Dezember-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2
Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat Dezember.
Zähneknirschende Zustimmung zur Verwaltungsfusion: Am 15. Dezember 2005, vor 20 Jahren, stimmt die Schmalenseer Gemeindevertretung für eine Fusion der Verwaltungen des Amtes Bornhöved und der Gemeinde Trappenkamp. Die Begeisterung hält sich in Grenzen, die Maßnahme wird als „angeordnet“ empfunden. Bis zur Verschmelzung aber ist es noch etwas hin. Am 12. Dezember 2005 erst war vom Amtsausschuss des Amtes Bornhöved eine Lenkungsgruppe gebildet worden. Aber auch Fakten wurden schon geschaffen: Bei der Planung von Investitionen für das Jahr 2006 hat man sich auf eine neue Software für die Computer. Die wird dringend nötig, weil die fusionierenden Verwaltungen von Bornhöved und Trappenkamp bisher unterschiedliche Programme, vor allem in der Finanzbuchhaltung, nutzen. Umstritten ist die Fusion vor allem in Bornhöved. Trappenkamp war vor seiner Eigenständigkeit 1956 Ortsteil der Gemeinde. Mittlerweile bilden beide gemeinsam ein Unterzentrum. Am 8. Dezember hatte der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Bornhöved, Dirk-Peter Bünn, in der Bornhöveder Gemeindevertretung eine schnelle Entscheidung angemahnt. Eine vom Land Schleswig-Holstein in Aussicht gestellte „Hochzeitsprämie“ von 250.000 Euro solle man nicht liegenlassen. Geäußerte Skepsis gegenüber einer aufgeblähten Verwaltung dämpft Bünn: Durch Nicht-Nachbesetzung auslaufender Arbeitsverhältnisse werde ein sukzessiver Stellenabbau stattfinden, um ein Normalmaß zu erreichen.
Kriegsmeldungen aus Schmalensee vor 110 Jahren: Am 17. Dezember 1915 meldet das Segeberger Kreis- und Tageblatt, dass 25 Mitglieder des Landwirtschaftlichen Vereins für Bornhöved und Umgebung derzeit im Felde stehen. Von 13 Schmalenseer Mitgliedern betrifft dies zehn. Der Vorsitzende, Amtsvorsteher Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee, ermahnt die Mitglieder, nach Kräften dazu beizutragen, dass „die Pläne der Engländer, Deutschland auszuhungern, vereitelt werden“. Die Kriegssituation wird trotz zahlreicher angesprochener Maßnahmen zur Kriegswirtschaft noch immer als positiv gesehen: Nur wenn der Krieg noch andauern sollte, wird die Frühjahrsversammlung des Vereins ausfallen.
Am 29. Dezember wird das Tageblatt melden, dass aus Schmalensee zum wiederholten Mal Wollsachen für das Militär abgegangen sind: 12 Lungenschützer, 22 Paar Socken, 1 Paar Handschuhe, 3 Paar Strümpfe und ein Halstuch wurden zur Sammelstelle in Altona geschickt.
Schmalensee nimmt Abschied von Fußballlehrer Günter Brust: Im Alter von nur 56 Jahren stirbt am 17. Dezember 1980 Günter Brust, der von 1974 bis 1978 Gemeindevertreter in Schmalensee war. Neben seiner über zehnjährigen Tätigkeit als Verwaltungsangestellter beim Kreis Segeberg war Günter Brust vor allem in der norddeutschen Fußballszene kein Unbekannter. Nach seiner Zeit als aktiver Spieler beim TSV Lägerdorf wurde er Trainer u.a. beim Freiburger FC, FSV Frankfurt, Arminia Hannover, Göttingen 05 und Altona 93. Im Kreis Segeberg trainierte er kurzzeitig die SG Seth und den SV Wahlstedt. Im April 1979 verlangte der DFB von Holstein Kiel, einen lizenzierten Fußballlehrer einzustellen, da der Trainer der Kieler Profis nur eine Übergangsgenehmigung hatte. So sprang Günter Brust für einige Wochen als offizieller Cheftrainer ein, während der bisherige Coach formal sein Co-Trainer wurde.
Zwei Familien wachsen zusammen: Eine Doppelanzeige am 18. Dezember 1905, vor 120 Jahren, im Segeberger Kreis- und Tageblatt weist auf eine Doppelverlobung hin: Diese kann in Schmalensee und Tarbek gefeiert werden. Willy Harder aus Schmalensee verlobt sich mit der Tarbekerin Karoline Dahm. Deren Bruder Gustav Dahm wiederum verlobt sich mit Willy Harders Schwester Helene.
Richtfest beim Kreisfeuerwehrverband vor 25 Jahren: In Bad Segeberg wird am 18. Dezember 2000 das Richtfest für den dritten Bauabschnitt der Kreisfeuerwehrzentrale gefeiert. Dieser umfasst unter anderem die neue Schlauchpflegerei mit Turm und die Garagen des ABC-Zuges. 1990 hatte sich der Kreisfeuerwehrverband für den Neubau der Kreisfeuerwehrzentrale stark gemacht. Die dritte Ausbaustufe ist zugleich die letzte. Die ersten Gebäude waren 1996 in Betrieb genommen worden.
