02.08.2017)

Der Sportverein Ku-Ka-Keh aus Hamburg ist während der Feierlichkeiten zur 700-Jahr-Feier in Bornhöved zur Erinnerung an die Schlacht von 1227 auf die Schmalenseer Reiter aufmerksam geworden, die durch glänzende Leistungen überzeugten.

 

Zu den Feierlichkeiten im Juli waren zahlreiche Gruppen und Vereine gekommen und hatten sich an den vielfältigen Veranstaltungen des Rahmenprogramms und am Festumzug beteiligt.

 

Die Hamburger kommen, nachdem man sich verabredete hatte, am 2. August nach Schmalensee, wo man sich auf dem Sportplatz vor viel Publikum einem Vergleich im Faustball stellt.

 

Die Schmalenseer Reiter beweisen, dass sie auch in diesem Sport stark sind, Ku-Ka-Keh gewinnt nur knapp gegen die erste (48:42) und zweite (42:32) Mannschaft.

 

Die zweite Schmalenseer Mannschaft besiegt anschließend die Damenmannschaft der Hamburger mit 67:35 Punkten. Viele Schmalenseer erhalten im Zuge der Spiele das grüne Vereinsabzeichen des Hamburger Vereins.

 

 

  • Leider verfügen wir bislang nicht über Bilder der Schmalenseer Reiter, die übrigens maßgeblich an der Gründung des noch heute existierenden Reitervereins Bornhöved und Umgebung beteiligt waren. Auch von dem Faustballspiel oder einem „Sportplatz“ im damaligen Schmalensee gibt es keine Zeugnisse. Und ob noch in einem der alteingesessenen Schmalenseer Haushalte ein Vereinsabzeichen von Ku-Ka-Keh vorhanden ist? Zur Bebilderung der dennoch interessanten Geschichte wurden daher Bilder von der 700 Jahr-Feier im benachbarten Bornhöved verwendet, die dem Arbeitskreis Dorfgeschichte zur Verfügung gestellt wurden.

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Foto: Vor 90 Jahren: Schmalensees Reiter gute Faustballer

Monatliche Impfsprechstunde im Kreisgesundheitsamt

(31.07.2017)

Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Segeberg bietet ab 1. August monatliche Impfsprechstunden an. Bisher gab es diese Möglichkeit nur quartalsweise.

 

Von nun an findet die Impfsprechstunde an jedem ersten Dienstag des Monats (mit Ausnahme von Feiertagen) von 14 bis 16 Uhr im Kreisgesundheitsamt, Hamburger Straße 30, 23795 Bad Segeberg statt. Im Haus A, Zimmer 232, befindet sich die Anmeldung.

 

Im Gesundheitsamt wird gegen Kinderlähmung (Polio), Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphterie (Krupp), Keuchhusten (Pertussis), Mumps, Masern und Röteln geimpft. Für die Standardimpfungen fallen keine Gebühren an. Impfpass und Versichertenkarte der Krankenkasse müssen trotzdem mitgebracht werden.

 

Wer Fernreisen plant, für die weitere, spezielle Impfungen erforderlich sind, oder solche zur Ausübung seines Berufes benötigt, erhält im Kreisgesundheitsamt nur eine Basisauskunft.

[Pressemitteilung]

Foto zur Meldung: Monatliche Impfsprechstunde im Kreisgesundheitsamt
Foto: Monatliche Impfsprechstunde im Kreisgesundheitsamt

Vor 125 Jahren: Der Höker Nikolaus Stegelmann

(28.07.2017)

Laut einer Anzeige im Segeberger Kreis- und Wochenblatt vom 28. Juli 1892 ist das Geschäft des Schmalenseer Hökers Nikolaus Stegelmann zur offiziellen Niederlassung der vom königlich-ungarischen Ackerbauministerium empfohlenen Weinagentur Erlau. Stegelmann vertreibt für diese den bekannten „Medicinal-Tokayer“.

 

Die Meldung regt an, in die Geschichte des örtlichen Handels zu blicken. Die Höker waren Kaufleute, die kleine Verkaufsgeschäfte betrieben. Wir verfügen über das Postkartenmotiv der Hökerei von Christian Stegelmann, dem Sohn von Nikolaus Stegelmann, der das Geschäft 1906 übernahm.

