• Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

August-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​08.​2025

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat August.

 

Sieg und Niederlagen für den Turnverein: In Blunk findet am 16. August 1925, vor 100 Jahren, ein großes Schwimm- und Sportfest statt, an dem viele auswärtige Vereine und Einzelsportler teilnehmen. So ist der TV Schmalensee in den Ballsportarten mit Mannschaften vertreten. Im Schlagball setzt sich Schmalensee mit 44:29 gegen Schieren durch. Niederlagen dagegen gibt es im Faustball, 52:61 gegen Bad Segeberg I und 15:16 gegen Blunk II. Zwei Einzelsportler, Männer über 18 Jahre (deren Vornamen leider im Bericht unerwähnt bleiben), können sich platzieren. Ein Doose wird Sechster im Dreikampf und mit einer Weite von 9,75 Meter Zweiter im Dreisprung; ein Harder wird Fünfter im Dreikampf. 

 

Wohnungsnot in Schmalensee vor 75 Jahren: Zwei Meldungen der Segeberger Zeitung vom August 1950 beschreiben die aufgrund die in Schmalensee untergebrachten Geflüchteten aus dem „deutschen Osten“ herrschenden Verhältnisse. Am 17. August herrscht demnach weiter Wohnraummangel im Ort. Und das, obwohl vier Familien durch das Umsiedlungsprogramm und drei weitere auf eigenes Risiko Schmalensee verlassen haben. Familienzusammenführungen bedingen neuen Zuzug. Dem Wunsch der Besitzer, frei werdende Räume wieder für sich zu bekommen, tritt das Kreiswohnungsamt energisch entgegen, indem es sich jeden frei werdenden Raum melden lässt. Lat Meldung vom 28. August stattet die Landeswohnungskommission Schmalensee eine Visite ab und stellt fest, dass die örtliche Wohnungskommission nicht in der Lage ist, den unzulänglich untergebrachten Flüchtlingsfamilien bessere Wohnverhältnisse zu verschaffen.

 

Schmalenseer in Frankreich verwundet: Deutsch-Französischer Krieg 1870/71. Laut Mitteilung des Preußischen Innenministers vom 11. August 1870 ist es möglich, die Verlustlisten, aus denen Verwundete, Gefallene und Vermisste ersichtlich sind, zu abonnieren. Üblicherweise aber verlassen sich die Menschen in Schleswig-Holstein auf die in der Presse veröffentlichten (regionalen) Auszüge und auf die öffentlich ausgelegten Listen. Für hiesige Region werden die Verlustlisten beim Bornhöveder Bürgermeister ausgelegt. Aus dem Segeberger Kreis- und Wochenblatt ist zu erfahren, dass am 18. August 1870, vor 155 Jahren, der Schmalenseer Nikolaus Heinrich Stegelmann, Musketier im Schleswig-Holsteinischen Infanterieregiment Nr. 84, im Gefecht bei Bois de la Cusse verwundet wurde. 

 

Modernisierung der Meierei Schmalensee: Die Schmalenseer Genossenschaftsmeierei erfreut sich laut Bericht im Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 20. August 1935, vor 90 Jahren, einiger Verbesserungen. Nachdem erst vor einem Jahr ein neuer Butterverfertiger eingebaut wurde, ist nun auf der Abnahme eine große Bergedorfer Schnellwaage aufgestellt worden. Eine große Gewichtsuhr zeigt auch für den Lieferanten deutlich die genaue Milchmenge an. Das Eingießen der Milch und der Abfluss ins Bassin gehen nun ebenfalls schneller vonstatten. Auch das Aufstellen eines neuen Milchreinigers ist vorgesehen. Im Laufe des Jahres soll außerdem die Wasserkühlanlage durch eine Eiskühlmaschine ersetzt werden. Und für die ebenfalls in der Meierei betriebene Saatreinigung und Saatbeize sind bereits neueste Gerätschaften aufgestellt worden.

 

Die Bedeutung der Sommerferien früher: Heutige Sommerferien waren in früheren Zeiten auf dem platten Land die „Ernteferien“. Mit Erholung der Schülerinnen und Schüler vom „Schulstress“ hatten diese allerdings gar nichts gemeinsam, wie eine amtliche Bekanntmachung im Segeberger Kreis- und Wochenblatt vom 21. August 1895, also vor 130 Jahren, verrät. Der königliche Landrat Graf Platen stellt aufgrund der bisher ungünstigen Witterungsverhältnisse den Segeberger Ortsschulinspektoren, das sind die zuständigen Pastoren, in Abstimmung mit den Schulvisitatorien (vergleichbar der Rolle der Schulräte) frei, die Ernteferien um bis zu 14 Tage zu verlängern. Heißt: Weil die jungen Leute länger im landwirtschaftlichen Hochbetrieb gebraucht werden, müssen sie noch nicht zurück in die Schule geschickt werden.

