Januar-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2
Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat Januar.
Feuerwehren erfolgreich in Damsdorf: In Damsdorf wird am 18. Januar 1925, vor 100 Jahren, ein Teil des Hofes des Bauern Steen ein Raub der Flammen. Die Feuerwehren aus Damsdorf, Tarbek, Tensfeld, Stocksee und Schmalensee – teils freiwillige, teils Brandwehren – können das Wohngebäude, Vieh und Mobiliar retten. Da der Wind günstig steht, bleibt eine alte Reetdachscheune vom Feuer verschont. Brandstiftung wird als Ursache vermutet.
Viele Namen im Bericht zur Jahreshauptversammlung: Etliche Beförderungen und Ehrungen stehen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee am 21. Januar 1995, vor 30 Jahren, zu der auch Kreisbrandmeister Walter Burmeister erschienen ist. Dieser verleiht Wehrführer Jürgen Stegelmann für 40 Jahre im aktiven Dienst mit dem Brandschutzehrenzeichen in Gold aus. Gerhard Harder und Herbert Burmeister werden für 30, Dirk Griese, Dierk Harder und Sönke Siebke für 10 Jahre geehrt. Zum Brandmeister wird Rolf Kasch befördert, Tobias Mahler und Sönke Nagel zum Oberfeuerwehrmann. Zum Hauptfeuerwehrmann steigen Sönke Siebke, Simon Siebelts und Michael Stock auf, Michael Radloff erhält den Rang eines Löschmeisters.
Angriff mit Rasiermesser hat Folgen: Ein gerichtliches Nachspiel hat ein Vorfall vom 27. November 1909 im Januar 1910, vor 115 Jahren. Damals, so das Segeberger Kreis- und Tageblatt am 20. Januar 1910, war in Schmalensee der 24-jährige Arbeiter Hermann Heibel in die Kammer des Dienstknechts Kröger eingedrungen. Angeblich sei er dort mit dem Arbeiter Kohlmann verabredet gewesen, um diesen zu rasieren. Kohlmann erklärt nun vor Gericht, was sich zugetragen habe: Er habe von Heibel mit einer Maschine rasiert werden wollen, diesem aber den Zutritt verwehrt, weil er angetrunken gewesen sei. Nachdem man Heibel dann doch aus Sorge vor Streit eingelassen habe, habe dieser sofort mit dem Rasiermesser Kohlmann einen tiefen Schnitt vom Ohr bis zur Nase zugefügt. Der Staatsanwalt fordert 6 Monate Gefängnis für den Angreifer, das Gericht geht aber darüber hinaus und verurteilt Hermann Heibel zu 2 Jahren Gefängnis.
Ein (Kieler) Schritt zum Eisenbahnbau via Bornhöved: Das Hamburger Fremdenblatt berichtet am 23. Januar 1900, vor 125 Jahren, aus Kiel zur Eisenbahn Kiel-Segeberg: „Die zu den Vorarbeiten einer Eisenbahnlinie Kiel-Wankendorf-Segeberg nöthigen Mittel sind nunmehr von der Stadtgemeinde bewilligt worden. Das Eisenbahncomité wird nunmehr ein Prospect ausarbeiten lassen, um nachzuweisen, daß eine vollausgebaute Eisenbahn mit Durchgangsverkehr auf der fraglichen Strecke ein Verkehrsbedürfniß ist und die Staatsbehörden zur Aufgabe der jetzigen ablehnenden Stellung zu bewegen.“ Die Festlegung auf einen Streckenverlauf über Wankendorf, und somit auch Bornhöved, bildet ein Gegengewicht zu Interessen in Orten wie Ascheberg oder Stocksee: Dort setzt man darauf, dass die Bahnlinie zwischen Segeberg und Kiel über Tensfeld und Stocksee so nach Ascheberg geführt wird, dass man dort einen Anschluss an die schon vorhandene Bahnlinie Plön-Kiel herstellen kann. Letztlich wird sich die „gerade Streckenführung“ über Bornhöved durchsetzen – wenn auch nicht im „Vollausbau“ der staatlichen Eisenbahn, sondern als „Kleinbahn“, was einer privatwirtschaftlich betriebenen Eisenbahngesellschaft entspricht.
