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Mai-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

Schmalensee, den 01.​05.​2026

Immer am 1. und am 15. Tag eines Monats wollen wir auf der Schmalenseer Gemeinde-Homepage den Blick in die Vergangenheit schweifen lassen. Alte Zeitungen und viele weitere Quellen, darunter Protokolle und Erinnerungen, liefern den Stoff für Meldungen. Dass diese zu einem großen Teil nicht ohne Erklärung wiedergegeben werden können, versteht sich von selbst. Und auch der Blick auf Nachbarorte, das Kirchspiel oder das Amt sowie auf den Kreis lohnt mitunter, denn Schmalenseer haben schon immer gern im Ehrenamt auf verschiedenen Ebenen gewichtige Rollen eingenommen. Ziel des Ganzen ist, der treuen Leserschaft historische Unterhaltung zu bieten. Hier ist der erste Teil für den Monat Mai. 

 

Tierseuche in Schmalensee vor 130 Jahren: In Schmalensee ist am 1. Mai 1896 offiziell die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Schmalensee, Bornhöved, Stocksee, Damsdorf und Tarbek werden daher mit besonderen Auflagen versehen, die eine weitere Ausbreitung der Tierkrankheit verhindern sollen. Herd der Maul- und Klauenseuche in Schmalensee soll der Hof des Hufners Johannes Harder sein, auf dem über Nacht fremde Schafe gelegen hatten, die vermutlich die Seuche einschleppten. Am 16. Mai wird das Segeberger Kreis- und Wochenblatt das Erlöchen der Seuche in Schmalensee und Damsdorf melden. „14 Tage lang mussten die Hunde an die Kette gelegt werden, um die Seuche durch ihr Herumstreichen nicht weiter zu verbreiten. Nun genießen sie die wieder gewonnene Freiheit ausgiebig.“

 

Ein 1. Mai im Nationalsozialismus: Der 1. Mai 1936, vor 90 Jahren der „Tag der Nation“, wird in Bornhöved und Umgebung mit großem Aufwand gefeiert. Schon am Vorabend ist eine Hundertschaft der Plöner NAPOLA* angereist, um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Die Unterbringung erfolgt in Bornhöved und Schmalensee. Um 6 Uhr treffen sich der Ortsgruppenleiter der NSDAP und die politischen Leiter mit SA, SS und NAPOLA-Hundertschaft, um in Bornhöved und Gönnebek mittels Umzug zu wecken. Im Anschluss setzen die Parteiformationen das Wecken in Tarbek und Schmalensee fort. Nach einem Empfang um 12 Uhr in Bornhöved findet dort ein Festumzug statt, an dem sich auch Wehrmachtsangehörige und zahlreiche Volksgenossen beteiligen. Nach einer Ansprache des Ortsgruppenamtswalters der Deutschen Arbeitsfront, Emil Bock, ergreift Bezirksbauernführer Heinrich Harder aus Schmalensee auf dem Bornhöveder Marktplatz das Wort. Er überreicht im Namen des Landesbauernführers Ehrendiplome an die Landarbeiter Hans Heisch (Gönnebek) und Christian Burmeister aus Schmalensee. Beide sind seit 40 Jahren in den Betrieben ihrer Arbeitgeber tätig, Burmeister bei Theodor Schnohr. Nach weiteren Ansprachen, Turnübungen und Volkstänzen der Jungmannen und Jungmädel finden am Abend ausgiebige Tanzveranstaltungen statt. (*Nationalpolitische Erziehungsanstalt für den Führernachwuchs des nationalsozialistischen Deutschland.)

 

Rallye und Theater vor 45 Jahren: Gemeinsam mit dem MSC Bornhöved veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee laut Meldung der Segeberger Zeitung vom 1. Mai 1981 eine Autorallye. Federführend an der Ausarbeitung beteiligt war Hermann Radloff. Nach 85 Fahrkilometern standen Annelene und Gerhard Harder aus Schmalensee als Sieger fest. Am Abend präsentierte die Laientheatergruppe der Wehr im Gasthof Voß das Stück „De grote Knall“. Unter der Leitung von Gerhard Mühlenberg spielten Käthe Mahler, Christa Freihube, Wiebke Stegelmann, Wolfgang Hahne und Uwe Nagel. 

