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Der weiße Damhirsch auf dem Knick – eine Zufallsbegegnung, oder doch nicht

Schmalensee, den 31.​03.​2025

Zwei Gründe führten mich am Nachmittag des 29. März in unsere Schmalenseer Feldmark und auf Foto-Pirsch: Bei der Versammlung der Jagdgenossenschaft hatten unsere Grünröcke geschildert, dass sich eine große Gruppe junger Damhirsche in der Gemarkung aufhalte. Und im WhatsApp-Status von Karsten und auch Moni Hahn waren immer wieder eben diese Hirsche zu sehen – darunter ein ganz besonderer, weil weißer Hirsch. Der Ehrgeiz war geweckt und hinreichend Platz auf der Speicherkarte war auch vorhanden. Also los. 

 

Glücklicher Zufall und eine Wegweisung

 

Um Zeit zu sparen, setzte ich mich ins Auto und fuhr bis zu dem Fleckchen, das „Schiefer Zaun“ heißt – dort wurde erst kürzlich eine Grundwassermessstelle errichtet. Glücklicher Zufall: Prompt kam mir besagter Karsten auf der Hunde-Runde entgegen. Er gab mir bereitwillig Auskunft, wo ihm das Damwild regelmäßig begegnet – fast überall in einem Bogen entlang der Schmalenseer Gemarkungsgrenze zwischen Damsdorfer Straße und B430, also auch an den nördlichen Enden der Wege, zwischen denen der „Fasanenweg“ liegt (das ist ein kleiner Verbindungsweg, der beim Knicklauf, Hauptstrecke, zu laufen ist, und wo leider oft Gartenabfälle illegal entsorgt werden). Fasanenweg? Da war ich länger nicht, also hin.

 

Weiter ging es kurz auf die Straße in Richtung Stocksee und dann, vor dem Verkehrsspiegel, links in den Wirtschaftsweg bis zur Abzweigung Fasanenweg. Von dort zu Fuß zunächst geradeaus, wo nicht mehr asphaltiert ist und eine Sackgasse wartet. Tatsächlich stieß ich dort auf Wild, aber keine Hirsche, sondern Rehwild, das zu weit weg für gute Fotos auf der Futtersuche war. Als ich zum Fasanenweg zurück gehen will, erkenne ich Bewegung an einer dicht bewachsenen Anhöhe. Der Blick via Objektiv (schon wieder kein Fernglas dabei…) verrät: Gut getarnt stehen einige Damhirsche, quasi grau vor grau, unter Bäumen – auch zu weit weg. 

 

Eine auffällige Silhouette im Knick

 

Mit der leisen Hoffnung, diese Gruppe aus Richtung B430, mit der Sonne im Rücken, besser sehen und auch fotografieren zu können, begebe ich mich auf die Wanderung zurück, durch den Fasanenweg und dann, rechts abbiegend, gen Norden. Und das „ohne Deckung“, denn hier ist der Knick bis auf ein paar Überhälter zurückgeschnitten worden. Darum gehe ich zügig – hier werde ich kein Wild finden, viel zu offenes Gelände. Oder doch?

 

Mein Blick geht nach rechts den „Horizont“ entlang, bergan. Ein Knickdurchbruch scheint dort zu sein und unmittelbar davor sehe ich eine dunkle Silhouette. Blick dorthin mittels Objektiv, zoomen – ein Damhirsch. Er scheint das Gelände vor sich zu sondieren. Und wo einer ist, könnten doch… Ich suche neben dem nächsten Baum eine Position, die mich nicht verrät, fühle mich noch unerkannt. Keine Ameisen, gut so – warten auf das, was kommen könnte, mit Blick durch den Sucher. Sportschau erst in über einer Stunde. 

 

Der Späher scheint unbeweglich zum Fasanenweg zu blicken. Ist er vielleicht doch allein? Dann Bewegung hinter ihm. Ich erkenne: Er steht erhöht, es „wachsen“ weitere Gestalten heran. Und plötzlich habe ich gleich mehrere Tiere vor der Linse. Das allein ist schon das Highlight der Woche – sofern die Bilder auf die Entfernung, gute 100 Meter, etwas werden. 

 

Nun spähen mehrere Damhirsche in verschiedene Richtungen. Erstmals gehen Blicke auch in meine, aber ich bin ja in hinter einem Wall, neben einem Baum und weitgehend unbeweglich. Eigentlich müsste ich schon schöne Bilder im Kasten haben, und die Brüder da drüben werden so schnell nicht weiterziehen. Wenn ich jedoch abrupt aufstehe, wird das die Tiere vielleicht erschrecken. Nicht gut, und Sportschau erst in einer Stunde. 

 

Ich schaue weiter durch den Sucher. Erneut Bewegung im Hintergrund. Als hätte die Vorhut gemeldet, dass die Luft rein sei, schält er sich plötzlich aber langsam, fast schreitend, aus der Senke hervor: Der weiße Damhirsch. Majestätisch, erhaben, den Blick langsam in alle Richtungen richtend. Klick, klick, klick. Sportschau? Erst mal egal. Mit ihm hatte ich gar nicht zu rechnen gehofft. Und nun taucht er auf, als hätte jemand gesagt, „geh‘ mal kurz nach vorn, da will einer Bilder schießen“. 

 

Minutenlang werde ich den Eindruck nicht los, dass dieser „König auf dem Knick“ in meine Richtung schaut, natürlich direkt auf mich – Einbildung? Ich kann mich kaum sattsehen, aber langsam zieht es beim „Vielsitzer“ in etlichen Sehnen und Muskeln… Sportschau wird zur Selbstbemitleidungs-Schau! Da hat das Foto-Model ein Nachsehen mit mir, schreitet nach rechts zu einer Buschgruppe und in diese hinein. Von nun an ist er halbwegs getarnt. Ein wenig schaue ich noch, eigentlich in der Hoffnung, dass die Gruppe weiterzieht.

 

Dann aber bin ich es, der das Weite sucht. Langsam schiebe ich mich vom Knickwall zurück auf den Wirtschaftsweg, dann gehe ich langsam zurück. Als ich mich umdrehe, sind die Hirsche alle noch dort, wo ich sie fotografiert habe. Und natürlich bilde ich mir ein, dass sie mir hinterherblicken. Kurz an die Mütze gefasst „danke, dass ich Euch sehen durfte“, dann geht es zurück zum Auto in der Hoffnung, dass die Bilder etwas geworden sind. 

 

Sind sie. Und was selten geschieht: Ich maile sie mir auf das Smartphone und stelle sie in meinen WhatsApp-Status. Das Feedback ist positiv und der Aufforderung, die Bilder auf die Homepage zu stellen, komme ich hiermit nach. Verbunden mit einem Dank an Karsten Hahn für die zwar vage, aber letztlich hundertprozentige Richtungweisung!

 

Christian Detlof

 

 

Bild zur Meldung: Eine Zufallsbegegnung am Knick

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Hirsch (31.​03.​2025)

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24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
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