 

Wir wissen von weiteren Geschäften. Beatrice Blunk etwa betrieb von den 1950er- bis in die 80er Jahre einen „Tante-Emma-Laden“ im Haus Dorfstraße 4. Ein Bild zeigt Anneliese Behrend mit Tochter vor dem Ladeneingang. Friedrich „Fritz“ Bollbuck (und später sein Sohn Uwe Bollbuck) führte ein Ladengeschäft in der Dorfstraße 43.

Nachdem er bis 1895 die Meierei (Damsdorfer Straße 1) geleitet hatte, kaufte Johann Peter David Landschoof das heutige Haus Dorfstraße 23 und richtete ein Kolonialwarengeschäft darin ein. Er und Nikolaus Stegelmann betrieben zusätzlich den Überlandhandel – sie klapperten die Umgebung ab, die Waren in Körben auf dem Rücken tragend oder mit dem Pferdewagen transportierend.

 

Zurück zu Nikolaus Stegelmann. Der betrieb seine Hökerei auch als Kolonialwarenladen, in dem er besagte Kolonialwaren gegen Eier, Wurst und Schinken, die er wiederum auf dem Wochenmarkt in Neumünster verkaufte. Später scheint er sein Warenangebot erweitert zu haben: Im Segeberger Kreis- und Wochenblatt vom November 1895 heißt es, der Händler N. Stegelmann in Schmalensee habe „eine Drogenhandlung“ eröffnet.

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Foto: Hökerei Chr. Stegelmann

Streitthema Badestelle – definitiv KEINE für Hunde

(26.07.2017)

Verbote gibt es zahlreich im Bereich der Schmalenseer Badestelle. Geschuldet sind sie zum Einen den Interessen des Besitzers, vor allem aber der Sicherheit der Badenden und Erholung Suchenden. Zuletzt kursierte unter (ortsfremden) Badegästen das Gerücht, an der Schmalenseer Badestelle sei – anders als etwa in Bornhöved – das Baden der Hunde erlaubt. Das ist ein großer Irrtum! Wie an jeder öffentlichen Badestelle haben Hunde – angeleint oder nicht – keinen Zutritt.

 

Unter Mithilfe eines Bürgers wurde schleunigst zum Beginn der Sommerferien reagiert und ein weiteres Schild installiert, das auf das Hundeverbot hinweist. Das Ordnungsamt hat signalisiert, vermehrt Kontrollen durchzuführen, um gegen Verstöße vorzugehen. In den letzten Wochen war es zu unschönen Situationen gekommen, etwa als ein Hund ein Kind am Uferrand regelrecht „bedrohte“ und nicht auf die Stimme der Besitzerin hören wollte.

 

In diesem Zusammenhang seien auch weitere Ver- und Gebote erklärt: Der Schmalensee befindet sich in Privatbesitz – und das seit dem 17. Jahrhundert (!) - und gehört dadurch bedingt zur Gemeinde Bornhöved. Der Besitzer nutzt das Gewässer wirtschaftlich und hat daher ein Befahren und das Angeln verboten. Nur im Bereich des Schwentinedurchflusses vom Bornhöveder durch den Schmalensee in den Belauer See darf gepaddelt werden, etwa auf einer Tour über Preetz in Richtung Kiel. Diese Route führt definitiv nicht an der Badestelle entlang...

 

Auch der Uferstreifen gehört zum See, weshalb die Gemeinde Schmalensee gerade erst in ihrer Sitzung am 25. Juli die Pachtverträge zur Nutzung der Badestelle und des Wanderweges in Richtung Bornhöved erneuert hat.

 

Übrigens: Dass die seit einigen Jahren hier ansässigen Kanadagänse die Badeinsel als „Flugzeugträger“ und Gänse-Klo nutzen, ist leider durch keine Beschilderung zu verhindern....

 

Foto zur Meldung: Streitthema Badestelle – definitiv KEINE für Hunde
Foto: Streitthema Badestelle – definitiv KEINE für Hunde

Schade aber unumgänglich – Bürgerbus wird eingestellt

(26.07.2017)

Die Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am 25. Juli mit Ernüchterung den Bericht von Rüdeger Cuwie und Jürgen Bucksch über die Inanspruchnahme des am Jahresanfang bereitgestellten Bürgerbusses zur Kenntnis genommen. Einstimmig wurde beschlossen, das aus der Zukunftswerkstatt resultierende Projekt zum 31. Juli einzustellen.

