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Januar-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​01.​2026

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen und gute Gespräche. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat Januar.

 

Ein ungewöhnlicher Sitzungsort: Im Haus von Hans Siebke findet am 15. Januar 1976, vor 50 Jahren, eine Sitzung des von ihm geleiteten Bauausschusses der Gemeinde Schmalensee statt. Der Ausschuss vergibt die Gewerke für den Ausbau des Wanderweges. Ein Antrag des Mütterkurheims, voll biologisch geklärte Abwässer in den See einleiten zu dürfen, wird unter Hinweis auf den geplanten Bau einer Kanalisation abgelehnt. 

 

Ein Kriegerdenkmal für die Kirchengemeinde: Der Krieger- und Militärverein für Bornhöved und Umgebung hält am 16. Januar 1921, vor 105 Jahren, in Heins Gasthof eine Volksversammlung ab, zu der alle Mitglieder der Kirchengemeinde und aller Vereine eingeladen sind. Das Ziel der Versammlung ist die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen des Kirchspiels im Weltkrieg. In einen gemeinsamen Ausschuss des Krieger- und Militärvereins, der Kirchengemeinde und der Gemeinde- und Gutsbezirke des Kirchspiels zur Errichtung des Denkmals wird durch den Verein Heinrich Harder aus Schmalensee berufen.

 

Die „Siedlung“ am Ringreiterplatz: Um dem dringenden Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitskräften entgegen zu wirken, beabsichtigte die Gemeinde Schmalensee laut Meldung der Segeberger Zeitung vom 16. Januar 1961, vor 65 Jahren, zehn Landarbeitersiedlungen am Ringreiterplatz zu errichten. Nachdem dafür nicht die nötigen Genehmigungen erteilt wurden, werden nun zehn Kleinsiedlungen errichtet, von denen bereits drei im Bau sind.

 

Großfeuer vor 100 Jahren in Kalübbe:Bei einem großen Schadfeuer brennt am Samstagabend, 17. Januar 1926, in Kalübbe das Anwesen des Ernst Bornhöfft bis auf die Grundmauern nieder. Laut Chronik der Kalübber Wehr von 1993 ist wohl ein Kurzschluss verantwortlich für das Feuer, das während einer Versammlung im Dorf im Viehstall ausbricht. Sechs Milchkühe, sieben Stück Jungvieh und 30 Schweine werden ein Raub der Flammen. Zur Unterstützung der heimischen Löschmannschaften eilen die Feuerwehren aus Dersau und vom Hof Ascheberg herbei, dann die aus Schmalensee und Langenrade (heute Ascheberg) und schließlich die Brandwehr aus Belau. Sie alle haben mit „ungünstigen Wasserverhältnissen“ zu kämpfen. 

 

Beförderungen und mehr bei der Feuerwehr: Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee am 1. Januar 1986, vor 40 Jahren, wählt Burkhard Saggau erneut in das Amt des Wehrführers. Er erhält 30 von 31 möglichen Stimmen. Im Anschluss daran ergreift der für den Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg anwesende Kreissicherheitsbeauftragte Gustav Langbehn das Wort und ernennt Burkhard Saggau zum Oberbrandmeister. Weiterhin wählt die Versammlung Jürgen Stegelmann, der sich mit 17:14 Stimmen gegen Werner Suhr durchsetzen kann, zum neuen stellvertretenden Wehrführer. Gemäß Satzung übt Helmut Nagel das Amt noch bis zum Ende des Kalenderjahres aus. Hans Siebke wird wieder zum 1. Gruppenführer gewählt. Gerhard Mühlenberg kandidiert nicht wieder für das Amt des 1. Funkwarts. Der bisherige 2. Funkwart Jochen Voß wird zu seinem Nachfolger gewählt. Bei der somit notwendigen Wahl des 2. Funkwarts setzt sich Wilfried Herbst mit 16:10 Stimmen gegen Herbert Burmeister durch. Für seine 25-jährige aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr wird Horst Kaack durch Bürgermeister Hans Siebke mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Horst Kaack und Peter Isaakson werden außerdem zum Oberfeuerwehrmann ernannt; verpflichtet und zum Feuerwehrmann ernannt werden Dierk Harder, Dirk Griese und Sönke Siebke. Beim ersten Dienstabend des Jahres wird Jochen Voß zum Hauptfeuerwehrmann ernannt werden.