Schmalenseer sparen auch in Belau: Beim Belauer Gastwirt Westphal findet am 24. Januar 1920, vor 105 Jahren, die Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse Belau statt. Der Kasse gehören von insgesamt 50 Mitgliedern 20 aus dem benachbarten Schmalensee an. Schneidermeister Heinrich Sienknecht aus Schmalensee wird wieder in den Vorstand gewählt, Johannes Saggau wieder in den Aufsichtsrat. Im Bericht des Segeberger Kreis- und Tageblatts wird erwähnt: „Das Institut hat die durch Unredlichkeit des früheren Kassierers verursachte schwere Krisis glücklich überstanden und besitzt jetzt schon ein Vermögen von ca. 1000 M, während es zu Anfang des Krieges noch 12.000 M Schulden hatte.“
Afrikaner vor 130 Jahren in Bornhöved „ausgestellt“: Am 25. Januar 1895 ist in Bornhöved ist beim Gastwirt Hauschildt eine besondere „Attraktion“ zu sehen: Eine „Kongo-Neger-Karawane“, wie man damals im Segeberger Kreis- und Wochenblatt schreibt. Die Gruppe vermittelt zahlreiche Klischees, die den Deutschen jener Zeit haben, wie ein Auszug der Zeitungsmeldung zeigt: „Die einzelnen Productionsnummern […] bieten ein anschauliches Bild der Sitten und Gebräuche der Negerstämme Afrikas. Ganz besonderes Interesse dürften die mit afrikanischer Wildheit inscenirten Kriegstänze erwecken. Der Häuptling dieser Gesellschaft befand sich 2 Jahre 8 Monate in Stanley's Diensten. Bei der Karawane befinden sich ein Kannibale (Menschenfresser) und zwei Sclaven des Sclavenhändlers Tippo-Tipp.“
Nachdenken über einen Verschönerungsverein: Schmalensee war, so schreibt es die Segeberger Zeitung am 25. Januar 1950, vor 75 Jahren, in der Vergangenheit ein bei Fremden äußerst beliebter Ausflugs- und Ferienort. Zahlreiche Anschaffungen, die dem Rechnung trugen, seien aber mittlerweile verschwunden oder vernachlässigt. So seien das Badehäuschen und Ruhebänke offenbar im Eigenbedarf verbrannt und der Badestrand vernachlässigt worden. Dem will man in Schmalensee nun durch die Gründung eines Verschönerungsvereins begegnen.
Zukunft des Gasthofs vor 30 Jahren Thema: Die Sitzung der Gemeindevertretung am 25. Januar 1995 beschäftigt sich mit den Bemühungen, den Betrieb im Gasthof Voß zu erhalten. Seit der Dezember-Sitzung der Vertretung steht im Raum, dass die Gemeinde das ganze Objekt pachtet, um dem Ort eine Gaststätte und den für örtliche Begegnung wichtigen Saal zu erhalten. Die Familie Voß hatte angedacht, in diesen Ferienwohnungen zu bauen. Die Gaststätte selbst soll zum 1. März 1995 stillgelegt werden. Jochen Voß' Ehefrau Annegret Voß, Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Senioren und Sport, wird mit der Bildung einer Arbeitsgruppe beauftragt, die ein Konzept zur Nutzung des Gasthofs mit Saal erarbeiten soll. So könnte man den geplanten Kindergarten nicht am Sportlerheim anbauen, sondern im Gasthof unterbringen. Auch Gruppenräume für Feuerwehr und Landjugend sind zu überlegen. Der Saal, da ist man sich einig, soll für gemeindliche Veranstaltungen erhalten bleiben.