 

Cuwie und Bucksch waren die einzigen Fahrer, die sich für diesen ehrenamtlichen „Job“ bereit gefunden hatten. 30 Touren wurden gemäß Fahrplan absolviert. Die Zahl von 51 Passagieren binnen sieben Monaten darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es vornehmlich zwei Damen aus der Gemeinde Belau waren, die das Angebot nutzten, und über die Beendigung sehr traurig sind. „Es war gut und richtig, den Versuch zu starten“, befand Rüdeger Cuwie. Mängel im Personennahverkehr waren in der Zukunftswerkstatt vermehrt angesprochen worden.

 

Aber nur ein Fahrgast aus Schmalensee (!) nahm den Bürgerbus insgesamt drei Mal in Anspruch. Eine eindeutig zu geringe Resonanz seitens der Schmalenseer, für die der Bus gedacht war, und für den die Gemeinde eine monatliche Miete an die Bornhöveder Kita Eris Arche gezahlt hat. Erika Kapeller, die Leiterin der Einrichtung, hat einem vorzeitigen Ausstieg aus dem bis Ende 2017 laufenden Vertrages ohne Umschweife zugestimmt. An den Kosten für den Bürgerbus beteiligte sich auch die Gemeinde Belau – mit 20 Prozent.

 

Wir schreiben das Projekt aber nicht völlig ab“, bekräftigte Jürgen Bucksch. „Wenn erneut ein ernsthafter Bedarf an die Gemeindevertretung herangetragen wird, sollte einer Wiederbelebung des Bürgerbusses nichts im Wege stehen!“

Foto zur Meldung: Schade aber unumgänglich – Bürgerbus wird eingestellt
Foto: Zum Jahresanfang übergab Erika Capella Rüdeger Cuwie und Jürgen Bucksch symbolisch die Schlüssel für den Bürgerbus

Im Tiefflug über Schmalensee – Heißluftballon im Landeanflug

(16.07.2017)

Ein markantes Zischen lockte Neugierige am Abend des 15. Juli an die Badestelle: Gegen 21 Uhr war ein roter Heißluftballon in den Seewiesen auf Bornhöveder Seite niedergegangen. Offenbar sah sich der Ballonführer gezwungen, einen besser geeigneten Landeplatz zu finden: Nach mehrmaligem Anblasen stieg der Ballon wieder auf.

 

Im Tiefflug setzte das Luftfahrzeug über den Gasthof und die Meierei sowie die gegenüber der Dorfstraße liegenden Bauernhöfe, touchierte die Baumkronen einiger hoher Erlen und landete auf einer der Hauskoppeln zwischen Dorfstraße und Grasweg.

Foto zur Meldung: Im Tiefflug über Schmalensee – Heißluftballon im Landeanflug
Foto: Im Tiefflug über Schmalensee – Heißluftballon im Landeanflug

Vor 80 Jahren: Hitlerjugend macht Station im Raum Bornhöved

(13.07.2017)

Etwa 225 Hitlerjungen aus Magdeburg treffen von Ahrensbök kommend in Bornhöved ein. Sie gehören zu einer 1.200 Jungen großen Formation, die eine so genannte „Grenzlandwanderung“ die Ost- und Westküste entlang zur dänischen Grenze unternimmt.

 

Die Jungen werden um 13 Uhr in Tarbek durch den Ortsgruppenleiter der NSDAP, Alfred Dau, willkommen geheißen. Vom Grimmelsberg aus halten sie Umschau über die Region und besichtigen die Riesenbetten und Grabhügel.

 

Anschließend werden die Jungen auf Quartiere in Tarbek, Schmalensee, Gönnebek und Bornhöved verteilt. Um 18.45 Uhr holen Kraftwagen die Hitlerjungen an den Quartieren ab und bringen sie nach Bornhöved zum Kongsbarg, wo man ihnen die Schlacht zwischen Deutschen und Dänen von 1227 schildert.