 

Eisvergnügen in Schmalensee: Schon zum zweiten Mal findet ab dem 22. Januar 2016, vor 10 Jahren, in Schmalensee ein Eisvergnügen statt. Veranstalter ist diesmal der SV Schmalensee. Unter der Regie von Frauke und Henning Pape und unter der Bauleitung von Frank Mühlenberg wird am alten Wasserwerk oberhalb des Ringreiterplatzes dank einer Folienspende von Lohnunternehmer Jogi Blunk (Rendswühren) und unter Ausnutzung anhaltender Minusgrade eine 18x40 Meter große Eislaufbahn angelegt. Allerdings setzt am zweiten Tag bereits das Tauwetter ein und das Eisvergnügen wird für alle Beteiligten zu einer sehr feuchten Angelegenheit. Deshalb ist auch schon am 23. Januar Schluss mit dem Schlittschuhlaufen. 

 

Gründung eines Jagdvereins in Schmalensee:Der Schmalenseer Jagdverein gibt sich während einer Generalversammlung am 23. Januar 1921, vor 105 Jahren, eine Satzung. Es mag sich zugleich um die Gründung des Vereins handeln, denn der §2 sagt, dass der Verein von acht Mitgliedern gegründet wird. Interessant auch der §10, der sich mit der etwaigen Auflösung befasst. In einem solchen Fall falle das Vereinsvermögen an den „Verschönerungsverein der Gemeinde Schmalensee“. Unterzeichner der Satzung sind: Ludwig Saggau als Vorsitzender, Heinrich Harder als Geschäftsführer, Otto Schlätel und Otto Saggau als Mitglieder. 

 

Gründung des Landfrauenvereins Bornhöved und Umgebung vor 75 Jahren: Unter dem Vorsitz von Nanny Saggau aus Schmalensee als Vorsitzende des Kreislandfrauenvereins Segeberg wird am 23. Januar 1951 in der Bornhöveder Bahnhofsgaststätte ein Bezirks-Landfrauenverein für Bornhöved und Umgebung gegründet. Schmalenseerinnen sind keine im von Edith Meyer (Tarbek) geführten Vereinsvorstand vertreten. Die Inhalte des ersten Abends deuten auf die landwirtschaftliche Ausrichtung des Vereins hin.

 

Viele neue Meiereigenossen vor 125 Jahren: Am 26. Januar 1901 meldet das Segeberger Kreis- und Wochenblatt, dass sich sämtliche Hufner und Kätner der Gemeinde Tarbek von der Schmalenseer Meiereigenossenschaft haben aufnehmen lassen. Diese waren zuvor Genossen in Bornhöved. Ein bedeutender Zuwachs für die Schmalenseer Genossenschaft, dem aber auch Verhandlungen mit Folgen vorausgegangen waren: „Dadurch ist ein Umbau des Meiereigebäudes nothwendig geworden, der kontraktlich zum 1. April d.J. fertiggestellt sein muß.“ Heinrich Göttsch schreibt dazu in der Chronik von 1948, dass man einen neuen Kessel und neue Maschinen beschafft habe. Außerdem sei die Meierei um eine Schrotmühle erweitert worden. Standort der Meierei war übrigens nicht das heutige Gebäude Dorfstraße 17 – das stammt von 1910 – sondern das Anwesen Damsdorfer Straße 1, das später zu einer Zimmerei umfunktioniert wurde. 