Beengte Verhältnisse im Dorf vor 75 Jahren: Drückend hoch ist nach einem Beitrag der Segeberger Zeitung vom 26. Januar 1950 die Zahl der nach Schmalensee eingewiesenen Flüchtlinge. Das Dorf zählt 706 Einwohnerinnen und Einwohner. 328 davon sind Einheimische, 378 Eingewiesene. 133 schulpflichtige Kinder gehen in drei Schichten in die örtliche Schule, der Unterricht läuft von 7 Uhr früh bis 17 Uhr am Nachmittag. Insgesamt leben 203 Kinder im Ort, gegenüber 53 Personen, die 70 bis 93 Jahre alt sind. Eine Hoffnung auf Entlastung bringen anlaufende Umsiedlungsprojekte in den Südwesten und Westen Deutschlands, wo Arbeitskräfte gebraucht und neue Existenzen gestaltet werden können. 35 Flüchtlingsfamilien aus Schmalensee haben bereits Umsiedlungsanträge gestellt; allerdings fanden kleinere Gemeinden bislang keine Berücksichtigung. Schon am Monatsanfang hatte die Zeitung gemeldet, dass unter den in Schmalensee eingewiesenen Flüchtlingen die Zahl derer, die gern nach vorgesehenen westdeutschen Aufnahmegebieten umsiedeln möchten, die für die Gemeinde vorgesehene Antragszahl übersteige. Alles hoffe darauf, eine bessere Unterkunft und vor allem Arbeit zu finden.
Am 19. Januar 1955, also fünf Jahre später, wird die Segeberger Zeitung berichten, dass von im Dezember 1947 in Schmalensee polizeilich gemeldeten 382 Heimatvertriebenen und Evakuierten noch 79 Personen am Ort seien. Für sechs Familien bestehe weiterhin Wohnungsnot.
Debatte um eine Vergrößerung des Gemeindegebietes: In Schmalensee gibt es laut Segeberger Zeitung vom 26. Januar 1950, vor 75 Jahren, Bestrebungen, die Gemarkungsgrenzen nach Bornhöved zu begradigen. Dies betrifft einerseits den Landbesitz von Schmalenseer Bauern in der Bornhöveder Gemarkung, vorrangig aber die Hofstellen Willingshöfen (Hansen) und Hornshof (Suhr) an der heutigen B430. Da beide Hofstellen näher an Schmalensee als an Bornhöved liegen, sind sie in weiten Teilen eng mit der Gemeinde verbunden. So gehen die Kinder in Schmalensee zur Schule und die Gebäude sind an die Straßenbeleuchtung angeschlossen. Die Höfe sind sowohl in der Schmalenseer Dreschgenossenschaft als auch in der Meiereigenossenschaft organisiert. Die Schmalenseer Gemeindevertretung wird sich zwar für die Eingemeindung aussprechen – die von Bornhöved ein solches Vorgehen aber erwartungsgemäß verhindern.