 

Zum zweiten Mal zum nationalen Entscheid: Zum zweiten Mal in Folge gewinnt die erste Tischtennis-Herrenmannschaft des SV Schmalensee am 1. Mai 2011, vor 15 Jahren, die Landespokalmeisterschaft für Mannschaften der Spielstärke bis Kreisliga (C-Klasse). Damit ziehen Andre Wulf, Ralf Neugebauer, Stephan Rinesch und Stephan Fester erneut das Ticket zur Deutschen Pokalmeisterschaft. In der Vorrunde schalten die Schmalenseer TuS Tating (4:2) und SV Holtsee (4:1) aus, in der Endrunde sind erst der Heidgrabener SV (4:1) und Preußen Reinfeld (4:0) die Gegner. Anfang Juni geht es für das SVS-Quartett nach Brühl zur Deutschen Pokalmeisterschaft, bei der das Team vor einem Jahr nicht über die Vorrunde hinaus gekommen war. 

 

Hugo Saggau ein guter Vorsitzender: Hugo Saggau wird laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 2. Mai 1951, vor 75 Jahren, mit einstimmigem Ergebnis für weitere drei Jahre zum Kreisvorsitzenden des Kreisrindviehzuchtvereins Schwarzbunte Schleswig-Holsteiner gewählt. Sein Stellvertreter, der Nützener Lebermann, lobt, dass niemand so wie Saggau „in den letzten Jahren das Interesse der Züchter für die Schwarzbuntzucht neu geweckt und gefördert“ habe.

 

Bornhöveder Sportverein wirbt in Schmalensee: Der Turnverein Quellenhaupt Bornhöved veranstaltet am 3. Mai 1931, vor 95 Jahren, im Gasthof Voß einen Werbeabend mit Schauturnen und Tanzkränzchen. Der Versuch, mit Übungen an Reck, Barren und Pferd, Gewichtheben sowie Box- und Ringkampf Begeisterung zu wecken, stößt jedoch nur auf geringes Interesse der Schmalenseer. Dabei hatte man sich ausgerechnet, viele Interessenten anzusprechen, da es vor wenigen Jahren in Schmalensee einen Verein mit vielen Mitgliedern gegeben hatte. 

 

Straße nach Damsdorf soll gebaut werden: Die Verbandsversammlung des Wege-Zweckverbandes der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) beschließt laut Meldung der Segeberger Zeitung vom 3. Mai 1971, vor 55 Jahren, für das Rechnungsjahr 1971 einen Etat von über 7 Millionen DM. Vordringliche Aufgabe des Jahres soll der Wegebau sein. Dazu gehört auch der Neubau der 3,6 Kilometer langen Straße Schmalensee-Damsdorf. 

 

Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses: Am 3. Mai 1996, vor 30 Jahren, findet in Schmalensee die Grundsteinlegung für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses statt. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr erbringen, angespornt von Gemeindewehrführer Jürgen Stegelmann, so viele Arbeitsstunden als so genannte Eigenleistung, dass schon am 25. Mai das Richtfest gefeiert werden kann.

 

Museumsbunker Trappenkamp seit 30 Jahren: In Trappenkamp wird am 4. Mai 1996 der „Museumsbunker“ eingeweiht, ein außergewöhnliches Heimatmuseum der noch jungen Gemeinde in einem ehemaligen Werksgebäude des Marinesperrwaffenarsenals der Reichsmarine, aus dem nach Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Ansiedlung von Flüchtlingen aus den sogenannten „deutschen Ostgebieten“, insbesondere aber aus dem Sudetenland, zunächst ein Ortsteil Ricklings, dann Bornhöveds, und 1956 die Gemeinde Trappenkamp hervorging. 

 

Siegeshoffnung in Schmalensee 1916: Ein Festausschuss gestaltet am 6. Mai 1916, vor 110 Jahren und mitten im Weltkrieg, einen Vaterländischen Abend im Gasthof Voß. Redner sind Pastor Schlüter und Lehrer Heinrich Göttsch. Es werden zwei Theaterstücke aufgeführt und auch eine Verlosung fehlt nicht. Das gute Wetter lockt auch viele Besucher von außerhalb an. Diese hören eingangs den Prolog „Der Weltkrieg“ von Renker, den Fräulein Nanny Saggau vorträgt. Pastor Schlüter und Lehrer Heinrich Göttsch mahnen zum „freudigen, zuversichtlichen Durchhalten bis zum endgültigen Siege.“ 

 

Motorsportler aus Schmalensee: Der Motorsportclub Bornhöved führt am 8. Mai 1966, vor 60 Jahren, seine beliebte Sventana-Fahrt, seine 9. Findigkeitsfahrt von Bornhöved aus durch. Sportleiter Dieter Sienknecht aus Schmalensee hat die Tour ausgearbeitet, die am Gasthof Voß endet, wo auch die Siegerehrung vorgenommen wird. Eine Silberplakette gewinnt der Schmalenseer Horst Kaack. 

