Oktober-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1
Immer am 1. und am 15. Tag eines Monats wollen wir auf der Schmalenseer Gemeinde-Homepage den Blick in die Vergangenheit schweifen lassen. Alte Zeitungen und viele weitere Quellen, darunter Protokolle und Erinnerungen, liefern den Stoff für Meldungen. Dass diese zu einem großen Teil nicht ohne Erklärung wiedergegeben werden können, versteht sich von selbst. Und auch der Blick auf Nachbarorte, das Kirchspiel oder das Amt sowie auf den Kreis lohnt mitunter, denn Schmalenseer haben schon immer gern im Ehrenamt auf verschiedenen Ebenen gewichtige Rollen eingenommen. Ziel des Ganzen ist, der treuen Leserschaft historische Unterhaltung zu bieten. Hier ist der erste Teil für den Monat Oktober.
Geburtsort „Trappenkamp“ im Jahr 1915?: Am 1. Oktober 1915, vor 110 Jahren, wird im Armee-Verordnungsblatt die Preußische Verlustliste Nr. 342 abgedruckt, die Angaben zum Infanterie-Regiment Nr. 162 aus Lübeck enthält. Von der 11. Kompanie ist der Hornist und Gefreite Hans Lessau, geboren in „Trappenkamp, Segeberg“ als „gefallen“ gemeldet. Die Gemeinde Trappenkamp gibt es freilich 1915 noch gar nicht, sie entsteht erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr Name geht aber zurück auf die Flur „Trappenkamp“ der Gemeinde Tarbek, auf der ein ausgesiedelter Hof und weitere Wohnplätze entstanden waren. Lessau war also Tarbeker – und sein Name ist deshalb auch auf dem Gefallenendenkmal der Nachbargemeinde zu finden.
Großfeuer Rendswührener Mühle vor 95 Jahren: Am Nachmittag des 4. Oktober 1930 brennt bei Rendswühren das große Anwesen des J.P. (Peter) Hopp mit dem Gasthaus zur Mühle. Zahlreiche Feuerwehren werden in Marsch gesetzt, darunter die von Bornhöved und Umgebung. Sogar die Feuerwehr aus Bordesholm erscheint am Brandort. Doch wegen Wassermangels können die Wehren wenig ausrichten. Es können nur Teile des Inventars gerettet werden. Sämtliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit Ausnahme der Schweine- und Hühnerstalls brennen nieder.
Erstmals Stimmen für „die Grünen“: Am 5. Oktober 1980, vor 45 Jahren, finden Wahlen zum Deutschen Bundestag statt. In der öffentlichen Wahrnehmung ist der Wahlkampf vom Duell der Spitzenkandidaten Helmut Schmidt (SPD) und Franz-Joseph Strauß (CSU) geprägt. „Den Frieden wählen. Statt Strauß“, heißt es in einer Anzeige der Sozialdemokraten, die sich bundesweit mit ihren 43 Prozent (CDU/CSU: 44,6) nur durchsetzen können, weil ihr Koalitionspartner FDP auf 10,5 Prozent kommt. Im Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Nord wird der SPD-Kandidat Günther Heyenn (42,89 Prozent) direkt in den Bundestag gewählt und besiegt damit den CDU-Abgeordneten Peter-Kurt Würzbach (40,4). In Schmalensee geben 263 von 268 Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Die CDU erhält hier 139 Erst- und 133 Zweitstimmen, auf die SPD entfallen je 106 Stimmen und die FDP erhält 10 beziehungsweise 19 Stimmen. Die „kleinen“ Parteien bewerben sich nur um Erststimmen für ihre Landeslisten. Während DKP und NPD im Dorf leer ausgehen, erhalten die KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschland)1 und die neue Partei „Grüne“ 3 Stimmen.
Einbruch ins Sportlerheim vor 40 Jahren: Am 7. Oktober 1985 wird in das erst jüngst eingeweihte Schmalenseer Sportlerheim eingebrochen. Fünf Flaschen Cola werden entwendet – dafür werden zwei Türen stark beschädigt, an denen zu allem Überfluss die Schlösser ausgetauscht werden müssen.
Verwaltungsstrukturreform vor 20 Jahren: Am Vormittag des 7. Oktober 2005 findet in der Amtsverwaltung Bornhöved ein Gespräch zur Verwaltungsstrukturreform statt, die eine Zusammenlegung von Ämtern zu größeren Verwaltungseinheiten zum Ziel hat. Unter der Gesprächsleitung von Amtsvorsteher Theo Tensfeldt sind mehrere Bürgermeister des Amtes Bornhöved, darunter Hans Siebke aus Schmalensee, sowie Segebergs Landrat Georg Gorrissen und dessen Mitarbeiter Jan Peter Schröder anwesend. Gorrissen erklärt das Ansinnen des Innenministeriums des Landes, durch das Verwaltungsstrukturreformgesetz zu neuen Verwaltungseinheiten mit mindestens 8000 Einwohnern zu kommen, um so eine nachhaltige Modernisierung und Verschlankung der öffentlichen Verwaltung zu erreichen. Der Landrat zeigt drei Alternativen für Fusionen auf, erklärt zu der einer kreisübergreifenden Zusammenlegung mit den Ämtern Bokhorst und Wankendorf aber gleich, dieser nicht zustimmen zu wollen. Bleiben die Fusion mit der amtsfreien Gemeinde Trappenkamp und dem Amt Rickling oder ausschließlich mit Trappenkamp. Einem „Filetieren“ von Ämtern, also dem Wechsel von einzelnen Gemeinden eines bestehenden Amtes in ein anderes erteilt Gorrissen ebenfalls eine Absage. Er befürwortet die Variante des Anschlusses der hauptamtlich verwalteten Gemeinde Trappenkamp an das Amt Bornhöved. Die vom Land in Aussicht gestellten 250.000 Euro an Fördergeldern könnten zur Kompensation vorübergehend höherer Personalkosten verwendet werden. Damit begegnet er Vorbehalten der Bürgermeister des Amtes Bornhöved bezüglich besonders hoher Personalkosten in Trappenkamp. Dem am 19.10.2005 tagenden Amtsausschuss soll die Fusion mit Trappenkamp wie vom Landrat empfohlen vorgeschlagen werden. Bis zu einer neuen gemeinsamen Aufgabenstruktur sollen keine frei werdenden Stellen nachbesetzt werden. Noch schielt man von Bornhöved aus in Richtung Amt Rickling, um eine Fusion mit Trappenkamp zu vermeiden; jedoch stünde Trappenkamp dann allein und in Rickling wiederum orientiert man sich bereits nach Boostedt.