Bewohner der Armenkate doch nicht so arm: Am 27. Januar 1900, vor 125 Jahren, berichtet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt aus Schmalensee: „Hier starb vor Kurzem der alte alleinstehende Arbeiter Andreas Hopp. Selbiger war für sehr arm gehalten worden, da er seit Jahren Armenunterstützung bekommen und dabei in der sogenannten Armenkathe ein richtiges Einsiedlerleben geführt hatte. Bei einer gestern vorgenommenen Durchsuchung seiner Behausung fand man jedoch zur größten Ueberraschung wohlverwahrt 953 M in Silber, ein Sparkassenbuch über 40,58 M und drei nicht mehr gültige Geldmünzen.“
Eine solche Skandalmeldung, heute spräche man wohl von Sozialhilfebetrug, macht natürlich die Runde. Und so bringt am 3. Februar die Stormarnsche Zeitung aus Ahrensburg die Meldung gleichlautend. Das Hamburger Fremdenblatt, in unserer Region damals recht verbreitet, schreibt in seiner Ausgabe am 3. Februar ergänzend: „Auf Kosten der Armencasse, deren Unterstützung er seit Jahren genossen, wurde in Schmalensee vor Kurzem der alleinstehende Arbeiter Andreas Hopp beerdigt.“
Kaisergeburtstag vor 125 Jahren: Unter der Regie des Vorsitzenden des Vergnügungsausschusses, Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee, begeht der Militärverein Bornhöved und Umgebung am 27. Januar 1900 den Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. Die Mitglieder erscheinen zahlreich und in Begleitung ihrer Damen. Unter den Klängen des Stückes „Ich hatt’ einen Kameraden“ rücken die Kampfgenossenvereine von 1848/51 und 1870/71 in den Bornhöveder Gasthof zur Linde (Hauschildt) ein. Die Kaiserrede hält der Vorsitzende, Malermeister Friedrich Dau aus Bornhöved. Nach dem Hoch auf den Kaiser und weiteren Reden gedenkt Amtsvorsteher Saggau der derzeit in Südafrika gegen Großbritannien kämpfenden Buren, deren Krieg er mit der Bewegung der Schleswig-Holsteiner von 1848 vergleicht. Theateraufführungen und ein Ball schließen sich an den Kommers an.
Einwohnerversammlung zur Dörfergemeinschaftsschule: Vor 60 Jahren, am 28. Januar 1965, findet in Schmalensee eine Einwohnerversammlung statt. Der Kreisschulrat und Vertreter des Segeberger Schulamtes informieren die Schmalenseer zur Dörfergemeinschaftsschule. Schulrat Lutz betont die Notwendigkeit, den Kindern vom Lande dieselben Chancen einzuräumen, die den Stadtkindern schon seit langem zugute kommen. Das Schulamt hat errechnet, dass bei einem Zusammenschluss Bornhöveds mit Tarbek, Damsdorf, Tensfeld, Schmalensee und Stocksee Kosten von 1,4 Millionen DM mit einem Anteil der Gemeinden von 570.000 DM anfallen würden. Bei drastischer Erhöhung der Hebesätze wären die Kosten der Gemeinden sogar auf 340.000 DM zu senken. Gemeindevertreter Gerhard Cuwie bringt den Vorschlag eines Anschlusses an die Schule in Bornhöved in die Debatte ein. Ergebnis der Versammlung ist, dass Schmalensees Gemeindevertreter grundsätzlich den Schritt zur DGS zu gehen bereit sind. Nur an der Standortfrage reiben sie sich weiterhin – am liebsten sähen sie diese nämlich in Schmalensee.
Letzter Geschäftsbericht der Meierei Schmalensee: Für die Meiereigenossenschaft Schmalensee wird am 28. Januar 1970, vor 55 Jahren, der letzte Geschäftsbericht vorgelegt. Unterzeichner sind die Liquidatoren Hans Siebke und Jürgen Stegelmann aus Schmalensee sowie Gerhard Banck und Erich Saggau aus Belau. Gegenzeichner ist der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Harder. Dem Bericht nach hatte die Genossenschaft mit Beginn des Jahres 1969 33 Mitglieder, die zusammen 472 Geschäftsanteile hielten. Im Laufe des Jahres kamen weitere drei hinzu mit zusammen 79 Geschäftsanteilen. Als „Gesamtmilch- und Rahmeingang“ für 1969 wurden 2.486.000 kg gezählt, 1968 waren es 2.509.000 kg. Der Gesamterlös aus dem Molkereibetrieb betrug 993.390 DM (1968: 995.240 DM). Als Bruttogewinn wurden 93.922 DM (1968: 92.409 DM) ausgewiesen.
