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Dezember-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​12.​2024

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wichtigste Quelle dieser Sammlung ist weiter das Archiv der Segeberger Zeitung. Hinzu kommen immer mehr aus Protokollen und anderen Quellen gewonnene Informationen.

Für die treue Leserschaft gibt es auch im Monat Dezember die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil.

 

Weihnachtsfeier der Landjugend vor 70 Jahren: Die Landjugendgruppe Schmalensee begeht an ihrem elften Landjugendabend am 15. Dezember 1954 eine Adventsfeier mit Kaffeetafel und Juhlklapp. Die Pakete bringt „Weihnachtsmann“ Uwe Klahn, der bei der Übergabe von so manchem Pumpernickel (Stück Torf) oder einer Schmalenseer Landwurst (Stück Holz) nicht mit Sprüchen geizt. 

 

Horror-Disco in Schmalensee vor 40 Jahren: Im Gasthof Voß findet am 15. Dezember 1984 die Jahresabschlussfeier des erst im November 1980 gegründeten SV Schmalensee statt. Der Festausschuss um Gerd Scholz und Wolfgang Hahne hat neben einem zünftigen Essen auch Musik vom Plattenteller bei Dierk Harder bestellt – oder besser bei „D.H.'s Horror-Disco“. Aber auch die Tombola des SVS gilt laut Ankündigung im Blickpunkt vom 1. November als „berühmt-berüchtigt“. 

 

Themen vor 30 Jahren klingen wie heutige: Sitzung der Gemeindevertretung. Bürgermeister Hans Siebke kann berichten, dass an der Badestelle ein Badesteg errichtet worden ist. Für die Ortsentwässerung soll eine zusätzliche Vakuumpumpe zum Preis von 13.500 DM beschafft werden, um die Störanfälligkeit der Anlage zu minimieren. Die Gemeindevertreter möchten den Gasthof Voß und seinen Saal als öffentliche Begegnungs- und Versammlungsstätte erhalten. Den Plan des Eigentümers, den Saal zu Wohnraum umzugestalten, will die Vertretung dahingehend verhindern, dass sie sich bereiterklärt, die Gastwirtschaft für 20 Jahre zu pachten. Eine weitere Liegenschaft muss in Angriff genommen werden: Das Feuerwehrgerätehaus ist zu klein, die Sanitäranlagen sind in die Jahre gekommen. Am bisherigen Standort soll eine Lösung geschaffen werden. Eine Kombination mit einem Ort der Begegnung ist aufgrund der Gasthof-Entscheidung hinfällig geworden. 

 

Rot- oder Schwarzbunte? Antwort vertagt: Der Landwirtschaftliche Verein für Bornhöved und Umgebung hält am 16. Dezember 1899, vor 125 Jahren, eine Generalversammlung ab. Der Instruktor für Tierzucht, Herr Ziese, referiert zur Rinderzucht und zur Gründung eines Rindviehzuchtvereins. Hauptziel müssten eine gute Rasse und gute Milcherträge sein. Die Zuhörerschaft ist noch uneins über die rot- oder schwarzbunte Zuchtrichtung. Beispielhaft wird allerdings Schmalensee genannt, wo es bereits einen Stamm guten schwarzbunten Viehs gibt. Doch einer Festlegung auf schwarzbuntes Vieh steht entgegen, dass die Landwirtschaftskammer beschlossen hat, dass im Kreis Segeberg nur rotbuntes Vieh prämiert werden dürfe. Man vertagt sich auf das neue Jahr.

 

Ein Schmalenseer spricht im Rundfunk:Der Schmalenseer Bürgermeister, Bauer Heinrich Harder, ist laut Rundfunk-Programm, abgedruckt am 16. Dezember 1934, vor 90 Jahren im Hamburger Fremdenblatt, am 17. Dezember 1934 um 12.15 Uhr im Rundfunk zu hören. Er spricht „über große norddeutsche Bauernfamilien“. 

 

Das Ende der Leibeigenschaft vor 220 Jahren: Eine Königliche Resolution vom 19. Dezember 1804 bestimmt die Aufhebung der Leibeigenschaft in Dänemark zum 1. Januar 1805. An jenem Tage erlangt rund ein Sechstel der Bevölkerung der Herzogtümer Schleswig und Holstein seine Freizügigkeit. Betroffen davon sind freilich nur die Gutsbezirke wie Stocksee mit den Dörfern Damsdorf, Tensfeld und Tarbek, und nicht direkt der Krone unterstellte Dörfer wie Schmalensee, Bornhöved oder Gönnebek, wo es keine Leibeigenschaft gegeben hat.