 

Gediente und Ungediente: Im Beisein der Kampfgenossen von 1848/51 und 1870/71, also Teilnehmern an beiden bewaffneten Konflikten mit Dänemark und Frankreich, begeht der Militärverein Bornhöved und Umgebung am 27. Januar 1906, vor 120 Jahren, im Gasthof zur Linde den Geburtstag Kaiser Wilhelms II. Der Vorsitzende des Vereins für diejenigen, die als Wehrpflichtige oder Freiwillige Militärdienst geleistet hatten, der Bornhöveder Gastwirt Rauert, bringt den Kaisertoast aus. Sogenannte „Nichtsoldaten“, also Ungediente, die nicht zur Veranstaltung des Militärvereins zugelassen sind, feiern den Geburtstag des Kaisers in Suhrs Gasthof.

Heute würde man den Militärverein als Reservistenkameradschaft bezeichnen. Kaisertreue und Wehrbereitschaft wurden durch diese Vereine gefördert. Neben geselligen Veranstaltungen im Jahr gab es bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914, aus dem zahlreiche Mitglieder des Bornhöveder Vereins nicht zurückkehren sollten, auch „militärische Veranstaltungen“, zum Beispiel Schießwettbewerbe. Kassierer für die Schmalenseer Mitglieder im Jahr 1906 war der spätere Bürgermeister Heinrich Harder, der in der Garde gedient hatte. Nach dem Weltkrieg heißt der Verein „Krieger- und Militärverein für Bornhöved und Umgegend“.

 

Ein Dragoner stirbt in Schmalensee: Im Januar 1851, vor 175 Jahren, naht das Ende des Konflikts der Schleswig-Holsteiner mit ihrem dänischen König, die Erhebung ist gescheitert und die Auflösung der Schleswig-Holsteinischen Armee wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Am 20. September 1850 war der Schmalenseer Jürgen D. Matthias Jürgens als zweiter Kriegstoter der Gemeinde in Rendsburg an der Cholera gestorben – vermerkt wurde dies in der Verlustliste der Armee. In derselben ist auch für den 28. Januar 1851 das Ableben von Claus Johann Koch aus Süderdeich in Norderdithmarschen am „Schlagfluss“, also einem Schlaganfall, vermerkt. Koch war Dragoner der 4. Schwadron des 1. Dragoner-Regiments der Schleswig-Holsteinischen Armee und als Sterbeort gilt Schmalensee. Offenbar befand sich die Einheit Kochs zur Zeit seines Todes in Schmalensee oder dessen Nähe – entweder auf dem Marsch oder sogar im Quartier. Vielleicht aber war er hier auch, sterbenskrank, zurückgelassen worden. Ein Schicksal, das nicht gänzlich aufzuklären scheint. 

 

Harder folgt auf Harder bei der Landjugend: Im Beisein des Kreisvorsitzenden Reimer Böge findet im Gasthof Voß Ende Januar 1971, vor 55 Jahren, die Jahreshauptversammlung der Landjugendgruppe Schmalensee statt. Da Gerhard Harder aus beruflichen Gründen nicht erneut als 1. Vorsitzender kandidiert, wird sein Bruder Wolfgang Harder in dieses Amt gewählt. 2. Vorsitzender wird Harald Lange, Gerhard Harder wird 3. Vorsitzender. Annelene Nero aus Tarbek wird eine der drei Mädelvertreterinnen, Gerhard Mühlenberg Schriftführer und Reimer Schramm Kassenprüfer. Reimer Böge, das spätere Mitglied des Europaparlaments, lobt die Landjugendgruppe Schmalensee für ihre vielfältigen Aktivitäten. 

