Mai-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2
Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat Mai.
Streichhölzer als Brandursache: Die Scheune des Hufners Hinrich Saggau (Hufe 10, heute Griese) brennt am Nachmittag des 15. Mai 1896, vor 130 Jahren, nieder. Die Freiwillige Feuerwehr Bornhöved rückt laut ihrem Protokollbuch kurz vor 16 Uhr zur Unterstützung aus: „Beide Spritzen mussten etwa drei Stunden angestrengt arbeiten“, notiert Bornhöveds Protokollführer. Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt meldet am 19. Mai, dass ein vierjähriger Junge mit Zündhölzern im Stroh gespielt und das Feuer verursacht habe. Die vereinten Feuerwehren von Schmalensee und Bornhöved können den Brand eindämmen. Die ebenfalls hinzu geeilten Freiwilligen Feuerwehren aus Damsdorf, Kalübbe und die Brandwehr aus Belau kommen nicht mehr zum Einsatz. Zum Brand und dessen Verursacher findet sich am 19. Mai auch eine Meldung im Hamburger Fremdenblatt: Demnach hat der sechsjährige Sohn des Besitzers mit Zündhölzern gespielt.
Siebke nach Losentscheid Stellvertreter: Im Bornhöveder Verwaltungsgebäude findet am 15. Mai 1986, vor 40 Jahren, die konstituierende Sitzung des Amtsausschusses statt. Der Amtsvorsteher muss gewählt werden. Einstimmig fällt die Wiederwahl von Bornhöveds Bürgermeister Erich Garber aus. Auch sein Stellvertreter Theo Graulich (Tensfeld) wird einstimmig im Amt bestätigt. Bei der Wahl des 2. Stellvertretenden Amtsvorstehers kommt es zum Losentscheid zwischen Hans Siebke aus Schmalensee und Dietrich Wiebe aus Stocksee nach einem Patt im geheimen Wahlgang. Erich Garber zieht den Zettel mit Siebkes Namen. Anschließend wird Siebke wieder in den Personalausschuss gewählt.
Schmalensee im Reiterverein Bornhöved vertreten: Zur Pferdeleistungsschau des Reitervereins Bornhöved und Umgebung am 16. und 17. Mai 1981, vor 45 Jahren, haben mehrere Schmalenseer Reiterinnen und Reiter in den Pony-Klassen gemeldet: Petra Peckelhoff (mit Susi) in der Reiterprüfung; Henning Peckelhoff (Cilly), Uwe Peckelhoff (Cornet) und Astrid Siebke (Lolita) in der E-Dressur; Henning Peckelhoff (Cillie) und Uwe Peckelhoff (Cornett) in der Springprüfung der Klasse E; Astrid Siebke (Lolita) in der Springprüfung Klasse A. Die Schreibweisen der Pferdenamen variieren in der Teilnehmerliste. Den Ehrenpreis in der Springprüfung Klasse E gibt Tierarzt Dr. Klaus Borchers aus Schmalensee.
Ein kalter Mai vor 150 Jahren: Das Segeberger Kreis- und Wochenblatt schreibt am 20. Mai 1876: „Noch immer lässt uns der Mai seine Kälte in häufig recht empfindlicher Weise fühlen und hat dadurch seinen Werth als „Wonnemonat“ für dieses Jahr wohl verscherzt. Das Thermometer sinkt nachts meistens auf Null und darunter, kein Wunder daher, wenn es in den Gärten und Feldern nicht gerade erfreulich für den Besitzer aussieht. Mehrfach hat man von Frost erstarrte Kühe wieder in den Stall holen müssen, wie denn auch überhaupt der Zustand der Weiden im Allgemeinen ein trostloser ist […].“
Gründung eines Jugendfußballvereins: Mit dem FC Rot-Weiß Saxonia e.V. wird am 22. Mai 2006, vor 20 Jahren, der erste eigenständige Jugendfußballverein im Kreis Segeberg gegründet. Der Verein geht aus der gleichnamigen Spielgemeinschaft hervor, in der die Vereine TSV Bornhöved, TV Trappenkamp, SV Schmalensee und TSV Wankendorf ihre C-, B- und A-Junioren vereinigt hatten. Die vier Stammvereine sind nunmehr Mitgliedsvereine des FC Rot-Weiß Saxonia. Die Gründungsvereinbarung unterzeichnet für den SVS dessen Vorsitzender Helmut Siebke. Zum Vorsitzenden wird Frank Rieken (TSV Bornhöved) gewählt. Kassenwart wird Silan Groth vom SV Schmalensee.