1000 Hasen für die Feldmark: Am 30. Januar 1895, vor 130 Jahren, ist ein Herr Rücker aus Lübeck Jagdpächter in den Gemarkungen von Belau und Schmalensee. Der frühere Eigentümer von Diekhof, so schreibt es das Segeberger Kreis- und Wochenblatt, hat sich von der Wildhandlung Gudern aus Wien 1000 Hasen „zur Bereicherung seines gepachteten Jagdgebiets“ schicken lassen. Zur Lieferung schreibt die Zeitung: „Außer der halben Fracht von ungefähr 125 M beträgt der Kaufpreis dieser Thiere 1000 M, wogegen genannte Firma verpflichtet worden ist, die auf der Reise crepirten Hasen zu ersetzen.“ Außerdem habe Rücker noch 36 Fasanen aus Westfalen bezogen.
Jahrestag der Machtergreifung in der Vicelin-Kirche: In der Vicelin-Kirche zu Bornhöved findet am 30. Januar 1935, vor 90 Jahren, ein Gedenkgottesdienst anlässlich der Machtergreifung Adolf Hitlers vor zwei Jahren statt. Von den Emporen des Kirchenschiffs hängen die Fahnen des Dritten Reiches mit dem Hakenkreuz. Pastor Erich mahnt in seiner Predigt, der 30. Januar sei kein Tag rauschender Feste sondern, im Sinne des Führers, ein Tag der Tat und der Hilfe. „Wir wollen Gott danken, daß er uns den Führer gab“, wird Pastor Erich im Segeberger Kreis- und Tageblatt zitiert.
Kreiszeitung im Clinch mit dem Segeberger „Stahhelm“: Die Stahlhelm-Kreisgruppe Segeberg veranstaltet am 31. Januar 1925, vor 100 Jahren, im Bad Segeberger Hotel Germania einen Vortragsabend unter der Überschrift „Weltgeschichtliche Betrachtungen über das Judentum“. Zuvor wird die Kreisleitung des nationalkonservativen Frontkämpferbundes um den Vorsitzenden Böckmann neu gewählt. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt wird sich in seiner Ausgabe vom 2. Februar mit dem Stahlhelm beziehungsweise Böckmann anlegen: Da dieser die Zeitung während der Versammlung am als „nicht zuverlässig“ bezeichnet und ihr die Verbreitung von „Unwahrheiten“ vorgeworfen habe, wolle man auf eine Berichterstattung zur Versammlung und den durchaus interessanten Ausführungen verzichten. Eine Beobachtung will das Tageblatt dann aber doch nicht unterschlagen: „Im Übrigen ist noch hervorzuheben, dass Herr Böckmann auch den Segeberger Juden den Kampf ansagte.“
Kriegsnachrichten aus Bornhöved und Umgebung 1915: Aus sämtlichen Landgemeinden müssen im Januar 1915, vor 110 Jahren, Haferlieferungen für die Armee geleistet werden. Schmalensee hat Laut Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 21. Januar 240 Zentner beziehungsweise Säcke von der Verladestation in Bornhöved abzuholen, mit frisch gedroschenem Hafer zu befüllen und wieder zur Verladestation zu liefern. Der Vaterländische Frauenverein für Bornhöved und Schmalensee hält am 23. Januar 1915 seine Generalversammlung ab. In seinem umfangreichen Arbeiten im Sinne der Kriegshilfe hat der Verein seine sämtlichen Mittel erschöpft und ist auf Zuwendungen angewiesen. Die Bereitschaft der Mitglieder, Spenden zu sammeln, Kleidung zu stricken und Pakete zu packen, reißt indes nicht ab. An der ersten Konferenz des Lehrervereins für Bornhöved und Umgebung können laut Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 29. Januar vier Lehrer nicht teilnehmen, da sie zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Der Militärverein für Bornhöved und Umgebung veranstaltet am 31. Januar 1915 einen patriotischen Abend, dessen Erlös für die Kriegswohlfahrtpflege Verwendung finden soll. Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee würdigt die Entbehrungen der Krieger im Felde.
Bild zur Meldung: Meierei mit Fuhrunternehmer Dunker Bornhöved













