Feuerwehren knüpfen Netzwerk für Großschadenslagen: Was ist Red Farmer?
Eine deutsche Tageszeitung nennt es „eine Art Dating-App“, aber was sich hinter Red Farmer verbirgt, hat einen sehr ernsten Hintergrund und rückt angesichts brandaktueller Ereignisse in der medialen Berichterstattung immer mehr in den Vordergrund.
Wie die Nachrichtensendungen vom großen Brand im Hürtgenwald bei Aachen an einigen Stellen hervorhoben, haben dort viele Land- und Forstwirte und auch andere Betriebe ohne lange abzuwarten mit ihren Gerätschaften geholfen: Wasser wurde herangefahren, beim Schneisen schlagen unterstützt und noch einiges mehr.
Für die Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen eine bedeutende Hilfe, die aber auch hier in unseren Gefilden eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Etwa bei Flächenbränden, wenn neben den Kräften der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks auch die Landwirte und Lohnunternehmen anrücken, um bei der Brandeindämmung und -bekämpfung zu helfen.
Red Farmer kommt nun ins Gespräch als ein Portal, in dem man sich, auf freiwilliger Basis, registrieren und damit die Bereitschaft signalisieren kann, die Feuerwehren zu unterstützen. Dabei geht es insbesondere darum, „dass Landwirte Löschwasser, primär bei Flächen- und Waldbränden, mit ihren landwirtschaftlichen Geräten (Wasser- und Güllewagen, Maischetransporter, usw.) transportieren und bereitstellen“, erläutert Christopher Orth von Dach.
Der Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee ist von Red Farmer überzeugt. Und erklärt weiter: „Im Einsatzfall findet eine telefonische Kontaktaufnahme durch das örtliche Führungspersonal und/oder die Leitstelle statt. Wichtig: Alles ist freiwillig und alle Helfer sind rechtlich abgesichert und über die anfordernde Stelle unfallversichert.“
Christopher Orth von Dach hofft, dass sich Landwirte und weitere Besitzer entsprechender Gerätschaften über https://redfarmer.eu registrieren. „Es gibt noch viele weitere Infos auf der Homepage, ebenso Prozessdefinitionen und Fragestellungen, die beantwortet und erläutert werden.“ Unter 01575-3592534 oder der Mailadresse steht der Gruppenführer auch für persönliche Rückfragen zur Verfügung – auch für eventuell erforderliche Hilfestellung bei der Registrierung.
Das schreibt der Bauernverband Schleswig-Holstein im Mai 2026 auf seiner Homepage:
„Inspiriert von einer Idee im Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart entstand die Initiative Red Farmer in der Süd-Pfalz und hat sich inzwischen in ganz Rheinland-Pfalz sowie in Bayern als feste Größe behauptet. Die ehrenamtlichen Initiatoren mit Gründer Thomas Knecht möchten das Datenportal in ganz Deutschland etablieren. Hilfsangebote von Landwirten sollen überregional gebündelt und abrufbar für die Feuerwehren werden. Der Einsatz der Landwirte mit ihren Geräten ist nicht verpflichtend. Im Einsatzfall sind sie unfallversichert und ihnen steht eine Kostenerstattung zu, wenn sie durch die Einsatzleitung der Feuerwehr hinzugezogen werden.
Bauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht betont: ‚Der ländliche Raum ist auf die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren angewiesen. Ein brennendes Strohlager, ein schwelender Kamin oder ein Unfall fordern das Engagement der Feuerwehren. Knappe Kassen der Kommunen stellen auch die Wehren vor neue Herausforderungen. Umso mehr begrüßen und unterstützen wir die Initiative Red Farmer. Durch die Entwicklung dieser Datenbank können Feuerwehren und Landwirte im Ernstfall noch besser zusammenarbeiten und schnell helfen.‘“
Das schreibt der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein (LFV SH) auf seiner Homepage:
„Seit September 2025 hat Red Farmer nun auch Schleswig-Holstein erreicht! Damit sich die Feuerwehren gut gegen zukünftige Risiken wappnen können, benötigt es die Zusammenarbeit mit Landwirten, die als „stille Helden“ im Hintergrund agieren. Die Landwirte sind es, die mit ihren Geräten Brücken schlagen können, wo die herkömmliche Infrastruktur an ihre Grenzen stößt.“
Und außerdem:
„Mit ihrer Registrierung auf dem Online-Portal von Red Farmer, können die Feuerwehren im Ernstfall schnell einsehen, wer in der Nähe ist und helfen kann. … Red Farmer ist mehr als ein Projekt; es ist eine Herzensangelegenheit.“
Dazu hat der LFV SH auch ein Infoblatt veröffentlicht, das als PDF unter dieser Meldung zu finden ist und unterstreicht: Red Farmer ist ein hilfreiches Instrument zur Bewältigung kommender (Groß-)Schadenslagen, für die unsere Feuerwehren gewappnet sein müssen, um den gesamtgesellschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten.
Das Foto zur Meldung zeigt Einsatzkräfte von Feuerwehren unserer Region im Verbund mit Landwirten bei der Bekämpfung eines Flächenbrandes am 3. Juli 2018 an der B430 bei Kalübbe.
Bild zur Meldung: Flächenbrand bei Kalübbe - Feuerwehr und Landwirte im Einsatz