 

Herbstmanöver vor 150 Jahren: Die 18. Division führt im Zeitraum 23. bis 30. August 1875 ein größeres Herbstmanöver für die 18. Kavalleriebrigade durch, das seinen Anfang im Raum Bornhöved nimmt. Einen Tag vor Übungsbeginn erfolgt die Einquartierung des Schleswig-Holsteinischen Dragonerregiments Nr. 13. Zwei Stabsoffiziere, 23 Offiziere, 678 Unteroffiziere und Gemeine mit ca. 718 Pferden verteilen sich auf Bornhöved, Schmalensee, Belau, Tarbek, Damsdorf, Tensfelderau, Tensfeld, Daldorf, Pettluis und Alt-Erfrade. Der Brigadestab mit einem General an der Spitze ist in Bornhöved einquartiert. In Schmalensee und Belau liegen die 2. und 3. Eskadron. 

 

Ein Tag Gefängnis entspricht 5 Mark: Vor dem Segeberger Schöffengericht wird am 23. August 1900, vor 125 Jahren, der Dienstknecht Johannes G. aus Bornhöved, geboren 1875 in Gönnebek, wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe 15 Mark oder drei Tagen Gefängnis verurteilt. G. hatte in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 1899 den Bäckergesellen Bollmann auf der Chaussee zwischen Bornhöved und Schmalensee ohne Veranlassung zu Boden geschlagen. 

 

Kriegsnachrichten 1915: Aus dem Segeberger Kreis- und Tageblatt ist vor 110 Jahren, zu erfahren, dass das Generalkommando des IX. Armeekorps am 18. August 1915 die Herstellung und den Vertrieb von Schlag- und Kaffeesahne verbietet. Auch die Herstellung von Saurer oder Süßer Sahne (Rahm), außer zur Butterherstellung, wird verboten. Die Beeinträchtigungen für die heimische Landwirtschaft werden aus einer Mitteilung vom 28. August 1915 deutlich: Da der Bedarf des Militärs an Pferden groß ist, werden den Bauern durch Aushebungen zunehmend die Arbeitstiere genommen. Deshalb wird ihnen empfohlen, vermehrt Ochsen und Kühe zu nutzen. Einen Ausgleich versucht man durch Beutepferde zu schaffen.

 

Aus dem Vereinsleben der Siedlergemeinschaft: Das Jahresfest der Siedlergemeinschaft Schmalensee am 19. August 1995, vor 30 Jahren, beginnt mit einem Ausflug ins Rosarium Uetersen und endet in der Bauernstube in Schönböken, wo ein gemeinsames Essen, gemütliches Beisammensein und die Preisverteilung für den Vorgartenwettbewerb als Programmpunkte stattfinden. Im Vorgartenwettbewerb haben Ewald und Hildegard Garber gewonnen, gefolgt von Marie-Luise und Adolf Farken. Den 3. Platz teilen sich drei Haushalte: Gisela und Werner Wulf, Waltraud und Rainer Detlof und Ilse Kühne. 

 

Eine Hymne für Schmalensee: Zum „verflixten siebten Mal“ gastieren am 19. und 20. August 2005, vor 20 Jahren, Kabarettist Nils Loenicker und die „Entermänner“ im Gasthof Voß und präsentieren ihr abwechslungsreiches Bühnenprogramm, das in diesem Jahr als „große Sauerei“ betitelt ist. Höhepunkt ist die Premiere der Hymne an Schmalensee, die fortan immer bei Auftritten der Entermänner im Ort gesungen werden soll: „Schmalensee meine Perle“. 

 

Zahlen zum Meierei-Jubiläum: Die Segeberger Zeitung berichtet am 26. August 1950, vor 75 Jahren, vom 65-jährigen Bestehen der Meiereigenossenschaft Schmalensee. Unter der Leitung des Meiereiverwalters Alfred Timm kann die Genossenschaft auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Einen Höhepunkt hat sie im Jubiläumsjahr vorzuweisen. Den DLG-Siegerpreis (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) von Frankfurt/M. Von 370 Milchkühen werden jährlich gut 1,4 Millionen Liter Milch in das stattliche Meiereigebäude an der Bundesstraße geliefert.