Abwasserbeseitigung vor 50 Jahren Thema in Schmalensee: Die Gemeindevertretung Schmalensees greift laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 8. Oktober 1970 eine Anregung der Wasserbehörde des Kreises Segeberg auf, wonach die Abwasserbeseitigung modernisiert werden soll. Auslöser ist insbesondere eine Veralterung der Kläranlage des Müttergenesungsheimes in der Belauer Straße, die als „nicht funktionsfähig“ beschrieben wird. Ein weiterer Anlass zur Debatte ist die Tatsache, dass der Schmalensee als Fischereigewässer keiner Belastung mehr ausgesetzt werden soll. Empfohlen wird ein „Abwasserverbund Bornhöved-Schmalensee“. Mittels Druckleitung könnten Schmalenseer Abwässer zum Bornhöveder Klärwerk gepumpt werden. Hierzu sollen Gespräche aufgenommen werden. Auch soll das Thema „Schmutzwasserbeseitigung“ in die Fortschreibung des Kreisentwicklungsplanes 1977-1980 aufgenommen werden.
Dreifach-Triumph für Beeke Kaack (Jankowski): Die Schmalenseer Vielseitigkeitsreiterin Beeke Kaack (TRSG Holstenhallen Neumünster) gewinnt am 8. Oktober 2000, vor 25 Jahren, bei den Landesmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein in Negernbötel-Rützenhagen im Sattel von Elliot den Titel im Wettbewerb der Senioren. Auch mit der Mannschaft gewinnt das Paar Gold. Darüber hinaus siegen beide im gleichzeitig ausgetragenen Nord-Ostsee-Championat.
Wahlen bei der Landjugend: Im Gasthaus Voß findet am 9. Oktober 1980, vor 45 Jahren, die Jahreshauptversammlung der Landjugendgruppe Schmalensee statt. Der neue Vorstand besteht aus den 1. Vorsitzenden Michael Radloff (Schmalensee) und Ute Karstens (Seedorf), den 2. Vorsitzenden Dirk Griese (Schmalensee) und Wiebke Thormählen (Seedorf-Fresenfelde), den 3. Vorsitzenden Thomas Hoffmann (Gönnebek) und Sigrid Rahlf (Seedorf), Kassenwart Kai David (Bornhöved) und den Schriftführern Holger Rahlf (Seedorf) und Karen Griese aus Schmalensee.
Erfolgreiche Motorsportler aus Schmalensee: Der Motorsportclub (MSC) Bornhöved veranstaltet am 10. Oktober 1965, vor 60 Jahren, seine Herbstorientierungsfahrt, die ihren Abschluss mit Siegerehrung im Schmalenseer Gasthof Voß findet. Dieter Sienknecht aus Schmalensee wird Gesamtsieger der Herbstfahrt und erhält den begehrten Wanderpokal sowie eine Goldplakette. In der Gästeklasse gewinnt der Schmalenseer Horst Kaack eine Bronzeplakette.
Verkehrsregeln für Radfahrer: Der königliche Landrat des Kreises Segeberg, von Willmoes-Suhm, erlässt am 11. Oktober 1890, vor 135 Jahren, die „Polizeiverordnung betreffend den Verkehr mit Fahrrädern (Velocipeden) im Kreise Segeberg“. Neben dem Verbot des Befahrens von Bürgersteigen und der Verpflichtung zum Anbringen einer hell tönenden Glocke werden die Radfahrer unter anderem darauf hingewiesen, ihnen entgegen kommende Pferde darauf zu beobachten, ob diese scheuen könnten.
Großfeuer auf Himbeersahl vor 125 Jahren: Hamburger Zeitungen melden ein Großfeuer aus der Schmalenseer Umgebung, das sich am 12. Oktober 1900 zugetragen hat. So heißt es am 16. Oktober im Hamburger Echo: „... Abends gegen 10 Uhr, kam es auf der Hufenstelle 'Himbeerensahl' bei Ascheberg, Gemeinde Kalübbe, (Besitzer Chr. Schlüter), ein Feuer zum Ausbruch, das Scheune und Viehhaus in kurzer Zeit in Asche legte. Die Feuerwehren konnten nichts mehr ausrichten. Leider sind 4 Pferde, 1 Pony, 20 Stück Rindvieh, mehrere Schweine, sämtliches Geflügel und die Erntevorräte den Flammen zum Opfer gefallen. Das massiv gebaute und bedachte Wohnhaus blieb unversehrt. Man vermutet Brandstiftung.“ Ebenfalls am 16. Oktober ist im Hamburger Fremdenblatt von 18 Milchkühen, 5 Pferden und mehreren Schweinen die Rede. Erst habe das Viehhaus von „Himbeerensahl“ gebrannt, sogenanntes „Flugfeuer“ habe die gegenüber stehende Kornscheine in Brand gesetzt.
Bild zur Meldung: Der Postgasthof Voß, SKTB 09.10.1925