Eine „Urfehde“ zwischen Schmalensee und Wankendorf: Am Pfingstsonntag, 23. Mai 1926, vor 100 Jahren, veranstaltet Meta Voß in ihrem Gasthof einen großen Pfingstball, der zur Kulisse eines Aufsehen erregenden Konfliktes wird. Das Segeberger Kreis- und Tageblatt schreibt am 23. Oktober 1926: „Eine Urfehde besteht zwischen den jungen Leuten aus Wankendorf und Schmalensee. Als an jenem Abend eine Schöne aus Schmalensee einem angetrunkenen Wankendorfer einen Korb gegeben und dafür eine derbe Ohrfeige erhalten hatte, flammte der alte Parteienhass wieder auf und es gab eine arge Schlägerei, bei der zwei Landwirte durch Messerstiche erheblich verletzt wurden. Dem einen, der in ein Rudel Wankendorfer hineingeraten war, wurde übel mitgespielt; denn er erhielt wohl ein halbes Dutzend Stiche.“ Im Oktober kommt es zur gerichtlichen Verhandlung des Falles vor dem großen Schöffengericht in Neumünster. Trotz Ladung von zehn Zeugen wird das Gericht nicht zu einer Einigung kommen und einen Lokaltermin ansetzen. Im Dezember schließlich wird der Wankendorfer Maurer D. als Beklagter zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt werden.
Landjugend-Ringreiten vor 70 Jahren: Die Landjugendgruppe Schmalensee hält am 23. Mai 1956 unter der Leitung ihres Vorsitzenden Harald Saggau ihr Ringreiterfest ab. König unter den 30 Reitern wird Jungbauer Jürgen Stegelmann. Seine Links- und Rechtsbediener werden Johannes Biß (Seenrade) und Harald Saggau. Königin im Ballwerfen wird die Schmalenseerin Thea Kühl. Nach dem Umritt durch das Dorf klingt der Tag bei Tanzmusik der Kapelle Walter Zocke aus.
Helmut Siebke pfeift Werder Bremen: Der Kreissportverband Segeberg feiert am 23. Mai 1976, vor 50 Jahren, mit einer Festwoche sein 30-jähriges Bestehen. Einer der Höhepunkte ist ein Freundschaftsspiel der Fußballkreisauswahl gegen die Bundesligaprofis vom SV Werder Bremen vor 2500 Zuschauern. Der Schiedsrichter der Begegnung kommt aus Schmalensee und pfeift für den TSV Quellenhaupt Bornhöved: Helmut Siebke. Der gerät beim 1:4 der Kreisauswahl sogar in die Kritik, da er nach 1:0-Führung der Segeberger zwei umstrittene Elfmeter für die Bremer gibt. „Der einzige Amateur auf dem Platz war der Mann in Schwarz“, schimpft Auswahltrainer Peter Riechert. Doch die Linienrichter bestätigen die Entscheidungen Siebkes.
Schmalenseer Notizen vom Mai 1961: Am 25. Mai vor 65 Jahren sind in der Segeberger Zeitung zwei interessante Meldungen aus der Gemeinde Schmalensee zu finden. Von den acht im Bau befindlichen Siedlungshäusern am Ringreiterplatz können bis Pfingsten zwei mit Dachpfannen eingedeckt werden, eines ist richtfertig und für die restlichen fünf sollen die Ausschachtungen für die Keller in Angriff genommen werden. Dem schlechten Zustand der Gemeinde- und Wirtschaftswege begegnen die Schmalenseer mit freiwilliger Leistung. Den notwendigen Kies zum Auffüllen der Wege fahren die Bauern kostenlos. Kolonnen von Mitbürgern stehen bereit, um damit die Oberflächen auszubessern.
