Heimatfreunde besuchten Museumsbunker Trappenkamp
Nach einem Besuch im Plöner Kreismuseum im Februar lag das Ziel der zweiten Exkursion des Ortsvereins Bornhöved und Umgebung im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) am 11. April 2026 gar nicht weit entfernt: Es ging nach Trappenkamp und den dort eingerichteten Museumsbunker.
Den betreiben Ehrenamtliche, unter anderem aus den Reihen des Sudetendeutschen Kulturwerks, und können viel zur kurzen, aber vielfältigen Geschichte des Sitzes des Amtes Bornhöved (seit 2008) und der Ortsentwicklung Trappenkamps, das in diesem Jahr die 70-jährige Eigenständigkeit feiern kann, berichten.
Mit einem eindrucksvollen Bildervortrag im Seminarraum der benachbarten Volkshochschule führte Dirk Hannich-Daniels die 14-köpfige Besuchergruppe durch die Epochen – angefangen mit dem Kavallerie-Übungsplatz auf der Gönnebeker Heide, deren anschließender Aufforstung. Im dadurch entstandenen staatlichen Wald wurde im Nationalsozialismus eine Produktionsstätte für besondere Waffen der Kriegsmarine errichtet.
In den „Bunkern“, befestigten und gegen Luftaufklärung getarnten Produktionsgebäuden wurden Seeminen und andere Sperrmittel montiert, weshalb die Einrichtung später als Marinesperrwaffenarsenal bezeichnet wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude nicht, wie zunächst geplant, gesprengt, sondern aus dem Sudentenland und den sogenannten „deutschen Ostgebieten“ Geflüchteten und Vertriebenen zur Verfügung stellten.
Deren Bau- und Geschäftstreiben legte den Grundstein für die Entwicklung einer eigenständigen Gemeinde. Zunächst war Trappenkamp, das zu Marinezeiten nach einer Hofstelle und Flur im Außenbereich Tarbeks benannt worden war, unter Verwaltung Ricklings, dann Bornhöveds, von dem es sich am 1. April 1956 löste. Noch heute sind, über ganz Trappenkamp verstreut, Zeugnisse aus diesen Zeiten zu finden.
Der Museumsbunker ist in der G-Schneise 5 zwischen Goethestraße und Schulstraße zu finden. (Anfahrt über Königsberger Straße, Parken vor der VHS/Gemeindebücherei oder Franz-Bruche-Sporthalle). Geöffnet ist an jedem zweiten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr – bei freiem Eintritt (und der Möglichkeit, eine Spende dazulassen).
Die Ausstellung bildet eindrucksvoll die Entwicklungsgeschichte Trappenkamps ab, insbesondere durch viele Originalgegenstände, aber auch durch Modelle und aussagekräftige Infotafeln. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert.
Am 17. April Jahreshauptversammlung
Die Mitgliederversammlung 2026 des Ortsvereins Bornhöved und Umgebung im SHHB findet am Freitag, 17. April, um 19 Uhr im Alten Amt (Lindenstraße 5) Bornhöved statt.
Der Vorstand wird seine Berichte für 2025 und einen Ausblick auf kommende Aktivitäten geben. Außerdem sind Wahlen zum Vorstand durchzuführen. In diesem Jahr geht es unter anderem um die Position des Vorsitzenden (Christian Detlof, Schmalensee) und der Kassenwartin (Christiane Schlüter). Beide kandidieren wieder.
Heimatmuseum Bornhöved sonntags geöffnet
Weiterhin ist das Heimatmuseum „De ole Rökerkaat“ Bornhöved (Kuhberg 5) immer sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Ehrenamtliche aus den Reihen des Ortsverens Bornhöved und Umgebung im SHHB geben gern Auskünfte zur Ausstellung und lokalen wie regionalen Geschichte. Der Eintritt ist frei; es gibt ein Spendenglas für die Museumsarbeit.
Die Dauerausstellung befasst sich mit der Vor- und Frühgeschichte unserer Region, deren Highlight eine Replik der bei Gönnebek gefundenen Goldschale ist, sowie den drei markanten kriegerischen Auseinandersetzungen von 798, 1227 und 1813 bei und in Bornhöved. Die Geschichte der Kleinbahn Kiel-Segeberg, die unter anderem über Tensfeld, Tarbek und Bornhöved führte, wo es neben einem Bahnhof auch ein Bahnausbesserungswerk gab, hat im Museum ebenfalls ihren Platz gefunden.
Derzeit „pausiert“ die Dauerausstellung zur Familie Ross (Altekoppel), um neu erworbenen schönen Landschafsaufnahmen des Heimatmalers Helmut Albrecht im Rahmen einer Sonderausstellung Raum zu verschaffen. Eine zweite Sonderausstellung befasst sich mit historischen Postkarten aus Bornhöved und der Umgebung.
Kiek mol (wedder) in!
Bild zur Meldung: Heimatfreunde besuchten Museumsbunker Trappenkamp