 

Um 20 Uhr treten alle Formationen der NSDAP aus dem Raum Bornhöved auf dem Marktplatz an, um mit den Magdeburgern zum Sportplatz am See zu marschieren,

wo nach Fahnenhissung eine gemeinsame Feier stattfindet.

 

Tags darauf setzen die Jungen aus Magdeburg ihren Grenzlandmarsch fort.

 

 

Die Hitlerjugend aus Magdeburg steuert Bornhöved nicht zufällig an. Die regionale HJ war im Jungbann II/419 „Bornhöved“ organisiert. Auf dem Sportplatz am See fand jährlich ein HJ-Lager statt: 1937 etwa sollten dort zwei mal 500 Hitlerjungen aus dem Kreis Segeberg jeweils zehn gemeinsame Tage verbringen. Die Logistik besorgten u.a. örtliche Parteigliederungen und HJ.

 

13. Juli 1937

[Download zur Grenzlandwanderung ]

Foto zur Meldung: Vor 80 Jahren: Hitlerjugend macht Station im Raum Bornhöved
Foto: JH-Guppenfoto aus dem Nachlass von Walter Behrend

Vor 130 Jahren: Die vertagte Teilung des Kirchspiels

(12.07.2017)

Nach dem Tode des Pastors Conrad Heinrich Petersen am 23. Juli 1886 wurde erstmals die Frage nach einer Teilung des Kirchspiels Bornhöved aufgeworfen. Der nördliche, plönische Teil des Kirchspiels hatte dies befürwortet. Aber die Notwendigkeit eines Kirchneubaus, zum Beispiel in Wankendorf, schreckte viele Befürworter der Kirchspielteilung ab.

 

Nun wird beschlossen, die Sache fünf Jahre lang zu vertagen und so lange einen Hilfsgeistlichen anzustellen. Dieser soll, bei einem Jahresgehalt von 1000 Mark, die Dörfer Wankendorf und Stolpe sowie die Gutsbezirke Depenau, Perdoel, Nettelau, Bockhorn und Löhndorf betreuen. Da dieses Gehalt von dem des neuen Bornhöveder Pastors abgezogen werden muss, wird dessen Stelle zu einer mittleren herabgestuft.

 

Das königliche Konsistorium überträgt dem bisherigen Bornhöveder Vikar Gotthold Hermann Emil Petersen, geboren 1859 in Heiligenhafen und am 10. November 1886 ordiniert, die besagte Hilfsstelle. Der neue Hilfsgeistliche ist der Sohn des verstorbenen Pastors Conrad Heinrich Petersen.

 

In der Kirchengemeinde Bornhöved findet am 31. Juli 1887 die Predigerwahl statt. Der Diakon Albert Lutheri Voss aus Preetz erhält von 221 abgegebenen Stimmen 120 und somit den Zuschlag vor Pastor Jungclaussen aus Dönberg bei Elberfeld (98 Stimmen) und Pastor Grönning aus Oldenbüll auf Nordstrand, der nur drei Stimmen auf sich vereinigen kann.

 

12. Juli 1887

[Downoad PDF ]

[Pastor Conrad Heinrich Petersen]

[Pastor Albert Lutheri Voss]

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Foto: Vor 130 Jahren: Die vertagte Teilung des Kirchspiels

Impfung gegen Blauzungenkrankheit genehmigt

(06.07.2017)

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

schmerzhafte Haut- und Schleimhautentzündungen am Kopf, den Geschlechtsorganen, den Zitzen und am Kronsaum der Klauen: In Frankreich gibt es seit Mitte 2015 immer wieder Ausbrüche der Blauzungenkrankheit. Dabei handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, für die alle Wiederkäuer empfänglich sind. Aktuell breitet sich das Virus, das durch infizierte Insekten übertragen wird, weiter in Richtung Deutschland aus. Eine Impfung bietet den einzigen wirksamen Schutz der Tiere vor der Erkrankung. Daher hat die Kreisverwaltung Segeberg jetzt die freiwillige Impfung genehmigt.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Pressemitteilung im Anhang.