Wechsel an der Spitze der Landfrauen:Im Bad Segeberger Restaurant am Ihlsee findet am 25. Mai 1971, vor 55 Jahren, eine Versammlung des Kreislandfrauenvereins statt. Laut Aufzeichnungen des Landfrauenvereins Bornhöved und Umgebung ist dessen kompletter Vorstand dort vertreten und wird Zeuge der Amtsniederlegung der Kreisvorsitzenden Nanny Saggau aus Schmalensee, die seit 1946 den Kreisverband geführt hatte. Zur Nachfolgerin wird Käthe Stoltenberg gewählt.
Schmalensee auf dem 6. Platz: Die Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ besucht am 25. Mai 1991, vor 35 Jahren, Schmalensee. Im Vorwege sind die Grundstückseigentümer per Hauswurfsendung dazu aufgefordert worden, Alles auf Vordermann zu bringen. Ganz nach dem Motto „Jeder fege vor seiner Tür!“. Landjugend und Verschönerungsverein haben die Spielgeräte, den Platz an der Dorfeiche mit Buswartehäuschen und den Bolzplatz auf Vordermann gebracht. Am Ende belegt Schmalensee den 6. Platz.
Reaktion auf eine Messerattacke vor 25 Jahren: Bornhöved und die Umlandgemeinden sind im Mai 2001 schockiert von einer Bluttat beim Bornhöveder „Tanz in den Mai“: Ein Partybesucher war Opfer einer Messerattacke geworden und an den Folgen gestorben. Gerhard Frank aus Schmalensee, Vorsitzender des Vereins für Wirtschaftsförderung in Bornhöved, ergreift die Initiative und lädt zu einem Treffen am 28. Mai 2001 in Hein's Gasthof ein, das einen Aktionstag gegen Gewalt als Ergebnis haben soll. 26 Personen beraten und beschließen, eine solche Veranstaltung am 15. Juli durchzuführen und ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen.
Tanzlokal für reife Jugendliche: Bislang gab es in Bornhöved den Tanzpalast Trocadero, nun, am 28. Mai 1966, vor 60 Jahren, ist das Lido an seine Stelle getreten. Mit großem Eröffnungsball nimmt der Tanzpalast „für die reifere Jugend“, in dem weiterhin Lederjacken und Nietenhosen unerwünscht sind, den Betrieb auf.
Verdienstmedaille für Gerhard Mühlenberg: In Trappenkamp hat laut Bericht der Segeberger Zeitung vom 28. Mai 1991, vor 35 Jahren, die Jahreshauptversammlung des DRK-Kreisverbandes Segeberg stattgefunden. Der Schmalenseer Gerhard Mühlenberg erhielt für seine seit 1978 andauernde Tätigkeit als Kassenwart und Erste Hilfe-Ausbilder im DRK-Ortsverein Bornhöved und Umgebung die DRK-Verdienstmedaille Schleswig-Holstein.
Generalprobe der SVS-Cheerleader: Mit einem Show Case, einer öffentlichen Generalprobe am 29. Mai 2016, vor 10 Jahren, in der Sporthalle Schmalensee, bereiten sich die Cheerleader des SV Schmalensee auf ihren ersten Wettkampf vor. Am 4. Juni soll es in den Harz gehen. Die komplette Choreografie lässt Trainerin Julia Jens durchspielen. 2,30 Minuten dauert der Auftritt, den die über 20 Mädchen schon fast fehlerfrei beherrschen. Das zahlreiche Publikum ist begeistert und entzückt. Mit dem Verkauf von Kuchen und Waffeln nehmen die „Little Butterflies“ einen Teil der Fahrtkosten ein. Allerdings sorgt neben privaten Geldgebern Sponsor Robert Galle, der eine im Ort ansässige Bootsstegebau-Firma besitzt, einmal mehr für finanzielle Hilfe. Und der Bornhöveder Edeka-Markt Gothmann wird Lunchpakete bereitstellen.