 

Torte aus Schmalensee nicht gut genug: Die Landjugendgruppe Schmalensee hat sich laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 8. Mai 1991, vor 35 Jahren, am Tortenwettbewerb des Kreislandjugendverbandes im Bad Segeberger Kreisjugendheim „Mühle“ teilgenommen. „Unsere Torte ist total schmackhaft und echt lecker“, werben die Schmalenseer. Gewinner wird jedoch die Laju Pronstorf mit einer After Eight-Torte. 

 

Amt Bornhöved mit Sitz in Trappenkamp:In der Bornhöveder Amtsverwaltung tagt am 8. Mai 2006, vor 20 Jahren, die Lenkungsgruppe zur Verwaltungsfusion des Amtes Bornhöved mit der Gemeinde Trappenkamp. Anhand neuester Informationen müssen die beteiligten Körperschaften bis 31. Dezember 2006 Beschlüsse zur Fusion getroffen haben. Beschlossen wird, dass der Name des künftigen Amtes kein neuer sein und auch eine Mitwirkung der Bevölkerung nicht erfolgen soll. Die Trappenkamper SPD favorisiert den Doppelnamen „Amt Bornhöved-Trappenkamp“, die beiden anderen Fraktionen der Trappenkamper Gemeindevertretung zwar auch, sie können aber mit dem Namen „Amt Bornhöved“ leben, wenn der Sitz in Trappenkamp ist. Bornhöveds Bürgermeisterin Helga Hauschildt entgegnet, dass „Amt Bornhöved-Trappenkamp“ dann infrage käme, wenn der Sitz in Bornhöved wäre. Bornhöveds Leitender Verwaltungsbeamter Dirk-Peter Bünn erinnert daran, dass man sich schon auf Trappenkamp als Sitz geeinigt habe und der Name „Bornhöved“ auf jeden Fall im Amtsnamen erscheinen soll. Alle sind sich einig darüber, dass der historische Name „Bornhöved“ erhalten bleiben soll. 

 

Ein neues Amtsgebäude entsteht vor 65 Jahren: Am 10. Mai 1961 erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Amtsgebäude des Amtes Bornhöved in der Bornhöveder Lindenstraße 5. Zuvor hat es Aufregung um das Grundstück mit dem darauf befindlichen Altbau gegeben: Dieser war beim Anrücken des Abbruchunternehmens noch bewohnt. Nach einigem Presserummel wurde Ersatz für die Bewohner gefunden und der Bau kann voranschreiten. 

 

Saggau darf ins Jeverland: Der Verein für schwarzbuntes Milchvieh im Kreise Segeberg hält unter seinem Vorsitzenden Isenberg in der Stadt Segeberg am 12. Mai 1906, vor 120 Jahren, eine Generalversammlung ab. 195 Mitglieder mit 2394 weiblichen Tieren gehören dem Verein an. Man ist zuversichtlich, im Sommer des Jahres zumindest für die größere, östliche Hälfte des Kreises Segeberg durch die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein anerkannt zu werden. Heinrich Christian Saggau aus Schmalensee wird in die Ankaufskommission für neue Stiere aus dem Jeverland gewählt. 

 

Seit 15 Jahren Mönchsweg e.V.: In Bad Bramstedt wird am 13. Mai 2011 der Mönchsweg e.V. gegründet. Mitglieder sind Kommunen und Kirchengemeinden am Mönchsweg sowie Leistungsträger und Einzelpersonen. Die zentrale Geschäftsstelle als Kommunikationsplattform des Vereins nimmt die Aufgaben des Innenmarketings sowie der Vermarktung des Weges wahr. Der Erfolg des Radfernweges auf dem radtouristischen Markt wird so nachhaltig gesichert und ausgebaut. Ein vorläufiger Vorstand wird gebildet, der sich u.a. aus Mitgliedern einer bisherigen Lenkungsgruppe zusammensetzt. Ziele und Aufgaben des mit einer Geschäftsstelle ausgestatteten Vereins sind die Steigerung der Wertschöpfung durch Radtouristen in den Regionen als Gewinn für Leistungsträger und Kommunen; Information, Austausch und Beratung über den gesamten Weg, also Nachhaltige Entwicklung für alle Beteiligten; Umsetzung zentraler Aufgaben wie Marketing (u.a. Printprodukte, Pauschalen, Homepage), Wartung Beschilderung; Pflege der thematischen Inhalte (Sinnsuche, Spiritualität), also Kooperation der Kommunen und Kirchengemeinden. 