 

Vielen Dank für eine Veröffentlichung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Sabrina Müller

Pressesprecherin

Kreisverwaltung Segeberg

Hamburger Straße 30

23795 Bad Segeberg

Telefon: 04551/951-207

Telefax: 04551/951-206

E-Mail: Sabrina.Mueller@kreis-segeberg.de

[Pressemitteilung]

Foto zur Meldung: Impfung gegen Blauzungenkrankheit genehmigt
Foto: Damit Wiederkäuer wie dieses Galloway weiterhin von der Blauzungenkrankheit verschont bleiben, hat der Kreis Segeberg jetzt die freiwillige Impfung der Tiere genehmigt. Foto: Florian Huber

Vor 10 Jahren: Schmalensee hat einen Gemeindearbeiter

(01.07.2017)

Mit dem 1. Juli 2007 gibt es für die Gemeinde Schmalensee ein absolutes Novum: Die Haushaltssatzung wird zukünftig im Stellenplan die Zahl „1“ aufweisen. Grund ist der Dienstantritt von Volker Kay, der die neu geschaffene Stelle des Gemeindearbeiters antritt.

 

Da wo das Ehrenamt Aufgaben nicht mehr oder nur unvollständig wahrnehmen kann, ist bezahlte Arbeit gefragt. Jahrzehntelang hatten Schmalenseer – gegen eine gewisse Aufwandsentschädigung – sich der Grünflächen angenommen oder die damals noch örtlich geförderte Wasserversorgung betreut.

 

Spätestens mit der Schaffung der Vakuumentwässerungsanlage zur Abwasserentsorgung stiegen Vielfalt und technischer Anspruch der Aufgaben. Nach intensiven Beratungen und Berechnungen machte die Gemeindevertretung den Weg für die Einrichtung der Stelle frei. In nichtöffentlicher Sitzung am 22.05.2007 dann entscheiden sich die Gemeindevertreter für Volker Kay, der sich damit gegen sechs weitere Bewerber durchsetzt.

 

Der Aufgabenkatalog ist vielfältig. Die Pflege der Grünflächen und Denkmäler bzw. der Winterdienst, das Leeren der öffentlichen Abfallbehälter und handwerkliche Arbeiten jeglicher Art je nach Anfall sind das, was der Bürger sieht. „Hauptjob“ ist die Vakuumentwässerungsanlage, an die alle Haushalte angeschlossen sind. Nicht umsonst ist an alle die Telefonnummer des Bereitschafts-Handys verteilt und auf die Gemeinde-Homepage gestellt worden, denn wenn der häusliche „Pott“ anfängt zu streiken, steht Volker Kay Gewehr bei Fuß. Manche Nacht haben er und Ehrenbürgermeister Hans Siebke schon mit der Störungsbeseitigung verbracht. Siebke wurde seinerzeit zum Beauftragten für die Wasserver- und Abwasserentsorgung ernannt, und damit neben dem Bürgermeister Sönke Siebke Volker Kays zweiter Dienstvorgesetzter.

 

Welchen Wert sein Arbeitsplatz für ihn hat, sagte Volker Kay im Juni 2014, damals auch Chef der Freiwilligen Feuerwehr, dem Reporter eines Anzeigenblatts, der ein Ortsporträt anlegte: „Ich kann die Arbeit als Gemeindearbeiter und im Ehrenamt als Wehrführer direkt vor meiner Haustür ausüben.“

 

01. Juli 2007

[Download]

Foto zur Meldung: Vor 10 Jahren: Schmalensee hat einen Gemeindearbeiter
Foto: Vor 10 Jahren: Schmalensee hat einen Gemeindearbeiter

Vor 100 Jahren: Vorgänger des Landfrauenvereins – der landwirtschaftliche Hausfrauenverein

(29.06.2017)

Im Kreis Segeberg ist ein landwirtschaftlicher Hausfrauenverein gegründet worden, dessen erste Mitgliederversammlung am 29. Juni 1917 im Hotel Germania in der Kreisstadt stattfindet.

 

Einladende zur Versammlung ist die Frau des Landrates Ilsemann. „Das Erscheinen recht vieler Hausfrauen aus Stadt und Land ist sehr erwünscht“. Schon am 21. Juni 1917 hatte Landrat Ilsemann die Vorsitzende des Verbandes Schleswig-Holsteinischer Hausfrauenvereine zu einer Informationsveranstaltung geladen. In ihren Ausführungen fiel bereits das Wort „Landfrauen“ als verbindender Begriff für Hausfrauen aus Stadt und Land.

