Frostige Naturwanderung führt zum Damwild und einem alten Bekannten
Am 3. Januar hatten wir definitiv Winter: Aller Niederschlag vom Vortag war zu Eis und festem Schnee geworden und erst am Nachmittag sollte es, nach einer Phase schönsten Sonnenscheins, frischen Schnee geben. Eine Gelegenheit, mal wieder mit der Kamera in die Feldmark zu ziehen.
Natürlich angetrieben von der Suche nach Motiven aus der Winterwelt. Da hat Schmalensees Knicklandschaft ja auf jeden Meter etwas anzubieten…
An der „Siedung“ Am Ringreiterplatz der wohlgemeinte Rat eines Hundeführers: Egal ob erster oder zweiter Weg Richtung Stockseer Straße – da ist Wild. Genau das habe ich gewollt. Und weil viel Bewegung empfehlenswert ist, nehme ich den zweiten, also den „hinteren Wassermissenweg“, der mich, was die Felder angeht, zunächst um die „Vorderen Wassermissen“ führt.
Allerdings über eine unter den Stiefeln garstig knackende und krachende Eis-Schnee-Decke – da müsste doch wohl jedes Wildtier längst Reißaus genommen haben, bis ich am Ziel bin. Aber falsch gelegen: Die Chance auf Sonne und aus dünner Schneedecke ragende Halme hat das Damwild auf der Koppel gehalten. Rund 40 bis 50 Stück!
Es schlägt die Stunde des Zooms. Unter der Beobachtung einiger aufmerksamer Böcke schieße ich meine Bilder. Ein paar offenbar ältere, weil kapitalere Tiere liegen bequem am Boden – und lassen wohl die Jungspunde die Aufpasserarbeit machen. Ich ziehe weiter. Selbst gestecktes Ziel: Fasanenweg, nördlich der Stockseer Straße.
Dort hatte ich vor zehn Monaten auch Damwild angetroffen – und einen weißen Hirschen. Doch zunächst faszinieren im Fasanenweg ein gutes Dutzend Amseln und mystisch anmutende gefrorene Pfützen. Alles Ablenkungsmanöver? Der Blick geht eher zufällig aus dem Weg über einen Knick auf den nächsten im Norden: Damwild.
Oben im Knick stehen sie, zwei, drei Böcke. Dann tauchen vor dem Knick weibliche Tiere auf. Und schließlich steht er da, der Weiße. Stolz und anmutig, aber in der Deckung des Geästs bleibend, lässt er die Fotosalven über sich ergehen.
Als ich aber das Feld versuche zu umrunden, um vielleicht doch noch ein Stück näher zu kommen, wirkt der „Knisterteppich“ auf dem Wirtschaftsweg. Unter mir kracht und knallt es wie um Mitternacht an Silvester. Das Wild tritt den geordneten Rückzug in Richtung Karkhop an.
Und ich dann auch. Ab geht’s zurück ins Dorf, aber wieder über den Wassermissenkamp, nun durch den vorderen Weg, sodass ich die große Herde auch von der anderen Seite „erwische“. Ehe ich die große Koppel in den Blick nehmen kann, sehe ich die eigentlichen Wächter: Böcke liegen im Knick und behalten die Nachbarkoppel und auch mich im Auge. Die Alarmposten. Aber Alarm geben sie nicht, ich darf meine nächsten Bilder schießen und ziehe von dannen. Zufrieden mit der Ausbeute und froh über die Aussicht auf eine heiße Tasse Tee. Nee, was haben wir es schön.
Fotos: Christian Detlof
Bild zur Meldung: Eine frostige Wanderung am 3. Januar südlich und nördlich der Stockseer Straße