Viele Zahlen aus Schmalensee vor 115 Jahren: Im Segeberger Kreis- und Tageblatt werden am 21. Dezember 1910 in verschiedenen Meldungen einige Zahlen aus Schmalensee mitgeteilt. So hat eine Volkszählung ergeben, dass die Einwohnerzahl bei 310 Personen liegt. 1905 waren es noch 286 Einwohner. Auch das Ergebnis der letzten Viehzählung in Schmalensee liegt vor: Im Dorf gibt es 82 Pferde, 494 Rinder, 7 Schafe und 651 Schweine. Die Zahl der Schweine ist binnen weniger Jahre um 150 gestiegen. Und dann hat es, zum zweiten Mal im Jahr 1910, eine Treibjagd gegeben. 60 Hasen, 5 Stück Rehwild, 1 Fuchs und 1 Fasan wurden zur Strecke gebracht.
Radweg „greifbar nahe“ vor 15 Jahren: Am 21. Dezember 2010 berichtet die Segeberger Zeitung aus einer Sitzung der Stockseer Gemeindevertretung. Diese beschließt den Bau eines Radweges nach Schmalensee. Die Gesamtkosten betragen 826.000 Euro, von denen Schmalensee, nach Abzug aller Zuschüsse und des Kostenanteils Stocksees (160.000 Euro), rund 46.000 Euro zu tragen hätte. Der Radweg soll in den Fernwanderweg „Mönchsweg“ integriert werden. Der seit langem von Radfahrern erhoffte Weg gilt laut SZ-Meldung nun als „greifbar nahe“...
Einbrüche an Heiligabend 1975: Zwei Männer brechen am 24. Dezember 1970, vor 50 Jahren, in zehn Schmalenseer Ferienhäuser ein. Sie stehlen vor allem Lebensmittel und kleiden sich neu ein. In einem der Häuser verbringen sie sogar den Weihnachtsabend. Anfang Januar 1976 wird man einen der Täter, einen wohnungs- und arbeitslosen 46-Jährigen, in der Gemarkung Fahrenkrug festnehmen. Sein 26-jähriger Komplize bleibt zunächst weiter flüchtig.
Das hätte schlimm enden können: Am 30. Dezember 1895, vor 130 Jahren, meldet ein Berichterstatter aus Bornhöved im Segeberger Kreis- und Wochenblatt einen Unfall aus Schmalensee, der weniger schlimme Folgen hatte, als möglich gewesen wären: Beim Ausroden einer gut 15 Meter hohen Buche war ein Hufnersohn in die Baumkrone gestiegen, um ein Tau zu befestigen. Da neigte sich der Baum zur Seite und stürzte mit lautem Krachen um und einen Abhang hinunter. Der junge Schmalenseer aber kam mit dem Schrecken und einigen Hautabschürfungen davon.
Corona-Auswirkungen vor 5 Jahren: „Covid-19“, „Coronavirus“, „Corona-Pandemie“ – im Dezember 2020 müssen verschiedene gesellschaftliche Ereignisse abgesagt oder mit viel Kreativität gestaltet werden. Seit dem 12. Dezember gilt eine neue Allgemeinverfügung des Kreises Segeberg, die untersagt, in der Öffentlichkeit alkoholische Getränke auszuschenken oder zu verzehren. Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich sind nur noch möglich für fünf Personen aus maximal zwei Haushalten. Im privaten Bereich gibt es aber die Ausnahme für den „engsten Familienkreis“. Zu diesem gehören Verwandte ersten und zweiten Grades, aber auch Lebenspartner und Haushaltsangehörige. Allerdings darf eine Zusammenkunft des engsten Familienkreises zehn Personen – Kinder inbegriffen – nicht überschreiten.
Am 15. Dezember kann der Kreis Segeberg die Einsatzbereitschaft von zwei Impfzentren bestätigen: In einer Tennishalle in Wahlstedt und einer derzeit leerstehenden Gewerbehalle in Kaltenkirchen. Ab 22. Dezember wird noch das Veranstaltungs- und Kulturzentrum „TriBühne“ in Norderstedt als Impfzentrum dienen. Schmalenseer dürfen sich aber auch in Neumünster (Holstenhallen) und in der Plöner Jugendherberge impfen lassen. Ab 16. Dezember gilt der „harte Lockdown“ mit noch mehr „Corona-Regeln“. Wichtige Sitzungen und Versammlungen werden im Kreisgebiet mit gestrafften Tagesordnungen und unter strengen Hygieneregeln durchgeführt, sogar eine Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung am 16. Dezember.
Weil die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bornhöved aufgrund der Pandemie – und aufgrund von Sanierungsarbeiten am Mauerwerk – nur wenige Besucher in die Vicelin-Kirche einlassen kann, verzichtet sie auf Weihnachtsgottesdienste in dem 1149 geweihten Gebäude und setzt an Heiligabend zwischen 10 und 22 Uhr auf Andachten in den Dörfern. In Schmalensee tritt bereits am Vorabend ein Gottesdienst-Team um Pastorin Egener um 18 Uhr am Weihnachtsbaum vor dem Feuerwehrgerätehaus in Aktion. Unterstützung leistet der Verschönerungs- und Vogelschießererein, der sich unter anderem um Sitzgelegenheiten für ältere Besucher kümmert. Um am Silvesterabend Menschenansammlungen gerade junger Leute zu verhindern und damit Kontakte zu reduzieren, hat das Ordnungsamt des Amtes Bornhöved an allen Badestellen im Amt Bornhöved ein „Böllerverbot“ ausgesprochen. Landes- und kreisweit sprechen Polizei und Feuerwehren nach dem Jahreswechsel von einem ruhigen Verlauf der Silvesternacht mit verhältnismäßig wenigen Einsätzen. In Schmalensee brennen die Einwohner einige Feuerwerksreste aus dem Vorjahr ab und wünschen sich auf Distanz ein frohes neues Jahr.
Bild zur Meldung: Günter Brust (2.v.li.) als Trainer des FSV Frankfurt