 

Spätestens mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 gehen Frauenvereine in der NS-Frauenschaft auf.

 

Im Kreis Segeberg wird es die Schmalenseerin Nanny Saggau sein, die nach dem Krieg als Kreisbäuerin und Kreisbeauftragte für das Lehrlingswesen im Kreislandfrauenverein, später Vorsitzende des Berufsausbildungsausschusses für ländliche Hauswirtschaft, dann Kreisvorsitzende für den (Landwirtschafts-)Schulbezirk Segeberg und Mitglied im Ausschuss für die Mädchenklassen an der Kreislandwirtschaftsschule, schließlich Vorsitzende des Ausbildungs- und Anerkennungsausschusses der Landwirtschaftskammer für den Kreis Segeberg den Gedanken des Landwirtschaftlichen Hausfrauenvereins rasch aufgreift:

 

Auf ihre Initiative geht die Gründung des Landfrauenvereins für Bad Segeberg und Umgebung zurück. 1946 bereits hat sie die Gründung vorangetrieben und die ersten sieben Bäuerinnen und Lehrfrauen gewonnen. Bis zur offiziellen Gründung am 29. November 1948 bringt sie durch persönlichen Einsatz weitere 30 Frauen zum Eintritt.

 

Die Gründung des Kreislandfrauenvereins ist 1947 dokumentiert. Von Beginn an macht sich Nanny Saggau daran, im Kreisgebiet für die Gründung von Bezirks- oder Ortsvereinen der Landfrauenorganisation zu werben. Am 23.01.1951 wird unter ihrer Versammlungsleitung in der Bornhöveder Bahnhofsgaststätte ein Bezirks-Landfrauenverein für Bornhöved und Umgebung gegründet. Schmalenseerinnen sind zunächst keine im von Edith Meyer (Tarbek) geführten Vereinsvorstand vertreten. Erst 1952 wird mit Käthe Siebelts eine Schmalenseerin als Beisitzerin gewählt.

 

29. Juni 1917

[Artikel aus dem Segeberger Kreis- und Tageblatt]

[Download]

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Foto: Nanny Saggau, Segeberger Zeitung vom 09.09.1964

Vor 100 Jahren: Eine Kirchenglocke für den Krieg – Abschiedsläuten in Bornhöved

(24.06.2017)

Zur Gewinnung von Bronze für die Rüstungsindustrie werden im ganzen Deutschen Reich Kirchenglocken eingezogen.

 

Kirchengemeinden, die vor Beginn der Pflichtabgabe im Zeitraum 30. Juni bis 31. Juli 1917 die Glocken freiwillig an die Metall-Mobilmachungsstelle abliefert, können immerhin mit einer Prämie rechnen. Diese beträgt eine Mark pro Kilogramm. Auch die Kirchengemeinde Bornhöved nutzt dieses Angebot.

 

Allerdings ist es laut Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 23. Juni 1917 dem Pastor Schlüter gelungen, die große Glocke aus dem Jahr 1835 zu erhalten. Dagegen wird die kleine Glocke von 1.015 Kilogramm abgegeben.

 

Am 24. Juni 1924, dem dritten Sonntag nach Trinitatis, feiert die Kirchengemeinde ihren Gottesdienst, um im Anschluss ein „Abschiedsläuten“ aller Glocken zu hören.

 

24. Juni 1917 

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Foto: Vor 100 Jahren: Eine Kirchenglocke für den Krieg – Abschiedsläuten in Bornhöved

Vor 80 Jahren: Kindervogelschießen 1937 in Schmalensee

(23.06.2017)

Das Vogelschießen. Veranstaltet von der Schule, kann aufgrund herrlichen Wetters am 23. Juni 1937 im schönen Garten des Gasthofs Voß stattfinden.

 

Beim Schießen der großen Knaben wird Gerhard Dohse vor Kurt Hansen und Walter Behrend der König. Im Ringstechen der kleinen Knaben gewinnt Ernst-August Hansen nur knapp die Königswürde vor Hans Suhr.

 

Königin im Scheffelwerfen der Mädchen wird Anneliese Rose vor Helma Bock. Dritte und zugleich Königin der kleinen Mädchen wird Hertha Bock.