 

Was die Gemeinde vor 75 Jahren beschäftigte: Die Segeberger Zeitung enthält im Dezember 1949 verschiedene Meldungen aus Schmalensee. Etwa die, das nach zwölf Jahre währender Abschaltung der Straßenbeleuchtung die Gemeindevertreter die Wiederinbetriebnahme des Netzes beschließen – trotz klammer Finanzlage, zu Gunsten der öffentlichen Sicherheit. Schmalensee ist mit einer Flüchtlingsquote von 140 Prozent Eingewiesener weiter überbelegt. In einer Dringlichkeitssitzung der Wohnungsbaukommission kann Bürgermeister Heinrich Hamann die zahlreichen Antragsteller nicht zufrieden stellen, da die Mittel fehlen. Zur Monatsmitte hatte das Amt Bornhöved an bedürftige Familien Hausratsbeihilfen ausgezahlt. In Schmalensee kamen dabei zehn Familien insgesamt 1750 DM für den Monat Dezember zu. Später im Monat erhalten 16 Schmalenseer Flüchtlingsfamilien insgesamt 2500 DM an Hausratsbeihilfen. 

 

Erstes Segeberger HJ-Heim in Bornhöved: In Bornhöved steht laut einem Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts vom 23. Dezember 1939, vor 85 Jahren, der Bau eines Hitlerjugend-Heimes vor seiner Fertigstellung. Durch den Neubau der Bornhöveder Schule in der Lindenstraße wurden die alten Schulgebäude in der Linden- und Schulstraße zum Verkauf frei. Ein Tischler erstand das Gebäude in der Lindenstraße. Das in der Schulstraße gegenüber der Kirche gelegene Gebäude ist im öffentlichen Interesse nun als Heim für die Hitlerjugend vorgesehen. Es enthält zwei Schar-, einen Werk- und einen Feierraum. Auch Führerzimmer für die verschiedenen HJ-Formationen wurden eingebaut. Das Bornhöveder HJ-Heim wird das erste im Kreis Segeberg sein. 

 

Ungleiche Rechtsmaßstäbe vor 130 Jahren: Interessant ist, was am 24. Dezember 1894 im Segeberger Kreis- und Wochenblatt zu lesen ist. Während des letzten Jahrmarktes in Bornhöved wurde demnach der Gendarm Strycker von einem Tensfelder Landmann derart beleidigt, dass dieser vom Schöffengericht in Segeberg zu einer Geldstrafe von 60 Mark, ersatzweise zwölf Tagen Haft verurteilt wurde. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor war ein Bürger von zwei Männern beleidigt und verhauen worden. Diese hatte man im Mai zu 20 beziehungsweise 40 Mark Geldstrafe oder ersatzweise vier beziehungsweise acht Tagen Gefängnis verurteilt. Ohne das Verhauen hätte die Strafe 6 Mark betragen.

 

Schmalensees Weihnachtsfeier 1934: Auf dem Saal des Gasthofs Voß findet im Dezember 1934, vor 90 Jahren, eine kleine Adventsfeier des Stützpunktes der NS-Frauenschaft statt, zu der auch örtliche Vertreter der Parteiorganisation, der SA und SS geladen sind. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt berichtet davon am 27. Dezember. Nach der Begrüßung durch die Stützpunktleiterin, Parteigenossin Meta Voß, wird unter Klavierbegleitung von Nanny Saggau von der Jugend das Stück „In Frau Holles Spinnstube“ aufgeführt. Die Ortsgruppenkapelle unterhält mit weihnachtlicher Musik und Bezirksbauernführer Heinrich Harder spricht zur Rolle der Frau früher und heute. Die schlicht gehaltene Feier endet mit einem Sieg-Heil auf den Führer und dem Absingen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. 

 

Weihnachtsfeiern vor 75 Jahren in Schmalensee: Überfüllt ist der Saal des Gasthofs Voß anlässlich der Weihnachtsfeier des Bundes der Heimatvertriebenen für die älteren Einwohner, berichtet die Segeberger Zeitung am 21. Dezember 1949. Es gibt ein abwechslungsreiches Programm mit Ansprachen sowie Gesangsdarbietungen der Kinder und des Bornhöveder Baritons Pelle. Am 24. Dezember berichtet die SZ, dass auch die Schmalenseer Kinder zu der eigens für sie auf dem Saal des Gasthof Voß veranstalteten Weihnachtsfeier in großer Zahl erscheinen. Viele Spenden waren bei Schulleiter Wilhelm Stüben eingegangen, so dass er ein schönes Fest organisieren konnte. Nachdem die Kinder selbst mit Gedichten, Gesang und dem Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ Lehrer und Eltern unterhalten haben, kommt zu ihrer großen Freude zum Abschluss der Weihnachtsmann auf den Saal und verteilt Geschenke. 

 

 

 

Bild zur Meldung: Weihnachtsausstellung Baruch in Bad Segeberg, SKTB 01.12.1909

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Historisches 2024-12-15 (25.​11.​2024)

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

 BesuchPlus im Amt Bornhöved 

 

 

 

 
 
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