Seuche bremst Einweihung der Friedenseiche: Im Jahr 1896, vor 130 Jahren, feiert man den Sieg über Frankreich vor 25 Jahren. Überall werden sogenannte Friedenseichen gepflanzt oder eingeweiht. So auch in Tensfeld. Allerdings, so ist dem Segeberger Kreis- und Wochenblatt zu entnehmen, später als gewollt: Aufgrund der grassierenden Maul- und Klauenseuche musste die Friedensfeier vom 10. auf den 31. Mai 1896 verschoben werden. In Tensfeld treffen sich die Feuerwehren umliegender Gemeinden, darunter Schmalensee, Bornhöved, Damsdorf und Bosau, um der Einweihung der bereits im März gepflanzten Friedenseiche beizuwohnen. Der Tag wird zu einer Brandübung der Tensfelder Wehr und einem gemeinsamen Marsch durch den Ort genutzt.
Schmalenseer Notizen vom Mai 1951: Vor 75 sind in der Segeberger Zeitung verschiedene Meldungen aus Schmalensee zu finden. (8. Mai:) Die Ausbauarbeiten der Straße von Schmalensee nach Stocksee machen erste Fortschritte. Bis zum Karkhop sind die Ausbauarbeiten bereits vorangekommen. Unter Einsatz von vorerst 20 Erwerbslosen aus Stocksee werden auch einige Knicks niedergelegt. (17. Mai:) Aufgrund der wirtschaftlichen Lage ist an einen Neubau der Schule abseits der viel befahrenen Bundesstraße nicht zu denken. Daher werden Einfriedungsmaßnahmen am Schulhof vorgenommen, um die Kinder daran zu hindern, auf die Straße zu laufen. (23. Mai:) In der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung unterliegt in der Wahl des Bürgermeisters H. Saggau (Hellmut), der für die Vereinigung Kommunaler Wähler VKW im Gemeinderat sitzt, dem amtierenden SPD-Bürgermeister Heinrich Hamann sen. mit 3:7 Stimmen.
Die Flüchtlingslage im Mai 1946:Zwei Karten im Maßstab 1:200.000, die sich mit der Flüchtlingssituation befassen, werden im Mai 1946, vor 80 Jahren, für den Kreis Segeberg erstellt. Es handelt sich um Gemeindegrenzenkarten. Die eine befasst sich mit der dem Anstieg der Bevölkerung in Prozent - „The increase of population of Kreis Segeberg in % of the permanent residents, Status 1st Okt. 46 (average 122%)“: Demnach liegt der Kreisdurchschnitt bei 122 Prozent Bevölkerungszuwachs aufgrund der Belegung mit aus dem deutschen Osten Geflüchteten. Im (heutigen) Amt Bornhöved liegt allein Tarbek (114%) unter dem Durchschnitt. Knapp darüber sind Tensfeld (123%) und Schmalensee (134%), gefolgt von Bornhöved (148%) und Gönnebek (150%). Stocksee, dem aufgrund der im Nationalsozialismus erfolgten Eingemeindung auch Damsdorf zugerechnet wird, weist mit 167 Prozent die höchste Belegung auf. Kreisweit ist die Gemeinde Kükels mit 207 Prozent am stärksten betroffen. Abgeleitet aus diesen Werten ist eine zweite Karte erstellt worden, die eine „Überfremdung“ des Kreises – „The majority of strangers, percentage in % of whole population“ – darstellt: Mit Ausnahme von kreisweit acht Kommunen (Bad Segeberg, Wensin, Fahrenkrug, Bark, Seth, Nahe, Großenaspe und Gadeland), die noch über eine Mehrheit der Eingesessenen („majority of native population“) verfügen, dominieren im Rest des Kreisgebietes Flüchtlinge das Bild („majority of refugees“).
Bild zur Meldung: Die SVS-Cheerleader - Show-Case-Group 29.05.2016