 

Lustige Wettkämpfe wie Sack- und Eierlaufen runden den Tag ab.

 

Tags darauf erfolgt der Umzug durch das festlich geschmückte Dorf. Mit bunten Blumenbügeln versehen, ziehen die Kinder durch das Dorf, um ihre Majestäten in geschmückten Wagen abzuholen. Vorneweg reitet Walter Behrend mit der Hakenkreuzfahne.

 

Nach dem Umzug geht es zum Gasthof Voß, wo eine reich gedeckte Kaffeetafel und der Kinderreigen warten. Dann bekommen alle Kinder dank großzügiger Spenden aus dem Ort Geschenke.

 

Die Feier endet mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Singen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes.

 

23. Juni 1937

[Fahnenreiter Walter Behrend]

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Foto: Vogelschießen früher

Vor 140 Jahren: Exkursion der Bauern - Ein Blick auf den Landwirtschaftlichen Verein

(22.06.2017)

Der (neue) Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und die Umgegend unternimmt am 22. Juni 1877 eine Exkursion. In langer Wagenreihe geht es von Bornhöved aus zunächst nach Schönböken. Auf dem Hof Ascheberg wird später ein Frühstück eingenommen, dann geht es zum Stockseehof, wo Hofbesitzer Beer die Mitglieder bewirten lässt. Über Schmalensee bewegt sich der Tross zurück nach Bornhöved, wo im Vereinslokal noch beisammen gesessen wird.

 

Nach der Fusion beider ehemaligen Landwirtschaftlichen Vereine, die erst im Vorjahr gegründet worden waren, trägt diese Exkursion hervorragend zur Festigung der neuen Gemeinschaft bei.

 

Der Vorläufer des heutigen Bezirksverbandes im Bauernverband wurde zuerst am 16. November 1876 gebildet, die o.a. Fusion fand im April 1877 statt. Der Verein war als Kirchspielsverein gedacht, wuchs aber durch den beitritt von Landwirten aus Rickling und Fehrenbötel darüber hinaus, wie Heinrich Göttsch in der „Chronik von Schmalensee“ schreibt. Am 1. Juli 1877 betrug die Zahl der Mitglieder 159. Sie verringerte sich in der Folgezeit durch Neuzuschnitte der Verwaltungseinheiten: 1889 wurden die Amtsbezirke gebildet, 1892 entstand das Kirchspiel Wankendorf und 1896 wurden die Landwirtschaftlichen Kreisvereine gegründet.

 

Somit blieb der Bornhöveder Verein später auf die Amtsbezirke Bornhöved (Bornhöved, Schmalensee und Gönnebek) und Stocksee (Stocksee, Damsdorf, Tensfeld, Tarbek, Stockseehof und Alt Erfrade) beschränkt – also das heutige Amt Bornhöved.

 

Die Vorsitzenden waren bis zur Zwangsvereinigung aller landwirtschaftlichen Organisationen im Reichsnährstand der Nationalsozialisten: Der Schmalenseer Matthias Christian Suhr (kommissarisch, bis der Redakteur vom Norddeutschen Landwirt Chr. Jensen aus Kiel den Vorsitz übernahm); Hofbesitzer Behr von Stockseehof (1881-1896), Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee (1896-1926) und der Schmalenseer Hufner Willi Siebke (1926-1933). Als Schrift- und Rechnungsführer dienten dem Verein Organist Carl Reimers aus Bornhöved (1876-1908) und Lehrer Heinrich Göttsch (1908-1933) aus Schmalensee.

 

22. Juni 1877

[Download]

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Foto: Vor 140 Jahren: Exkursion der Bauern - Ein Blick auf den Landwirtschaftlichen Verein

Tür zu? - Aber die Büchertauschhütte ist offen!

(17.06.2017)

Mancher mag an Schmalensees Büchertauschhütte vorbei kommen und wundert sich, dass am Tage die Tür geschlossen ist. Aber sie ist nicht verschlossen.

 

Die Unbeständigkeit des Wetters der letzten Tage mit wechselnden Winden und Regen aus nördlichen und westlichen Richtungen, hat „Schließer“ Wilfried Kroll veranlasst, trotz Dachüberstand die Flügeltüren nicht offen stehen zu lassen, damit die wertvolle Ware nicht in Mitleidenschaft gerät.