 

Heutiges Wasserwerk Bornhöved seit 45 Jahren: Am 15. Mai 1981 berichtet die Segeberger Zeitung vom Spatenstich für das neue Bornhöveder Wasserwerk mit Standort in der Gemarkung Daldorf, nahe der Bundesstraße 404 (heute A21, nahe Abfahrt Trappenkamp/Tensfeld, Anmerkung). Seit 1973 ist das Projekt Bestandteil der Planungen. Die Erfassung der Menge der Wasserreserve hatte später ergeben, dass diese ausreiche, um zahlreiche Orte – Bornhöved, Trappenkamp, Gönnebek, Rendswühren, Ruhwinkel, Schmalensee, Damsdorf und Tarbek – mit Trink- und Brauchwasser zu versorgen. Allerdings bedürfe es einer Aufbereitung. Erforderlich sind Enteisung, Entmanganung und der Abbau natürlicher Kohlensäure. 

 

Schmalenseer Notizen vom Mai 1911: Vor 115 sind im Segeberger Kreis- und Tageblatt, der heutigen Segeberger Zeitung, verschiedene Meldungen aus Schmalensee zu finden. (12. Mai) Der Schmalenseer Schmiedemeister Rudolf Dunker hat sein Wohnhaus mit Schmiede für 15.000 RM an den Schmiedemeister Friedich Knabe aus Eutin verkauft. In Schmalensee findet am 2. Pfingsttag, 16. Mai 1911, das Ringreiten statt. Einladende sind Gastwirt Friedrich Voß und „die jungen Leute“. Nach Beendigung des Ringreitens gibt Voß ein Gartenkonzert mit anschließendem Ball. Am 18. Mai gastiert um 12.30 Uhr die Pferdevormusterungskommission auf der Dorfstraße in Schmalensee und nimmt die potenziellen Militärpferde aus der Gemeinde in Augenschein. 

 

Zwangsarbeiter in Schmalensee vor 85 Jahren: Die Welt des Internets macht es möglich, in Dokumenten der Vergangenheit zu blättern. So ist bei den Arolsen-Achives, welche die Unterlagen zu Zwangsarbeitern in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs zusammengetragen haben, in Auszügen das Meldebuch der Gemeinde Schmalensee zu finden. Anders als im Fall von hier im Dorf eingesetzten Kriegsgefangenen wurden mehrheitlich aus Osteuropa stammenden Frauen und Männer als versicherungspflichtige Beschäftigte in dem An- und Abmelderegister erfasst. Im Mai 1941 wurden diese Menschen als in Schmalensee wohnhaft erfasst:  Jan Chlebowski aus Polen, geboren am 7. Februar 1923, wurde der Meiereigenossenschaft zugewiesen und erhielt am 2. Mai 1941 Wohnung bei Otto Kühl, dem Meiereiverwalter. Chlebowski verließ Schmalensee am 18. September 1944 nach Neumünster. Der Pole Jan Makowski, geboren am 19. Juni 1892, kam hier am 4. Mai 1941 an, wohnte und arbeitete bis zur letzten Abmeldung am 4. Juni 1945 beim Bauern Werner Saggau. Letzte Abmeldung, weil er in den Jahren zweimal nach Neumünster abgemeldet wurde, über die Gründe müsste man spekulieren. Laut Meldebuch wird am 9. Mai 1941 als Hausgehilfin die polnische Zwangsarbeiterin Stefania Kulis, geboren am 22. August 1923, beim Bauern Friedrich Herbst angemeldet. Die Abmeldung wird am 9. Dezember 1944 mit Zielort Neumünster erfolgen. Und am 11. Mai 1941 wird die Polin Zoja Auguscik, geboren am 23. Juli 1919, beim Bauern Hans Harder angemeldet.  Am 19. September 1943 wird die Abmeldung „nach Kuhlen“ erfolgen. Die weitere Recherche in den Arolsen-Archives ergibt, dass sie dort auf dem Gut Kuhlen beschäftigt und weiter bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Bad Segeberg versichert sein wird. 

 

Bild zur Meldung: Arbeiten zur Erweiterung des Feuerwehrhauses, Mai 1996

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Historisches 2026-05-01 (26.​04.​2026)

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Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

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