 

Kleinwüchsige auf der Bühne in Bornhöved: Eine – für damalige Zeiten – Attraktion ist am 27. August 1925, vor 100 Jahren, in Bornhöved im Stadt Kiel zu sehen: „Scheuers Liliputaner-Truppe“ unternimmt gerade eine Auftrittsreise durch das Kreisgebiet und gastiert beim Gastwirt Pries. Die 20 Personen bieten Lustspiele, Operetten, Märchenspiele und anderes; es gibt Vorstellungen am Nachmittag und abends solche nur für Erwachsene. 

 

Zwei Arbeitsjubiläen in Schmalensee vor 50 Jahren: Schmalensee erlebt am 27. August 1975 ein besonderes Arbeitsjubiläum: Der 84-jährige Willi Wulf ist seit 50 Jahren auf demselben Hof als Landarbeiter tätig. Dafür überreicht ihm Landrat Graf Schwerin von Krosigk im Auftrage des Ministerpräsidenten die Landesmedaille für treue Arbeit. Willi Wulf nahm nach seiner Heirat im Jahr 1924 seine Arbeit auf dem Hof von Ernst Stegelmann auf. Nach dem Krieg arbeitete er bis 1954 unter Erich Stegelmann und wurde wegen eines Unfalls frühzeitig Rentner. Doch bis heute hilft Wulf weiter tatkräftig mit, nun bei Jürgen Stegelmann, der 1962 den Hof übernahm.

Und noch ein Mitarbeiter auf dem Hof Stegelmann begeht ein Jubiläum: Adolf Kruse, seit sechs Jahren auf dem Hof, geht seinem Beruf seit 25 Jahren nach, wofür er von der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet wird. 

 

Bauernverein gründet Einkaufsgenossenschaft: Im Segeberger Hotel Germania findet am 28. August 1920, vor 105 Jahren, die erste ordentliche Generalversammlung des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins, Kreisgruppe Segeberg, statt. Vorsitzender ist Mühlenbesitzer Rickers aus Kükels. Die Kreisgruppe zählt 2452 Mitglieder in 98 Ortsgruppen. Damit ist die Segeberger Gruppe die zweitgrößte des Bauernvereins in der Provinz. Vor allem die Steuerberatungsstelle der Kreisgruppe stößt auf sehr positive Resonanz. Sehr rege engagiert sich die Kreisgruppe zudem im Versicherungswesen. Um die Engpässe bei der Deckung des täglichen Bedarfs, vornehmlich im Bereich der Futtermittel zu überbrücken, wird die „Kreis Segeberger Bauern-Genossenschaft für Einkauf und Verwertung eGmuH“ gegründet. Zum gewählten Aufsichtsrat gehört auch der Schmalenseer Willy Siebke, der das Amt des Schriftführers bekleidet. 

 

Schulausflug vor 90 Jahren: Schmalensees einklassige Schule hat laut Bericht im Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 31. August 1935 einen Tagesausflug nach Hamburg unternommen. 27 Kinder und über 40 Erwachsene machten sich mit zwei Autobussen auf den Weg in die Großstadt. Besucht wurden der große Gemüsemarkt, das Chile- und das Ballinhaus sowie der Hauptbahnhof. Dann ging es auf den Michel, auf eine Hafenrundfahrt und nachmittags in Hagenecks Tierpark. 

 

Vor 40 Jahren Einweihung des Sportlerheims: Am 31. August 1985 wird das  Sportlerheim an der Tarbeker Straße eingeweiht. Nach zweijähriger Bauzeit können die Sportler des SV Schmalensee in ein festes Gebäude umziehen. Bis dahin wurde der Saal am Gasthof Voß genutzt. Die Fußballer zogen sich in alten Bauwagen um. Erhebliche Eigenleistungen von SVS-Mitgliedern drückten die Kosten, die sich nach Auskunft von Bürgermeister Hans Siebke auf 420.000 DM belaufen. Die Bauleitung hatte Architekt Helmut Siebke, der Bruder des Bürgermeisters. Baubeginn war am 30. Oktober 1983. Der erste Vorsitzende des SV Schmalensee, Klaus Stegelmann, kann zahlreiche Gäste in den neuen Räumen begrüßen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein Fußballspiel der SVS-Herren gegen die IX. Mannschaft des Hamburger SV. In der Prominentenelf der Hamburger kicken auch die beiden NDR Radiomoderatoren Günter Fink und Peter Urban mit. 

 

 

Bild zur Meldung: Schulausflug 1935, Foto Nachlass Behrend

Fotoserien


Historisches 2025-08-15 (28.​07.​2025)

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

 BesuchPlus im Amt Bornhöved 

 

 

 

 
 
Veranstaltungen
 
 
 
Wetteraussichten