 

Wer also der Allgemeinheit weitere Literatur zugänglich machen oder einen Büchertausch vornehmen möchte, der lege den Hebel um!

 

Öffnungszeiten zur Zeit ca. 08.00 bis 20.00 Uhr

[Bild der geöffneten Hütte]

Foto zur Meldung: Tür zu? - Aber die Büchertauschhütte ist offen!
Foto: Tür zu? - Aber die Büchertauschhütte ist offen!

Sauerei – Autoreifen in der Feldmark verklappt!

(15.06.2017)

Bürgermeister Sönke Siebke ist stinksauer. Ein Unbekannter hat in der Nacht zum 14. Juni in der Schmalenseer Gemarkung mindestens drei Wagenladungen ausgedienter Autoreifen entsorgt. Dabei wurmt es den Landwirt nicht nur, dass auch sein Land betroffen ist. „Es muss ein Berufskollege mit Milchviehbetrieb gewesen sein, die alten Reifen sind ganz eindeutig zur Befestigung von Silagefolie benutzt worden“, sagt Siebke.

Den Eindruck teilt auch die Polizei, die den Umweltfrevel am Donnerstag aufgenommen hat. Die Reifen weisen Spuren langer Lagerung im Freien und auf dem Erdreich auf. Gut 120 bis 150 Stück hat der Täter auf Siebkes Fläche Großmissen, nahe der Gemeindegrenze zu Belau-Vierhusen, abgeladen. Das Gespann sei rückwärts an die Kante des Rapsfeldes gefahren, dafür sprechen Reifenspuren. Und: Keine 200 Meter weiter in der Wehden, einer Schmalenseer Fläche, die dem Belauer Landwirt Burghard Großterlinden gehört, sind es gleich zwei Wagenladungen, die abgekippt wurden - sauber voneinander getrennt.

„Das ist eine große Schweinerei, da hat sich jemand den Weg zur Deponie sparen wollen“, schimpft Siebke, der keine große Lust darauf hat, die Entsorgungskosten zu tragen. Immerhin: 3,50 Euro pro Reifen müsse man bezahlen. „Die 450 bis 500 Euro will ich eigentlich nicht tragen. Und der Kollege nebenan das Doppelte sicher auch nicht“, sagt Siebke. Er war von einem anderen Schmalenseer Landwirt auf die Autoreifen aufmerksam gemacht worden und ist sich sicher, dass der Täter selbst nicht aus dem Dorf kommt. Ein Schmalenseer Bauer, der mindestens mit drei Fuhren alter Autoreifen in die Feldmark fährt - das bekäme man schließlich mit. „Geschehen ist es bestimm am späten Mittwochabend. Dienstagmittag lag da noch nichts, da bin ich hier vorbeigekommen“, sagt Siebke, der die Gegend auch in seiner Eigenschaft als Jäger regelmäßig bestreift.

[Großaufnahme]

Foto zur Meldung: Sauerei – Autoreifen in der Feldmark verklappt!
Foto: Sauerei – Autoreifen in der Feldmark verklappt!

Vor 130 Jahren: Eine Post für Schmalensee - wenn auch zunächst eine Hülfsstelle

(15.06.2017)

n Schmalensee nimmt am 15. Juni 1887 eine Posthülfsstelle im Landbestellbezirk des kaiserlichen Postamts zu Bornhöved den Betrieb auf. In der Hilfsstelle findet ein Verkauf von Postwertzeichen statt. Auch können neben gewöhnlichen Briefen und Paketen Einschreibe- und Wertsendungen sowie Postanweisungen von Bareinzahlungen aufgegeben bzw. getätigt werden.

 

Den Transport alle Postsachen gewährleistet der von Bornhöved aus eingesetzte Landbriefträger. Schmalensee hatte also nur eine Annahmestelle. Vom Postamt Bornhöved kam einer der sechs Landbriefträger zweimal in der Woche durch Schmalensee, sein Weg reichte bis nach Nehmten und Hornsmühlen, wie Heinrich Göttsch in seiner Chronik von Schmalensee schreibt.