 

Wahlen bei der Siedlergemeinschaft:Zur Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft Schmalensee am 28. Januar 1986, vor 40 Jahren, kann der Vorsitzende Heinz Kasch neben dem Kreisvorsitzenden Günter Schönfeld auch Versicherungsinspektor Pukies von der Colonia begrüßen, der über Haftpflicht- und Gebäudeversicherung referiert. Vorsitzender bleibt Heinz Kasch, Ewald Garber Stellvertretender Vorsitzender, Marie-Luise Farken Kassenführerin und Jutta Mühlenberg Schriftführerin. Annegret Voß wird wieder zur 1. Beisitzerin gewählt. Jochen Voß bleibt Kassenprüfer; Jutta Schütt wird neue Kassenprüferin. 

 

Kriegsvorbereitungen 1936 im Raum Bornhöved: Im östlichen Kreis Segeberg, darunter dem Amtsbezirk Bornhöved, findet am 29. Januar 1936, vor 90 Jahren, eine allgemeine Verdunkelungsübung statt. Von Beginn der Dunkelheit bis 20.30 Uhr ist nur eingeschränkte Beleuchtung zugelassen. Bis 21 Uhr dauert die völlige Verdunkelung, danach ist bis 23 Uhr wieder eingeschränkte Beleuchtung erlaubt. Danach endet die Übung, die dazu dient, zukünftigen Angreifern aus der Luft die Orientierung zu erschweren. Für Bornhöved und Umgebung ist es die dritte Verdunkelungsübung. Erneut sind die Kräfte des Reichsluftschutzbundes stark eingebunden. Auch weitere Gliederungen der NSDAP unterstützen dabei. Die Ställe der Bauern, Schaufenster von Geschäften und private Haushalte werden ebenso kontrolliert wie Autofahrer. In Bornhöved überprüft Landrat von Mohl, begleitet von NSDAP-Ortsgruppenleiter Alfred Dau, die Verdunkelungsmaßnahmen am Bahnhof.

 

Keine 300 Schmalenseer vor 130 Jahren: Segebergs Landrat von Willmoes-Suhm legt am 30. Januar 1891 das Ergebnis einer am 1. Dezember 1890 durchgeführten Volkszählung vor. Demnach lebten zum Zeitpunkt in der Landgemeinde Schmalensee 280 Personen. Bornhöved zählte 819, Gönnebek 301 Einwohner. Das macht in Summe 1400 für das damalige Amt Bornhöved. Im Amt Stocksee lebten 907 Menschen – in Stocksee 314, Damsdorf 228, Tensfeld 214 und Tarbek 151.

 

Sitz des Amtes als Druckmittel: Eine recht ungewöhnliche Meldung ist am 30. Januar 1961, vor 65 Jahren, in der Segeberger Zeitung zu finden. Amtmann (heute Amtsvorsteher) Adolf Biß aus Gönnebek übt darin scharfe Kritik an der Gemeinde Bornhöved. Wie alle weiteren Amtsgemeinden habe Bornhöved den Neubau eines Amtsgebäudes gefordert. Jedoch seien keine nennenswerten Vorleistungen erfolgt, während die kleinen Dörfer zahlreiche Vorhaben wegen des Neubaus zurückgestellt hätten. Ein Angebot aus Trappenkamp aufgreifend, setzt Biß die Bornhöveder Gemeindevertreter unter Druck: Sollten bis zum 10. Februar 1961 nicht die nötigen Mittel in den Haushalt der Gemeinde eingestellt und dem Amtmann darüber Meldung gemacht sein, erwögen die übrigen Gemeinden die Verlegung der Verwaltung nach Trappenkamp. Die Drohung scheint zu wirken – am 1. Dezember 1961 wird man in der Bornhöveder Lindenstraße ein neues Amtsgebäude für das Amt Bornhöved einweihen. Allerdings wird Trappenkamp zudem ab 1. Juli 1961 amtsfreie Gemeinde sein. 

 

Bild zur Meldung: Groß und Klein beim Eisvernügen am 23.01.2016

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Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

 BesuchPlus im Amt Bornhöved 

 

 

 

 
 
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